Tischler

 

Letzte Änderung: 31.12.2016

 


Abb.: K.k.Hoflith. Haase, Prag, zur Verfügung gestellt von Herrn Herbert Pauritsch sen., Niederschleinz

 

Die Tischlerei spaltete sich im 14. Jahrhundert von der Zimmerei ab. Es ist ein altes und angesehenes Handwerk. Die Tischler fanden sich schon früh in Zünften zusammen. Sie  besaßen gegenüber anderen Holzberufen das ausschließliche Recht, Hobel als Werkzeug und Leim als Verbindungsmittel benutzen zu dürfen. Ebenso war ihnen die Herstellung bestimmter Werkstücke vorbehalten. Dazu gehörten Fenster, Türen, Wand- und Deckenvertäfelungen, Möbel und ab dem 16. Jahrhundert die neu aufkommenden Särge. Die Aufnahme in die Tischlerzünfte war an bestimmte Voraussetzungen gebunden, z. B. eheliche Geburt, Abstammung von ehrbaren Eltern und guter Leumund. 

 

Werkzeuge des Tischlers

Sägen: Feinsäge, Fuchsschwanz, Furniersäge, Gratsäge, Japansäge, Metallsäge etc.

 

  

Hobel: Doppelhobel, Falzhobel, Grathobel, Grundhobel, Hirnholzhobel, Nuthobel etc.

 

Zangen: Beißzange, Wasserpumpenzange, Flachzange 

Stemmwerkzeuge: Hohlbeitel, Stechbeitel, Lochbeitel 

Feilen: Holzraspel, Eisenflachfeile, Rundfeile  

Bohrer

 

Hobelbank

Tischlerhammer

Wasserwaage

Fäustel

Schraubdreher

 

Maßstab

Winkel

Zirkel, Zimmermannsblei

Schmiege

Schleifklotz

Versenker

Bohrer für Holz, Metall und Stein

Schraubzwingen

  

Heute werden viele Arbeiten durch Maschinen erleichtert. Durch die industrielle Produktion vieler Möbel spezialisieren sich die Tischler heute auf die Erzeugung hochwertiger Einrichtungen.

 

Tischler in den Pfarrmatriken 

Altenwörth

Um 1847: Ignaz Powondra ist Tischlermeister in Altenwörth 25, Gattin Franziska geb. Guttauer. Er war der Sohn des Revierjägers von Utzenlaa.

Um 1885:  Karl Handbichler, Tischlermeister

1954 beendet Otto Thiel sein Tischlergewerbe im Haus Nr. 15.

 

Engelmannsbrunn

1791 stirbt  Johann Mühlberger, Tischler in Engelmannsbrunn 14

1803: Der Tischler Joseph Müllberger stirbt in Engelmannsbrunn mit 46 Jahren. Er ist erfroren aufgefunden worden.

Um 1834/1839: Andreas Walisch ist Tischlermeister in Engelmannsbrunn 38, Gattin Theresia, geb. Wagensonner.

Um 1872 bis mind. 1911: Ferdinand Groiß ist Tischlermeister in Engelmannsbrunn 3.

Anton Himsl war der letzte Tischlermeister in Engelmannsbrunn, er bewohnte das Haus Nr.82, heute Dorfstraße 14. Zuvor war Alois Schober, der 1. Mann von Frau Himsl, Tischlermeister. Seine Werkstatt befand sich im Haus Nr: 70, seine  Mutter stammte aus der Tischlerfamilie Groiß.

 

Kirchberg

Um 1640: Jacob Graf und Gattin Maria

Um 1655/1685: Mathias Schiedlberger, Tischler in Kirchberg; Franz Kirninger heiratet die Tochter von Mathias Schiedlberger

1727: Franz Küeninger wird im Oberstockstaller Grundbuch auf Haus Nr. 33 genannt. Gattin ist Eva. Er dürfte ein Sohn des obigen Franz Kirninger gewesen sein.

1737: Johann Minichhofer  kauf das Haus Nr. 18,G attin ist Anna Maria.

Um 1784/89: Kaspar Blumenräder, Tischlermeister in Kirchberg 18. Er stirbt 1793 mit 60 Jahren. 

1785: Die Tischlerin Anna Blumenrötherin hinterließ laut Inventar:
Wohnhaus                             400 fl
Grundstücke                          100 fl
Vieh                                         28 fl
Wein, 12 Eimer                      16 fl
Hausrat                                  136 fl 22 xr
Aktiva                                    150 fl
                                               830 fl 22 xr
ab Passiva                            364 fl           2 d
                                               466 fl 21 xr  2 d
Grundstücke: 1 Joch Acker, 2/8 Weingarten
Vieh: 1 Kuh, 1 Schwein 

1792:  Der Tischlermeister Michael Hamberger erstickt mit 28 Jahren in Kirchberg 18.

Um 1793: Johann Koppauer ist Tischlermeister in Kirchberg 18, Gattin Katharina geb. Lindner.

1808: Anna Maria, Eheweib des Tischlermeisters Georg Gsell, stirbt mit 66 Jahren in Kirchberg 19.

1815: Der Tischlermeister Georg Gsell stirbt mit 64 Jahren in Kirchberg 18.

Um 1839: Joseph Gsell ist bürgerlicher Tischlermeister, Gattin Josepha geb. Waltner.

1846: Klara Gsell, hinterlassene Witwe des Johann Gsell, bürgerl. Tischlermeisters in Kirchberg 19, Tochter des Hauers Leopold Höfinger aus Unterstockstall, stirbt mit 76 Jahren.

1846: Klara, die Gattin des Tischlermeisters Johann Wehle stirbt mit 72 Jahren im Haus Nr. 46

1869: Die Tischlermeisterin Josefa Gsell, geb. Waltner, stirbt mit 55 Jahren in Kirchberg 19.

1860: Der ledige Tischlergeselle Heinrich Schachinger, gebürtig aus Grafenegg, stirbt mit 52 Jahren in Kirchberg 38.

1882: Der verwitwete Tischlermeister Johann Gsell stirbt mit 77 Jahren in Kirchberg 42.

Um 1923/29: Adolf Ehn ist Tischlermeister in Kirchberg 30/42.

Um 1940: Ernst Cihal

Um 1962: Friedrich Knell, Kirchberg 82, Danach: Ernst Ehn

 

Kollersdorf

1954 beendet Anton Hainzl seinen Tischlerbetrieb, Nr. 57

Danach: Walter Magerl

 

Mitterstockstall

1801: Conrad Hörmann, Tischler in Mitterstockstall 13

1835: In Mitterstockstall 29 stirbt der Tischlergeselle Joseph Doringer mit 24 Jahren.

1880: Die Tischlermeistersgattin Barbara Hirschmüller stirbt mit 63 Jahren in Mitterstockstall 27.

 

Neustift

Um 1890: Tischlermeister Frauenhofer 

Um 1926: Johann Lutzmayer ist Tischlergehilfe in Neustift 19.

 

Oberstockstall

1655: Georgius Füchsl mit Gattin Maria

1799: Der Tischlermeister Gottlieb Pachner stirbt mit 68 Jahren in Oberstockstall 40.

1806/1828: Tischlermeister Ignaz Pachner, Gattin Theresia geb. Riedl. Er stirbt 1836  in Oberstockstall 40 mit 68 Jahren.

Um 1838: Der Tischlermeister Joseph Bacher und Gattin Klara geb. Bauer in Oberstockstall 40

Um 1879: Franz Kratochwil ist Tischler in Oberstockstall 45.

Um 1885: Ludwig Eichhorn ist Tischlermeister in Oberstockstall 31.

1938: Leopold Picha, Tischlermeister in Oberstockstall 57. Er stirbt 1946 mit 67 Jahren.

 

Sachsendorf

1836: Franz Radletz  Tischlermeister in Sachsendorf 29

 

Winkl

Um 1860/1890: Georg Biebl, Winkl 10, danach Sohn Josef Biebl  Winkl 10, geb. 1865.  

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Abb.: Rechnung von Tischler Ferdinand Groiss aus Engelmannsbrunn von 1911,
gefunden von Frau Marianne Eckart im Gemeindearchiv.

 

Quellen:
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram und Altenwörth
Bay.HStA, HL Passau, Rep. 51, Verz. 1 Fasz. 5/101

 

Jänner 2016
Maria Knapp