Siegel

 

Letzte Änderung: 7.12.2014

 

Nachdem bis dahin nur die Regenten Siegel verwendet hatten, begannen im 10. Jahrhundert auch der hohe Klerus und der hohe Adel zu siegeln und im Laufe der Zeit folgten Städte, niederer Adel, niedere Geistlichkeit, Bürgen ja sogar Bauern dieser Gepflogenheit.

Als Material für Siegel verwendete man vorwiegend Wachs. Die Siegel des frühen Mittelalters zeigen noch die gelbbraune, natürliche Tönung, später aber, als die Anfertigung von Siegeln zu immer größerer handwerklicher und künstlerischer Spezialisierung führte, begann man das Siegelwachs zu färben. Durch Zusatz von Grünspan wurde ein dunkles, mattes Grün erzielt, die bevorzugte Farbe der Geistlichkeit, der Städte und der Bürger. Seltener ist die Beimischung von Ruß, schwarze Siegel führten vornehmlich die Ritterorden, während das bekannte rote Siegel ein Privileg darstellte, dessen Verleihung nur dem Herrscher zustand. Ein rotes Siegel zu haben, war Prestigesache.
Quelle: Die Furche. 1961 von Gunther Martin: Gesiegelt und verbrieft

Aufgebracht wurde das Siegel mit dem Siegelring oder einem Siegelstempel (Petschaft), die man in die weiche Masse drückte. Siegelringe sind schon aus dem alten Ägypten bekannt, die ältesten sind mit dem Skarabäus-Käfer versehen.

 
verschiedene Siegelringe aus dem MuseumKrems

  
Links: Siegel 
der Hauerzeche bzw. der Weinhauer  - rechts Siegel der Fassbinder, aus dem MuseumKrems

 

Einige Siegel aus dem Pfarrleben:


 

 

Das Siegel des Domkapitels Passau aus dem Jahr 1451 (Wachs, rund, 5 cm Durchmesser) stellt die Steinigung des hl. Stephanus dar und trägt die Umschrift: Sigillum Capituli Pataviensis.

 

 

Siegel, nachgezeichnet von Dr. Rudolf Delapina 

 

 

 

 

  

 

 

Siegel des Bischofs Albrecht von Winkel

I rechten und linken Feld des Siegels erscheint neben dem Bischof das Passauer Wappentier: Der Aufsteigende Wolf.
Im kleinen Wappenschild am Fuß des Siegels ist das aufsteigende Einhorn; das Wappentier der Herren von Winkel zu sehen.

Foto: Wikipedia  

 

 

 


 
Siegel an der Urkunde des Stiftes Schlägl, betreffend Viehweiden in Neustift und Winkl aus dem Jahr 1318. 

 
Unterschrift und Siegel von Kaiserin Maria Theresia auf einem Dokument, die Zscherniz'sche Stiftung betreffend, 1775
  

 
Unterschrift und Siegel von Ignatz Gatto aus Krems, dem Erbauer der Kirchberger Orgel, 1791
 


Dechant Gerhard Stöckler - er hat die damalige Maria Trost-Kapelle in Augenschein genommen und seinen Bericht darüber an das Erzbischöfliche Konsistorium geschickt, siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kirchberg-am-wagram/die-kirche-von-kirchberg/aus-dem-dioezesanarchiv/474-maria-trost-kapelle 
 

 
Pfarrer Peter Anton Nuck, hier Pfarrer von 1715 - 1739
 

 

 
Ein intaktes und ein zerbroches Siegel von Pfarrer Johann Georg Grädinger, hier Pfarrer von 1768 - 1793
 

 
Siegel von Pfarrer Franz Xaver Perwein, 1754
  

 
Unterschrift und Siegel von Anton Mayr aus Oberstockstall, Unterkirchenvater (entspricht in etwa dem heutigen Pfarrgemeinderat), um 1800 

 
Siegel von Pfarrer Aloys von Neubauer aus einer Rechnung des Bürgerspitals, 1841

 

Handwerker aus Kirchberg

alle um 1800

 
Zimmermeister Michael Andre

 
Maurermeister Johann Bachner

 
Frantz Delapina, Handelsmann
 

 
Saillermeister Johann Michael Hann

 
Franz Heim, bürgerlicher Lebzelter

 
Sebastian Ihral, bürgerlicher Wagnermeister
 

 
Magdalena Nägllin, verwittwete Schlossermeisterin

 
Tischlermeister Johann Michael Pamberger
 

  
Riemermeister Joahnnes Will

 

Andere

 
Siegel Kaiser Friedrichs III. (1415 - 1493), MuseumKrems

 
Siegel des Kirchberg Notars aus dem Jahr 1877 aus einem Übergabsvertrag im Hause Greil, Unterstockstall

 
Schullehrer Joseph Dinzka

 
Rector Johann Gegenbauer

 
Paul Widermann, Uhrmachermeister zu Krems

 

Quellen
Dokumente aus dem Diözesarchiv Wien
Unterlagen von Dr. Rudolf Delapina
 

 

März 2014
Maria Knapp