Hafner

 
Letzte Änderung: 31.12.2016
 
Die Bezeichnung Hafner für den Ofen- und Kachelofensetzer kommt vom Wort „Häfen“, was darauf hindeutet, die sich der Beruf aus der Keramikerzeugung entwickelt hat.
Seit dem Mittelalter werden Kachelöfen in der heute noch typischen Form gesetzt.
„Eine Kachel ist eine Keramik, die aus feinem und mit Schamotte gemagertem Ton (Kaolin) besteht, und seit der griechisch-römischen Zeit bekannt ist. Im Mittelalter entwickelten sich aus der Konvexkachel (Muschelkachel), einem keramischen Gefäß, die verschiedensten Arten von Kacheln, die heute den Kachelofen seinen Namen geben. Berühmt sind die bemerkenswerten Einzelstücke aus den Epochen der Gotik und der Renaissance. Die Hafner werden urkundlich seit dem 13. Jahrhundert in Wien erwähnt und wurden 1234 in die Wiener Handwerkszeche als Berufsstand aufgenommen.“
 
Aufbau:
Nach dem Aufmauern eines Unterbaues werden nach einem Plan reihenweise gleichzeitig die äußeren Kacheln, die dahinter liegenden Schamotteplatten sowie die Rauchzüge gesetzt und der Kamin mit einer Abdeckung verkleidet.
 
Mit dem Aufkommen der Zentralheizungen nach dem 2. Weltkrieg wurden kaum mehr Kachelöfen gesetzt. Erst durch den aufkommenden Umweltschutz und das Umsteigen auf alternative Energien kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer Renaissance dieser energiesparenden Heizmethode.
 
   
Kachelofen, 1985
 
Derselbe Kachelofen, 2016
 
 
Gesetzter Ofen im Museumsdorf Niedersulz
 
 
Kachelstücke, die die Autorin beim Kanalgraben in ihrem Garten gefunden hat.
 
 
Hafner in der Pfarrmatriken
 
Kirchberg
1663: Georg Fink
1692: Maria Finkin machte am 31. Mai ihr Testament und starb am 1. Juni.
 
1728: Mathias Schnapp wird im Oberstockstaller Grundbuch in Kirchberg 18 genannt, Gattin Anna Maria. Nach dem Tod ihres Gatten heiratet Anna Maria 1730 den Lorenz Sinnhofer.
 
1814: Der Hafnermeister Georg Weigl stirbt mit 75 Jahren in Kirchberg 25.
Um 1821/1826: Joseph Weigel ist bürgerlicher Hafnermeister in Kirchberg 27. Er stirbt 1836 mit 57 Jahren.
Um 1840: Joseph Legerer ist bürgerlicher Hafnermeister, Gattin ist Juliana geb. Frischauf. Er stirbt 1863 mit 49 Jahren in Kirchberg 27.
Um 1864: Franz Hoffmann ist Hafnermeister in Kirchberg 27. 
 
 
Juni 2016
Maria Knapp