Schiffmüller Bsteh

 

Letzte Änderung: 11.2.2017

 

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts befanden sich unterhalb von Altenwörth drei Schiffmühlen. Sie waren zu den verschiedenen Zeiten direkt in der Donau oder im Mühlwasser verankert.
Die Mühlen sind oft in der Familie weitergegeben worden. So werden Angehörige der Familie Bsteh über drei Generationen als Müller genannt.
 
Joseph Bsteh wird 1779 bei der Heirat seines Sohnes Johann Michael in den Pfarrmatriken Kirchberg als Müller in Gigging 7 bezeichnet. Woher die Familie ursprünglich stammte, geht aus den Einträgen nicht hervor.
Johann Michael (geb. vor 1759 – 1829) wird als Schiffmüller genannt.
Dessen Sohn Michael (1788 – 1849) übernahm die Mühle. Keiner der Nachfahren aus zwei Ehen führte den Betrieb weiter - einige der Kinder starben früh.
Nach seinem Tod ehelichte seine Witwe den um 20 Jahre jüngeren, aus Stetteldorf stammenden „Müllerjungen“ Ignaz Janisch (1829 – 1906). Aus dieser Ehe gingen keine Kinder hervor. Die Mühle dürfte dann verkauft worden sein.
 
Wie alle Müller hatte die Familie ein Haus im Ort. Johann Michael wird bei seiner Heirat in Gigging 7 genannt, bei seinem Tod in Altenwörth 9.
Michael ist in Altenwörth 5 geboren und auf Nr. 37 (später Gasthaus Hametner) gestorben, wo auch die meisten seiner zehn Kinder geboren sind. Er dürfte das Haus also um 1830 erworben haben.
Seine Witwe Barbara geb. Weiger hat mit ihrem Gatten Ignaz Janisch im Haus Nr. 39 gewohnt, wo beide auch verstorben sind. Er war auch Vizebürgermeister bzw. 1. Gemeinderat.
 
Anton Bsteh, ein Bruder von Johann Michael war Viktualienhändler in Altenwörth.
Johannes Bsteh war Obsthändler.
Eine Schwester heiratete einen Müller in Zwentendorf, Schwester Anna den Johann Scheuchenstuhl, dieser Name ist älteren Bewohner noch ein Begriff.
Carolina, eine Tochter von Michael, heiratete den Müller der Krottenmühle bei Bösendürnbach. (Die Müller dürften häufig untereinander geheiratet haben.)
 
Die Schiffmühlen im Franziszeischen Kataster
Der Plan wurde nachträglich geändert und das Grundstück 245 hinzugefügt.
© Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Katastralmappenarchiv, Wien
 
 
 
 
Zeichnungen einer Schiffmühle nach H.Ernst 1805
Linkes Bild: Links ist das Hausschiff rechts das Wellschiff; dazwischen das große Wasserrad.
Rechtes Bild: Im Hausschiff ist die Mühlentechnik untergebracht.
Anweisung zum Praktischen Mühlenbau von H. Ernst, Leipzig 1805
Buch im Bestand von molinologe; Wikipedia
 
 
Ahnentafel der Familie Bsteh
 
 
Februar 2017
Maria Knapp