Korbflechter

 
 
Letzte Änderung: 9.12.2015
 
 
 
Das Korbflechten zählt zu den ältesten Handwerksberufen überhaupt. Reste eines in Wulsttechnik gefertigten Korbes aus der Zeit um etwa 10.000 v. Chr. fanden Archäologen im Nahen Osten. Auch die um die Zeitenwende in Mitteleuropa beheimateten Kelten beherrschten dieses Fertigkeit.
 
Im Winter, wenn die Bauern weniger Arbeit hatten, stellten manche die benötigten Korbwaren selbst her. 
Das Handwerk wurde in Gegenden ausgeübt, die durch das rauere Klima landwirtschaftlich etwas benachteiligt waren, wie etwa das Waldviertel. Von dort kamen die Korbflechter als Hausierer in unsere Gegend, um ihre Waren an den Mann zu bringen. Heute noch kommen sie fallweise in unsere Dörfer – jetzt mit Lastwagen statt Leiterwagen – und bieten uns Körbe, Besen u.ä. an. Auch auf Jahrmärkten, wie dem Faschings- und Laurenzimarkt in Kirchberg,  stellen sie ihre Waren, vor allem kunstvoll gestaltete Einkaufskörbe – aus.
 
Als Werkstoff dienen die Materialen, die die jeweilige Gegend bietet - bei uns in erster Linie Weidenzweige von speziell zu diesem Zweck angepflanzten Korbweiden, aber auch gespaltenes Holz, Rattan, Bambus oder Schilf fand und findet Verwendung. Bis heute kommen bei der Flechtarbeit kaum Maschinen zum Einsatz.
 
Die Korbflechterei umfasst neben den verschiedensten Formen von Körben auch Möbel, Kinderwägen, Teppichklopfer und Bilderrahmen. Bienenkörbe wurden in Wulsttechnik hergestellt. Ein zum Fischfang verwendeter Korb heißt Reuse.
Die Gondeln von Heißluftballons sind hauptsächlich aus geflochtenem Korbmaterial. Neben dem geringen Gewicht haben sie den Vorteil, sich bei der Landung zu verformen und nicht zu brechen.
 
    

Brotsimperl zum Gehenlassen des Teiges
Fotos oben: Josef Leutner, Kollersdorf
 
     
Erdäpfelkoberl – Foto Familie Riedl, Winkl
 
 
 
Ausstellungsstücke beim jährlichen Handwerksmarkt in Schönbach im Waldviertel
 
 
Korbflechter in den Pfarrmatriken
 
Vereinzelt war auch bei uns Korbflechter ansässig:

Um 1844/65: Michael Hackensöllner ist Flechtenmacher in Kirchberg 44, Gattin Maria Kantor. Er stirbt 1880 mit  75 Jahren in Kirchberg 51.
1876: Maria, Gattin des Flechtenmachers Hackensöllner, stirbt mit 65 Jahren in Kirchberg 41.

Um 1870: Ignaz Heiss ist Korbflechter in Winkl 21, Gattin Johanna Rigam aus Kollersdorf.

 
 
Quellen:
 
 
Dezember 2015
Maria Knapp