Förster, Jäger, Heger

 

Letzte Änderung: 16.4.2017

 

Ab etwa 1100 n. Chr.  wurde die Bevölkerung in sogenannten Ständen zusammengefasst, was auch hinsichtlich des Jagens große Bedeutung hatte. Dem Landesfürsten, dem Hochadel, und dem Klerus  war die Bejagung von Hochwild vorbehalten (Wildbann). Dem Kleinadel verblieb die Jagd auf Niederwild (Reisgejaid). Dem gewöhnlichen Volk war die Jagd verboten, Zuwiderhandlung wurde strengstens bestraft.

Die Zeit vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Französischen Revolution war die Hochblüte der Jagd. Nie wurde so viel Geld in die Jagd investiert, nie war der Prunk größer als zur damaligen Zeit. Das primäre Tagesgeschäft des Adels war die Jagd, nichts war wichtiger als dieser Zeitvertreib. 

Aus den Jahren um 1760 sind Akten der Herrschaft Grafenegg über die Vergabe der Jagden in den Revieren Grafenegg-Neuaigen und Thürnthal-Bierbaum-Fuchsbergerau erhalten. Beide waren zeitweilig an Joseph Friedrich Herzog von Sachsen-Hildburghausen sowie an Joseph Graf von Czobor verpachtet. 

Neben anderen Bestimmungen enthält ein Vertrag den interessanten Passus, dass sich Grafenegg die Lerchenjagd selbst vorbehält. Früher standen neben den heute noch verzehrten Geflügelarten auch Drosseln, Krammetsvögel (Wacholderdrosseln), Kibitze, Auerhähne, Tauben, Schnepfen und kleine Singvögel auf dem Speiseplan. 

 
Rezept aus „Schreder‘s Kochbuch“, um 1890;  Maria Grausenburger, Winkl 

 
David Teniers the Younger, Ausschnitt aus dem Bild "The kitchen", 1646, St. Petersburg, Ermitage

 

Eine der Folgen der Revolution von 1848 war das Jagdpatent von Kaiser Franz Joseph, welches die Jagd auf fremdem Grund und Boden aufhob und das Jagdrecht als Ausfluss des Grundeigentums erklärte. Dies war der Beginn der Eigenjagd und der Gemeinde- bzw. Genossenschaftsjagd. 

Jäger und Heger waren stets Angestellte der Herrschaften. Sie hatten in deren Augebiet den Wildbestand zu beobachten und waren für die Holzschlägerungen verantwortlich. Das Recht, Wild zu schießen, war an die  Jagdpächter vergeben.

 

 

   
Jäger im Hof des Gasthauses Zehetner in Winkl, links Wirt Leopold Zehetner, vor 1932
Oskar Zehetner mit Wildgeflügel,  vor 1939
Beide: Hildegard Zehetgruber, Winkl  

 
Bei der Wildfütterung, rechts Johann Passecker, Heger  

  
Johann Passecker mit erlegtem Hirsch und Dachsen.
  
Jäger/Heger, jeweils links im Bild Johann Passecker
Alle: Monika Jöchel, Winkl

 

Förster, Jäger, Heger in den Pfarrmatriken

Altenwörth
1776: Franz Wolfsegger, Jäger
Um 1780: Georg Schmid, Jäger
1787: Powondra Karl, Revierjäger in Altenwörth 19
Um 1790: Joseph Riedl ist Revierjäger in Altenwörth 20. Seine Gattin ist Josepha geb. Breuner.
1831: Anton Klement ist herrschaftlicher Revierjäger in Altenwörth, seine Gattin ist Franziska, die Tochter von Karl Powondra, Revierjäger in Utzenlaa
1835: Johann Haunold ist  herrschaftlicher Revierjäger in Altenwörth 20. Seine Tochter heiratet den Schullehrer von Winkl.
Um 1885: Sohn Johann Haunold ist Förster
Um 1895: Wenzel Lang, Förster
 
Gigging
Um 1773: Georg Aigner ist Jäger.
 
Kollersdorf
Johann Passecker war Anfang des 20. Jh. Heger. Später war er Wasenmeister in Winkl. 
 
Oberstockstall
Um 1782 lebt in Oberstockstall 23 der Jäger Nicolaus Prukner. 
 
Winkl
Um 1787 ist Mathias Gutauer als Jäger und Inwohner mit seiner Gattin Theresia geb. Mantler in Winkl 17 genannt.
Um 1879/1886 wohnte der Heger Johann Höllthaler mit seiner Familie in den Häusern  37 bzw. 49.

 

Weitere Bilder

Jagd in Frauendorf

  


Jagdschloss Eleonorenhain in der Au unterhalb von Frauendorf   

 
Ein denkwürdiges Ereignis war es, als während der NS-Zeit Hermann Göring auf Jagd in Frauendorf war.
Alle Fotos: Franz Riegler, Frauendorf

 

Jagdbesuch in Winkl

  
Russische Oligarchen auf Jagdbesuch in Winkl, 1989
Foto: Hermann Kohoutek, Winkl


Der Journalist und Fernsehmoderator Horst Friedrich Mayer war ein gern gesehener Jagdgast in Winkl - hier am Festgelände hinter der Volksschule anlässlich der Einweihung der Jägerkapelle, 1994
Foto: Herbert Grill, Winkl

 

April 2017
Maria Knapp