Renovierungen an Kirche und Pfarrhof von Altenwörth

 

Letzte Änderung: 1.12.2014  

 

Gründung einer eigenen Pfarre 1784 (Text von Pfarrer Dedelbacher)

Altenwörth an der Donau gehörte zur Pfarre Kirchberg am Wagram, Dekanat Krems, Diözese Passau. Der Reformtätigkeit Josefs II. verdankt auch Altenwörth, daß es zur selbstständigen Pfarre erhoben und der Erzdiözese Wien einverleibt wurde.

Die Pfarre Altenwörth mit den Filialen Gigging, Kollersdorf und Sachsendorf: Durch das Dekret der Congregatio consistorii vom 8. November 1784 wurde das V.U.M.B. vom Passauer Bistum losgelöst und in die Erzdiözese Wien einverleibt, folglich auch unsere Pfarre Altenwörth.

Im selben Jahre wurde die Kirche erbaut und der Pfarrhof. Wo heute der Pfarrhof steht, war früher der Ortsfriedhof. Der neue Friedhof wurde am Wege nach Kollersdorf, außerhalb von Altenwörth angelegt und ist Eigentum der Pfarrgemeinde.

 

Pfarrer Anton Walser

Nach 1810
Bei Errichtung der Pfarre wurde die Kirche sammt dem Pfarrhofe neu erbauet. Vorher stand auf dem Platze, so jetzt die Kirche einnimmt, das St .Andrä-Kirchlein, und wo jetzt der Pfarrhof ist, das war der Freudhof. Zu diesen Bauten ist das Vermögen des St. Andreas-Kirchlein verwendet worden, daher später außer dem Grundbüchl und den Gründen nichts da gewesen ist. Inner dem Orte Altenwörth, formiert sich vor der Kirchenthür bis zum Wege, der durch das Dorf führt, ein kleiner Platz, so zur Kirche gehöret und links vom Pfarrhofe, rechts aber von der Schule eingeschlossen wird. Auf diesem Platze haben die Pfarrkinder erst im Jahre 1815 eine Statue des hl. Johann von Nepomuk vom Steine errichten lassen, und diesen Heiligen wegen der vielen Wassergefahren zu ihrem Fürbitter gewählet.  

Der Kirchenplatz um 1830
Karte:  © Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Katastralmappenarchiv, Wien
http://www.bev.gv.at/portal/page?_pageid=713,1604790&_dad=portal&_schema=PORTAL

 

Pfarradministrator Anton Berger

1845
Unter Zufolge der hohen Regierungsgenehmigung Dto. 20.May  1844 Z. 29070 wurden im Verlaufe des Sommers 1845 die Kirchen- und Pfarrhofbaulichkeiten hergestellt, um welche die hiesigen Kirchenvorsteher unterm 2. August 1843 angesucht hatten, und zwar wurde das Kirchendach, welches mit Schindeln eingedeckt, Alters halber schon sehr schadhaft war, mit Ziegeln eingedeckt; der Thurm wurde um 14 Schuh dem Mauerwerke nach erhöht und statt seiner gleichfalls schon sehr schadhaften Schindeleindeckung mit Weißbleche eingedeckt; das gleichfalls neue Thurmkreuz vom Weißbleche wurde vom Hochwürdigen Herrn Dechante Joseph Neugebauer am 16. August 1845 allhier segenlich  benedicirt und  am selben Tage an dem Thurme aufgesetzt.- Zugleichen erhielt auch der Pfarrhof in demselben Sommer einen ganz neuen Dachstuhl und wurde mit Ziegeln eingedeckt. Der alte den Einsturz schon drohende Kuhstall wurde niedergerissen und an dessen Stelle ein neuer vom Grunde aus gebaut, um 3 Schuh erweitert, gewölbt und mit Ziegeln eingedeckt. 

1846
Der im September des Jahres 1844 von dem Kirchenvorstehern neu hergestellte Keller  im Hofe zur Einschüttung von Erdäpfel, Rüben, Einlegung von Gemüsen erhielt im Jahre 1846 auch die hohe Regierungsgenehmigung unter 16.Juni 1846 Z. 35717, womit unter Einem zugleich die Anweisung der Auszahlung des Kostenbeitrages von 88 fl 13 kr ConvW  erfolgte.

Im Jahre 1846 im Monathe September wurde nach eingehohlter  hoher Regierungsgenehmigung die Kirche im Inneren zweymahl geweißet und gefärbelt. 

1849
Im Pfarrhofe wurde zur Ableitung des vom Kirchendache und vom Hofraume zusammenfließenden Regenwassers, welches keinen Abfluß hatte und bey heftigen oder anhaltenden Regen sogar in das Vorhaus sich hereinschwallte, ein Kanal  vom Brunnen an längs der Kirche bis in die Lehne rückwärts der Thurmes gebaut. 

1850
Im Sommer des Jahres 1850 ward in der Küche des hiesigen Pfarrhofes eine Hauptreparatur vorgenommen. In derselben befand sich vordem ein ordinärer Herd, unter welchem der Backofen angebracht, und welche beyde den bey weitem größten Raum der Küche einnahmen, so daß diese mit einigen Personen schon fast gefüllt war. Auch war das beständige Rauchen bey mindest ungünstigem Winde , so wie, daß im Rauchfange kein Fleisch gut konnte geräuchert werden, ein Hauptgebrechen der Küche. In Anbetracht dieser Übelstände ließ der Gefertigte in der Hoffnung, daß ihm die Kosten dafür aus dem Kirchenvermögen vergütet würden, einen neuen Sparrherd, so daß dieser zugleich für Sommer und Winter konnte benützt werden, herstellen, derart, daß die im Winter aus dem Sparrherde in den Ofen strömende Wärme das Zimmer im Erdgeschoße und das mittlere Zimmer im 1. Stocke unter Einem gut beheizte. Ferner wurden gleichzeitig hergestellt ein Nothherd, Waschkesselheizung und ein neuer Backofen, welcher nach Durchbrechung der Mauer außerhalb der Küche gegen den Kirchenvorplatz angebracht wurde, und zwar derart, daß der Backofen in der Küche selbst bequem zu heitzen ist. - Auch wurde durch diese Veränderung die Küche selbst sehr geräumig, licht und so zu sagen wie zu einem Zimmer umgestaltet, nach dem es vorher mehr einer Selche glich und überdieß auch noch ein hinlänglicher Raum gewonnen, ein Bett in selbem für einen Dienstbothen bleibend aufzurichten, für welchen vordem die Speiskammer  zugleich als Schlafgemach benützt werden mußte.

Der Fußboden im unteren Gange so wie jener der Küche wurde mit Kehlheimerplatten  gepflastert statt des alten grubigen Ziegelpflasters. 

1851
Im Sommer des Jahres 1851 ließ ich über die Mauerwölbung des Kuhstallbodens einen Schüttkasten für die verschiedenen Körnergattungen mit starken rein gehobelten und genau rein gefalzten Welser Laden um den Gesamtkosten-Betrag von 111 fl 55 x W.W neu herstellen, auf Kosten des Kirchenvermögens. Diese neue Herstellung war, wie andere, dringend nothwendig, indem zum Schütten der Getreidegattungen kein anderer Platz vordem vorhanden und geeignet  war, als den gepflasterten Boden des ohnehin sehr engen Pfarrhauses, wohin die Wäsche zum Trocknen muß gehangen und auch andere Hausgerätschaften müssen untergebracht werden. Deßhalb war es in diesem Falle unvermeidlich, daß die gereinigte Wäsche beym Aufhängen alsbald wieder bestaubt, daß in die geschütteten Häuflein der einigen Getreidegattungen mußte hineingestiegen, so zum Theil nicht unbedeutend viel verdorben und auch gemischt wurde.- Diesem Übelstande wurde nun durch die neu Herstellung eines besonderen und neuen Schüttkastens für immer abgeholfen und zugleich hierdurch eine größere Bequemlichkeit erreicht. 

1853
…Die Schlossen bey diesem Hagelwetter waren die größten wie ein Gänseey jedoch nach allen Formen länglich halbrund, rund aber sämmtliche mit starken spitzigenm Zacken. Die dahmals befindlichen Ziegeldächer im Pfarrhofe und an der Kirche und einige andere zu Altenwörth und Gigging erlitten bedeutenden Schaden und die Dächer waren bedeutend durchlöchert.

 

Pfarrer Karl Größinger

1860
Den Pfarrhof anbelangend, ließ ich in diesem Jahre die fürseitige, morsche Brettereinfriedung des Küchengartens kassiren und an deren Stelle einen Staffettenzaun mit 7 Pfeilern aufführen, theils um der Sonne mehr Zutritt zu gestatten, theils um eine Aussicht auf die an dem Garten vorberführende Straße zu haben, und das Äußere des Pfarrhofes zu heben und gefälliger zu machen.

... Ebenso versah ich die Innenseite der Garteneinfriedung mit den besten Sorten Pfirsiche und Aprikosen zu Trillage und mit denselben auch die Südseite des Wohngebäudes.

1863
Zur größeren Ehre Gottes und Verschönerung des Inneren der Kirche wurde in diesem Jahre der heil. Kreuzweg beigeschaft und die Andacht während der heil. Fastenzeit zum ersten male abgehalten…. Denn nach dem Original-Gemälde dieses h. Kreuzweges, welches sich in der St. Hedwigs-Kirche zu München befindet, und von der Meisterhand des Professors G. Fortner gemalt ist, sind die Stationen in Öhlfarbendruck so künstlerisch vollendet ausgeführt, daß jedes Bild dem Originale vollkommen gleichkommt, und den vollständigen Eindruck eines Öhlgemäldes macht. So die Ankündigung und auch die Auslieferung.

Die 14 St. Rahmen sammt Schildern und Kreuzen wurden vom Kirchenvermögen nach eingeholter  h. Bewilligung des f.erzb. Consistoriums mit 70 f Ö.W. wie auch die Verpackungs- und Transport-Spesen bestritten.

Dadurch, daß an der innern Seite rechts der Eingangsthür der Kirche das Chorstiegenhaus, und links der Simetrie wegen die s.g. Taufcapelle sich befanden, wurde die Rückseite der Kirche sehr beengt, und ein beträchtlicher Theil für Sitzbänke weggenommen….Der erst in neuerer Zeit bewerkstelligte Anbau des Oratoriums wurde wegen eingetretener Senkung und Losreißung desselben mittelst eiserner Schließen mit dem Thurme verbunden, eine blecherne Dachrinne sammt Sturzröhre angebracht, und zur Hintanhaltung des Kircheneinsinkens und Erweichung des Erdreichs der von dem Thurme und der Sakristei gebildete Winkl mit einem abschüssigen Steinpflaster versehen.

Zur Erzielung eines Aufganges auf das Chor von außen, und gleichzeitiger Hebung des Prospectes der Kirchenfront am Platze, wurde die Vorhalle angebaut, und sowohl Thurm als Kirche verputzt und gefärbelt.

Im Innern der Kirche wurden die das Chorstiegenhaus und s.g. Taufcapelle /: diese war aber nicht weiter als das Reservoir für die zum h. Grabe gehörigen hölzernen Bestandtheile:/ bildenden Einbauchungen sammt dem darauf ruhenden Chore entfernt, an deren Stelle zu beiden Seiten 4 neue Sitzbänke angebracht und das neu hergestellte Chor bis zu den Kirchenfenstern vorgeschoben, wodurch gleichfalls sowohl für Sitzbänke als für die Musiker und sonstige Menschen ein beträchtlicher Raum erreicht wurde.

Die Aufgangsthüre zum Oratorium sammt der dahin führende Stiege an der Evangelienseite, wo jetzt  das sacellum für das Sanctihsimum in der Karwoche errichtet ist, wurde lahsiert  und so angebracht, daß man vom Innern der Sakristei ins Oratorium gelangen kann, ohne wie es vordem der Fall war, erst nöthig zu haben, ins Presbyterium hinauszutreten und die Augen der Leute auf sich zu lenken. Zudem wurde durch die Verlegung dieses Aufganges der nachtheilige Luftzug für den Priester am Altare um Vieles vermindert.

Gelegentlich diese Baues ließ ich das schadhafte Pflaster in der Sakristei neu umpflastern, und statt den 2 Stallfenstern daselbst, ein neues geräumiges Fenster anbringen um die Sakristei licht und freundlich zu machen.

Endlich wurden die Risse der Mauern und des Gesimses im Innern der Kirche verputzt uns das ganze Innere derselben gefärbelt.

Bauhersteller war Johann Österreicher, Maurermeister aus Königsbrunn, dem der Bau im Accordwege um obigen Betrag übergeben worden ist. 

Zur Herstellung des Neugebäudes im Hofraume des Pfarrhofes.
Das Hinausragen des Backofens  auf den Kirchenplatz gleich einer Pforte des Hauses - der im ganzen Hause sich verbreitende Rauch, sooft gleichzeitig der Waschkessel und der Sparherd beheizt worden – die durch den Waschkessel in der ganzen Küche entstehende Nässe und der Mangel eines 2ten Zimmers ebener Erde für die Magd, welcher verursachte, daß diese in der Küche ihre Liegestätte aufgeschlagen haben mußte – diese Übelstände veranlaßten mich um den Bau einer Speisekammer, einer Waschküche mit Backofen und einer Holz-Remise bittlich einzuschreiten, in Folge dessen die frühere Speisekammer in ein beheizbares Dienstbotenzimmer umgestaltet, und nachdem im Innern des Hauses kein Platz zur Anbringung der Speisekammer gefunden werden konnte, so wurde diese in den Hofraum verlegt u.z. an die Stelle, auf welcher sich vordem eine halbverfallene, hölzerne Baracke als Holzhütte befunden hat. Daran fortlaufend befinden sich nun Waschküche und Holz-Remise. Sie sind zwar compediös, allein es gebrach an  Raum, um sie größer herzustellen. Die Herstellung derselben fand gleichzeitig mit dem eben erwähnten Kirchen-Adaptierungs-Baue statt.

Mit Bewilligung des Hochw. f.erzb. Consistoriums wurde in diesem Jahre auch an der Westseite des Pfarrhof-Küchengartens an Stelle der daselbst noch bestandenen Brettereinfriedung von Johann Österreicher um den Betrag von 145 f ein neuer, aus 8 Pfeilern bestehender Stachettenzaun, und im Hofraum an dem Gartenzaun anstossend, eine neue Kalkgrube hergestellt. 

1865
Bisher bestanden die Thore des hiesigen Pfarrhofes nur aus Bretterflügel, die sich an Packställen bewegten.

Für den Beichtstuhl war in der Kirche nirgends ein geeigneter Platz, und so kam er vorn beim Hochaltare an der Epistelseite zu stehen.Hier aber verunstaltete er das Presbyterium, hemmte die Passage um den Altar und was noch das Ärgste war, der Beichtvater war dort einem unerwünschten Luftzuge ausgesetzt, namentlich wenn die Buben, um zu Läuten durch die hinter dem Altar befindliche Thüre in die Thurmkammer sich begaben.

Diesen Mißständen zu begegnen, wurden über mein bittliches Einschreiten mittelst f.e. Consist. Bewilligung durch den Baumeister von Sittendorf, Franz Waldhäusl, im Laufe dieses Jahres am Pfarrhofe zwei neue Thore, und in der Kirche an Stelle der in die Thurmkammer führenden Thüre der nunmehrige Platz für den Beichtstuhl hergestellt wie auch von der Oratoriumsstiege aus zur rechten Etage der Thurmes eine neue Thüröffnung angebracht.

Der Conformität wegen ließ ich unter einem auch an der Ostseite des Pfarrhofes die Bretterplanke  cassiren und an Stelle derselben einen neuen Staketten-Zaun aufführen. 

1866
An Bauherstellungen kommt für dieses Jahr zu verzeichnen die Aufführung der 2 Pfeiler vor der Eigangsthüre an der Gassenseite sammt Grundmauer und Einlattung bis zum Eckpfeiler. Im Innern des Hauses wurde am Aborte eine neue Thür und eine Nische in die Mauer hergestellt und das an die Wand angebrachte, hervorstehende Brettchen, zur zweifelhaften Aufnahme des Leuchters oder der Lampe bestimmt, cassirt. Im Gastzimmer des ersten Stockwerkes wurde ein neuer Fußboden gelegt, dann neue Fenster und ein neuer schwedischer Ofen hergestellt. 

1867
Im Jahre 1867 wurde die an den Kuhstall anstossende Wagen-Remise und Streuhütte um 2 Schuh gehoben. Sie war nicht nur baufällig, Dachung und Säulen morsch, sondern auch zu niedrig. Bei dieser Gelegenheit wurde sie auch gegen die Lahne hinaus vergrößert. Im Wohnhause wurde im 1. Stockwerke, in das Gastzimmer eine Glastür und in das Seitenzimmer statt der einfachen niedrigen, eine Flügeltür sammt Stocke aufgeführt. 

In Betreff des Hochaltares.
Der bisher bestandene hiesige Hochaltar war klein und armselig. Er bestand aus der Mensa, worauf sich am Hintertheile derselben 2 Reliquien-Kästen und zwischen diesen der Tabernakel sich befand, über welchen ein 4 eckiges Brett aufgestellt war, als Zierde und Rückwand für das ausgesetzte Sanctihsimum. Alle diese Bestandtheile waren weiß lackiert und mit einigen Goldverzierungen versehen. An der Rückwand der Kirche hinter dem Altare waren zwei Heilige im bischöflichen Oranate gemalt zwischen welchen das Bild des heil. Kirchenpatrons, des heil. Apostels Andreas hing, und eine architectonische Mahlerei umrahmte das Ganze um die Leerheit verschwinden zu machen.

Nachdem diese jämmerliche Ausstattung eines Gotteshauses um so unangenehmer berührte, als sie ihren Grund nicht in der Armuth der Kirche hatte, ….so suchte ich noch vor Thorschluß einen Theil der Kirchen-Barschaft dadurch in bleibenden Gewahrsam zu bringen, daß ich die Bewilligung zur Herstellung eines neuen gothischen Hochaltares nachsuchte und erhielt.

Das Altarbild entstammt der Hand des zu früh verstorbenen und von Kunstfreunden allgemein betrauerten Wiener Landschafts-Malers Herrn Franz Dobiaschofsky. Es war sein letztes Werk.

Die Bildhauer-Arbeit ist aus dem Atelier des Herrn Fritz Kempel in Wien. Die Tischler-Arbeit von dem Kunst-Tischler Herrn Ignaz Karrer und Vergoldung und Anstrich von Vogt senior in Wien. 

1868
Pfarrhof-Bauten.
Die pfarrliche Scheune erwies sich nicht bloß als zu niedrig gebaut, sondern deren allseitige Bretterwände waren vom Boden aufwärts  Näße und altershalber auch abgemorscht, so daß das Regenwasser ungehindert einlaufen und die eingeheimste Frucht  in ihrem unteren Lager schädigen konnte. Über mein bittliches Schreiben wurde die Beseitigung dieser Übelstände von Seite des f.erzb. Ordinariates genehmiget und in Folge dessen die Scheune um 1 ½ Schuh gehoben und rings herum mit einem gemauerten Sockel versehen.  Die beiden Thore wurden neu und die Wände ausgebessert. Gleichzeitig wurde  an der Hofseite die Garten-Einfriedung mit ihren morschen Packstählen entfernt und mit einer  neuen aus 6 Pfeilern bestehenden ersetzet. Ebenso wurden die alten Bretterwände vom Garten-Eckpfeiler zum Kellerhalse und von der Scheunenecke hin zum Kuhstalle laufend,  cassirt und Mauern ausgeführt. Im Innern des Pfarrhofes wurde im s.g. Tafelzimmer des ersten Stockes ein neuer Fußboden gelegt, die Fenster zur Verhüthung des Einsteigens mit  Spaletten und neuen Winterfenstern sammt Mauerverkleidung versehen. Ferner wurde die alte hölzerne Thür, welche auf vom Gange auf den Dachboden führt samt Stocke entfernt und zur Verminderung der Feuersgefahr eine neue eiserne angebracht.

Im ebenerdigen Wohnzimmer wurden die beiden Fenster mit neuen Winterfenstern und Mauerverkleidungen versehen.

Um der Küche mehr Licht zuzuführen wurde das bereits abgemorschte kleine Fenster mit einem erweiterten neuen inneren und äußeren Fenster ersetztet. An Stelle des hölzernen Gatters vor der Eingangsthür  zwischen den Vorgärtchen wurde ein eisernes hergestellt, um den alljährlichen, nächtlichen Trauben-Diebstählen an der Hecke etwas erfolgreicher zu begegnen. 

1870
In diesem Jahr wurde der alte Seiten-Altar, dann Kanzel, Speisengater /:aus Holz und die Hand des Zimmermanns verratend:/ wie auch der Beichtstuhl und die 9 alten Fenster – der Kirche entfernt und durch neue gothisch verarbeitete ersetzt. Auch erhielt gleichzeitig die Chorbrüstung eine gothische Ausstattung und einen entsprechenden Anstrich. 

1871
Zur Harmonie im Baustyle der im Presbyterio befindlichen Gegenstände und dieser alten  schadhaften Utensilien los zu werden, wurde die Neuherstellung des in die Kirche mündenden Oratoriums-Fensters, dann der Bethstuhl für die Kirchenväter und das Credenz-Tischchen in gothischer Ausführung nach meiner Zeichnung von Herrn Wilhelm Peter, Tischler zu Kamp  zur Ausführung gebracht. Ebenso wurde gleichzeitig die Verschallung und Verkleidung 3er Fenster im 1. Stocke und ebenerdig die Verschallung und Verkleidung der 2. Zimmerthür im Pfarrhofe hergestellet. Den Anstrich bewerkstellige Hr. Franz Gaßlinger Maler und Anstreicher zu Langenlois nebst Verköstigung und Nachtlager desselben um 25 f 80 x Ö.W.  

1872
Nachdem der alte Sparherd durch Anlage und Ausführung nicht nur die Küche  verunstaltete, son­dern auch mehr Holz absorbirte als ein Herd mit offenem Feuer, so wurde mir über wiederholtes Ein­schreiten die Herstellung eines neuen bewilliget und selbe im Jahre 1872 ausgeführt.

Um mehr Gewissheit zu haben, dass der Herd gefällig und zweckentsprechend gebaut werde, über­trug ich dessen Herstellung und die Besorgung aller Bestandtheile einem Maschinisten in Wien Jo­hann Bertlerbauer um den accordirten Betrag Sa: 186 f 45 xr   und bin in meiner Erwartung in jeder Beziehung vollkommen zufriedengestellt.

 

Pfarrer Peter Ottep

1873
Mit Ordinariatsbewilligung  wurde in diesem Jahr der Stacketten-Zaun um den Garten abgebrochen und dafür eine Mauer aufgeführt, weil es mir zu lästig war, dass von der Gasse aus der ganze Gar­ten, und sogar der Hofraum in Augenschein genommen werden konnte. Das von dem Stacketten­zaun noch brauchbare Materiale wurde zur Einfriedung des dem Pfarrer gehörigen außer dem rückwärtigen Tor des Pfarrhofes gelegenen Platzes verwendet und dieser Platz mit Gras bebaut.    

1875
In diesem Jahre wurde eine neue Orgel um den Preis von 1943 fn angeschafft. Dieselbe wurde von dem Orgelbauer in Wien: Karl Heese, verfertigt u. im Monate September von derselben aufgestellt. Infolge der Aufstellung der neuen Orgel musste eine totale Veränderung am Chore vorgenommen werden. Es mussten sämtliche Bänke am  Chore gekürzt u.  defin neue Bänke auf der rechten Seite des Chores, welche Seite früher bloß als Musikofon diente, errichtet werden. Auch wurden sämtliche Bänke weiter nach rückwärts gerückt, weil  zu beiden Seiten des Chores das Musikofon angebracht wurde.

Um der Gefahr eines Einsturzes des Chores wegen der größeren Schwere der Orgel zu begegnen, wurden auf Anordnung des Oberingenieurs Traversen gezogen, was jedoch erst im Jahre 1876 ge­schehen ist. 

1876
Bei Collaudirung der Orgel wurde durch Sachverständige constatirt, dass sämtliche Register mit Ausname eines einzigen nicht zu spielen seien. Über Aufforderung der Bezirkshauptmannschaft Krems wurde diesem Übelstandt vom Orgelbauer Hesse theilweise abgeholfen, so dass jetzt we­nigstens auf der Orgel gespielt werden kann. Der Orgelbauer versprach übrigens, im Sommer des Jahres 1877 die Orgel vollkommen herzustellen. 

1878
In diesem Jahre wurde die Tenne neu hergestellt, und zwar eine gebrückteTenne. Ebenso wurde in diesem Jahre ein Thor zwischen der Kirche und dem Ende des Schulhauses her­gestellt. 

1881
In diesem Jahre wurde die Kirche und der Thurmuhr von aussen restaurirt /:die Thurmuhr von Seite der Gemeinde, als Eigenthümerin der Uhr.:/ Auch wurde eine neue große Kirchenfahne und zwei ? fehlende, Thurmfahnen angeschafft. 

1882
In diesem Jahre wurde ein neuer gemauerter Holz- u. Wagenschuppen gebaut. 

1883
….Die beiden Keller im Pfarrhofe wurden unter Wasser gesetzt; die Planke rückwärts von der Kirche wurde eingerissen, u. allenthalben mehrfacher Schaden angerichtet.

In diesem Jahre wurde an Stelle der alten, hölzernen Scheune eine neue gemauerte Scheune ge­bauth. 

1884
In diesem Jahre wurde ein zweiter Brunnen, und zwar im Hausgarten hergestellt, weil das Wasser des Brunnens im Hofe nicht trinkbar ist wegen des üblen Geruches wahrscheinlich wegen Nähe der Senkgrube. 

1886
In diesem Jahre wurde ein neuer Kirchendachstuhl aufgesetzt um den Gesamtkostenbetrag von 2200 fl, welcher Betrag aus dem Kirchenvermögen bestritten wurde.

 

Pfarrer Ernest Sedlmayer

1890
Und nun ging es bald an die Arbeit. Die harrte meiner in Hülle und Fülle. Das Pfarrgebäude war von Aussen u. Innen in stark vernachlässigtem Zustande, so fand ich beispielsweise im 1. Stock des Pfarrhofes die selbe Malerei noch vor wo ich selbe vor nahezu 17 Jahren als Provisor angetroffen, u. sie war damals nicht neu, nur mit dem Unterschiede, daß diese durch den Tabakrauch ganz ge­schwärzt war. Zäune und Planken waren dem Verfalle ganz nahe. Die Kirche bedurfte einer Renovi­rung im Innern in ihrer Einrichtung und es that mir nur leid daß mein sel. Vorgänger ein paar Jahr früher die Kirche unkirchlich tanzsaalartig grau ausfärbeln ließ. Hast Du so viel Arbeit, dachte ich mir hättest diese Arbeit auch noch auf dich nehmen können. Es war aber eben höchste Zeit hiezu. Leider ist das Werk ihm nicht gelungen. Wäsche & Paramente waren sehr notdürftig und in theilweise ver­schleistem Zustande vorhanden. Die Kirchengeräthe waren der Vergoldung sehr bedüftig und da nur eine Monstranze da war, mußte durch Ankauf einer neuen das Vergoldenlassen der alten möglich gemacht werden. – Bei Mittellosigkeit der Kirche würden mich diese Zustände nicht gewundert ha­ben. ---

Doch genug, ich schrieb dieses nieder nicht, um einen Stein auf das Grab meines Vorgängers zu werfen, sondern bloß deshalb um den Anwurf als hätte ich während meiner Pastoration in dieser Richtung zu wenig gethan, von mir abzuhalten.

Vierzehn Tage nach meiner Ankunft erfolgte die Renovirung des Pfarrhofes von Aussen und Innen. Bestehend in  Verputz u. Ausmalung mit Ausnahme des Archivzimmers im 1. Stock da man nicht alle Locatlitäten entbehren konnte. Die Renovirungskosten inbegriffen mehrere kleine dringend notwendi­gen Reparaturen betrugen 179 fl 46 kr. An Paramenten wurden angeschafft : Ein sehr schönes weis­ses Pluviale, eine sehr schöne weisse Casula beides mit echter Goldstickerei, eine schöne rothe Casula, eine Taufstola,  4 Altarpölster 1 schöne Alba und 3 Rochetten. Am Parmentkasten im Orato­rium wurde ein Aufsatzkasten angebracht.

1891
In diesem Jahre wurde an Paramenten u. Geräthen angekauft eine violette Casula, eine grüne Casula, eine schwarze Casula, ein Velum, eine Alba für den festtägigen Gebrauch, 8 Stück Minist­rantenrochetten, einen einfachen Spitz zum Hochaltar, eine Monstranze, zwei Opferkannen mit Tasse chinaversilbert, eine Baßposaune in f. Die Kirche erhielt in diesem Jahr von dem Hauseigent­hümer und Privatier, Herrn Josef Mayer einen Glasluster zum Geschenk. Der vergoldete Holzluster, klein und abgenützt, wurde der Filialkapelle Kollersdorf zum Geschenke gemacht.

Reparaturen u. Herstellungen fanden gleichfalls mehrere statt. Die Gartenplanke bei der Meßner­wiese wurde neu hergestellt. Zum Schutze der Sakristei gegen Zugwind u. Schneehineinwehung wurde vor der Thür im Hofraume des Pfarrhofes ein neues Vorhaus aus Holz, mit verzinktem Bleche eingedeckt, es war bisher keines angebracht.

Im 1. Stock des Pfarrhofes waren für den Sommer Jalousien aus Holz zum Einhängen, weiß ange­strichen. Selbe befinden sich am Dachboden.  Da das Auswechseln von Fenstern, und Jalousien, u. umgekehrt, 2 mal im Jahr, umständlich ist, Waschung verursacht, durch diese überdies beide leiden, und durch diese Gattung Jalousien viel Staub in die Wohnung kommt, ließ ich im 1. Stock zwischen den Fenstern für immer befindliche Brettlaufzugschalusien, bei geöffneten Fenstern zum Hinaus­spreitzen gerichtet, braun gestrichen anbringen. Was eine große Wohlthat gegen die biesherigen veralteten sind. Auch wurden in  diesem Jahre Thüren und Fenster des Pfarrhofes, welche einstens weiß und vielfach farblos waren, braun gestrichen. Bei der Kanzlei wurde eine neue Thüre ange­bracht, die biesherige  gläserne  Stallthür /: ebenedig vom Eingang links :/ . Mein Vorgänger verwen­dete dieses Gemach als Rumpelkammer. Die Dachrinnen bei dem Pfarrhofgebäude u. die Dachfens­ter wurden reparirt und frisch gestrichen, u. mehrere Ausbesserungen vorgenohmen. 

1892
An Paramenten und Geräthen wurden in diesem Jahre angeschafft  6 Altarleuchter von Metall feuer­vergoldet, zwei dreiarmige Tabernakelleuchter aus Metall feuervergoldet, eine Garnitur Can..tafel? aus Metall feuervergoldet, sämtl. in gothischem Stile. Es wurde angeschafft ein neues Mihsale schwarz gebunden für den gewöhnlichen Gebrauch.

Ein Altarteppich, ein Altarspitz, 4 rothe Ministrantenröcke, an Wäsche 1 Stück Alba, ein Rocklett u. verschiedene kleine Kirchenwäsche und mehrere Kunstblumenstöcke. Ein Kelch & die Monstranze wurden vergoldet, zwei Rauchfässer u. zwei Schiffchen versilbert. Für Reparatur der der Kirche ge­hörigen Violinen u. drei Violen wurden 11 fl 20 kr verausgabt.

Bei den Vorgarten des Pfarrhofes wurde der alte zwischen mächtigen Ziegelpfeilern befindliche Lat­tenzaun entfernt, und an dessen Stelle ein schönes grau gestrichenes Drahtgitter auf Sockelmauer an­gebracht. Auch wie im Vorjahre fanden mehre kleinere Reparaturen an den Schweinställen, Thoren etc. statt. 

1893
In diesem Jahre wurde der Hochaltar renovirt. Reicher als früher vergoldet und die daselbst befindli­chen Statuen polychromiert. Am Oratorium wurde oberhalb der alten Schubladen ein neuer Para­mentenkasten aufgestellt. Ein neues Bahrtuch – schwarz samt – das Kreuzteil aus Goldbrocatstoff und der Sämtstoff mit Goldsternen besetzt wurde angekauft. Auch wurden mehre Kunstblumenaltar­stöcke 12/ angekauft und es geschahen mehrere kleinere  Anschaffungen.

Es erfolgte die Neuherstellung der hinter der Sakristei befindlichen zur Aufbewahrung von kirchlichen Gegenständen dienlichen Schupfe. In die frühere niedrige mit Schindeldach versehene morsche reg­nete es ein. War daher zweckuntauglich. Die Herstellung hätte gleich nach meinem Pfarrantritt erfol­gen sollen; und mußte selbe leider bies daher verschoben werden, weil so vieles vieles notwendig war, alles auf einmal nicht geschehen konnte, und das vorhergeschehene noch notwendiger war. Die eingegangene Senkgrube wurde an 2 Seiten von Grunde heraus gemauert und mit einer neuen Überlage aus Lerchenholz versehen. Die Einfriedung der rückwärtigen Lehne wurde in ihren schad­haften Stellen ausgebessert. Bei dem Pfarrhofe u. Kirchhofthor wurden zwei neue eicherne Thor­schwellen gelegt. In den Hauskeller wurde die untere Eingangsthüre, welche vermorscht war durch eine neue aus Lerchenbaumholz ersetzt. Die Dachungen bei den Pfarr u. Wirtschaftgebäuden wur­den gründlich renovirt. Auch geschahen überdies mehre kl. Reparaturen v. diversen Handwerkern. 

1894
In der Kirche geschah die Renovierung des Seitenaltares, derselbe wurde reicher vergoldet, die un­schönen Seitenstatuen der hl hl. Apostel Petrus u. Pauly, nicht vergoldet gewesen, welche in ihrer Schnitzarbeit die Andacht störten, wurden entfernt und corespondierend zum Hochaltare die poly­chromierten Statuen des hl. Sebastian u. des hl. Leonhard, welche Heilige von der Gemeinde Kollersdorf u. Sachsendorf besonders und durch eigene Feiertage geehrt werden, angekauft. Die Anfertigung geschah durch den Bildhauer Ferd. Stuflesser in Gröden in Tirol. Am Credenztisch wurde an Stelle des von früher her stark beschädigten Crucifixes aus Mahsa, ein aus Holz ge­schnitztes polychromirtes, in der Werkstätte v. obgenannten Stuflesser angefertigtes Crucifix aufge­stellt. Die Kanzel wurde gleichfalls renovirt, reicher vergoldet und der ober dem Schalldeckel befindli­che Abschluss des Effectes wegen höher gehoben. Auch wurde das Pfarrkreuz, Prozessionskreuz, und das Leichenkreuz renovirt, Presbyteriumbank u. Oratoriumsfensterverschallung frisch angestri­chen. Diese Renovirungsarbeiten, sowie die im Vorjahr geschehene Renovirung des Hochaltares wurden ausgeführt von dem Vergolder und Kirchenstaffierer v. Hrn Alois Mayer in Hernals Veronika­gasse Wien.

Im Schiffe der Kirche wurde die in der Mitte zu beiden Seiten befindlichen Statuen der hl. Elisabeth u. der hl. Barbara, welche uralt und bereits wurmstichig und einst vergoldet gewesen, von unformli­cher, die Andacht störender Schnitzerei waren, und die überdies für die Pfarrgemeinde keine beson­dere Bedeutung hatten, entfernt, und an dessen Stelle rechts das Herz Jesu, und links Herz Maria Statue, auf neuen Postamenten, an welchen gothische vergoldete Metallleuchter angebracht sind, aufgestellt. Auch diese Statuen entstammen der berühmten Werkstätte des Hrn. Ferd. Stuflesser Bildhauer in Gröden in Tirol. 

Auch wurden zwei neue schöne Traglaternen in goth. Stile in Gabeln hängend angeschafft. Die alten form- und geschmacklosen wurden zu ihrem Gebrauche für den Friedhof am Allerseelentag umge­ändert. Die Baldachinstangen wurden vergoldet und neu hergerichtet. In der Sakristei eine neue Prä­parationstafel in sicherem Rahmen angebracht. Der Rahmen der früheren war wurmstichig, u. der Druck v. Motten zernagt. Im Presbyterium wurde an Stelle des gewöhnlichen Fensters ein Fenster in Glasmalerei  mit den Medaillonbildern der hl hl. Aposteln Petrus & Paulus eingesetzt. Ich  wählte diese Bildnisse, weil am Hochaltar das Bild des hl. Apostel Andreas sich befindet, u. bei dem Seiten­altare die Statuen dieser beiden Apostel entfernt wurden. Dieses Glasfenster wurde von der Tiroler Glasmalerei u. Cathedralenglashütte in Wien hergestellt. Im Schiffe der Kirche bei dem Seitenaltare wurde ein Votivfenster in Glasmalerei, darstellend Maria Heil der Kranken, geliefert von obiger Firma, eine Spende der Eheleute der Hauseigenthümer u. Privaten Frau Thekla u. Hr. Josef Mayer einge­setzt.

Im Pfarrhofe wurden die beiden Brunnen gründlich renovirt. Selbe erhielten statt der hölzernen stei­nerne Überlagen, welche ich persönlich in Zogelsdorf bei Eggenburg bestellte. Auch in diesem Jahre geschahen mehre kleine Reparaturen durch diverse Handwerker. 

1895
In diesem Jahre wurde in der Kirche über der Kuppel ein Fenster in Glasmalerei in dem Mittel mit dem Bilde der hl. Familie hergestellt von der Tiroler Glasmalerei und Cathedralenglashütte zu Wien, nicht wie früher Magdalenerstraße, sondern jetzt Mariahilf Barnabitengasse, eingesetzt.

An Paramenten und Geräten wurden angeschafft: Eine große schöne  gotische  Altarlampe feuer­vergoldet. Vier gotische feuervergoldete Mettalleuchter für den Seitenaltar in demselben Stile wie die im Jahre 1982 für den Hochaltar angekauften. Eine rothe und eine weisse Casula, diverse Altarblu­menstöcke.

Auch ließ ich die seinerzeit von Wohltäthern angekauften 14 Kreuzwegstationsbilder, nachdem sich für die Renovierung kein Wohlthäter mehr gefunden, von dem Vermögen der Kirche renoviren.

Das Thurmdach wurde frisch 3 mal zuerst roth, dann 2 mal weiß gestrichen. Dieses war dringend notwendig u. konnte nicht bis zur Verputzung der Kirche von Aussen zugewartet werden.

Unter Einem ließ ich für den Garten zur Füllung der der Kirche gehörigen Bottich in der Länge von Brunnen bis zur Bottich Wasserrinnen aus verzinktem Blech anfertigen. Diese 5 Stück Wasserrinnen sind Eigenthum der Pfarre und sind einfach auf im Garten eingesetzten Eichenstöcken mit Klammern versehen einzulegen. Der der Kirche gehörige Versehwagen wurde repariert; frisch gestrichen u. mit neuen Spritzleder versehen. Auch geschahen größere Reparaturen durch Zimmermannsarbeit  bei der Kirche u. dem Pfarrhofe u. kleine Reparaturen von den diversen Handwerkern. 

1896
Die uralte, seinerzeit von Wohlthätern gespendete Weihnachtskrippe in einem Kasten unter Glas befindlich mit allerlei unnötigen /:wie bei allen Krippen:/ die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Darstellung ablenkend, versehen, war schon total verfallen und nicht mehr reparirbar. Sie wurde die früheren Jahre zwar aufgestellt, allein sie fand wenig Beachtung. Für dieses Jahr ging die Aufstellung nicht mehr an. Und da sich keine Wohlthäter fanden, so schritt ich um Bewilligung zur Anschaffung einer Weihnachtskrippe aus dem Vermögen der Kirche ein. Nach erhaltener Bewilligung wurde eine solche aus Holz gebaut. /:Hölzernes Stallgebäude mit hölzernem Polychrom, Figuren von mir ange­kauft.:/

Die Paramenten und Geräthen wurden für die Kirche angekauft:

Eine weisse Casula aus Seidenmoire mit gesticktem Kreuzmittelteil echt gesticktem IHS. In echt ver­goldeten Borten. Eine weisse Casula von Brocatstoff mit Seidenborten. Ein Velum, eine violette Stola, vier rothe Ministrantenkutten. 6 Altarblumenstöcke.

Im Pfarrhofe waren die Aborte schon derart sanierungsbedürftig geworden, daß manchmal und be­sonders bei regnerischen Tagen, ein penetranter Geruch sich ausbreitete. Schon bei meinem Pfarrantritte, wo dieser Übelstand noch nicht so war, wäre eine Neuherstellung wünschenswert gewesen, allein da so vieles notwendig war, wurde die Herstellung verschoben bies es nicht mehr ging dasselbe weiter zu verschieben. Es wurde der gestankverbreitende Holzschlauch entfernt Gusseisenschläuche mit Ventilation nach Oben, und englische zwei Watercloset mit Wasserspülung eingesetzt. 

1897
Im Hofraume des Pfarrhofes stürzte der daselbst befindliche Wasserabflusscanal ein, derselbe wurde neu hergestellt u. mit neuer Überlage aus Lerchenbauholz versehen.

Die bei dem Eingang der Kirche in der Vorhalle gewesenen 2 Weihbrunnenkessel aus weichem Sandstein, wovon der eine zersprungen, der andere von Schmutz durchfressen war, wurden entfernt und an deren Stelle zwei schön geformte von weissem Grazer Marmor angefertigt in der Werkstatt des Steinmetzmeister Alois Tanasitz zu Krems eingemauert.

Anfangs Juli geschah die Reparatur der Kirchenorgel bestehend in gründlicher Reinigung und Einsetzung eines neuen Salicionalregisters von 8‘ an Stelle des bisherigen von 4‘, welches ohnehin schon schadhaft war. Dieses neue Register als Einzelspiel, sowie in der Mischung mit anderen Stimmen von bedeutender erhebender Wirkung. Diese Renovirung respective Erweiterung des Werkes geschah durch den Orgelbaumeister Hrn. Johann M. Kaufmann Wien VI Bezirk Stumpergasse Nr. 48.

Das Ciborium und der Feiertagskelch wurden neu vergoldet u. bei dem Kelche /:Cuppa:/ die Silberverzierung neu versilbert und ein neuer tragbarer Weihwasserkessel aus Metall u. versilbert angekauft. Der frühere Kessel wird nur als Standkessel hinter dem Altar verwendet.

An Paramenten wurden zwei Casete eine rote u. eine weiße für den festtägigen Gebrauch angeschafft. An Wäsche geschahen Nachschaffung eines schönen Priesterrochettes mit breiten Zwirnspitz Handarbeit und von 6 Knabenrochetten und diverse kleinere Wäsche.

 

Pfarrer Franz Frank

1898
Um einen oft ausgesprochenen Wunsch der Pfarrgemeinde zu erfüllen, wurden im Jänner 3 Hängelampen für das  Musikchor und 2 Candelaber für das Schiff der Kirche angeschafft. 

1899
Überschwemmung: …der Pfarrhof war in den unteren Räumlichkeiten, Canzlei, Gang u. Küche von dem Druckwasser fußhoch unter Wasser; selbst in der Kirche stand das Wasser auf, u. wenig fehlte mehr u. es wäre in ganz Altenwörth kein trockenes Plätzchen auf der Straße mehr gewesen u. das Wasser wäre von der Donau durch d. Pfarrhofthüre zu rückwärts hinausgeronnen.  

1900
In diesem Jahre wurde ein neues h. Grab angeschafft,  mehre Paramente, der Kelch zum tägl. Gebrauche neu vergoldet. Dieses Jahr war ein sehr gutes, gesegnetes Jahr für Feld u. Weingärten; auch wurde in diesem Jahre ein Blitzableiter auf den Kirchenthurm durch den bekannten Thurmkraxler Pircher aufgesetzt, u. das Thurmdach neu angestrichen. 

1901
In diesem Jahre wurde ein neues Kirchenpflaster gelegt, der Zaun im Pfarrhofe neu gemacht. 

1902
Im Jahre 1902 wurde das Pflaster außerhalb der Kirche neu gemacht und der Holzzaun im Pfarrhof gemacht. 

1904
1904 für Mai Altar neuer Kranz angeschafft und ein neuer weißer Blumenaufsatz für den Hochaltar. 

1905
Im Jahre 1905 wurde die Kirche sehr schön ausgemalen vom Maler Herrn Michael Riess aus Krems, die Altäre, Kanzel, Chorbrüstung, Orgelkasten u. sämtliche Kirchen u. Chorstühle neu angestrichen, ebenfalls vom H. Michael Riess. Um eine kleine Erinnerung für sich in der Kirche zu erhalten, ließ Pfarrer Frank zwischen Presbyterium u. Kirchenschiff am Plafond den h. Franz de Paula (2. April) nach einem in seinem Besitz befind. Originale malen. Die sämtlichen Kosten für diese besagte Restaurierung trug die Kirche. Auch wurde in diesem Jahre von Herrn u. Frau Zeller, Hauerseheleute in Altenwörth ein sehr schönes Glasfenster, darstellend die Namenspatrone der Spender: den h. Johannes Ev. u. die h. Agnes, errichtet. Dieses Glasfenster kostete 700 Kronen. Viva sequentes! 

„Altenwörth. (Kirchenverschönerung). Am 17. Juni wurde hier die durch die Sorge des hochw. Herrn Pfarrers Franz Frank restaurierte Kirche feierlich eingesegnet.  Das Innere der Kirche ruft einen ungemein lieblichen Eindruck hervor. Der Grundton ist lichtdrapp mit Rosaquatter aliriert,  die Kolonnen sind lichtblau, das Presbyterium ist mit einem Teppich im gotischen Stil gemalt, worin die ganze Kirche dekoriert ist. Der Plafond, der mit kirchlichen Emblemen geschmückt ist, zeigt in 4 großen Gemälden die 4 Evangelisten und den hl. Namenspatron des hochwürdigen Herrn Pfarrers, Franz de Paula, alles eigenhändig von Herrn Riess, Malermeisters zu Krems, künstlerisch dargestellt. Die Freude der Pfarrkinder ist allgemein und jeder wird anerkennen,  daß Herr Riess mit seinen Gehilfen Josef Tiefenbacher aus Kremsthal und Jacob Hrdina aus Obersiebenbrunn ein Werk geschaffen haben, worauf sie mit Recht stolz sein können. (4) (Kremser Zeitung Nr. 28, 1905 vom 8. Juli.)“

Angekauft für die Kirche wurden im Jahre 1905: ein neuer Versehbeutel, eine neue ewige Licht Lampen Schnur, und eine Decke für die Versehkalesche. Auch wurden in diesem Jahre von Passegger Josef, Hauer in Kollersdorf die der Kirche Altenwörth schuldigen 800 Kronen pünktlich gezahlt, wofür 2 Kronen Oblig a 400 K. angekauft wurden. 

1906
Im Jahr 1906 wurde eine neue feuersichere Kirchenkassette angekauft. Die alte ist außer Dienst gesetzt worden. Reparaturen wurden vorgenommen an sämtlichen Dächern und dem Pfarrgebäude.  Neue Dachfenster am Kirchendach eingesetzt, da es bei den alten stark in den Kirchendachboden reinregnete und die Malerei in der Kirche in Gefahr kam, beschädigt zu werden. 

1908
Im Juni 1908 wurde die Kirche und der Thurm von außen einer gründlichen Restauration unterzogen. Dieselbe hatte Herr Zimmermeister Carl Wastl von Altenwörth übernommen, der die Maurerarbeiten dem Herrn Maurermeister Streicher von Ottenthal übertrug. Auch wurde das Thurmdach neu gestrichen und das Thurmkreuz. Das Kreuz auf dem Dache des Kirchenvorhauses wurde vergoldet und sämtliche Jalousien neu gestrichen Von einer unbekannten ungenannt sein wollenden Wohlthäterin wurde ein gemaltes Fenster gestiftet um den Betrag 550 Kronen, darstellend den hl. Landespatron Leopold und die hl. Barbara im Brustbilde. 

Im Winter 1908 – 1909 herrschte im Orte Altenwörth eine große Wassernot in den Brunnen, wohl eine Folge der großen Trockenheit im  Sommer 1908 und der tiefe Wasserstand der Donau,  sodaß fast alle Brunnen ihr Wasser in die Donau abgegeben hatten. Auch in beiden Brunnen des Pfarrhofes kein Wasser, um dieser Calamitaet abzuhelfen, wurde im Pfarrgarten ein sogenannter „Schlagbrunner“ hergestellt; doch das Wasser war trübe u.  zudem fror der Schlagbrunner, trotzdem derselbe gut gegen Kälte geschützt wurde, fast jeden Tag ein,  so es an jedem Tage notwendig war, denselben mit heißem Wasser wieder lebendfähig zu machen.

Im Monate März 1909 wurden 2 neue Vela, eines für die Werktage und eines für die Sonntage, angeschafft. Bei der Firma Jellinger und Hassinger  in Wien; auch wurde das Bild der großen Fahne restauriert und hiezu eine ganz neue Fahne aus Wolldamast um zusammen 186 Kronen angekauft. 

1909
Für die Kirche wurde neu angeschafft im Jahre 1909: ein größeres Meßkleid, eine große Fahne, ein Mihsale, ein gehäkelter Altarspitz zum Fronl.Altar beim hl. Johannes am Kirchenplatz. Ein Feiertags o = u. ein Wochentags-Velum, und ein weißer Altarschmuck.

Auch wurden an den Schweinställen die Bretterwände und der Aport neu gemacht. Hierzu brauchte es keiner Bewilligung, weil laut Schlußbemerkung der Kirchenrechnung die Erhaltung der Schweineställe aus dem Kirchenvermögen bestritten werden kann. 

1910
Im Jahre 1910 wurde mit Kirchenmitteln um 1800 Kronen ein neuer Kreuzweg angeschafft. Über diesen neuen Kreuzweg schreibt ein hochw. Mitbruder in der Kremser Zeitung v. 29.10.1910 folgendes: „Altenwörth (Kreuzweg) Unsere Kirche, die bereits vor einigen Jahren so schön gemalt wurde, ist jetzt durch die Sorge des hochw. H. Pfarrers um ein Juwel reicher geworden oder besser gesagt um 14 Juwelen, denn jede Station des neuen Kreuzweges, der vom Bildhauer Ferdinand Aufleser in St. Ulrich – Gröden (Tirol) ausgeführt wurde, verdient diesen Namen. Die Bilder, die im Relief aus Holz mit Künstlerhand geschnitzt u. fein polychro miert sind, ergreifen den Zuschauer durch den pietätsvollen Eindruck, der aus den Zügen des Erlösers, der Mutter Gottes, des h. Johannes u. der h.h. Frauen spricht. Liebe und Schmerz leuchten derartig aus dem Antlitz des Erlösers, wo sie jeden Zuschauer ergreifen u. zur Andacht stimmen. Die Polychromie der Bilder ist nicht übertrieben dem Auge angenehm. Auch die Rahmen sind sehr gut ausgefallen u. fein gearbeitet. Kein Wunder, daß die ganze Gemeinde voll Bewunderung u. Freude ist über den neuen Kreuzweg u. ihn mit gerechtem Stolz jedem Fremden zeigt. Ehre dem Meister, Herrn Ferdinand Aufleser, der sich ein Denkmal gesetzt hat, das in jeder Hinsicht ein Kunstwerk genannt zu werden verdient.“ 

1911
Im Jahre 1911 wurden mehrere Reparaturen an den pfarrlichen Gebäuden vorgenommen:

Das schadhafte Ziegelpflaster in der  Speise u. Waschküche wurden entfernt u. statt dessen ein Zementpflaster aufgeführt; in der Waschküche wurde ein neuer Druckbrunnen eingesetzt, dessen Rohre in den Brunnen vor den Fenstern geleitet wurden, sodaß der Brunnen der Waschküche gespeist wird mittelst eines Saugers aus dem Hofbrunnen. Im Monate März 1912 wurde ein Zimmer der Pfarrerswohnung mit Linoleum belegt, um den tief unter dem Straßenniveau gelegenen Fußboden trockener zu gestalten u. das Bewohnen dieses Zimmers  gesünder zu machen.

 

Pfarrer Georg Aiden

1913
Im Pfarrhof gab es viel zu reparieren und herzurichten. Über die Herstellungen im Pfarrhofe im Jahre 1913 siehe Kirchenrechnung 1913.

 

Pfarrer Josef Dedelbacher

1916
Neuanschaffungen und Reparaturen sind im Jahre 1916 folgende zu verzeichnen: Die Bedachung der Kirche und der Pfarrhof-Lokalitäten war schon sehr schafhaft, beispielsweise sickerte bei einer mehrtägigen Regenperiode das Wasser schon derart durch den Kirchenplafond, daß die Tücher des Seitenaltars ganz durchnäßt waren. Die Ausbesserung war also höchst notwendig. Folglich wurden alle Dächer einer gründlichen Renovierung unterzogen. Die Kosten betrugen etwa 550 Kronen; ausgeführt hat die Arbeiten Dachdeckermeister Franz Eckl aus Mitterstockstall. – In einem entsetzlichen Zustande befanden sich die Schweineställe. Die Herrichtungskosten beliefen sich auf ungefähr 40 Kronen. – Bei der ärarischen Kupferrequirierung wurde alles Kupfer beschlagnahmt, so mußte auch der kupferne Waschkessel das Pfarrhofes wandern; ein neuer aus Zinkblech wurde (32 K) angeschafft. -  Im Obstgarten wurden mehrere edle Obstbäume gesetzt. – Für die Pfarrkanzlei wurde eine Pendeluhr angekauft. – Von der Einfriedungsmauer drohte die Ecke (wo die Kollersdorfer Straße abzweigt) dem Einsturze, folglich wurde sie neu ausgeführt.

Die Turmuhr funktionierte schon seit Jahren gar nicht mehr; der Pfarrer ließ sie (im August 1916) einfach reparieren, die Gemeinde ersetzte aber dann beinahe alle Kosten.

Für die Kirche wurden eine Ewiglichtlampe und ein Cyborium-mäntelchen neu angeschafft.

Da während dieses entsetzlichen Krieges in Wien das Gnadenbild „Unserer lieben Frau mit dem geneigten Haupte“ besonders verehrt und bei Bittprozessionen durch die Straßen der Stadt getragen wurde, so hat dies auch Pfarrkirche Altenwörth nachgeahmt. Ein dem Original naturgetreu nachgemachtes Bild wurde angekauft, am Seitenaltar aufgestellt, am 3. Sept. benediziert und bei der am 7. September stattfindenden, großartig besuchten Kriegsbittprozession von Altenwörth nach Kirchberg am Wagram mitgetragen.

Im  Oktober wurde der Keller im Hofe des Pfarrhauses betoniert.

Im November kaufte ich die 2 neuen Kirchenfahnen, da die alten ganz defekt waren. Diese wurden gemacht von den Schwestern in der Kaiserstraße (Wien VII.)

Ebendaselbst  wurde auch ein sehr schönes Kanzelantependium bestellt und dieses trägt die sinnreiche Inschrift: „Wer aus Gott ist, der hört auf Gottes Wort.“ 

1917
Am 23. April 1917 mußten von den 9 in der ganzen Pfarrgemeinde sich befindlichen Glocken folgende 6 zum rauhen Kriegsdienste einrücken: (u.a.)

Zwölfuhrglocke, aus dem Jahre 1791 stammend, 77 cm Durchmesser, 249 kg schwer, mit Randverzierungen und der Inschrift: „sit nomen Domini benedictum“ und Bildern des hl. Andreas und eines anderen Heiligen mit einer Keule. – Diese ehrwürdige Glocke wurde am Turme in  Stücke zerschlagen behufs leichteren Fortschaffens.
Speiseglocke, 47 cm Durchmesser, 55 kg schwer, - Diese beiden hingen am Kirchturme zu Altenwörth.
Friedhofsglocke, aus dem Jahr 1909 mit einen Durchmesser von 39 cm und 35,5 kg schwer.

Die Glocken sind Eigentum der Gemeinde. Als Vertreter der Militärbehörde bei der Requirierung der  Kirchenglocken fungierte Herr Anton Schäftner, Stadtbaumeister Wien, Reinprechtsdorferstraße Nr. 53

Reparaturen: Im heurigen Frühjahr wurden alle Wirtschaftsräume und der Keller im Hausflur betoniert. 

1918
Am 21. Jänner wurden die Prospektpfeifen unserer Orgel für Kriegszwecke beschlagnahmt und mit der Abnahme war die Orgelbau-firma Joh. Kaufmann, Wien XV, Robert Hammerlinggasse Nr. 30 betraut. Das Gewicht der abgelieferten Pfeifen betrug 41,50 kg. 

1920
Zu Ostern erhielt unsere Pfarrkirche ein namhaftes Geschenk. Das Ehepaar Georg u. Maria Huber, Hotelportier in Wien I. Österreichsicher Hof (Eigentümer des Hauses Nr. 13 in Gigging) spendete sechs neuvernickelte Fackeln samt Koffer hiezu. Mit einem herzlichen „Vergelt‘s Gott“ sei diese Tatsache in den Pfarr-Annalen verzeichnet. 

1921
Das Kirchendach mußte einer gründlichen Ausbesserung durch die Ziegeldecker unterzogen werden (Ziegeldeckermeister Weidl Josef in Grafenwörth) mit einem Kostenaufwande von 18040 Kronen.

Dem Andenken der gefallenen Krieger aus Altenwörth Gigging wurde seitens der Gemeinde eine würdige Gedenkfeier gehalten und von den Veranstaltern dieses Festens (der kath. Burschenverein) eine stimmungsvolle Gedenktafel an der Kirchenfront gewidmet (20. August 1922).

Am Ostermontag, den 21. April feierten wir in festlicher Weise Glockenweihe. Die Glocke wiegt 241 kg, ist dem hl. Andreas geweiht und kommt von der Glockengießerei Karl Kutter Wien XII. Joh. Hoffmannplatz Nr. 4. – Die Kosten 13.696.600 Kronen wurden durch freiwillige Spenden aller Pfarrangehörigen zustande gebracht. 

1924
Endlich sind wir so glücklich, das vollständige Geläute der Vorkriegszeit zu besitzen. Denn am 19. Juli konnte die Weihe der letzten Glocke stattfinden. Diese ist 71 kg schwer, hat den Ton G, kommt aus der Firma Kutter, kostete 4.443.800 K und wurde durch die Gemeindekassen bestritten. Die dem hl. Josef geweihte Glocke wurde durch den Ortspfarrer unter Assistenz des hochw. Herrn Bürgerschulkatecheten Ernest Patzak aus Wien XYVI. benediziert. 

Reparaturen:
Ausbesserung des Kirchendaches, gänzliches Umdecken des Pfarrhofdaches. Stukkatur des Plafonds hinter der Orgel und Übertünchen derselben. Die Gerätekammer neben der Sakristei wurde betoniert, das Turmdach wurde ausgebessert und neu gestrichen. Sämtli-che  Fenster des Pfarrhofes wurden neu gestrichen. Die Pfarrkanzlei und das zweite eben-erdige Zimmer wurden frisch ausgemalt und in beiden Zimmern wurde ein neuer Fußboden gelegt. 

1925
Seit Jahrzehnten lag unsere Turmuhr (ein vorsintflutliches Werk) in einem förmlichen Dornröschenschlummer. Vom 12. – 16. Oktober hat Herr Ludwig Zafouk aus Krems eine neue, tadellos gearbeitete Turmuhr aufmontiert. Der Kostenstandpunkt belief sich auf 1600 Schillinge; der größere Teil wurde durch Sammlung des Ortspfarrers aufgebracht, den Rest bestritten die beiden Gemeindekassen von Altenwörth u. Kollersdorf.

Unsere Orgel wurde gründlich restauriert und durch den Ankauf der neuen Pfeifen auf den Stand vor dem 21.1.1918 ergänzt. Kostenstandpunkt: 500 Schillinge seitens der Kirche. Orgelbaufirma: Hradetzky Gregor und Blauensteiner Adolf aus Krems. 30. Sept. bis 3. Okt.

Reparaturen: Die Kirche und der Turm wurden außen gründlich geputzt, alle Dächer der Wirtschaftsgebäude wurden gründlich restauriert. Sämtliche Paramente wurden ausgebessert  (Wien VII Kaiserstraße 25.) Statt des Holzbrunnens im Hofe wurde ein eiserner (Garvenzpumpe) gesetzt auch in der Kirche statt der alten, defekten Pumpe gleichfalls eine neue Pumpe. 

1926
An Reparaturen: In die Kirche wurde ein neuer Fußboden gelegt, die 2 Kabinette im 1. Stockwerke wurden neu gemalt, die Umfriedungsmauer des Obstgartens wurde gründlich restauriert, das Stiegenhaus und der Hausflur ordentlich geputzt, ein Lusthaus und eine Bienenhütte wurde neu angelegt. 

Kirchenverschönerung:
Da das Innere unseres Gotteshauses bereits einen äußerst geschmacklosen und unwürdigen Eindruck machte, so ließ der gefertigte Ortspfarrer die Kirche neu ausmalen. Die Arbeit besorgte Herr Malermeister Franz Klug aus Kirchberg am Wagram in mustergültiger Weise. Fünf Personen arbeiteten vom 7. – 22. Juni. Das Gerüst wurde durch die Zimmerleute des hiesigen Zimmermeisters Karl Wastl aufgestellt. – Deo gratias!

Der 1. August sei in diesen Annalen als ein besonderer Festtag vermerkt! An diesem Tag fand die Weihe der neu gebauten Maria-Lourdes-Kapelle (zwischen Pfarrkirche und Schule) statt. Die Marienstatue ließ der gefertigte Ortspfarrer direkt aus Maria Lourdes schicken (durch das Marianische Lourdes Komitée.  Die Weihe vollzog hochw. Herr Gutmandelsberger, Rektor am Steinhof in Wien. 

1930
In der Zeit vom 16. Juni bis 5. Juli wurden Kirche samt Turm, sowie der Pfarrhof gründlich renoviert. Die Arbeiten leitete Maurermeister Damböck aus Kirchberg. 

1931
Im August wurden das Kirchendach und das Pfarrhofdach ganz umgedeckt, die Dächer der Wirtschaftsgebäude sämtlich ausgebessert. Die Ausgaben beliefen sich auf ungefähr 365  Schillinge. 

1934
Die Umzäunung (Planke) nördlich des Kirchturmes wurde teils neu adaptiert, teils sachgemäß ausgebessert durch Zimmerleute des Zimmermeisters Karl Wastl aus Altenwörth; Gestehungskosten ungefähr 100 Schillinge, 23. März 

1936
Im heurigen Sommer wurden in den Wirtschaftgebäuden sehr viele Reparaturen durch Zimmermannsarbeiten vorgenommen, sodaß wieder für längere Zeit alles so ziemlich in Ordnung sein dürfte.

 

Pfarrer Karl Berthold

1939
Im heurigen Jahr wurde der Gang, die Kanzlei und Küche frisch ausgemalen. Außerdem wurden sämtliche Fenster und Türen sowie auch das große Tor auf die Gasse frisch gestrichen. Die Arbeit machte die Firma Klug von Kirchberg zur vollsten Zufriedenheit des Gefertigten. Den eisernen Zaun auf der Gasse hat der hiesige Malermeister Leop. Bedalofsky gestrichen. Die Arbeit war auch gut, aber er war sehr teuer.
 

1940
Am 16. Juni wurde die Statue des hl. Antonius vom früheren Pfarrer Jos. Dedelbacher geweiht. Die Statue wurde gespendet von einer Frau, die in Wien XV., der jetzigen Pfarre d. H. Dedelbacher, wohnt. Die Frau heißt Antonia Dekarer, Wien XV. Sechshauserstr. 8 (Zuckerbäckersgattin). Zum Dank seien dieser edlen Spenderin diese Zeilen hier gewidmet. 

1942
Am 20.Jänner mußten so wie im Weltkrieg die Kirchenglocken für die Kriegswerke abgeliefert werden. Von hier wurden drei abgeliefert; die große aus dem Jahre 1923; die 11 Uhr Glocke aus dem Jahre 1791 und die kleine aus  dem Jahre 1923; geblieben ist nur die Sterbeglocke. 

1944
Reparaturen konnten in der letzten Zeit fast gar keine durchgeführt wegen Knappheit an Material und aus Mangel an Arbeitskräften. Die meisten Waren sind bezugsscheinpflichtig. Bezugsscheine werden aber nur in den notwendigsten Fällen ausgegeben. 

1945
Auch Altenwörth war Kriegsschauplatz, vom 21.IV. – 8.V. Die Rußen waren am rechten Donauufer, die S.S. in Altenwörth. Manche Leute von hier sind geflüchtet nach O.Öst. oder Salzburg? Es war keine Kleinigkeit, in diesen Tagen in Altenwörth zu sein; in Gigging war es bedeutend besser. …Besonders der Kirchturm war immer wieder das Angriffsziel der Rußen, weil die S.S. eine Funkstation oben hatte. Kirche u. Pfarrhof haben deshalb sehr gelitten, besonders die Dächer u. Fenster, doch „umlegen“ konnten sie den Turm nicht. Auch die schönen, großen Kirchenfenster auf der Evangeliumseite, nebst den meisten anderen Fenstern in Kirche u. Pfarrhof  waren hin. Nebst vielen kleinen Treffern erhielt der Pfarrhof auf der Vorderseite einen Volltreffer; das Geschoß durchschlug die Mauer und traf eine im großen Zimmer stehende Kredenz; diese wurde vollständig zertrümmert, sonst ist nichts geschehen. Celebrieren konnte der Gefertigte täglich, aber sehr früh. Geschlafen haben die meisten Leute im Keller, auch der Gefertigte. 

Hier in Altenwörth war es nicht so arg wie in den umliegenden Ortschaften. Pfarrhof und Kirche wurden nicht gestohlen oder geplündert. 

1946
Bei herrlichem Frühlingswetter wurden am 24.März zwei neue Kirchenglocken geweiht, eine für die Kirche, circa 90 kg schwer, eine für die Kapelle Kollersdorf, circa 40 kg schwer. Die Glocken sind von der Firma Pfundner, Wien X. Troststraße 38. Dabei hat sich Herr Franz Passecker, Kollersd. 32 u. Frau Hellmer, Kollersdorf 49, sehr verdient gemacht.  

1947
Nun wird es mit dem elektrischen Licht ernst; die Firma Schneider aus Wien arbeitet schon seit Herbst 1946, auch in Kirche u. Pfarrhof ist es schon eingeleitet.

Im April wurden die Dächer der Kirche und des Pfarrhofes vollständig renoviert; die Arbeiten hat Herr Joh. Zichenrag, Dachdeckermeister in Grafenwörth, durchgeführt. 

Der 15. August wird für Altenwörth ein großer Gedenktag bleiben; an diesem Tag war nämlich die Lichtfeier. ….Die Einleitung für Kirche und Pfarrhof kostete 6.102,93 S; nicht mitgerechnet sind die Hilfsarbeiterstunden; doch ist alles bezahlt; auch die vielen Reparaturen seit 1945 sind alle bezahlt.  

Anfangs November wurden die Zimmer und der Gang im 1. Stock des Pfarrhofes frisch ausgemalen: Die Arbeiten führte Hr. Scharf, Malermeister St. Johann, durch. 

1948
Während der Ferien wurde mit der Renovierung der Kirche u. des Pfarrhofes angefangen; die Arbeit dauerte volle 8 Wochen und wurde von den Arbeitern des Baumeisters Österreicher aus Königsbrunn durchgeführt ohne irgendwelchen Zwischenfall; für das Baumaterial hat der Gefertigte schon in den früheren Jahren gesorgt. Für die Verpflegung der Arbeiter hat die gesamte Bevölkerung mitgeholfen. Die Kosten dafür betrugen über 8.000 S-. Diese Summe wurde aufgebracht durch den Verkauf des Kirchengartens neben der Schule. 

1949
Ostermontag d. 18.April war Glockenweihe. Drei neue Glocken wurden gekauft, zwei für die Kirche und eine für den Friedhof; damit haben wir unser vollständiges Geläute wieder. Die Mittel dazu waren von den beiden Gemeinden; doch wurde auch eine Haus-Sammlung für diesen Zweck gemacht. Die Glocken sind von Josef Pfundner, Wien X. Troststr. 38.       Auch die Kirche hat 1.100 S für die Glocken beigesteuert. Da wir wieder Glocken haben,  ließ der Gefertigte die Turmuhr und das Schlagwerk richten. Diese Arbeiten hat die Firma Kurzmann, Wien VII, Schottenfeldgasse 54 zur vollsten Zufriedenheit gemacht. Die Kosten dafür betrugen über 1.600 S und wurden von der Kirche bezahlt.

Im August wurde die Küche und das anschließende Zimmer, der Gang u. die Kanzlei frisch ausgemalen; die Arbeiten machte Herr Klug aus Kirchberg; die Kosten betrugen 315 S und wurde von der Kirche bezahlt.

Noch eine schwierige Arbeit wurde gemacht: Die großen Fenster in der Kirche auf der Epistel-Seite mit den Glasmalereien, die im Krieg schwer beschädigt wurden, sind einer gründlichen Reparatur unterzogen worden und schauen nun wieder wie neu aus. Diese Arbeit hat die Firma Götzer, Wien XVIII, Schulgasse 34 gemacht. Die Kosten betrugen 6.000 S und wurden von der Kirche bezahlt. 

1950
Im April hat Dachdeckermeister Felkl aus Absdorf das Dach des Pfarrhofes ausgebessert; dabei hat er nicht sehr gut gearbeitet. Sonst wurden heuer keine größeren Reparaturen durchgeführt. 

1951
Vor der Visitation d. H. Kardinal wurden verschiedene Reparaturen durchgeführt. So wurden Fenster und Türen frisch gestrichen, ebenso das Schulkreuz, das schwarze und die Stange der großen Fahne; auch das Missionskreuz wurde renoviert. Vor Aller-Heiligen wurden dann die Einfaßungen der Priestergräber frisch lackiert. Alle diese Arbeiten hat unser  Anstreichermeister Leopold Bhodhalovsky, Altenwörth 34, durchgeführt. 

1952
Arbeit hat H. Spenglermeister Knapp aus Neustift durchgeführt. Da das Tor auf der Gassenfront neben der Kirche schon sehr schlecht war, wurde es durch ein neues ersetzt, das Schupfentor wurde gründlich renoviert. Diese Arbeiten machten die hies. Zimmerleute. Unser Anstreichermeister hat den Drahtzaun des Vorgartens frisch gestrichen. 

1954
An den Gebäuden wurden heuer keine Reparaturen vorgenommen, jedoch an den Paramenten, so wurden drei Meßgewänder, Manipel, Stola u. der Baldachin einer gründlichen Reparatur unterzogen, ebenso die beiden kleineren und die große Kirchenfahne. Herr Leopold Magerl, Straßenwärter Kollersdorf 26, hat für diese Reparaturen 1000,-- S gespendet. Herz. Dank!

Da der Fußboden, der im Winter immer aufgelegt wurde, schon recht schadhaft war, wurde für diesen Zweck ein neuer Kokosläufer angeschafft.

Viele Neuanschaffungen und Herstellungen kirchlicher Gewänder u. Gebrauchsgegenstände sind erfolgt. So erhielt die Pfarrkirche 9 neue Meßgewänder u. 3 neue Pluviale. Die Aufzählung würde diese Seite füllen. Siehe Inventarverzeichnis von 1956!

 

Pfarrer Wilhelm Grubmüller

1957
Neubau des Pfarrhofes
Begonnen wurde mit dem Abbruch (Abdecken des Daches) am Freitag den 10.Mai um 6 Uhr früh. Dank der fleißigen Mithilfe aller Pfarrangehörigen konnte dem Neubau, der auf die alten Grundmauern gesetzt wurde, bereits am 16. Juli wieder der Dachstuhl (allerdings ein neuer!) gesetzt werden.

Näheres zum Neubau des Pfarrhofes finden Sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/altenwoerth/altenwoerth 

1958
Der heuer, wenn auch anfangs sehr milde, dann aber doch außergewöhnlich lang anhaltende Winter (fast bis Mitte April), ließ die Fertigstellungsarbeiten am Pfarrhofbau nicht eher beginnen. Erst nach Ostern wurde dann mit Nachdruck an die Arbeit gegangen: Malen, Anstreichen u. Verputz der Fassade. 

1959
Im Sommer dieses Jahres mußte das Kirchendach gründlich repariert („überstiegen“) werden, welche Arbeit der Dachdeckermeister Emmerich Leuthner aus Grafenwörth besorgte. 

1961
Beim Ausbau der Straße nach Kollersdorf mußte aus Verkehrssicherheitsgründen vom Pfarrhofgarten ein Stück an die Straßenverwaltung abgetreten werden. Die Gartenmauer wurde an der Südseite bis zur Baulinie in Fortsetzung der Pfarrhof-Hausmauer zurückgenommen und auch auf der Westseite beträchtlich hereingegangen. Als Entgelt hat die Gemeinde auf eigene Kosten eine „neue“ Mauer aufstellen lassen, die jetzt wenigstens zum neuen Pfarrhof dazupaßt. 

1962
Anläßlich der geplanten Außenrenovierung der Kirche soll auch die Lourdeskapelle umgebaut werden. Eine Kommission der n.ö. Landesregierung, ein Vertreter des Bundesdenkmalamtes und Vertreter der Gemeinde sowie der Kirchl. Behörde u. Baumeister Dammböck nahmen eine Besichtigung an Ort u. Stelle vor. Der Abbruch u. Neubau der Kapelle wurde genehmigt. Die neue Kapelle soll eine Beicht u. Taufkapelle werden u. nur von der Kirche aus zugänglich sein. Der geplante Rohbau dieser Kapelle konnte leider nicht mehr ausgeführt werden, da die Arbeit auf den Feldern drängte u. der Winter zu früh einsetzte. 

1963
Die Seitenkapelle wurde endlich abgetragen und als Beicht u. Taufkapelle wiederaufgebaut. Fehlt aber noch die Innenausstattung. (Pflaster – Beichtstuhl u. Taufstein). 

 Schulfoto 1947/48 vor der ehemaligen Lourdeskapelle zwischen Kirche und Schulgebäude
Foto: Erich Trezmüller

 

1964
Im Laufe der Sommermonate wurden im Pfarrhof die Fenster an der Außenseite neu überstrichen; Ebenso die Fenstergitter u. Fensterläden. (in Eigenregie!). 

In der neu erbauten Beichtkapelle wurde ein neuer Taufstein mit Kupfer-Einsatz u. Deckel aufgestellt und ein kleiner Altartisch an der Wand angebracht. Für die Renovierung des Kirchenturmes  wurden von der e.b. Finanzkammer ein a.o. Zuschuß gebilligt. Leider hat H. Baumeister Damböck trotz wiederholter Aufforderung mit den Arbeiten erst im Oktober begonnen. Das bald einsetzende Schlechtwetter behinderte die Arbeiten beträchtlich und wohl auch die Güte der Ausführung. Das westliche runde Turmfenster wurde bei dieser Gelegenheit zugemauert und die zwei anderen mit Bleiverglasungen versehen. Dies bedeutet einen großen Schutz für die Turmuhr.

Auch diese wurde von der Fa. Lukasch in Tulln ganz überholt.

Auch den Platz vor der Kirche – zwischen Schule u. Pfarrhof – hat die Gemeinde asphaltieren lassen. Die beiden alten Linden (eine war schon ganz dürr) wurden entfernt, die Statue des hl. Johannes neu aufgestellt mit einem Rondo für Blumen umgeben und zwei neue Lindenbäumchen gesetzt. 

1965
Für die Kirchenrenovierung  wurden in diesem Jahre von der e.b. Finanzkammer 50.000 S Zuschuß und ebensoviel Darlehen gewährt. Die Kirche wurde außen gänzlich vom alten Mörtel befreit, frisch angeworfen und natur verputzt. Rings herum wurde ein Sockel vertieft mit Traufenpflaster angelegt. Das Kirchendach wurde zur Hälfte (westliche – Wetter – Seite) ganz neu gedeckt und die 2. Hälfte mit den alten, noch guten Ziegeln umgedeckt. Die Dachrinnen wurden ganz erneuert und in neu angeschaffte Abflußkanäle abgeleitet. Auch eine neue Blitzschutzanlage wurde angefertigt. Der Eingang zum Garten zwischen Taufkapelle und Schule wurde mit einem kleinen Eisentor abgeschlossen. 

1966
Zum Abschluß der Außenrenovierung der Kirche wurden noch die beiden Eingangstüren außen neu gestrichen. Ebenso mußte im Vorraum des Kirchenchores eine neue Decke gemacht werden und neben der Orgel die Decke auf etwa 2 m ausgebessert werden.

Beim heurigen Fastentriduum – welches diesmal Professor Wurzinger aus Gänserndorf hielt – konnte zum erstenmal der neue Beichtstuhl benützt werden. Er ist nach dem Plane des kirchl. Bauamtes (Ingen. Ratke) von unserem Tischlermeister in Kollersdorf, Walter Magerl, aus Eiche hergestellt worden. Somit ist die bereits fertige Taufkapelle auch zur Beichtkapelle geworden.

 Ansicht der Kirche vor der Renovierung 

1967
Das wichtigste Ereignis dieses Jahres war die Innenrenovierung unserer Kirche.  Nach langjähriger Vorbereitung konnte sie nun endlich durchgeführt werden. Am 29. Mai wurde das Allerheiligste nach der hl. Messe in eine freistehende Schulklasse übertragen. Dort war nun auch wochentags immer die hl. Messe. An Sonntagen wurde der Hauptgottesdienst am Gasthofsaal – Hametner abgehalten; die 2. Hl. Messe war dann jeweils in einer Filiale (Winkl – Kollersdorf bzw. Sachsendf.). 

Der vor 100 Jahren (1867) aufgestelle Altaraufbau (Tischlergotik)  wurde wegen seiner Gebrechlichkeit zur Gänze entfernt. Nur das Altarbild, bisher oben zugespitzt – wurde zur rechteckigen Fläche ergänzt und mit einem schweren Rahmen umgeben und an der Rückwand der Kirche angebracht. Auch die beiden Statuen (hl. Josef u. hl. Florian) wurden neu gefaßt und auf einem Postament etwas tiefer zu beiden Seiten des Bildes aufgestellt. Der Altar selbst, aus italienischem Marmor, wurde als Volksaltar in der Mitte des Presbyteriums aufgestellt. Ihm zur Seite, zwischen Altar u. Fensterrand, wurde das Tabernakel in einer Marmorsäule angebracht. Ein kleiner Steinaltar ist seitl. unter der Muttergottesstatue (früher Marienaltar) und das Kreuz wurde dem gegenüber (wo früher die Kanzel war) angebracht. Die ganze Kirche wurde auf gleiches Niveau gebracht (ohne Stufe beim Eingang!) – betoniert u. im Gang u. vorne mit Terrazoplatten (bzw. Kunststeinstufen) verlegt. Die Steinmetzarbeiten wurden von der Fa. Heinz Ecker, Wien- Simmering durchgeführt. Die Bänke im Kirchenschiff wurden alle erneuert und bedeutend weiter (bequemer) gemacht. (Fa. Wanger aus Langenlois.) In den Bänken wurde eine elektrische Heitzung angebracht. Auch wurde die Kirche neu ausgeleuchtet mit Zweckbeleuchtung im K.Schiff u. Scheinwerfern im Presbyterium. (Fa. Ing. Knofel, Altenwörth). Die Malerarbeiten u. Restaurierungen der Statuen hat die Fa. Rudolf Weidenauer v. Horn übernommen. 

1968
Zu Beginn der Fastenzeit wurde endlich auch der renovierte Kreuzweg nachgeliefert. Die ursprünglich 1910 von einem Tiroler Schnitzer angegfertigten Reliefbilder wurden aus dem alten (neugotischen) Rahmen herausgenommen und mit einen kleinen Sockel, mit der jeweiligen Stationsaufschrift, im Kirchenschiff gleichmäßig verteilt angebracht. So kommen die schönen Darstellungen erst richtig zur Geltung und vollenden ihrerseits die erstrebte Modernisierung der Kirche zum allgemeinen Gefallen aller Besucher aus nah und fern.

Für dieses Jahr war auch die Renovierung der Orgel geplant. Durch ein Gebrechen der Windlade – ausgelöst durch die geringe Feuchtigkeit infolge der elektr. Heizung – wurde sie zu Pfingten aktuell. Außer dieser notwendig gewordenen Reparatur der Windlade wurden die 12 größten hölzernen Pfeiffen des Registers Prinzipal 8‘, die total wurmzerfressen waren, durch neue als Metall ersetzt. Ebenso wurde zur weiteren Klangverbesserung das Register: Mixtur 1 1/3‘ 3fach (168 Pfeiffen aus Zinn) erneuert. Die Arbeiten wurden von der Orgelbau-Fa. Gregor Hradetzky – Krems ausgeführt. 

Nach Abschluß der großen Renovierungsarbeiten in den letzten Jahren stand nun nur mehr die Elektrifizierung der Turmglocken aus. Hiezu lieferte die Fa. Josef Pfundner, Wien X., die notwendigen Läutemaschinen und sorgte auch für ihre Montage, sowie für die Neulagerung der Glocken (Kugellager!) Zur automatischen in Betriebsetzung (Gebetläuten - Freitag läuten) hat die Fa. Emil Schauer, Wien XIX. die hiezu notwendige elektrische Schaltuhr geliefert. 

1969
Zu Beginn der Fastenzeit wurden endlich auch die neuen Kreuze zum renovierten Kreuzweg geliefert.

In diesem Jahre konnte endlich vom kirchlichen Bauamt die Erlaubnis zum Einbau einer Zentralheizung im Pfarrhof erlangt werden Es ist eine automatische Ölheizung mit Kessel u. Ölraum im Keller. Durchgeführt wurden die Installationsarbeiten von der Fa. Schmid-Schrems. 

1970
Gleichsam als Nachtrag zur Vollendung der Innenrenovierung wurden heuer noch 18.000,- S an die Fa. Rudolf Weidenauer aus den eingegangenen Spenden bezahlt. Und zwar für ein neues Pult (Ambo) mit den 4 Evangelisten von der alten Kanzel;  3 Vortragskreuze u. 1 kl. Kredenzkreuz sowie 2 goldene Holzleuchter u. der „Auferstandene Heiland“ wurden renoviert. Ebenso wurden noch 3 Figuren vom früheren Inventar erneuert nachgeliefert (1 Christus mit Weltkugel v. Hochaltar u. 2 Statuen vom Seitenaltar (hl. Sebastian u. Leonhard). Diese beiden letzten – wurden an der Rückseite der Kirche unter dem Chor angebracht, während die Christusstatue einstweilen in der Sakristei aufgestellt wurde. 

1971
Bereits Ende Februar konnten, dank günstiger Witterung, die geplanten Anstreicher-Arbeiten durchgeführt werden. Es wurden alle Fenster u. Türen neu gestrichen von der Fa. Franz Rauch, Königsbrunn. Gleichzeitig wurde vor der Kanzlei eine neue Sitzbank (Eiche) aufgestellt. 

1972
Dank dieser außerordentlichen Zuweisung konnte nun endlich auch das Mobiliar in der Pfarrkanzlei erneuert werden. Vom Tischlermeister K. Aschauer in Neustift wurden geliefert u. aufgestellt: eine Eckbank mit Tisch u. Sessel, ein Schreibtisch mit anschl. Regaltischen u. ein Archivkasten. 

1973
In der Kirche mußte die Orgel wieder überholt werden. War verstimmt und einige Tasten sprachen nicht an. Um den Preis von 1.700,- S wurden die Arbeiten von der Fa. Gregor Hradetzky, Krems ausgeführt. Ferner mußte bei der mittleren Glocke der Klöpel erneuert werden. Dies wurde durch Arbeiter der Fa. Grassmayer Innsbruck (Nachfolgerin der Fa. Pfundner) durchgeführt. 

1975
In Anbetracht der bevorstehenden Bischofsvisitation mußten heuer auch einige Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Das Einfahrtstor in den Hof (zwischen Kirche u. Pfarrhof) wurde erneuert. Es wurde aus Eisen mit Glasfenstern u. Oberlicht gemacht, so daß die einzelnen Torfügeln leichter (wie bisher) zu schließen sind. Gleichzeitig wurde auch der gemauerte Torbogen neu gestrichen, so wie auch die Kirchentüren und das Missionskreuz. Im Pfarrhof wurde der Pfarrsaal ausgemalt. 

1977
Eine General-Überholung der Orgel wurde wieder notwendig. Dabei mußte eine automatische Spieltrakturregelung für das Manual eingebaut werden, so wie eine neue Pedalkoppelanlage für den Spieltisch und eine Wellenbrettanlage für das Manual der Orgel. Gleichzeitg wurden alle Holzteile gegen den Holzwurm geschützt. 

1979
Ende Juni wurde mit der Renovierung des Kirchenturmes begonnen. Die Maurerarbeiten – Abschlagen des Mörtels – frischer Anwurf und Färbelung wurden durch Baumeister „Becker“ von Kirchberg durchgeführt. Die Spenglerarbeiten wurden einer Wiener Firma (Theodor Schiller) übergeben. Das Dach wurde neu gedeckt mit Kupferblatten. Auch das Kreuz und die Kugel wurden neu aufgesetzt, nachdem sie zuvor am Sonntag bei der Pfarrmesse in der Kirche geweiht worden waren. Auch ein Großteil der Bretter unter dem Blech mußten erneuert werden. Die Gesamtkosten wurden mit 570.000,- S veranschlagt und zu je ein Drittel von der Finanzkammer als Darlehen bezw. als a.o. Zuschuß u. ein Drittel Eigenmittel aufgebracht. Die Gemeinde hat einen Zuschuß (100.000,- S) versprochen, allerdings erst für das kommende Jahr.

Am Turm wurden die Zifferblätter – sie waren bisher nur an die Mauer angemalen – neu angebracht von der Uhren-Firma „Schauer“ Wien. 

1981
Dank einer Subvention von seiten der Landesregierung anläßlich der Turmrenovierung konnte die für nächstes Jahr geplante Ausmalung der Kirche heuer schon vorgenommen werden. Auch Orgel u. Empore wurden wieder neu gestrichen, so wie einige Türen. Die Sakristeitüre wurde ganz erneuert (Fa. Aschauer, Neustift). Die Maler u. Anstreicherarbeiten samt Gerüst übernahm wieder die Fa. Weidenauer v. Horn. Der Gottesdienst war in dieser Zeit in der Schule, wo die Pfarre einen größeren Raum gemietet hat (für Kirchenchor u.J.S) 

1982
Schon im Vorjahr wurde mit der Zweitverglasung der Kirchenfenster begonnen. (Westseite!) Heuer, teils noch im Winter, wurden diese Arbeiten fortgesetzt u. abgeschlossen. Für gute Ausführung sorgte die bekannte Fa. Geyling, Wien. 

1983
In diesem Sommer mußten auch die Fenster im Pfarrhof wieder angestrichen werden, so wie das Hoftor zum Kirchenplatz. Im Pfarrhof selbst wurden Küche, Kanzlei und Stiegenhaus ausgemalt, durch Malermeister Kopp von Kirchberg. 

1984
Zum Abschluß der Vorbereitungsarbeiten auf das Jubiläum (1980 Turm u. 1981 Innen-Renovierung) wurde noch vor Ostern auf Drängen des P.G.R. eine elektroakustische Verstärkeranlage angeschafft. Installiert wurde sie von der Fa. Veritas-Wien.  

 Bauplan der Kirche, Pfarrchronik

 

Maria Knapp
Februar 2012