Glatzmanns

 

Letzte Änderung. 17.1.2018

 

Glatzmanns wird im Wüstungsarchiv des Bundesdenkmalamtes unter Nr. 522 10 unter G 146 in Altenwörth in den Auen vermerkt, Prof. Dr. Richard Hübl setzt G. ins Ortsgebiet von Altenwörth. 

Im Zwettler Stiftsarchiv, Zwettl, Zisterzienser (1055 - 1742), Signatur 1221 V 31, findet sich folgender Eintrag: "Datum: 1221 nach Mai 31: Ulrich von Falkenberg und seine Söhne Rapoto, Albero und Hadmar übergeben beim Begräbnis der Gisela von Falkenberg zu ihrem Seelenheil dem Kloster Zwettl das halbe Dorf Glatzmans für einen Konventdienst am Sterbetag." 

Stiftsarchiv, Zwettl, Zisterzienser (1055 - 1742), Signatur 1234 X 23: "Hz. Friedrich (II) bestätigt dem Kloster Zwettl die Übernahme der auschließlichen Vogtei sowie genannte Schenkungen seiner Ministerialen: ... Atzo einen Weingarten beim Fluß Krems.....außerdem omnes villas Glatzmans....." 

Im Buch "Der Grundbesitz des Stiftes Zwettl - Herkunft und Entwicklung" von Stiftsarchivar P. Alois Wagner, 1938 findet sich folgender Eintrag:„Glatzmans, abgekommen, bei  Altenwörth a. D.  Im Privileg Friedrichs II. 1234 Okt. 10., auch Gl. als Besitztum des Klosters Zwettl genannt. - 1295 April 25. Abt Penzo von Heiligenkreuz entscheidet Streit zwischen dem Schottenkloster in Wien und dem Kloster  Zwettl über den Besitz der Donauinsel Glatzmans.“ [2]

Zieht man in Betracht, daß ein Arm der Donau zur Zeit der Gründung von Neustift wahrscheinlich noch beim  "Felberlassl"  vorbeifloss, in der Josfinischen Karte von 1760 bis 1780[3] ist hier noch der verbliebene Donauarm als wasserführend eingezeichnet, so kann diese Insel wohl sehr nahe beim "Alten Dorf gelegen haben, auch Hannidorf soll eine Insel gewesen sein, wie Pfarrer Dedelbacher im Pfarrgedenkbuch Altenwörth schreibt.
 
Der Historiker Erwin Kupfer schreibt: „Neustift im Felde: Nach Mann wurde die frühere Siedlung, die 1337 durch Hochwasser weggeschwemmt worden war, neu angelegt und Neustift benannt. Vermutlich handelt es sich um eine Siedlung auf Klostergrund. Im Jahre 1208 hatte das Kloster Zwettl hier Grundbesitz erhalten (Janicek: "Besiedelung" S. 66)[4]
Der Kloster Zwettlerische Besitz, soferne keine Verwechslung mit Neustift an der Donau bei Rohrendorf im Bez. Krems vorliegt, kann sich hier nur auf Glatzmanns beziehen, da sonst in der näheren Umgebung von Altendorf kein Zwettler Besitz vorkommt.[5]
 
Urkunden:
1221 nach 31. Mai  - Ulrich von Falkenberg und seine Söhne Rapoto, Albero und Hadmar übergeben beim Begräbnis der Gisela von Falkenberg zu ihrem Seelenheil dem Kloster Zwettl das halbe Dorf Glatzmans für einen Konventdienst am Sterbetag; "Item in festo beate Petronelle virginis de domina Gisla de Valchenberch que fuit soror dominorum des Chunring Vnum servicium plenarium ex redditibus in Glatzmans a magistro curie in Hedreisdorf ministratur, sicut in antiquo nostorum libro de antiquis servicijs continetur" [6]
1234 23.Oktober - Herzog Friedrich II. Bestätigt dem Kloster Zwettl die Übernahme der ausschließlichen Vogtei sowie genannte Schenkungen seiner Ministerialen, darunter von  Ortwin von St. Johann in Stokestal curiam villecariam et mansum in Stokarn und von Atzo neben vielen Gütern auch Glatzmans; unter den Zeugen sind Siegfried Orphanus (Waise, im Jahre 1258 von Winkelberg genannt), Ulrich III. von Kunisprunnen (Königsbrunn) und Ortlieb III. von Winkl.[7]
1295 25. April - "Abt Penzo von Heiligenkreuz entscheidet einen langen Streit zwischen Abt Wilhelm vom Schottenstift in Wien und Abt Ebro von Zwettl un die Insel Glatzmans: Zwettl hat isulam que sita est alia parte Danubii in Eigenbesitz; relicta tantum superiori parte predicte insule que certis metis et limitibus demonstratur, wird Abt und Konvent vom Schottenstift zugesprochen; die andere Insel nahe beim Dorf Glatzmanns verbleibt wie bisher bei Zwettl, doch haben die Schotten-Kolonen des Dorfes dort unentgeltliches Weiderecht für höchstens 32 Schafe; wollen sie mehr Schafe und Pferde weiden, müssen sie dem Abt von Zwettl oder seinem Offizial entsprechenden Zins zahlen.                       Zeugen: Albero von Kuenring, Hermann de Wolfkersdorf, Leopold de Sachsengange und sein Sohn Leopold, Konrad de Puechperch, Hadmar und Rapoto fratres dicti von Falckenberg, Albero de Hohenstain, Leutwin von Werd, Ortlib von Winchel, Hugo und Heinrich frater suus et Reinbert patruus suus dicti von Lichtenfels omnes ministeriales."[8]
1309 22.Juni  - "Hermann, Abt von Ebrach, etc. erneuern die Bestimmungen über die Verwendung der von dem Dechant Ulrich von Tauersheim nach Wilhering vermachten Einkünfte", darunter sind de Glatzmans dimidam libram denariorum.[9]
 
[1]   Prof. Dr. Richard Hübl: Geschichte der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, 1993
[2]  „Forschungen zur Landeskunde von Niederösterreich,herausgegeben vom Verein f. Landeskunde u. Heimatschutz für N.-Ö. Und Wien, geleitet von Karl Lechner, Band 3  „Der      Grundbesitz des Stiftes Zwettl – Herkunft und Entwicklung“ von Stiftsarchivar P. Alois Wagner, Wien 1938, Seite 16
[3] AT-OeStA/KA KPS KS, Josephinische Karte sectio 49 siehe  
[4]    Erwin Kupfer - Diplomarbeit 1995 "Die Siedlungsgeschichte des politischen Bezirkes Tulln. Von den Anfängen bis zum Ende des Hochmittelalters" Seite 174
[5]    Siehe Fußnote 2
        Winner Herold Nr. 62; Zwettler Bärenhaut - FRA II/3, 168f.; Linck I, 276f
abgerufen 9.Feb 2017; Winner Herold Nr. 74; Stiftsarchiv Zwettl Cod. 2/4 fol 17r. BUB II n. 318; FRA II/3, 104-106
abgerufen 9.Feb 2017; WINNER - HEROLD Nr. 367 Stiftsarchiv Zwettl FRA II/3, 317ff.; Linck I, 505 (Teildruck).Regest: Friess, Herren von Kuenring n. 467.
[9]    monasterium.net: http://monasterium.net/mom/AT-StiAW/Urkunden/1309_IV_22/charter  OÖUB 5 (Wien 1868) S. 16-18, Nr. 14

Nach 1295 sind keine Daten über diese Insel vorhanden.

 

Jänner 2018
Andreas Nowotny