Arzt (Doktor medicino)

 

Medizingeschichtlich gesehen entstand der Arztberuf aus dem Stand der Heilkundigen, die schon unter den Priestern des Altertums zu finden waren. Erste schriftliche Belege des Arztberufes stammen aus Mesopotamien und wurden im 3. Jahrtausend v. Chr. verfasst.
Die moderne Ausbildung von Ärzten begann im 18. Jahrhundert mit der Erweiterung des naturwissenschaftlichen Wissens und der Einführung von systematischem praktischem Unterricht am Krankenbett.
Die Heiligen Zwillingsbrüder Cosmas und Damian gelten wegen ihres Arztberufs unter anderem auch als Schutzpatrone der Ärzte. Ihre Statuen befinden sich am Rosalienaltar der Kirchberger Kirche. Ein weiterer Schutzpatron ist der heilige Pantaleon, einer der Vierzehn Nothelfer.
 
 
Ärzte in Kirchberg
 
Dr. Anastasius Maÿr
Um 1656, mit Gattin Elisabeth, in manchen Dokumenten wird er auch als Chirurgius bezeichnet.
 
 
Dr. Franz Bullinger
Er stirbt 1806 als Doctor Medicino in Kirchberg 7.
 
 
Dr. Karl Daniel van der Straß, Ritter von Hohenstraeten
(geb. am 23. August 1770 in Glogau, gest. am 11. August 1827 in Neutitschein/Nový Jičín, Mähren)
 
Daniel van der Straß entstammte einer niederländischen, später in Belgien, Preußen und Österreich ansässigen, in letzterem seit 1875 in den Ritterstand erhobenen Familie.
Er vermählte sich am 22. Juni 1813 mit Barbara Faschank (1792 - 1857).
1802 wurde er an der Wiener Hochschule zum Doctor der Arzney graduiert.
Im „Verzeichnis der in Wien praktizirenden Herrn Doktoren der Arzneykunst, welche der hiesigen medizinischen Fakultät nicht einverleibt, jedoch befugt sind, die Arzneykunst auszuüben“ wird er 1804 als in Wien graduiert genannt, wohnhaft ist der 1860 in Gumpendorf.
Er wird am 15.8.1808 bei der Hochzeit des Franz Seßler, Controlleur bei der k.k. Staatsherrschaft Oberstockstall in den Trauungsmatriken Kirchberg als Trauzeuge als Medicino Doctor allhier genannt.
 
Sein Sohn Karl van der Straß, Ritter von Hohenstraeten (geb. 1817 in Neutitschein, war Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrates.
 
 
Dr. Ludwig Pracher 
(geb. 1809, verst. am 24.3. 1857 in Mitterstockstall 44)
Sohn des Ignaz Pracher, Oberamtmann in Grafenegg und der Josefa, Edler von Salzgeber.
 
Er hat 1836 in Ofen (Stadtteil von Budapest) Theresia geb. Racz Edle von Tövisegyháza geheiratet.
 
Von 1837 bis 1848 war er praktischer Arzt in Kirchberg. Zwischen 1840 und 1851 sind seine fünf Kinder in Kirchberg 6 zur Welt gekommen.
Er wird einige Male in der Wiener Zeitung erwähnt: 1841 als Doktor und Schulaufseher betheilte er mit anderen die Schuljugend mit zweckmäßigen Prüfungsgeschenken (Wiener Zeitung v. 27.8.1841). 1848 wird er als Spender von 2 fl C.M. nebst einem Packet Verbandstücken für die Blessirten genannt. (Wiener Zeitung v. 29.11.1848), 1851 gehört er zu den besonderen Wohlthätern der armen, fleißigen und gesitteten Schulkinder. (Wiener Zeitung v. 6.3.1851)
Er stirbt mit 48 Jahren in Mitterstockstall 44 an Hypertrophie des Herzens.
 
 
 
Dr. Anton Köck
(geb. 10.8.1804 in Waxenberg im Mühlviertel, gest. am 13.3.1869 in Kirchberg)
 
Er besuchte das Gymnasium in Linz und erlangte das Hochschuldiplom als Wundarzt und Chirurgus in Wien.
1829 heiratete er Anna Schuhmacher aus Wien und ließ sich mit ihr in Kirchberg als Inwohner im Haus des Maurermeisters Paul Pachner (heute Fandl) nieder. Eine Niederschrift im „Protocoll über die verkäuflichen Gewerbe bey der Herrschaft Oberstockstall“ von 1940 belegt den Erwerb einer Bader–Konzession.
1842 wird Dr. Anton Köck für seine besonderen Verdienste für das „Impfgeschäft“ geehrt. (Wiener Zeitung v. 13.3.1842)
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1835 Theresia Schober aus Kirchberg. Obwohl Arzt, wurde keines seiner Kinder älter als fünf Jahre.
Er lebte mit seiner Familie im Haus Nr. 21, bei seiner zweiten Heirat ist als Adresse Nr. 24 angegeben (schon damals Rathaus), er starb im Haus Nr. 25 (heute Moosbauer). 
Er ließ in Kirchberg zwei Parks anlegen. Näheres siehe hier.
 
Am 20.4.1869 fand sich nach dem Tod von Dr. Köck folgendes Inserat in der „Allgemeinen Wiener medizinischen Zeitung“:
Im Markte Kirchberg am Wagram, Sitz eines k.k. Bezirksgerichtes, Standort einer öffentlichen Apotheke, mit einer Bevölkerung von 616 Seelen ist – seit dem vor Kurzem eingetretenen Tode des durch 40 Jahre daselbst allein ansässig gewesenen Wundarztes, gegenwärtig kein graduierter Arzt und auch kein Magister oder Patron der Chirurgie wohnhaft. Zu der Pfarre Kirchberg gehören 8 Filialorte mit einer Bevölkerung von 2763 Seelen, welche ¼ - ½ Meile vom Pfarrorte entfernt sind, und in welchen sich ebenfalls kein ärztliches Individuum befindet. Ausserdem liegen in der Runde bis auf eine Entfernung von 1 Meile 17 Orte mit 7579 Seelen Bevölkerung, in welchen 6 Wundärzte practicieren. Im ganzen 5 Quadratmeilen umfassenden Gerichtsbezirk Kirchberg am Wagram mit 22.025 Einwohnern, befinden sich gegenwärtig nur Ein Doctor der Medicin, nämlich zu Hadersdorf am Kamp, Hauptort des gleichnamigen Gerichtsbezirkes, zum politischen Bezirke Krems gehörig, liegt bei 3 Meilen von der Nordbahnstation Stockerau entfernt, an der Wien-Kremser Strasse.
Es würde in diesem gegenwärtig mit keiner fixen Dotation ausgestatteten Posten ein jüngerer Doctor der Heilkunde, dessen Körperconstitution den Strapazen der Landpraxis gewachsen ist, unbezweifelt einen glänzende  Aussichten versprechenden Standpunct finden.“
Dieses Angebot dürfte Dr. Dantone angenommen haben.
 
 
 
Dr. Stephan Schlosser
Dr. Schlosser wird in der „Allgemeinen Wiener medizinschen Zeitung“ vom 22.12.1857 in Kirchberg erwähnt.
Er wird um 1858 als Medicine Doctor in Kirchberg 1 genannt.  
 
 
 
Dr. Rosenfeld
1869 stirbt Amalia Rosenfeld, geb. Schaschetzky als Gatten des M. Doctor dahir.
 
 
 
Mag. Dr. Josef Kech 
Er war Doktor der Augenheilkunde und Hausarzt des Grafen Anton Waldstein. Er ist vor dem 17.5.1869 verstorben.
 
 
 
Dr. Franz Dantone
(geb. 12.3.1842 in Moena im Fleimsertal, Südtirol, gest. 1879 in Kirchberg)
Sohn des Georg Dantone, Arzt zu Capitello in Südtirol und der Elisabeth Regele
Bei seiner Heirat 1868 in Scheibbs war als Wohnadresse Niederrußbach 89 angegeben, für seine Braut Scheibbs, Markt 75.
 
Bei der Geburt des Sohnes Franz Xaver Karl 1869 war er bereits in Kirchberg 1 als praktischer Arzt wohnhaft. Franz Xaver war  Arzt in Fels und später in Wien.
1876 stirbt Gattin Josefa, geb. Schoiber Edle von Englstein mit 31 Jahren an Tuberkulose. Er selbst stirbt 1879 mit 37 Jahren an derselben Krankheit. 
 
1879 wurde die Arztstelle wieder neu ausgeschrieben:
Arztesstelle.
In der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram an der Flügelbahn Absdorf-Krems gelegen, gelangt die erledigte Artzesstelle zur Besetzung.
Bewerber haben ihre belegten Gesuche bis Ende Mai 1879 beim Gemeindeamte Kirchberg am Wagram zu überreichen.
Kirchberg am Wagram bildet eine Pfarrgemeinde mit 3440 Seelen in 10 Ortschaften, in welcher sich dermalen kein Arzt befindet.
Daselbst ist der Sitz eines Bezirksberichtes und befindet sich im ganzen Gerichtsbezirke kein Med.Dr., daher dieser Posten auch für einen Doktor der Medizin et Chirurgie sehr einträglich wäre, indem voraussichtlich die Verwendung als Gerichts- und Impfarzt eintreten würde.
Auch sind daselbst 2 gestiftete Versorgungshäuser, in welchen die ärztliche Behandlung gegen ein Pauschal-Honorar stattfindet.
Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, den 8. Mai 1879.
F. Roskopf, Bürgermeister
(Wiener Medizinische Wochenschrift, 1879)

 
1884: Obige Arztstelle wurde mit selbem Wortlaut von 1879 wieder veröffentlicht.
 
 
 
Dr. Arthur Pechlaner
(Geb. 20.11.1852 in Mistelbach, promoviert 1878 in Graz) 
Ab ca. 1879 Gemeindearzt, Bahnarzt und Fabriksarzt in Kirchberg. Er wohnte in Haus Nr. 21, Haus Moosbauer. (Quelle Otto Fandl)
 
Aus Zeitungsberichten:
Der Kirchberger Bezirks-, Bahn- und Fabriksarzt Herr Dr. Arthur Pechlaner hat sich der freiwilligen Feuerwehr von Kirchberg gegenüber in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, die Feuerwehr an seinem tüchtigen chirurgischen Wissen, ein wenig theilnehmen zu lassen, und begann am 12. d. M. eine Reihe von Vorträgen über die „erste Hilfeleistung bei Verletzungen“, um durch dieselben und die mit ihnen verbundenen ambulatorischen Uebungen seine lernbegierigen und dankbaren Schüler vor der Gefahr zu bewahren, vollständig schutzlos den Fährlichkeiten des Kampfes mit dem vernichtenden Elemente gegenüber zu stehen…“
(Neuigkeits)Welt Blatt vom 31.12.1889
Seine Verdienste um die Kirchberger Feuerwehr wurden auch in den Mitteilungen des nö. Landes-Feuerwehr-Verbandes im Jahr 1890 rühmlich anerkannt.
 
Dank.
Der Gemeindearzt von Kirchberg am Wagr., Dr. Arthur Pechlaner, hat bereits vor längerer Zeit in echter, selbstloser Menschenfreundlichkeit begonnen, unserer freiwilligen Feuerwehr über „erste Hilfeleistung bei Verletzungen“ zu dociren und schon haben Mitglieder dieser Feuerwehr in einigen Fällen Gelegenheit gehabt, als gelehrige Schüler ihres tüchtigen Meisters durch rasche Anwendung des errungenen Wissens Verunglückte vor den ernsten Folgen schwerer und nicht sofort behandelter Verletzungen zu bewahren. Im Namen der Gemeinde Kirchberg am Wagram beehre ich mich daher, der ebenso angenehmen als dringenden Pflicht nachzukommen, unserem geehrten Gemeindearzte, Herrn Doctor Arthur Pechlaner, für seine liebevolle Mühe um allgemeines Wohl meinen verbindlichsten Dank öffentlich auszudrücken.
Der Bürgermeister des Marktes Kirchberg am Wagram:
Franz Roskopf.
(Feuerwehr-Signale vom 5.9.1890)
 
Er erhielt in mehreren Jahren Impfprämien, wie etwa 1891/92/93/95. (div. Zeitungsausschnitte in ANNO)
 
Da die Ärzte von der Bezahlung durch die meist arme Bewohnerschaft nicht leben konnten, erhielten sie von der nö. Statthalterei Subventionen, die nicht regelmäßig und nicht in der gewünschten Höhe ausbezahlt wurden. Ein Ausschnitt aus einem Brief von Dr. Pechlaner aus dem Jahr 1889 an die Statthalterei, die die Verhältnisse um 1900 verdeutlichen:
„Gefertigter glaubt, in den 10 Jahren seines Hierseins vieles zum Wohle der Bevölkerung gethan zu haben. Früher hatten die Sterbefälle in der Pfarre Kirchberg gewöhnlich 130 – 150 pro Jahr betragen, während sie in den letzten 10 Jahren zwischen 90 – 100 stehen. Gefertigter hat eben immer auf die genaue Befolgung der sanitären Vorschriften gedungen, unbekümmert darum, ob er sich dadurch Gegner geschaffen.
Dadurch aber, dass die Zahlungsverhältnisse am Lande so schlechte sind, nicht sich jeder sich für tüchtig haltende Frist gezwungen, die bequemere und meist lohnendere Stadtpraxis aufzusuchen; auch der Gefertigte hat die Absicht, im Falle sein Gesuch keine günstige Erledigung findet, in der Stadt sich niederzulassen.
Die Lebensmittel sind hier der Nähe von Wien wegen teuer, die Wohnungen wegen Mangel an … kostspielig. Die vielen Missjahre  (seit 1880) haben den Wohlstand der Bevölkerung total vernichtet, sodass der Arzt Jahre und Jahre auf Entlohnung seines anstrengenden Berufes warten muss und leider in zu vielen Fällen mit Anforderungen gänzlich durchfällt. Dabei lastet auf dem Arzt die Pflicht, jedem Rufe zu einem Kranken zu folgen, niemand hat aber dafür gesorgt, dass er mehr dafür entschädigt werde.
In der weiteren Umgebung von Kirchberg sitzen einzig Wundärzte, welche dadurch besser gestellt sind, dass sie Hausapotheken führen, also von 2 Seiten ein Einkommen haben. In Kirchberg ist jedoch der Sitz einer öffentlichen Apotheke, wodurch es kommt, dass die Einkünfte des Arztes, wenn er auch Tag und Nacht beschäftigt ist, doch ein kärgliches penniäres Resultat liefern.“
(G2 Landesregistratur 1793 – 1904/Sanitätsgemeindegruppen Gemeindeärzte/Kirchbach-Kritzendorf)
Den weiteren Schriftverkehr siehe hier.
 
 
 
1895 übergibt er seine Praxis an Dr. Jarosch und zieht nach Graz
1897 gibt er im Grazer Tagblatt bekannt, dass er nach Graz zurückgekehrt ist. Ab 1899 übt er seine Praxis in Graz nicht mehr aus.
Beides: Grazer Tagblatt

 
 
Dr. Johann Karl Maria Jarosch
(geb. 12.5.1863 in Troppau, Schlesien, verst. am 3.7.1919 in Kirchberg)
Sein Vater war k.k. Landesgerichtsoffizier in Troppau.
Er hat 1894 in Dresden Hedwig Mämpel geheiratet. Da sie protestantisch war, ist er 1899 ebenfalls zu dieser Konfession gewechselt.
 
Ab 1894 Arzt in Groß-Riedenthal
Ab 1895 bis zu seinem Tod Arzt in Kirchberg am Wagram
1898: Er erhält er eine Impf-Remuneration in der Höhe von 30 fl. (Wiener Zeitung vom 12.6.1898)
 
 
Danksagung im Kremser Volksblatt vom 18.6.1899

 
1901 sucht Dr. Dantone einen jungen Knecht zu einem einspännigen Zeuge und zu häuslichen und Gartenarbeiten.
(Österreichische Land-Zeitung vom 4.9.1901)
 
Bei der Aufsehen erregenden Bergung des Betrügers Edmund Jellinek aus der Donau im Jahr 1902 bei Altenwörth führt er die Totenbeschau durch.
(Illustriertes Wiener Extrablatt vom 30. 9.1902, S.6ff.)
 
Auch er sucht um Erhöhung der Subvention an, siehe hier.
 
Der erkrankte Gemeinde- und Bahnarzt Dr. Hans Jarosch mußte sich zu einer Erholungskur nach dem Süden begeben und vertritt ihn für diese Zeit der Sekundararzt des Kaiserin Elisabethhospitales in Wien, Herr Dr. Emerich Apfelthaler.
(Österreichische Land-Zeitung vom 26.11.1904)
 
1906 wurde Dr. Jarosch zum Leiter der Ortsgruppe Kirchberg des Schutzvereines „Südmark“ gewählt.
(Verein Südmark siehe hier.)
 
1908 tritt er bei der Verehelichung des Schulleiters Bachner in Altenwörth als Sänger auf: Lange blieben die Vereine beisammen und die Sänger erfreuen durch Chöre und Sololieder, wobei besonders Herr Dr. Hans Jarosch (Gemeindearzt in Kirchberg) reichen Beifall fand.
 
In diesem Jahr hat er auch die Ehre, den niederösterreichischen Statthalter Erich Graf Kielmansegg und seinen Begleiter Graf Castell nach einem Autounfall in der Nähe von Kirchberg ärztlich versorgen zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit wird er als Bahn- und Gemeindearzt bezeichnet.
(Österreichische Land-Zeitung vom 14.11.1908)
Näheres siehe hier.
 
1909: Dr. Jarosch gibt bekannt, dass er an Wochentagen nun auch von 12 – 1 Uhr mittags ordiniert. Die bisherige Frühsprechstunde von 7 – 8 Uhr findet täglich, auch am Sonntag, statt. (Österreichische Land-Zeitung vom 11.12.1909
 
Immer wieder findet man Anzeigen, in denen er Personal sucht, etwa 1909 einen jungen Knecht zu einspännigem Zeuge und zu häuslichen und Gartenarbeiten und 1910 einen Hausknecht, den er zugleich als Kutscher verwenden konnte. (Div. Zeitungen in ANNO)
 
Pension bei einem Landarzte, eine Bahnstunde von Wien, für kranke oder rekonvaleszente Kinder. Herrliche, gesunde Lage mit großem Garten. Mäßige Preise, je nach Alter oder Uebereinkommen. Dr. Jarosch, Kirchberg am Wagram. (Wiener Hausfrau vom 2.7.1911)
 
1913 erhielt er ein Stipendium zum Besuch von ärztlichen Fortbildungskursen an der Wiener Universität. Seine Vertretung war Dr. Franz Dantone aus Fels. Jeden Samstag und Sonntag übte er aber selbst die Praxis aus. (Österreichische Land-Zeitung vom 4.10.1913)
 
Im Jahr 1914 tritt er gemeinsam mit dem Felser Gemeindearzt Dr. Franz Dantone in einem Gerichtsverfahren in Krems als Sachverständiger auf. (Österreichische Land-Zeitung vom 20.6.1914)
 
1916: Der schwer erkrankte und zu einer schweren Operation ins Kremser Spital überführte Bahn-Gemeindearzt Dr. Hans Jarosch in Kirchberg am Wagram befindet sich Dank des großen Erfolges Primarius Dr. Edler v. Gschwindler auf dem Wege der Besserung. Hoffentlich wird er ganz seinem Berufe wiedergegeben(Österreichische Land-Zeitung vom 7.10.1916)
 
1917 wird von einem Unfall des Dr. Jarosch in Ruppersthal anlässlich eines Krankenbesuches berichtet, als das junge Roß durchging. (Österreichische Landzeitung vom 13.1.1917)
 
1917 sucht er wieder einen Kutscher und Hausknecht. (Österreichische Land-Zeitung vom 13.10.1917)
 

Laut Grabinschrift ist er am 3.7.1919 verstorben, in den Sterbematriken in Kirchberg ist er aber nicht eingetragen.
 
 
 
Dr. Kilian Streit
(geb. am 15.3.1845 in Thomasdorf, Schlesien, verst. am 18.8.1929 in Kirchberg 11)
1878 wird er in Weitra als Arzt geführt, gleichzeitig betreibt er ein Depot für Henri Nestle’s Kindernährmehl.
Verheiratet ist er seit 1879 mit Karoline Seits.
1891 wechselt er von Brunn an der Wild zum zweiten Stadtarzt von Zwettl mit einem Jahresgehalt von 600 fl., 1901 wird er in der Badener Zeitung noch als Arzt in Zwettl genannt.
 
Grab von Dr. Kilian Streit
 
 

Dr. Joachim (Chaim) Kohn
(Geb. 25.9.1884 in Brody, Ukraine)

Ab 21.1.1919 bis 1926 praktischer Arzt, Gemeindearzt und Bahnarzt  in Kirchberg, anschließend in Deutschkreuz, ab 1932 in Tulln praktischer Arzt und Zahnarzt. Am 1.10.1938 zog er nach Wien, am 2.11.1939 wanderte er nach Schweden aus. Verheiratet war er mit Eleonore, geb. Diamant, geb.8.9.1896 in Tulln.
(Tulln ist judenrein!, Die Geschichte der Tullner Juden und ihr Schicksal von 1938 bis 1945, Peter Schwarz, 1997) 


 

 
Dr. Josef Hartel
(Geb. am 28.2.1885 in Nieder-Hillersdorf (Holčovice), Bez. Jägerndorf, Schlesien)
1913 war er Doktor im Kaiser-Jubiläumsspital.
Heirat 22.11.1913 in Wien 18, Weinhaus mit Pauline Nowak.
 
1916 dürfte Dr. Hartl Stadtarzt in Krems gewesen und ziemlich krank gewesen sein. (Österreichische Land-Zeitung vom 7.10.1916)
 
Ab 1920 bis mindestens 1938 war er praktischer Arzt, Bahnarzt und Gemeindearzt in Kirchberg.  
1920 wird Dr. Josef Hartel in der Wiener medizinischen Schrift wird als neuer Arzt in Kirchberg genannt. (Wiener medizinische Wochenschrift, 1920) 
1927: Die Ehefrau Paula, geb. Nowak, stirbt mit 35 Jahren an Leukämie. 
1929: Dr. Hartel wird als Leiter des Kirchenchores in Kirchberg genannt.
 
1930: Dr. Hartel wird im Zuge eines Unfalles mit Pferd und Lastauto erwähnt. (Volksblatt für Stadt und Land vom 19.10.1930)
 
 

Dr. Otto Nemet
(Geb. 1900 in Wien), promoviert 1924 in Wien,

Er war vom 1.4.1931 praktischer Arzt in Kirchberg, Sept 1931 Übersiedlung nach Wien 16. 
(Ärztekammer)

 
 
Dr. Arthur Jonke 
(Geb. 8.12.1901)

Er war von 1931 bis 1937 praktischer Arzt in Kirchberg, anschließend in Japons .
Erwähnt auch in der Allgemeinen Automobil-Zeitung vom 1.2.1938. 

 
 
Dr. Alois Reiß
Geb. 17.4.1904 in Langau, Bez. Horn  als Bauernsohn, heiratet 1937 in Wien Maria Zimmermann.
Er war ab 17.6.1937 praktischer Arzt in Kirchberg. 1939 scheint er in einer Liste von Personen auf, die von Kirchberg aus eingerückt sind.
Ab 1946 war er praktischer Arzt in Langau und anschließend in Rohrendorf bei Krems.
Verstorben ist er am 31.8.1990 in Hadersdorf-Kammern
 
 
 
Dr. Walter Johann Alois Erthal
(Geb. am 4.2.1895 in Gumpendorf 131, verst. 29.6.1980)
Vater: Alois Erthal, Ingenieur, Mutter Theresia geb. Röhrl, Tochter eines Bandfabrikanten)
 
1919: Mediziner in Wien, (als Trauzeuge in der Kärntner Zeitung v. 1.10.1919 erwähnt)
Ab 1925 bis 1945 Gemeindearzt in Kirchberg
1939: Sein Name scheint im Handbuch der NSDAP-Gaue 1928-1945 auf Seite 351 auf.
Von 1939 bis 1945 war er Kreisärzteführer.
 
 
Von 1939 bis mindestens 1943 hat er an der Kirchberger Schule die freiwilligen Impfungen gegen Scharlach und Diphterie durchgeführt. (Schulchronik Kirchberg am Wagram)
1945, nach der Besetzung durch die Russen, war er Arzt in Kirchberg, und hat, wie Pfarrer Josef Pelzmann in der Pfarrchronik berichtet, tapfer auf seinem Posten ausgehalten.
Nach 1945: Da er „illegaler Ortsgruppenleiter“ war, wurde er nach 1945 von der Ärztekammer seiner Dienstpflicht enthoben.
 
1953: Dr. Erthal bemüht sich um die Gesundheit des Pfarrers Pelzmann: Dr. Erthal kam jeden Tag zweimal und gab sich alle erdenkliche Mühe. 
 
Von 1948 bis 1960 war er Gemeindearzt in Königsbrunn.  
 
 

Dr. Willibald Janezic
(Geb. 30.6.1910)

Von 1949 bis 1950 praktischer Arzt in Kirchberg, ab 1950 in Neunkirchen 

 

Dr. Kurt Wolf
(geb.1921 in Wien)

Vom 1.9.1954 bis Juli 1956 praktischer Arzt in Kirchberg, anschließend Gemeindearzt in Ebreichsdorf. 

 
 
Dr. Josef Schober
(1912-1997) Er stammte vom Gasthaus Schober in Stetteldorf ab.
 
Dr. Schober war von 1946 bis 1976 Gemeindearzt in Kirchberg.
 
Grab von Dr. Josef Schober
 
 

Dr. Norbert Schober
(geb.1942 in Kirchberg)

Gemeindearzt in Kirchberg von 1977 - 2007) 

 

Dr. Gerhard Frömel
(geb. 1951) 

Praktischer Arzt in Kirchberg seit 1981

 
 
Dr. Helmut Wachter
Arzt in Kirchberg seit 2007
 
 
 
Dr. Christoph Frömel
Mitbetreiber der Gemeinschaftspraxis mit seinem Vater Gerhard Frömel.
 
 
 
 
Weitere Quellen:
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
Alle verwendeten Zeitungsartikel wurden auf ANNO veröffentlicht.
Chir. Gremium Korneuburg
Otto Fandl, Kirchberg
 
 
 
 
Dezember 2020
Maria Knapp