Das Hochwasser 1899

 

Letzte Änderung: 23.12.10.2013

 

Hochwasserstein in Ponsee: 8,34 m. 

Schulchronik Winkl, Lehrer Jakob Jungbauer
Während des Schuljahres im Monate September 1899 wurde der Ort abermals wie im Jahre 1897 überschwemmt. Der Hochwasserstand war noch um  6 ½ cm höher als im Jahre 1897. Auch die Schule war wieder im Wasser und  es konnte deswegen vom 16. bis 25. September kein Unterricht ertheilt werden. Der Schulleiter mußte 7 Tage am Dachboden verbringen.

 

Schulchronik Neustift, Ludwig Marzani
Am 14. September 1899 traten infolge ununterbrochener Regengüsse in ganz Österreich die Donau und der Kamp aus u. überfluteten ganz Winkl und Altendorf (der südliche Theil der Freiheit Neustift) wie im Jahre 1897 u. vernichtete die herrlichsten Futterpflanzen. Winkl mußte von den Neustiftern mit der Zille samt ihrem Viehstand nach Neustift überführt werden. Diese gefährliche Arbeit dauerte 3 Tage (Freitag, Samstag u. Sonntag) von 15., 16. u. 17. September.

 

Pfarrchronik Altenwörth, Pfarrer Franz Frank
Das Bemerkenswerte in diesem Jahre ist die große Überschwemmung im Sptbr; vom 13. d. M. bis 17 inc. stieg das Wasser in der Donau derart, daß der Wasserstand dieser Überschwemmung deutlich höher war, als bei der Überschwemmung im Jahre 1897; der Pfarrhof war in den unteren Räumlichkeiten, Canzlei, Gang u. Küche von dem Druckwasser fußhoch unter Wasser; selbst in der Kirche stand das Wasser auf, u. wenig fehlte mehr u. es wäre in ganz Altenwörth kein trockenes Plätzchen auf der Straße mehr gewesen u. das Wasser wäre von der Donau durch d. Pfarrhofthüre zu rückwärts hinausgeronnen. Der Schaden an Feldern war ein großer, u. leider ist die Aussicht auf den gepl. Schutzbau scheinbar ganz hoffnungslos geworden.  

 

Schulchronik Altenwörth, Lehrer Anton Bachner
Vom 14. September bis 19. September Hochwasser. Das Wasser stand höher als im Jahre 1897 und richtete an Äckern und Wiesen sehr großen Schaden an. Einige Keller stürzten ein sonst wie 1897. Siehe dort.

          Foto:  Geschichte der Marktgemeinde Kirchberg,  Dir. Daniel

 

Heimatmappe von Bierbaum am Kleebühel, Oberlehrer Robert Dobrawa
Am 14., 15., 16., 17. September wurden infolge Hochwassers die Herbsternte total vernichtet und die Bewohner dem Elend preisgegeben. Der Wasserstand war noch um 10 cm höher als der vom Jahre 1897.

 

Schulchronik Utzenlaa, Schulleiter Johann Harrer
In der Zeit vom 15. - 19. September wurde unsere Gemeinde von einer das Jahr 1897 weit übertreffende Überschwemmung heimgesucht. Der unsere Fluren schützende Damm hielt nicht stand; infolge dessen brach über unsere Felder eine unheilvolle Verwüstung herein (siehe Öde im sog. Göllet). Wie im Jahre 1897 so wurde auch diesmal die Schule der Zufluchtsort der unterstandslosen und hilflosen Einwohner. Milde Spenden edelherziger Menschen, ausgiebige Hilfeleistung durch die KK. Bezirkshauptmannschaft Tulln mit besonderem Wohlwollen des Herrn KK. Bezirkshauptmannes Ritter von Rittingen, eine bei 3000 fl betragende Unterstützung des H. KK. Landesausschusses, sowie Bau-Unterstützungen in bescheidenem Umfange, linderten wieder einiger Massen den Jammer und die Noth der hiesigen Bewohner. 

 

Oktober 2013
Maria Knapp