Greißler

Kaufleute, Viktualienhändler, Fragner in Altenwörth

 

1864: Franz Deckl wird bei der Geburt seiner Enkelin Rosina Deckl als  Fragner in Altenwörth 32 bezeichnet.
 
1892 stirbt der ehemalige Obsthändler Josef Zimmermann mit 76 Jahren in Altenwörth 34. 
 
1910: Leopold Spannagl ist Viktualienhändler in Altenwörth 24. Sein Sohn Rudolf stirbt 1910.
 
 
Sigmarstraße 1
(Früher Altenwörth 4)

Um 1898: Maximilian Traunfellner wird bei der Taufe seiner Tochter Hermine in Alternwörth 4 als Kaufmann geführt, obwohl auch Leopold Metz hier schon Kaufmann war.
 
Bei seiner Heirat im Jahr 1884 wird Leopold Metz als Krämer in Kollersdorf 55 bezeichnet. Sein Vater war Bindermeister in Gföhl. Er war mit der Inwohnerstochter Maria Rohrhofer aus Stein verheiratet. Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Sohn Rudolf ist im ersten Weltkrieg gefallen.
Spätestens ab 1890 war er Gemischtwarenhändler in Altenwörth 4. 1904 kauft er das Haus Nr. 4 von Ignaz und Katharina Nowotny. Verstorben ist er am 20.2.1950 in Altenwörth.
 
 
Johann Halmschlager, geboren 1916 in Seebarn als Sohn des dortigen Gemischtwarenhändlers Hermann Halmschlager, hat mit seiner Gattin Maria Gruber aus Gigging  die Handlung um 1950 übernommen. 2001 starb Johann Halmschlager, seine Gattin im Jahr 2002. Die Schwiegertochter Irmgard Halmschlager führte das Geschäft noch einige Jahre weiter.
 
 
 
 
Donaustraße 3
(Früher Altenwörth 35)
 
Anton Bsteh (1780-1832), ein Bruder des Schiffmüllers Michael Bsteh, war Kleinhäusler und Viktualienhändler in Altenwörth 24, 25 bzw. 35 (dieses Haus kaufte er 1810). Gattin war Anna Maria geb. Perwein.
 
Franz Longin heiratet 1832 Rosina Riegler, die Tochter des Altenwörther Schullehrers. Bei der Anerkennung seines ledigen Sohnes Franz im selben Jahr wird er als Viktualienhändler bezeichnet. Er kaufte mit seiner Frau das Haus Nr. 35 von Anton Bsteh, 1851 verkaufte er es an Josef und Theresia Dietl weiter.
 
Der Viktualienhändler und herrschaftlicher Hausbesitzer Jacob Sauter aus Altenwörth 35, gebürtig aus Obertingersheim im Königreich Baden Württemberg, 72 Jahre alt, Augsburger Bekenntnis, wechselte 1869 am Sterbebett zum katholischen Glauben über.
In späterer Folge befand sich hier das Gasthaus Fierlinger/Einwögerer.
 
 
Altenwörth 25
(Alte Nummer)
 
Johann Bsteh (1792-1853), ein Bruder des Anton Bsteh, war Obsthändler in Altenwörth 25. Gattin war Josefa geb. Rössler aus Ponsee. Nach dem Tod ihres Gatten heiratet sie 1863 den Viktualienhändler Karl Strappler (1830-1899) von Altenwörth 24. Dazu ein Zeitungsbericht:
1896: Im hohen Alter gestorben. Wie uns aus Altenwörth geschrieben wird, ist dort am 6. d. M. Frau Josefa Strappler im hohen Alter von 96 Jahren gestorben. Die Verblichene hatte in früheren Jahren mit ihrem ersten Gatten Johann Bsteh einen regen Obsthandel nach Wien betrieben und war wöchentlich zwei Mal, nachdem sie ihr Obst in Wien abgesetzt, zu Fuße nach Altenwörth zurückgekehrt. Ihr sie überlebender zweiter Gatte, Herr Karl Strappler, ist um dreißig Jahre jünger und steht demzufolge im 66. Lebensjahre.
((Neuigkeits) Welt Blatt vom 20.2.1896)
 
Um 1903:  Josefa Meier und Franz Schuster sind Viktualienhändler.
(Österreichischer Zentralkataster sämtlicher Handels-, Industrie- und Gewerbebetriebe, 1903, NÖ Landesarchiv)

 

Hauptstraße 11
(alte Nummer 30)
 
Das Haus gegenüber der Kirche, Älteren noch als Kaufhaus Loidolt bekannt, trug nach Einführung der Hausnummern  um 1770 die Nummer 16. Um 1900 dürften die Hausbezeichnungen erstmals geändert worden sein, in diesem Falle auf  Nr. 30. Um 1980 führte man Straßennamen ein. Seither gilt für dieses Haus die Bezeichnung Hauptstraße 11.
 
1765 sind am Haus Johann Lintner und Gattin Theresia geb. Köberl genannt.
 
1804 heiratete der Hauer Leopold Mayr geb. um 1781 in Unterseebarn, Theresia, die Witwe nach Johann Lintner. 1812 heiratete  er Anna Maria Berger aus Seebarn. Sie verkauften das Haus im Jahr 1819.
 
Bartholomäus und Anna Gommer besaßen das Haus von 1819 bis 1823.
 
Die nächsten Besitzer waren Theresia und Franz Haller. 1827 starb der Hauer Franz Haller mit 67 Jahren. Die Witwe behielt das Haus nur bis 1828.
 
1828: Michael Lederer, Hauer in Winkl 41, kaufte mit seiner Frau Klara das Haus. Er dürfte hier aber nicht gewohnt haben.
 
1837 verkaufte er das Haus an Georg Mantler aus Oberabsdorf weiter. Dieser war mit Franziska Nesinger, der Witwe nach Joseph Steringer verheiratet. Letzterer war Schneidermeister in Altenwörth 31gewesen.
 
1845 erwarb die ledige Elisabeth Baumann das Anwesen. Sie war eine Tochter des Gastwirtes Nikolaus Baumann und seiner Gattin Margaretha geb. Dillner aus Kirchberg. Bei der Hochzeit ihrer Tochter Regina mit Anton Laiminger (er stammte aus Sitzendorf an der Schmida) wird sie erstmals als behauste Krämerin zu Altenwörth bezeichnet.
Elisabeth  Baumann, starb 1861mit 63 Jahren als ledige Hausbesitzerin. Sie muss ein gewisses Ansehen genossen haben, da ihrem Namen in den Sterbematriken die seltene Bezeichnung „Frau“ vorangesetzt wurde.
 
1862 übernahmen Regina und Anton Laiminger das Haus. Regina stirbt 1896, Anton 1912 mit 91 Jahren.
 
1889 heirateten Emerich Baumann, Kaufmann in Altenwörth 30, Sohn des Gastwirtes Joachim Baumann aus Kirchberg und Rosa Heinrich, die Tochter des Kirchberger Kürschners. Im selben Jahr übernahmen sie das Anwesen. Emerich war ein Neffe von Elisabeth Baumann
 
1898: Anna Schardmüller kauft das Haus. Es könnte sich bei ihr um die verwitwete Mutter des Handelsreisenden Alois Scharmüller aus Melk gehandelt haben, der 1904 Theresia, die Tochter des Försters Johann Haunold geheiratet hat.
 
1903 erwarb Johann Kainz, Kaufmann aus Kirchberg das Haus im Zuge einer Versteigerung und gab es gleich an seine Tochter Theresia und ihren Gatten Anton Karner weiter. Anton war der Sohn einer ledigen Dienstmagd aus Großlobming bei Judenburg (Stmk).  Zwischen 1904 und 1907 sind vier Kinder dokumentiert, wo die Familie danach hingekommen ist, ist nicht bekannt.
 
Im Jahr 1907 übernahm der aus Waidhofen/Thaya stammende Ferdinand Loidolt mit Gattin Franziska Haus und Geschäft durch Kauf.
 
Vorher war er in Furth wohnhaft gewesen und hatte 1898 die Altenwörtherin Josefa Strandl geheiratet. Die Kinder aus dieser Ehe waren Friedrich (1896 – 1983, er wohnte in Graz) und der gleich nach der Geburt verstorbene Felix.
1902, nach Josefas Tod hat er Franziska ERnsthofer aus Wösendorf geehelicht. Dieser Ehe entstammten die Kinder Ferdinand (1903 – 1972) und Franziska (1904 – 1998). Zu dieser Zeit war er Kaufmann in Tiefenfucha 9 bei Brunnkirchen
Ferdinand verstarb 1938, seine Gattin 1944.
 
Aus der Pfarrchronik:
Am 17. April (Oster-Sonntag) starb nach langem Leiden hier Herr Ferdinand Loidolt, Kaufmann i.R. Welcher Beliebtheit sich der Verstorbene erfreute, zeigte das Leichenbegräbnis. Schon lange war wohl hier keine solche Leiche. Da der Verstorbene auch bei der Feuerwehr 30 Jahre war, waren auch sehr viele fremde Feuerwehren hier. Der frühere langjährige Pfarrer Josef Dedelbacher und der Bezirksfeuerwehr-Kommandant Grand aus Absdorf sprachen am offenen Grabe Worte des Abschiedes. R.i.P.
 
Ferdinand Loidolt jun. heiratete Maria Kupec aus Inzersdorf bei Wien und führte mit ihr ab 1938 das Kaufhaus.
Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1944 war er Alleineigentümer. Bis in die 1970er Jahre hatten Geschäfte auch Sonntag vormittags generell geöffnet. Man konnte daher, da das Geschäft gleich vis à vis der Kirche lag, nach der Messe bequem einkaufen gehen.
 

Ferdinand Loidolt
Herbert Eder, Kollersdorf 
 
Sterbebild von Ferdinand Loidolt
Erich Trezmüller, Gigging
 
 
Nach der Pensionierung wurde das Kaufhaus mangels eines Übernehmers geschlossen. Elisabeth, das einzige Kind, hatte den Zimmermeister Walter Kettinger aus Kirchberg geheiratet.
Ferdinand Loidolt starb 1972, seine Gattin 1986. Das Haus steht heute leer. 

Das Kaufhaus im Laufe der Jahrzehnte

 


Bilder: Erich Trezmüller, Gigging

 

 
Das Haus im Jahr 2017  

 

 

Quellen:
Pfarrmatriken Altenwörth
Pfarrchronik Altenwörth
Grundbuch, Außenstelle d. NÖ Landesarchivs, Bad Pirawarth
 
 

November 2021
Maria Knapp