Hutmacher, Modist

 

 
Fotos: Schwäbisches Handwerksmuseum, Augsburg 

  
Links: Foto Familie Grausenburger, Winkl
Rechts: Foto Manfred Schneider, Königsbrunn 

 
Links: Kind mit Hut, Foto: Familie Grausenburger, Winkl
Rechts: Frau Moosbauer mit Sohn, Foto: Otto Moosbauer, Kirchberg 

   
Links: Hochzeitsgesellschaft Schauenstein - List  1934, links Kanzler Dollfuß, Foto Otto Moosbauer, Kirchberg
Rechts: Zwei Männer mit Hut, Foto: Manfred Schneider, Königsbrunn

 

Modisten fertigen Kopfbedeckungen insbesondere für Frauen, der Beruf wird auch überwiegend von Frauen ausgeübt. Die Produktpalette einer Modistin umfasst Kopfbedeckungen verschiedenster Materialien, beispielsweise Filz, Stoff, Pelz und Stroh. Die Formen reichen vom Hut über die Mütze und Kappe bis zum Kopfschmuck.

Es wurden früher aber auch ältere oder beschädigte Modelle ausgebessert und überarbeitet.

Vor allem finanziell besser gestellte Damen kamen auch am Land bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts nie ohne Hut zur heiligen Messe. Seit diese Modeerscheinung abgeflaut ist, ging es auch mit dem Handwerk des Modisten bergab.

 

Modisten 

1657/59: Georgius Geyr  und Gattin Sabina in Kirchberg.
1669: Die Hutmacherin Sabina Geierin macht ihr Testament und stirbt kurz darauf. 

1728: Marcus Zöchmaister wird im Oberstockstaller Grundbuch auf Nr. 47 genannt.
1757 ist Clara Zöchmeisterin als Witwe genannt.

Die Hutmacherin Elisabeth Traunbauer hinterließ laut Inventar aus dem Jahr 1772:
Wohnhaus                   500 fl.
Warenlager                   32 fl.
Hausrat                       136 fl. 36 xr.
Aktiva                              2 fl.
                                    670 fl. 36 xr.
ab Passiva                  303 fl.
                                    357 fl. 36 xr.
Sie besaß ein Warenlager von 40 Stück guten und schlechten Hüten zu 45 xr und10 Ellen schwarze Leinwand zum Unterfutter.
Geschäftsverbindungen hatte sie u.a. nach Krumau und Herzogenburg. 

Um 1789: Mathias Traunbauer ist bürgerlicher Hutmacher in Kirchberg 33. Er stirbt 1827 mit 75 Jahren.
Um 1822/1827: Leopold Traunbauer ist bürgerlicher Hutmacher in Kirchberg 33, Ehefrau ist Magdalena geb. Lohner. Er stirbt 1843 mit 74 Jahren in Kirchberg 15.

Im Jahr 1855 wird das Hutmachergewerbe samt allen Gewerbs-Requisiten in Kirchberg 1 verkauft. (Die Presse vom 24.7.1855, veröffentlicht in ANNO)

1876: Die ledige Modistin Anna Karner stirbt mit 25 Jahren in Kirchberg 3 an Tuberkulose.

Um 1873: Josef Wodiza sen. ist Hutmacher in Kirchberg 46?
1883: Der Hutmacher Josef Wodicka stirbt mit 70 Jahren in Kirchberg 1.
Um 1922: Alois Wodicka war Hutmacher in Kirchberg 58, ebenso sein gleichnamiger Vater.

Ab ca. 1924: Maria Cihal, verh. Ehn, verh. Knell, war in Kirchberg Modistin.
Frau Cihal fuhr mit der Bahn nach Wien, lieferte ihre Hüte ab und nahm gegebenenfalls Stücke zum Ausbessern mit. 
Um 1932: Rosa Cihal; sie heiratete 1932 den Buchbindergehilfen Alois Wörz.

 

Quellen:
Dissertation von Dr. Franz Eiselt: „Beiträge zur Geschichte des Marktes Kirchberg am Wagram unter besonderer Berücksichtigung des Zeitraumes 1650 – 1806“, Wien 1973
Bay. HStA, HL Passau, Rep. 51, Verz. 1 Fasz. 5/101
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
http://de.wikipedia.org/wiki/Modist 

 

März 2015
Maria Knapp