Straßenarbeiter

 

Letzte Änderung: 31.5.2016

 

Ein leistungsfähiges Straßennetz war immer von großer Bedeutung. Schon im Altertum waren Arbeiter damit beauftragt, die Straßennetze zu bewachen und zu pflegen. 

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die Straßenpflege nicht überregional verwaltet. Jedes Dorf hatte seinen Straßenkehrer, der für die Befahrbarkeit und Reinhaltung der Straßen innerhalb des Gemeindegebietes zuständig war. Ausgerüstet mit Karren, Schaufel und Besen führte der „Straßenräumer“ Ausbesserungsarbeiten an den Straßen durch und mähte die Wegraine - für die Feldwege war der Viehhirt zuständig. Da die Straßen nur geschottert waren, war dies eine sehr staubige Arbeit. Oft mussten Familienmitglieder helfend einspringen, wenn der Straßenwärter die Arbeit alleine nicht schaffte. Lag jedoch hoher Schnee, half die Bevölkerung mit, die Wege frei zu bekommen. In den schneereichen Wintern zu Anfang des 20. Jahrhunderts lag dann der Schnee mannshoch zu beiden Seiten der Wege. 


Straßenwärter in der Bahnstraße Kirchberg, um 1950
von links
: Straßenmeister Müller; Johann Schörgmayer, Josef Hofmann, Rudolf Schneider, Johann Zillner, Franz Frauenhofer
Bild: Rudolf Schäfer, Neustift

 

Straßenarbeiter in den Pfarrmatriken 

Um 1874: Johann Kirchweger ist Straßeneinräumer in Oberstockstall 24.
1878: Der Straßeneinräumer Anton Habith stirbt mit 46 Jahren in Oberstockstall 31.
Um 1884: …Zehetbauer ist Straßeneinräumer in Oberstockstall 24.
Um 1886: Johann Zehetbauer ist Wegeinräumer in Engelmannsbrunn 14.
1888: Der Straßeneinräumer Johann Schörgmayer stirbt in Neustift 30 mit 40 Jahren.
Um 1923: Johann Hofmann war Straßenwärter in Oberstockstall.
1945: Der Straßenwärter Josef Doblinger stirbt mit 65 Jahren in Unterstockstall 21.
1938:  Der Kirchberger Oberstraßenmeister Florian Bleier stirbt im Krankenhaus.
Leopold Magerl aus Kollersdorf war bis etwa 1965 Straßenwärter. 

In Winkl hatte dieses Amt um die Jahrhundertwende der aus Neustift übersiedelte Leopold Frauenhofer inne. Ab 1920 übernahm es sein Sohn Franz. Seit 1950 kümmert sich die Straßenmeisterei in Kirchberg um die Erhaltung der Straßen, wo Herr Frauenhofer bis zu seiner Pensionierung noch einige Jahre tätig war. 

Der ehemalige Straßenwärter hat heute die Berufsbezeichnung „Straßenerhaltungsfachmann/-frau“ und ist ein Lehrberuf.

 

Quelle:
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram

 

Mai 2016
Maria Knapp