Die Schmida
 
 
Die Schmida legt schon einen kurvenreichen Weg durch das Weinviertel zurück, bevor sie bei Baumgarten den Wagram erreicht. Weiter geht es durch Weikersdorf, vorbei an Hippersdorf,  Absdorf und Stetteldorf. Viele kleinere Gewässer aufnehmend, fließt sie bis Stockerau, wo sie in einen Donauarm mündet. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort „smid“ für Schmied ab und spielt darauf an, dass der Fluss die nötige Wasserkraft besaß, um Hammerschmieden anzutreiben.
 
An der Schmida befanden sich früher unzählige Wassermühlen. Der Heimatforscher Otto  Schöffl konnte 80 Mühlen zwischen Eggenburg und der damaligen  Mündung in die Donau bei Tulln nachweisen. Eine Mühle bei Absberg, die heutige Schneidermühle, wurde erstmals im Jahre 1258 im Zusammenhang mit dem Kloster Absberg urkundlich erwähnt. Diese Mühle sowie einige andere existieren noch heute, auch wenn in unserer Zeit nicht mehr die Wasserkraft des Baches als Antriebsenergie genutzt wird.

35 Jahre lang, von 1953 bis 1988 war der Absdorfer Johann Falb vom Land bestellter Flusswärter an der Schmida. Sein Einsatzort umfasste 24 km von Baumgarten bis zum Ort Schmida. In dieser Zeit wurde der Fluss, der wegen seiner Hochwässer gefürchtet war begradigt, tiefer in sein Bett eingegraben und ein Damm errichtet. Im Zuge dessen wurde auch der Mühlbach stillgelegt, dessen trockener Lauf etwas nördlich des Hauptgerinnes, beiderseits von Bäumen und Sträuchern gesäumt verläuft. Derzeit gibt es Bestrebungen, diesen zu renaturieren. Johann Falb war für die etwa 20 Brücken verantwortlich, von denen er jährlich drei ausbesserte und das Geländer neu lackierte. Die Pappeln am Flusslauf wurden immer wieder abgeholzt und durch neue ersetzt – das war seine Winterarbeit. Zwischen Absberg und Stetteldorf wurden etwa 100 Nussbäume gepflanzt, zu denen heute noch die Leute im Herbst Nüsse klauben kommen. In der warmen Jahreszeit war er für das Mähen verantwortlich, er ließ auch an der Böschung keine Stauden aufkommen. Bald nach seiner Pensionierung wurde diese Arbeit, die er stets alleine ausgeführt hatte, von einer Dienststelle des Landes übernommen, die sich heute um die Erhaltung des Gewässers kümmert.
 
2007 hat der Kultur- und Verschönerungsverein Absdorf anlässlich seines 100-jährigen Bestehens 100 verschiedenen Kirschbäume an der Schmida gesetzt, die nun schon jedes Jahr schöne Früchte tragen.
 
Die Schmida in Sitzendorf an der Schmida
Fotos: Erika Schwarz, Sitzendorf/Schmida
 
 
 
Die Schmida bei/in Großwiesendorf
 
 
 
 
Die Schmida zwischen Absberg und Stetteldorf
 
 
 
Der Artikel wurde auch im Buch "Der Wagram" (Verlag Winkler-Hermaden) veröffentlicht.
 
 
 
Jänner 2020
Maria Knapp