Begriffserklärungen

 

Letzte Änderung: 23.10.2016

 

Alaun

Das kristallisierte, wasserhaltige schwefelsaure Doppelsalz von Kalium und Kaliumaluminiumsulfat. Es wurde von verschiedenen Berufsgruppen, wie den Färbern, Gerbern, Riemern etc. verwendet.

 

Allodialgut, Allodialvermögen

auch Eigengut, Erbgut oder freies Eigen - Gut, über das der Besitzer frei verfügen konnte. Lehen war sogenanntes nutzbares Eigentum, Allod dagegen war volles Eigentum.

 

Anfeilzwang

Der Untertan musste seine Waren zuerst dem Grundherrn anbieten. Erst wenn dieser kein Interesse am Kauf hatte, konnte er die Waren anderweitig verkaufen.
Erwähnung z.B. in den Fischerrechten zu Winkl: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/fischerrechte-zu-winkl
 

 

Arbeshandlerin

Erbsenhändlerin, eine offizielle Berufsbezeichnung. 

 

Areanum Duplicatum  

Kaliumsulfat 

 

Aufgebot des 5., 10. oder 30. Mannes

(auch Hebung oder Aushebung des...)  Wenn Gefahr bestand, dass Feinde ins Land eindringen, konnte - je nach Dringlichkeitsstufe - das Aufgebot des 30., 10. oder 5. Mannes erlassen werden. Es erfolgte eine Musterung der Männer im wehrfähigen Alter und je einer von 30, 10 oder 5 wurdee zur Kriegsdienstleistung ausgewählz. Die nicht betroffenen Höfe bzw. Familien wollten die Wehrdienst leistenden und ihre Angehörigen unterstützten und so einen Ausgleich der Belastung herbeiführen. Der militärische Wert solcher Aufgebote war gering, weil es an Waffen fehlte und die Bauern ungeübt waren. Patente (Gesetze) für solche Aufgebote gab es zwischen 1566 und 1611. Eine solche Musterung führte im Jahr 1596 zum Ausbruch eines Bauernaufstandes in Ober- und Niederösterreich. Quelle: Helmuth Feigl: Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Aufsandung

Unter Aufsandungserklärung versteht das österreichische Grundbuchsrecht eine notariell oder gerichtlich beglaubigte, "ausdrückliche" Erklärung einer Person, dass sie in die grundbücherliche Eintragung einer vertraglichen Änderung ihrer Rechte einwilligt. Das Wort kommt wahrscheinlich daher, weil man die Dokumente zum Trocknen der Schrift mit Sand bestreut hat.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Aufsandungserkl%C3%A4rung 1.1.2013

 

Ausnahm

Die Wohnräume, die den Altbauern zugewiesen wurden, oft ein kleines Stöckl neben dem Haus; aber auch die Sachwerte, die die alten Leute von den Hofübernehmern zu erhalten hatten. Da es deswegen oft zu Streitigkeiten kam, wurden dieser "Ausnahm" beim Notar haargenau fixiert.

 

Banntaiding

So wurde vor 1848 die Versammlung des Ortsrichters und der Schöffen einerseits und der gesamten Ortsbevölkerung andererseits bezeichnet. Alle Bewohner mussten bei Strafe erscheinen, da in diesen Versammlungen, die an bestimmten Tagen, z. B. zu St. Georg, St. Michael und Maria Lichtmess, abgehalten wurden, die Bewohner über gesetzliche Bestimmungen in ihrem Ortsbereich unterrichtet wurden. Da die wenigsten Leute lesen konnten, erfuhren sie hier alles für sie Wissenswerte.

 

barkannener Stoff

Barchentstoff

 

Behaustes Gut

Ein ganzes Bauerngut, das vom Grundherrn vergeben wurde, im Unterschied zu einzelnen Grundparzellen.

 

Ballei, Balley

bezeichnete etwa ab dem 13. Jahrhundert einen Verwaltungsbezirk oder eine Ordensprovinz eines Ritterordens, mit meist mehreren Prioraten.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ballei

 

Bereitungsbuch

Finanzielle Schwierigkeiten zwangen den Staat, trotz der Erhöhung der „ordentlichen Kontribution“ noch weitere direkte Steuern einzuführen. So etwa den „Hausgulden“, der von jedem Haus zu bezahlen war. Der Grundherr hatte aber darauf zu sehen, dass Reiche etwas mehr und ärmere weniger zahlen mussten. Um die Steuern auf die einzelnen Herrschaften aufzuteilen, wurden Berittene losgeschickt, um die Zahl der Häuser festzustellen, die jedem einzelnen Grundherrn unterstanden. Diese wurden in sogenannten Bereitungsbüchern verzeichnet, die für diese Steuer an die Stelle der Gültbücher traten.
Siehe auch: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998
Näheres siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/allgemeines/257-bereitungsbuch

 

Bergrecht

Nach diesen Gesetzen wurden in NÖ die Weingärten von den Grundherren vergeben, es war auch das Recht des Bergbaues.
Siehe auch: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998
 

 

Berggrün

Chrysokoll, Mineral 

 

Bergöl  

Petroleum

 

Bestandwirt

Pachtwirt

 

Bschoadessen

Bei Hochzeiten wurden die Speisen, die man nicht mehr essen konnte, mit nach Hause genommen. Dieser Brauch hat sich bis heute insoferne erhalten, als man den Gästen Torten und Bäckereien mitgibt.

 

Burgrecht

Nach diesen Gesetzen wurden in NÖ die Acker-, Wiesen- und Weideparzellen von den Grundherren vergeben.
Siehe auch: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998
 

 

Compositionswaaren

Zusammengesetzte, aus verschiedenen Stoffen bestehende Waren, besonders chemische Erzeugnisse

 

Canleith, Canleut, Coneuth 

Eheleute

 

Conscriptionsnummer

Das war die ursprüngliche Bezeichnung für unser Hausnummern. Diese wurde von Kaiser Josef II. 1770 eingeführt. Sie diente dazu, die Steuern auf die einzlnen Häuser besser verwalten zu können und um in Kriegsfalle schneller auf die verfügbaren jungen Männer zugreifen zu können. 

 

Cremor tartari

Zubereitungen aus Weinstein, in der Medizin und Chemie verwendet. 

 

Diebstein

Dieser stand an der Grenze zwischen zwei Ortschaften, wo Verbrecher, die sich größerer Vergehen schuldig gemacht hatten, an die Obrigkeit zur weiteren Bestrafung übergeben wurden. Der Diebstein zwischen Neustift und Gigging stand in der Ried Altendorf. Heute trägt er auf dem Dorfplatz die Erinnerungstafel für Prof. Ludwig Piffl.

 

Dienst

Abgabe

 

Dienstbuch

Von den Urbaren gingen die Herrschaften zu den Dienstbüchern über, die sich meitst auf die Abgaben 'Grund- und Weisatdienst' beschränkten und einen gewissen Zeitraum betrafen. Änderungen in der Person des Inhabers der verzeichneten Güter, in der Höhe des Dienstes oder am Gutskörper wurden durch das Anbringen von Korrekturen festgehalten. Außerdem wurde oft die jährliche Abgabenzahlung angemerkt.“
Quelle: Helmut Feigl, die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Diligenie (Diligence)
(Eil)Postwagen

In den Topographischen Tabellen  von 1817 über  Kirchberg am Wagram heißt es: Bey gutem Wetter und trockenen Wegen gehet die Zwetler Diligenie und die Kremserfuhren über Kirchberg am Wagram und Geisruck nach Wien, und wiederum zurück; in Regens Zeiten, und bey üblen Wegen aber über Bärschling.

 

Diurnist

Ein auf Taggeldbasis beschäftigter Amtsschreiber

 

Dominikalgut

Das waren die Gründe, die von der Herrschaft direkt bewirtschaftet wurden. Auf diesen Äckern hatten die Untertanen Robotdienste zu leisten.

 

Dorfbrunnen

Hier holte man das Wasser. Nur überdurchschnittlich reiche Bauern hatten einen Brunnen im Hof.

 

Dorf- oder Ortsobrigkeit

Siehe unter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/ortsuebergreifend/301-aaaaaaa

 

Drangeld

Anzahlung, Kaution
Auch bei der Verheiratung der Kinder, die bis Anfang des letzten Jahrhunderts großteils von den Eltern bestimmt wurde, gab es ein Drangeld: "...Sind also die Verhandlungen endlich glücklich abgeschlossen, so erhält die Braut vom Bräutigam ein 'Drangeld', welches früher meist in einem Golddukaten bestand. Als Gegengabe erhielt der Bräutigam ein Hemd oder einen Schmuckgegenstand."
Quelle:
Die Bauernhochzeit im Tullnerfelde, Leopold Bergolth, 1949

 

Dreifelderwirtschaft

Diese wurde seit dem Mittelalter betrieben. Die Felder wurden im ersten Jahr mit Sommergetreide, im zweiten mit Wintergetreide bebaut und lagen im dritten Jahr brach. Wie aus der Stainerschen Casten-Ambts- Beschreibung von 1708 ersichtlich ist, wurde diese Dreifelderwirtschaft in manchen Ortschaften genau eingehalten, in anderen wurde darauf kein Wert gelegt.

 

Erbzinsgüter

Diese konnten vom Inhaber an Nachkommen und andere Verwandte vererbt, auch an Fremde durch Testament vermacht, verkauft und vertauscht werden.
Siehe auch: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Erledigt

Erledigte Stelle – freie Stelle, z.B. Pfarrer- oder Lehrerposten

 

Fahrnisse

Alle bewegliche Gegenstände in Haus und Hof im Gegensatz zu den unbeweglichen wie Häusern und Grundstücken.

 

Fechsung

(Getreide)-Ernte

 

Fergendienst

Fährdienst - Der Beruf des Fährmannes war sehr verbreitet, als es an den mitteleuropäischen Strömen und Flüssen noch kaum Brückenverbindungen gab. Damals war die Fähre ein sehr übliches Verkehrsmittel, wenn Reisende keine Furt nutzen konnten.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4hrmann
  

 

Fiat

Es geschehe - kommt in früheren Bescheiden vor. 
In der Medizin auf Rezepten:  man verarbeite zu; Abkürzung: f
Der Ausdruck ist angelehnt an das Bibelwort fiat lux - es werde Licht.
Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/fiat
 

 

Fideikommiss

eine auf rechtsgeschäftlicher Stiftung beruhende Bindung des Familiengutes. Adeliges Familienvermögen (meist Grund und Boden) sollte ungeteilt in der Hand eines Familienmitglieds bleiben, der Inhaber des Fideikommiss bei Verfügungen unter Lebenden oder von Todes wegen beschränkt sein. Ziel war die Sicherung der sozialen Stellung und der vermögensrechtlichen Grundlage für die Familie über Generationen hinweg. Das Fideikommiss wurde in Österreich 1919 beseitigt.
Quelle: http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.f/f341701.htm 

 

Flechtenmacher

Korbflechter

 

Fliegenstein

Der Fliegenstein war eine Arsenverbindung. In Wasser gegeben entwickelte sich giftiger Dampf, der die Fliegen tötete. Laut dem Handbuch für Ortsrichter aus dem Jahr 1840 hatte man Hausierer, die diesen verkaufen wollten, samt ihren Waren umgehend bei der Ortsobrigkeit abzuliefern.

 

Fourage

Begriff aus dem Französischen für Pferdefutter wie Hafer Heu und Stroh. Als die Kavallerie an Bedeutung verlor, ist auch dieser Begriff abgekommen.

 

Fundus instructus

Dieser Ausdruck kommt in Übergabsverträgen vor und beschreibt die zur Führung eines Betriebes erforderliche Ausstattung. 

 

Galanteriewaaren

modische Accessoires

 

Galmei  

Zinkerz, war früher unerlässlich zur Herstellung von Messing  

 

Gewere, Gewerbücher

„Beim Empfang eines Gutes wurde dem neuen Besitzer die Gewere erteilt. Im Früh- und Hochmittelalter verstand man hierunter die Besitzeinkleidung, die damals vor Zeugen durch einen symbolischen Rechtsakt erfolgte. Die seit dem 16. Jahrhundert von vielen Herrschaften erhaltenen Gewerbücher enthalten Angaben über Art und Umfang der Liegenschaft, über die auf ihr ruhenden Abgabenverpflichtungen, über den oder die früheren und nunmehrigen Besitzer sowie über den Rechtstitel der Besitzübertragung. Sie sollten das Besitzrecht des Inhabers sichern.“  
Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Gewerschein

„In der Neuzeit wurde es üblich, anlässlich der Leistung des Untertaneneides  und der Übernahme eines Gutes eine Gewerschein oder Erbbrief  auszustellen, eine Bestätigung über den rechtmäßigen Besitz der dem Holden durch Erbzinsrecht gehörigen Liegenschaften.“ Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Gitterstricker

Siebmacher

 

Gnadenstuhl

Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit: Gottvater hält das Kreuz  mit dem toten Christus in beiden Händen, während die Taube als Symbol des Heiligen Geistes darüber schwebt.

 

Glacis

Im Festungsbau eine schräge Erdanschüttung vor dem Graben und der Festungsmauer. Diese Glacis war meist frei von Bewuchs, damit man den Feind frühzeitig sehen konnte. War sie mit einem Verhau versehen, kam dieser nur schwer vorwärts.

 

Grundbuch

„Aus den Dienstbüchern entwickelten sich die Grundbücher, die nicht nur dem Grundherrn dienlich waren, sondern auch dem Untertan nützten, der hierdurch sein Besitzrecht und die Höhe des von ihm geschuldeten Dienstes nachweisen konnte.“
Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Grunddienst oder Grundzins

Alle Inhaber untertäniger Liegenschaften hatten regelmäßige Abgaben zu leisten.

 

Grundherrschaft

Nach fränkischem Recht gehört das eroberte Land dem König; er gab Teile davon an geistliche und weltliche Große. Dem Grundherrn stand kraft seines Standes die Gerichtsbarkeit über seine Grundholden zu – aber nur bis zur Dachtraufe der Häuser. 
Die Grundherrschaft hat das „Obereigentum“ über Gründe und Haus des Bauern, der „Untertan“ jedoch das „nutzbare Eigentum“.
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Dr. Max Wellner, die Weistümer

 

Gült

Die Gült oder auch Gilt war im Unterschied zum Stiftgeld eine Abgabe in Naturalien, die als Bringschuld jährlich in gleicher Menge an den Grundherrn geleistet werden musste, z. B. als Getreide- oder Käsegilt. Sie war ein seit dem 15. Jahrhundert in den Ländern Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und in der Grafschaft Görz, aber auch in Bayern, gebräuchliches System zur Taxierung der steuerpflichtigen Einkünfte der landsässigen Adligen und Prälaten. Sie diente, nachdem der Landtag dem Kaiser eine Steuer bewilligt hatte, zur Umlage der auf Herren, Ritter und Prälaten entfallenden Steuerlast auf die einzelnen Mitglieder dieser Stände.
Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BClt_(Steuer)

 

Gültbuch

"Gültbuch" ist der Name des niederösterreichischen ständischen Steuerkatasters. Das "Gültbuch"  ist nach Landesvierteln gegliedert und enthält Richtzahlen ("taxierte Gültpfunde") zur Bemessung der "Gültsteuern" für Prälaten, Herren, Ritter, Priesterschaften,Städte und Märkte .
Quelle: http://wwwg.uni-klu.ac.at/kultdoku/kataloge/19/html/1571.htm

 

Häufeln, Häufelspiel

Ein Glückspiel mit Karten: "Der Bankier mischt, lässt abheben, legt beliebig viele Karten-Häufchen verdeckt auf den Tisch und behält eins nach Wahl der Gegenspieler für sich; die Gegenspieler setzen auf die übrigen. Die untersten Karten der Häufchen entscheiden über Gewinn und Verlust: ist die unterste Karte eines Häufchens höher als diejenige des Bankiers, so gewinnt der Pointeur im Verhältnis 1:1; ist die unterste Karte jedoch im Range gleich oder niedriger, so gewinnt der Bankier.
Quelle: Meyers Konversationslexikon von 1908

 

Hausgründe

Sie waren untrennbar mit dem Bauerngut verbunden und konnten nicht getrennt davon verkauft werden, auch im Erbfall konnten sie nicht separat vergeben werden.

 

Hausgulden

Dabei handelte es sich um eine zusätzliche Steuer, um dem Staat Geld zu verschaffen. Jedes Haus hatte diesen Gulden zu zahlen. Der Grundbesitzer musste jedoch darauf schauen, das Reiche etwas mehr und Arme etwas weniger zu zahlen hatten.
Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Heerbann

In der Reichsheeresverfassung des Heiligen Römischen Reiches das Aufgebot aller waffenfähigen freien Grundbesitzer zur Heerfahrt, d. h. zu einem Reichskrieg.

 

Herrschaft

Unter Herrschaft versteht man einen Machtbereich, der "Herrschaftsgewalt" voraussetzt, die durch "Waffenfähigkeit" durchgesetzt wurde. Der Bauer war nicht nur mit den bewirtschafteten Grundflächen, sondern meist auch mit seiner Person diesem Machtbereich eingeordnet. Die Herrschaftsgewalt diente aber auch dem Schutz der der Herrschaft eingegliederten bzw. untergeordneten Personen nach außen. Der Mittelpunkt der Herrschaft war ein "Festes Haus" (Burg) von dem aus sie in ihrem Herrschaftsbereich über Grund und Boden und die darauf lebenden Menschen (Grundholden) verfügte. Dieses System beruhte auf gegenseitigem Treueverhältnis. 

 

Hofstätte

Das waren kleine Häuser mit wenig oder keinen Hausgründen.

 

Holden

Die Menschen, die in der „Huld“ der Herrschaft stehen.  Den Herrn und seine Holden bindet ein doppelseitiges Treueverhältnis. Der Herr verspricht und schuldet seinen Holden Schutz und Schirm und jeder Holde  seinem Herrn „Rat und Hilfe“. „Rat“ ist die Grundgesinnung des Holden, des Herrn Nutzen herbeizuführen. Die „Hilfe“ als praktische Auswirkung dieser Gesinnung besteht in „Steuer, Robot und Reise“.
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Dr. Max Wellner, die Weistümer

 

Hüttenrauch, Hütterich, Hüttrach

Dabei handelte es sich um Arsenik oder Arsentrioxid. Dieses Mittel wurde zum Vertilgen von Mäusen und Ratten verwendet und von Umgehern angeboten. Laut dem Handbuch für Ortsrichter aus dem Jahr 1840 hatte man solche Hausierer samt ihren Waren umgehend bei der Ortsobrigkeit abzuliefern.

 

Hutweiden

Ursprünglich Weiden, wo das Vieh von einem Hirten (Hüter) geweidet wurden, später minderwertige Weiden.

 

Inventur

Nach Ableben eines Untertanen wurde von der Herrschaft eine Inventur durchgeführt. Diese Unterlagen, die für Niederösterreich  im Landesarchiv St. Pölten aufliegen, bieten uns heute interessante Einblicke in die Vermögensverhältnisse früherer Zeiten. 

 

Kaupaun

kastrierter, gemästeter Hahn 

 

Kastenamt

Verwaltung eines landesfürstlichen Gutes, für unsere Gegend war das Kastenamt Stein zuständig.

 

Korn

Ist "Korn" heute ein Sammelbegriff für Getreide im Allgemeinen, war früher damit nur der Roggen gemeint.

 

Kranich

Ein Vorrichtung zum Heben von Gegenständen. Aus diesem Wort wurde dann unser Kran. 

 

Kurschmied

alter militär. Name des Fahnenschmieds, welchem die tierärztliche Behandlung (das Kurieren) der kranken Pferde anvertraut war. Gefunden auf http://www.retrobibliothek.de/retrobib/kuenstler/index_kuenstler_AE.html

 

Landtafel

1) Aufzeichnungen von Rechtsgeschäften des Adels, 1321 für Böhmen und 1348 für Mähren eingerichtet;

2) Beurkundung von landrechtlichen Urteilssprüchen, Statuten und Landtagsbeschlüssen. In den österreichischen Ländern wurden Zusammenstellungen anerkannter Privilegien eines Landes und das Verzeichnis des adeligen Grundbesitzes Landtafel genannt. Diese wurden nach 1848 neben den Grundbüchern in den Ländern Niederösterreich und Oberösterreich weitergeführt. Durch das Grundbuchumstellungsgesetz vom 27. 11. 1980 (Bundesgesetzblatt Nummer 550/1980) wurden die Landtafeln in das allgemeine Grundbuch übergeführt und 1986 auf EDV umgestellt.
Quelle: http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.l/l165000.htm 21.12.2012

 

Laudemium

Abgabe, die bei Besitzwechsel eines Lehens an den Grundherrn zu zahlen war. 

 

Lehen

Bauerngut bestimmter Größe, das vom Grundherrn vergeben wurde.

 

Lehner – Halb-, Viertel- und Achtellehner

Die Herrschaften teilten ihre Gründe zu gleichen Teilen auf die Bauern eines Dorfes auf, die Größe dieser Landwirtschaften war örtlich verschieden. In unserer Gegend waren es zwischen 15 und 20 ha (Quelle: Heimatbuch von Neuaigen). Durch Erbteilung oder Teilung bei Heiraten kam es im Laufe der Zeit zu den erwähnten Halb-, Viertel- und Achtellehen.

 

Leibeigenschaft

Nach der spätrömischen Sklaverei und den „servi casati“ der Karolinger und Ottonen entstand die  Leibeigenschaft im Hochmittelalter (ca. 1050 bis 1350). Die Leibeigenschaft ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Variationen je nach Gegend und Grundherr „nach altem Herkommen“ verschieden. Der Grundbesitzer hat seinen Grund und Boden in der Regel mit allen darauf lebenden Menschen (Bauern und deren Gesinde) besessen. In der Raffelstettner Zollordnung aus den Jahren 902  - 906 ist noch dezitiert von Sklavenhandel auf der Donau die Rede. Von der Sklaverei unterschied sich die Leibeigenschaft insofern, daß der Leibeigene keine handelsfähige Ware war. 

 

Leibgedinge

Diese vom Grundherrn verliehenen Güter fielen nach dem Tod des Lehensnehmers an den Grundherrn zurück – im Gegensatz zu den Erbzinsgütern.

 

Laim, Laimgrube

Laim - Lehm. Lehm wurde vor allem zur Herstellung von Ziegeln gebraucht. Die Bezeichnung Laimgrube war oft eine Riedbezeichnung, in der ein Ziegelofen stand. 

 

Leutgeben

Den Leuten eine Stube geben. Urform des Heurigen/Buschenschank.
Quelle: http://www.mrs-kaelte.at/kaelte/0000009d230e46f17/0000009d230f5ad01/index.html,
Abruf um 23.10.2016

 

lichtdrapp

sandfarben

 

L.S.

lectori salutem - Der Leser sei gegrüßt - eine Formel in Briefen

 

Madripast

Bedruckte Musselinstoff 

 

Manchester

Cordstoff, wurde zuerst in Manchester hergestellt 

 

Mandl

15 – 16 Garben Getreide

 

Maria-Theresien-Konzession

Siehe unter Radiziertes Gewerbe!

 

Mark

Marken als sicherheitspolitisch besonders wichtige Verwaltungsbezirke in gefährdeten Grenzregionen gewannen insbesondere im Fränkischen Reich wesentliche Bedeutung, als Kaiser Karl der Große um die Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert das System der Marken einführte, um die Grenzen des in zum Teil langen Kriegen erweiterten Reiches zu sichern. Das karolingische Markensystem wurde von den nachfolgenden Königen und Kaisern des Heiligen Römischen Reichs beibehalten und fortentwickelt.
Die Markgrafen hielten die Marken als ihnen vom König bzw. Kaiser direkt verliehene Lehen und hatten, im Vergleich zu anderen Grafen, besondere Befugnisse: sie konnten Befestigungen anordnen, erhielten eine größere Zahl an fränkischen Vasallen zur Unterstützung zugewiesen und konnten den Heerbann in ihrem Territorium selbst aufbieten. Mit der Konsolidierung des Reiches ab dem 12. Jahrhundert wurden die meisten der verbliebenen Markgrafschaften zu Reichsfürstentümern und die Markgrafen, wie die ihnen gleichgestellten Landgrafen, gehörten damit zu den höchsten weltlichen Würdenträgern des Reiches.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(Territorium)

 

Missive

Sendschreiben

 

m/p

Diese  Abkürzung für das lateinische manu propria steht bei Unterschriften hinter dem Namen, wenn diese nicht eigenhändig erfolgt sind und ist mit unserem e.h. vergleichbar. Sie ist meist in Bruchform geschrieben.

 

Münzverruf

Der Landesfürst konnte nach Gutdünken die Gültigkeit der in Umlauf befindlichen Münzen aufheben und neue ausgeben. Die Bürger mussten diese zu einem schlechteren Kurs umtauschen. Durch die ständige Gefahr der Geldentwertung wollte niemand das Geld horten, es  wurde viel investiert und das Handelsleben blühte auf. Zeitpunkt: Mittelalter
Quelle: Karl Walker, Geld in der Geschichte, Hamburg 2009
 

 

Patent

Landesfürstliche Gesetze und Verordnungen

 

Patental-Invaliden

Invaliden, die nicht in einem Invalidenhaus versorgt werden, sondern die einen Patentgehalt beziehen.

 

Patronat

Das Kirchenpatronat ist die Schirmherrschaft des Grundherrn über eine Kirche, die auf seinem Gebiet liegt. In Kirchberg war (und ist) das die Familie Salomon vom Gut Oberstockstall.

 

Petschaft 

"Ein Petschaft ist ein Stempel aus einem harten Material, der geeignet ist, ein Siegel in eine Siegelmasse (Siegellack usw.) einzudrücken. Ein solches herzustellen, oblag früher einem eigenen Beruf, dem Petschierer. 
Das Petschaft ist dabei von üblichen (Siegel-)Stempeln für Papier zu unterscheiden, die das Siegel auf einer gummiartigen Fläche tragen, die über ein Stempelkissen mit Farbe benetzt wird. Anschließend wird solch ein Stempel auf das Papier gedrückt und hinterlässt dort ein Abbild des Siegels."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Petschaft  

 

Pfarrzwang

Unter Pfarrzwang (bannus parochialis) versteht man die dem Kirchengemeindemitglied auferlegte Pflicht, bestimmte Seelsorge- und Amtshandlungen nur innerhalb der eigenen Pfarr- oder Kirchengemeinde vornehmen zu lassen.
Der Pfarrzwang entwickelte sich aus den Bedürfnissen nach einer geregelten Ausübung der Seelsorge und dem Schutz des Amtseinkommens des Pfarrers. Bestimmte Amtshandlungen (wie Taufe, Eheschließung, Begräbnis) waren dem Pfarrer vorbehalten, der aus den dafür zu entrichtenden Stolgebühren sein Einkommen bezog. Auf dem Vierten Laterankonzil wurde der Pfarrzwang kirchenrechtlich festgeschrieben. Danach musste jeder Gläubige wenigstens einmal im Jahr bei seinem eigenen Pfarrer die Beichte ablegen und die Kommunion empfangen. Außerdem war er angehalten, den Sonntagsgottesdienst in der eigenen Pfarrei zu besuchen.
Im Kodex des kanonischen Rechtes von 1917 wurde der Pfarrzwang für die feierliche Spendung der Taufe, der Letzten Ölung sowie für die Verkündigung des Weihe- und Eheaufgebots, den Brautsegen, die Beerdigung, die Segnung der Häuser und des Taufwassers noch festgeschrieben (can. 462 CIC/1917). Der CIC von 1983 sieht keinen Pfarrzwang mehr vor, betont jedoch die Regel, dass die Taufe, die Eheschließung und die Begräbnisse in der eigenen Pfarrkirche erfolgen soll.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrzwang

 

Pfleger

Falls der Feudalherr nicht selbst seine Güter verwaltete, bestellte er einen Verwalter, der vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert meist Pfleger (auch Oberpfleger, Hauptpfleger, Pflegschaftsverwalter usw.) genannt wurde.

 

polychromiert

bunt bemalt

 

Prädikant

Hilfs- oder Laienprediger

 

proscribieren

ächten, bannen, verstoßen (nach der Gegenreformation)

 

Radiziertes Gewerbe

Radizierte Gewerbe (auch Maria-Theresien-Konzession genannt) konnten wie Sachen verkauft, verschenkt, verpfändet und vererbt werden. Die Vergabe von Gewerbeberechtigungen zählte zu den Aufgaben der Grundherrschaft und trug zu deren Einnahmen bei.  

 

Raittung

Rechnung

 

Renovation

Bei der Grundbucheintragung war eine Gebühr fällig, die alle zehn Jahre „renoviert“ werden musste – also alle zehn Jahre neu zu bezahlen war.

 

Rentamt

Rentamt, auch Renterei oder Rentei, ist der Begriff, der seit dem späten Mittelalter für die Behörde der landesherrlichen oder kirchlichen Finanzverwaltung unter der Führung eines Rentmeisters oder Rentamtmanns stand. Später bezeichnete „Rentamt“ eine Behörde zur Verwaltung der grundherrschaftlichen Einnahmen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rentamt, 23.12.2012

 

Rentmeister

Er war der Leiter des Rentamtes.

 

Robot

Neben Geld- und Naturalabgaben war jeder Untertan, der ein behaustes  Gut zu einer unfreien Lehensform erhielt auch zu Robot, d. h. zu unentgeltlichen Arbeitsleistungen für die Herrschaft verpflichtet. Die Untertanen mussten diese Arbeitsleistungen mit eigenen Werkzeugen und Geräten erbringen. Inhaber größerer Höfe mussten Zugrobot (Zugtiere mit Pflug, Egge etc.) oder Spanndienste ( Pferdegespanne mit zwei oder vier Zugtieren) leisten.  Der Bauer musste in der Regel nicht selbst erscheinen, er konnte einen Vertreter (Sohn oder Knecht) schicken.
Es gab Arbeiten, die dem Grundherr zugute kamen, bzw Arbeiten für das Allgemeinwohl, wie etwa  die Herstellung von Straßen, Brücken etc. Die Dauer der Robotleistung war von Herrschaft zu Herrschaft verschieden und war Gewohnheitsrecht. 12 Tage im Jahr scheinen eine weit verbreitete Norm gewesen zu sein.
Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998
Weiteres siehe unter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/ortsuebergreifend/301-aaaaaaa

 

Rustikalfassion

Unter Maria Theresia. Darin sind die Grundstücke verzeichnet, die die Untertanen als Lehen erhielten, im Gegensatz zu den Dominikalgründen, die von der Herrschaft selbst verwaltet wurden. 

 

Saalbuch 

Vorläufer des Grundbuches

 

Saliter, Salniter

Salpeter, ein Stickstoffdünger in der Landwirtschaft

 

salve venia (sv)

Verzeihen Sie, dass ich dieses Wort verwende…
Diese Redewendung wurde vor dem 18. Jahrhundert in Schriftstücken verwendet, wenn man ein unziemliches Wort verwenden musste, z. B. Schwein, Fuß.
Quelle: Herr. Ludwig Leuthner, Fels

 

Satzbücher

In diesen wurde im 17. und 18. Jahrhundert zusätzlich zu den Grundbüchern von den Herrschaften die Verschuldung ihrer Untertanen aufgeschrieben. 

 

Scheidewasser

Salpetersäure - Da man mit damit Gold und Silber trennen kann, wurde sie früher Scheidewasser genannt. 

 

Schermung

= Schirmung, beschützen, bevogten

 

Stol(a)gebühr

Entgelt an den Pfarrer für seine Amtshandlungen.
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Stolgeb%C3%BChren

 

Taglia

Kopfgeld, Belohnung

 

Tagwerk

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Landwirtschaft und bezeichnet jene Landfläche, die an einem Tag bestellt werden konnte, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dabei legte man im Allgemeinen ein Ochsengespann zu Grunde, denn Pferde hatten in der Epoche der Grundherrschaft (etwa in der Zeit vom Frankenreich bis 1848) nur wenige der Bauern zur Verfügung. Während Äcker meist in Joch angegeben wurden, verwendete man für Wiesen gerne den Begriff Tagwerk.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tagewerk

 

Tatz

Weinsteuer, in Kirchberg von der passauischen Herrschaft eingehoben.

 

Topographie

Die Topografie ist jenes Teilgebiet der Kartografie bzw. Landesvermessung, das sich mit der detaillierten Vermessung, Darstellung und Beschreibung der Erdoberfläche und der mit ihr fest verbundenen natürlichen und künstlichen Objekten befasst. Die größte Bedeutung haben das Gelände (Relief), die Gewässer, Bodennutzung bzw. Bewuchs und die Bauwerke.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Topografie_(Kartografie)

 

Traid, Traydt

Getreide – Dieses wurde in den Abgabenberechnungen in „schweres und ringes Traydt“ eingeteilt. Das schwere waren Weizen und Korn (Roggen), leichtes Traydt waren Gerste und Hafer.

 

Überländäcker

„Parzellen, die nicht fest mit einem bestimmten Hof verbunden waren, bezeichnete man als Überländ. Sie lagen häufig am Rand der Dorfflur, was darauf hindeutet, dass sie durch Zusatzrodungen entstanden sind. Diese Gründe konnte ein Bauer zusätzlich zu seinen Hausgründen erwerben. Auch Angehörige der klein- und unterbäuerlichen Schichte konnten sich hierdurch ihre wirtschaftliche Lage verbessern, allerding kam dies nicht oft vor. Meist besaßen die Inhaber der größten Bauernhöfe auch die meisten Überländparzellen.“  Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998

 

Unschlitt

= Talg, Verwendung vor allem für Kerzen und Seifen.

 

Urbar

Ein  Urbar ist ein Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und zu erbringende Leistungen ihrer Grunduntertanen (Grundholden). Es ist eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lehnswesens.

Urbar nannte man ein Verzeichnis der Einkünfte und Rechte eines Feudalherrn, wobei das Urbar im engeren Sinn des Wortes einen Querschnitt für einen bestimmten Zeitpunkt bietet.“
Quelle: Helmut Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten, 1998

Auch für Gült- und Lagerbücher wird der Ausdruck verwendet. Je nach Region und Schriftträger sind für diese Verzeichnisse auch die Bezeichnungen Salbuch/Saalbuch, Berain, Heberegister, Erdbuch und (Zins)-Rödel oder Rodel geläufig.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Urbar_(Verzeichnis)

 

Verhau, Verhack

Dabei handelt es sich um ein sperriges Hindernis im Verteidigungsbau. Bereits im Altertum schützte man die Behausungen durch Barrieren aus oft stacheligen Sträuchern, die noch durch Stämme und Pfähle verstärkt wurden. Diese Methode wurde dann auch jahrhundertelang zur Verteidung von Wehranlagen (Burggräben) benützt.
Näheres siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Verhau 

 

verlicitieren

(versteigern) z. B. einen Bau – wir würden heute sagen, der Bau wurde nach einer Ausschreibung an den kostengünstigsten Anbieter vergeben.

 

verziehen

Bei Hochzeiten wurde und wird allerlei Schabernack getrieben. Die Jugend des Dorfes denkt sich lustige Aufgaben für das Brautpaar aus, die oft einen Bezug zu deren Beruf oder Hobbies haben.

 

Vicedom

war der Amtstitel eines Stellvertreters und Statthalters von weltlichen und geistlichen Fürsten.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vicedominus

 

Vogtei

Eine geistliche Grundherrschaft konnte nicht im gleichen Umfang wie eine weltliche die ihr zukommende Schutzgewalt zu üben. Sie bedurfte dazu eines weltlichen Herrn, des Vogtes, der diese Aufgaben übernahm. Für seine Tätigkeit bezog der Vogt von seinen Vogtholden Abgaben und Leistungen. Die Vogtei begründete ein Herrschaftsrecht mit gegenseitiger Treueverpflichtung. 
Weiteres siehe unter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/ortsuebergreifend/301-aaaaaaa

 

Vogtpfennig

Mitbewohner eines Hofes hatten kein dingliches Abhängigkeitsverhältnis zum Grundherren, da sie von ihm keinen Grund erhalten hatten. Sie mussten sich ihm aber anvogten und eine Abgabe, den Vogtpfennig, leisten 

 

Vorlande

Vorderösterreich, Sammelname für die früheren Besitzungen der Habsburger westlich von Tirol und Bayern. Dieser Landesteil der Habsburgermonarchie liegt heute vor allem in der Schweiz, in Vorarlberg, im Elsass, um Belfort, im südlichen Baden-Württemberg und in Bayerisch-Schwaben.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vorder%C3%B6sterreich
 

 

V.U.M.B

Viertel unter dem Manhartsberg, ebenso  V.O.M.B. (Viertel ober dem Manhartsberg), V.O.W.W. (Viertel ober dem Wienerwald), V.U.W.W. (Viertel unter dem Wienerwald) 

 

Wandel 

Strafe, kommt u. a. vor in den Fischerrechten zu Winkl von 1530.

 

Weisatdienst

„Weisat (mhd. wisat, wisot, wisoede; mlat. präsenta) Das wisat war ursprünglich ein freiwilliges Geschenk in Naturalien, das zu Festzeiten an den Grundherrn oder die Kirche gegeben wurde. Zu Fastnacht wurde ein Huhn (das Fastnachtshuhn), zu Ostern wurden Eier, zu Pfingsten und Weihnachten wurde Käse dargebracht. Später wurde daraus eine Pflichtabgabe gemacht, die auch in Geld abgegolten wurde. Weisat nannte man auch ein Präsent, das aus besonderem Anlass überreicht wurde, etwa einer Mutter nach glücklicher Geburt oder einem Paar zur Vermählung.“
Quelle: http://u01151612502.user.hosting-agency.de/malexwiki/index.php/Weisat
 

 

Waisenkasse

Lehen für verwaiste Kinder zu führen, erforderte einen intensiven Arbeitseinsatz, daher wurden solche Höfe von der Herrschaft meist verkauft und das Geld für die Kinder in der sogenannten Waisenkasse bei der Herrschaft hinterlegt. Daraus wurden Darlehen gegen Verzinsung gewährt.

 

Weistümer

„Ein flüchtiger Blick auf Inhalt und Ausdrucksweise dieser Weistümer zeigt uns in bunter Fülle Vorschriften und Rechtssätze, die das Verhältnis der Bewohner eines Ortes oder eines begrenzten Gebietes zur Herrschaft und zueinander regeln; dabei finden sich stets auch Strafandrohungen für jene, die diese Vorschriften verletzen. Daneben führen sie Rechte und Vorrechte an, deren sich die Bewohner dieser Orte  oder Gebiete erfreuen, manchmal bringen sie auch eine mehr oder wenier eingehende Beschreibung er Gebietsgrenezen, innerhalb dessen diese Rechtsstätze und Freiheiten gelten sollten.“  
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Dr. Max Wellner, die Weistümer

 

Wird, Werd

Wasserfreies Land zwischen Sümpfen

 

Wundersalz  

Glaubersalz, wurde u.a. für die Glaserzeugung vewendet. 

 

Zehent

„Anknüpfend an das Alte Testament, setzte die Synode von Macon im Jahr 585 bei der Strafe der Exkommunikation eine allgemeine Zehentpflicht aller Christen fest. Seit der Regierung Pippins im Frankenreich und Tassilos in Bayern begann sich dieses Gebot allmählich auch in unserem Raum durchzusetzen. Die Abgabe war ursprünglich der Kirche zugedacht und sollte – neben anderen Einkünften – die finanzielle Grundlage zur Bewältigung ihrer Aufgaben bilden. In NÖ war der Zehentertrag dreigeteilt: ein Drittel sollte dem Bischof gehören, die zweite dem Pfarrer und das dritte de Pfarrkirche.“
Der Name "Zehetner" kommt vom Einheben des Zehents im Dorf. 
Quelle: Helmut Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten, 1998
Weiteres siehe unter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/ortsuebergreifend/herrschaftsverh-neustift-winkl 

 

Zimentierung

Aufsicht über Maß und Gewicht - z.B. in Kirchberg bei den Jahrmärkten. Dazu wurden Ratsbürger eingeteilt.

 

Maria Knapp
Dezember 2012