Chronik von Altenwörth

 

 

Letzte Änderung: 1.11.2017

 

1011
In einer Urkunde des Stiftes Niederaltaich wird „Sigmaresweret“ als Grenze dieser Herrschaft genannt. Ob es sich dabei um Altenwörth, Grafenwörth oder gar Kirchberg handelt, darüber streiten sich die Fachleute. (1) Näheres darüber lesen Sie unter diesem Artikel: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/ortsuebergreifend/sigmaresweret

1090
Die Pfarre wird nach Kirchberg verlegt. (9)

1188
Der Name „de Werde, plebanus“ (Pfarrer aus Werd) taucht erstmals auf.  (Geschichtliche Beilagen zu den Consistorial-Currenden der Diözese St. Pölten, XII, S. 494)  

Nach 1200
Ein Marquard von Werd stiftet für seine Mutter Petrina ein Seelenheil nach Klosterneuburg, und zwar ein Gut in Kollersdorf.  

Ca. 1230
Altenwörth wird in den Passauer Urbaren „Altes Werd“ genannt.  Maidhof, PassauerUrbare II, S. 115  

Um 1290
Die Familie der Werd übersiedelt nach Großriedenthal.  

1302/22
Der Name Altnwerd scheint in den Österreichischen  Urbaren auf. - Österr. Urb. III/1, S. 160  

1316
Der Ort wird „alten Wird“ genannt und zwar im Oberösterr. Urkundenbuch. - OÖUB V, S. 167  

2.Hälfte 14.Jh
Der latinisierte Name „Insula antiqua“ scheint in Monumenta Boica auf. -  MB 28/2, S. 493  

1400
Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich Altenwörth von der Mutterpfarre Kirchberg am Wagram losgelöst und bildet eine eigene Pfarre. (1)  

1433 
Insula antiqua wird im Codex Pataviensis als im decanat sanctum Stephanum super wagrain liegend genannt. (Monumenta Boica 28/II S. 493) 

1439
„Alltenberd“ wird der Ort in den  Hardegger Urkunden genannt.  

Reformationszeit (ca. 1517 und 1648)
Die Pfarre wird aufgelassen und der Ort von Kirchberg am Wagram und Bierbaum mitbetreut. (1)  

Um 1530
„Altenwerdt“ wird als Fischereirechtsgrenze von Winkl im  „Paan-Büchl über Winchl“, angegeben. NÖ Landesarchiv  

1683
"Unterhalb Altenwörth (im Gemeindegebiet von Winkl heißt ein Wasser-Rinnsal die 'Plaiken' (auch Placken); selbe erinnert an die Polen (Polaken) des König Johann Sobiesky 1683, die von Stetteldorf aus sich der Donau näherten, um diese zu übersetzen. Sammlung des Entsatzheeres (für das belagerte Wien) bei Tulln, 70.000 Mann stark mit 168 Geschützen." (4) 

1689
Erstmals wird der Ort „Altenwörth“ genannt. (1)  

1693
In den "Verhörprotokollen" der Herrschaft Grafenegg sind teilweise die Richterwahlen der untertänigen Ortschaften angeführt. 
"Richterwahl zu Altenwörth den 31. 8ber 1693 
Weillen Paul Staul die meiste Wahlen gehabt, ist auch die Herrschaft hierzur genöthiget Er dero wegen, zum Richter Confirmirt worden. 
Gmain gschworne 
Matthias Hagenauer und Adam Khürenberger  
N: Hiebeÿ ist zu mörken, daß die Göttweigischen Unterthannen zur Richtwahl nit erschinen, angehindert durch den zwaiten gschwornen, Matthias Hagenauer und Pauln Praunstain, müller, dem Gottweigischen Grundtrichter zum  andernmahl hierzur angesagt worden, dahero sÿe auch beÿ khünftig dorffrichter Wahl von der Herrschaft außgeschlossen seÿn und gedachter Richterwahl nur von den hiesigen Underthanen allein vorgenohmben werden solle." (10)
 
1696
"Richterwahl zu Altenwörth den 16. Jenner 1696
Ist auf hochgräfl. gdgen befehl Matthiaß Hagenauer zu einem Richter ordentlich gesezt und vorgestelt worden, die Ihme dann nachgesezte Nachbahrn zu Geschwornen aufgeworffen, alß
Paulen Staull
Paul Praunstain
Paul Wagner
Stephan Primetsperger
Forster
Adam Khürnberger und
Thoma Staudinger von Gigging." (10) 
 
1715
Nachdem sich die Gegenreformation auch hier durchgesetzt hatte, übernahm Grafenegg die Herrschaft von Göttweig. (2) 

"Auf diesem Platze haben die Pfarrkinder erst im Jahre 1715 eine Statue des h. Johann v: Nepomuk vom Steine errichten lassen, u. diesen Heiligen wegen der vielen Wassergefahren zu ihrem Fürbitter gewählet." (4) Bereits vor der Heiligsprechung im Jahr 1729 wurden Statuen dieses Heiligen an verschiedenen Orten aufgestellt.

1766
Die Gräfin Franziska Regas von Grafenegg bat Maria Theresia um einen Priester, weil neben der gut erhaltenen Kirche auch eine taugliche Wohnung bestand, sowie ein Vermögen von 10.000 Gulden vorhanden war. Die Errichtung einer Pfarre wurde nicht gleich bewilligt, sondern erst 1784. 

1783
"Mit Dekret vom 20. Juli 1783 wurde bestimmt, daß Altenwörth (damals 200 Seelen) von Kirchberg abgetrennt und eine eigene Pfarre sein sollte mit den Filialen Gigging u. Winkel (386 Seelen). Kollersdorf sollte bei Kirchberg verbleiben und Sachsendorf nach Grafenwörth eingepfarrt werden. Doch wurde diese Einteilung noch im selben Jahre rückgängig gemacht und es kristallisierte sich die heutige Form heraus:
Pfarre Altenwörth mit den Filialen Gigging, Kollersdorf und Sachsendorf. Durch das Dekret der Congregatio consistorii vom 8. November 1784 wurde das V.U.M.B. vom Passauer Bistum losgelöst und in die Erzdiözese Wien einverleibt, folglich auch unsere Pfarre Altenwörth." (4)  

1784
Unter Kaiser Joseph II. wird die Pfarre mit den Orten Altenwörth, Gigging, Kollersdorf und Sachsendorf neu gegründet und eine neue Pfarrkirche errichtet. Der Pfarrhof wird an der Stelle des ehemaligen Friedhofes errichtet, der neue Friedhof außerhalb des Ortes angelegt.  (1)  

Nach 1784
"Das Gotteshaus wurde nach Einrichtung der Pfarre aus gutem Materiale, und in hinlänglicher Größe für die damahlige Seelenzahl, am nehmlichen Orte, wo früher eine kleine Kapelle, um welche ein Gottesacker war, erbaut und da dieses Gotteshaus erst nach zwey Jahren vollendet wurde, so hielt der damalige, erste Hw. Pfarrer Jakob Gassner den Gottesdienst in dem Herrschaftlichen Wirtschafts-Gebäude  zu Altenwörth, in welchem zu diesem Gebrauche ein Locale anständig hergerichtet wurde. Die neue Pfarrkirche hatte so wie die frühere Kapelle den heil. Apostel Andreas zu ihrem Pfarrpatron." (3)

1791
Ein Eisstoß führt den Ort wieder an den Hauptstrom der Donau. (9)
 

1795
Das Dorf bestand aus 30 Häusern. (7)
 

1802
Der neue Friedhof wurde benediciert – geweiht. 
"Vom alten Friedhofe, der an der Stelle des heutigen Pfarrhofes angelegt war bis 1784, steht heute noch ein eisernes Kreutz mit einem Steinsockel links vom Haupteingang in die Kirche; Inschrift am Sockel lautet:   E.R. 1776.---" (4) 
 

1807
"Zum Stein-Schutzbau leistete die Pfarrkirche zufolge Kreisämtl. Aufforderung (Korneuburg den 7.Septemb. 1807, sub Z 12566) einen Beitrag von 500 fl, die Gemeinde Altenwörth 50 fl, die beiden Herrschaften Grafenegg und Winklberg je 75 fl." (4)  

Um 1810
Ein Schiff sinkt in der Donau bei Altenwörth – siehe 1975.  

1817
In der Topographischen  Tabelle, Nö Landesarchiv findet man folgende Aufzeichnungen über Altenwörth:
"Das Dorf besteht aus 32 Häusern, die alle der Herrschaft Grafeneck unterthänig sind, aus 41 Familien, 96 männlichen, 101 weiblichen Köpfen: unter diesen sind 3 Schiffmüller, 2 Fischer, 1 Fleischer, 1 Schneider, 1 Schuhmacher.
Der Viehstand zählet 20 Pferde, keine Ochsen,64 Stück Rinder, 30 Schafe." 

1833
Franz Xaver Schweickhardt nennt in seiner Topographie von Altenwörth 3 Schiffmühlen und weiter: "Der Seelenstand beläuft sich auf 57 Familien (darunter werden 120 männliche, 130 weibliche Personen und 27 schulpflichtige Kinder gezählt); der Viehstand besteht in 8 Pferden, 51 Kühen, 7 Schafen und 68 Schweinen.

Eine Ansicht des Kirchenplatzes aus dem Franziszeischen Kataster um 1830 finden Sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/kirche-und-pfarre/renovierung-der-kirche  

1837
Herr Fürst-Erzbischof Vinzenz Eduard Milde hielt Visitation in der Pfarrkirche Altenwörth. (4)  

1843
"In diesem Jahre besuchten die Wochenschule 68 Knaben und 80 Mädchen, zusammen 148 Kinder.
In diesem Jahre besuchten die Wiederhohlungsschule 20 Knaben und 21 Mädchen, zusammen 41 Schüler." (4)  

1843/44
Der Friedhof wird vergrößert. (4)  

1844 – 1875
Die Pferdepost von Altenwörth nach Maissau wurde von Fuhrunternehmer (und Gastwirt) Franz Roßkopf aus Kirchberg betrieben. Im Zuge des Baues der Franz-Josefsbahn kam diese Strecke ab. 

1848
Nach der Bauernbefreiung verliert Grafenegg die Herrschaft über Altenwörth.  

1850
Das 1. Dampfsägewerk zwischen Krems und Tulln besteht in Altenwörth. (3) 

"Sämtliche hiesige eingestammten Gemeinden vereinigten sich zu einer Gemeinde, bestehend aus Altenwörth, Gigging, Kollerdorf, Sachsendorf. Zum Bürgermeister wurde erwählt: Herr Josef Lex, Schullehrer allhier; zu Gemeinderäthen: Johann Diwald von Kollersdorf und Josef Polzer von Gigging." (4)  

1855
In der "Neuen Gebietseintheilung" wird der Personenstand mit 280 angegeben. 

1866
Während des Deutschen Krieges wurden von der Gemeinde Altenwörth 3 Verwundete zur Privatpflege übernommen. (Wiener Zeitung, 20.7.1866)
 

1870
Das Dorf hat nun 46 Häuser und 278 Bewohner. (7) 

1871
Das Postamt wird eröffnet: "Am 1. Jänner 1871 wird das neu errichtete Postamt in Altenwörth seine Amtstätigkeit beginnen. Dasselbe wird sich mit dem Brief- und Fahrpostdienste befassen, und seine Verbindung durch eine tägliche Fußbotenpost mit dem Postamte Kirchberg am Wagram erhalten. Der Bestellungsbezirk des neuen Postamtes umfaßt folgende Ortschaften: Altenwörht, Gigging, Kollersdorf, Sachsendorf und Neuwirthshaus. Zum Postmeister ist Herr Joseph Türk ernannt worden.
Dies wird hiemit kundgemacht. Von der k.k. n.ö. Postdirection. Wien, am 6. December 1870." (8) 

1872 – 1886
In dieser Zeit bestand eine Schiffstation. (3)  

1875
"In der Nacht vom 25. auf den 26. April brannten in Altenwörth sämtliche 3 zu den Abnaumühlen  gehörigen Hütten ab. Ursache des Feuers unbekannt." (4) 

1882
"Am 24. Februar um 2 Uhr Morgens brannte die dem Paul Lindner gehörige Schiffmühle ab, ohne sonstigen Schaden anzurichten. Ursache des Brandes nicht völlig bekannt." (4) 

"In diesem Jahre wurde von der Amtsgemeinde Altenwörth eine Feuerspritze für Altenwörth ange­schafft. Die Kosten dafür wurden durch Sammlung in Altenwörth u. Gigging aufgebracht, an welcher Sammlung sich auch die Kirche Altenwörth mit einem Betrag von 50 fn. Ö.W. betheiligte." (4) 

1886
"Am 22. März ½ 5 Uhr früh Feuer in Altenwörth. Es brannte das am Land bei dem Mühlwasser der Donau befindliche dem Anton Haflinger gehörige Mühlhaus ab. Haflinger war der einzige Schiffmüllner noch." (4) 

1892
"In diesem Jahre wurde die Feuerwehr von Volksschul-Direktor Anton Bachner gegründet und wurde derselbe auch als Hauptmann dieser Wehr gewählt." (2)   

1898
"Am 21. Februar wurde der Bau der hiesigen Telegraphenleitung begonnen und am 26. Februar vollendet. Um das Zustandekommen dieses sowie des Postamtes hat sich Schreiber dieser Zeilen, Anton Bachner, die größte Mühe gegeben, nachdem die Gemeindevertretung entgegen war. Zum Bau der Telegraphenleitung mußten 455 fl gezahlt werden, welche von einzelnen Interessenten auch geleistet wurden. Hr. Laiminger Anton, Privat, und Hametner, Holzhändler von hier spendeten je 25 fl, die Herrschaft Grafenegg leistete hiezu 350 fl." (2)

"Am 16. März wurde das hiesige k.k. Post- und Telegraphenamt eröffnet."  (2)  

 

Um 1900
Ansichtskarte, zur Verfügung gestellt von Herrn Dir. Anton Payer

 
links: links sieht man die Pfarrhofsmauer, das 2. Haus rechts ist die Greißlerei
rechts: Das Donauufer mit dem Gasthaus 

 
links: Die Kirche, von Kollersdorf kommend gesehen
rechts: Der Matschakerhof, heute Sigmarstraße 15 

 

1908
"Am 18. April wurden nach der Auferstehungsfeierlichkeit drei Lindenbäume beim Schulhause anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers gesetzt. An der Außenmauer der Schule wurde eine Gedenktafel montiert." (2) 

"Am 1. Dezember abends war anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums der Ort Altenwörth und Gigging geflaggt und von 6 Uhr abends bis 10 Uhr abends sämtliche Fenster beleuchtet. Einzelne Häuser wiesen wunderschöne Dekorationen auf; so der Pfarrhof, das Haus vom Schreiber dieses, Pieta, und viele andere." (2) 

Gedenktafel für Kaiser Franz Joseph II. 

 

1909
15. Dezember -  Errichtung der telephonischen Wassermeldestelle. (2) 

"In diesem Jahre wurde der Friedhof, welcher Eigentum der Gemeinde ist, von der Gemeinde vergrößert, die Einweihung des neuen Teiles des Friedhofes verschoben, bis der alte Teil vollständig belegt sein wird. Auf dem neuen Teile wurde eine Sakristei-Kammer errichtet u. über derselben auf dem Dache in einem kleinen Türmchen  eine Glocke  von der Gemeinde angebracht, mit der die Leichen in den Friedhof eingeläutet werden sollen." (4)  

 

1912
"Am 29. April war die Baukommission …. bezüglich des Neubaues der Volksschule Altenwörth." (2)

"Am 3. August wurde mit Erlaß des k.k. n.ö. Landesschulrates vom 18. Juli 1912, Z 3153-II., k.k. Bezirksschulrat Tulln vom 31. Juli 1912, Z.894/04, die bestehende einklassige Volksschule mit einer Parallelklasse in eine zweiklassige Volksschule umgewandelt und das Lehrpersonal für diese Schule mit einem Oberlehrer und einem Lehrer oder Lehrerin II. Klasse systemisiert." (2) 

 
Die alte Schule
Foto: Schulchronik Altenwörth, 2. Teil

 

1913
"Am 31. März wurde mit der Aushebung der Grundfeste zum neuen Schulgebäude und mit der Demolierung des alten Schulgebäudes begonnen." (2)

"Am 28. September wurde die Kolaudierung und Einweihung der neuerbauten Schule vorgenommen. Altenwörth war im Festesschmuck, die neue Schule im Biedermeierstile aufs prächtigste dekoriert.
Nach erfolgter Kollaudierung, wobei alles aufs beste gefunden wurde, wurde vom hochw. H. Pfarrer die Einweihung der Schule vorgenommen. Zwischen Schule und Kirche war die Tribüne aufgeschlagen. Herr Pfarrer hielt vor der Einweihung eine schön durchdachte Ansprache an die Versammelten, worin er das Wirken der Schule mit einem Bildhauer verglich. Hernach nahm er die Einweihung vor. Nach erfolgter Einweihung hielten Herr Bezirkshauptmann, Herr Bezirksschulinspektor und Schreiber dieses Ansprachen. Darauf wurde von den Kirchenmusikern das Kaiserlied gespielt. Der Festplatz wurde von der Feuerwehr abgesperrt. Daß die Schuljugend daran im Festkleide teilnahm, ist wohl selbstverständlich.Nach vollzogener Einweihung wurde in Nowotnys Gasthaus eine Festtafel gegeben." (2)  

 

1914
"Über Aufforderung von Seite der k.k. Bezirkshauptmannschaft wurde hier von den Feuerwehren Altenwörth, Kollersdorf und Winkl die Stromwacht übernommen und bis Ende des Jahres durchgeführt." (2) 

3.7.1914
Visitation der Kirche durch Fürsterzbischof, Friedrich Gustav Kardinal Piffl. Dieses Ereignis war durch die Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo überschattet. (4) 

 
Foto: Erich Trezmüller

 

1916
"Am 4. Dezember kamen aus dem Flüchtlingslager 30 ruthenische Flüchtlinge und wurden in hiesiger Schule (I. Klasse) untergebracht. Die Kinder, 8 an der Zahl, besuchten die hiesige Schule." (2)  

Dazu aus der Eggenburger Zeitung vom 22. 12.1916: "Unsere Flüchtlinge fühlen sich so ziemlich wohl, da die Ortsbevölkerung die traurige Lage dieser 30 Heimatlosen zu lindern nach Kräften bestrebt ist. Karg und spärlich schaut es heuer in den Vorratskammern aus, aber für die notleidenden Flüchtlinge aus Ostgalizien (bei Tarnopol) bleiben eben doch Brosamen übrig. Kürzlich veranstaltete der Ortspfarrer auch eine Kirchensammlung für diese amen Brüder." (11)

 

1917
"23. April mußten von den 9 in der ganzen Pfarrgemeinde befindlichen Glocken folgende 6 zum rauhen Kriegsdienste einrücken: Vom Kirchturm die Zwölfuhr Glocke aus dem Jahre 1791 stammend, die Friedhofsglocke, aus dem Jahre 1909, und die Kapellenglocke von Gigging aus dem Jahre 1906. …Die Glocken  waren Eigentum der Gemeinde." (2)  

26. Mai 1917
"Auf Grund Allerhöchster Ermächtigung Seiner k.u.k. Apostolischen Majestät hat der k.k. Finanzminister dem Oberlehrer in Altenwörth Anton Bachner für seine während des Weltkrieges im Interesse der Förderung des Erfolges der Kriegsanleihen entfaltete hervorragende patriotische Betätigung die Anerkennung ausgesprochen." (2)  

 

21. Jänner 1918
"Am 21. Jänner wurden die Prospektpfeifen unserer Orgel für Kriegszwecke beschlagnahmt. Das Gewicht der abgelieferten Pfeifen betrug 41,5 kg." (2) 

"Am 9. März brach um ½ 3 Uhr früh im Sägewerk des Herrn Karl Wastl, Altenwörth N. 18 ein Feuer aus, dem das ganze Sägewerk und das Maschinenhaus zum Opfer fielen. Der Schaden ist sehr groß. Entstehungsursache unbekannt." (4) 

Die Gefallenen  im Ersten Weltkrieg von Altenwörth-Gigging:

Braun Anton, Eck Gustaf, Haslinger Martin, Hirschfeld Anton, Hittinger Ferdinand, Hittinger Josef, Hrdlitschka Karl, Hummer Gregor, Metz Rudolf, Nesinger Josef, Nesinger Karl, Pazal Josef, Schardmüller Alois, Scheuchenstuhl Franz, Schaufler Johann, Steudl Franz, Waltner Johann, Weidemann Josef, Weidlinger Johann, Wimmer Sebastian

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Erstkommunion um 1920
Foto: Erich Trezmüller


1920
Die Pegelmess-Stelle an der Donau wurde errichtet. Der aktuelle Pegelstand wurde grafisch aufgezeichnet und an der Böschung anhand der Markierungen der Stiege abgelesen. Über Jahrzehnte betreute Herr Robert Wanko die Pegelmassstelle, zuletzt war es Hr. Franz Ruby, der die aktuellen Pegelstände an das Hydrografische Institut in Wien weiterleitete. (Quelle: Informationstafel an der Donau)  

 

1921
"Am 27. August fand in der Schulgemeinde die Einweihung der Kriegergedenktafel statt. Dieselbe wurde rechts vom Hauseingange zur Kirche in der Mauer festgemacht und vom Burschenvereine „Donauhort“ gewidmet. Auf derselben sind 20 Kriegsgefallene verewigt. Bei der Feier sprach der VSLehrer Friedrich Süß im Namen der Heimkehrer." (2)  

 

1922
"Mit Bundesgesetz vom 31.1.1922 wurde die bisherige Ortsgemeinde – bestehend aus den Ortschaften Altenwörth, Gigging, Kollersdorf und Sachsendorf – in zwei selbständige Ortsgemeinden getrennt. Altenwörth mit Altenwörth und Gigging, Ortsgemeinde Kollersdorf mit Kollersdorf und Sachsendorf." (2)  

 

1924
Am 28. April fand die Weihe der von der Pfarrgemeinde angekauften Glocke statt. Gewicht 241 kg. Ton: C Betrag 13.800.000 K. (2) 

 

   

 

 

Um 1925: Das Patronagehaus (Armenhaus)

  

1927
Am 15. August ließ Pfarrer Dedelbacher an der Kampmündung ein eichenes Holzkreuz aufstellen als Denkzeichen für die unglücklichen Opfer, die in der Donau ihr Grab gefunden haben. und weihte es ein. (4)


1929
Laut  Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 30. März 1929 wurden die beiden Linden am Kirchenplatz zu Altenwörth zu Naturschutzdenkmälern erklärt. Vermutlich dürften diese zwei mächtigen Bäume bei der Errichtung der Johannesstatue im Jahre 1715 gesetzt worden sein.

Das Lustspiel "'s Nullerl" von Karl Morrè wurde aufgeführt. 

1930
"Der Wasserstand der Donau war sehr nieder, so daß selbst der Schiffsverkehr behindert war. Viele Brunnen im Orte waren trocken." (2) 

 

30.4. 1931
Am 30. April wurde die hiesige Pfarre von Sr. Eminenz Friedrich Gustav Kardinal Piffl visitiert und hier die heilige Firmung gespendet. (2)

Dem Leiter der hiesigen Schule H. Oberlehrer Friedrich Süß wurde mit Bescheid d. n.ö.L.S.R. vom 29.4.31 Z II-2389 für seine vieljährige, hingebungsvolle und ersprießliche Dienstleistung die Anerkennung des L.S.R. ausgesprochen. (2) 

 

1933
"Die Autobusunternehmung F.K. Kropik, Mauerbach, hat auf der Strecke Wien-Tulln-Grafenwörth über Altenwörth eine Autobuslinie seit Oktober 1932 errichtet und dieselbe mit Mai 1933 auf 3 Fahrten in jeder Richtung verstärkt. Dadurch erhält der Ort einen guten Verkehr mit Tulln und Wien, was von der Bewohnerschaft freudig begrüßt wurde." (2)  

 

1934
"Am 26. August hat die Gemeinde Altenwörth den Bundesminister Josef Reither zum Ehrenbürger ernannt. 

Am 22. März 1934 wurde eine Volkszählung und gleichzeitig eine Aufnahme des Viehstandes durchgeführt u. zw. in Altenwörth durch den Schreiber dieser Mitteilung, in Gigging durch H. Bgmst. Waltner.

Ergebnis:
                        Altenwörth:     58 Häuser,     69 Haushalte,            273 Einw.
                        Gigging:         34 Häuser,     40 Haushalte,            174 Einw.
                        Summe:         93 Häuser,     109 Haushalte,          447 Einw.                       

Stand der häuslichen Nutztiere:
                            Altenwörth         Gigging
Pferde:                       21                    20
Rinder:                       89                    93
Ziegen:                     127                    58
Schweine:                 342                  265
Hühner:                  1006                  871
Enten:                          2                    11
Gänse:                         0                      6
Bienenstöcke:            12                      8" (2)  

 

1937
"Die mit Oktober 1932 geführte Autobuslinie Grafenwörth – Wien wurde mit 2.10. eingestellt. Die Bewohnerschaft war dieses moderne Verkehrsmittel schon sehr gewöhnt, so daß die Einstellung der Linie den Ort schwer geschädigt hat". (2)  

 

1939
"Am 26. und 27. Juni war Militär hier; 300 Mann und 180 Pferde, am Donauufer wurden kleinere Übungen abgehalten. Die Bevölkerung hat mit den Soldaten bald Freundschaft geschlossen. Im Pfarrhof war ein Major einquartiert. Das Militär kam von Stockerau und ging dann nach Hollabrunn." (2) 

 

1940
"Vom 13. Juli bis 24. August waren im Schulhause 25 Mädel d. B.d.M aus Wien zum Ernteeinsatz einquartiert. Sie waren in den Orten Altenwörth – Gigging, Kollersdorf – Sachsendorf, Winkl und Neustift als Erntehelfer eingesetzt." (2) 

"Am 1.6. wurde im Orte Militär einquartiert. Über 200 Mann waren untergebracht. Auch der Klassenraum an der Nordseite war zeitweise von Soldaten belegt. Am 24.6. marschierte das Militär wieder ab. Die Beziehungen zwischen Ortsbevölkerung und Soldaten waren sehr herzlich. Schon im Dezember d. J. 1940 waren Soldaten hier einquartiert. Zirka 50 Mann. Pioniere. Die waren hier von 29.11. - 20.12.40. Sie waren sehr gern gesehene Gäste." (2)

 

 

 

 

 

 
Das Gasthaus Einwögerer
 

 

1941
"Vom 30.4. an waren im Orte bei den größeren Wirtschaften Kriegsgefangene Franzosen zur Arbeit eingesetzt. Sie wurden wegen ihres Fleißes allgemein gelobt.

Am 21.I. wurden vom Kirchenturme die Glocken abgenommen, um sie der Verschrottung zuzuführen." (2)  


links die Schule, rechts die Greißlerei



1943
"Infolge der steten feindlichen Terrorangriffe im elsässischen Industriegebiet wurden am 6. Mai 1943 6 Familien aus Oberhausen im hiesigen Gemeindegebiet untergebracht. Es waren meist Frauen mit 1 – 4 Kindern. Die Aufnahme der Bombengeschädigten war herzlich. Die Bewohnerschaft nahm sich der Geschädigten in mitleidvoller Weise an. Die Leute aus Oberhausen konnten sich anfangs nur schwer an die ländlichen Verhältnisse eingewöhnen. 6 Kinder befinden sich in der Schule." (2)
 

 

1944
"Zufolge des Einbruches der Engländer u. Amerikaner auf das Festland wurden Anordnungen getroffen, wonach hauptsächlich Kinder und Mütter mit Kleinkindern die Stadt Wien verlassen sollten. Schulkinder wurden zum Teil in Kinderland – Verschickungslager gegeben, Mütter mit Kleinkindern sollten am Lande bei Verwandten untergebracht werden. (Verwandtenverschickung) So kamen auch zu mir solche Mütter mit Kleinkindern, aber auch Schulkinder. Es besuchten die Schule aus diesem Grunde 6 Knaben und 2 Mädchen." (2)

"Am 15.10. 44 wurden in der hiesigen Ortschaft 8 Familien aus dem Banat als Umsiedler hier aufgenommen. Sie konnten meist nur das nackte Leben retten." (2) 

 

1945
Über Kriegsereignisse und das Ende des Zweiten Weltkrieges siehe hier:
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kriege-und-revolutionen/der-2-weltkrieg und
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kriege-und-revolutionen/das-ende-des-2-weltkrieges 

Die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg von Altenwörth-Gigging:

Braunschweig Rudolf, Burger August, Burger Johann, Diwald Leopold, Eck Josef, Eril August, Gartner Alfred, Gartner Engelbert, Gartner Franz, Gaubitzer Josef, Germ Alois, Gradt Josef, Guttauer Ferdinand, Guttauer Leopold, Heiß Johann, Heiß Karl, Kalasek Kurt, Kopf Karl, Kranzl Franz, Hittinger Roman, Kranzl Karl, Kuchelbacher Leopold, Passecker Katharina, Payer Josef, Ploiner Alois, Puffer Josef, Reiser Anton, Schaufler Alois, Söllner Leopold, Süß Friedrich, Strappler August, Steudl Karl, Trotzka Franz, Waltner Erwin, Wanko Friedrich, Wanko Karl, Weinberger Andreas, Zehetner Eduard, Zimmermann Josef

 

1946
"Während der Weihnachtsferien bekam Altenwörth eine russische Besatzung. Der Kommandant bezog das Lehrerzimmer, die Mannschaft quartierte sich in dem Hause 'Bachner', gegenüber der Schule, ein." (2) 

Am 10.Mai hielt  Theodor Kardinal Innitzer in Altenwörth die Firmung. (2) 

Herr Bürgermeister Johann Waltner wird als Abgeordneter in den Landtag gewählt. 

 

1947
"In diesem Jahr wurde in Altenwörth das elektr. Licht eingeleitet. Von jeder Hauspartei mußte jemand mithelfen beim Mastenaufsetzen. Dann wurde mit dem Installieren begonnen. Während der Ferien wurde auch das Schulhaus elektrisch installiert. (2)

Der 15. August wird für Altenwörth ein großer Gedenktag bleiben; an diesem Tag war nämlich die Lichtfeier. Nach der Weihe des Transformators hielt der Ortspfarrer eine kurze Ansprache, dann sprach Herr Bürgermeister Johann Waltner, der sich um das elektr. Licht besonders verdient gemacht hat; ein kurzer kleiner Segen, bei dem die Kirche erstmalig elektrisch beleuchtet war, schloß den ernsten Teil der Feier. Nachher erfreute die Dorfjugend beim Wunderer die vielen Gäste von nah u. fern durch Volkstänze und Lieder und heitere Vorträge; die Pausen wurden durch Musikstücke der Kapelle Einwögerer ausgefüllt." (4) 

 

1948
"Ab 14. Juni  wurde die Gemeindestraße von Metz (Geschäft) bis Diewald neu hergerichtet. Der Zufuhr des Schotters vom Bahnhofe Kirchberg/Wagr. wurde mit Lastautos (Unternehmung Schauerhuber, Absdorf) durchgeführt." (2) 

"Im Herbst 1948 wurde auch die Renovierung der Kirche samt Pfarrhof durchgeführt. Die Kirche hatte durch den Artilleriebeschuß im Jahre 1945 schwer gelitten." (2) 

"Eine Straßenbeleuchtung wurde im Orte angelegt." (2) 

 

1949
Glockenweihe am 18. April 1949 (2) 

Am 15. Juni 1949 wurde ein Verschönerungsverein gegründet. Gründer Landesrat Johann Waltner. (2)

Im "Heimatkalender des Tullner Bezirks" werden 259 Einwohner in 56 Häusern genannt. Das Katastralgebiet umfasst 445,68 ha und zwar 220,67 ha Au, 68,77 ha Äcker, 29,68 ha Wiesen, 11,14 ha Gärten, 1,64 ha Weiden, verbaut sind 3,90 ha. Es ist auch erwähnt, dass der Ort wegen der schönen Lage an der Donau eine beliebte Sommerfrische ist.
Das Dorf umfasst 17 landwirtschaftliche  Betriebe mit Milchkasino und landwirtschaftlicher Genossenschaft. An sonstigen Berufen gibt es 1 Bäcker (1F), 1 Fleischhauer, 1 Friseur, 3 Gastwirte, 3 Kaufleute, (1A), 2 Maurermeister, 1 Sattler, 1 Schmied, 1 Schneiderin (1L), 1 Schuhmacher, 1 Zimmermeister, Sägewerk (9 F, 4 L, 4 Ha). 

 

1950
D
er Schulhof wurde durch Ankauf des Mesner-Holzplatzes vergrößert. (2) 

 

1951
Das neue Amtsgebäude wurde am 15. August 1951 seiner Bestimmung übergeben. Im Amtsgebäude befanden sich Gendarmerie, Post und Gemeindekanzlei. (2) 

"Am 29. Juni war kanonische Visitation durch Kard. Innitzer. Nach Schluß der Visitation weihte der Oberhirte das neue Amtshaus der Gemeinde, das auf ehemaligem Kirchengrund steht." (4) Er hält auch die Firmung in Altenwörth. (2) 

"Laut Zuschrift des Erzbisch. Ordinariates vom 6. Juli 1951 Zahl 4319/51 gehört Winkl vom 1. August 1951 zur Pfarre Altenwörth. Damit ist ein lang gehegter Wunsch vieler Winkler in Erfüllung gegangen." (4) 

 

1952
Der USCA – Union Sport-Club Altenwörth wird gegründet. (6) 

In diesem Jahr wurde das letzte Floß in Altenwörth entladen. Vor allem Holz wurde für das Sägewerk geliefert – bis zu 300 fm Holz wurden zu Flößen zusammengebaut. Die Ausmaße eines solchen Floßes betrugen bis zu 65 m Länge und 40 m Breite. Die Flößerei war eine der gefährlichsten Arbeiten in früheren Zeiten. (Quelle:  Informationstafeln an der Donau)  

 

 

 

1953 – 1981
Der USCA spielt auf dem Sportplatz in der Dorfmitte, der Grund gehört der Familie Walzer. (6) 

 

1954
Die Kanalisierung des Dorfes wurde in den Monaten Mai und Juni 1954 durchgeführt. (Baumeister Sedlmayer, Grafenwörth). (2)  

 

25.9.1955
Der beliebte Pfarrer Karl Berthold stirbt an den Folgen eines Fahrradunfalls. Das Begräbnis wird von Prälat Jakob Fried unter Beisein von 36 Geistlichen abgehalten.

   Fotos: Erich Trezmüller

 

1957
Neubau des Pfarrhofes Altenwörth. Mit 1. April 1957 wurde die Pfarre neu besetzt und gleichzeitig beschlossen, einen neuen Pfarrhof zu errichten. (2)


Ein Raddamper auf der Donau


In Altenwörth wurde ein Unionssportfest abgehalten.


v. links: ?, Anton Kranzl, LR Johann Waltner, Pfarrer Rudolf Koriska v. Kirchberg, Hr. Wimmer sen. aus Gigging


Mit Helm: Feuerwehrkommandant Anton Hametner jun.
Fotos: Familie Steinhauer, Gigging
 

Mai 1958
"Einweihung der neuen Pfarrhofes durch Se. Excelenz Erzbischof Koadjutor Dr. Franz Jachym." (4) 

 

1959  
Mit dem Bau der Straße Altenwörth – Neustift, die vom Land 1958 übernommen wurde, wurde im Herbst 1958 begonnen. Durch diese Straße hat Altenwörth direkten Anschluß an die Bundesstraße Wien – Krems. (2)

 

1960
Landesrat Joh. Waltner wird Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde.  
"Am 26. März prangte Altenwörth im Flaggenschmuck. Altenwörth wollte damit dem Bürgermeister zeigen, daß es Anteil nimmt an der Ehrung, die ihm zu Teil wurde." (2) 

Landesrat Waltner beging seinen 60. Geburtstag. "Altenwörth hatte am 2.7. einen Festtag und es wußte ihn zu begehen." (2) 

"Gleichzeitig wurde ein Gedenkstein enthüllt, der darauf hinweist, daß eine Linde aus Anlaß des 60. Geburtstages des Landesrates gepflanzt wurde. Er übernahm Stein und Baum in die Obhut der Gemeinde. L.H. Steinböck überreichte dem Jubilar nach einer launigen Ansprache, die das Verhältnis zu dem Gefeierten und den tiefen Respekt vor dessen Leistung so recht erkennen ließ, das dem Jubilar vom Bundespräsidenten verliehene große goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik." (2) 

   
Foto: Der Gedenkstein befindet sich zwischen Kindergarten und Kriegerdenkmal
Gleichzeitig wurde eine Linde gesetzt, die schon eine stattliche Höhe erreicht hat.
 

Die Kommassierung der Ackerflächen begann in diesem Jahr und wurde im darauffolgenden abgeschlossen. 

Mit dem Bau der Wasserleitung wurde begonnen. 

"Auch die Straße nach Kollersdorf wird ausgebaut u. staubfrei gemacht, worüber die braven Kirchengeher von dort besonders erfreut sein werden, wie auch der Pfarrer selbst, der sie so oft  benutzen muß." (4)

 

1961 - 1963
"Hochwasserschutz für Altenwörth.           
Der vor kurzem fertiggestellte Hochwasserschutzdamm von Altenwörth bedeutet für die Gemeinde einen doppelten Gewinn. Neben der Erfüllung des Hauptzweckes, den Ort vor Überflutungen zu bewahren, bereichert er Altenwörth um eine Badebucht und eine schöne Strandpromenade. Auf der Dammkante hat die Gemeinde Bänke aufstellen u. Beleuchtungskörper montieren lassen. Zur Aufschüttung des Dammes wurden 53.000 m³ Erde benötigt. Die Böschungen erhielten eine Pflasterung an 4.500 t Steinen. 
Das gesamte Projekt erforderte Baukosten in der Höhe von 1,4 Millionen." (2) 

 

1964
"Die 250jährigen Linden auf dem Kirchenplatz wurden gefällt (Okt. 1964) u. wieder Linden angepflanzt. Der Platz wurde staubfrei gemacht. 
Der Treidelweg wurde im Oktober 1964 staubfrei gemacht u. mit Bänken und Grünanlagen versehen u. zu einem schönen Promenadenweg ausgebaut." (2) 

 

1965
Anläßlich der Erreichung seines 60. Lebensjahres stand der Leiter der hiesigen Schule, Dir. Ludwig Riediger im Mittelpunkt einer von der Gemeinde Altenwörth veranstalteten Feier. Nach Begrüßungsgedichten u. Liedern der Kinder überreichte Bürgermeister Waltner dem Jubilar die Ehrenbürgerurkunde der Gemeinde Altenwörth. (2) 

Die Kirche wurde außen gründlich renoviert. (4)

 

1966
Am 28. Juni kam Franz Kardinal  König zur kanonischen Visitation in unsere Pfarre und spendete auch die Firmung. (4)


Foto: Leopold Wölfl

 

1967  
Die Oberstufe wurde mit dem heurigen Schuljahr vollends an die Hautschule in Kirchberg am Wagram abgegeben. Im Ort verblieben noch die Unterstufe und Mittelstufe, 9 Knaben und 19 Mädchen. (2) 

"Am 24. September wurde die Pfarrkirche Altenwörth nach einer gründlichen Innenrenovierung wieder ihrer Bestimmung übergeben. Exzellenz Dr. Jachym weihte die nun mit neuen Bänken und restaurierten Bildern und Statuen ausgestattete Kirche, in der auch ein steinerner Volksaltar und eine Tabernakelsäule Zeugnis des Konzilsgeistes geben." (2) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Die Kirche vor der Renovierung

1969
"Der Landesschulrat eröffnet einen Hauptschulsprengel Fels – Grafenwörth und teilt die Kinder der Gemeinde Altenwörth zu diesem Sprengel als Pflichtschulsprengel ein. Damit wurden die Kinder der ersten beiden Hauptschulstufen in Grafenwörth unterrichtet, und die der letzten beiden in Fels. Sonderschüler und Schuler des Polytechnischen Jahrganges besuchen weiterhin die entsprechenden Schulen in Kirchberg." (2) 

"Seit diesem Jahr fährt auch wieder ein Autobus zwischen Altenwörth u. Kirchberg." (2) 

 

1970
Ernennung des Altbürgermeisters Ök.Rat, LR.a.D. Johann Waltner zum Ehrenbürgermeister. (2)      

Gründung eines Schulverbandes mit Grafenwörth und Seebarn . Für das Schuljahr 1970/71 werden die 1. bis 3. Schulstufe in Seebarn und die 4. in Altenwörth untergebracht. (2)

Der Wassersportclub Altenwörth (WSCA) wird gegründet. (6)


Der alte Motorboothafen

Der Motorboothafen heute
Foto: Thomas Stoifl, Fels am Wagram
 

 

1971
Der Fremdenverkehrsverein wird von Bürgermeister Ing. Hans Knofel gegründet. (6) 

 

1972
"Über Beschluß der NÖ. Landesregierung wurden im Rahmen des Raumordnungsprogrammes die Gemeinde Altenwörth mit der Gemeinde Kirchberg am Wagram zusammengeschlossen. Die Bevölkerung von Altenwörth protestierte gegen diese Maßnahme. Herrn Bgm. Ing. Knofel gelang es aber nicht, dies zu verhindern. Am 1. Jänner 1972 wurde daher die Zusammenlegung rechtskräftig.  

Der Schulverband blieb im Interesse der Schüler bis zum Schulschluß  bestehen. Die Schule wurde stillgelegt und der Leiter mit 1.9.1972 an die HS Kirchberg versetzt. Die Schüler aus Altenwörth besuchen die Pflichtschule in Kirchberg am Wagram." (2) 

"Vom 1. – 30. Mai wurde unser Dekanat von Sr. Excelenz, dem hochwürdigsten Weihbischof Dr. Karl Moser visitiert. Nach Altenwörth kam der Bischof am Samstag, den 10. Mai. Um 8 h Empfang bei der Post, Einzug, Bischofsmesse und Firmung." (4)  

 

1973
"Schon in den letzten Monaten vergangenen Jahres begannen die Vorarbeiten für den Bau des Donaukraftwerkes Altenwörth. Inzwischen sind die Arbeiten im vollen Gange und wirken sich oft sehr ruhestörend aus. Sogar in Kirchberg beklagt man bei Nacht den Lärm. Das Kraftwerk wird am rechten Donauufer gebaut. Das Kraftwerk soll übrigens, nach seiner Fertigstellung, das leistungsstärkste Donaukraftwerk Österreichs sein. Die Eröffnung ist für Juni 1976 vorgesehen und die Baukosten sind mit 5 Milliarden Schilling präliminiert." (4) 

 

1974
"Der Höhepunkt der Feste dieses Jahres war zweifellos die 960 Jahr-Feier des Bestehens Altenwörths. Eine Festschrift gibt Rechenschaft über die Berechtigung dieser Feier. Sie begann Freitag abends im Bierzelt mit Unterhaltung. Samstag wurden Rundflüge angeboten. Sonntag wurde die Festfeier mit einer hl. Messe vor dem Festzelt begonnen. Zu diesem Anlaß wurde kurz vorher vom ORF auch unser Glockengeläute aufgenommen und am 2. VII. erstmals bei der Sendung 'Autofahrer unterwegs' ausgestrahlt." (4)

 

Mai 1975
Weihbischof Dr. Karl Moser kam im Zuge seiner Visitationen im Dekanat auch nach Altenwörth. (4)


Foto: Pfarrchronik Altenwörth


"Während der Arbeiten zur Errichtung des Donaukraftwerkes Altenwörth wurde ein Schiff geborgen. Es handelt sich dabei um den ältesten Schifffund der Oberen Donau. Es kam wahrscheinlich aus Hieflau im Ennstal und sank etwa 1810 – vermutlich wegen seiner schlechten Bauweise und Überladung." 
Näheres siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/schiffsfund-in-altenwoerth
 

Die seit 1920 bestehende Pegelmess-Stelle wurde aufgelassen. Der für Altenwörth maßgebliche Pegelstand wird in Kienstock in der Wachau abgelesen. (Quelle: Informationstafel an der Donau).
Heute befinden sich in dem Häuschen alte Ansichten von Altenwörth bzw. von der Errichtung des Donaukraftwerkes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Ruby, der letzte Ableser der Pegelstation
Fotos: Martha Nemeth, Altenwörth

Der Kindergarten Altenwörth wird eröffnet.

  
Der Kindergarten im Jahr 2013

 

"Auf Bemühen eines unseres Pfarrgemeinderates, H. August Walzer, wurde eine Öffentliche Bücherei eingerichtet in einem Raum der ehemaligen Gemeindekanzlei. Diese soll sowohl von Seiten der Gemeinde (Kirchberg) wie auch der Pfarre (Altenwörth) unterstützt und gefördert werden." (4)
In der Woche vor dem 16.11.1975 errichteten Einsatzboote der DKW mit schweren Granitsteinen den Absperrdamm und zwangen den Strom ins Bett. Ein Nachruf von Otto Fandl:
"Wer ahnt heute noch, welches Paradies der Donaustrom dem Kraftstrom opferte: Den Zusammenstoß des braun-warmen Mühlkamps mit den grau-kühlen Donaufluten, den herrlich geschützten Sandstrand in der Strom-Taxen, das gespenstische Stillwasser unter dem Sporn, von dem man so leicht ins Wirtshaus schwimmen konnte und unterhalb Altenwörths die Sumpflandschaft der Lagunen, wo wir immer 'Neger' spielten. Am 16.11.1917 zwang der Absperrdamm den Strom ins neue Weingartlbett, der Wasserspiegel sank und stand still und alle weinten."  

1.    Uns hat einmal die Donau ghört
In Altenwörth, in Altenwörth.
So mancher Kahn fuhr da vorbei
Und riß uns aus dem Einerlei.

2.    Ob schwarzrotgold, ob rot die Fahn,
uns hat es jeder angetan,
am meisten das Personenschiff,
wenn ein Freund herüberpfiff.

3.    Hier wirkte schon Sankt Severin,
Der greise Bischof Adalwin,
Auch daß ward alt die Sigmarwerd,
Hat uns heut nimmer gstört.

4.    Doch daß nun unsre Donau alt,
das schmerzt uns halt,
das schmerzt uns halt,
und daß kein Schifflein mehr erzählt
vom Haus der fernen Welt.

 
Das Kraftwerk, von unten gesehen

 

Um 1980
Der Jugendclub Altenwörth wird gegründet. Sein Vereinslokal ist das ehemalige Kabinenhäuschen des alten Sportplatzes. (6)

1981
Der neue Sportplatz nahe dem damaligen Motorboothafen wird eröffnet.

Altenwörth hat 99 Häuser, 100 Haushalte und 320 Einwohner.  

 

1982
Im Winter 1982 grasten Schafe an der Donau.



Fotos: Herbert Mizera, Altenwörth

1984
"Dieses Jahr ist gekennzeichnet durch das Gedenken an die Gründung unserer Pfarre vor 200 Jahren durch Kaiser Josef II. Wir feierten diesen Gedenktag als großes Pfarrfest am Ostermontag, den 23. April mit Bischofsmesse und Firmung." (4)

 

1985
"Die Visitation am 4.5.1985 durch Weihbischof Dr. Krätzl war ein großes Ereignis für die Pfarrgemeinde. Es haben bei dieser Visitation 14 Firmlinge das Sakrament des Hl. Geistes empfangen." (4) 

Mit der Pensionierung von Pfarrer Wilhelm Grubmüller geht Altenwörth einen Pfarrverband mit Kirchberg am Wagram und Ottenthal ein. 

 

1986
Der Fremdenverkehrsverein benennt sich in "Heimat- und Fremdenverkehrsverein Altenwörth-Gigging" um.
 

 

1987
Am Sonntag, dem 26.JUli 1987 fand das Begräbnis von Altbürgermeister LR a.D. Ök.Rat Johann Waltner statt.(4)

 

1991/92
Die Donaualtarmbrücke wurde von der Großgemeinde Kirchberg am Wagram in Zusammenarbeit mit dem Amt der NÖ Landesregierung, der Brückenmeisterei Krems, Straßenbauabteilung 2, Tulln, Straßenmeister Kirchberg, Wasserstraßendirektion und der Österr. Donaukraftwerke AG gebaut.

   
Eröffnung, 1992

 

1993
Der langjährige Pfarrer, Konsistorialrat Wilhelm Grubmüller, stirbt mit 78 Jahren.


Pfarrer Josef Morgenbesser - Kardinal Hans Hermann Groer
Fotos: Edith Kainberger

 

1996
Von den Mitgliedern des HFVV wurde das Buswartehäuschen in Altenwörth aufgebaut. (6)  

Im selben Jahr wurde die Statue des Hl. Johann Nepomuk auf dem Kirchenplatz renoviert. (4) 

 

1998
Anlegen des Beachvolleyballplatzes am Sportgelände des USC Altenwörth. (6) 

 

2001
Altenwörth tritt der "Niederösterreichischen Dorferneuerung" bei. 

 

2002
Der erste „Altenwörth-Kalender“ wird veröffentlicht. (6)           

            

2003
"Ein seit längerer Zeit geplantes Projekt wurde im Jahr 2003 realisiert: Im Donaualtarm wurden 2 Badestege in mehrtägiger Arbeit errichtet." (6)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

2004

Die kleine Grünanlage an der Donau wurde neu gestaltet. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2012
Um Schwemmholz vom Mühlwasser fernzuhalten, wurde eine künstliche Landzunge angelegt.

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Im Pfarrhof wurden die Fenster renoviert, außerdem wurde er neu gestrichen.

 

2013/14
Beim Steg über die alte Donau wurde ein Fischaufstieg eingerichtet. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2014
In der Pfarrkirche fand anlässlich der Erstnennung des Ortes Sigesmaresweret in unserer Gegend ein Festgottesdienst statt. Im Anschluss gab es einen Frühschoppen im Pfarrhof mit dem Musikverein Kirchberg am Wagram. Für die Bewirtung mit Kuchen und Kaffee hatten  die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und die Damen der Katholischen Frauenbewegung bestens gesorgt. Die Veranstaltung fand bei schönstem Sommerwetter statt.
 

 

14.10.2016     
Das Kraftwerk Altenwörth feierte seinen 40-jährigen Bestand. Es ist nach wie vor das größte von zehn Donaukraftwerken in Österreich und liefert ein Fünftel des Stromes aus Wasserkraft.

Gleichzeitig wurde der Abschluss des größten Renaturierungsprojektes Österreichs mit der Pflanzung eines Baumes gefeiert: Aus dem Unterlauf der Traisen, der seit dem  Bau des Donaukraftwerkes als gerade Rinne unterhalb des Kraftwerkes in die Donau mündete, wurde in dreijähriger Bauzeit auf einer Fläche von 150 ha ein neuer Lebensraum für Fauna und Flora geschaffen. Dieses neu gestaltete Gerinne, das vorher in der Altenwörther Freiheit in die Donau gemündet ist, durchfließt nun die Freiheiten von Maria Ponsee, Bärndorf, Winkl und Zwentendorf.


 

 

 

 

 

 

 

 



Der Zusammenfluss von Traisen und Donau kurz oberhalb des Atomkraftwerkes.

 

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Altenwörth von oben
Foto: Thomas Stoifl, Fels am Wagram, 19.7.2013

 

Die Bürgermeister finden sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/buergermeister-von-altenwoerth  

Die Pfarrer finden Sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/kirche-und-pfarre/die-pfarrer-von-altenwoerth 

Eine Schulchronik von Altenwörth finden Sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/schulchronik-von-altenwoerth 

Altenwörth war immer wieder Opfer von Überschwemmungen. Siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/   - Katastrophen

 

Quellen:

  1. Die Geschichte des Marktes Kirchberg am Wagram
  2. Schulchronik Altenwörth
  3. Otto Fandl: Entwurf einer Ortsgeschichte von Altenwörth
  4. Pfarrchronik Altenwörth
  5. Archiv Göttweig
  6. http://www.altenwoerth.at/
  7. Alphabetische Reihenfolge und Schilderung der Ortschaften in Niederösterreich, 1. Band, Wien, 1879-1885), NÖ Landesbibliothek
  8. https://www.google.at/?gws_rd=ssl#q=anno+digitalisierte+zeitungen 
  9.  Kalender von Altenwörth, 2011
  10. AT-OeStA/FHKA AHK NÖHA W 86
  11. ANNO - AustriaN Newspapers Online -, ein Projekt der Österreichischen Nationalbibliothek

 

 

August 2013
Maria Knapp