Zimmermann (faber lignarius)

In frühen Zeiten war nahezu jeder Hausbesitzer sein eigener Zimmermann, da er sich sein Haus meist selbst zimmern musste. Als sich später die Berufe mehr und mehr spezialisierten, wurde auch der Zimmererberuf eigenständig und in dem Zunftrecht unterworfen. 

Vor allem im den Städten wurden für größere Bauten fähige Zimmerer benötigt. Aber auch der Dorfzimmermann verstand es, dem nüchternen und funktionalen Haus einen eigenen Charakter zu geben. Selbst an der ärmlichsten Bauernhütte wurden Schmuck und Zierrat nicht vergessen. 

Um zur Meisterprüfung antreten zu dürfen, musste der Geselle auf Wanderschaft, die Walz, gehen, um seine Fertigkeiten in fremden Betrieben zu vervollkommnen. Die Gesellen sollten vor allem neue Arbeitspraktiken, fremde Orte, Regionen und Länder kennenlernen sowie Lebenserfahrung sammeln. 

Bild: Schul-Wandbild der Schule Niederschleinz,
Verlag F. Tempsky, Prag
zur Verfügung gestellt von Herbert Pauritsch sen.

In den Städten benötigte man für größere Bauten fähige Zimmerer. Aber auch der Dorfzimmermann verstand es, dem nüchternen und funktionalen Haus einen eigenen Charakter zu geben. Selbst an der ärmlichsten Bauernhütte wurden Schmuck und Zierrat nicht vergessen. Zu den Aufgaben zählte auch das Aufstellen von Stadeln, Holz- und Geräteschuppen, wie man sie heute noch vielfach im Dorf sieht. Das Grundgerüst bildeten dabei handbehauene Balken, die mit Holznägeln verbunden waren.

Das wichtigste Werkzeug des Zimmermanns ist der Zimmermannshammer.


Ein Baumstamm wird zum Balken.
Händisches Zurichten des Balkens
Fotos: Erlebnismuseum Schönbach im Waldviertel 


Zimmermannswerkzeug im Handwerksmuseum, Augsburg

 
Offener Stadel der Familie Engelmann während der Getreideernte 1980 - derselbe Stadel und Nussbaum im Jahr 2014 nun Familie Knapp, Winkl

In den großen Scheunen, die es hinter jedem Bauernhaus gab, brachte man Stroh und Heu  für das Vieh sowie landwirtschaftliche Geräte unter. Mittlerweile reichen diese Stadel für die vielen Fahrzeuge und Maschinen nicht mehr aus und sind durch Betonhallen ersetzt worden. Auch die riesigen, alten Nussbäume vor den Stadeln findet man nur mehr fallweise.


Ein Stadel von innen: Links ein handbehauener Balken, oberhalb die „Pretten“, auf der Heu und Stroh gelagert wurden, Familie Knapp, 2016


Das „Hintaus“  wird stellenweise noch von Holzstadeln geprägt, 2016 in Winkl

 

Zimmerleute 

Altenwörth 

1753: Philipp Wilhalmb

1786/90: Wolfgang Riß, Zimmergesell und Kleinhäusler in Altenwörth 6 bzw. 29. Er stirbt 1795 mit 58 Jahren.

1878 stirbt in Altenwörth 3 der Zimmermeister Michael Wiesmüller.
Um 1904: Sohn Michael Wiesmüller ist Zimmermann in Altenwörth.

Die Auwaldungen mit ihrem Holzreichtum hatten zur Folge, dass das erste Dampfsägewerk im Raum Krems-Stockerau in Altenwörth errichtet wurde. Schnittholz, Dachstühle und andere Zimmereiarbeiten gingen in die ganze Umgebung. Über den Fluss konnte Material sowohl angeliefert als auch abtransportiert werden.

Schlepper brachten das Holz zur Anlegestelle vor dem Sägewerk, große Flöße legten bei der Abschrägung an, Pferde zogen die Stämme herauf. Die Arbeiter halfen mit Beissern mit, das waren eiserne Greifhaken, die an Stangen befestigt waren. Die Flöße wurden anschließend ebenfalls zerlegt und das Holz weiterverwendet.

Der aus Böhmen stammende Zimmermeister Paul Wastl hatte einen Betrieb in  Königsbrunn. Sein Sohn Karl Wastl (1862-1940) heiratete Theresia Seidl aus Unterstockstall und gründete 1905 mit ihr das Sägewerk am unteren Ortsende von Altenwörth.

Am 9. März 1920 brach um ½ 3 Uhr früh im Sägewerk ein Feuer aus, dem das ganze Werk und das Maschinenhaus zum Opfer fielen. Der Schaden war enorm, die Entstehungsursache konnte nicht eruiert werden. Der Betrieb wurde wieder aufgebaut.

Da die Ehe des Paares kinderlos blieb, ging das Sägewerk an den Neffen Anton Altmann und in späterer Folge 1940 an dessen Schwiegersohn Anton Hametner von Altenwörth 18 über.  1940 wurde auch der Sägewerkbetrieb angemeldet.

Nach dem Tod von Anton Hametner im Jahr 1967 wurde der Betrieb auf Witwenfortbetrieb Leopoldine Hametner umgemeldet, Geschäftsführer war Josef Riedler. 

 

 

Holzhandlung und Sägewerk Wastl, vor 1940


Die Belegschaft, 1948


Anton Altmann in der Mitte vorne, Karl Wastl hinten mit karierter Weste, vor 1940  
Bilder: Edith Kainberger, Altenwörth


Die Anlegestelle vor dem Sägewerk
Bild: Herbert Eder, Kollersdorf


Bestätigung über den Erhalt von 400 RM aus dem Jahr 1940.


Holzlieferung an die Gemeinde Winkl

 

Bierbaum

1684: Urban Haßlinger
 

Engelmannsbrunn

Um 1818: Joseph Martin ist Zimmergeselle in Engelmannsbrunn 34/38, Gattin Theresia geb. Hubner.
 

Gigging

1788: Lorenz Rieder, Zimmergesell in Gigging 7 

1790 stirbt der Zimemrmann Lorenz Rieder in Gigging 7.

1798: Ferdinand Schitz, Zimmermann und Inwohner, Gigging 17

1853/1872: Johann Weinberger, Gigging 23

Um 1864: Johann Reinberger ist Zimmermeister in Gigging 23.

Um 1880: Anton Wagner ist Zimmermeister in Gigging 1.
 

Kirchberg

1741: Frantz Stöckhle ist bürgerlicher Zimmermeister in Kirchberg 9, Gattin ist Maria Anna. Ab 1743 ist sie verwitwet.

1728: Clemens Prunner wird im Oberstockstaller Grundbuch auf Nr. 42 genannt, Gattin Anna. 1734 ist sie Witwe.

Um 1783 wohnt in Kirchberg 43 der Zimmermann Leopold Danzer mit seiner Frau Sophia. Er stirbt 1788 mit 32 Jahren.

Um 1782: Michael Andre, er stirbt 1804 mit 76 Jahren in Kirchberg 42 an Entkräftung.  Im September wird das Zimmermeistergewerbe vom Marktrat neu ausgeschrieben. (Wiener Zeitung, 8.9.1804, veröffentlicht in ANNO.)
1782 ist er in der Feuerordnung des Marktes genannt.

Um 1804 ist Joseph Wagner, Zimmermann in Kirchberg 1

1805: Theresia, Gattin des Zimmermanns Peter Martin, stirbt mit 45 Jahren in Kirchberg.

1806: Franz Eckhardt, Zimmermeister in Kirchberg 44 verkauft sein Haus samt der Zimmermeister-Gerechtigkeit aus freier Hand.

Um 1827/34: Ignaz Diem ist bürgerlicher Zimmermeister in Kirchberg 44, Gattin Katharina geb. Schraml aus Tiefenberg.
1836: Ignaz und Lorenz Diem in Kirchberg 44. Lorenz Diem stirbt am 2. Dezember 1853 im 113. Lebensjahr.
1859: Der Zimmermann Lorenz Diem stirbt mit 53 Jahren in Kirchberg 18.
1866: Anton Diem ist Zimmermeister (Diözesanarchiv Wien)

1888: Der ledige Zimmermann Franz Falenhaupt stirbt in Kirchberg 6 mit 30 Jahren an einer akuten Alkoholvergiftung. 

Um 1883: Georg Köttinger (Kettinger) ist Zimmermann in Kirchberg 48.
1888: Anmeldung Georg Kettinger jun. 
1946: Ummeldung Hermine Kettinger, Witwenbetrieb, Bestellung des Franz Österreicher, Königsbrunn 13 zum Geschäftsführer 

1938: Anmeldung Franz Binder, Kirchberg 50
1939: Ummeldung Österreicher Franz,  Auflösung des Pachtverhältnisses mit Franz Binder, Anmeldung des Selbstbetriebes

1964: Anmeldung Walter Kettinger, Sägergewerbe, Kirchberg 96

  
Schriftzug Georg Kettingers auf einem Balken; Bild: Marianne Eckart, Engelmannsbrunn


Rechnung von Georg Kettinger an die Tschernitz'sche Stiftung in Kirchberg, Diözesanarchiv, Wien  

Der letzte Zimmermeister in Kirchberg war Walter Kettinger, (geb. um 1833), der das Gewerbe bis zu seiner Pensionierung ausübte. Seine Ehe blieb kinderlos, daher wurde der Betrieb nicht weitergeführt. Heute entsteht auf dem ehemaligen Betriebsgelände nahe dem Bahnhof ein Einkaufs/Bürokomplex.

 

Kollersdorf

Um 1780 ist Lorenz Kreppl Zimmermann in Kollersdorf.
 

Neustift

1771: Thomas Pfeiffer

Um 1791: Michael Pfeiffer ist Zimmermeister in Neustift 25.

Um 1777/1779 wohnte in Neustift 25 Michael Koller, Solutus Fabri Lignarij Discipulus, das heißt er war ein Freier Holzarbeiter-Schüler

Um 1792, 1804, 1831 finden wir Michael Pfeifer Zimmermeister in Neustift 25/28, Gattin, Magdalena geb. Zehetner.

Um 1840: Benedikt Denlger ist Zimmergeselle in Neustift 36, Gattin Anna Maria geb. Kittinger.

1867: Bendikt Tengler? ist Zimmermeister in Neustift 21.
 

Oberstockstall

1682: Mathias Rehenstorffer am Haußberg

Um 1775: Georg Schwarz

Um 1800: Wenzeslaus Dietl ist Zimmermann in Oberstockstall 8, Ehwirtin Katharina geb. Rausch.

1812: Der Zimmermanngesell Michael Artner aus Oberstockstall 7 ist mit 22 Jahren todtgefallen.

1838/44: Anton Diem ist Zimmermeister in Oberstockstall 24, Gattin Anna Maria geb. Futterknecht. Er stirbt 1871 mit 78 Jahren.

1850: Marianna Harm, geb. Pölzl, Gattin des Zimmermannes Urban Harm, stirbt mit 66 Jahren an nervöser Lungenentzündung in Oberstockstall 37.

Um 1867: Franz Madeju ist Zimmermann in Oberstockstall 5.

Um 1883: Johann Hirt oder Hört ist Zimmermeister in Oberstockstall 4.

Um 1886/1903: Johann Buchinger ist Zimmermann in Oberstockstall 29.

1899:   Ignaz Kamauf, Zimmermann in Oberstockstall 24

1946: Der Zimmerer Franz Kamauf stirbt mit 45 Jahren in Oberstockstall 75 an Lungentuberkulose.

1953: Anmeldung Otto Vogel, Oberstockstall 65, Betrieb eines Sägewerkes

 

Sachsendorf

1799: Der Zimmermann Ferdinand Schitz stirbt mit 63 Jahren in Sachsendorf 4.
 

Unterstockstall

Um 1817:Joseph Pascher auf Nr. 18, Gattin Katharina geb. Hammerl

1845: Der Inwohner und Zimmergeselle Joseph Pascher stirbt mit 61 Jahren in Unterstockstall 18.

Michael Zauhnfuchs, Zimmermeister, ist am 7. 4.1887 im 71. Lebensjahr verstorben.

Um 1903: Karl Wastl - er heiratete Theresia Seidl und eröffnete mit ihr einen Zimmererbetrieb in Altenwörth, das später auf die Familien Altmann und Hametner überging.
 

Winkl

Der Zimmermann Jakob Edelmayr kaufte 1629 eine Hofstatt von Philipp Posch.

1773 wohnte der  Zimmermann Andreas Gurhofer mit seiner Gattin Anna Maria geb. Maierhofer in Winkl 42.

1773 war Laurentius Kargl Trauzeuge bei einer Hochzeit in Kollersdorf.

Um 1772/1790  war Peter Paur Zimmermann in Winkl 30, bei seiner zweiten Heirat mit 70 Jahren im Jahr 1807 ist er nochmals erwähnt.

Um 1790/1807 lebte Johann Georg Placht mit seiner Gattin Theresia, geb. Gurner in Winkl 26.

Um 1812/19 war Johann Spitzbach  Zimmermann in Winkl 5. 1819 ist seine Gattin Franziska Taufpatin des Inwohnersohnes Gregor Kellner von Winkl 14.

Stephan Strasser war  Zimmergeselle in Winkl 17. Er hat 1839 seine Frau Katharina erschlagen.

1878 heiratete der aus der Gegend von Groß Gerungs stammende Zimmermeister Johann Thuma die Witwe des Michael Wiesmüller von Winkl 24. Sie wohnten als Inleute in Winkl 21. Abmeldung des Gewerbes 1891. 

 

Quellen
Bay.HStA, HL Passau, Rep. 51, Verz. 1 Fasz. 5/101
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram und Altenwörth
http://de.wikipedia.org/wiki/Wanderjahre 
www.altenwoerth.at/, Abruf am 26.10.2016.
Einträge in den Amtsblättern von 1886 bis 1967, erfasst von Herbert Eder, Kollersdorf
 

 

April 2015, letzte Ergänzung Oktober 2022
Maria Knapp