Fahrendes Volk

 

Letzte Änderung: 14.4.2016

 

Früher gab es etliche Berufsgruppen, die sich ihr Geld durch Wandern oder Fahren von Dorf zu Dorf verdienten. Manche kamen von weit her, oft aus Ländern der ehemaligen Monarchie.

„Hausierer und Straßenmusikanten prägten das Landschaftsbild. Auch ein „Binkeljud“ kam mit in ein großes Tuch gebundenen Leinenwaren und bot sie zum Verkauf an. Auch Bosniaken kamen mit ihrem, am Bauch anliegenden, offenen Kistl, welches um den Hals mit einem Riemen befestigt war. Sie boten Taschenmesser, Rasierzeug, Feuerzeug und allerhand Kleinkram zum Verkauf an. Zigeuner, mit ihren Kastenwagen und Nomaden „Schleifer“ mit Planenwagen zogen oft durch oder wohnten einige Tage in den Orten.“
Quelle: Frau Anna Schabl, Königsbrunn
 

Genaue Bestimmung, womit Umgeher ihr Geld verdienen durften, fand mit im "Handbuch für Orts-Richter" aus dem Jahr 1840:
"Hausieren mit Büchern, Bildern, destilirten Oehlen, Geistern und Arzneyen für Menschen und Thiere ist strenge verbothen, ebenso mit Lotterie-Loosen und Gewinnst-Objekten und Gift.
Wandelnde Krämer, oder sogenannte Hausierer, die Ratten- oder Mäusepulver, Fliegenstein, Hüttenrauch (Hütterich) für das Vieh, oder andere giftige Waaren mit zu Kauf tragen, sind, wenn sie betreten werden, ohne weiters anzuhalten, und sammt ihren Feilschaften zur Ortsobrigkeit einzuliefern.
Hausierer müssen mit dem Hausier-Passe und Erwerbsteuerscheine versehen seyn. Gegen dieselben haben die Gemeindediener genaue Aufsicht zu pflegen.
Juden ist das Hausieren, das ist, Waaren von Haus zu Haus anbiethen, in der Stadt Wien und auf dem Lande in Niederösterreich, verbothen. Auf herumziehende Juden ist strenge Aufsicht zu pflegen.
"

 

Artisten

1918:  Henriette Winkler, Artistenstochter wohnhaft in Winkl (Artistenwagen) geboren zu Trachowitz bei Karlsbad in Böhmen, zuständig in Wien, eheliche Tochter des Ludwig Winkler und der Sofie Kurz, stirbt mit 22 Jahren an der spanischen Grippe und beiderseitiger Lungenlähmung.

 

Bandlkramer

1795 stirbt in Engelmannsbrunn der Bändelkrämer Joseph Melcher von Sichards (Sieghards) mit 60 Jahren.

 

Bosniaken

„Der Bosniak stammte aus den einst zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörigen südslawischen Gebieten Bosniens und der Herzegowina. Er war bisweilen hochgewachsen, von schöner Gestalt und verkaufte Feuerzeuge, Pfeifenspitze, Uhren, Uhrketten mit Anhängern, Fingerringe, Manschettenknöpfe, Halsbänder, Halsketten, Broschen, Armbänder, Kämme, Spiegel, Taschenfeitel u. dgl. Tand, alles womöglich funkelnd und glitzernd. Diese Sachen trug er in einem mit Riemen am Leib befestigten kistchenartigen, gefächerten Behälter unterhalb der Brust vorn am Bauch. In malerischer Tracht, mit seinem dunkelroten, weithin sichtbaren Türkenfez, mit blauer, oben weiter, unten enger Hose mit buntem gesticktem Gürtel und braunroten Opanken, so ging er von Haus zu Haus und pries seine Ware an. Fand sich ein Käufer, so war dieser zunächst über die Höhe des Preises verblüfft, aber der Bosniak hatte nach der in seiner Heimat üblichen Sitte, die auf das Handeln (Feilschen) eingestellt war, in der Regel das drei- bis vierfache des tatsächlich gewünschten Betrages verlangt. Er ließ also gutmütig mit sich handeln, und wenn er zuletzt ein Viertel der begehrten Summe erzielt hatte, dankte der Riese mit befriedigtem Kopfnicken und ging.!“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Eiersammler, „Oarer“

Auch die Eier wurden mit dem Buckelkorb gesammelt und mit demselben per Bahn nach Wien gebracht. Der „Oarer“ verkaufte sie dann in Wien am Markt.
Quelle: Frau Anna Schabl

1826 stirbt in Engelmannsbrunn Nr. 64 Annamaria Maringer, Eyerhändlerin, im Alter von 81 Jahren am Schleimschlag.

Der „Oarer“ wohnte meist in der Nähe, derjenige, der regelmäßig zu uns kam, war Herr Böhm aus Bierbaum.

 

Eisverkäufer

Dieser fuhr im Sommer mit dem Rad durch die Ortschaften und verkaufte Eis, das er in einem Behälter mitführte.

 

Essigmann

„Er war eine fast hünenhaft ehrwürdige Gestalt mit breiten Schultern und Vollbart, kam mit einem kleinen Wagen, auf dem ein mehrere Eimer großes Faß lag, dem ein kleines Pferdchen oder ein Maulesel vorgespannt war, angefahren. Er stellte am „Plotz“ ab und ging nun, auf dem Rücken ein etwas abgeflachtes Essigfäßchen tragend, von Haus zu Haus, seinen Essig anpreisend mit den Worten „Faine Essi, gude Essi.“ Er war Italiener und ein solider, hochanständiger Mann.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Fechter

In Winkl im Armenhaus lebte eine Zeit lang Herr Josef Cerny, der sich als Bettler (oder Fechter) seinen Lebensunterhalt verdiente. Als Frau Trethahn, die letzte Bewohnerin des Armenhauses Winkl starb, musste auch er ausziehen. Später machte die Feuerwehr bei dem Haus eine Übung – mit Wasser sollte ein vermeintlicher Brand gelöscht werden. Zuvor schaute man vorsichtshalber nach, ob niemand im Haus ist – und wirklich lag Herr Cerny drinnen und schlief.

Einge Frauen, die im Armenhaus in Kollersdorf lebten (es stand da, wo heute der Waschplatz ist), gingen fechten, aber auch von auswärts kamen Bettler, denen man Brot, Fleisch und später auch etwas Geld gab.

 

Gottschewara

„Er war eine ähnliche Gestalt wie der Bosniak. Er betrieb auch noch Handel mit Südfrüchten und Süßwaren, Datteln, Feigenkränzen, Zuckerzeug etc. War eine Verkaufsmöglichkeit gekommen, holte er aus seiner Rocktasche ein Säckchen mit Losen oder mit bezifferten Holzmarken hervor und ließ den Käufer sein Glück erproben. Sehr häufig wurde „Grad“ und „Ungrad“ gespielt (scherzweise auch „Kraut“ und „Unkraut“ genannt). Dabei sagte der Spieler zuerst das Wort „Grad“ (d.i. eine gerade Zahl“) oder „Ungrad“ und zog dann aus dem Ziffersäckchen eine Marke, die dann für den Gewinnfall eben die vorausgenannte Eigenschaft als Zahl aufweisen mußte. Je nach Höhe des vereinbarten Einsatzes fiel der Gewinn oder Verlust aus; gegen einen geringen Betrag konnte ein Feigenkranz oder eine Bonbonschachtel rasch erspielt sein.

Seinen Namen hat der Gottscheeberer nach seiner Heimat, der ehemaligen deutschen Sprachinsel Gottschee im einstigen österreichischen Kronlande Krain, die heute zu Jugoslawien gehört, darum hieß er auch „Kraner“, d.i. "Krainer.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Handleh

„Ein anderer Hausierer war der Handleh, ein umherziehender Jude, auch „Binkljud“ genannt. Er stammte meist aus dem Nordosten der Monarchie; Galizien und die Bukowina waren seine Heimat. Er kam wohl vielfach nur mit ein paar Gulden und seiner Familie nach Wien, machte sich hier seßhaft und wußte es durch angeborenes Geschick, Sparsamkeit, Anspruchslosigkeit, unverdrossene Tatkraft, zähen Fleiß und vor allem durch unübertreffliche Ausdauer dahinzubringen, daß er sich oft schon nach wenigen Jahren einen kleinen Geschäftsladen einrichten konnte, den er mit gleicher Emsigkeit allmählich vergrößerte. Er trug bisweilen einen Sack oder auch ein dunkelfärbiges, meist blaues großes Tuch unter dem Arm, das er nach größeren Käufen als Bündel (Binkl) schief auf dem Rücken trug. Er verkaufte Stoffe, Stoffreste, Hemden, Hand- und Taschentücher, meist minderer Qualität und sammelte auch gleichzeitig Hasenfelle, Gerümpel aller Art und dgl. Bei jedem Handel gab es ein richtiges Feilschen. Der Preis wurde um ein Mehrfaches überboten, worauf eben der entsprechende Teil geboten wurde. Worauf er sich um Gehen wandte, bald aber wieder umkehrte, um ein niedereres Angebot zu machen. Einigte man sich schließlich mit dem Handel, so verließ der Jude unter Wortgezeter und Murren das Haus: der Profit war nicht befriedigend.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Hadernsammler

Die Aufforderung "Hadernsammler sind einer strengen Aufsicht zu unterziehen" findet man im "Handbuch für Orts-Richter" aus dem Jahr 1840. Hadern, also Fetzen, benötigte man für die Papierherstellung. Es handelte sich dabei um arme,  invalide oder sonst arbeitsunfähige Personen, auch um Juden. Sie waren meist genau so schmutzig wie die Lumpen, die sie sammelten, aber ihre Arbeit, die wenig geschätzt wurde, war für die Papierfabriken von unverzichtbarem Wert, da der Papierbedarf ständig anstieg. Das Schimpfwort "Haderlump" geht auf diesen Berufsstand zurück.

Hadernsammler, die hier gewohnt haben:

Um 1876: Johann Kaidosch war Hadernsammler in Mitterstockstall 36.

Um 1880: In Unterstockstall 28 wohnte der Hadernsammler Franz König.

1888: Der Hadernsammler Cyrill Blazek ist auf freiem Felde bei Mallon erfroren.

 

Käse- und Salamiverkäufer

1861 starb in Altenwörth 19 der Käse- und Salamiverkäufer Marco Cragnolio, abstammend aus Tercento in Udine.


Quelle: Pfarrmatriken Altenwörth

 

Kochlöffelkrawat

„Auch Gulöffelgrowot eigentlich Kochlöffelkroate, war ein umherziehender Straßenhändler. Der Krowot war aber gewöhnlich kein Kroate, sondern ein Slowake, denn er stammte meist – ebenso wie der „Zwiefelkrowot“ und der „Rastlbinder“ aus der Gegend um Trenschin in der Slowakei. Diese harmlos gutmütigen, grundehrlichen Leute luden vielfach durch eine Holzflöte zum Kauf ihrer Waren ein mit den Worten: Gaafte Kulöffl, Spileria“ (Kaufet Kochlöffel, Spielerei.) Je nach dem augenblicklichen Bestand ihrer Vorräte setzten sie dann ihre Warenbezeichnungen fort, z.B. Fandl (kleine Pfanne), Sprudl (Sprudler), bretene Nudel (Nudelbrett), hülzane Fertl (hölzerne Pferdchen) was frißt ganze Hai (kein Heu), flaischane Schlegl (Fleischschlögel). Gerne beschlossen sie ihre Warenlitanei mit einem schmollenden „Gaafts Mutterle, gaafts!“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Krauteinschneider

„Noch eine charakteristische Dorfgestalt möchte ich in Erinnerung bringen: es ist der Krauteinschneider. An den langen Novemberabenden ging er, ein alter, ehrenwerter Mann, auf der linken Schulter den Krauthobel gehängt, in der rechten Hand der Gehstock, im Mund die unvermeidliche Pfeife, von Haus zu Haus, und schnitt den Bauern und Häuslern das Kraut ein.

Wenn er kam, waren die Krauthappel schon ihrer grünen Außenblätter entledigt und mußten nur noch mit einem rundlichen Hohlmesser, das der Alte mitbrachte, die harten Mittelstengel ausgeschnitten werden. Der Hobel wurde aufgestellt, ein Tischtuch unterbreitet und nun konnte das Kraut fein geschnitten werden. Im Vorkeller stand schon das Krautschaff bereit. Wir Kinder mußten das Kraut „eintreten“, bis Wasser und Schaum über ihm standen. Mit einem dicken Holzdeckel, der mit einem schweren kegelstutzförmigen Stein beschwert wurde, zugedeckt, verwandelte sich das Kraut in einigen Wochen in das so schmackhafte und vor allem gesunde Sauerkraut, das, eingebrannt, mit Geselchtem und Vorschußknödeln eine beliebte Speise im Bauernhaus bildet..

Nach getaner Arbeit ward noch zu einem kleinen Plauderstündchen bei Brot und einem Glas Wein beisammen gesessen. Mit einigen Sechserln reicher zog nun der Krauteinschneider zum nächsten Haus oder bei vorgerückter Nachtstunde tappte er die stockfinstere Dorfstraße entlang, seiner Behausung zu.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

Foto: Josef Leuthner, Kollersdorf

 

Rast’lbinder / Pfannenflicker

„Er stammte ebenfalls aus der Slowakei, verstand sich auf die Kunst, löchriges Blechgeschirr zusammenzuflicken, sowie zerbrochene Ton- und Porzellangefäße durch Draht wieder ganz zu machen, also durch Rasten zu binden, daher wohl der Name. (Rastel ist ja ein geflochtenes Drahtgewebe als Tischschutz.)

Der Mann fiel durch seinen lichten, aus grobem Stoff verfertigten Rock auf, den häufig ein Gürtel abschloß; in der kalten Jahreszeit trug er noch enganliegende, mit roten Schnüren verzierte Hosen, im Sommer weite, rohleinene, in Fransen ausgehende Beinkleider und eigenartige Schnürstiefel. Den Rücken beschwerte ihm ein mit Blechplatten, Draht und Mäusefallen gefülltes Holzgestell. Von Haus zu Haus ziehend, vermeldete er sein Erscheinen durch heftiges Schlagen auf ein Blechgefäß, wozu er ein lautes ‚Rastelbinde, Fanneflicke (Pfannenflicker) hi, flick hooo!‘ ertönen ließ. Vielfach pflegte der Rastelbinder gleich im Hof (oder ‚Am Platz‘) auf seinem Werkzeugkästchen Platz zu nehmen und, umlagert von den Kindern, flink sein Werk zu vollbringen. Die überaus rechtschaffenen Leute, die ihre Arbeit oft für ein Spottgeld leisteten, legten meist auf ihre guten Mausfallen besonderen Wert und kündigten sie deswegen mit dem Rufe: ‚Gaafte Mausfalli, Ratzifalle‘ an.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

 

Sauschneider

Das Ferkelschneiden (kastrieren der Ferkel) nahm der Viehhirte vor, der Sauschneider kastrierte ältere Schweine.

 

Schausteller

Um 1902 gehen die Kinder des Schaukelbesitzers Paul Fahrbach in Winkl zur Schule.

 

Scherenschleifer

„Der Ssere-sleifer, Scherenschleifer war ein Italiener aus dem ehemaligen Vielvölkerstaat der Habsburger. Das Wort ‚Ssere-sleife‘ gab die gebrochene Aussprache des Italieners wieder. Auf diesen Ruf hin gaben die Leute stumpfgewordene Messer, Scheren, Sägen zum Schleifen. Das Scherenschleifen ist quasi eine Spezialität der Italiener.

Die Gestalt des Scherenschleifers ist auch heute noch nicht ganz ausgestorben, aber kein Italiener, eher ein Zigeuner mit einem einrädrigen Gestell, auf das ein Schleifstein aufmontiert ist, der mit einem Fuß in drehende Bewegung gesetzt wird und von Hunden gezogen wird.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart

Dieses fahrende Gewerbe ist eines der wenigen, die sich bis heute erhalten haben. Von Zeit zu Zeit kommt eine Information mit der Post, dass der Scherenschleifer wieder durch die Ortschaften fährt.

 

Siebmacher

Auch Reitermacher, Sieberer, Simmer genannt

Für vielerlei Zwecke benötigte man Siebe: zum Sieben von Getreide, Mehl, Gries oder Gewürzen im Haushalt, aber auch fürGips und Schießpulver. Hergestellt wurden die Siebböden für diese feinen Siebe aus Pferdehaaren oder feinem Draht. Gröbere Siebe, die Reitern genannt wurden, verwendete man zum Sieben von Sand und Schotter.

„… der Reitermacher auch Siebmacher, der neben den Zigeunern noch ein Überbleibsel der alten Zeit, aber auch schon im Aussterben begriffen ist, da seine Haupthandelsware, die Holzreitern, durch die heutige Arbeitsweise des Getreidedrusches mit Maschine fast unnötig geworden ist. Er kam mit einem zweirädrigen Handkarren, der übervoll war mit Reitern, Reiterböden, Sieben und von ihm und seinem Anhang gezogen, angefahren.“
Quelle: Heimatkalender des Bezirkes Tulln, 1960, Josef Marchart
 

Es gab aber auch bei uns ansässige Siebmacher, wie den Anton Storchinfeld, der um 1840 in Kirchberg 43 erwähnt ist.

Laut Amtsblatt der BH Tulln beendet Freistätter Josef aus Gollarn 14 im Jahr 1954 sein Wandergewerbes der Siebmacherei – Reparatur von Sieben, Messerschleifen und Schirmreparatur.

 
Reitermacher vor dem Gasthaus Zehetner in Winkl
Foto: Familie Zehetgruber, Winkl

  
alte Siebe, Fotos: Josef Leuthner, Kollersdorf

 

Zigeuner

Diese kamen mit Planenwagen und campierten eine Zeit lang am Rande des Dorfes. Die Bewohner der Ortschaften sperrten die Tore zu, wenn sie die Zigeuner sahen, da diese (den berechtigten) Ruf hatten, zu stehlen. Wenn sie betteln kamen, gab man ihnen Brot.

Die Familie meiner Mutter (aus Kollersdorf) brachte gerade die Getreidegarben vom Feld heim, als sich eine Zigeunerin gerade beim ihrem Hinaustor mit einer Henne davon machen wollte.

Nach dem 2. Weltkrieg kampierte eine Zigeunerfamilie etwas außerhalb von Winkl Richtung Altenwörth etwa ein Jahr lang mit ihren Wägen. Sie verdingten sich ihren Lebensunterhalt mit Korbflechten, Scheren schleifen und Reiter-Herstellung, die sie dann in den umliegenen Ortschaften verkauften. Aber irgendwann wollte man sie wieder loswerden: Denn es existiert eine Rechnung von der Gemeinde Winkl aus dem Jahre 1949, wo ein Dorfbewohner "10,- S für den Abtransport der Zigeuner" erhalten hat.

1878: Helena Daniel, Tochter des Zigeuners Josef Daniel, stirbt mit 8 Tagen in Kirchberg 19 an der Fraisen.

 
Zigeuner um 1920 in Unterstockstall
Foto: Otto Moosbauer, Kirchberg

   
Zigeunerwagen im Dorfmuseum Mönchhof, Burgenland

 

Maria Knapp
Mai 2012