Viehhirt 

(Halter, mundartl. Hoida, lat. Bubulcus) 

 

Letzte Änderung:  14.4.2017

 

Allgemeines

Nachdem der Viehhirt viele Jahrhunderte lang ein unverzichtbarer Bestandteil des bäuerlichen Lebens war, kam dieser Beruf in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ab, da die Rinderhaltung bei uns gänzlich aufgehört hat. Zur Schweinezucht benötigt man heute keinen Eber mehr, die Tiere werden künstlich besamt.

Eine auszugsweise Erklärung aus dem Buch „Großriedenthal 1110 bis 2010“: „Eine der wenigen Familien, die meist kein eigenes Haus besaß und doch in den Dörfern dringend gebraucht wurde, meistens aber nur geduldet war, waren die Viehhirten. Im Laufe der Jahrhunderte haben sie sich einen wahren Schatz an Wissen angeeignet: Es waren die Viehhirten, die imstande waren, Krankheiten vom Nutzvieh – Schweine, Schafe, Ziegen, Kühe und auch Pferde – zu verhindern und wenn sie doch auftraten, zu heilen. Sie gaben ihr Wissen immer an ihre Familienmitglieder weiter und haben auch sehr häufig untereinander geheiratet. Trotz ihres Wissens um die Heilkunde bei den Nutz- und Haustieren, waren sie Außenseiter. Es waren 'umherziehende' Leute, die nirgends lange blieben; denen Zauberei und Quacksalberei vorgeworfen wurde, wenn Tiere krank wurden und verendeten. Es waren Leute, die die 'Vatertiere' – den Stier, den Eber, den Ziegenbock – zum Bespringen der weiblichen Tiere – führten und geleitet haben.“

Im 18. Jahrhundert waren die Viehhirten wirkliche Hirten, die das Vieh auf die besonders dafür vorgesehenen Weiden trieben. Das Vieh durfte nur gemeinsam auf einer Weide grasen. Man kann diese ehemaligen Gemeindeweiden heute noch an den Flurnamen erkennen: In Winkl gibt es die Nachtwaid von den Häusern Richtung Altenwörth hinauf und die Waidäcker unter der Kirche. In Altenwörth gibt es ebenfalls Waidäcker unterhalb des Dorfes an der Au. Im 19. Jahrhundert, als die Tierhaltung auf Stallbetrieb umgestellt wurde, übernahm der Halter andere Aufgaben: Er hatte den Dorfstier im Stall, zu dem die Kühe getrieben wurden. Den Eber (Saubär) wiederum trieb er zu den Bauern, um die Sauen aufnehmen zu lassen. Er musste zu jeder Tages- und Nachtzeit bereitstehen, um Kälbern bei der Geburt zu helfen (Kaiblziehen), wobei er mit den Unterarmen oft in den Leib der Kuh greifen musste, um das Kalb in die richtige Lage zu bringen. Er kastrierte die Ferkel (Fadlschneiden). Das geschah oft in der Küche mit großem Geschrei (heute wäre das Tierquälerei und es wird unter Betäubung der Tiere vorgenommen). Die Frau des Halters hat die Glocken der Kapelle täglich in der Früh, zu Mittag und abends geläutet. Die Botengänge der Gemeinde wurden ebenfalls von ihr gemacht. Der Halter war beim Schlachten der Schweine dabei. Er tötete die Tiere, half beim Enthaaren, Aufhängen, Teilen und später beim Zerlegen des Fleisches.

Der Viehhirt wurde auf Grund einer Bewerbung von der Gemeinde für jeweils ein Jahr von Martini bis Martini (11. November) aufgenommen. Jeder Bauer hatte pro Joch 3 Garben Getreide (nach Gemeinde verschieden) für den Halter ans Ackerende zu legen, die sich der Halter einsammeln durfte. Waren dem Halter die Garben zu klein, so hatte er das Recht, sich diese von den ersten drei "Mandeln" feldeinwärts gegen dort allenfalls vorhandene größere Garben austauschen.

 

Das Halterhaus in Winkl und die Bezüge des Viehhirten

Das Halterhaus war seit jeher das Haus Nr. 34 und gehörte vor 1848 zur Herrschaft Grafenegg. Es war Gemeindeeigentum und wird schon im Franziszeischen Kataster um 1830 als Gemeindehaus geführt.So standen natürlich auch alle anfallenden Reparaturen der Gemeinde zu.

Um 1835 wird das Halterhaus, Nr. 34, im Grundbuch erwähnt. Quelle: NÖ Landesarchiv, Außenstelle Bad Pirawarth:

 

Um das Halterhaus im Dorfe Winkl sub. No 34 neben Michael Leitenhuber und dem Fahrweg liegend, dient jährlich 30 kr.
Winkl Gemeinde, durch Gewährnahme ao 1835, dienst .. und gegen 10jährige Renovation, zahlt ao 1835 ut G.B.F. 117.-
Renovation pro 1845 – 1855, ut G.B.Fol. 66 in Folge …“

 

Tagesordnungspunkte in den Sitzungsprotokollen der Gemeinde Winkl, den Halter, bzw. das Halterhaus betreffend,  zwischen 1925 und 1968:

„14.12.1933: Beim Viehhirthaus wird die Kuhstallung mit Schotter angeführt.

2.6.1946: Die Fensterreparatur im Viehhirthaus wurde bewilligt.

1948 wurde im Halterhaus der Lichtstrom um 631 S eingeleitet.

25.6.1950: Instandsetzung der Gemeindehäuser. Die Gemeindehäuser werden nach der Ernte neu gedeckt. Ankauf der Ziegel im Lagerhaus

22.1.1952: … Ferner stellt der Gemeinderat Kreutzinger den Antrag, dass die Planke des Halterhauses in vorschriftsmäßigen Zustand versetzt wird und dass die Gemeinde Kalk kauft, dass das Viehhirtenhaus angeworfen werden kann. Die Anträge werden zur Kenntnis genommen und der Gemeinderat wird sich in Fels nach dem Preis der nötigen Bretter erkundigen. Die Verpflegung der Ziegeldecker wird von Herrn Hartl und Schneider getragen. Herr Hartl kann sich zu diesem Zweck Fleisch vom Guthaben der Gemeinde bei Bauer in Bierbaum holen.

10.3.1957: Kraftstromanschluss für die Gemeindehäuser 2 und 34 wird beschlossen.

12.10.1958: Instandsetzung des Viehhirtenhauses: Im Halterhaus wird, wenn die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde es erlauben, die Adaptierung nach den Vorschlägen der Land- und Forstinspektion durchgeführt. Der Springstand wird gebaut und der Stand des Stieres abgesichert. Der Herd kann von Herrn Hartl mit Eigenmitteln beschafft werden und im Falle eines Auszuges mitgenommen werden.“

2.1.1959: Wegen der Anschaffung des Herdes des Viehhirten beschließt der Gemeinderat, den für das Viehhirtenhaus notwendigen Herd anzuschaffen. Es ist ein einfacher, tragbarer Küchenherd anzuschaffen. Der Bürgermeister kauft diesen Herd bei der Fa. Tragschitz.

Am 5.6.1933 wurden die Arbeitsbedingungen für den Viehhirten in den Gemeinderatsprotokollen niedergeschrieben und ein neuer Viehhirt aufgenommen, auch der Verdienst wurde angeführt:"



Aufnahme des Viehhirten unter folgender Bedingung für das Jahr 1933 – 34 vom 11.11. an
1. Dem Viehhirten wird aufgetragen, seine Arbeit im Viehstande pünktlich und gewissenhaft zu machen.
2. Ein ruhiges Benehmen gegen jede Partei und weiters über keine Partei in anderen Häusern nichts darüber auszusprechen.
3. Die Feldwege sind zu entwässern und die größeren Löcher wenn möglich, mit Erde auszufüllen.
4. Die Felder sind in Aufsicht zu halten und jeder Diebstahl ist beim Bürgermeister anzumelden.
5. Für einen Zuchteber muss sich der Viehhirt selbst beschaffen, wird aber von der Gemeinde bedungen, für schöne Rasse und in gutem Zustand zu halten.
6. Der Gemeindestier muss, soweit das möglich ist, gut erhalten werden, damit sprungfähig ist.
7. Der Viehhirt muss jeden Fleischhauer und Nutzviehkäufer verständigen, wo was feilgeboten wird.
8. Sollte eine Partei einen tierärztlichen Nachweis bringen, dass durch Verschulden des Viehhirten ein Schaden entsteht, hat er denselben zu leisten.
9. Der Viehhirt ist verpflichtet, täglich früh zum Gebet, um 11 Uhr und 12 Uhr, das Abendgebet, außerdem an Feiertagen um 9 Uhr und auch bei Versehgängen und Leichen zu läuten.
10. Der Viehhirt hat die Rinder, wenn es von den Parteien verlangt wird, zum Stier zu treiben.


Dienstbezüge des Viehhirten
1. Der Viehhirt erhält von der Gemeinde eine Dienstwohnung mit Scheune und Gemüsegarten.
2. Ferner pro Joch Körnerfrucht 2 entsprechende Garben.
3. Für jedes Rind, das vom Stier belegt wird, ist ein Viertel Metzen Korn zu entrichten.
4. Für jedes Schwein, welches vom Zuchteber belegt wird, sind 6 kg Frucht zu entrichten.
5. Sämtliche Äcker, Wiesen und Grasteile, welche der Viehhirt bis jetzt benützte, werden dem Nachfolger auch so übergeben.
6. Sollten aber zu schlechte Garben oder zu kleine ausgelegt werden, hat der Viehhirt das Recht, bis zum 3ten Mandl zu gehen, um selbe umzutauschen, womöglich unter Zeugen jeder Partei.
7. Für Ferkelschneiden pro Stück sind 20 Groschen zu zahlen.“ 

Als es elektrisches Licht gab, hatte der Halter die Ortsbeleuchtung einzuschalten:
31.7.1949: "Der Viehhirt wird beauftragt, die Ortsbeleuchtung einzuschalten und diese Dienstverrichtung mit seinen Bezügen aus Nutzungsrechten (Wohnung, Äcker, usw.), die ihm die Gemeinde für seine sonstigen Tätigkeiten gewährt, als abgegolten zu betrachten.“

Über die Bezahlung des Viehhirten wurde später folgendes in den Sitzungsprotokollen festgehalten:
7.1.1953: "Festsetzung der Dienst- und Sachbezüge des Viehhirten:

Der Viehhirt bezieht für seine Dienstleistungen folgende Bezüge:
a. – l. Aufzählung verschiedener kleinerer Ackerteile mit Bewertung in ÖS. Weiters:

m. Von ausgelegten Garben (4000 Stück), ca. 1000 kg Korn, ca. 2.000,-- S
n. Pro Kuh 12 kg Korn (ca. 100 Stück), 1200 kg = ca. 2.400,-- S
o. Wohnung: 900,-- S
p. Dazu kommt des Einkommen, das aus der Haltung des Ebers entsteht, ferner die Leistungen des Viehhalters für diverse Dienstleistungen wie Ferkelschneiden, Kälberziehen usw.“

 

Stierhalterverein

1953 wurde ein Stierhalterverein gegründet, der sowohl den Halter als auch den Gemeindestier übernahm:

"30.8.1953: Der Gemeinderat beschließt, den Viehhirten mit Wirkung vom heutigen Tag zu entlassen.

a) Der Gemeinderat beschließt, dem Viehhirt die ihm für Pflege und Haltung des Zuchtstieres überlassenen Flächen (siehe Gemeindeprotokoll vom 7.1.1953) weiterhin zu belassen. Als Entgelt hat er dafür die Gemeindewege instand zu halten, nach Gewittern und Unwettern zu richten und anfallende Holzarbeiten für die Gemeinde zu leisten.
b) Für die Wohnung im Gemeindehaus zahlt der Stierhalterverein der Gemeinde monatl. 10,-- S.
c) Die Gemeinde stellt den Stier dem Stierhalterverein zur Verfügung. Sie hat diesen durch den Viehhirten sachgemäß pflegen zu lassen und gut zu halten. Bei einer eventuellen Auflösung des Vereines und sonstigen Veränderungen, die der Gemeinde nicht mehr Gewähr geben, dass die oben genannten Bedingungen erfüllt werden, hat der Stierhalterverein Winkl den Stier der Gemeinde wieder zur Betreuung zu übergeben. Sollte der Stierhalterverein die Absicht haben, den Stier aufzukaufen, wird dieser Verkauf zu den allg. üblichen Bedingungen durchgeführt.“

14.6.1959: „Auslage für den Viehhirten: Der Bürgermeister teilt mit, dass die Nachbargemeinden für den Viehhirten nichts mehr auslegen und bei ihnen nichts ausgelegt zu werden braucht. Es wird daher festgestellt, dass die Gemeinde mit dem Viehhirten nichts zu tun hat, da der Stierhalterverein besteht und der Viehhirt bei diesem angestellt ist. In Zukunft soll über alle Agenden, die den Viehhirten betreffen, allein der Stierhalterverein zu beschließen haben. Auf Grund der Feststellung des GR Grausenburger, macht GR Steinbatz den Antrag, dass alle Auslagen, die jetzt von der Gemeinde für den Viehhirten getragen werden, festgestellt werden und dadurch die Feststellung ermöglicht wird, wie hoch dann die Umlage pro Kuh kommt, die der einzelne Besitzer zu bezahlen hätte. Gemeinderat … stellt ferner den Antrag, dass von jedem Joch Acker als Ablösung für die Auslage 3 – 4 kg Körnerfrucht gegeben werden.

Der Gemeinderat beschließt auf Grund dieses Antrages, dass für das Joch 4 kg Roggen abgegeben werden. Dieser Beschluss gilt für das heurige Jahr.“

Der Stierhalterverein wurde 1961 wieder aufgelöst.

25.3.1961: „Der Gemeinderat beschließt, den Viehhirten zu übernehmen, wenn sich der Stierhalteverein auflöst. Über die Höhe der einzuhebenden ….gelder wird bei Eintreten des Falles Beschluss gefasst. Ergebnis: einstimmig."

 

Viehhirten in den Pfarrmatriken

Winkl

1655: Henricus Hagen

1774: Michael Ristenberger, famulus Bubulci (Hilfs-Viehhirt), mit 20 Jahren verstorben.

1783 stirbt der Viehhirt Joseph Janz mit 50 Jahren. Er wird als mendicus bubulcus - armer Viehhirt - bezeichnet.
1784: Die Viehhirtin Anna Maria Janz, 37 Jahre, Witwe nach Joseph, heiratet Anton Seidl, den Sohn des Grafenwörther Viehhirten, er dient in Haitzendorf.

Um 1785 ist Katharina, des Leopold Fug, Halters Ehewürthin, als Taufpatin eingetragen.

1789 Leopold Müller, Feldhirt

1794: Der Viehhirt Leopold Milner stirbt in Winkl 34 mit 60 Jahren am Brand.

1794 heiratet Georg Englmann, der Sohn den Anton Engelmann, Viehhirt aus Neustift mit 25 Jahren die 50 Jahre alte Witwe Sybille des Leopold Millner, Viehhirt in Winkl. Danach war Georg wahrscheinlich der Viehhirt.

 

 

Vor 1800: Joseph Eder ist Viehhirt mit seiner Gattin Katharina Gartner. Er stirbt im Jahr 1800 mit 40 Jahren.

Um 1813 lebte in Winkl 1 (Armenhaus) der Viehhirt Michael Frittum (er stammte aus Burau oder Bunau) mit seiner Gattin Magdalena geb. Schwarzinger und Sohn Michael.

1827 steht Sohn Michael Frittum in den Taufmatriken mit seiner Gattin Anna Maria Mayer aus Kollersdorf bei der Geburt eines Kindes. 

Um 1823 ist Johann Eder Viehhirt hier, seine Gattin ist Theresia, geb. Ecker. Sein Vater Johann wird ebenfalls als Viehhirt in Winkl genannt.

1825 heiratet Leopold Eder, Sohn des Johann Eder.

1825: Michael Macher ist Taufzeuge als „ausgetretener Viehhirt aus Winkl“

Um 1826 war Johann Ronnalter Viehhirt (Stirhirt). Sein Sohn Lorenz heiratete die Tochter des Viehhirten von Utzenlaa und zog dort hin.

1838: Leopold, der Sohn des Feldhirten Johann Bruckner und der Katharina geb. Reisinger stirbt mit 16 Jahren in Winkl 7 am Brand infolge einer Entzündung am Unterschenkel.

1845: Joseph Grestenberger, Sohn des Viehhirten Joseph G. aus Stetteldorf, steht mit seiner Frau Juliana bei der Geburt der Tochter Josepha in den Taufmatriken.

1847: Der ledige Viehhirtenknecht Joseph Martin, Sohn des Inwohners Joseph Martin und der Anna Maria Stich, stirbt mit 50 Jahren an der Brustwassersucht.

1862 stirbt die verehelichte Viehhirt Leopold Eder mit 65 Jahren an der Wassersucht. Er stammte aus Unterseebarn.  

Um 1867: Michael Hahn

Um 1873: Anton Umgeher ist Viehhirt in Winkl, er stammt aus Schlickendorf. Er heiratet die Dienstmagd Rosalia Mayer von Winkl 35.

Um 1897 ist Anton Schiel Viehhirt in Winkl, er ist später in selber Funktion in Frauendorf tätig. Er stirbt 1931 mit 79 Jahren in Neustift.

Vor 1905 - 33: Josef Zehetner (geb. 1864) stammte aus Wien, ebenso wie seine Gattin Anna Maria, geb. Frauenhofer. Das Ehepaar hatte die Kinder Leopoldine, Theresia, Rosa und Josef.

1933 - 1936: Lenz Johann - er kam aus Haitzendorf nach Winkl. Der Sohn Leopold ist 1935 noch in Winkl zur Welt gekommen, dann ist die Familie weg gezogen.  

1936 - 1943: Hartl Johann (aus Niederrußbach, 1943 bei Orel gefallen) und Franziska. Da das Halterhaus dem Viehhirten vorbehalten war, musste, die Witwe mit den Kindern ausziehen. Sie wohnte eine Zeit lang im Inleuthaus der Familie Engelmann und ging später wieder nach Niederrußbach zurück. 
8.11.1945: Nachdem  Johann Hartl 1943 gefallen ist, wurde sein Bruder, Karl Hartl , als neuer Viehhirt aufgenommen.
Mit seiner Frau Maria, geb. Schweiger aus Winkl hatte er die Kinder Karl (+), Maria (geb. 1946), Josef (geb. 1949, +), Leopold (geb. 1951), und Elfriede (geb. 1953)
Nach der Pensionierung von Herrn Hartl zog dieser zu seinem Sohn ans untere Ende des Dorfes, das Gemeindehaus wurde verkauft.

 
Das Halterhaus mit Kapelle, vor 1930     -      
Rechts im Bild: Karl Hartl,  Foto: Monika Jöchl    

Neustift

4.4.1685: In Neustift stirbt Catharina, die Tochter des Halters Jacob Paur mit 6 Wochen.

Um 1750: Johann Georg Engelmann

Er starb 1772 mit 62 Jahren, war also etwa 1710 geboren worden. Seine 2. Hochzeit 1755, bei der er als Witwer bezeichnet wird, fand hier statt. Er starb zwar im Halterhaus Nr. 60, aber er hatte das Haus Nr. 18 gekauft, in dem nach seinem Tod seine Witwe Theresia und deren zweiter Ehemann, Adam Kurzbauer, ein Hauer aus Ottenthal, wohnten.

Von den 11 Kindern von Johann Georg wird nur Anton Halter. Sohn Florian kauft das Haus Nr. 45 (jetzt Blauensteiner), zwei Kinder heiraten auf Bauernhöfe in Winkl ein, mindestens vier sterben im Kleinkindalter.

1771: In manchen Ortschaften beschäftigte der Halter einen Halterbuben oder einen Halterknecht. So gab es in Neustift den Halterknecht Mathias Stöckl, der 1771 im Halterhaus Nr. 60 starb.

 

Vor 1792 war Paul Pilka Viehhirt in Neustift.

1794: Georg, der Sohn von Anton Englmann heiratete 1794 nach Winkl – siehe dort.

Vor 1799: Lorenz Passecker ist Viehhirt in Neustift 60, Ehwirtin ist Rosalia geb. Gutmann. Er stirbt 1799 mit 31 Jahren.

1804: Der Vierhirtjunge Andreas Hubner stirbt mit 50 Jahren in Neustift.

1806: In diesem Jahr starb der Viehhirt Anton Engelmann an Lungenbrand. Er ist 70 Jahre alt geworden.

 

1811: Joachim Kerstenberger

Um 1812: Johann Hackl ist Viehhirt in Neustift 34.

1822: Anna Maria, Ehweib des Viehhirten Michael Ernst, stirbt in Neustift mit 78 Jahren.

1826 wird Johann Ronalter als Vater des Lorenz, von Utzenlaa 3 anlässlich von dessen Hochzeit genannt. Er wird 1833 nochmals erwähnt.

1826: Michael Ernst wird als Trauzeuge genannt. 

Um 1831/1839: Lorenz Ronalter, Viehhirt in Neustift 61, Gattin Agatha Eckl. Er stirbt 1839 in Neustift 1 mit 40 Jahren an Auszehrung.

Um 1844: Ferdinand Grestenberger, Viehhirt in Neustift 62

1847: der ledige Feldhirtenknecht Johann Hirschberger stirbt mit 32 Jahren in Neustift 3 am Nervenfieber. Er war Landwehrmann beim 2. Bataillon.

Um 1849: Michael Seidl

Um 1849: Johann Seidl ist Viehhirt in Neustift 61, Gattin Theresia geb. Lang.

Um 1862: Ferdinand Krestenberger ist Viehhirt in Neustift 61.

1877: Der Viehhirt Leopold Schier (Schiel?) stirbt mit 54 Jahren in Neustift 63 am Starrkrampf.

1906: Der Viehhirt Franz Eder, aus Mitterstockstall abstammend, heiratet Agnes Uhl.

In der 1. Hälfte des 20. Jh. ist Franz Michtner aus Rupperstahl Viehhirt in Neustift 60. Er stirbt 1944.

Danach Josef Hahn.

1946: Franz Leuthner. Rechts im Bild zeigt er, wie das Kaiblziehen funktioniert: Seine Arme stellen die Beine des Kalbes dar. Daran wird der Strick festgemacht. Das Stück Holz dient dazu, dass man besser am Strick anziehen kann.

Foto: Herta Grabner, Neustift

Altenwörth

1781 stirbt in Altenwörth 22 der ledige Viehhirt Lorenz Stökl als Bräutigam mit 32 Jahren.

1785: Mathias Ernst

1786: Michael Eder, Viehhirt in Altenwörth 22, er stirbt 1788 mit 52 Jahren.

1788: Johann Wipfl, Viehhirt in Altenwörth 13, nun Soldat

Um 1790: Johann Mayr ist Viehhirt in Altenwörth 22, Gattin ist Katharina geb. 1790 stirbt der Viehhirtenknecht Ambrosius Schütz aus Schlesien in Altenwörth 10.

1797: Der ledige Halterknecht Johann Kienböck stirbt mit 36 Jahren an einem eingeklemmten Leistenbruch in Altenwörth 23.

1805: Der Viehhirtenknecht Joseph, Nachname unbekannt, stirbt mit 65 Jahren in Altenwörth 22. 

1806: Joseph Mayr, Viehhirt in Altenwörth 22

1822:  Georg Bruckner, lediger Viehhirtsknecht stirbt mit 60 Jahren in Altenwörth 22. 

1836: Franz Morent , Viehhirt in Altenwörth 11, Gattin Theresia Preisinger

Um 1839: Franz Stirler ist Viehhirt in Altenwörth 22.

Um 1860: Franz Hofbauer ist Viehhirt in Altenwörth 22.

 

Dörfl

24.8.1684: In Dörfl stirbt der Halter Philipp Hageleithner.

Um 1770: Johann Paumgartner

Um 1789: Philip Höller

1798: Michael Böck ist Halter in Dörfl 15, Ehewirtin Juliana.

1800: Anton Seidl, Stierhirt in Dörfl 7

1811: Der Viehhirt Georg Eder stirbt mit 60 Jahren an Dörfl 1.

Um 1831: Joseph und Johann Gruber in Dörfl 7

Um 1845: Franz Grestenberger in Dörfl 7

Um 1846:  Leopold Schiel ist Viehhirt in Dörfl 7, sein Gattin ist Katharina Heindl.

Um 1852: Josef Reitbauer ist Viehhirt in Dörfl 7.

Um 1896: Heinrich Sieberer ist Viehhirt in Dörfl 7.

Um 1922: Anton Müller ist Viehhirt in Dörfl 7.


Engelmannsbrunn

Um 1774/89: Anton Bruckner ist Feldhirt in Engelmannsbrunn 38.

1789  stirbt in Engelmannsbrunn 32 der Viehhirt Johann Rohnalter im Alter von 45 Jahren.

1790: Anna Maria, Gattin des Feldhüters Johann Georg Stadler, stirbt mit 58 Jahren in Engelmannsbrunn 37.

Um 1793: Paul Böck ist Viehhirt in Engelmannsbrunn 32.

Um 1800/1808: Joseph Krestenberger ist Viehhirt in Engelmannsbrunn 32. Gattin Katharina geb. Janz.

1803: Ferdinand Wipfl, Viehhirt in Engelmannsbrunn 50

Um 1831: Leopold Hödl

1860: Karl Lill
1888: Der Viehhirt Karl Lill stirbt in Engelmannsbrunn 43 mit 54 Jahren. Sein Sohn gleichen Namens übernimmt den Halterposten.

1910 - 1950: Johann Treiber

1950 - 1974: Der letzte Halter von Engelmannsbrunn ist Willibald Geigenberger. Den aus Schlesien stammenden, gelernten Schmied verschlug es auf seiner Wanderschaft nach Grafenegg, wo er sich als Schweizer (Hüter auf einem Gut) verdingte, dort lernte es seine Frau Cäcilia kennen und so gelangte er nach Engelmannsbrunn. 

 

Gigging

Um 1771  ist Anton Gurer Bubulcus in Gigging 12.

Um 1780/83 wohnt in Gigging 12 der Viehhirt Leopold Reitbauer.

1786: Die Viehhirtentöchter Katharina und Teheresia Braunfunzker, Gigging 8, heiraten in diesem Jahr.

1785/99: Leopold Reithbauer ist Viehhirt in Gigging 12, Gattin ist Eva Maria.

Um 1790: Joseph Eder ist Viehhirt in Gigging 12.

1790: Die Viehhirtknecht Franz Neumayr stirbt mit 55 Jahren in Gigging 12.

1790: Die Tochter des ehemaligen Viehhirten in Gigging, Anton Gurrer, stirbt mit 24 Jahren.

1796: Anton Spannagl, Viehhirt in Gigging 12.

1798 stirbt der Viehhirtenknecht Joseph Gurrer in Gigging 11.

1800 stirbt der Viehhirtenknecht Michael Reitterer mit 78 Jahren in Gigging 11.

Um 1803: Ferdinand Wipfl ist Viehhirt in Gigging 12.

1805: Der Viehhirtenknecht Joseph Holzer stirbt mit 54 Jahren in Gigging 11.

1816: Michael Ernst, Viehhirt in Gigging 12.

1806: Johann Mayr, Viehhirt in Gigging.

1810: Joseph Bauer, Viehhirt in Gigging 12.

1828: Michael Macher

1843: Leopold Bauer, Viehhirt in Gigging 12.

Um/vor 1848/1862: Karl Resch,  Gattin Josepha geb. Kerschbaumer.

1862: Der Gigginger Viehhirt Josef Feringer, vom Imbacher Viehhirten abstammend, heiratet Anna geb. Resch, verw. Leuthner, Gigging 11.

1908: Die Viehhirtin Katharina Krenu aus Gigging sucht einen tüchtigen, im Fache praktischen, zuverlässigen und nüchternen Knecht.

 

Kirchberg 

In Kirchberg hatte der Viehhirt unter anderem die Aufgabe, im Brandfall das Vieh in Sicherheit zu bringen.
1795: Der Viehhirt Franz Hartmann stirbt mit 48 Jahren in Kirchberg.

1795: Der Viehhirt Philipp Höller stirbt mit 53 Jahren in Kirchberg 14.

1798/1800: Johann Georg Krestenberger

Um 1830: Michael Saubertl ist Viehhirt in Kirchberg 14, Ehefrau Katharina geb. Böck. 1869 stirbt er mit 69 Jahren.

Um 1878: Michael Altenburger ist Viehhirt in Kirchberg 16.

Um 1934: Josef Brezina ist Viehwärter in Kirchberg 9, Gattin ist Maria geb. Kleestorfer.

 

Kollersdorf

Um 1785/1802: Ander Rindswirth ist Viehhirt in Kollersdorf 25.

1779 stirbt in Kollersdorf der Viehhirt Joseph Strobl mit 69 Jahren.

1802 war Andreas Ringswürth Viehhirt in Kollersdorf.  Er stribt 1806 mit 61 Jahren in Kollersdorf 25 an der Lungenschwindsucht.

1802:Joseph Achtsnit, Viehhirtsohn aus Walkersdorf heiratet Anna Maria Rindwirth, die Tochter des Kollersdorfer Viehhirten von Nr.25.

1808: Michael Frithum, Viehhirt in Kollersdorf 25

1813: Peter Ernst, Viehhirt in Kollersdorf 25

1830: Johann Hahn, Viehhirt von Kollersdorf wohnt im Freihof Nr. 40

1841: Anton Seidl, Viehhirt in Kollersdorf 25

1852: Franz Hofbauer, Gattin Anna Maria geb. Hauer

Um 1860 Johann Hahn

1865: Josef Kansky ist Viehhirt in Kollersdorf 25, er heiratet in diesem Jahr Theresia Seidl, die Witwe nach Johann Seidl, den verst. Viehhirten von Kollersdorf. Ihr Vater war Johann Lang von Winkl.

Um 1872: Anton Grübel ist Viehhirt in Kollersdorf 25.

 

Mallon

Um 1771 ist Philip Höller Viehhirt in Mallon.

Um 1818 ist Michael Eder Feldhirt in Mallon.

1825: Leopold Strobel

Um 1844: Michael Ehrenberger, Viehhirt in Mallon 16

Um 1862: Josef Resch ist Viehhirt in Mallon 16.

Um 1863: Georg Rapp ist Viehhirt in Mallon 16.

1875: Johann Gruber stirbt als Viehhirt in Mallon 15 mit 75 Jahren.

Um 1879/82: Johann Leuthner ist Viehhirt in Mallon 15.

 

Mitterstockstall

Um 1750: Lorenz Hochleithner 

Um 1773  ist Joseph Strobl Viehhirt in Mitterstockstall, er heiratet die Tochter des Viehhirten aus Oberstockstall, als Trauzeugen fungieren weitere Viehhirten der Umgebung. 

1784: Der ledige Halterknecht Michael Pieller stirbt mit 47 Jahren in Mitterstockstall 24.

1793: Der Viehhirt Mathias Ernst stirbt mit 50 Jahren in Mitterstockstall 17.

1809: Anton Seidl ist Viehhirt in Mitterstockstall 6. Er stirbt 1811mit 66 Jahren in Mitterstockstall 3.

1827: Anna Maria, Ehweib des Michael Ehrenberger, Viehhirt in Mitterstockstall 27, stirbt mit 60 Jahren.

1843:  Anton Heinl ist Viehhirt in Mitterstockstall 17, Gattin Theresia geb. Schuster.

Um 1858: Michael Ehrenberger ist Viehhirt in Mitterstockstall.

Um 1863: Johann Heindl ist Viehhirt in Mitterstockstall 17.

1906: Der Viehhirt Franz Eder wird anlässlich der Hochzeit seines Sohnes erwähnt. Dieser heiratet nach Neustift.

 

Oberstockstall

Um 1740: Anton Brukhner

Um 1771: Kaspar Rösl oder Resel

Um 1774: Johann Bruckner

Um 1776: Leopold Strobl, er stirbt 1796 mit 75 Jahren.

Um 1780 ist Joseph Bsteh Viehhirt in Oberstockstall 22. Ehweib ist Anna Maria geb. Hödl. Er stirbt 1801 mit 60 Jahren in Oberstockstall 22.

Um 1784: Michael Ernst ist Halter in Oberstockstall 22.

1796: Der Viehhirt Leopold Strobl stirbt

1804: Kaspar Köpler, Feldhirt in Oberstockstall 32

1808: Anna, Gattin des Viehhirten Philipp Holler, stirbt mit 75 Jahren in Oberstockstall 42.

1856: Der Viehhirt Michael Ehrenberger stirbt in Oberstockstall 54.

1944: Der Gemeindehirte Heinrich Liewald stirbt mit 67 Jahren in Oberstockstall 22, er stammt aus Etsmannsdorf, Bez. Horn.

 

Sachsendorf

Um 1793: Georg Supperer ist Halterknecht in Sachsendorf 1.

 


Unterstockstall

Um 1771 ist Lorenz Hartmann Bubulcus in Unterstockstall.

Um 1784: Lorenz Hartmann ist Viehhirt in Unterstockstall 23. Er stirbt 1789 mit 80 Jahren.

1791: Fedinand Timlinger

Um 1799: Lorenz Baumgartner, Viehhirt zu Unterstockstall 1. Seine Ehefrau stirbt in diesem Jahr mit 70 Jahren.

Um 1817: Franz Scheidlauer ist Viehhirt in Unterstockstall 23, Eheweib ist Theresia geb. Burzer.

Um 1850: Anton Heindl,

danach sein Sohn Leopold Heindl
Um
1860: Leopold Heindl ist Viehhirt in Unterstockstall 23, Gattin Josefa geb. Eiböck.

1941: Der Viehhirt Franz Eder stirbt mit 66 Jahren in Unterstockstall 26.

1946: Der Viehhirt Anton Pasch stirbt mit 39 Jahren.

 

Quellen:
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram und Atenwörth

 

Maria Knapp
Jänner 2012