Topographien von Bierbaum am Kleebühel

 

Letzte Änderung: 10.12.2014

 

Bereitungsbuch
NÖ Landesarchiv

"Beschreibung aller Stött, Marckht, dörfer, auch ainschichtigen Höf unnd Müllen In österreich und der der Ennß, des Viertls nnder Manhartsberg durchHannsßen Zolcher, wonhaft zue Dierncrut beschriben Anno 1590isten

(34) BierBaum
Herr Stephan von Haimb wegen der Rueberischen 
Erben obrigkeit                                                                         32
Mehr ein Pranndstatt
Herr hanns Christoph von Puechhaimb zur Newaigen              2
Hanns Mosßer zur Winckhlberg                                                6
H. Bernhardt Turschy gen Grafeneckh                                      5
H. Pernhardt Turschy zum Klehof                                             4
Anndre Rachwein zur Khlein Weztorf                                       1
                                                                                  Sua:       50 hauß"

 

Stainerische Casten-Ambts: Beschreibung
Beschreibung aller Stückh-Zehent und Gülden des Hochfürstlichen Passauischen Casten-Ambts Stain,1708
Bayerisches Hauptstaatsarchivs, Signatur HL- 528 Hochstift Passau-Buch - Auszug

"Pierbamb.
Kirchberger Pfarr.

Ist ein Dorf von 35 Hauß, in der Kirchberger Pfarr neben der Crembserischen Landtstrasse, ungefehr ein halbe stundt under dem Dorff Neustüfft, auf der seithen gelegen, gegen der Au, und der Donau gelegen, befindet sich auch in diesem Dorff, ein Herrschaftlicher Graveneggischer, und Dürnthalischer Mayerhoff, die Dorf Obrigkeit und Freyheit aber gehört der Herrschaft Dürnthall.

Allhir an diesen Orth hat das Hochfürstliche Passauische Castenamt Stain halben Zehent, und halben die Herrschaft Dürnthall.
Safrangärten sind anno 1697 gewesen zwölf, von welchen der Zehent gegeben würdt, wie zu Neustifft
Kleinzehent wird gehoben vom kraut, rurben und Hanff."

 

Josephinische Landesaufnahme
um 1780, Kriegsarchiv Wien

"Pierbaum: Die Kirchen und der Schäfferhoff sind von Ziegel erbaut, der Kirchhof ist umblankt, das Dorf liegt in der Plaine und bestreichet die Gegend um sich." 

 

Topographische Tabellen von 1817
Diese Tabellen wurden von den Kreisämtern den diversen  Grundherrschaften zugesandt und von diesen ausgefüllt retourniert. NÖ Landesarchiv

"Birnbaum
Dorf.
Birnbaum am Kleebühel ein an der Donau zwischen Frauendorf, Urtzenlaa und Königsbrunn gelegenes, zur von stettnerischen Herrschaft Dürrenthal mit der Dorfherrlichkeit gehöriges, und unter dem Landgerichte der Herrschaft Grafeneck stehendes Pfarrdorf. Da der Ort nahe an den Auen der Donau liegt, sind die starken Austretungen dieses Flusses demselben höchst gefährlich
Der hiesige Feldbaugrund erzeuget viel Safran  minderer Gattung, viel Rocken und Hafer, weniger Weitzen und Gerste, einigen Klee, Erdäpfel in grosser, Burgunderrüben in kleinerer Menge, grüne Waare zur Notdurft, Obst ohne Handel.

Diese Gegend hat keinen Weinbau. Die Wiesengründe sind schlecht, und können nur einmahl im Jahre gemäht werden.

An der Schule ist ein Lehrer ohne Gehülfen. Arme sind wohl versorget. In Birnbaum werden 50 Häuser, deren 7 der Herrschaft Winkelberg, 1 der Herrschaft Wetzdorf, 10 der Herrschaft Grafenegg unterthänig sind. 65 Familien, 128 männliche, 167 weibliche Köpfe gezählet, worunter 1 geprüfter Wundarzt, 1 Fleischer, 1 Bäcker, 1 Töpfer, 2 Schneider, 2 Schuhmacher sind: am Viehstande 40 Pferde, 94 Stücke Rindvieh, 120 Schafe, 10 Zuchtschweine.

Zur hiesigen, unter dem Decanate Wagram stehenden Pfarre, hat das Domcapitel des Hochstiftes Passau das Patronatsrecht. Die Pfarre ist sehr alt, dann wurde sie ein Filial nach Kirchberg am Wagram, dann aber im Jahre 1782 wiederum zur Pfarre erhoben. Die uralte Kirche zum heiligen Lorenz ist erneuert worden.  Die Dörfer Frauendof und Urtzenlaa sind hirher eingepfarrt. Die Pfründe des Pfarrers bestehet in Deputaten. Seine Kirchengemeinde beläuft sich auf 620 Seelen, bey welchen man 20 Taufen, 24 Begräbnisse, 10 Ehen jährlich im Durchschnitte anzunehmen hat."

 

Franz Xaver Schweickhardt
(1794 – 1858), veröffentlichte zwischen den Jahren 1831 – 1841 eine Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Enns durch eine umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten u.u. topographisch=statistisch=geneologisch=historische bearbeitet, und nach den bestehenden vier Kreisvierteln alphabetisch gereihet. Das ist eine historisch-topographische Beschreibung Niederösterreichs in 34 Bänden, die nach den vier Vierteln geordnet sind.
Im Jahre 1835 in Band 7 ist unsere Gegend,
das Viertel unter dem Manhartsberg, beschrieben:

"Birbaum,
ein Kirchdorf von 54 Häusern, wovon Kirchberg am Wagram die nächste Poststation ist.

Kirche und Schule befinden sich im Orte. Davon gehört das Patronat der Herrschaft Oberstockstall, und die Pfarre in das Hadersdorfer Decanat. Den Werbkreis besitzt das Lin. Inf. Regmt. Nro. 4.

Landgericht ist die Herrschaft Grafenegg. – Grundherrschaften, die hier behauste Unterthanen oder Grundholden haben, gibt es mehrere und zwar, Grafenegg, Neuaigen, Oberstockstall, Wetzdorf, Winkelberg, Rupersthal, Stetteldorf, St. Andrä, Stinkenbrunn und Thürnthal, wovon letztere auch zugleich Orts- und Conscriptionsobrigkeit ist.

Die Zahl der Einwohner beläuft sich auf 59 Familien, darunter sind 157 männliche, 172 weibliche Personen und 51 schulfähige Kinder begriffen, welche einen Viehstand von 23 Pferden, 1 Stier, 79 Kühen, 5 Schafen und 40 Schweinen besitzen.

Die Bewohner sind Landbauern mit einer guten Bestiftung, und treiben meist Acker- auch etwas Weinbau. Die Grundstücke, welche von mittelmäßiger Güte aber öfteren Ueberschwemmungen durch die Donau ausgesetzt sind, werden mit Weizen, Rocken, Gerste, Hafer, Hanf, Mais ec. ec. bebaut; auch wird hier viel Safran erzeugt, die Obstpflege ist dagegen ganz unbedeutend. Die Viehzucht ist hier in guten Zustande, es wird jedoch keine Stallfütterung betrieben. Von den Handwerkern sind die unentbehrlichen im Dorfe vorhanden.

Das Dorf Birbaum, dessen Häuer meist mit Schindeln eingedeckt sind, liegt in einer bedeutenden Fläche ungefähr ½ Stunde von der Donau entfernt, wegen deren Ueberschwemmungen die Wege hier gewöhnlich schlecht zu befahren sind. Die Ortschaften Frauendorf, Utzenlaa, Ober-Absdorf und Königsbrunn begrenzen den Ort, dessen flache Lage und nahen Umgebungen übrigens nicht besonders angenehm sind. Ein gesundes Klima ist hier vorherrschend, dagegen aber ist das Wasser nicht gut. Berge oder Waldungen gibt es nicht, und die Ausbeute der Jagd besteht in Hasen, Rebhühnern und Fasanen.

Die hiesige Pfarrkirche steht auf einem vom Pfarrhofe, dem Schulhause und einigen Häusern des Dorfes umgebenen etwas erhabenen Platze, ist dem heil. Laurentius geweiht und hat im Innern nebst dem Hochaltare auch zwei Seitenaltäre, welche alle aus Holz geschnitzt, weiß lackirt und mit einigen Vergoldungen geziert sind. Der eine von den Seitenaltären hat das Bild des heil. Leonhard, der andere ist blos der symmetrischen Verzierung der inneren Kirche wegen erbaut, und es wird bei selben keine Messe gelesen, auch hat er kein Altarbild. Die Bauart dieser Kirche ist ganz einfach, nur das Presbyterium ist gewölbt und im gothischen Style aufgeführt, auch mit Fresco-Malerei versehen, dagegen der übrige Theil ganz flach wie ein Zimmer, und im ganzen zu klein für die drei hierher eingepfarrten Gemeinden. Der Thurm ist nur aus Bretern zusammengeschlagen und es befinden sich 3 Glocken in demselben. Seine Kuppel so wie das Dach der Kirche ist mit Schindeln gedeckt. - Merkwürdigkeiten werden hier keine angetroffen, das Jahr der Erbauung dieser Kirche, so wie deren Stifter sind unbekannt, da urkundlich darüber nichts aufzufinden ist, doch ist die Kirche in Birbaum von hohem Alter und bestand lange vor der Reformationszeit, auch war sie früher dem Passauer-Domkapitel zuständig, und mag als eine Wirthschaftspfarre ehemals sehr bedeutend gewesen seyn, da jetzt noch auf dem Platze wo der Pfarrhof ehemals stand, Ueberreste von weitläufigsten Wirthschaftsgebäuden aufzufinden sind.

Nach Angabe des hochw. Herrn Pfarrers gehörten sehr viele Grundstücke, als Auen, Aecker, Wiesen und Weingärten zur Pfarre, allein zur Zeit des Protestantismus verfiel sie solchergestalt in Verödung, daß in neuerer Zeit, als der katholische Glaube wieder Wurzel faßte, Birbaum als Filiale zur Pfarre nach Kirchberg am Wagram einverleibt wurde. In diesem Zustande blieb sie bis zum Jahre 1780. Da erst wurde ein neuer Pfarrhof erbaut und Birbaum eine selbstständige neu errichtete Pfarre.

Nach diesem zu urtheilen, hat die Kirche hier im Verlaufe von 300 Jahren viele Schicksale dulden müssen. Zu dieser Pfarre gehören nun das Dorf Frauendorf in der Au, eine kleine Viertelstunde und Utzenlaa, eine halbe Stunde entfernt, als Filialen, welche zwar Capellen besitzen, worin aber nur an einem jeden Samstage von der Gemeinde der Rosenkranz gebetet wird wie in Birbaum. Der Begräbnisplatz befindet sich in einer geringen Entfernung außer dem Orte.

Die Entstehungsperiode des Dorfes Birbaum ist unbekannt, aber ganz sicher ist selbes uralt, denn schon in J. 1113 erscheint dasselbe in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Leopold IV. an die Kirche von Klosterneuburg unter dem Namen Pyrponim. In der Bestätigungs-Urkunde der Privilegien des Stiftes Klosterneuburg von Papst Eugen III. vom Jahre 1146 kommt dasselbe unter dem Namen Piribom vor. In einer Zehentabrechnungs-Urkunde an dasselbe Stift vom Jahre 1183 wird es Pirpaum genannt. In einer Seelenmeß-Stiftung der Irmgrad von Polan im XII. Jahrhundert ist ein Liutwin von Pirbov als Zeuge aufgeführt. Ein Martin von Pirbavm kommt in einem Gerichts-Urtheile des Jahres 1349 – und die Brüder Otto und Wikhard von Pirbom kommen in einer Schenkungsurkunde des XII. Jahrhunderts vor. Mehr ist von diesem Geschlechte nicht aufzufinden und wahrscheinlich blühte dasselbe auch im XIII Jahrhunderte aus. Von ihm erhielt vielleicht auch dieses Dorf seinen Namen, oder der Ort gab solchen dem Geschlechte, welcher Name jedoch ursprünglich von einem Birnbaume abgeleitet wurde. Da wir noch einen Ort im V.U.M.B. haben, welcher Herzogbirbaum heißt, zwischen Ernstbrunn und Großmugl gelegen, so wollen wir bemerken, daß unsers Erachtens dieses vorn angeführte adelige Geschlecht nicht zu Herzogbirbaum gehört."

 

Neue Gebietseintheilung
sammt alphabetischem Verzeichnisse sämmtlicher Orte des Erzherzogthumes Niederösterreich, aus der kaiserlich-königlichen Staatsdruckerei, Wien 1855, NÖ Landesbibliothek

"Ortsname: Bierbaum am Kleebüchel
Eigenschaft des Ortes: Dorf und Kat.G.
Gehört zur Katastral-Gemeinde und Ortsgemeinde: Bierbaum am Kleebigl
Flächeninhalt nach nö. Jochen: 688
Einwohnerzahl: 342
Gehört zum Pfarrsprengel: Bierbaum
Gehört zum Bezirksamte: Kirchberg am Wagram
Gehört zum Untersuchungsgericht: Korneuburg
Gehört zum Kreise: U.M.B
Gehört zum Postbestellungsbezirke: Kirchberg am Wagram"

 

Heimatkalender des Tullner Bezirkes
1949, NÖ Landesbibliothek

"Nr. 10. BIERBAUM am Kleebühel (Kleebigl).
3,97 km2, 315 Einwohner, 77 Häuser.
Dorf, Seehöhe 181 m.
Post, Gend.Posten Absdorf, Standesamt Kirchberg a. Wagr. 2klassige Volksschule, Pfarre, öffentl. Sprechstelle im Orte. Eisenbahnstation (Wien-Gmünd) Absdorf-Hippersdorf (4 km).

Das Dorf liegt an der Straße Tulln – Krems im nördlichen Tullnerfelde. Eine leichte Bodenerhebung südwestlich vom Orte ist der Kleebühel. Von Süden her erreichen die Donauauen das Ortsgebiet auf einem zur Donau fallenden Gelände.

Sein Katastralausmaß beträgt 396,27 ha, u. z. 339,57 ha Äcker, 26,07 ha Wiesen, 9,76 ha Gärten, 7,48 ha Weiden, verbaut sind 4,44 ha.

37 Bäuerliche Betriebe mit Milchgenossenschaft. Bewirtschaftet werden 59,33 ha mit Klee, 41,83 ha Roggen, 40,97 ha Gerste, 36,78 ha Hafer, 36,01 ha Kartoffeln, 35,01 ha Futterrüben, 34,46 ha Weizen, 13,62 ha Zuckerrüben, 11,54 ha Körnermais, 1,07 ha Kraut. An Großvieh werden gehalten 58 Pferde, 198 Rinder.

1 Bäcker (1 F), 1 Fleischhauer (1 L), 1 Gastwirt, 1 Kaufmann, 1 Sattler, 2 Schmiede, 1 Schuhmacher, 1 Tischler, 1 Wagner."

 

Maria Knapp
April 2012