Münzenfund in Bierbaum 

 

Aus der Schulchronik Bierbaum im Jahr 1955: 

Bei der Grabung eines Kellers im Hause Bierbaum (damals) Nr. 51 entdeckte Ronalter Franz aus Bierbaum einen harten Gegenstand in 1 ½ m Tiefe, welchen er vorsichtig ausgrub und der sich als Krug herausstellte, welcher fast 12 kg Silbermünzen aus dem 14. Jahrhundert enthielt. Der Fund wurde dem n.ö. Landesmuseum in Wien übergeben. Der Kustos des Museums veröffentlichte nachfolgenden Artikel über den Fund im Kleinen Volksblatt: 

 

Zeitungsausschnitt:

12.000 Silbermünzen unter dem Fußboden

Vor kurzer Zeit wurde beim Umbau eines Bauernhauses in Bierbaum am Kleebühel unter dem vermoderten Fußboden ein Krug gefunden, in dem sich 12 kg alte Silbermünzen befanden. Dieser Schatzfund ist wohl der größte, der in den vergangenen 50 Jahren aus niederösterreichischer Erde gegraben wurde. Zum Großteil handelt es sich um Wiener Pfennige aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Zur Zeit werden die Münzen – es sind rund 12.000 – im Münzenkabinett des Kunsthistorischen Museums gereinigt und näher bestimmt.

Anhaltspunkte dafür, warum ein Vorfahre der jetzigen Besitzer die Münzen gehortet und dann vergraben hat, liegen bis jetzt noch nicht vor. Vielleicht wollte er den Fiskus um die Erbschaftssteuer, die im Mittelalter immens hoch war, prellen, vielleicht hat er den Silberschatz vergraben, als am Beginn des 15. Jahrhunderts die habsburgischen Herzoge unter sich einen blutigen Erbschaftsstreit austrugen. Es ging damals um die Vormundschaft über den jungen Albrecht von Oesterreich. 

 

Generationen gingen darauf herum

Auf alle Fälle sind fast 600 Jahre lang viele Bauerngenerationen auf einem Silberschatz unterm Fußboden herumgegangen, den erst jetzt ein Zufall wieder an das Tageslicht brachte.

Der Ausdruck Schatz ist eigentlich nur in kulturhistorischer Hinsicht berechtigt, denn der Edelmetallwert der Münzen ist nicht allzu groß. Vor allem nicht so hoch, daß irgendwelche Streitereien unter den späten Erben berechtigt wären.

Es wird noch einige Zeit vergehen, bis alle 12.000 Münzen des Bierbaumer Schatzkruges gereinigt und richtig bestimmt sind; auf alle Fälle aber wird das Ergebnis der Untersuchung interessante Hinweise auf die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse um die Mitte des 14. Jahrhunderts zulassen. 

 

Der Krug, in dem sich die Silbermünzen befanden

 

Jänner 2014
Maria Knapp