Kleindenkmäler und Gedenktafeln in Altenwörth

 

Donau-Altarm-Brücke – Denkmal zur Errichtung

Die Donaualtarmbrücke wurde 1991/92 gebaut. Der Gedenkstein befindet sich am Weg zur Brücke. Die Gedenktafel wurde vom St. Pöltner Künstler Andreas Herfert hergestellt. 

 
Die Inschrift lautet:
DONAUALTARMBRÜCKE ALTENWÖRTH
ERRICHTET VON DER
MARKTGEM. KIRCHBERG AM WAGRAM
IN ZUSAMMENARBEIT MIT:
AMT DER NÖ. LANDESREGIERUNG, ABTEILUNG B/2-D
BRÜCKENMEISTEREI KREMS AN DER DONAU
STRASZENBAUABTEILUNG 2 TULLN
STRASZENMEISTEREI KIRCHBERG AM WAGRAM
WASSERSTRASZENDIREKTION
ÖSTERREICHISCHE DONAUKRAFTWERKE-AG
1991-1992
 
 
 
 
Denkmal und Brücke im Jahr 2017
 
 
 
Donaukreuz
 
Das hölzerne Dachkreuz steht neben dem Treppelweg, direkt an der Grundgrenze des ehemaligen Gasthauses Einwögerer.
 
Der Platz beim Donaukreuz wurde viele Jahre lang als Ausgangspunkt für kirchliche Prozessionen, z.B. für die Palmweihe, Erntedank, etc. genutzt. 
 
Das Kreuz vor 1902, als das Gasthaus noch Fierlinger hieß.
 
   
Alte Aufnahmen des Kreuzes – in der Mitte beim Hochwasser 1954
Fotos: Berta Mazzucchelli Altenwörth, (2x); Erich Trezmüller, Gigging
 
 
             
Das neue Kreuz, das im Jahr 1992 renoviert wurde, 2018 und 2021
 
 
 
Ertrunkenenkreuz
 
Aus der Pfarrchronik von Pfarrer Josef Dedelbacher: Am 15. August 1927 ließ der gefertigte Ortspfarrer an der Kampmündung ein eichenes Holz Kreuz aufstellen als Denkzeichen für die unglücklichen Opfer, die in der Donau ihr Grab gefunden haben. und weihte es ein. R.i.p.
Alleine von 1921 bis 1927 sind dort drei Personen ertrunken.
 
Das Denkmal befindet sich linker Seite ein Stück oberhalb des westlichen Endes des Treppelweges.
 
Die Inschrift lautet:
GEDENKET DER ERTRUNKENEN
15.VIII. † 1927        
 
  
Beim Kreuz, 1951 – Foto: Erich Trezmüller, Gigging
Betende Kinder – Foto: Hermine Ploiner, Etsdorf
 
 
Mittlerweile wurde ein neues hölzernes Dachkreuz mit derselben Inschrift errichtet.
 
 
 
Heiliger Florian
 
Der aus Holz geschnitzte Hl. Florian mit Blechüberdachung wurde 2016 vor dem erneuerten Feuerwehrhaus aufgestellt.
 
Der neu renovierte Florian mit dem Fronleichnamsaltar vor dem Kriegerdenkmal im Jahr 2022
 
 
 
(Friedhofskapelle, Friedhofskreuz und Passecker-Kreuz
werden bei Gigging behandelt, da sie in der Freiheit dieses Ortes liegen.)
 
 
 
Hartlkreuz
 
Am 8. August 1961 ertrank Andreas Hartl aus Kollersdorf beim Baden in der Donau. Ein wenig von der Badebucht entfernt, befand sich ein Bombentrichter im Wasser, der einen Wirbel erzeugte. Die Einheimischen wussten darüber Bescheid und warnten auch auswärtige Badegäste. Andreas Hartl hatte entweder davon nichts gewusst oder die Gefahr unterschätzt.
Die Familie ließ unweit der Unglücksstelle, heute ein Stück oberhalb der Altarmbrücke,  dieses hölzerne Kastenkreuz mit Steinsockel und Inschrift errichten.
Näheres dazu siehe hier.
 
Die Inschrift lautet:
ZUM GEDENKEN
AN UNSEREN LIEBEN
ANDREAS HARTL
AUS KOLLERSDORF
DER AM 8.8.1961 IM 20. LBJ.
BEIM BADEN ERTRUNKEN IST.
 
 
Foto aus dem Jahr 2016

 

Hochwasserkreuz

Das hölzerne Dachkreuz wurde nach dem Hochwasser im Jahr 1954  rechts kurz vor dem Ortsende von Altenwörth nach Gigging aufgestellt.

Die Inschrift lautet: 

ZUR ERINNERUNG

AN DAS

HOCHWASSER

IM JULI 1954

 

Das Kreuz im Jahr 2017

 
 
Hochwasserschutzdamm - Gedenktafel
 
Diese an einem Betonsockel befestigte Tafel befindet sich auf einer Blumeninsel neben dem Treppelweg oberhalb des unteren Badestegs.
 
Die Inschrift lautet:
DIESER HOCHWASSERSCHUTZDAMM WURDE
IN DEN JAHREN 1961 – 1965  ÜBER
INITIATIVE DES BGMST. LANDESRAT
ÖKONOMIERAT JOHANN WALTNER
ERBAUT.
 
 
 
Der Gedenkstein, 2022, der Platz davor im Jahr 2010
 
 
 
Hubertuskapelle
 
Diese Laubenkapelle befindet sich am Weg über die Donau-Altarmbrücke zum Donaukraftwerk, südlich des neuen Fischaufstieges.
Die Kapelle ist 1988 von der Donaukraftwerke AG errichtet worden.
 
Die Inschrift auf dem Altarsockel lautet:
Hl. Hubertus, bitte
für die Natur. 
 
  
Die Kapelle in den Jahren 2015, 2018 und 2020
   
 
 
Johannes Nepomuk-Statue und Linden
 
Die Sandsteinfigur auf einem Sockel mit geschwungenem, profiliertem Blechdach erhebt sich gegenüber dem Kircheneingang, wobei der Heilige zur Straße blickt.
 
In der Pfarrchronik steht zu lesen: Auf diesem Platze haben die Pfarrkinder erst im Jahre 1715 eine Statue des h. Johann v. Nepomuk vom Steine errichten lassen, u. diesen Heiligen wegen der vielen Wassergefahren zu ihrem Fürbitter gewählt. Unten am Sockel  ist allerdings die Jahreszahl 1818 eingeritzt.
 
Laut  Amtsblatt der Bezirkshauptmannschaft Tulln vom 30. März 1929 wurden die beiden Linden am Kirchenplatz zu Naturschutzdenkmälern erklärt. Vermutlich dürften diese zwei mächtigen Bäume bei der Errichtung der Johannesstatue im Jahre 1715 gesetzt worden sein. 
 
Bei der Renovierung der Kirche im Jahr 1964: Auch den Platz vor der Kirche – zwischen Schule nd. Pfarrhof – hat die Gemeinde asphaltieren lassen. Die beiden alten Linden (eine war schon ganz dürr) wurden entfernt, die Statue des hl. Johannes neu aufgestellt mit einem Rondo für Blumen umgeben und zwei neue Lindenbäumchen gesetzt. 
 
1996 wurde die Statue aus Mitteln des Heimat- und Fremdenverkehrsvereines restauriert.
 
Die Inschrift lautet:
Johannes
von
Nepomuk
Generalvikar, Märtyrer
geb. um 1350 in Pomuk
gest. 20.3.1383 in Prag

Die Inschrift auf der Rückseite:
1996
RESTAURIERT
aus Mitteln
des HFVV
Altenwörth-Gigging
anläßlich seines
25-jährigen Bestehens
 
Die beiden mächtigen Bäume links im Bild
 
Rechts im Bild die Schule, die beiden Linden, dahinter der Pfarrhof
 
1931, beim Besuch von Theodor Kardinal Piffl, wie damals üblich, war die Statue von einem Eisengitter umgeben.
Karten: Herbert Eder, Kollersdorf, Erich Trezmüller, Gigging 
 
   
Kirche und Statue im Jahr 2012 
     
   
   
Statue und Sockel im Jahr 2022
 
 
Der malerische Kirchenplatz mit den beiden bereits wieder kräftig gewachsenen Linden wird
gerne als Platz für kirchliche Feste verwendet: Palmweihe, Osterfeuer, Beginn der
Fronleichnamsprozession etc.
 
 
 
Kaiser-Gedenktafel
 
Wie der Schulchronik zu entnehmen ist, wurden besonders hier in Altenwörth die Namens- und Geburtstage des Kaisers und der Kaiserin stets auf würdige Art gefeiert. Der Ablauf solcher Feiern soll daher hier originalgetreu aus der Schulchronik wiedergegeben werden:
 
Am 18. April 1908 wurden nach der Auferstehungsfeierlichkeit 3 Lindenbäume beim Schulhause anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät unseres Kaisers gesetzt. Anwesend war die Gemeindevertretung, der Ortsschulrat, sämtliche Schulkinder, die Feuerwehr in Parade, der hochw. Herr Pfarrer und die meisten Ortsbewohner. Nachdem vom Schulleiter H. Anton Bachner eine passende Ansprache gehalten wurde, wurden die Bäume gepflanzt. Nach der Pflanzung wurde von den Schulkindern das Kaiserlied unter Musikbegleitung gesungen. Ein begeistertes dreimaliges Hoch auf Seine Majestät schloß die erhebende Feier.
 
Am 1. Dezember abends war anläßlich des 60jährigen Regierungsjubiläums der Ort Altenwörth und Gigging beflaggt und von 6 Uhr abends bis 10 Uhr abends sämtliche Fenster beleuchtet. Einzelne Häuser wiesen wunderschöne Dekorationen auf; so der Pfarrhof, das Haus vom Schreiber dieses, Piéta, und viele andere.
Die Feuerwehr veranstaltete einen Fackelzug, Während desselben ließ der Hauptmann bei der Gedenktafel halten und sprach einige Worte über die Bedeutung des Tages und schloß mit einem 3maligen Hoch auf seine Majestät, worauf die Volkshymne gesunden wurde.
Über Einladung des Hauptmannes Anton Bachner, Lehrers hier, beteiligte sich an diesem Fackelzuge auch die Gemeindevertretung, der Gesang- und Musikverein Altenwörth-Gigging, dessen Obmann auch Anton Bachner ist, sowie der größte Teil der Bevölkerung. Der Zug bewegte sich von Nowotnys Gasthaus bis zu Fierlingers Holzhandlung von dort hinunter durch den ganzen Ort bis zu Wastls Holzhandlung, dann zurück nach Gigging und durch ganz Gigging durch und in Blauensteiners Gasthaus in Gigging löste sich der Zug auf.
Am 2. Dezember wurde um 8 Uhr früh ein feierliches Hochamt gelesen, wobei Herr Pfarrer eine Festrede hielt. Nachdem erfolgte die Enthüllung und Einweihung der von der Gemeinde gewidmeten Gedenktafel, welche im Vorgarten des Schulhauses zwischen den Kaiserlinden aufgestellt wurde. (Hervorhebung durch die Autorin)
Die Feuerwehr von Altenwörth-Gigging, Kollersdorf-Sachsendorf, der Gesangsverein, die Gemeindevertretung, die Ortsschulräte, die Schuljugend mit dem Lehrkörper zogen unter klingendem Spiel zur Gedenktafel. Während der Enthüllung spielte die Musik ein passendes Stück, dann nahm der hochwürdige Herr Pfarrer die Einweihung vor. Nach derselben sang der Gesangsverein das Lied „Dem Kaiser“, hierauf hielt der Herr Bürgermeister, Anton Söllner, eine Festrede, welche mit einem 3maligen Hoch auf Seine Majestät, in das sämtliche Anwesende begeistert einstimmten, schloß.
Die Musik spielte die Volkshymne, welche von allen Anwesenden mitgesungen wurde. Damit war diese Feier beendet und nun ging der H. Lehrer Anton Bachner mit dem Ortsschulrate, den Schulkindern und den Eltern derselben in das festlich geschmückte Schulzimmer.
Hier sangen die Schulkinder das „Deutsche Weihelied“, und darauf hielt der Schreiber dieses die Festrede. Nach dieser wurde vom Schüler, Gruber Leopold, das Gedicht „Rudolf belohnt seine Söhne“ aus König Ottokars Glück und Ende sehr schön vorgetragen. Die Kinder sangen nun „Hoch Österreich“. Darauf trug die Schülerin, Antonia Bachner, das Gedicht „Lob Österreichs“ recht schön vor und die Kinder sangen dann das Lied „Mein Vaterland“.
 
Die Inschrift lautet:
DIESE GEDENKTAFEL WURDE
ANLÄSSLICH DES 60 JÄHRIGEN
REGIERUNGSJUBILÄUMS
SEINER MAJESTÄT KAISER
FRANZ JOSEF I.
VON DER ORTSGEMEINDE
ALTENWÖRTH ERRICHTET.
1848-1908 
 
 
Die Schule vor 1913
 
Wie im Text zu lesen, war die Jubiläumstafel im Vorgarten der Schule aufgestellt.
1913 wurde die Schule abgerissen und neu erbaut. Im Zuge dessen kam die Tafel in eine rundbogige Nische an der Außenwand des neuen Gebäudes, heute Kindergarten.
 
   
  
Kindergarten und Tafel im Jahr 2015 
 
 
 
 
Kriegerdenkmal
 
Laut folgendem Text in der Pfarrchronik wurde 1922 ein Kriegerdenkmal errichtet: Dem Andenken der gefallenen Krieger aus Altenwörth und Gigging wurde seitens der Gemeinde eine würdige Gedenkfeier gehalten und von den Veranstaltern dieses Festens (der kath. Burschenverein) eine stimmungsvolle Gedenktafel an der Kirchenfront gewidmet (20. August 1922).

Ähnliches aus der Schulchronik: Am 27. August fand in der Schulgemeinde die Einweihung der Kriegergedenktafel statt. Dieselbe wurde rechts vom Hauseingange zur Kirche in der Mauer festgemacht und vom Burschenvereine „Donauhort“ gewidmet. Auf derselben sind 20 Kriegsgefallene verewigt. Bei der Feier sprach der Schreiber dieser Zeilen im Namen der Heimkehrer. (Es handelte sich dabei um Schulleiter Friedrich Süß)
 

Das Kriegerdenkmal nach dem 1. Weltkrieg rechts an der Kirchenwand, 
davor die beiden Linden mit dem Gitter, das die Johannes Nepomuk-Statue umgab.


Das neue Denkmal beider Kriege, aus hellem Marmor bestehend, errichtete die Gemeinde, bevor sie 1972 an die Marktgemeinde Kirchberg am Wagram angegliedert wurde, auf dem Platz zwischen (ehemaliger) Schule und Feuerwehrhaus. Links befinden sich zwei Tafeln mit den Gefallenen des 1. Weltkrieges, rechts zwei Tafeln mit jenen des zweiten Weltkrieges.
 
Die Inschrift auf der mittleren Tafel lautet:
DEN OPFERN
BEIDER
WELTKRIEGE
ZUM GEDENKEN
GEWIDMET
GEMEINDE
ALTENWÖRTH-GIGGING
 
 
Das Kriegerdenkmal im Jahr 2022
 
 
 
Missions-Kreuz
 
Rechts neben der Kirche, vor der Taufkapelle befindet sich das Missionskreuz, das anlässlich der Volksmission im Jahr 1920 gesetzt wurde. Es war eine Spende des Herrn Klausgraber aus Kollersdorf und wurde am 28.11.1920 geweiht und in feierlicher Weise in Prozession durch das Dorf getragen.
Im Jahr 1951, vor der Visitation durch Theodor Kardinal Innitzer wurde das Kreuz renoviert. 1960 fand ein neuerlicher Anstrich statt.
 
Über die Volksmission im Jahr 1950:
Vom 25.Feb. – 5. März war Volksmission, Leiter war H.H. Wehner aus Wien X., Quellenstraße 197. Der Erfolg war ein recht guter. Es waren 600 Beichten und 1100 Kommunionen. Besonders gut war die Anteilnahme der Männer u. Burschen, worüber der Missionär eine besondere Freude hatte.
 
Die Volksmission steht im Unterschied zur herkömmlichen Seelsorge für eine Form der Evangelisierung innerhalb der eigenen Kirchen. Sie wurde zu einem Sammelbegriff für Aktivitäten zur Glaubenserneuerung in einer bereits christianisierten Bevölkerung und innerhalb schon bestehender Pfarrgemeinden und Kirchengemeinden. Ihr Ziel ist nicht die Taufe und die Gründung neuer Kirchen und Kirchengemeinden, sondern die Intensivierung des Glaubenslebens der zugehörigen Mitglieder. (Wikipedia)
 
Die Inschrift lautet:
HEILIGE VOLKSMISSION
1920,1924, 1929, 1950, 1962 
 
 
Das Kreuz im Jahr 2022
 
 
 
Pestkreuz (neues)
 
Der gemauerte und verputzte Bildstock mit einem Pyramidendach aus Ziegeln und Lothringer Kreuz obenauf wurde um 1996 vom Heimat- und Fremdenverkehrsverein Altenwörth-Gigging an der Nebenstraße vom Sportplatz nach Gigging errichtet, um das alte Pestkreuz, das etwas nordöstlich davon auf einem Acker steht und schon damals ziemlich desolat war, zu ersetzen.
Die Nische, in der ein Kreuz sowie zwei Engelköpfe angebracht sind, hat drei vergitterte Öffnungen.
 
    
Fotos von 2022
 
 
Pestkreuz (altes)
 
Dieses ziemlich desolate gemauerte Kreuz, das wahrscheinlich früher verputzt war, befindet sich am Acker, der auf den Tennisplatz an der Nebenstraße von Altenwörth nach Gigging folgt. Pfarrer Josef Dedelbacher hat  das Kreuz in der Pfarrchronik erwähnt: Auch auf der Straße nach Kirchberg steht noch ein Marterl, und ein ganz ähnliches auf dem Feldwege in den 'Hotten', unterhalb Altenwörth, sogenannte Pestkreuze oder Pestmarterl. Derartige Pestmarterl findet man allerorts. Das größte Pestjahr war 1679. - Bei Pestmarterln findet man regelmäßig auch Totengebeine, jedenfalls Spuren der Pestfriedhöfe.
 
Die gefürchtetste Krankheit war die Beulenpest, die jahrhundertelang epidemieartig über Europa hereinbrach. Sie begann mit Kopfweh, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Kurz darauf zeigten sich "Dippel“ am Körper, der Tod trat meist in kürzester Zeit auf und raffte ganze Familien dahin.
 
Die Pest, seit Jahrhunderten der Schrecken unseres Landes, verlor auch in den ersten zwei Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts nichts von ihrer Fürchterlichkeit. Sie hatte aber in den Jahren 1710 – 1715 ihren letzten Höhepunkt und suchte diesmal ganz besonders die Dörfer heim. Sie kam aus Ungarn, trat 1711 zuerst in unserem Bezirke in Groß-Weikersdorf auf und verbreitete sich über den ganzen Bezirk."
Quelle: Otto Biak: Die Geschichte der Stadt Tulln
 
Folgende Pestjahre werden in der Pfarrchronik Altenwörth aufgezählt: 1349, 1359, 1365, 1367, 1368, 1380, 1397, 1409, 1410, 1431, 1445, 1471, 1477, 1543, 1558, 1626, 1655, 1679, 1713, 1714 und 1741
 
 
Das Kreuz im Jahr 2022
 
Das Pestkreuz ist in folgenden Karten eingezeichnet:
 
 
Poller
 
Bei einem Poller (Reitstecken, Reitstock) handelt es sich um einen  etwa 2 m tief  eingegrabener Baumstamm mit 50 bis 60 cm  Durchmesser, der ungefähr 1 m aus dem Boden herausragte und u.a. zum Befestigen des Seiles beim Anlanden der Schiffe am Ufer diente. Ursprünglich waren sie aus Akazienholz. Heute bestehen sie aus einem mit Beton gefüllten Stahlrohr.
 
 
Holzpoller um 1940
Foto: Erich Trezmüller, Gigging
 
Im Andenken an die Vergangenheit von Altenwörth direkt am Donaustrom wurden Poller am Treppelweg und vor dem ehemaligen Amtsgebäude mit erklärendem Text platziert.
 
   
Die Poller im Jahr 2022
 
 
 
Sigmaresweret-Gedenkstein
 
Der Kindergarten Altenwörth hat anlässlich der 1000-Jahrfeier des Ortes (siehe hier) einen großen Stein zum Sitzen und Entspannen sowie eine Gedenktafel an der Donau unterhalb des ehemaligen Gasthauses Einwögerer errichten lassen.
 
Die Inschrift lautet:
Jubiläumsjahr 2014
1000 Jahre Altenwörth
Ersterwähnung 1014
„Sigemaresweret“
Der Kindergarten nimmt dies
zum Anlass und widmet
diesen Stein.
„Nimm Dir Zeit-
            setz dich –
                        und erlebe die
                   wunderbare Natur.“
2014 Altenwörth
1014 Sigemaresweret  
 
 
Die Steine im Jahr 2022
 
 
 
Waltner-Linde
 
Die Linde befindet sich vor dem Nebengebäude des Feuerwehrhauses, direkt neben dem Kriegerdenkmal. Der aus Natursteinen gemauerte Gedenkstein steht links daneben.
 
Die Inschrift lautet:
WALTNER LINDE
ZUM 60. GEBURTSTAG
DEM LANDESRAT
JOHANN WALTNER
GEWIDMET VON DER GEMEINDE
ALTENWÖRTH-GIGGING
27.6.1960
 
Bürgermeister Johann Waltner wurde 1946 als Abgeordneter in den NÖ Landtag gewählt. 
Die Feier zu seinem 60. Geburtstag wurde festlich begangen, gleichzeitig wurde er zum Ehrenbürger der Gemeinde ernannt.
Aus der Schulchronik: Gleichzeitig wurde ein Gedenkstein enthüllt, der darauf hinweist, daß eine Linde aus Anlaß des 60. Geburtstages des Landesrates gepflanzt wurde. Er übernahm Stein und Baum in die Obhut der Gemeinde. L.H. Steinböck überreichte dem Jubilar nach einer launigen Ansprache, die das Verhältnis zu dem Gefeierten und den tiefen Respekt vor dessen Leistung so recht erkennen ließ, das dem Jubilar vom Bundespräsidenten verliehene große goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik.
Altbürgermeister LR a.D. Ökonomie-Rat Johann Waltner  ist 1987 verstorben.
 
Die Waltner-Linde umgeben von einigen Hängebirken o.ä. Das neue Kriegerdenkmal war noch nicht errichtet.
 
     
Die Linde 2013 bzw. 2022
 
        
Der Gedenkstein, 2022
 
 
 
Abgekommene Denkmäler

Martersaillen Verwilligung in Altenwörth. Den 24. Mey 1662 wierdt der ganzen Gmain zu Altenwörth Erlaubt, weill sie ein Votum wegen ihrer stetigen Müß Jahren Fehsungen (= Missjahren an der Ernte) die ihnen durch Güß und Ungewider in Grundt verderbt wirdt, Ein Creuz oder Martersaillen auf der Gmain Uncosten aufzurichten (fol 331).
Quelle: Hans Windbrechtinger, Martersäulen zu setzen erlaubt … Eigenverlag 2011
AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 24
 
 
 
Quellen:
Pfarrchronik Altenwörth
Pfarrmatriken Altenwörth
Schulchronik Altenwörth
Die Kleindenkmäler in der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, 2014
Johannes Ramharter: Kleindenkmäler in Kirchberg am Wagram, Ms. Tulln 2007
 
 
 
April 2022
Maria Knapp