Steueramt Kirchberg am Wagram – Chronik

 

Das Amt war in Bezirksgerichtsgebäude untergebracht, Fotos und Details zu Bau und Renovierungen siehe hier
 
 
1875
Kirchberg wird als Ort mit einem Eichamt genannt.
(Allg. Österr. Gerichtszeitung vom 20.4.1875)
 
 
1883
Der im Steueramte Kirchberg am Wagram thätige Steuerexecutor Johann Fichtner wurde vorgestern Abends in Jetsdorf von zwei Weinhauern, bei denen er früher amtlich zu thun hatte, auf der Straße überfallen und mit Stöcken so auf den Kopf geschlagen, daß er bewußtlos liegen blieb und später nur mit Mühe sich nach Hause schleppen konnte, wo er in ärztlicher Behandlung liegt.
(Das Vaterland vom 24.11.1883)
 
 
1885
Stellenangebot: Bei dem k.k. Steueramte Kirchberg am Wagram ist für das Jahr 1885 eine Diurnistenstelle (1) mit täglich 1 fl. zu besetzen. Bewerber haben ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche längstens bis 10. Februar 1885 bei diesem Steueramte zu überreichen und sich über Kenntniß im Rechnungsfache auszuweisen und ein Moralitätszeugniß beizubringen.
(Wiener Zeitung vom 29.1.1885)
 
 
1886
Der Gerichtsdiener Ferdinand Widl ist 1886 verstorben.
((Neuigkeits)Welt Blatt vom 3.6.1886)
 
 
1887
An Stelle des nach Sechshaus übersetzten Steuerexecutors Heinrich Rosmanith wurde Josef Krenn zum Steuerexecutor für den Steuerbezirk Kirchberg am Wagram bestellt.
(Kremser Zeitung vom 12.2.1887)
 
Zum Contollor wurde der Steueramts-Adjunkt Ludwig Kern ernannt.
R. Ramsl kommt von Kirchberg nach Mautern, Herr R. Rittler von Hainfeld nach Kirchberg.
(Kremser Zeitung vom 8.19.1887)
 
 
1888
Johann Joachim wird Steueramt-Adjunkt in Kirchberg.
(St. Pöltner Bote vom 15.3.1888)
 

1890
Anton John ist k.k. Steuerexekutor in Kirchberg 12. 

 
1891
Karl Till wird zum Steuereinnehmer für Kirchberg bestellt. Er stirbt 1894
(Kremser Zeitung vom 15.11.1891 und 2.12.1894)
 
 
1891
Es ist wieder eine Diurnistenstelle ausgeschrieben.
 
 
1893
Der Steueramtsadjunkt Ludwig Lustig in Kirchberg nach Krems.
(Kremser Zeitung vom 5.3.1893)
 
 
1896
Der Steueramtspraktiant Adolf Wurz wurde zum Steueramt-Adjunkten für Kirchberg ernannt.
Der Steueramts-Adjunkt Anton Kolar wurde von Kirchberg nach Krems versetzt.
(Kremser Zeitung vom 30.8.1896)
 
 
1897
Kanzleiofficial Franz Pompe in Kirchberg
(Deutsches Volksblatt vom 17.12.1897)
 
 
1903
Josef Krumpöck wird zum Steueramtsadjunkten in Kirchberg ernannt.
(Österreichische Land-Zeitung vom 3.10.1903)
 
Um 1903: K.k. Steueramt-Offizial Oswald Pampusch
(Österreichische Lande-Zeitung vom 28.11.1903)
 
Steueramt-Offizial Johann Kocholl von Horn wurde zum Steueramts-Kontrollor in Kirchberg bestellt.
(Der Bote aus dem Waldviertel vom 1.19.1903)
 
Anton Pfeifer wurde zum Steueramts-Kontrollor in Kirchberg ernannt.
(Österreichische Land-Zeitung vom 4.7.1903)
 
Alois Steiner, k.k. Steueramts-Adjunkt, ein Sohn des hier im Ruhestand lebenden Oberlehrer Christian Steiner, ist nach langem Lungenleiden im 30. Lebensjahr verstorben. Er ist erst im Juli nach Kirchberg gekommen.
(Österreichische Land-Zeitung vom 12.12.1903)
 
 
1906
Heirat Ludwig Willim, Steueramtsadjunkt mit Blandine Wolf, Tochter des Oberlehrers.
(Österr. Land-Zeitung vom 13.10.1906)
 
Herr Pimmer, Steueramtsoffizial wurde nach Klosterneuburg übersetzt. Man meldet, daß seine Stelle vorläufig unbesetzt bleiben wird. Als Direktor des Männergesangvereines hat Herr Pimmer hervorragendes geleistet. Die Worte der Anerkennung, die der Obmann-Stellvertreter des Vereines Herr Dr. Mali bei der Abschiedsfeier an den Scheidenden richtete, waren wohl verdient.
(Kremser Zeitung vom 1.12.1906)
Da Ferdinand Pimmer noch 1918 erwähnt wird, ist er entweder doch auf seinem Posten belassen oder er ist später nach Kirchberg zurückversetzt worden.
 
 
1907
Karl Burdak wurde zum  Steueramts-Adjunkten ernannt. 1911 wurde er wurde zum Steueroffizialen ernannt.
(Österr. Land-Zeitung vom 22.7.1911)
 
 
1912
Der Steueramtspraktikant Gottfried Fahrenberger wurde von Langenlois nach Kirchberg versetzt. Der Steuer-Offizial Johann Frischholz wurde von Kirchberg nach Langenlois versetzt, der Steueramtspraktikant Karl Blazek von Langenlois nach Kirchberg.
(Österr. Land-Zeitung vom 17.8.1912)
 
 
1914
Steuerverwalter Franz Triebl komme von Kirchberg nach Krems.
Steuerverwalter Ferdinand Pimmer kommt von Klosterneuburg nach Kirchberg.
(Österreichische Land-Zeitung vom 4.7.1914)
 
 
1918
Der Steuerverwalter Ferdinand Pimmer wurde unter Belassung auf seinem Dienstposten zum Steueroberverwalter ernannt. Er war bei kirchlichen Festen auch als Dirigent tätig.
(Österreichische Land-Zeitung vom 14.12.1918)
 
 
1920
In der Nacht vom 14. auf 15. November wurde im hiesigen Steueramte ein frecher Einbruch versucht. Die Einbrecher waren durch den Verhandlungssaal des Bezirksgerichtes in die Steuerkasse hinunter, wurden aber verscheucht.
(Pfarrchronik Kirchberg am Wagram)
 
 
1926
Am Steueramt tätig:
Ferdinand Pimmer, Steuerdirektor, Amtsvorstand
Karl Burdak, Karl Janitschek, Kanzleidirektoren
Gottfried Farnberger, Oberverwalter
Rudolf Gläser, Assistent
Gottfried Harkopf, Ferdinand Kurzmann, Gendarmeriepatrouillenleiter, Hilfskräfte
Alois Wodicka, Amtsdiener
(Niederösterreichischer Almanach, 1926)
 
 
1927
Auf der Bevölkerung liegen schwere Sorgen: schlechte Weinernte, drückende Steuern, traurige Wirtschaftsverhältnisse, schlechter Geschäftsgang bewirkten eine nie dagewesene Geldknappheit, so daß im hiesigen Steueramte über 60 Exekutionsfeilbietungen angeschlagen sind und fast keine Steuern gezahlt werden, auch viele Pächter von Kirchpfründen sind noch jetzt anfangs Juni mit dem Pachtzinse des Vorjahres im Rückstande.
(Pfarrchronik Kirchberg)
 
 
1932
Im Zuge der Ersparungsmaßnahmen will das Finanzministerium eine Reihe von Steuerämtern in Niederösterreich auflassen, darunter auch das Steueramt Kirchberg am Wagram. Der Gewerbebund Kirchberg und Umgebung hielt deshalb kürzlich eine Versammlung ab, bei welcher einmütig die Anschauung vertreten wurde, daß eine Ersparung durch die Auflassung des Steueramtes nicht eintritt, sondern daß sich durch die großen Entfernungen und die schlechten Verkehrsverhältnisse nur neue Schwierigkeiten ergeben würden. Die Angelegenheit wird demnächst dem Finanzminister vorgelegt werden.
(Alpenländische Rundschau vom 11.6.1932)
 
 
1933
Am Steueramt tätig:
Direktor: wirkl. Amtsrat Ferdinand Pimmer, Staatskommissär der Sparkasse Kirchberg am Wagram
Karl Burdak, Amtsrat, Kontrollor
Karl Janitschek, Steuersekretär
Rudolf Gläser, Steuerrevident
Gottfried Harkopf, Ferdinand Kurzmann, Kanzleioffiziale
Alois Wodicka, Amtswart
(Niederösterreichischer Almanach, 1933)
 
 
1936
Unser Steueramt in Gefahr! Auf Grund des Bundesgesetzes vom 28. Sept. 1934, B.G. Bl. 99, Nr. 258, werden in Österreich Finanzämter als Finanzbehörden erster Instanz errichtet. Im Zuge dieser aus Ersparnisrücksichten durchzuführenden Reform der Finanzverwaltung des Bundes soll auch für den Amtsbezirk der Bezirkssteuerbehörde Tulln ein Finanzamt in der Stadt Tulln errichtet werden, womit gleichzeitig die Auflassung der Steuerämter in Tulln, Klosterneuburg und Kirchberg am Wagram verbunden wäre.
(Neue Klosterneuburger Zeitung vom 15.8.1936)
 
 
1939
Auflösung von Steuerämtern in Niederdonau. Mit Wirkung vom 1.Oktober  wurde das Steueramt Kirchberg am Wagram dem Finanzamt Tulln einverleibt. Die genannten Steuerämter sind aufgelöst.
Neues Wiener Tagblatt vom 5.10.1939
 
 
 
(1) Diurnist: Ein auf Taggeldbasis beschäftigter Amtsschreiber.
 
 
 
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Dezember 2020
Maria Knapp