Franz Schauenstein

ein Heimatdichter aus Kirchberg

 

Er wurde am 13. August 1858 als Sohn des Wirtes Franz Roßkopf und der Amalia, geb. Fieglmüller, Haus Nr. 41, geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums Krems trat er in den Dienst der Stadt Wien. In späteren Jahren ereilte ihn ein schweres Augenleiden, durch das er frühzeitig in den Ruhrstand treten musste und an dem er fast erblindete. Er starb in Wien am 1. April 1936 und wurde in seinem Heimatort begraben

Bereits in der Schulzeit in Krems wurde er von einem Professor durch das Misson’sche Epos „Da Naz, a niederösterreichischer Bauernbui geht in d‘ Fremd“ für die Dichtkunst begeistert. Er schrieb seine Gedichte in der ui-Mundart, die aber heute bei uns nicht mehr gesprochen wird.

Er veröffentlichte in Korneuburg drei Bände mit Gedichten, beide unter dem Namen „Bleamerln am Wö“. Nachdem sich die beiden letzteren nicht gut verkauften, sah er von weiteren Veröffentlichungen ab, was aber nicht heißt, dass er nicht weiter  schrieb.

Die Themen seiner Gedichte sind Liebe, Sehnsucht und Heimat. 

Er schrieb aber auch Abhandlungen, seinen Beruf betreffend, wie etwa: „Die Versorgungs-Anstalten der Stadt Wien: nach verschiedenen Schriften über Armenwesen und Armenpflege.“ 

Heinrich Hartauer schreibt folgendes über die Gedichte von Franz Schauenstein:  „… Die Wortwahl ist echt, nicht gekünstelt oder verzerrt, die Mundart unverfälscht, ja geradezu vorbildlich; beides eben so, wie der Weinviertler spricht. Schauenstein beachtet sogar in seiner Schreibweise den Abfall r vor n (worn), ein Gesetz der Weinviertler Mundart, das jüngere Mundartdichter bereits vernachlässigen.

Schade, dass kein Gedichtbändchen aus dem Nachlass von Schauenstein erschienen ist oder jemals veröffentlicht werden wird; der Dichter würde es sich verdienen, denn er war ein vorzüglicher Mundartinterpret und ein würdiger Vertreter und geeigneter Fortführer des Missonschen Geistes. „

Gedicht von Franz Schauenstein: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kuenstlerisches/gedichte/292-gedichte-von-franz-schauenstein

 

Quelle:
Heinrich Hartauer, Dissertation "Die Niederösterreichischen Mundartdichter des 20. Jahrhunderts", Wien 1971
Walter Sohm: Die Mundartdichtung in Niederösterreich, 1978

 

November 2012
Maria Knapp