Berufe und Stände
 
 
 
Letzte Änderung: 20.5.2019
 
 
 
Abdecker (lat. excoriator, dectrator pellium pecoris morticini, morticinorum globinator)
 
 
Das ehemalige Abdeckerhaus in der Au südlich der Winkler Kirche
 
Abdecker waren jene Personen, die mit der Beseitigung und Verwertung (abdecken = abhäuten) von Tierkadavern beschäftigt waren. Früher hatte die Tierhaltung eine wesentlich größere Bedeutung als heute, aber auch Tierseuchen gab es mehr. Der Wasenmeister wurde von der Grundherrschaft für ein bestimmtes Gebiet bestimmt.  Aufgrund ihrer Tätigkeit war dieser Berufsstand in der Bevölkerung wenig angesehen. Mit diesen „unreinen“ Leuten Kontakt zu haben war verpönt.
Zwei berüchtigte Räuber früherer Zeiten entstammten diesem Beruf, nämlich der Schinderhannes in Deutschland und Johann Georg Grasl im Waldviertel. Sie konnten sich der Justiz lange entziehen, da sie bei anderen Schindern Unterschlupf fanden.
Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war in Winkl ein Abdecker ansässig, die nächsten befanden sich in Kamp/Kamp und in Stetteldorf.
 
 
 
Achtellehner
→ Lehner
 
 
Arbeshandlerin
Erbsenhändlerin
 
 
Arme Leute (lat. coloni) 
 
 
Das ehemalige Armenspital in Kirchberg am Wagram, gegründet 1656 vom Pfarrherrn Paul Zscherniz
Foto: Hermann Pistracher, Kirchberg am Wagram
 
Die Grundherrschaft bzw. später die Gemeinden, hatten sich um Untertanen zu kümmern, die infolge von Alter, Krankheit oder Invalidität arbeitsunfähig waren; sie sollten ihnen eine Unterstützung bieten. In den Dörfern wurden dafür die Armenhäuser zu Verfügung gestellt, die bis ins 20. Jahrhundert hinein genützt wurden.
 
 
 
Ausnehmer 
 
  
Übergabsvertrag zwischen den  Familien Engelmann sen. und jun., 1958, Winkl
 
Bis in die 1950er-Jahre gab es keine Bauernpension für die übergebenden Altbauern, daher wurde bei der Übergabe des Hofes beim Notar ein Vertrag ausgehandelt, der ihnen  gewisse Lebensmittel und kleine Ackerflächen rechtlich zusicherte, damit sie auch im Falle eines Zwistes mit den Nachkommen versorgt waren.
 
 
Außifahrer
Große Schiffe nahmen zur Zeit der Ruderschifffahrt für schwierige Strecken ortskundige Schiffleute der anliegenden Orte auf. Diese „Außifahrer“ genannten Lotsen versahen bis zum Ende der Ruderschifffahrt ihren Dienst.
 
 
Bäcker (lat. pistor, panifex, furnarius)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Neben dem Backen von Brot und anderen Backwaren übernahm der Bäcker auch den Verkauf seiner Waren im eigenen Laden. Um das Einzugsgebiet zu vergrößern, fuhren und fahren sie noch heute ins „Gei“, das heißt, in die nähere Umgebung, und ihre Backwaren an den Mann zu bringen.
Der mit Holz beheizte Backofen, in den das Brot mittels eines Backbretts geschoben wurde,  ist mittlerweile durch hochmoderne Geräte ersetzt worden.
 
 
 
Bader (lat. balneator, physicus, minutor)
 
Werkzeuge zur Zahnbehandlung
Foto:  Schwäbisches Handwerksmuseum, Augsburg
 
Die Ausübung der Medizin lag im Früh- und Hochmittelalter fast ausschließlich in den Händen der Kleriker, deren Klosterkultur das medizinische Wissen pflegte und die Pflege der Kranken besorgte. Mit dem 2. Vatikanischen Konzil 1215 fand diese Tradition, die den Klerikern verbot, sich mit der operativen Medizin zu befassen, ein Ende. Erst die in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts entstandenen Chirurgenschulen bemühten sich um die Weiterentwicklung der Chirurgie, doch reichten weder die dort noch die an den Universitäten Ausgebildeten aus, um auch nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ärztlich zu betreuen. Die breiten Bevölkerungsschichten auf dem Lande mussten sich den Badern anvertrauen. Neben der Betreuung der Badstuben befassten sie sich mit der chirurgischen Behandlung der Kranken. Die Kluft zwischen den die niedere Chirurgie ausübenden Badern und den Doktoren der Medizin vertiefte sich im Laufe der Zeit immer mehr und wirkte sich bis ins 19. Jahrhundert aus. 
 
 
 
Bancal-Inspector
Bankinspektor, Bankbeamter 
 
 
Bandlkramer
Er war ein fahrender Händler, der vor allem Kleinwaren verkaufte, die die Hausfrau für Näharbeiten benötigte. Ein großer Teil der benötigten Kleidung wurde früher zu Hause angefertigt.
 
 
Baptizans (lat.)
Taufender Priester
 
 
Bartscherer (lat. barbitonsor, tonsor)
Friseur
 
 
Bauer (lat. rusticus, acgricola, colonus)
 
  
Der Sämann
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Schon in der mittleren Steinzeit begannen die Menschen in Europa, die Wälder zu roden und Felder zu bestellen, um den Nahrungsbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken. Vor allem mit Getreide-, Kartoffel-, Weinbau und Viehzucht sicherten die Bauern die Ernährung der Bevölkerung.
Viele Jahrhunderte lang änderte sich wenig an den Arbeitsmethoden in der Landwirtschaft. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts fand durch den Einsatz des Traktors und vieler anderer Geräte eine enorme Änderung der Arbeitsweise statt.
 
 
 
Benefiziat (lat.)
Priester, Messeleser, Inhaber eines Benefiziums, einer Messestiftung, häufig im Auftrag einer Bruderschaft
 
 
Berghold
Der Grundherrschaft zinspflichtiger Weinhauer.
 
 
Bergmeister
Er überwachte die Einhaltung aller Bestimmungen, die im Bergrecht festgelegt worden waren, er sorgte für die Ablieferung des Grunddienstes (Steuer) an den Grundherrn und hob die Strafgelder ein. (Das Bergrecht bedeutete Obereigentum und Gerichtsbarkeit in Weinbergsachen.)
 
 
Besenbinder (lat. scoparius)
Das Handwerk wurde in Gegenden ausgeübt, die durch das rauere Klima landwirtschaftlich benachteiligt waren, wie etwa das Waldviertel. Von dort kamen die Besenbinder (und Korbflechter) als Hausierer in unsere Gegend, um ihre Waren an den Mann zu bringen. Heute noch kommen sie fallweise in unsere Dörfer – jetzt mit Lastwagen statt Leiterwagen – und bieten Körbe, Besen u.ä. an. Auch auf Jahrmärkten, wie dem Faschings- und Laurenzimarkt in Kirchberg, stellen sie ihre Waren, vor allem kunstvoll gestaltete Einkaufskörbe – aus.
 
 
Bestandwirt
Pachtwirt
 
 
Bettler (lat. mendicus)
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war das Betteln ein weit verbreitetes Phänomen.
Aber bereits im Mittelalter sah die Obrigkeit das rasche Anwachsen der Bettelei als Gefahr an. Man begann, durch polizeiliche Anordnung den „unberechtigten Bettel“ zu unterdrücken, erkannte aber andererseits bei bestimmten Personengruppen, etwa hilflosen und gebrechlichen Menschen, durch Ausstellung behördlicher Bettelbriefe ein Recht an, öffentlich um mildtätige Gaben zu bitten. 
Die Zahl der landesfürstlichen Patente, die sich mit Bettlern und Vagabunden beschäftigten, ist außerordentlich groß. Viele Bettler fanden in den Armenhäusern, die es in fast jedem Dorf gab, eine Unterkunft.
 
 
Binder (lat. dolearius, doleator, vietor, vinctor)
 

Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Binder beschäftigt sich mit der Herstellung von Fässern und kleineren Gebinden. Die Technik der Holzfassherstellung war den Römern schon im 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt. Sie verschickten bereits Wein in Fässern. An der Herstellung der Fässer hat sich über die Jahrhunderte wenig geändert.
 
 
 
Binkljud
→ Handleh
 
 
Blankschmied
Er stellte vor allem Schneidwerkzeuge aus Stahl, wie Messer, Beile, Sensen, Holzbearbeitungswerkzeuge, Schaufeln, Spaten und andere Gartengeräte her. Diese wurden meist durch Schmieden mit Hammer und Amboss erzeugt. Die fertig geschmiedeten Werkzeuge wurden in einem weiteren Arbeitsschritt blank geschliffen und geschärft, woraus sich auch der Name ableitet.
 
 
Bortenmacher (lat. segmentarius)
Sie erzeugten auf einem eingängigen Bandwebstuhl Bänder, Borten und Tressen.
 
 
Bosniak
Er  stammte aus den einst zur k.k. Monarchie gehörigen südslawischen Gebieten Bosniens und der Herzegowina und verkaufen Feuerzeuge, Pfeifenspitze, Uhren, Uhrketten mit Anhängern, Fingerringe, Manschettenknöpfe, Halsbänder, Halsketten, Broschen, Armbänder, Kämme, Spiegel, Taschenfeitel und anderes, alles womöglich funkelnd und glitzernd. Diese Sachen trug derer in einem mit Riemen am Leib befestigten kistchenartigen, gefächerten Behälter unterhalb der Brust vorn am Bauch. In malerischer Tracht, mit seinem dunkelroten, weithin sichtbaren Türkenfez, mit blauer, oben weiter, unten enger Hose mit buntem gesticktem Gürtel und braunroten Opanken, so ging er von Haus zu Haus und pries seine Ware an. Fand sich ein Käufer, so war dieser zunächst über die Höhe des Preises verblüfft, aber der Bosniak hatte nach der in seiner Heimat üblichen Sitte, die auf das Handeln (Feilschen) eingestellt war, in der Regel das drei- bis vierfache des tatsächlich gewünschten Betrages verlangt. Er ließ also gutmütig mit sich handeln, und wenn er zuletzt ein Viertel der begehrten Summe erzielt hatte, dankte der Riese mit befriedigtem Kopfnicken und ging.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Bote (lat. tabellarius)
Bevor es das reguläre Postwesen gab, überbrachte er Nachrichten. Auch in Kirchberg waren im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts Boten tätig.
 
 
Bürstenbinder (lat. scopularum artifex, setarius)
Bereits in antiken Gräbern konnten Bürsten nachgewiesen werden. Sie bestanden aus einfachen Faserbündeln, die zu einer Bürste gebunden und manchmal mit einem Stiel versehen wurden, ungefähr in der Art, wie heute noch Reisigbesen gefertigt werden. Später wurden Bürsten in der heutigen Art gefertigt, allerdings wurden die Fasern, Borsten oder Haare in Tonkörper oder Tierknochen eingezogen.
Bürstenbinder als eigener Handwerksberuf sind ab ungefähr dem Jahr 1400 belegt. Christoph Weigel der Ältere beschreibt in seinem Ständebuch von 1698 folgende Bürstenarten: Gewand- oder Kleiderbürste, Reibebürste, Kopfbürste, Schuhbürste, Kratzbürste, Fußbodenbürste. Als Besatzmaterial werden Schweineborsten genannt.
 
 
 
Canonicus
Kanoniker, Domherr, Stiftsherr
 
 
Caupo (lat.)
Wirt
 
 
Cellerar
→ Kellerer
 
 
Chyrurg
→ Bader
 
 
Curpriester
Die Priester die für die Pfarrseelsorge (cura animarum) zuständig waren.
 
 
Dirn
Bedienstete, Magd
 
 
Diurnist
Ein auf Taggeldbasis beschäftigter Amtsschreiber.
 
 
Doktor der Medizin (lat. medicus)
Er war im Gegensatz zum Bader ein studierter Mediziner und nur in größeren Gemeinden ansässig.
 
 
Dorfrichter (lat. judex)
Bis 1848 gab es in jedem Ort den sogenannten Dorfrichter, der entweder von der Grundherrschaft bestellt oder mit deren Einverständnis gewählt wurde. Ihm wurden bis zu vier „Geschworne“ oder „Gewählte“ und „Ausschußmitglieder“ zur Seite gestellt.
An festgelegten Tagen wurde das „Banntaiding“ abgehalten. Das war die Versammlung der Dorfbewohner, um Beschlüsse über das Leben im Ort zu fassen sowie Verlautbarungen zu verkünden.
 
 
 
Drahtzieher
Das Verfahren der Drahtherstellung hat sich über Jahrhunderte kaum verändert: Auf kaltem Weg werden Stangen rund vorgeschmiedet und durch eine sich verjüngende Öse (das Hol) eines Zieheisens gezogen. Um dünne Drähte zu erhalten, sind mehrere Ziehgänge nacheinander erforderlich.
 
 
Drescher (lat. tritor)
Sie wurden von den Bauern zum Dreschen des Getreides im Winter aufgenommen.
 
 
 
Drechsler (lat. gyrator, orbicularus, tornarius, tornator)
 
 
Werkstücke aus der Drechsler-Schauwerkstatt in Schloss Hof
 
Der Drechsler stellt verschiedene Werkstücke, wie Schalen, Dosen und Treppenstäbe  aus Holz her, wobei die Drechselbank und das Dreheisen seine wichtigsten Werkzeuge sind.
 
 
 
Eiersammler
Der „Oarer“, wie er im Dialekt genannt wurde, sammelte von Haus zu Haus die Eier ein, die die Bauern selbst nicht verbrauchten und übergab sie an einem Sammelplatz einem Großhändler. Diese ärmeren Leute waren bis in die 1970er-Jahre hinein tätig.
 
 
Eisenhändler, Eisler (lat. ferramentarius; ferri propola)
In Kirchberg ist bereits 1663 Johann Damian als Eisenhändler genannt.
 
 
 
Eisverkäufer
1. Dieser fuhr im Sommer mit dem Rad durch die Ortschaften und verkaufte Speiseeis, das er in einem Behälter mitführte.
2. Er verkaufte Eisblöcke, die, bevor es strombetriebene Kühlschränke gab, in einfache hölzerne Kühlschränke zum Kühlen von Speisen gestellt wurden.
 
   
Ein Kühlschrank ohne Strom: Auf der linken Seite kann man von oben Eis hineinschieben, zum rechten Fach gibt es Löcher, die die Kälte durchlassen.
 
 
Essigmann
Er war eine fast hünenhaft ehrwürdige Gestalt mit breiten Schultern und Vollbart, kam mit einem kleinen Wagen, auf dem ein mehrere Eimer großes Fass lag, dem ein kleines Pferdchen oder ein Maulesel vorgespannt war, angefahren. Er ging, auf dem Rücken ein etwas abgeflachtes Essigfässchen tragend, von Haus zu Haus, seinen Essig anpreisend mit den Worten „Faine Essi, gude Essi.“ Er war Italiener und ein solider, hochanständiger Mann.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Essigsieder (lat. aceti cotor)
Die Essigaufbereitung zählt zu den ältesten Lebensmittelherstellungsverfahren der Menschheit. Essig, aus sauer gewordenen Fruchtsäften, Wein oder Bier gewonnen, war, mit Wasser gemischt, als kühlendes Getränk geschätzt. 
 
 
Fabriks-Kinder
„Kinder, die zu einer Fabriks-Arbeit verwendet werden sollen, haben vom Antritte des 6. Jahres die Schule sehr fleißig zu besuchen, und dürfen vor dem Antritte des 9. Jahres nicht ohne Noth zur Fabriks-Arbeit aufgenommen werden, und wenn sie aufgenommen worden sind, müssen sie die Abend- und Sonntagsschule, und die Christenlehre fleißig besuchen.“
(Quelle: Thomas Hofer, Handbuch für Ortsrichter, St. Pölten, 1840)
 
 
Fadlschneider
→ Ferkelschneider
 
 
Fährmann
→ Urfahrer 
 
 
Färber (lat. colorator, infector, intinctor)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag, 
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Jahrtausende lang wurden Stoffe mit natürlichen Farbstoffen aus Mineralien (Ocker, Zinnober), Färberpflanzen oder von Tieren (Schildlaus, Purpurschnecke) gefärbt. Bereits aus dem alten Ägypten gibt es Funde von mit Krapp gefärbten Textilien. Aus der Neuen Welt kamen später Farbhölzer dazu (Blauholz, Fisettholz, Gelbholz, Rotholz und Sandelholz.)
Der Färberberuf war äußerst gesundheitsschädlich: durch Einatmen von Rauch, heißen Beiz- und Farbdämpfen kam es zu Reizung der Atemwege, zu Katarrhen und Asthma; das Arbeiten in fließendem, kalten Wasser förderte rheumatische Erkrankungen.
 
 
 
Fasanwärter, Fasangärtner (lat. phasianarius)
In der  Renning Au südlich von Bierbaum am Kleebühel gab es im 18. Jahrhundert einen Fasangarten, Franz Horatschek ist als Fasanjäger dort genannt.
 
 
 
Fasszieher
Spezialisierte Berufsgruppe zum Verladen von Weinfässern, z. B. auf Schiffe.
 
 
Fechter (lat. mendicus)
→ Bettler
 
 
Feilenhauer
Ein ehemaliger Handwerksberuf, der sich mit der Herstellung neuer und der Wiederaufbereitung alter Feilen und Raspeln beschäftigte.
 
 
Feldscher
Der Feldscher war ein Handwerker, der Verwundungen von Soldaten versorgte. Erst ab dem 18. Jahrhundert waren auch akademisch ausgebildete Ärzte unter den Feldscheren. Die Bezeichnung entstand im 14. Jahrhundert in der Schweiz, ursprünglich in der Form Feldscherer.
 
 
Ferge
→ Urfahrer
 
 
Ferkelschneider
Er kam ins Haus, um die männlichen Ferkel zu kastrieren. Das geschah oft in der Küche unter großem Geschrei der Tiere. (Heute wäre das Tierquälerei und es wird unter Betäubung der Tiere vorgenommen.) Auch der Viehhirt führte diese Arbeit aus.
 
 
Fischer, Fischermeister, Fischerknecht (lat. piscator)
 
 
Huchenfang anno 1906, links Pfarrer Franz Frank aus Altenwörth
Foto: Erich Trezmüller, Gigging
 
Der Fischerei kam bis ins 19. Jahrhundert hinein größere Bedeutung zu als heute. Die Fastengebote der katholischen Kirche verboten an bestimmten Tagen und zu bestimmten Perioden den Genuss des Fleisches von warmblütigen Tieren, erlaubten hingegen den Konsum von Fischen, was der Fischerei und dem Fischhandel zu großem Aufschwung verhalf. Da der Import von Fischen wegen der weiten Wegstrecken von den Meeresküsten in unser Land, den damaligen Straßenverhältnissen  und der Verderblichkeit der Ware nur in sehr beschränktem Umfang möglich war, wurde  auch in kleinen Gewässern gefischt und wohl auch kleine Wassertiere gefangen, die heute als für den menschlichen Genuss ungeeignet gelten.  Es dürften allerdings auch die fließenden Gewässer und die Seen fischreicher gewesen sein, weil es noch keine Schädigung der Fauna durch Abwässer und Flussregulierungen gab. 
(Quelle: Helmuth Feigl, Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998)
 
 
 
Flechtenmacher (lat. corbarius, vietor)
 
  
 
Das Handwerk des Korbflechtens wurde in Gegenden ausgeübt, die durch das rauere Klima landwirtschaftlich benachteiligt waren. Sie kamen als Hausierer in unsere Gegend, um ihre Waren an den Mann zu bringen. Heute noch kommen sie fallweise in unsere Dörfer – jetzt mit Lastwagen statt Leiterwagen – und bieten Körbe, Besen u.ä. an. Auch auf Jahrmärkten, wie dem Faschings- und Laurenzimarkt in Kirchberg,  stellen sie ihre Waren, vor allem kunstvoll gestaltete Einkaufskörbe – aus.
 
 
Fleischhauer, Fleischhacker (lat. carnarius, carnifex, laniator, lanio, macellarius)
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag, 
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Er beschäftigt sich vor allem mit dem Abholen des Schlachtviehs und dem Schlachten der Tiere. Daneben erzeugt er verschiedene Würste und Selchwaren.
 
 
 
Flezer
→ Flößer
 
 
Flickschneider (lat. sarcinator)    
Es waren meist Inwohner, die sich mit der Ausbesserungsarbeit an Kleidungsstücken ihr karges Leben verdienten.
 
 
Flickschuster
Er war ebenfalls Inwohner, der sich auf das Ausbessern von Schuhwerk spezialisiert hatte.
 
 
Förster (lat. silvarius, silvator, venator)
 
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag, 
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Ab etwa 1100 n. Chr.  wurde die Bevölkerung in sogenannten Ständen zusammengefasst, was auch hinsichtlich des Jagens große Bedeutung hatte. Dem Landesfürsten, dem Hochadel, und dem Klerus  war die Bejagung von Hochwild vorbehalten (Wildbann). Dem Kleinadel verblieb die Jagd auf Niederwild (Reisgejaid). Dem gewöhnlichen Volk war die Jagd verboten, Zuwiderhandlung wurde strengstens bestraft. Der Förster war dabei ein Angestellter der Obrigkeit.
 
 
 
Flößer (lat. ratiarius)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag, 
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Er brachte gefällte Baumstämme entweder als Floß auf Flüssen (Flößerei) oder einzeln auf Bächen bis zu den Brettmühlen, Köhlereien, Glasfabriken, Werften oder Holzplätzen.
 
 
Fragner
Händler, die mit bestimmten Waren wie Butter, Eier, Käse, Topfen, Gemüse aller Art usw. handelten.
 
 
Freimann
→ Henker
 
 
Fremder, Fremdgeschriebener
→ Wanderbursche
 
 
Gastwirt (lat. caupo, hospes; Wirtin - cauponissa)
 
 
Ehemaliges Gasthaus Zimmermann, Winkl
Foto: Herbert Zimmermann, Winkl
 
Er leitet entweder als selbständiger Unternehmer oder als Angestellter eines  Unternehmens fachlich und kaufmännisch eigenverantwortlich einen Gastronomiebetrieb. Im Gegensatz zum Koch oder Restaurantfachmann ist Gastwirt kein geschützter Ausbildungsberuf.
 
 
Gaukler (lat. iocator, ioculator)
Sie zählten zu den fahrenden Berufen. Für die Menschen war es eine willkommene Abwechslung, wenn Musikanten, Sänger und Schausteller in die Städte und Märkte kamen.
 
 
Gemeindediener
Er war ein haupt- oder nebenberuflicher Angestellter einer Stadt oder Gemeinde. Unter anderem gehörte das Überbringen amtlicher Schreiben zu seinen Aufgaben. Auch die mündliche Verbreitung amtlicher Bekanntmachungen und sonstiger Angelegenheiten hatte er auszuführen.
In manchen Orten hatten sie auch Reparaturen an Gemeindeeigentum vorzunehmen.
Für ihre Arbeit erhielten sie das Nutzungsrecht an kleineren Ackergrundstücken und das Wohnrecht in einem gemeindeeigenen Haus.
Gerber (lat. cerdo, coriarius)
Als Gerben wird die Verarbeitung von rohen Tierhäuten zu Leder bezeichnet. In der Gerberei entwickelte sich bereits im Mittelalter eine Spezialisierung in Bezug auf Verfahren und zu verarbeitendes Material. Es entstanden u.a. die Gewerbe der Lohgerber oder Rotgerber, Sämischgerber und Weißgerber.
 
 
 
Geschworner (lat. iuratus)
Geschworne standen neben dem Ausschuss bis 1848 dem Dorfrichter zur Seite. Sie sind mit den heutigen Gemeinderäten vergleichbar.
 
 
 
Gesellpriester, Gsöllpriester
→ Kaplan
 
 
Gitterstricker (lat. cribrarius)
 
Siebmacher vor dem Gasthaus Zehetner in Winkl, ca. 1950er-Jahre
Foto: Familie Zehetgruber, Winkl
 
     
Haushaltssiebe
 
Für vielerlei Zwecke benötigte man Siebe: zum Sieben von Getreide, Mehl, Gries oder Gewürzen im Haushalt, aber auch für Gips und Schießpulver. Hergestellt wurden die Siebböden für diese feinen Siebe aus Pferdehaaren oder feinem Draht. Gröbere Siebe, die Reitern genannt wurden, verwendete man zum Sieben von Sand und Schotter.
 
 
 
Glaser (lat. fenestrarius, vitriarius, vitriator, zonarius)
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, k.k. Hoflith. Haase, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Die Ägypter stellten bereits 3500 v. Chr. Glas her. Im Mittelalter erfolgte die Glasproduktion und die Glasmalerei nur in Klosterwerkstätten, bis der Beruf allmählich auf bürgerliche Handwerksbetriebe überging. 
 
 
 
Gmoadeaner
→ Gemeindediener
 
 
Gottschewara
Er war eine ähnliche Gestalt wie der Bosniak. Er betrieb daneben auch noch Handel mit Südfrüchten und Süßwaren, Datteln, Feigenkränzen, Zuckerzeug etc.
Seinen Namen hat der Gottscheeberer nach seiner Heimat, der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee im einstigen österreichischen Kronlande Krain, darum hieß er auch „Kraner“, d.i. "Krainer“.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Greißler, Krämer (lat. institor)
Der Greißler hatte alle Waren auf Vorrat, welche im Haushalt nicht selbst erzeugt werden konnten. Hinter der Budel standen er oder seine Frau und bedienten die Leute. Die meisten Waren wurden aus größeren Behältern abgewogen und in Papiertüten verpackt. In die mitgebrachten Behälter wurden Himbeersaft, Essig, Russen mit Kraut, Sauerkraut, Mehl, Brösel, Zuckerl und vieles mehr gefüllt.
In den Bauernhöfen fehlte hauptsächlich Salz, Öl und Essig, Gemüse bekam man vom eigenen Garten, Mehl für das Brot mahlte der Müller, für Fleisch sorgten die eigenen Tiere. Der Kaufmann versorgte die Hausfrau aber auch mit Zwirn, Nadeln, Bändern, Waschmittel, Seife, Kaffee, usw.
 
 
Grobschmied (lat. faber grossarius)
→ Schmied
Er befasste sich mit der Herstellung größerer Eisenteile.
 
 
Gürtler (lat. cingularius, cingulator, fibularius, fibulator)
Die Gürtler oder Riemer fertigten aus Leder Gürtel und Gurte, Wassereimer zur Brandbekämpfung, Geschirre für die Zugtiere und - wie der Name sagt - Riemen jedweder Art, etwa für Schuhe, Trommeln und Dreschflegel.  Für seine Produkte benötigte er kleinere Lederstücke und –reste.
Der Beruf wurde manchmal als Doppelberuf mit dem des Sattlers ausgeübt. Der Beruf zählte zu den ärmeren Gewerben.
 
 
Hadernsammler
Es handelte sich dabei um arme, invalide oder sonst arbeitsunfähige Personen, auch um Juden. Sie waren meist genauso schmutzig wie die Lumpen, die sie sammelten, aber ihre Arbeit, die wenig geschätzt wurde, war für die Papierfabriken von unverzichtbarem Wert, da der Papierbedarf ständig anstieg. Das Schimpfwort "Haderlump" geht auf diesen Berufsstand zurück.
 
 
Hafner
 
  
Setzen eines Kachelofens
 
Ofen- und Luftheizungsbauer oder Ofensetzer  planen, entwerfen, bauen und setzen Back-und Kachelöfen sowie Kamine und ähnliche Feuerstätten.
Früher wurde die Bezeichnung Hafner allgemein für Töpfer verwendet die auch Ofenkacheln hergestellt haben.
 
 
Haftelmacher (lat. ligularius)
Sie fertigten Haken und Ösen zum Befestigen von Kleidungsstücken bzw. bei Schnürschuhen zum Einhaken der Schnürsenkel an. Dies war eine feine Arbeit, daher kommt auch der Spruch, dass „jemand aufpasst, wie ein Haftelmacher.“
 
 
Halblehner
→ Lehner
 
 
Halter (lat. Bubulcus)
 
 
Der Neustifter Viehhirt mit dem Strick zum „Kaiblziehen“
Foto: Herta Leuthner, Neustift
 
Eine der wenigen Familien, die meist kein eigenes Haus besaß und doch in den Dörfern dringend gebraucht wurde, meistens aber nur geduldet war, waren die Halter oder Viehhirten. Im Laufe der Jahrhunderte haben sie sich einen wahren Schatz an Wissen angeeignet: Es waren die Viehhirten, die imstande waren, Krankheiten vom Nutzvieh zu verhindern und wenn sie doch auftraten, zu heilen. Sie gaben ihr Wissen immer an ihre Familienmitglieder weiter und haben auch sehr häufig untereinander geheiratet. Trotz ihres Wissens um die Heilkunde bei den Nutz- und Haustieren, waren sie Außenseiter. Es waren 'umherziehende' Leute, die nirgends lange blieben, denen Zauberei und Quacksalberei vorgeworfen wurde, wenn Tiere krank wurden und verendeten. Es waren Leute, die die „Vatertiere“ – den Stier, den Eber, den Ziegenbock – zum Bespringen der weiblichen Tiere – führten und geleitet haben.
(Quelle: Großriedenthal 1110 bis 2010)
 
 
 
Handleh
Er war ein Hausierer, ein umherziehender Jude, auch „Binkljud“ genannt. Er stammte meist aus dem Nordosten der Monarchie; Galizien und die Bukowina waren seine Heimat. Er kam wohl vielfach nur mit ein paar Gulden und seiner Familie nach Wien, machte sich hier sesshaft und wußte es durch angeborenes Geschick, Sparsamkeit, Anspruchslosigkeit, unverdrossene Tatkraft, zähen Fleiß und vor allem durch unübertreffliche Ausdauer dahinzubringen, daß er sich oft schon nach wenigen Jahren einen kleinen Geschäftsladen einrichten konnte, den er mit gleicher Emsigkeit allmählich vergrößerte. Er trug bisweilen einen Sack oder auch ein dunkelfärbiges, meist blaues großes Tuch unter dem Arm, das er nach größeren Käufen als Bündel (Binkl) schief auf dem Rücken trug. Er verkaufte Stoffe, Stoffreste, Hemden, Hand- und Taschentücher, meist minderer Qualität und sammelte auch gleichzeitig Hasenfelle und Gerümpel aller Art. Bei jedem Handel gab es ein richtiges Feilschen. Der Preis wurde um ein Mehrfaches überboten, worauf eben der entsprechende Teil geboten wurde. Worauf er sich zum Gehen wandte, bald aber wieder umkehrte, um ein niedrigers Angebot zu machen. Einigte man sich schließlich, so verließ der Jude unter Wortgezeter und Murren das Haus: der Profit war nicht befriedigend.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Händler (lat. mercator, emptor)
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Unter dem Händler oder Kaufmann verstand man jemanden, der im eigenen Geschäft oder Laden Waren verkaufte. Im Unterschied zum Greißler hatte er sich oft auf bestimmte Warengruppen spezialisiert.
In Kirchberg sind in den Matriken u.a. Buch-, Eisen-, Obst-, Käse-, Holz-, Leder-, Tuch-, Vieh- und Weinhändler genannt.
 
Weiteres siehe hier:
 
 
Handschuhmacher (lat. chirothecarius, digitalarius, digitalium opifex)
Sie stellten vor allem aus Leder, aber auch aus Filz, Stoff oder Pelz Handschuhe her.
 
 
Hauer (lat. vinitor, rastrator)
 
Weingarten am Wagram, um 1980
 
Hervorragenden Wein zu servieren war bei Festessen der Oberschicht eine Sache des Prestiges. Wein war im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit das wichtigste Exportgut Niederösterreichs, das wesentlich zur wirtschaftlichen Bedeutung des Landes beitrug.
Die Arbeit des Hauers war aber keine leichte.  Vor allem für die von den Weinbergen weiter entfernt wohnenden Hauer  dauerte schon der Hin- und Rückweg Stunden. Die Leute in der Ebene  besaßen Weingärten und Keller zerstreut in Entfernungen von ½ bis 2 Stunden - in Fels, Gösing, Ruppersthal, Riedenthal, Neudegg, Ottenthal, Ober-, Mitter- und Unterstockstall und Kirchberg. Viele Male im Jahr brachen sie um 3 Uhr früh auf,  kamen um 5 Uhr zum Weingarten, um nur von einer kurzen, kargen Mahlzeit, meistens nur aus Brot und Wasser oder Wein bestehend, ununterbrochen bis 8 Uhr abends zu arbeiten und dann erschöpft den Heimweg anzutreten.
 
 
 
Hausierer (lat. mercium distractor)
Sie kamen mit verschiedenen Waren in die Häuser. Laut „Handbuch für Orts-Richter“ mussten sie mit einem Hausierpass und Erwerbssteuerschein versehen sein.
 
 
Häusler (lat. aedicularius, casellarius)
Besitzer eines sehr kleinen Anwesens.
 
 
Hebamme (lat. obstetrix, adjutrix)
Auf dem Land wurde noch bis weit in die Neuzeit einfach eine ältere „weise“ Frau zu einer Geburt geholt, deren Wissen auf mündlicher Überlieferung und eigenen Erfahrungen basierte. Die Geburten verliefen innerhalb der sogenannten „Frauenkultur“, wobei Nachbarinnen, Verwandte und/oder Dorffrauen die Gebärende und das Neugeborene versorgten und anschließend gemeinsam den „Kindbettschmaus“ (ursprünglich wahrscheinlich nur eine Suppe) aßen. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Taufe zu einem Familienfest.
(Quelle: Hämmerle, Hebammen und Aerzte)
Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurden vermehrt Hebammenordnungen aufgestellt, um die Tätigkeiten zu beschränken. Ebenfalls seit dieser Zeit gab es deutschsprachige Hebammenlehrbücher von männlichen Ärzten, auf dem Fachwissen von Hebammen basierend geschrieben.
 
 
 
Heckenreiter
Straßenräuber
 
 
Henker, (lat. carnifix)
Der  Henker oder Scharfrichter war der Vollstrecker der Todesstrafe oder anderer Gerichtsurteile. Die Bezeichnung stammt daher, da viele Delinquenten durch Henken gerichtet wurden.
Um Kosten zu sparen, hielten sich mehrere Grundherrschaften zusammen einen Henker. Er zählte zu den „unehrlichen“ Leuten.
 
 
Herbergsvater
Gastwirt
 
 
Hiata (Hüter)
In den Orten am Wagram lebte früher ein Großteil der Bevölkerung vom Weinbau. Umso wichtiger war es daher, die Weintrauben vor Diebstahl zu schützen, sobald sie anfingen, reif zu werden. Anfang Juli wurden von den Gemeinden vier Männer, die „Hiata“,  dazu aufgenommen, die - besonders nachts und meist zu zweit - von Ende Juli bis zur Lese  ihre Runden durch die Weinberge des Ortes drehten. Um die Wichtigkeit der Aufgabe zu unterstreichen, wurden die Hüter vereidigt.
 
 
Hilfspriester
→ Kaplan
 
 
Hirt (lat. pastor, armentarius)
→ Schäfer
 
 
Hufschmied
Er ist auf die Pflege (das Ausschneiden) und das Beschlagen von Tierhufen spezialisiert. Die Hufeisen und Hufnägel stellt er traditionell auch selbst im Schmiedeprozess her bzw. passt die Hufeisen der Form des Hufes an. Die Arbeit beinhaltet auch die Behandlung verletzter und kranker Hufe.
 
 
Hufschneider
Sie schneiden und pflegen die Klauen von Kühen, Ziegen, Schweinen und Schafen.
 
 
Hundefänger (lat. canicida)
Er find freilaufende Hunde, die es früher zuhauf gegeben hat, ein tötete sie. Sie wurden dann in der Wasenmeisterei wie die anderen Tiere verarbeitet.  Die Felle wurden gegerbt oder weiterverkauft. Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Hundefett: Es galt als Mittel gegen Tuberkulose und Lungenkranke kochten damit. Außerdem war es ein gutes Schuhfett, das bis in die 1950er-Jahre hinein Verwendung fand. 
 
 
 
Hutmacher (lat. pilearius, pileator, piles, pilio)
 
 
Hutmacher oder Modisten fertigen Kopfbedeckungen insbesondere für Frauen. Die Produktpalette umfasst Kopfbedeckungen verschiedenster Materialien wie Filz, Stoff, Pelz und Stroh. Die Formen reichen vom Hut über die Mütze und Kappe bis zum Kopfschmuck.
Es wurden früher aber auch ältere oder beschädigte Modelle ausgebessert und überarbeitet.
Vor allem finanziell besser gestellte Damen kamen auch am Land bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts nie ohne Hut zur heiligen Messe. Seit diese Modeerscheinung abgeflaut ist, ging es auch mit dem Handwerk des Modisten bergab.
 
 
 
Inmann, Inleute, Inwohner (lat. accola)
 
 
Leerstehendes Inwohnerstöckl in Winkl, um 1980
 
Unter Inwohnern oder Inleuten verstand man bis nach dem 2. Weltkrieg Menschen, die sich kein eigenes Haus leisten konnten und daher bei Hausbesitzern wohnten und dafür eine bestimmte Anzahl von Tagen für diese arbeiten mussten. 
In unserer ländlichen Gegend waren es meist die größeren Bauern, die die Inwohner entweder in Räumen in ihrem Haus wohnen ließen oder die eigene Inleuthäuser (Inleutstöckl) besaßen, wo eine oder mehrere solcher Familien – oft auf engstem Raum – wohnen konnten. 
Aus den Pfarrmatriken ist kaum zu erkennen, ob der Eingetragene der Hausbesitzer oder ein Inwohner war, die Bezeichnung „Hauer“, die sehr oft vorkam, wurde für beide verwendet. Nur im Grundbuch kann man erkennen, wem das Haus wirklich gehört hat. 
 
 
 
Kaminkehrer (lat. fumarius)
Bereits seit 1432 gibt es in Wien die Verordnung, dass Feuerstätten überprüft werden müssen. Das Feuer, das den Menschen Wärme spendete, warmes Essen und warmes Wasser bedeutete, konnte schnell zur Gefahr werden, wenn sich durch zu viel Ruß im Rauchfang ein sogenanntes Rauchfangfeuer ausbrach. Oft genug brannten dann ganze Häuserzeilen ab.
Der Rauchfangkehrer wurde von jeher als Brandverhinderer und daher als Glücksbringer angesehen. 
 
 
 
Kammmacher (lat. pectinarius)
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Kämme aus Naturmaterialien wie Horn, Schildpatt, Buchsbaum- oder Ebenholz hergestellt. Besonders beliebt, weil leicht verfügbar, waren Ochsenhorn und –knochen.
Neben Kämmen zum Frisieren gab es mehr oder weniger aufwändig verzierte Aufsteckkämme für die Langhaarfrisuren der Damen.
Eine besondere Form des Kammes war der Läusekamm, der sich durch eine besonders feine Zahnung auszeichnet, die die kleinen Tierchen aus den Haaren beseitigen sollte.
Die Herstellung der Kämme geschah manuell in vielen Schritten, jeder Zahn wurde einzeln herausgeschnitten. Als die ersten Kunststoffe auf den Markt kamen, wurden diese auch für die Kammherstellung eingesetzt.
 
 
Kantor (lat.)
Sänger, Chorleiter
 
 
Kaplan (lat. capellanus, sacellanus)
 
             
Einige Kirchberger Kapläne:
Rudolf Masopust war später Pfarrer in Bierbaum
Matthias Hutter war später Pfarrer in Hadersdorf und Dechant
Josef Schoiswohl war später Bischof von Graz-Seckau
 
Ein Priester, der in den ersten Jahren nach seiner Priesterweihe einem Pfarrer unterstellt ist und noch keine Alleinverantwortung für eine Pfarrei trägt. Er soll in dieser Zeit die notwendige Erfahrung sammeln und übernimmt daher teilweise Aufgaben des Pfarrers. In früherer Zeit gehörte zu den meisten Pfarreien auch ein Kaplan, mitunter gab es in großen Pfarreien mehrere. Heute sind sie aufgrund der gesunkenen Zahl der Jungpriester nur noch selten anzutreffen. Auch in Kirchberg gab es früher, vor allem in Zeiten des Wallfahrerbooms etliche Kapläne, damals Cooperatoren genannt, gleichzeitig.
 
 
 
Käsehändler
Sie stammten, so wie die Salamihändler, oft aus Italien. 1886 starb in Kirchberg der Käsehändler Filippo Dassi. Er stammte aus Tolmezzo, Provinz Udine, in Italien.
 
 
Käsestecher (lat. casearius)
Sie  hatten den Kleinverschleiß für Käse, Butter, Schmalz, Eier und Essig inne; nur wenige vertrieben die Erzeugnisse ihrer eigenen Wirtschaft.
 
 
Kastellan
1. Kommandant einer Burg im Mittelalter
2. Verwalter, Aufsichtsbeamter von Schlössern und anderen öffentlichen Gebäuden
 
 
Kastner (lat. granarius)
Er verwaltete das eingegangene Zehentgetreide für den Landesfürsten.
 
 
Kaufmann (lat. mercator, emptor)
→ Händler
 
 
Kellerer (lat. cellarius)
Er hatte die Aufsicht über den Weinberg sowie andere Teile des Gutes und auch über die Vorratskeller.
In Klöstern, besonders in den nach benediktinischen Regeln geführten, ist er das für die wirtschaftlichen Belange des Klosters zuständige Mitglied des Konvents. Ihm unterstanden auch die dem Kloster zinspflichtigen Höfe. Er wird vom Abt oder Prior ernannt und ist an dessen Weisungen gebunden. Seine Aufgaben entsprechen in etwa denen eines Finanzvorstands und Personalchefs in einem Wirtschaftsunternehmen und umfassen u. a. die Vorratshaltung, die Ausgabe von Nahrungsmitteln und Bekleidung an die Mitglieder der Gemeinschaft, die Organisation und Verteilung der anfallenden Arbeit, der Handel mit den im Kloster und auf seinen Gütern hergestellten Erzeugnissen, und die Eintreibung und Verwaltung der Geld- und Naturaleinkünfte. Als Leiter der Wirtschaftsbetriebe ist der Cellerar der Vorgesetzte der zivilen Bediensteten eines Klosters bzw. Stifts.
 
 
Kerzenzieher (lat. cerarius, lychnopoeus)
Das Handwerk des Kerzenziehens wurde vom Lebzelter betrieben. Er beschäftigte sich mit dem Handel und der Verarbeitung von Honig und kaufte diesen sowie Bienenwachs bei Bauern auf, um Lebkuchen und Wachskerzen herzustellen. Manche verfügten über ein Geschäftslokal und das Schankrecht für Met, das sie ebenfalls herstellten.
 
 
 
Kesselflicker (lat. interpolator ahenorum)
Er war eine Art Kupferschmid, der mit altem Kupfer und seinem Handwerkszeug umherzog und vor Ort zum Kochen bestimmte Kessel und Geschirre ausbesserte. In Orten, in denen ein Kupferschmied ansässig war, wurde er nicht gerne gesehen.
 
 
Kesselschmied (lat. faber ahenarius)
Der  Kesselschmied  stellt Gefäße aus Bronze, Messing und Kupfer in den unterschiedlichsten Größen und Formen her. Entsprechend seiner Hauptarbeit gehört er – wie er Kupferschmied – zu den Kaltschmieden.
 
 
Keuschler
Kleinstbauer, der sich als Handwerker oder Taglöhner seinen Unterhalt verdiente.
 
 
Kirtabuam, (Kirabuam, Kirtagsbuben)
 
Kirtabuam in Frauendorf, in den 1950er-Jahren
Foto: Franz Riegler, Frauendorf
 
Schon lange vor dem Kirtag freuten sich die Dorfbewohner auf dieses damals größte Fest im Dorf. Eine wichtige Rolle kam dabei den Kirtabuam zu. Sie bemühten sich um die Musik, schmückten den Tanzsaal und halfen dem Wirt, Tische und Bänke aufzustellen. Oft besorgten sie auch einen Tanzbaum, der mit Musik zum Gasthaus gebracht wurde.
Um 3 Uhr Sonntag nachmittags stellten sich die Kirtabuam und die Musikkapelle am Ortsanfang auf. In Weinorten trugen zwei Burschen an einer langen Stange den Hüterkranz auf den Schultern, links und rechts trugen je einer eine mit bunten Bändern geschmückte Flasche Wein. Die Gruppe zog mit Marschmusik juchzend durchs Dorf dem Wirtshaus zu. Ab und zu machten sie Halt und brachten einem bedeutenden Ortsbewohner ein Ständchen dar. Nach der Bewirtung mit Gebäck und Wein und klingender Münze für die Musik zog man weiter. Nach einem Ständchen für die Wirtsleute ging es in den Gastgarten zum Konzert. Die Kirtabuam hielten Kegelbahn und Spieltische in Betrieb. Abends gab es Tanz, dem sich die Kirtabuam mit ihren Mädchen schlossen sich an, bald tanzte alles bis zum frühen Morgen.
(Quelle: Der Wagram, Schleinbach 2018)
 
 
Klampferer
Spengler
 
 
Klauenschneider
Sie schneiden und pflegen die Klauen von Kühen, Ziegen, Schweinen und Schafen.
 
 
Knecht
In der bäuerlichen Welt standen die Knechte und Mädge auf der untersten Stufe. Sie waren noch schlechter gestellt als die Inwohner. Es handelte sich dabei hauptsächlich um Bauernkinder, sowie Nachkommen der Inwohner und Dienstboten. Als Blütezeit des Gesindewesens kann man das 19.  und beginnende 20. Jahrhundert ansehen.
Die Entlohnung bestand in erster Linie aus einer oft kargen Verpflegung, Kleidung und einer bescheidenen Unterkunft. War die Wohnsituation schon für die Bauern nicht gut, war diese für die Bediensteten noch schlechter. Sie schliefen in kleinen, kaum geheizten Kammern, Pferdeknechte auf Stroh im Stall. Der Gehalt entsprach eher einem Taschengeld.
Die Arbeitszeit betrug häufig bis zu 16 Stunden. Nach der Arbeit am Feld musste vor allem das weibliche Personal noch im Haushalt mithelfen. Die gegenseitige Abhängigkeit war nicht immer einfach. Mancher Bauer beschwerte sich über die Faulheit der Dienstboten. Diese wiederum beklagten sich über das schlechte und wenige Essen und die überreichliche Arbeit.  Es gab aber auch Dienstboten, die gerne für ihren Herrn arbeiteten und sich als Teil des Betriebes sahen. Gutmeinende Bauern behielten ihre Dienstboten auch im Alter, es gab aber viele, die, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten, ins Armenhaus übersiedeln mussten.
 
 
 
Knopfmacher (lat. globularius, nodularius)
Je nach Art der Knopfherstellung oder der verfertigten Materialien lässt sich zwischen Knopfpressern (Hersteller gepresster Metallknöpfe), Knopfgießer (Hersteller gegossener Metallknöpfe) und Knopfspinnern (Hersteller von textilen, mit Stoff überzogenen Knöpfen) unterscheiden. Der Berufsstand fertigt aber u.a. auch Rosenkränze, Gürtel, Leibbinden, Schleifen, Quasten, Fransen, Schnüre (für Militärbekleidung) u.a. an. Perlmuttdrechsler fertigten Knöpfe aus Muscheln an. → Perlmuttdrechsler
 
 
Kochlöffelkrowod
Der „Kochlöffelkroate“ war ein umherziehender Straßenhändler. Er war aber gewöhnlich kein Kroate, sondern ein Slowake, denn er stammte meist – ebenso wie der „Zwiefelkrowot“ und der „Rastlbinder“ aus der Gegend um Trenschin in der Slowakei. Diese Leute luden vielfach durch eine Holzflöte zum Kauf ihrer Waren mit den Worten: Gaafte Kulöffl, Spileria“ (Kaufet Kochlöffel, Spielerei) ein. Sie führten auch Pfannen, Nudelbretter und allerlei hölzerne Küchengeräte mit sich.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Köhler (lat. carbonarius)
Er stellt  Holzkohle her, dazu wird Holz in einem Kohlenmeiler verschwelt. 
 
 
Kooperator
→ Kaplan
 
 
Korbflechter, Korbmacher (lat. corbarius, vietor, cophinopoeus)
→ Flechtenmacher
 
 
Krauteinschneider
Er ging, mit dem Krauthobel über die Schulter gehängt, von Haus zu Haus, und schnitt den Bauern und Häuslern das Kraut ein.
Nach getaner Arbeit sass man noch zu einem kleinen Plauderstündchen bei Brot und einem Glas Wein beisammen. Mit einigen Sechserln reicher zog nun der Krauteinschneider zum nächsten Haus oder bei vorgerückter Nachtstunde tappte er die stockfinstere Dorfstraße entlang, seiner Behausung zu.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Kurschmied
Alter militärischer Name des Fahnenschmieds, welchem die tierärztliche Behandlung (das Kurieren) der kranken Pferde anvertraut war. Vorläufer des Tierarztes.
 
 
Kürschner (lat. pellifex, pellio)
Der Kürschner befasst sich mit der Bearbeitung von Fellen, die er zu Jacken, Mänteln, Mützen, Hauben etc. verarbeitet.
Es kam früher immer wieder zu Streitigkeiten mit den Gerbern, die sich im Laufe der Zeit abgespalten hatten und sich nur der Ledererzeugung und nicht der Verarbeitung widmeten. 
Meist kauften Kürschner Felle direkt von Jägern und Bauern, um die verarbeiteten Pelze direkt an die Endverbraucher zu veräußern. Konflikte gab es mit Weißgerbern, Täschnern, Handschuhmachern, da oft nur eine begrenzte Menge Felle und Häute zum Verarbeiten vorhanden waren.
 
 
 
Kupferschmied (lat. faber aerarius, faber cuprarius)
Er fertigte hauptsächlich kupferne Gefäße für den Küchengebrauch, belegte aber auch Dächer mit Kupferblech. Im Gegensatz zu Eisen verarbeitenden Schmieden bearbeitete er seinen Werkstoff kalt. Lediglich zum Ausglühen wurde Hitze angewendet.
 
 
Ländhüter
Die Stelle, an der ein Schiff anlegte, war die Lände, die Beaufsichtigung oblag den Ländhütern.
 
 
Landstreicher
Person, die keinen festen Wohnsitz hatte. Sie wurde in den Orten nicht gerne gesehen, da nicht sicher war, ob sie neben dem Betteln auch noch stahlen.
 
 
Lebzelter (lat. lebetharius, dulciarius, pastillarius)
→ Kerzenzieher
 
 
Lehner – (Halb-, Viertel- und Achtellehner)
Die Grundbesitzer teilten bis 1848  ihre Gründe zu gleichen Teilen auf die Bauern eines Dorfes auf, die Größe dieser Landwirtschaften war örtlich verschieden. In unserer Gegend waren es zwischen 15 und 20 ha. Durch Erbteilung oder Teilung bei Heiraten kam es im Laufe der Zeit zu Halb-, Viertel- und Achtellehen.
 
 
 
Leibtrabant
Diener, Begleiter
 
 
Leichenbeschauer
Diese Tätigkeit wurde meist dem Wundarzt übertragen, der dafür eine Entlohnung erhielt.
 
 
Leinweber (lat. linifex)
→ Weber
 
 
Leitgeb, Leutgeb
→ Wirt
 
 
Leutpriester
Reitende oder fahrende Geistliche in einer viele Orte umfassenden Pfarre.
 
 
Lohgerber
Form der Gerberei, die Rinderhäute zu strapazierfähigen, kräftigen Ledern verarbeitete, beispielsweise für Schuhsohlen, Stiefel, Sättel oder Taschen.
 
 
 
Lotse
→ Außifahrer
 
 
Ludirektor, Ludimagister
Lehrer, Schuldirektor
 
 
Lumpensammler
→ Hadernsammler
 
 
Magd
→ Knecht
 
 
Mahder
 
Foto: Familie Riedl, Winkl  
 
Meist ärmere Bauern, die sich zusammenschlossen, um sich mit der Wiesenmahd bei größeren Bauern etwas dazuzuverdienen.
 
 
 
 
Marktfierant
 
Markttag in Kirchberg, um 1960
 
Leute, die mit ihren Waren, auch heute noch, von einem Wochenmarkt zum nächsten fahren, um sie dort anzubieten.
 
 
Marstaller
Marstall war ursprünglich die Bezeichnung für den Pferdestall eines Fürsten. Der Begriff kann darüber hinaus auch die Gesamtheit aller Pferde eines Fürsten bezeichnen.
Der Marstaller war der für den Stall verantwortliche Angestellte.
 
 
Maurer (lat. murarius, caementarius) 
 
  
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, k.k. Hoflith. Haase, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
 
 
Messerschmied (lat. cultrarius, gladiarius)
Sein Hauptaufgabengebiet ist die Herstellung von Messern und Klingen aller Art.
 
 
Miassucher
Sie lieferten das zum Zillenschoppen notwendige Moos. → Zillenschopper
 
 
Milchmeier
Die Milchmeier betrieben in Wien ausschließlich Stallwirtschaft und belieferten die Stadt mit Milch.
 
 
Mitnachbar
Diese Bezeichnung, oder auch nur Nachbar, kommt vor allem in Matrikenbüchern vor. Sie bezeichnet alle „Steuerzahler“ eines Dorfes, also neben Bauern auch Handwerker und Taglöhner.
 
 
Modist
→ Hutmacher
 
 
Mohda
→ Mahder
 
 
Müller (lat. molitor, molinarius, pistrinarius)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.  
 
Bereits mit dem sesshaft werden und dem Beginn des Getreideanbaues brauchten die Menschen Werkzeuge, um das Getreide zerkleinern und so besser genießbar machen zu können. Die Mühle ist somit eine der ersten Maschinen der Menschheitsgeschichte.
Mahlsteine aus der Steinzeit fand man an vielen Stellen auf allen Kontinenten. Auf altägyptischen Wandmalereien erkennt man schon Mörser und Stößel, mit denen Mehl hergestellt wurde. Die Griechen und Römer entwickelten zur Versorgung der Städte große Glockenmühlen, deren riesige Steine durch Tiere oder Sklaven betrieben wurden.  Mit der Erfindung des Getriebes traten die Wind- und Wassermühlen ihren Siegeszug an. 
Der nächste wichtige Schritt in der Entwicklung der Mühlen war die Einführung der Walzenmühle, bei der das Korn nicht mehr zertrümmert, sondern gequetscht wird. 
Bis zum Jahr 1848 war es das Recht des Grundherrn, Mühlen zu errichten. Seine Untertanen durften nur in seiner Mühle ihr Getreide mahlen lassen (Mühlenzwang), was für die Leute oft einen weiten Fahrweg bedeutete. 
 
 
 
Mundschenk
Er war im Mittelalter ein Hofbediensteter, der für die Versorgung mit Getränken – vor allem mit Wein – zuständig war, aber auch für die Verwaltung der königlichen Weingärten. An größeren Fürstenhöfen entwickelte sich die Funktion des Mundschenks zum Hofamt, das als Ehrenamt oft in einer hochrangigen Adelsfamilie erblich wurde, faktisch meist aber von einem Stellvertreter ausgeübt wurde.
 
 
Nachbar (lat. vicinus)
→ Mitnachbar
 
 
Nachwächter (lat. vigil)
Bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts kochte man am offenen Feuer. Noch länger beleuchtete man mit Kerzen oder bestenfalls mit Sturmlaternen. Dass dabei leicht ein Brand entstehen konnte, ist verständlich, der Umstand, dass die Häuser mit Strohschindeln gedeckt waren, machte die Gefahr umso größer. Bei Wind brannte schnell eine ganze Häuserzeile nieder. Um die Brandgefahr niedrig zu halten, patrouillierten daher Nachtwächter durch die Orte.
 
 
 
Nachrichter
→ Henker
 
 
Nadler (lat. acicularius, acuarius)
Der Nadler arbeitete eng mit dem Drahtzieher zusammen, von dem er sein Ausgangsmaterial bezog.
Mit viel Feingefühl spitzte er ein kurzes Metallstück am unteren Ende zu, am oberen Ende bohrte er das Nadelöhr aus und feilte es mit der Fitzfeile oval zu.  
Da er von dieser Arbeit alleine nicht leben konnte, stellte er auch Stecknadeln, Stifte, Haken, Ösen, Stricknadeln, Ketten, Angelhaken, Siebgewebe, Drahtgitter, Vogelkäfige, Mausefallen und vieles mehr her. 
 
 
 
Nagelschmied, Nagler (lat. faber clavarius)
 
Wikipedia, gemeinfrei
Anonym - Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung, Band 1. Nürnberg 1426–1549.
Stadtbibliothek Nürnberg, Amb. 317.2°, viahttp://www.nuernberger-hausbuecher.de/
 
Er befasste sich mit der Herstellung von Eisennägeln
 
 
Nauferge, Nauführer
Führer eines stromabwärts fahrenden Schiffes.
 
 
Oarer
→ Eiersammler
 
 
Organist
Orgelspieler in der Kirche, meist der Schullehrer
 
 
Ortswachen
→Nachtwächter
 
 
Neomyst
Neu geweihter Priester
 
 
Perlmuttdrechsler
 
    
Muschelreste, aus denen Knöpfe geschnitten worden sind – Perlmuttknöpfe
 
In der Antike wurden die Kleider mit Fibeln zusammengehalten, die man immer wieder in Museen findet. Man kannte auch schon Knöpfe, aber nur als Zierde.  Im 13. Jahrhundert wurden in Deutschland die Knopflöcher erfunden, das führte dazu, dass man enger anliegende Kleider schneidern konnte.
Die Knöpfe wurden aus verschiedenen Materialien hergestellt: Holz, Stoff, Zwirn, Horn – und auch aus den Schalen von bestimmten  Muscheln und Wasserschneckenhäuschen.
Mit Hilfe eines speziellen Bohrers wurden die Rohknöpfe aus der Muschel herausgebohrt und in  mehreren Arbeitsgängen, die wegen des feinen Staubes teilweise unter Wasser durchgeführt wurden, verarbeitet. Aus Perlmutt fertigt man auch andere Gegenstände, wie etwa Halsketten, Besteckgriffe, Rosenkränze, Tabatieren, Gemmen und Kameen.
 
 
 
Pfadner
Hemdenmacher
 
 
Pfannenflicker (lat. refector aerarius, veteramentarius)
Er stammte meist aus der Slowakei und verstand sich auf die Kunst, löchriges Blechgeschirr zusammenzuflicken, sowie zerbrochene Ton- und Porzellangefäße durch Draht wieder ganz zu machen, also durch Rasten zu binden, daher auch der Name Rastelbinder.
Am Rücken trug er ein mit Blechplatten, Draht und Mäusefallen gefülltes Holzgestell. Von Haus zu Haus ziehend, vermeldete er sein Erscheinen durch heftiges Schlagen auf ein Blechgefäß, wozu er ein lautes ‚Rastelbinde, Fanneflicke hi, flick hooo!‘ ertönen ließ. Vielfach pflegte der Rastelbinder gleich im Hof (oder ‚am Platz‘) auf seinem Werkzeugkästchen Platz zu nehmen und, umlagert von den Kindern, flink sein Werk zu vollbringen.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
 
 
Pfleger
Der Pfleger war bei kleinen Grundherrschaften oft der einzige Verwaltungsbeamte. Unterstützt wurde er dann von seiner Frau, die für das weibliche Dienstpersonal verantwortlich war.
 
 
Pfründner (lat. praebendarius)
Insasse eines Altenheimes oder Armenhauses, die es in vielen Dörfern gab.
 
 
Pflugschmied (lat. aratrorum faber)
Er war auf die Herstellung und Reparatur von Pflügen spezialisiert.
 
 
Posamentierer (lat. segmentarius)
→ Bortenmacher
 
 
Postreiter, Postknecht (lat. nuntius cursorius)
Ein in einer Herberge, später auf einer Poststation stationierter Reiter, der die empfangenen, verschlossenen und versiegelten Postsendungen oder Briefpakete zu einer benachbarten Poststation transportierte oder von dort abholte.
 
 
Prädikant
Hilfs- oder Laienprediger
 
 
Profos
Er war der für die Strafverfolgung bzw. Strafvollstreckung zuständiger Militärbeamte.
 
 
Protonotar
Höchster Kanzleibeamter des Landesfürsten.
 
 
Rastelbinder
→ Pfannenflicker
 
 
Regenschori (lat.)
Leiter des Kirchenchores, oft der Schullehrer
 
 
Reitermacher
→ Gitterstricker
 
 
Rentmeister
Er war der Leiter des Rentamtes, das war seit dem Spätmittelalter der Name für die Behörde der landesherrlichen oder kirchlichen Finanzverwaltung.
 
 
Revisionsschlosser  
Dieser Bahnangestellte hatte die ankommenden und abgehenden Wagen in den Hauptstationen zu untersuchen, kleinere Ausbesserungen, z.B. Auswechseln von Kupplungen, Schrauben, Muttern, Splinten und anderen kleinen Teilen zu besorgen. In den Zwischenstationen musste die Arbeit an den Wagen der verkehrenden Züge und bei kurzem Aufenthalt vorzugsweise an Achsen, Rädern und Feder vorgenommen werden. 
 
 
Richter (lat. iudex)
→ Dorfrichter
 
 
Riemer (lat. frenarius, lorarius, scothotomus, scytotonius)
→ Gürtler
 
 
Rotgerber (lat. coriarius ruber)
→ Gerber
 
 
Salamiverkäufer
Berüchtigt waren die italienischen Salamiverkäufer ob ihres heißen Blutes, das sie des öfteren aneinandergeraten ließ. Mit dem Ruf „duri, duri Salamucci“ suchten sie, ihre Waren an den Mann zu bringen.
1861 starb in Altenwörth der Käse- und Salamiverkäufer Marco Cragnolio, abstammend aus Tercento bei Udine.
 
 
Salzbeamter, Salzmeister (lat. praefectus salis)
Aufsichtsperson im Salzhaus oder Salzwerk.
 
 
Salzversilberer (lat. salarius, salis propola)
Salzhändler, Großverteiler von Salz
 
 
 
Sattler (lat. ephippiarius, lorarius)
 
 
Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, k.k.Hoflith. Haase, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Sattler stellte Gegenstände aus Leder oder Stoffen her, die im Umgang mit Nutztieren Verwendung fanden, vor allem Sättel, Zaumzeug, Kummet, aber auch Taschen und er führte Reparaturen an verschlissenen Teilen aus.  Manche haben sich auch auf die Ausstattung von Kutschen spezialisiert. Die Sattler übten meist auch das Riemergewerbe aus, da sie das dafür nötige Werkzeug und die Fertigkeit dazu ohnehin besaßen – sehr zum Leidwesen der hauptberuflichen Riemer.
 
 
 
Sauschneider
Das Ferkelschneiden (kastrieren der Ferkel) nahm meist der Viehhirte vor, der Sauschneider kastrierte ältere Schweine.
 
 
Schäfer, Schafhirt (lat. pastor, opilio, bergarius, ovillarius, ovilio, ovilius)
 
 
Schafe an der Donaulände, 1982
Foto: Herbert Mizera, Altenwörth
 
Das Weiderecht ermöglichte es der Dorfobrigkeit, gemeinsam mit den Bauern ihr Vieh auf die Gemeindeweide, das Brachfeld und abgemähte Wiesen zu treiben. Ab dem 16. Jahrhundert errichteten viele Herrschaften in den Orten Schäfereien. Da Schafe sehr genügsam sind und das Gras und Unkräuter so tief abfressen, dass für andere Tier nichts mehr bleibt, hatten die Bauern wenig Freude damit. 
Die Schafwirtschaft spielt heute in der Landwirtschaft Europas heute eine untergeordnete Rolle. Die gewerbliche Schäferei umfasst die Behütung, Zucht und Verwertung (Milch, Fleisch, Wolle, Leder) von Schafen. Schafe werden meist in Herden gehalten, die ein Hirte mit der Hilfe von Schäfer- oder Hütehunden behütet. Der Wanderhirte führt dabei seine Schafe durch allgemein zugängliches Land.
 
 
Schaffer (lat. oeconomicus, oeconomus)
Verwalter
 
 
Scharfrichter (lat. carnifex)
→ Henker
 
 
Schausteller
Um 1902 gehen die Kinder des Schaukelbesitzers Paul Fahrbach in Winkl zur Schule. Noch in den 1970er-Jahren kamen Schausteller mit Schaukeln, Autodromen, Schießbuden und anderen Belustigungen nach Kirchberg, wo die Kinder dann für einige Tage oder Wochen zur Schule gingen.
 
 
Scherenschleifer (lat. acutiator)
Er war ein Italiener aus dem ehemaligen Vielvölkerstaat der Habsburger. Das Wort ‚Ssere-sleife‘ gab die gebrochene Aussprache des Italieners wieder. Auf diesen Ruf hin gaben die Leute stumpfgewordene Messer, Scheren oder Sägen zum Schleifen. Das Scherenschleifen war quasi eine Spezialität der Italiener.
Die Gestalt des Scherenschleifers ist auch heute noch nicht ganz ausgestorben, aber kein Italiener, eher ein Zigeuner mit einem einrädrigen Gestell, auf das ein Schleifstein aufmontiert ist, der mit einem Fuß in drehende Bewegung gesetzt wird und von Hunden gezogen wird.
(Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart)
Dieses fahrende Gewerbe ist eines der wenigen, die sich bis heute erhalten haben. Von Zeit zu Zeit kommt eine Information mit der Post, dass der Scherenschleifer wieder durch die Ortschaften fährt.
 
 
Schiffmüller (lat. molitor navalis)
Schiffmühlen gehören zu den ältesten Mühlen und waren bereits den Römern im 4. Jahrhundert vor Chr. bekannt. An der Donau sind sie seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen.
Eine Mühle bestand aus zwei Schiffen. An der Uferseite stand das Hausschiff mit Mühlwerk, Wohnraum und Lager für das Getreide. Das stromseitig liegende Wellschiff diente als Auflager für die Achse des unterschlächtigen Mühlrades. Sie standen bis Ende des 19. Jahrhunderts an nahezu allen Flüssen Mittel- und Osteuropas, sofern diese eine ausreichend starke Strömung aufwiesen. Der Müller wählte Standplätze im schnellen Wasser, entweder in den Außenkurven oder an schmalen, tiefen Donauarmen, wie etwa im Mühlwasser gleich unterhalb von Altenwörth. Wegen des guten Zugangs waren manche auch in Brückenpfeilern verankert.
Informationstafel im Schifffahrtsmuseum Spitz,
BERGAUER, HRAUDA, Leben mit der Donau, Wien 2011)
 
 
 
Schiffzieher (lat. helciarius)
Über Jahrhunderte waren Fließgewässer eine Einbahnstraße flussabwärts. Viele Flosse und Schiffe wurden nur gebaut, um sie an der Endstation nach dem Ausladen der Waren zu zerlegen und das Holz zu verkaufen. Später legte man Treppelwege entlang des Flusses an, auf denen zuerst Menschen und ab dem 15. Jahrhundert Pferde die Schiffe stromaufwärts zogen.
 
 
Schinder
→ Abdecker
 
 
Schlachter
→ Fleischhauer
 
 
Schlosser (lat. faber serrarius, claustrarius)
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Schlosser, der sich schon vor einigen Jahrhunderten vom Schmied abgesondert hat, beschäftigt sich auch mit Metall, spezialisierte sich allerdings auf Bereiche, die nicht nur die Landwirtschaft betrafen: Er fertigte vor allem Türbeschläge und Schlösser an, die immer raffinierter wurden. Auch heute noch eröffnet sich diesem Berufszweig ein vielfältiges Arbeitsgebiet, wie etwa die Anfertigung von Zäunen, Toren, Geländern und anderen Werkstücken rund ums Haus.
 
 
 
Schmied (lat. faber ferrarius)
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Schmied war schon in der Eisenzeit in den Dörfern anzutreffen. Alles  aus Eisen hergestellte wurde von ihm bearbeitet. Der Schmied befriedigte in erster Linie die Bedürfnisse der Landwirtschaft. Durch den Übergang auf neue Techniken und komplexe Arbeitsgeräte hat er Großteils seinen Arbeitsbereich verloren. 
 
 
 
Schneider (lat. sartor)
 
  
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, k.k. Hoflith. Haase, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Lange Zeit trugen die Menschen am Land Kleidung aus den Materialen, die sie selbst herstellen konnten, wie Leinen und Wolle. Darüber hinaus gab es Bekleidungsvorschriften  für jeden Stand, für den Bauernstand, der ein niedriger war, waren nur einfache Stoffe und Schnitte vorgesehen. 
Später kamen wandernde Schneider, die sogenannten „Störschneider“ auch in die Dörfer und fertigten auf den Höfen alle Kleidungsstücke an, die gerade benötigt wurden. Erst spät siedelten sich Schneider in den Dörfern an, dafür aber dann fast in jedem Ort. Es gab ja keine fertige Kleidung zu kaufen und auch die Landbewohner wurden zunehmend modebewusster. Meist besaßen die Schneider und auch andere Handwerker kein eigenes Haus, sondern lebten als Inwohner bei Bauern. 
 
 
 
Schopper 
nannte man die Schiffbauer  in der deutschsprachigen Donauregion.  Das Schoppen selbst ist das Abdichten der Fugen von Zillen und Schiffen mit Moos, das vorher zu einem Zopf gedreht wurde. Danach legten die Schiffbauer Leisten darauf, die das Moos in die Fuge drückten und schlugen in Abständen kleine Eisenklammern, sogenannte Klampfeln, ein. Das zum Schoppen notwendige Moos lieferten die Miassucher.
 
 
Schübling
Abgeschoben Person
 
 
Schuhmacher (lat. calcearius, calciator, sutor, cerdo)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Das Schustergewerbe war einer jener Berufe, die es so gut wie in jedem Ort gab. Für ein gänzlich handgemachtes Paar Schuhe benötigte ein Schuster einen Tag  Arbeitszeit. Er fertigte aber nicht nur neue Schuhe an, er besserte auch alte aus und versah sie mit neuen Sohlen.
 
 
 
Schwärzer
Schmuggler
 
 
Schweizerin
Kuhdirn
 
 
Seifensieder (lat. olearius, smigarius, smigmator, saponarius, saponis confector)
Hatte man im frühen Mittelalter mit Holzasche oder deren Lauge gewaschen, brachten die Kreuzritter die Technik der Seifenherstellung aus dem Nahen Osten zu uns.
Die Seifenlauge wurde aus Holz- bzw. Pottasche oder Natron (Soda) und Ätzkalk (ungelöschter Kalk) hergestellt, worin das Fett (Talg von Schafen, Rindern und Ziegen oder Fett von Pferden und Schweinen) gekocht wurde, bis eine gallertartige Masse entstand, die man in die vorbereiteten Formen goss. – Das Seifensieden war ein langwieriger Vorgang.
Da meist weit mehr Unschlitt (Rinderfett) als Pottasche vorhanden war, erzeugten die Seifensieder nebenbei Kerzen, die sie entweder zogen oder gossen. 
 
 
 
Seiler (lat. cordularius, restiarius, restio; funarius, funicularius) 
  
Historische Darstellung eines Seilers aus dem 16. Jh.
 
Schon bei Ausgrabungen aus der Steinzeit sind Seile nachgewiesen worden, erste schriftliche Erwähnungen findet man bei den alten Ägyptern.  Aus den Ausgangsmaterialien Hanf und Flachs wurden Seile, Stricke, Buttenbänder, Wäscheleinen, Glockenseile, Halfter, Gurte, Flecht- und Netzwerke angefertigt. Vor allem für Zugtiere und Wägen brauchte man die verschiedensten Seile. 
Die Seiler zählten zu den ärmeren Gewerben. Die Bauern konnten viele Seile selbst herstellen. Daher war es den Seilern erlaubt, einige andere Produkte zu verkaufen, die in der Landwirtschaft benötigt wurden, wie z.B. Fackeln, Lunten, Pech oder Peitschen.
Auch in unserer Gegend wurden in geringen Mengen sowohl Flachs als auch Hanf angebaut.
 
 
 
Sensenschmied
Er war auf die Herstellung von Sensen, Sicheln und Strohmessern spezialisiert.
 
 
Siebmacher, Sieberer (lat. cribrarius)
→ Gitterstricker
 
 
Spielleute
(herumziehende) Musikanten
 
 
Standler
→ Marktfierant
 
 
Stellmacher (lat. currifex)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Mechaniker des Mittelalters war der Stellmacher oder Wagner. Bereits im 14. Jahrhundert finden Wagner in Schriften Erwähnung.
Er stellte Transport- und Beförderungsmittel, wie Hand- und Leiterwagen, Fuhrwerke, aber auch landwirtschaftliche Geräte wie Leitern, Rechen, Gabeln aus Holz her und reparierte diese. Er war sowohl für das Gestell, einschließlich der Achsen, als auch für die Räder und Deichseln verantwortlich. Zudem bauten Wagner Sportgeräte, wie Schlitten. 
 
 
 
Störschneider
Schneider, der von Dorf zu Dorf zog, um seine Arbeit anzubieten.
 
 
Straßenkehrer, Straßenräumer
 
Straßenwärter in der Bahnstraße Kirchberg, um 1950 
Foto: Rudolf Schäfer, Neustift
 
Ein leistungsfähiges Straßennetz war immer von großer Bedeutung. Schon im Altertum waren Arbeiter damit beauftragt, die Straßennetze zu bewachen und zu pflegen. 
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Straßenpflege nicht überregional geregelt. Jedes Dorf hatte seinen Straßenkehrer, der für die Befahrbarkeit und Reinhaltung der Straßen innerhalb des Gemeindegebietes zuständig war. Ausgerüstet mit Karren, Schaufel und Besen führte er Ausbesserungsarbeiten an den Straßen durch und mähte die Wegraine - für die Feldwege war der Viehhirt zuständig. Da die Straßen nur geschottert waren, war dies eine sehr staubige Arbeit. Oft mussten Familienmitglieder helfend einspringen, wenn der Straßenwärter die Arbeit alleine nicht schaffte. Lag jedoch hoher Schnee, half die Bevölkerung mit, die Wege frei zu bekommen. In den schneereichen Wintern zu Anfang des 20. Jahrhunderts lag dann der Schnee mannshoch zu beiden Seiten der Wege. 
 
 
 
Strohschneider (lat. paleator)
Dienstleistungsberuf, der in den Häusern ausgeübt wurde (Schneiden von Stroh zu Häcksel).
 
 
 
Strumpfrepassiererin
Eine ärmere Frau, die sich ihr Einkommen damit aufbesserte, indem sie Laufmaschen aus Seidenstrümpfen reicher Damen  kunstvoll ausbesserte.
 
 
Strumpfwirker (lat. tibialium reticulator)
Strumpfwirker stellten gestrickte Strümpfe, Socken, Schlafhauben, Hosen und Handschuhe aus Schafwolle, Seide, Hanf, Baumwolle oder Leinengarn her. 1589 erfand der Engländer William Lee den Strumpfwirkerstuhl, an dem ein Geselle in der Woche sechs paar Strümpfe anfertigen konnte. Nach dem Walken und Färben wurde der nasse Strumpf über ein Brett gezogen, und nach der Trocknung geschoren, gepresst und appretiert.
Zum Ende des 19. Jahrhundert wurde das Handwerk durch die fabrikmäßige Fertigung verdrängt. 
 
 
 
Tabakaufseher
Er beaufsichtigte die Tabakernte.
 
 
Tabakverleger
Er verkaufte Tabak meist im Großhandel.
 
 
Tabaküberreiter
Er war ein Steuer-/Zollbeamter.
 
 
Taglöhner, Tagwerker (lat. mercenarius, operarius)
 
 
Antonia Zimmermann mit ihrem Sohn Herbert, Taglöhner aus Winkl
Foto: Herbert Zimmermann, Winkl
 
In der Landwirtschaft gibt es immer wieder Arbeiten, die vermehrten Personalaufwand erfordern. Dazu wurden früher die Taglöhner herangezogen, die, wie ihr Name sagt, täglich (manchmal auch wöchentlich) ausbezahlt wurden. Es handelte sich dabei um Hausfrauen, Pensionisten, Kleinhäusler oder auch Inwohner.
Heute unterliegt auch diese Berufsgruppe strengen finanziellen Regelungen. Meist werden jetzt Arbeiter aus Osteuropa angeheuert.
 
 
Taschner
Es handelt sich um einen Beruf des lederverarbeitenden Gewerbes. Taschner stellen Koffer, Taschen und andere Behältnisse aus Leder, Kunststoff und Textilien her oder überziehen Stühle mit Leder.
 
 
Tauchmeister
Das Beladen von Schiffen wird als „tauchen“ bezeichnet. Für die Überwachung der Tauchung war auf großen Ladeplätzen ein Tauchmeister zuständig.
 
 
Tischler (lat. arcularius)
 
  
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, k.k.Hoflith. Haase, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Die Tischlerei ist ein altes und angesehenes Handwerk. Sie spaltete sich im 14. Jahrhundert von der Zimmerei ab. Die Tischlerzünfte besaßen gegenüber anderen Holzberufen das ausschließliche Recht, Hobel als Handwerkszeug und Leim als Verbindungsmittel benutzen zu dürfen. Ebenso war ihnen die Herstellung von Fenstern, Türen, Wand- und Deckenvertäfelungen, Möbeln und ab dem 16. Jahrhundert der neu aufkommenden Särge vorbehalten.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben in den Tischlerwerkstätten Geräte mit Gas- und Elektroantrieb Einzug gehalten, die die Arbeit wesentlich vereinfacht haben. Wie in anderen Berufen haben auch in dieser Branche die kleineren Betriebe mittlerweile aufgeben müssen.
 
 
 
Töpfer (lat. figulus)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Der Töpfer formt Gegenstände aus Ton/Lehm, die getrocknet, dekoriert und gebrannt werden, wodurch die Endprodukte, die Keramik,  hart und teilweise wasserundurchlässig werden..
 
 
Totengräber (lat. sepultor mortuorum)
Er hebt die Gräber aus und schließt sie nach der Beerdigung des Verstorbenen wieder.
Im Mittelalter galt dies als ein verachteter „unehrlicher Beruf“, heute sind Totengräber meist Angestellte der Friedhofsverwaltung.
 
 
Treidler
→ Schiffzieher
 
 
Tuchwirker, Tuchmacher (lat. pannucida, pannufax, levidensae textor)
Spezialisierte Weber, die ausschließlich feine, gewalkte und geraute Wollgewebe, sogenannte Tuche, herstellten.
 
 
 
Überreiter
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit berittene Bewachungs- und Aufsichtsbeamte.
 
 
Uhrmacher (lat. automatarius, horolgiarius)
Ein Uhrmacher ist ein Erfinder, Konstrukteur oder Erbauer von Uhren, speziell von mechanischen Uhrwerken und deren Zubehörteilen. Der Beruf beinhaltet auch die Wartung und Pflege von Uhren aller Art.
 
 
Urfahrer, Überfahrer
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Personen, die gegen Entgelt Leute und Waren von einer Seite eines Flusses auf die andere beförderten. Die Überfuhren waren ursprünglich im Besitz des Landesfürsten, der die Rechte nach Gunst und Verdienst vergab. So gelangten manche Adelsgeschlechter in den Besitz des Urfahrrechtes, das diese an Fergen (Überführer) weitergaben. Nur dieser durfte gegen Lohn überführen.
 
 
Vagabund
Landstreicher
 
 
Verlorene Mandl
Eine kleine Abteilung der Schiffsmannschaft beim Gegenzug, die dafür zu sorgen hatte, dass das Treibleinl immer in der Luft schwebte. Sie fuhren daher in einer kleinen Zille dem Seil entlang und hoben dieses über Hindernisse, wie Steine und Baumstämme hinweg. Diese Arbeit war mit steter Lebensgefahr verbunden.
 
 
Vizedom
Die Amtsbezeichnung eines Stellvertreter oder Statthalters des Landesherrn, ursprünglich in geistlichen, später auch in weltlichen Fürstentümern. Das Amt entwickelte sich im Lauf der Zeit zu dem eines landesfürstlichen Beamten mit den Hauptaufgaben der Leitung des Finanzwesens und der Ausübung richterlicher Funktionen.
 
 
Viehhirt (lat. Bubulcus)
→ Halter
 
 
Vieh- und Fleischbeschauer
In jedem Ort waren von der Obrigkeit diese Personen in nötiger Anzahl angestellt worden. Jede Beschau hatte von zwei Männern vorgenommen zu werden. Sie hatten sich von der Gesundheit der zu schlachtenden Tiere zu überzeugen sowie den Zustand des Fleisches im geschlachteten Zustand zu überzeugen. Meist handelte es sich um Bauern aus dem Ort.
 
 
Viertellehner
→ Lehner
 
 
Vogelfänger (Vogelsteller, Vogler)
Der Fang von Wildvögeln als Nahrung wird seit der Steinzeit betrieben, der Fang für die Singvögelhaltung ist seit dem Mittelalter überliefert.
Noch aus der Zeit um 1900 sind Rezepte zur Zubereitung „kleiner Vögel“ überliefert.
 
 
 
Viktualienhändler
Händler für Lebensmittel und Waren für den täglichen Gebrauch bzw. Inhaber eines Geschäfts für solche.
 
 
Vogt (lat. advocatus)
Ein herrschaftlicher, meist adeliger Beamter des Mittelalters und der frühen Neuzeit. 
 
 
Wachszieher (lat. cerarius)
→ Lebzelter
 
 
Wagner (lat. currifex, aurifex, plaustrarius, rhedarius)
→ Stellmacher
 
 
Wanderbursche
Früher mussten Handwerksburschen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit auf Wanderschaft gehen und in anderen Betrieben Erfahrungen sammeln. Dies war seit dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Industrialisierung eine der Voraussetzungen zur Zulassung zur Meisterprüfung. Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen sowie Lebenserfahrung sammeln. Ein Handwerker, der sich auf dieser traditionellen Wanderschaft befand, wurde als Fremdgeschriebener oder Fremder bezeichnet.
 
Siehe auch das Wanderbuch von Ignaz Schwanzer aus der Zeit nach 1850:
 
 
Wäscherin (lat. lotrix)
Die Arbeit einer  Wäscherin war sehr hart und trotz der extrem schweren körperlichen Arbeit war ihr Ansehen sehr gering.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts musste das Wäschewaschen von Hand erledigt werden – es gab weder moderne Waschmittel noch -maschinen. Auch fehlte es noch an Gerätschaften, um die Wäsche vor dem Aufhängen etwas trockener zu bekommen. Stoffe und Kleidungsstücke waren früher ohnehin schwerer als heute und das umso mehr, wenn sie mit Wasser vollgesogen waren.
Am Land erledigte diese schwere Arbeit in ärmeren Familien die Hausfrau und die älteren Töchter selbst, bei größeren Bauern waren die Mägde dafür zuständig.
 
 
Wasenmeister
→ Abdecker
 
 
Weber (lat. textor, pannifex, linteo)
 

Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz, Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
Aufgrund der Wichtigkeit der Stoffproduktion für die Bevölkerung gab es Weber nicht nur im Marktort Kirchberg, sondern auch in den kleineren Dörfern rundum. 
In erster Linie wurden Webgarne aus heimischer Erzeugung, wie Flachs oder Hanf verwendet, die Tuchmacher verarbeiteten Wolle für Jacken und Mäntel. Leinenweber produzierten nur Leinwand, Seidenweber nur Seide. Baumwolle, Seide und Barchent wurden eingeführt, kamen bei kleinen Dorfwebereien aber kaum zum Einsatz.
 
 
 
Wehmutter
→ Hebamme
 
 
Weinhauer
→ Hauer
 
 
Weingartenhüter
→ Hiata
 
 
Weißgerber (lat.alutarius, coriarius in albis)
Die Weißgerberei ist ein Verfahren, bei dem die Gerbung mit Mineralien wie Alaun oder Kochsalz bewirkt wird. Die bleichende Wirkung der Mineralstoffe ergibt ein besonders helles Leder. Das Verfahren wurde vor allem für feinere und dünnere Leder von Kalb, Schaf und Ziege eingesetzt. Die daraus gewonnenen Lederqualitäten Chevreauleder (Ziegenleder), Glacé (Kalbsleder) oder Kid (Ziegenleder) wurden vorzugsweise zu Handschuhen, Beuteln, Buchdeckeln oder Etuibezügen weiterverarbeitet.
 
 
Weltpriester
Im Gegensatz zum Ordenspriester
 
 
Wirt
→ Gastwirt
 
 
Ziegelschläger, Ziegelbrenner (lat. tegularius, coctor laterum, laterarius, latericius)
 
  
Ziegel der Gemeinde Winkl 
Ziegelmodel, NÖ Museum für Volkskultur, Groß-Schweinbarth
 
Die Verwendung von luftgetrockneten Lehmziegeln ist seit der Jungsteinzeit eine wichtige Bautechnik. Im 19. Jahrhundert nahm die Erzeugung gebrannter Ziegel auch am Land zu, außerhalb der Ortschaften errichteten die Gemeinden oder Privatpersonen Ziegelöfen. Der
Beruf des Ziegelschlägers war nicht innungsmäßig organisiert und man konnte ihn nicht erlernen. Es war eine Saisonarbeit von März bis Oktober, die meist von böhmischen Wanderarbeitern ausgeführt wurde, die häufig ihren Arbeitsplatz wechselten.
 
 
 
Zigeuner (lat. aegyptus)
 
 
Zigeuner um 1920 in Unterstockstall
Foto: Otto Moosbauer, Kirchberg
 
Die Zigeunerfamilien kamen mit Planenwagen und campierten am Rande der Dörfer. Die Bewohner der Ortschaften sperrten die Tore zu, wenn sie die Zigeuner sahen, da diese (den berechtigten) Ruf hatten, zu stehlen. Wenn sie betteln kamen, gab man ihnen Brot.
Sie verdingten sich ihren Lebensunterhalt mit Korbflechten, Scheren schleifen und Sieb-Herstellung, die sie dann in den umliegenden Ortschaften verkauften. 
Heute ist die Bezeichnung "Zigeuner" verpönt, man benennt sie nach ihrer Herkunft als "Roma" oder "Sinti".
 
 
Zillenschopper 
→ Schopper
 
 
Zimenter
Dieser landesfürstliche Beamte überprüfte alljährlich die Maße und Gewichte mit dem Normalmaß – Eichung.
 
 
Zimmermann (lat. carpentarius, faber lignarius)
 
 
Ehemaliges Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz,
Verlag F. Tempsky, Prag,
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz.
 
In früheren Zeiten war nahezu jeder Hausbesitzer sein eigener Zimmermann, da er sich sein Haus meist selbst zimmern musste. Als sich später die Berufe mehr und mehr spezialisierten, wurde auch der Zimmererberuf eigenständig und dem Zunftrecht unterworfen. 
Vor allem in den Städten wurden für größere Bauten fähige Zimmerer benötigt. Aber auch der Dorfzimmermann verstand es, dem nüchternen und funktionalen Haus einen eigenen Charakter zu geben. Selbst an der ärmlichsten Bauernhütte wurden Schmuck und Zierrat nicht vergessen. 
 
 
 
 
Tätigkeitsbezeichnungen beim Gegenzug, also der Schifffahrt flussaufwärts vor der Dampfschifffahrt,
 
 
 
Weitere Quellen:
Wikipedia
Feigl, Helmuth: Die niederösterreichische Grundherrschaft, St. Pölten 1998
Schilder, Otto: Heimatkunde heute, Horn 1977
 
 
 
Mai 2019
Maria Knapp