Die Kapelle in Gigging

 

 

Der Altar mit der Marienstatue

Links: Der Heilige Antonius von Padua ist der Patron der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten; für Wiederauffinden verlorener Gegenstände, gute Entbindung und eine gute Ernte.

Rechts: Der Heilige Aloysius von Gonzaga ist der Patron der Jugend und der Studenten, bei Berufswahl, gegen Augenleiden, Pest und AIDS.

Die Kapelle ist ein gewölbter schlichter Bau mit Satteldach und neugotischem Spitzbogenportal; dahinter befindet sich ein freistehendes Glockengerüst. Das Innere beherbergt ein neugotisches Marienaltärchen.

 

An der rechten Vorderseite ist eine Tafel mit den Hochwassermarken von 1899, 1923, 1954 und 2002 angebracht.

 

In Gigging bestand bis 1890 nur eine Bildsäule (neben der heutigen Kapelle), bei der Bänke zum Beten des Rosenkranzes aufgestellt waren.

Im Jahr 1890 ließen Anton und Regina Laiminger aus Altenwörth 31 dort eine Betkapelle errichten. Anton Laiminger stammte aus Sitzendorf/Schmida und war Kaufmann in Altenwörth am späteren Kaufhaus Loidolt. Weiters hatte er das Armenvater-Amt inne und war Gemeinderat. Das Paar blieb kinderlos.

Die Instandhaltung der Betkapelle wurde anfangs von den Stiftern selbst besorgt. Am 1. September 1895 widmeten die Stifter eine Obligation (Silberrente vom 1. August 1895 zu 200 fl) zu Handen der Gemeinde, damit von den Zinsen nach dem Willen der Stifter in der Kapelle ein Lämpchen brennen solle an folgenden Tagen: Am Vorabend eines jeden Sonn- und Feiertages, am Vorabend eines Marienfestes, täglich im Monat Mai, an den Festen St. Anton (13.6.) und St. Alois (21.6.) und in der Oktave dieser beiden Tage. 

1906 hat Gigging aus Gemeindemitteln eine Glocke mit einen Durchmesser von 49,5 cm und wog 66 kg angeschafft. Bereits 1917 wurde die Glocke wieder abgenommen, da sie für Kriegszwecke benötigt wurde. Die danach angeschaffte  Glocke war aus Stahl, daher durfte sie im Zweiten Weltkrieg an Ort und Stelle bleiben.

 

Einträge aus der Pfarrchronik

1947: Für die Zeit vom 13. – 15. Oktober waren allgemeine Bet- u. Bußtage vom Herrn Kardinal angeordnet. Beendet wurden sie mit einer Prozession zur Kapelle nach Gigging. Die Beteiligung war gut. 

1963, Osterlicht von Jerusalem: Am 28. Mai kam das Osterlicht von Jerusalem auch in unsere Pfarre. Jungscharbuben liefen damit von der Kapelle in Gigging bis zur Kirche, wo es feierlich begrüßt und in die Kirche geleitet wurde. Mit feierlicher Abendmesse und Gebet um die Einheit der Kirche schloss die hl. Feier. 

1997: Erstmals wird bei der Kapelle eine Messe mit anschließendem Beisammensein abgehalten.

23.6. 2012: Das Kapellenfest in Gigging, das heuer bereits zum 15. Mal stattfand, wurde bei strahlendem Sonnenschein abgehalten und war wie immer gut besucht. 

22.6.2013: Kapellenfest in Gigging mit Festmesse. Die Hl. Messe fand wie geplant statt, doch gleich danach setzte heftiger Regen ein, sodass die zahlreichen Besucher überstürzt das Fest verlassen mussten. 

21.6.2014: Kapellenfest in Gigging 

Der Heimat- und Fremdenverkehrsverein Altenwörth-Gigging hat in Zusammenarbeit mit der NÖ Dorferneuerung und der Markgemeinde Kirchberg die vom Hochwasser 2002 schwer in Mitleidenschaft gezogene Kapelle saniert. Rechtzeitig zum alljährlichen Kapellenfest konnten die Arbeiten abgeschlossen werden. Pfarrer Maximilien Walterskirchen feierte vor der im neuen Glanz erstrahlen Kapelle den Gottesdienst. Anschließend ließ man am Spielplatz den Abend mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen. (NÖN Bezirk Tulln) 

3.9.2016: Das Kapellenfest in Gigging fand bereits um 16:00 Uhr statt. Bei herrlichem Sommerwetter besuchten viele aus der Pfarre die Messe und blieben danach noch zu einer Jause sitzen. 

9.9.2017: Der Heimat- und Fremdenverkehrsverein organisierte erstmalig ein Lindenfest am Kirchenplatz in Altenwörth, das das Kapellenfest in Gigging ersetzte. 

 

Alte Ansichten der Kapelle

 

 
Ansichtskarten: Erich Trezmüller, Gigging

 

 
Foto: Herbert Grill, Winkl, um 1960

 

 

Quellen:

Pfarrchronik Altenwörth
Parrmatriken Altenwörth
NÖN Bezirk Tulln
DEHIO-HANDBUCH, Die Kunstdenkmäler Österreichs; Niederösterreich nördlich der Donau, 1990

 

 

April 2020
Maria Knapp