Pfarrer Franz Frank

Geb. am 23.4.1860 in Oberpullendorf, verst. am 5.9.1912

In Altenwörth vom 24.2.1898 bis zum 5.9.1912

Priesterweihe am 29.8.1882

Franz Frank wurde am 23. April 1860 in Oberpullendorf geboren, das damals zu Ungarn gehörte. Er studierte in Oberhollabrunn, nach Ablegung der Matura im Juni 1878 studierte er in Graz Theologie (1878-1882).

Nach der Priesterweihe kam er als Kooperator nach St. Stephan ob Stainz (Stmk.) (1882- 1884), dann nach Etsdorf (1884-1887) und nach Guntramsdorf (1887-1889), wurde Provisor in Laxenburg (1889-1890), von hier kam er in die Pfarre Oberstinkenbrunn (1890-1898) und schließlich nach Altenwörth. 


Fischer mit einem kapitalen Huchen. Das Bild hat auch Eingang in eine Zeitung gefunden. Pfarrer Franz Frank ist links im Bild.


Pfarrer Frank Frank mit Fischern am Kamp

 

25-jähriges Priesterjubiläum

Am 29. August beging unser hochwürdiger Herr Pfarrer Franz Frank sein 25jähriges Priesterjubiläum und beteiligten sich alle vier zur Pfarrgemeinde gehörigen Ortschaften daran. Die Gemeindevertretung, mit Herrn Bürgermeister Anton Söllner an der Spitze, brachte dem hochwürdigen Herrn Pfarrer die herzlichsten Glückwünsche dar, ebenfalls die zur Pfarrgemeinde gehörigen Feuerwehren Kollersdorf-Sachsendorf und Altenwörth-Gigging, welche einen farbenprächtigen Umzug mit Lampions veranstalteten unter der Führung der beiden Feuerwehrkommandanten Herrn Anton Bachner von Altenwörth und Franz Grill von Kollersdorf. Durch die Mitwirkung der Kirchenmusik, Pöllerkrachen, und eines schönen Feuerwerkes und mehreren schön gesungenen Ständchen der Herren Lehrer von Kollersdorf, Altenwörth, Winkl, Neustift und Fels sowie von den Herren des Gesangvereines von Kirchberg am Wagram konnte man erkennen, wie allseitig beliebt der hochw. Herr Pfarrer Frank ist. Herzliche Ansprachen wurden gehalten vom Herrn Bürgermeister, den Feuerwehrkommandanten und im Namen der Sommerparteien von Herrn Hotelier Wieser aus Wien, die der hochw. Herr Pfarrer vor Rührung kaum beantworten konnte. Möge der allverehrte Priester allen noch lange erhalten bleiben.
((Neuigkeits) Welt Blatt vom 3.9. 1907)

Unser allgemein beliebter Herr Pfarrer kehrte vorigen Donnerstag aus Mara-Tafel zurück, wo er in stiller Zurückgezogenheit den Tag erwartete, an dem er vor 25 Jahren die heilige Priesterweihe empfing. Seine Pfarrkinder ließen aber diesen Tag nicht vorübergehen, ohne dem geliebten Hirten ihre anhängliche Liebe zu zeigen. Am Donnerstag abends wurde unter Begleitung der Musikkapelle ein Fackelzug arrangiert, woran die Schulkinder und die Feuerwehren von Altenwörth und Kollersdorf, sowie die Gemeindevertretung teilnahmen. Hierauf wurde dem Herrn Pfarrer von einigen Mitgliedern des Männergesangvereines zu Kirchberg und den Herren Lehrern von Altenwörth, Kollersdorf, Winkl, Seebarn und Neustift eine Serenade gebracht. Dann boten die Gemeindevertretung, die Schulkinder und die Feuerwehr dem Jubilar ihre Glückwünsche dar, die der Herr Pfarrer tief gerührt entgegennahm. Plötzlich war ganz Altenwörth von einem vielfärbigen bengalischen Feuer beleuchtet, Raketen flogen in die Luft, und Pöllerschüsse mischten sich in den Jubel der unabsehbaren, aus der ganzen Umgebung zusammengeströmten Menschenmenge. Sei es Herrn Pfarrer Frank gegeben, auch noch das goldene Jubiläum zu feiern!
(Kremser Zeitung vom 7.9.1907)

"Am 5. September starb hier in Altenwörth um ½ 12 Uhr mittags hochw. H. Pfarrer Franz Frank nach einer längeren schmerzlichen Krankheit (Gedärmkrebs). Am 7. September um 10 Uhr vormittags war das Begräbnis."
Pfarrchronik, Karl Spondlingwimmer, Provisor 

Franz Frank hat ein eigenes Grab neben der Priestergruft.

Foto: 2020

 

Ein Eintrag in der Pfarrchronik von Pfarrer Josef Dedelbacher, seinem Nachfolger: "Das Andenken an Pfarrer Frank ist bei der Pfarrbevölkerung ein gutes. Vox populi, vox Dei!! Als spezielles persönliches Charakteristikum lebt dessen unermüdliche Vorliebe für Fischerei im Volksmunde fort. Jahre hindurch hatte er die ganze Fischerei gepachtet. Er war mit der Donau förmlich verwachsen und hat deshalb auch auf die Pfarre Kirchberg verzichtet, die ihm der Patron Herr Salomon aus Stein angetragen hatte. R.i.p."

 

In seiner Amtszeit wurde u.a. die Kirche samt Turm renoviert und wieder ein neuer Kreuzweg angeschafft.

 

Dezember 2020
Maria Knapp