Gasthäuser in Kirchberg

 

Erklärung: In Kirchberg haben sich im Laufe der Jahrhunderte die Hausnummern zweimal geändert. Nach der ersten Vergabe im Jahr 1771 blieben sie bis 1894 bestehen. Nach dieser Änderung erfolgte eine weitere im Jahr 1977, bei der Straßennamen eingeführt wurden. Im Titel jedes Gasthauses steht die aktuelle Nummer, darunter die vorhergehenden.

 
 
Kirchberg, Marktplatz 5

„Zum goldenen Engel“
 
(heute Rathaus)
 
Bis 1894: Nr. 1
Ab 1894:  Nr. 5
 

Foto: Hermann Pistracher, Kirchberg
 
 
Um 1806: Nikolaus Baumann ist Tabakverleger in Kirchberg 10, um 1808 auf Nr. 26.
Ab 1811wird er auf Nr. 1 genannt, er kauft das Haus 1816. Er stirbt 1832.
 
Sein Sohn Joachim Baumann (geb. 1806) ist Wirt in Kirchberg 1, er heiratet 1843 Theresia Schmöger aus Nondorf. Er stirbt 1854 mit nur 48 Jahren in einer Lungenlähmung.
 
Er ist von 1838 bis 1843 Bürgermeister.
 
Um 1862 ist Anton Kainz hier Gasthauspächter.
 
Um 1865 ist Johann Klaner (geb. in Fels) mit Gattin Eleonora Gasthauspächter.
(Taufmatriken Kirchberg)
 
Nächster Pächter ist Franz Stagl:
(Kinderfest) Mittwoch den 8. September veranstaltet der Lehrkörper der Schule Kirchberg am Wagram im Vereine mit dem dortigen Ortsschulrathe den Schülern ein Kinderfest, bei welchem die Capelle Leidenfrost aus Krems mitwirken wird. Der Ausmarsch ist von Kirchberg Nachmittag 1/2 3 über Ober- und Mitterstockstall nach dem Festplatz in den Garten des Herrn Grois in Unterstockstall. Abends 7 Uhr ist Rückmarsch, worauf sodann ein Ball im Gasthause des Franz Stagel (vormals Klaner) in Kirchberg den Schluß macht.
(Kremser Wochenblatt vom 21.8.1875)
 
Zur Warnung diene hiermit Jedermann, meinem Gatten Franz Stagl nichts zu borgen, da ich für denselben keinerlei Schule bezahle. Theresia Stagl, Gastwirthin in Kirchberg am Wagram
(Kremser Wochenblatt vom 9.10.1875)
 
Am 18. August 1880: 50jähriges Geburtsfest des Kaisers Franz Josef I.
… Anschließend an diese Festlichkeit fand von Seite des hiesigen Männergesangvereines in Vereinigung mit dem Engabrunner Gesangverein im Gasthausgarten des Herrn Baumann ein Concert zum Besten bedürftiger Schulkinder statt.
(Schulchronik Kirchberg)
 
Sohn Joachim Baumann (geb. 1850) übernimmt das Gasthaus. Er heiratet 1883 Aloisia, genannt Luise, Pöhacker, die Tochter eines gräflich-breunerischen Reitknechtes von Grafenegg.
 
Der Ausflug der Vereinigten Christen nach Kirchberg am Wagram, 1892:
In Neubauers Gasthaus am Marktplatze, woselbst eine Musikkapelle konzertierte, waren im Nu alle Räume bis aufs letzte Plätzchen gefüllt und suchten daher die übrigen Gäste die Gasthöfe Ehrentraut’s und Baumann’s auf, wo sie überall sich über die so ausgezeichnete Bedienung und Bewirthung sehr lobend äußerten.
(Kremser Volksblatt vom 24.4.1892)
Weiteres siehe hier.
 
Am 4. August 1894 feierte Herr Oberlehrer Anton Berger sein 40jähriges Dienstjubiläum. Der Ferien halber fand der beabsichtigte Commers erst am 20. September in Baumanns-Gasthaus statt.
(Schulchronik)
 
Der Bruder des Wirtes, Emerich Baumann, sucht ein Gasthaus in Niederösterreich zu pachten. Aus dem Artikel geht hervor, dass das Gasthaus der Familie „Zum goldenen Engel“ heißt.
(Kremser Zeitung vom 25.12.1901)
 
1902 will die Familie das Gasthaus verkaufen:
Einkehrgasthaus in Kirchberg am Wagram, Kirchenplatz, gehörig dem Joachim Baumann, stockhoch, mit Schupfen, gedeckte Kegelbahn, Garten, Eiskeller, geräumiger Hof und Nutznießung von 2 Joch Stiftsäckern, gelangt am 31. Oktober d. J. vormittags 11 Uhr in diesem Hause zur freiwilligen Versteigerung.
(Kremser Zeitung vom 25.10.1902)
Die Familie Baumann betrieb danach im Haus Nr. 59 an der Kremser Straße einen Sodawasser- und Flaschenbierhandel.
 
1903 erwirbt Georg Bauer aus Großriedenthal das Gasthaus. Schon bei seiner Heirat 1903 mit Josefa Mehofer wird er als Wirt bezeichnet.
 
Zeitungsausschnitt: Österreichische Land-Zeitung vom 28.2.1903
   
Am 2. und 3. August 1903 wird hier Kirchweih gefeiert.
(Österreichische Landzeitung vom 28.2.1903)
 
1907 wurde Georg Bauer in den Gemeinderat gewählt.
 
1920: Beim Bezirkskatholikentag findet die Versammlung für die Landarbeiter im Gasthaus Bauer statt.
(Pfarrchronik)
 
1925: Am Donnerstag den 10. December fand im Gasthause Bauer eine Volksbundversammlung statt, bei der Mons. Generaldirektor Fried eine recht pathetische Rede hielt über katholisches Leben und katholische Presse. Diese Versammlung war sehr gut besucht. Auch mehrere Priester nahmen teil.
(Pfarrchronik)
 
1928: Am 25. März war im Gasthause Bauer eine sehr gut besuchte Volksbundversammlung, die Herr Zehetner von Oberstockstall leitete.
(Pfarrchronik)
 
1929:  Am 9. Mai war in Kirchberg Bezirkskatholikentag. Die Versammlung der Burschen fand im Gasthaus Bauer statt.
(Pfarrchronik)
 
1940: Der Gastwirt Georg Bauer stirbt mit 70 Jahren in Kirchberg 5.
 
Sohn Georg Bauer (geb. 1903) heiratet 1932 die Wiener Wirtstochter Stefanie Bauer, als Wohnadresse wird Wien, Wiedner Hauptstraße angegeben. Die Ehe wird 1949 geschieden. Er hat das Gasthaus übernommen.
 
Hinter dem Haus befanden sich neben einer Kegelbahn auch Schweineställe. Die Mädchen der Fortbildungsschule, die sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Bauernkammer befand, brachten die Koch- und Essensreste zum Schweinefüttern zum Wirt.
 
Im Gasthaus Bauer wurde am Sonntag, den 22. November 1953 durch den Hauptschuldirektor Hans Gruber eine Buch- und Gemäldeausstellung eröffnet.
(Schulchronik)
 
Georg Bauer ist 1979 mit 76 Jahren in Wien verstorben, die Tochter hat das Gasthaus nicht weitergeführt.
 
Bereits zu Lebzeiten des Wirtes und auch noch danach war im Erdgeschoß die Fahrschule Zimmerer eingemietet. Danach stand das Haus einige Jahre leer. Als das Gemeindeamt 1977 in das Nebenhaus verlegt wurde, wurde es diesem im Jahr 1983 angegliedert. (Verkäufer war Familie Moser). Der Sitzungssaal des Gemeinderates liegt im ersten Stock des Gebäudes.
 
1986 wurde im Haus eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft errichtet. Bis 2012 fanden auch Sprechtage des Bezirksgerichtes statt. Im Erdgeschoß ist das Reisebüro Schmidatal-Reisen eingemietet.
 
 
 
1902 - Ganz rechts im Haus befand sich das Geschäft „Uhren-Fandl“.
 
  

 
1938, rechts im Bild
 
 
Das ehemalige Gasthaus heute als Teil des Gemeindeamtes, 2021

 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 8

(ehemalige Volksbank)
 
Bis 1894 Nr. 4
Ab 1894 Nr. 8
 
Es handelt sich um das Haus links im Bild.
 
 
Um 1795/1822: der Weber Leopold Schauenstein (geb. 1756 in Unterstockstall), Gattin Magdalena geb. Hueber. Er stirbt 1835 als Gastwirt und Weber mit 80 Jahren.
 
1837: Sohn Leopold Schauenstein (geb. 1794) stirbt als Gastwirt mit 47 Jahren an der Lungensucht.
 
Die nächste Eintragung findet sich erst 1903 wieder.
Assentierungen im polit. Bezirke. Gerichtsbezirk Kirchberg am Wagram. Am 2. März ab 9 Uhr vormittags in Fieglmüllers Gasthaus die Gemeinden: Absdorf, Altenwörth…., am 3. März die Gemeinde Kirchberg, Frauendorf…., am 4. März die Gemeinden Ruppersthal, Seebarn…
(Kremser Zeitung vom 28.2.1903)
Assentierung: Musterung
 
1907 gibt Karl Fieglmüller einen Hausball.
 
1908: Theateraufführung in Kirchberg am 20.3.1908 in Fieglmüllers Gasthaus.
(Österr. Land-Zeitung vom 28.2.1908)
 
1910: Kirchweihfest bei Karl Fieglmüller am 5.6.1910
(Österreichische Land-Zeitung vom 4.6.1910)
 
1911: Der Ausschuß der hiesigen Schulvereinsortsgruppe bringt zu allgemeinen Kenntnis, daß im Gasthause des Herrn Karl Fiegelmüller die „Mitteilungen des Vereines Südmark“ aufliegen. Der Ausschuß macht insbesondere auf die darin enthaltene Vermittlungsecke für Stellungssuchende, Stellenanbote, Grund- und Häuser-Kaufs- und Verkaufsangelegenheiten aufmerksam.
(Österreichische Land-Zeitung vom 21.1.1911)
 
Karl Fieglmüller stirbt 1915:
Am 9. d.M. wurde Gastwirt Karl Fieglmüller (geb. 1874)  unter massenhafter Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Mit dem Verstorbenen ist ein prächtiger Mensch in des Wortes schönster Bedeutung aus dem Leben geschieden. Ein lauterer Charakter, ein treuer Volksgenosse, ein tadelloser Geschäftsmann, besaß der Verstorbene ein Herz voll Güte für die Bedürftigen und Armen, dabei einen goldenen Humor, der ihn auch in seiner Leidenslage nicht verließ. Wer je einmal den Erzählungen aus seiner Piccolozeit oder seinem Jägerlatein zugehört hat, wird es nie vergessen und sich dankbar der frohen Stunden erinnern, die sein urwüchsiger Humor bereitet hat. Schmeckte doch in solchen Augenblicken Speise und Trank, deren Vorzüglichkeit weit über die Grenzen des Bezirkes bekannt waren, doppelt so gut und immer wieder lenkte man gerne seine Schritte in Fiegelmüllers Gasthaus. Nun ist er von uns geschieden und hat uns in seiner Frau Anna ein treues Vermächtnis hinterlassen. Mögen nun ihr allein wie bisher allen beiden die alten Gäste und Freunde treu bleiben, der schönste Dank, den wir damit unserem lieben verstorbenen Freunde darbringen. Ehre seinem Andenken!
(Österreichische Land-Zeitung vom 22.5.1915)
Er starb mit 40 Jahren an Gehirnblutung in Wien im Hotel Bellevue. Seine Gattin führte das Gasthaus weiter.
 
1915: Versammlung des Katholischen Schulvereines für Österreich am 27.6. in Herrn Fieglmüllers Gasthaus in Kirchberg.
(Reichspost vom 27.6.1915)
 
1916 wurde Anna Fieglmüller, Gast- und Schankgewerbe, Gasthauspächterin als Firma eingetragen. (Wiener Zeitung vom 1.8.1916)
 
1923: Löschung der Firma Anna Fieglmüller, Gast- und Schankgewerbe infolge Herabsetzung des Betriebsumfanges.
(Wiener Zeitung vom 22.6.1923) 
 
 
Hinter dem Geschäft der Familie Kainz befand sich das Gasthaus.
 
 
 
         
Kirchberg, Marktplatz 10

„Zum goldenen Löwen“
 
Bis 1894: Nr. 6
Ab 1894: Nr. 10
 


 
Das Haus war von 1775 bis 1824 im Besitz der Familie Schneller.
Um 1818/24 ist Michael Schneller als Wirt und Leinwandhandler genannt.
Am 12.12.1823 wird das Haus zur Versteigerung ausgeschrieben. Sie wird am 5.1.1824 widerrufen. Das Haus dürfte verkauft worden sein.
 
1824 ist Jakob Zech hier Gastgeber, Gattin Franziska geb. Fürnkranz als Eigentümer. Er stammte aus Haugsdorf.
 
1828: Gasthaus-Verkaufs-Antrag.
Das in dem Markte Kirchberg am Wagram an der Kremserstraße mitten zwischen Stockerau und Krems oder Langenlois Nr. 6 liegende bürgerliche Gast- und Einkehrwirthshaus zum goldenen Löwen sammt hierauf haftender Handlung ist täglich aus freyer Hand zu verkaufen. Dieses Haus hat ein Stockwerk, ist von gutem Materiale und gut bey Bau, bestehet aus einem geräumigen Tanzsaal, dann einem Gast- und Extrazimmer, und mehreren anderen bequemen Zimmern, Kammern und Gewölben, ist mit einer großen Küche, geräumigem Hofe, Schupfen, Küh- und Pferdestallung, gutem Brunnen, dann einem sehr guten Keller und viele hundert Eimer versehen. Auch ist dieses Haus vom Laudemio und Morteario frey….
(Wiener Zeitung vom 6.9.1828)
Der hier erwähnte Saal befand sich hinter dem Gasthaus und war über den Hof zu erreichen.
 
1834 wird das Haus an Leopold und Rosalia Eder verkauft, 1848 folgt Johann Eder als Besitzer.
 
1850: Der Bestandswirt (Pachtwirt) Michael Lang stirbt mit 34 Jahren an der Wassersucht. Seine Witwe, Anna Maria geb. Haftner aus Krems, ehelicht im Jahr darauf Johann Dunkl, den Sohn des Neustifter Wirtes Michael Dunkl.
 
1854 kaufen Georg und Antonia Passecker von Engelmannsbrunn das Anwesen und betreiben das Gasthaus. Bereits ein Jahr später stirbt Antonia (geb. Herr aus Spillern) am Zehrfieber. Im Jahr 1856 heiratet der Wirt Maria Groiss aus Großwiesendorf.
 
1867: Georg Passecker verpachtet die Gemischtwarenhandlung:
Zu vermiethen: Vermischtwaaren-Handlung zu den günstigsten Bedingungen vom 25. Juli 1867 im Markte Kirchberg am Wagram, vis-à-vis dem k.k. Bezirksamte. Großer Kirchgang und Wallfahrtsort. – Nähere Auskunft bei dem Eigenthümer Georg Passecker, Gastwirth in Kirchberg Nr. 6. (Die Presse vom 12.5.18679
 
1874 stirbt Georg Passecker mit 47 Jahren am Typhus. Gattin Maria und die Töchter erben das Haus.
 
1876/87: Johann Ehrentraut ist Pachtwirt in Kirchberg 6.
 
Der neue Eigentümer war Josef Fidelsberger. Er dürfte das Gasthaus aber meist verpachtet haben: Das Gasthaus zum Goldenen Löwen wurde durch den Eigentümer Josef Fidelsberger verpachtet.
(St. Pöltner Bote, 17.3.1887)
 
1901: Gasthaus-Verpachtung
Das in Kirchberg am Wagram am Hauptplatze gegenüber dem Rathause liegende Einkehrgasthaus „zum goldenen Löwen“ ist vom 1. Mai 1902 pachtweise zu übernehmen. Näheres beim Eigentümer J. Fidelsberger.
(Kremser Zeitung vom 12.10.1901)
 
Ab 1913 führen Josef Fidelsberger sowie Sohn Rudolf und dessen Gattin Anna das Gasthaus wieder selbst.
 
(Österreichische Land-Zeitung vom 28.6.1913)
 
1920: Bezirkskatholikentag
Fackelzug durch den ganzen Markt, mit vielen hundert Lampions, Zapfenstreich der Kapelle Prohaska und Begrüßungsabend bei Fidelsberger im Saale.
Sodann wurden Sektionsberatungen abgehalten, und zwar bei Fidelsberger Frl. Hermine Kepler von Wien über die Frauenfragen,…
(Pfarrchronik)
 
1921: Sonntag den 10. April wurde der kath. Burschenverein für Kirchberg und Umgebung auf Initiative des Pfarrers gegründet. Es waren 400 Burschen bei Fidelsberger im Saale anwesend und die Zahl der beitretenden Mitglieder war sehr erfreulich.
(Pfarrchronik)
 
1922: Katholikentag: Im Gasthause Fidelsberger tagte die von vielen hundert Personen besuchte Männerversammlung,
(Pfarrchronik)
 
1925: Sonntag den 5. Juli war zu Gunsten des kleinen Wiener Kirchenblattes eine Kindertagung im Saale Fidelsberger veranstaltet von hochw. Herr Kooperator Schoiswohl, zu welcher erschienen hochw. Herr geistl. Rat Märsinger von Wien und hochw. Herr Kooperator Werbik von Stockerau. Die Tagung verlief sehr schön, der Saal ist zu klein geworden.
(Pfarrchronik)
 
Das Gasthaus Fidelsberger, daneben das Gemischtwarengeschäft der Familie,
dann das Kaufhaus Kainz, dahinter das Gasthaus Fieglmüller,
die Fleischhauerei Neugebauer, Gasthaus Bauer - vor 1925.
Foto: Familie Franz Delapina, Kirchberg
 
Fronleichnamsprozession mit Kaplan Ludwig Czobal am Gasthaus Mantler vorbei, um 1960. 
Foto: Karl Gangl, Dörfl
 
 
1929 sind am Haus Julius Mantler und Berta geb. Kettinger als Gastwirte genannt.
Julius Mantler war der Sohn des Malloner Bauern Franz Mantler (geb. 1907, verst. 1965 in Wien).
Besitzer des Hauses war ab etwa dieser Zeit die Familie Kainz.
 
1929 finden auch im Gasthaus Mantler anlässlich des Katholikentages Versammlungen statt:
Nachmittags nach der Maiandacht um 1h Frauen Versammlung (Gasthof Mantler) Rednerin Stadträtin Dr Alma Motzko.
(Pfarrchronik)
 
1930: Am 28. September war Jugendsonntag an dem sich die Burschenvereine und kath. Mädchenbund mit Musik beteiligte. Die Frühmesse mit Generalkommunion und Predigt hielt der hochwürdigste Herr Kanonikus Handlos, Regens des Priesterseminars in Wien, ebenso die Versammlung der Jugend bei Mantler.
(Pfarrchronik)
 
Am 25. Oktober, Christi Königsfest wurde der Jugendsonntag feierlich begangen.… Nachmittags nach dem Segen war Versammlung des Burschenvereines Oberstockstall im Gasthofe Mantler, wo ein Redner  aus Wien sprach (Czuska) und in der Hauptschule die Versammlung des Kath. Mädchenbundes, wo Frl. Fürsorgerätin Hermine Gast aus Wien sprach.
(Pfarrchronik)
 
1932 
Sonntag den 13. März fand in Mantlers Saal eine Versammlung gegen den National-Socialismus statt, veranstaltet vom Burschenverein und vom n.ö. Bauernbund, die so zahlreich besucht war, daß der Saal für Hunderte zu klein war.
(Pfarrchronik)
 
Am Ostermontag fand bei geringer Beteiligung in Mantlers-Saal eine National-Sozialistische Versammlung statt, die nicht sehr gut besucht war, es sprachen Krebs u. Autherit in ihrer bekannten aufhetzerischen Weise.
(Pfarrchronik)
 
1934
Am Hl. 3 Königsfeste kamen die Sängerknaben von St. Gabriel nach Kirchberg. Sie wurden bei Familien untergebracht und sangen beim Hochamte sehr schön die liturgische hl. Messe. Nachmittag und abends war in Mantlers-Saale das Theater "Hansl u. Gretl" bei starker Beteiligung des Volkes.
(Pfarrchronik)
 
Sonntag den 15. April … nachmittags war Versammlung der Reichsbündler und Umgebung bei Mantler bei der Herr Eckhard aus Wien sprach. Vormittags war Volksbundversammlung über kath. Presse, die sehr schwach ausfiel, jedoch brachte Herr Dr Pendl sehr interessante Ausführungen, die mich entschädigten.
(Pfarrchronik)
 
Am 1. Mai ist die Verfaßung in Kraft getreten. Es wurde dieser Tag festlich begangen. …. Sodann war die Festversammlung im Gasthofe Mantler u. die Rede des Bundeskanzlers Dollfuß an die Jugend Österreichs vom Stadion in Wien aus wurde mit Lautsprecher übertragen.
(Pfarrchronik)
 
Am 31.1.1937 hielt die Freiwillige Feuerwehr Engelmannsbrunn nach vielen Jahren wieder einen Ball ab, und zwar in Kirchberg (Gasthaus Kainz-Mantler).
(Schulchronik Engelmannsbrunn)
 
1938: Folgende Kirchberger Familien nahmen sudetendeutsche, arme Kinder freiwillig und umsonst auf für die Dauer von 6 – 8 Wochen in Kost und Wohnung. Einige Tage vor Weihnachten fuhren die Kinder, gut erholt, in ihre Heimat zurück. Namen der Kostgeber: Dr. Herbert Wolf, Notariatsbeamter, Bezirksrichter Dr. Joh. Ramsl, Malermeister Georg Klug, Arzt Dr. Alois Reiß, Friseur Lendl, Kaufm. Otto Tragschitz, Gastwirt Julius Mantler, Gemeindearzt Dr. Josef Hartl.
(Schulchronik)
 
Hitlerfeier in der NS-Zeit, im Hintergrund das Gasthaus Mantler mit dem runden Torbogen.
Foto: Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien
 
 
1942: Der oberhalb des Ortes Engelmannsbrunn an der Bezirksstraße Krems-Stockerau liegende Weinkeller des Gastwirtehepaares Julius und Berta Mantler aus Kirchberg ist infolge der vielen Niederschläge in sich zusammengestürzt. Zur Zeit des Einsturzes befand sich niemand im Keller.
(Schulchronik Engelmannsbrunn)
 
Am 22. Mai 1945 quartierte sich in Kirchberg die Verbindungskompanie der Luftwaffen-Division Oberst Schutejeff, etwa drei Offiziere und 60 Mann, ein. Dazu kamen andere Einheiten, wodurch die Besatzung auf etwa 200 Offiziere und Mann anstieg. Das Amtsgebäude, die Schulen, die Gasthäuser Mantler und Hirsch und viele Privatwohnungen wurden in Anspruch genommen.
(Schulchronik)
 
1952: Das ländliche Fortbildungswerk des Bezirkes Kirchberg am Wagram veranstaltete am 22. Juni eine eindrucksvolle Bezirksversammlung. Der Saal das Gasthauses Mantler war voll besetzt.
(Schulchronik)
 
Am Samstag, den 15. Mai 1954 fand um 15 Uhr im Saale des Gasthauses Mantler das Schülerkonzert des N.Ö. Tonkünstlerorchesters statt.
(Schulchronik)
 
1958
Ausstellung "Nur ein Kinderland ist ein Vaterland" diese Ausstellung war im Mantlersaale. Sie war gut besucht.
(Pfarrchronik)
 
Nachmittags um 14h Christkönigsfeier der Jugend in der Pfarrkirche und abends Erntedankkränzchen der Jugend im Mantlersaale.
(Pfarrchronik)
 
1959: 21. Jänner Jugendball im Mantler-Saal.
(Pfarrchronik)
 
Das Ehepaar Berta und Julius Mantler
 
Der Saal des Gasthauses, hier fanden u.a. auch Maskenbälle statt.
 
Der Innenhof bei einer Feuerwehrzusammenkunft
 

Fotos: Hermann Pistracher, Kirchberg, um 1960
 
Floriani - Traktorsegnung, um 1960 
Foto: Maria Schachamayr, Tulln
 
 
1960: Die Jungscharbuben und Mädchen hielten am 16. u. 17. Jänner eine gutgelungene Missionsfeier im Mantlersaale. Zwei Missionsspiele "Bogo und die Libellen" u. "Der schwarze Crescent Hill" mit Originalnegerliedern auf Tonband.
(Pfarrchronik)
 
1961: Fast 500 Männer kamen zum Dekanatsmännertag am 28.I. 1961 nach Kirchberg. Im Mantlersaal sprach Msgr. Dr. Martin Stur: "Lebensgestaltung aus dem Glauben in Familie und Dorf".
(Pfarrchronik)
 
1965, 10. Jugendball             
Am 21. Februar war der 10. Ball d. kath. Jugend im Mantlersaal. Der Besuch war sehr gut, besonderen Anklang fand die Musikkapelle aus Horn. – Die Stimmung war äußerst gut. Der Jugendball ist die beste Veranstaltung des ganzen Faschings.
(Pfarrchronik)
 
1963
Jugendball     
17. Februar 1963 Jugendball im Mantlersaal ist gut besucht.
(Pfarrchronik)
 
Muttertagsfeier in der Pfarre feierten wir mit einer Müttermesse am Vormittag. 15h war eine gut gelungene Muttertagsfeier im Mantlersaale. Mit Gedichten, Liedern und Theaterstücken feierten wir unsere Mütter.
(Pfarrchronik)
 
Nach dem "Fadlmarkt", dem Ferkelmarkt, der am Hauptplatz stattfand, gingen die Leute "zum Mantler", um dort ein paar Würstl zu essen.
 
Das Gasthaus Mantler lieferte auch das Essen für die Außenstelle der Bundesanstalt für Erziehungsbedürftige im ehemaligen Gefängnis hinter dem Gerichtsgebäude. Siehe hier.
 
In den 1970er Jahren wird das Gasthaus von Peter und Lucia Pauser übernommen, die danach das Gasthaus Dr. Eiselt pachteten.
 
Heute befindet sie hier das Bierlokal Shakespear Pub von Frau Brigitte Tillich.
 

Das Bierlokal "Shakespear", 2021
 
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 14

„Zum guten Tropfen“
 
Bis 1894: Nr. 10
Ab 1894: Nr. 14
 

Das Gasthaus im Jahr 1898 mit Männern vor dem Eingang.
Karte: Anton Schwanzer, Utzenlaa
 
 
1849 kauft Franz Kotzinger das Haus, das bis 1875 im Besitz der Familie bleibt.
 
1873 wird Josef Kotzinger als Gastwirth erwähnt.
 
1875 kauft Anton Heinrich das Haus.
 
Der Männergesangverein Kirchberg, der 1876 gegründet wurde, hielt hier gerne seine Veranstaltungen ab: ….der Gastgeber Herr Johann Riedl hat durch Verabreichung von vorzüglichen Getränken und Speisen sein Schärflein zur Befriedigung der ganzen Gesellschaft beigetragen.
((Neuigkeits) Welt Blatt vom 17.1.1878)
Näheres zum Gesangverein siehe hier.
 
1881: Die Gattin des Gastwirtes Johann Riedl stirbt mit 52 Jahren in Kirchberg 10.
 
Der aus Oberstockstall stammende Johann Rittler und Maria Anna geb. Schwanzer aus Stetteldorf kaufen das Haus Nr. 22 und üben das Fleischhauergewerbe aus. Er stirbt 1868 mit 71 Jahren. Ihr Sohn Johann Rittler erwirbt das Haus Nr. 14 und wird Gastwirt, Sohn Anton übernimmt die Fleischhauerei auf Nr. 22.
 
Johann Rittler (geb. 1868 in Kirchberg 22, verst. 1937 in Kirchberg 74) heiratet 1896 Anna geb. Österreicher aus Königsbrunn. Er wird da bereits als Wirt auf diesem Haus genannt.
 
1896 fand hier die denkwürdige Wahlveranstaltung der christlichsozialen Partei statt, die in eine Schlägerei ausartete. Siehe hier.
 
1901: Installation Pfarrer Salzer
Den Schluß des Festes bildete ein Diner, welches im Gasthause des Herrn Rittler abgehalten wurde.
(Quelle: Kremser Zeitung vom 28.9.1901)
 
Das Gasthaus um 1901
Karte: Herbert Eder, Kollersdorf
 
 
1902: Installation Pfarrer Wiesinger
Abends wurde durch ein Konzert der Kapelle Mestl in Rittlers Gasthaus die Feier geschlossen. Sie gereicht der Kirchberger Pfarrgemeinde zur Ehre.
Am Sonntag den 28. September wurde der neu ernannte Herr Pfarrer durch den hochwürdigen Herrn Dechant von Etsdorf Franz Weigl kirchlich feierlich auf seine Pfarre installiert. Die Teilnahme von allen Berufenen war eine erfreulich große. Die Festtafel gab der neue Herr Pfarrer in Rittlers Gastsaal.
(Kremser Zeitung vom 4.10.1902)
 
Neben Veranstaltungen des Männergesangvereines fanden hier auch die Versammlungen des Vereines Südmark statt. Siehe hier.
 
1905: Schillerfeier in Rittlers Saal in Kirchberg.
(Schulchronik)
 
1907 wurde Johann Rittler in den Gemeinderat gewählt
 
Am Montag den 8. Juni fand im Gasthause des Herrn Johann Rittler die gründende Versammlung des Bienenzüchter-Zweigvereines für Kirchberg und Umgebung statt.
(Österreichische Land-Zeitung vom 13.6.1908)
Er war selbst auch Imker, da er 1910 in den Vorstand gewählt wurde.
 

Kaiser-Huldigungsfest
Der Bezirksfeuerwehrverband Kirchberg am Wagram veranstaltet Dienstag den 8. September ein großes Kaiser-Huldigungsfest. 5 Uhr früh Weckruf, 8 Uhr Versammlung sämtlicher Wehren im Gasthof Bernhart am Bahnhof, halb 9 Uhr Frühschoppen in den Gasthäusern, halb 10 Uhr Festgottesdienst, halb 11 Uhr Aufstellung am Festplatze und Begrüßung der Festgäste. Festrede gehalten vom Herrn Obmannstellvertreter A. Bahner, Auszeichnung von Mitgliedern, welche der Feuerwehr 20 Jahre angehören, Defilierung, Mittagsmahl. Nachmittags Konzert der Kapelle Zehetner in Rittler’s Gasthof.
(Österreichische Land-Zeitung vom 29.8.1908)

 
1912: Versammlung Verein Südmark
Montag den 21. d. hielt die hiesige Ortsgruppe in Herrn Rittlers Gasthause eine Versammlung ab, welche verhältnismäßig gut besucht war, obwohl man auch diesmal wieder viele sah, die nicht da waren…
(Österreichische Land-Zeitung vom 2.11.1912)
 
1920: Bezirkskatholikentag
…Nach dem Pontifikalamt war Ausmarsch zu den Sektionsberatungen. Im Saale Rittler sprach für Gewerbetreibende Herr Abgeordneter Schönheimer aus Wien.
(Pfarrchronik)

Franz Joseph Fabian Hirsch (geb. am 13.9.1881 in Kammern, verst. 1946 in Kirchberg) war bei seiner Heirat 1910 bereits Gastwirt in Kammern 60, ebenso bei der Geburt seiner Töchter 1911 und 1918. Später hat er das Gasthaus Rittler in Kirchberg übernommen, wo er 1922 erstmals erwähnt ist.

1922: Katholikentag:  Die Beratungen der Frauen, die im Gasthause Hirsch stattfanden, wurden von Frau Zwickl aus Kirchberg geleitet….
(Pfarrchronik)
 
1924: Dienstboten-Prämierung.      
Am Feste des hl. Leopold fand in Kirchberg die Prämierung treuer Dienstboten statt. Veranstaltet wurde diese Feier von der Bezirksbauernkammer. Der Kriegerverein mit Fahnen u. Musik sämmtliche Burschenvereine mit ihren Fahnen, die Bürgermeister der Umgebung, Regierungsrat Knotek, Abgeordneter Lang, die Beamten etc.  zogen mit den 54 Dienst-Jubilaren in die Kirche, wo ein feierliches Hochamt und eine Ansprache gehalten wurde sodann in das Gasthaus Hirsch gezogen, wo zuerst die Ansprachen von Herrn Regierungsrat Knotek, dem Ortspfarrer, Abg. Lang gehalten wurden und die Prämierung vorgenommen wurde.
(Pfarrchronik)
 
1928: Sonntag den 24. Juni fand wieder die Prozession der kath. Frauenorganisation von Wien XX. St. Brigitta statt unter Führung des hochw. Herrn Stadtdechant Wilhelm Sponer in Begleitung des hochw. Herrn Kooperator Bauer. Es waren wieder über 600 Personen, die mit Separatzug hier eintrafen. Um 1h nachm. war Versammlung bei Hirsch, wobei Frau Stadträtin Dr. Alma Motzko eine herrliche Rede hielt.
(Pfarrchronik)
 
1929: Bezirkskatholikentag
…. Nachher war die Versammlung der Männer bei Hirsch, Redner Dr Schidler.
(Pfarrchronik)
 
1929: Gründung der Ortsgruppe des NÖ Automobil-Clubs in Kirchberg am Wagram.
Donnerstag den 7. November l. J. fand im Gasthaus des Herrn Franz Hirsch in Kirchberg am Wagram bei guter Beteiligung der Kraftfahrerschaft von Kirchberg und Umgebung, unter dem Vorsitze des Klubpräsidenten Herrn Dr. Hermann Schiffer aus Krems die Gründung der Ortsgruppe in Kirchberg am Wagram statt. Erster Obmann wird Franz Hirsch.
Als Klublokal wurde das Gasthaus des Herrn Hirsch in Kirchberg, als ständige Klubabende der erste Dienstag jeden Monats gewählt….
Rundschau vom 8.12.1929)
 
1931: Die Prozession c. 300 Wallfahrer der kath Frauenorganisation zu St. Brigitta traf um 8h 12' früh in Kirchberg ein, wurde am Bahnhofe empfangen und zur Kirche geleitet…Nachmittags war bei Hirsch die Versammlung. ¾ 2h der Hl. Segen. Abends um ½ 7h die Schlußpredigt des Pfarrers und feierlicher Auszug. Die Wallfahrer sind diesmal mit der Bewirtung mehr zufrieden gewesen als früher.
Der letzte Satz bezieht sich auf die manchmal mangelnde Qualität der Bewirtung: Die Wallfahrer wurden in die hiesigen Gasthäuser verteilt, aber leider waren viele nicht zufrieden mit dem Mittagsessen, sie wurden stark „geschneuzet“, bekamen wenig und zu teuer waren die Preise. Diese Angelegenheit wurde auch in der Gemeinderatssitzung vorgebracht und die Wirte ins Bürgermeisteramt vorgeladen. Dieser Mißstand sollte doch endlich einmal abkommen, deshalb bleiben viele Prozessionen aus. Hoffentlich wirkt es für die Zukunft.
(Pfarrchronik)
 
1932: Fortbildungsverein Kirchberg am Wagram.
Der Verein veranstaltet am Sonntag, den 17. Jänner 1982 im Saale des Gasthauses Franz Hirsch einen Vortrag mit Filmvorführungen über die richtige Anwendung der künstlichen Düngemittel.
(Der Bauernbündler vom 16.1.1932)
 
1936: Sonntag, den 9. und Montag, den 10. Feber 1936 war in Kirchberg am Wagram im Gasthause Franz Hirsch Bezirksweinkost und Weinmarkt.
(Schulchronik Engelmannsbrunn)
 
1941: Am 31. Jänner und 1. Feber 1941 zogen die in der Schule und Gemeinde Kirchberg einquartierten Wehrmachtsteile weg. Anläßlich des Abwanderns der Wehrmacht wurde von der hiesigen Frauenschaft (NSF) eine Abschiedsfeier im Saale des Gastwirtes Hirsch veranstaltet. Die scheidenden Soldaten wurden mit Bäckereien und Getränken bewirtet.
(Schulchronik)
 
Am 22. Mai 1945 quartierte sich in Kirchberg die Verbindungskompanie der Luftwaffen-Division Oberst Schutejeff, etwa drei Offiziere und 60 Mann, ein. Dazu kamen andere Einheiten, wodurch die Besatzung auf etwa 200 Offiziere und Mann anstieg. Das Amtsgebäude, die Schulen, die Gasthäuser Mantler und Hirsch und viele Privatwohnungen wurden in Anspruch genommen.
(Schulchronik)
 
1948: Mizzi Heinrich nimmt an der Feier zum 31. Jahrestag der russ. Oktoberrevolution im Saal des Gasthauses Hirsch teil.
(Schulchronik)
Zu Mizzi Heinrich siehe hier.
 
1946: Der Gastwirt Franz Hirsch stirbt mit 64 Jahren in Kirchberg 14.
Daten laut Grabstein: Franz Hirsch (1887 – 1946), Josefa Hirsch (1890 – 1971)
 
1952: Am 20. Jänner war im Gasthause Hirsch eine Männerversammlung der kath. Aktion. Es sprach Herr Franz Stein aus Wien. Etwa 60 Männer waren gekommen.
(Pfarrchronik)
 
Am 29.10. um 6h abends gab es Feueralarm. Das Kinogebäude, zum großen Teil aus Holz aufgeführt, stand in hellen Flammen. Ein Ofen war überhitzt worden und hatte den Fußboden entzündet. Das Haus wird nicht mehr aufgebaut. Die Filmvorführungen sind nunmehr im Gasthause Hirsch. Die wertvollen Apparate wurden von der Feuerwehr gerettet.
(Pfarrchronik)
 

Um 1950, rechts im Bild Pankraz Moosbauer
Foto: Otto Moosbauer, Kirchberg
 
 

Seine Tochter Herta Magdalena (1918 - 2010) hat 1940 Dr. Franz Eiselt geheiratet, mit dem sie das Gasthaus geführt hat. (Die Schwester von Herta Hirsch, Josefine Anna, hat den Kirchberger Apotheker Herbert Becker geheiratet.)

 
Um die Mitte des 20. Jahrhunderts ist der rechte Teil des Gasthauses entweder abgerissen und zweigeschoßig errichtet und aufgestockt worden.
 
1959: Am 12. April fand eine gutgelungene Haydnfeier, veranstaltet vom Orchester und Gesangsverein Kirchberg im Saale Eiselt statt.
(Pfarrchronik) 
 

Markt um 1960, im Hintergrund das bereits umgebaute Gasthaus Eiselt
Foto: Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien
 
 
1964: Mit dem Zug in Absdorf ankommend und mit Postautobussen bis nach Unterstockstall geführt, „wallfahrteten“ 234 Buben des e.b. Knabenseminars in Hollabrunn mit ihren Vorstehern Sr Gnaden Rektor Kurz an der Spitze nach Kirchberg…. Im Gasthaus Dr. Franz Eiselt gab es dann das große „Würstelessen“.
(Pfarrchronik)
 
11. und 12. Juli: Dechant Rudolf Koriska feiert sein 25-jähriges Priesterjubiläum:
Nach dem Hochamte geleitete die Musikkapelle Engabrunn den Jubilar und die Ehrengäste, unter denen sich die geschäftsführenden Gemeinderäte und für den Volks- und Hauptschulausschuß Franz Taglieber befanden, zur Festtafel in das Gasthaus Dr. Eiselt. Gärtnermeister Franz Nagy hatte den Saal in überaus geschmackvoller Weise mit Blumen dekoriert.
(Zeitungssauschnitt, eingeklebt in die Pfarrchronik)
 

25-jähriges Priesterjubiläum von Dechant Koriska, 1964
Foto: Maria Schachamayr, Tulln
 
  
1965: Der Klerus des Dekanates Bockfließ war am 22. Juni hier und hielt eine Abendandacht in unserer Kirche. – Gemütliches Beisammensein im Gasthaus Dr. Eiselt.
(Pfarrchronik)
 
1967: Am 20. April 1967 war im Festsaal der Bauernkammer der „Priestertag“ – 43 Priester aus 3 Dekanaten waren mit Kardinal Dr Franz König in Kirchberg. Im Gasthaus Dr Franz Eiselt war das gemeinsame Mittagessen.
(Pfarrchronik)
 
Musikkapelle anlässlich des Knabenseminartages 1967
Foto: Pfarrchronik Kirchberg
 

Der Innenhof das Gasthofes mit dem ehemaligen Kino. Das Foto stammt von einer Radrätselfahrt des Theatervereines.
Dieses Gebäude gehört heute zur Raiffeisenbank.
Bild: Hermann Pistracher, 1986
 
 
Das Gasthaus wurde um 1970 von Peter und Lucia Pauser gepachtet.
 
Rechnung: Anton Schwanzer, Utzenlaa

 
Danach stand das Haus viele Jahre leer, bevor es die Firma Antiquitäten Holzschuh pachtete.
Derzeit steht das Haus wieder leer. 
    

Das ehemalige Gasthaus, 2021
 
Im oberen Teil befindet sich heute die Raiffeisenkasse. 
 
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 17

„Bärenhaus“
 
Bis 1894: Nr. 12
Ab 1894: Nr. 14
 
Bild: Hermann Pistracher, Kirchberg
 

Das ehemalige Gasthaus mit dem Torbogen während der Kriegszeit
Foto: Herbert Eder, Kollersdorf
 
 
Am Westende des Marktplatzes steht ein unter Denkmalschutz stehendes Haus. Ober dem Tore ist ein Wappen angebracht, das zwei an dem Stamm eines Baumes aufrechtstehende Bären im Schilde und einen ebensolchen linksstehenden Bären als Helmzier führt. Um das Wappen steht die Zahl 1691. Die Räume im ersten Stockwerk sind mit Stukkodecken geziert.
Das Haus gilt heute allgemein als ehemaliges Kloster, es soll mit dem Bärenhofe in Oberstockstall durch unterirdische Gänge in Verbindung stehen
(Otto Fandl) 
1882, Erwerb durch Johann Ehrentraut laut Zeitungsanzeige:
Gasthaus-Anempfehlung in Niederösterreich. Ich erlaube mir hiermit meinen werthen P.T. Herren Gästen für das mir bisher geschenkte Vertrauen meinen innigsten Dank auszusprechen. Zugleich zeige ich an, daß ich das Haus Nr. 12 in Kirchberg am Wagram käuflich an mich gebracht habe, worauf ich das Wirthsgewerbe betreibe. Ich werde mich bestreben, durch Ausschank von Klein-Schwechater Lager-Bier und echter unverfälschter österr. Weine, sowie durch Verabreichung guter Spesen, verbunden mit einer aufmerksamen Bedienung u. mäßigen Preisen, das Vertrauen meiner werthen P. T. Gäste zu fördern und zu erhalten, und bitte daher in meinem neuen Lokale um zahlreichen Zuspruch.
Hochachtungsvoll Johann Ehrentraut in Kirchberg am Wagram, Niederösterreich
((Neuigkeits) Welt Blatt vom 22.10.1882)
   
Johann Ehrentraut (geb. 1848) heiratet 1876 Katharina Höfinger von Unterstockstall. Zu  diesem Zeitpunkt ist er Gastwirt in Kirchberg 6.
 
1887: Mittwoch den 15. d. M. hält der hiesige Männergesangsverein im Vereinslocale des Casinovereines (Herrn Johann Ehrentraut’s Gasthaus) seine Faschingsliedertafel ab und es verspricht das Programm einen recht genußreichen Abend.
(Der Bote aus dem Waldviertel vom 15.2.1887)
 
Veteranen-Ball in Johann Ehrentraut‘s Gasthaus in Kirchberg am Wagram
(Kremser Zeitung vom 22.1.1899)
 
1892: Der Ausflug der Vereinigten Christen nach Kirchberg am Wagram
In Neubauers Gasthaus am Marktplatze, woselbst eine Musikkapelle konzertierte, waren im Nu alle Räume bis aufs letzte Plätzchen gefüllt und suchten daher die übrigen Gäste die Gasthöfe Ehrentraut’s und Baumann’s auf, wo sie überall sich über die so ausgezeichnete Bedienung und Bewirthung sehr lobend äußerten. Weiteres siehe hier.
 
1910: Am 15. August hat der hiesige Gastwirt Herr Johann Ehrentraut sein Gastwirtgeschäft an Herrn Karl Kerschbaum übergeben. Herr Ehrentraut war durch lange Jahr Obmann der Gastwirtekommune und Vorsteher der Gastwirtegenossenschaft des Bezirkes Kirchberg am Wagram. Er hat die Geschäftsführung der ersteren an Herrn Johann Rittler, der letzteren an Herrn Karl Fieglmüller übergeben. Für die langjährige Amtsführung wurde dem Herrn Ehrentraut in den Ausschußsitzungen der beiden Körperschaften der Dank ausgesprochen.
(Österreichische Land-Zeitung vom 1.10.1910)
 
Das Gasthaus dürfte nicht mehr lange weitergeführt worden sein, denn1912  es wurde zur Versteigerung gebracht:
Feilbietung eines historisch berühmten Hauses Das älteste Haus in Niederösterreich wurde kürzlich freiwillig versteigert. Das Haus wurde mit 30.000 K ausgerufen und um diesen Preis erstanden. Es ist das sogenannte Bürgerhaus, das seinerzeit dem Passauer Stifte als Frauenkloster gehörte. Nach Auflassung des Klosters ging es in privaten Besitz über und wurde schließlich in ein Gasthaus umgewandelt. Es ist massiv gebaut und in den Stockwerken weist es noch drei Plafonds auf, die aus dem Jahre 1621 stammen. Die Plafonds, von 7 Metern Länge und 6 Meter Breite, sind mit sehr gut erhaltenen, prachtvollen Gipsstuckarbeiten ausgelegt; der eine zeigt einen Adler und in der Mitte die heilige Maria mit dem Jesukinde, der zweite den heiligen Geist, der dritte einen Baum, wo drei braune Bären Äpfel pflücken. Der Plafond mit der heiligen Maria mit dem Jesukinde hätte seinerzeit um 40.000 K verkauft werden können.
(Grazer Tagblatt vom 2.2.1912)
 
Um 1972: Fritz Blau
Heute Familie Kolar
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 23

„Damianhaus“
 
Bis 1894: Nr. 16
Ab 1894: Nr. 23
 

Das Stockhaus links hinten ist das Haus der damianischen Stiftung, rechts im
Vordergrund das Gashaus Rittler/Eiselt, rechts hinten mit dem runden Torbogen
das ehemalige Gasthaus Ehrentraut.
Karte: Anton Schwanzer, Utzenlaa
 
 
1787 erwarb Adam Kainz das Haus.
Um 1822/1830 wird der Schuhmacher Anton Kainz in den Matrikenbüchern erwähnt.
 
Um 1865: Anton Kainz ist Gastwirth in Kirchberg 16, Gattin Katharina geb. Post.
 
1868: Das Haus, auf dem ein Gasthaus und ein Greißlergeschäft betrieben werden, wird zum Kauf angeboten: Im Markte Kirchberg am Wagram, welcher an der Stockerau-Kremser Poststraße gelegen, der Sitz eines k.k. Bezirksamtes, eines Postamtes und ein beliebte Wallfahrtsort ist, ist das Haus Nr. 16, worauf das Gasthaus und das Greissler-Geschäft betrieben wird, aus freier Hand zu verkaufen. Dieses Haus ist einstöckig, mit Ziegeln gedeckt, in gutem Baustande, hat 17 Zimmern und Kammern, einen geräumigen Boden, einen Keller, einen wasserreichen Brunnen, eine Schupfe, eine Fruchtscheune, Stellung, Schießstätte und einen Küchengarten; es trägt einen jährlichen Zins von circa 300 fl Ö.W., ungerechnet die geräumige Wohnung des Hauseigenthümers sammt Schank- und Greisslerei-Betriebslokale. Ferner sind bei diesem Hause 2 Joch Stiftungsgründe zugetheilt. Auskunft erteilt täglich der Hauseigenthümer Nr. 16 in Kirchberg am Wagram, an welchen sich die P.T. Herren Kaufliebhaber wenden wollen.
(Neues Fremden-Blatt vom 24.3.1868)
 
1871 geht das Haus an Ferdinand Schreiterer über.
 
Das Haus der Damianischen Stiftung, 2018
 
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 28
 
Heute Fleischhauerei Kolobratnik
 
Bis 1897: Nr. 22
Ab 1897: Nr. 29
 

Das Gasthaus Neugebauer war das dritte Gebäude von rechts.
Foto: Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien
 
 
  
Der Fleischhauer Anton Rittler heiratete Theresia Mantler aus Engelmannsbrunn. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1904 ehelichte sie Josef Neugebauer (geb. 1873 in Kirchberg 22, verst. 1929 in Kirchberg 29, da in der Zwischenzeit die Nummernbezeichnung geändert wurde), den Sohn des Sparkassadirektors, im selben Hause wohnhaft. In den Pfarrmatriken wird er als Fleischhauer bezeichnet.
 
Kirchberg am Wagram (Ball. – Liedertafel.)
Dienstag den 1. d. M. wurde in Herrn Josef Neugebauer’s Gasthofräumlichkeiten ein Gesellschaftsball abgehalten. Derselbe war recht gut besucht und es wurde bis früh morgens dem Tanzvergnügen gehuldigt. Speisen und Getränke waren wie gewöhnlich vorzüglich, die Musik dagegen ließ etwas zu wünschen übrig.
(Der Bote aus dem Waldviertel vom 15.2.1887)
 
Franz Roßkopf wurde 1890 vom Kaiser das goldene Verdienstkreuz verliehen. Die Feierlichkeiten fanden im Gasthaus Neugebauer statt.
(Kremser Zeitung vom 22.3.1890) 
 
Erstes Auftreten des Dilettanten-Theaters
Aus den hiesigen Honoratioren hatte sich ein Ausschuß gebildet, der auf ein Dilettanten-Theater hinarbeitete – es gelang. Am 28. war die erste Aufführung in Neugebauers Gasthause – alles war überfüllt – auch die Kasse - und überrascht – von der Gediegenheit der Schauspieler. Am 29. war eine Wiederholung.
(Kremser Zeitung vom 6.12.1891)
 
Der Ausflug der Vereinigten Christen nach Kirchberg am Wagram, 1892
In Neubauers Gasthaus am Marktplatze, woselbst eine Musikkapelle konzertierte, waren im Nu alle Räume bis aufs letzte Plätzchen gefüllt und suchten daher die übrigen Gäste die Gasthöfe Ehrentraut’s und Baumann’s auf, wo sie überall sich über die so ausgezeichnete Bedienung und Bewirthung sehr lobend äußerten. Weiteres siehe hier.
 
1894 wurde für die hiesigen Schulkinder unbemittelter Eltern eine Suppenanstalt während der Wintermonate ins Leben gerufen und von der hiesigen Sparkasse die erforderlichen Auslagen für dieses Unternehmen bewilligt. Am 3. Dezember fand die Eröffnung dieser Anstalt im Gasthaussaale des Neugebauer statt, wobei über 100 Schulkinder mit einer kräftigen Fleischsuppe in genügender Menge betheilt wurden.
(Schulchronik)

Mittwoch am 13. März d.J. nachmittags ½ 3 Uhr veranstaltet der landwirtschaftliche Bezirksverein Kirchberg am Wagram eine große Weinkost. Dieselbe findet im Gasthause des Herrn Neugebauer in Kirchberg statt.
(St. Pöltner Bote vom 7.3.1895)

 
Bürgermeister von 1907 bis 1913
 

Das niedrige Gebäude nach dem Gerichtsgebäude, um 1960
 
Karte: Anton Schwanzer, Utzenlaa
  
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 29
 
Heute Bäckerei Blauensteiner
 
Bis 1894: Nr. 23
Ab 1894: Nr. 30
 
Um 1688: Thomas Parzer
 
Um 1789: Franz Prantmayr ist bürgerlicher Bäcker und Wirt. Er ist 1815 verstorben.
 
Um 1866: Michael Brandtmaier, Bäcker
 
 
 
 
Kirchberg, Marktplatz 34
 
Ehemalige Bezirksbauernkammer
 
Bis 1894: Nr. 28
Ab 1894: Nr. 35
 
Michael Eberl, Greißler und Gastwirt

1797: Magdalena, Eheweib des Johann Michael Eberl, Gastwirt und Greißler in Kirchberg 28, stirbt mit 62 Jahren. Er heiratet im selben Jahr Maria Anna Glandinger, Tischlermeisterstochter aus Langenlois.

 

Die ehemalige Bezirksbauernkammer, 1967
Foto: Maria Schachamayr, Tulln
 

 
Müllergraben 2
 
Heute Weingut Zwickl
 
Bis 1894: Nr. 36
 
Das Haus wurde 1867 von Anna und Johann Zwickl erworben, die Wirte am Haus waren daher Pachtwirte:
 
1877: Josef Leuthner ist Gastwirt in Kirchberg 36.
 
Um 1885:  Ferdinand Schauhuber (geb. 1840 in Zaußenberg) ist Bestandwirt in Kirchberg 36. Er wurde 1840 in Zaußenberg als Bauernsohn geboren, Verheiratet war er seit 1879 mit Barbara Mung. 1886 wird er in den Matriken das letzte Mal erwähnt.
 
Josef Zottlederer (geb. 1852), Gerbermeisterssohn aus Grafenwörth wird 1883 bei der Geburt des Sohnes Josef als Fleischhauer in Kirchberg 19 bezeichnet. Bei der Geburt des Sohnes Johann im Jahr 1889 ist er Gastwirt in Kirchberg 36.
 
 
 
 
Kremser Straße 48
 
Gasthaus Prosl
 
Dieses Haus wurde abgerissen, es lag auf dem Areal des jetzigen großen Wohnbaues.
 
Bis 1894: Kirchberg 38 
 
Das Haus war ab 1819 im Besitz der Familie Prosl, die Wirte waren daher Pachtwirte.
 
Um 1840: Martin Hüttler ist Gastwirt in Kirchberg 38, Gattin Theresia Sturm
 
1845: Joseph Weiger, Gastwirt in Kirchberg 38 stirbt mit 42 Jahren an Gehirnlähmung
 
Um 1868: Johann Feringer ist Gastwirth in Kirchberg 38.
 
Um 1862/65: Josef Tratlechner ist Gastgeber, Gattin Barbara geb. Prosl.
 
1871: Franz Hofmann ist Gastwirt in Kirchberg 38.
 
Um 1876: Josef Prosl ist Gastwirt in Kirchberg 38.
 
Einbruchsdiebstahl
Der hiesige Wirth Josef Prosl hatte Sonntags den 26. d. M. mehr Gäste als sonst. Neben dem Gastzimmer ist ein Greißlerladen, in den man  von der Straße aus ebenfalls hineingelangen kann. Die äußere Thüre war noch nicht gesperrt, da machten sich freche Diebe daran, zerbrachen die Glasscheiben, drangen in das Gewölbe, raubten die Geldlade mit etlichen 20 Frl. und mehreren Schriften und Schlüsseln.
(Kremser Zeitung vom 1.2.1890)
Die Diebe wurde am Ball in Neustift aufgegriffen, wo sie aufgefallen waren, weil sie mit vielen kleinen Münzen bezahlt hatten.
 
Am 15. Jänner 1910 findet beim Bezirksgericht Kirchberg die freiwillige Lizitation des Prosl’schen Gasthauses samt Landkrämerei statt. Das Anwesen ist auch für andere Geschäfte als Holz- und Kohlenhandel, Fleischhauerei etc. geeignet.
(Österreichische Land-Zeitung vom 1.1.1910)
 
 
 
 
Kremser Straße 40
 
Dieses Haus wurde abgerissen, es lag ebenfalls auf dem Areal des jetzigen Wohnbaues.
 
Bis 1978: Kirchberg 41
 
1800: Der bürgerliche Hausbesitzer und Gastgeber Joseph Thum, Sohn des Gastgebers Bartholomäus Thum aus Langenlois, Kirchberg 41, heiratet Anna Maria, die Tochter des Langenloiser Hufschmiedes.
 
Außer der Kirche ist im Spitale, welches an der Kremser-Straße neben dem Wirtshause steht,….
(Franz Xaver Schweickhardt, 1835)
 
Das Haus ging um 1800 in den Besitz der Familie Roßkopf über.
 
1821: Der Gastwirt und Fuhrwerksunternehmer Johann Georg Roßkopf stirbt mit 59 Jahren in Kirchberg 37. Wirt dürfte er aber in Kirchberg 41 gewesen sein. Er wurde um 1771 in Heinrichsschlag geboren.
 
1929: Bezirkskatholikentag
…Nachher waren die Versammlungen der Männer bei Roßkopf,
(Pfarrchronik)
 
1838: Franz Roßkopf (geb. um 1797), Sohn des obigen, bürgerlicher Gastwirth, Hausinhaber und Schulaufseher, Kirchberg 41, stirbt mit 41 Jahren am Zehrfieber.
 
1846 stirbt der bürgerliche Gastwirt Franz Schauenstein mit 45 Jahren in Kirchberg 41.
 
1859: Franz Roßkopf (1824 -1916) ist Gastwirt in Kirchberg 41, Gattin Amalia Fiegelmüllner. Franz Roßkopf, Sparkassadirektor und langjähriger Bürgermeister von Kirchberg, wird oft auch als Gastwirt bezeichnet, inwiefern das stimmt, ist nicht bekannt.
 
Im Vordergrund das "Roßkopfhaus", dahinter das Bürgerspital, das Gasthaus Anker und das Postamt. 
Karte: Hermann Pistracher, Kirchberg
 
 
 
Kremser Straße 40
 
Gasthaus Anker
 
Dieses Haus wurde abgerissen, es lag ebenfalls auf dem Areal des jetzigen Wohnbaues.
 
Bis 1894: Kirchberg 42 
 
1874 erwarb der Tischlermeister Johann Gsell das Haus.
Franz Anker, geb. 1883 in Unterdürnbach, Sohn des Wirtschaftsbesitzers Josef Anker, heiratet 1920 Pauline Perl, Obermüllersochter aus Wr. Neustadt. Bei der Heirat in Mariazell wird er bereits als Weinproduzent und angehender Gastwirt in Kirchberg beschrieben. Der Betrieb umfasste daneben noch eine Rebschule.
Er stirbt 1947 mit 64 Jahren in Kirchberg 42. Seine Witwe heiratet 1966 in Wr. Neustadt Otto Hengst.
 
Um 1933: Rudolf Komarek (geb. 1903 in Wien) ist Gastwirt in Kirchberg 42, Gattin Katharina geb. Stubaum aus Dörfl. Sein Vater war Einspäner-Besitzer in Wien.
 
Im April 1939 fuhr Adolf Hitler auf der Kremser Straße vorbei, wobei nebenstehende  Aufnahme entstand:
 
Tochter Hermine Komarek heiratet 1953 Ernst Mantler aus Engelmannsbrunn. Die Ehe scheitert, sie heiratet dessen Bruder Anton Mantler und führt mit ihm das Gasthaus weiter.
 
Karte: Herbert Eder, Kollersdorf
 


Antwort auf eine Rebenbestellung, 1924

   


Bilder: Hermann Pistracher, Kirchberg

 
Bild: Herbert Eder, Kollersdorf

 
Die Kegelbahn war versteckt über eine Leiter zu erreichen.

   
 
   
Unter dem Haus befand sich bis zum Abbruch der nach den letzten Besitzern benannte
Mantler-Keller mit reich verzierten Fassböden. Weitere Aufnahmen siehe hier.
Bilder: Marianna Eckart, Engelmannsbrunn; weitere Bilder siehe hier.
 

Das Grab der Familien Anker, Komarek und Mantler am alten Kirchberger Friedhof.
 
 
Das Haus wurde im Frühjahr 2014 abgerissen.
 
  
 
Bei einem der letztgenannten Gasthäuser könnte es sich um jenes gehandelt haben, in dem Beethoven auf seiner letzten Reise von Gneixendorf nach Wien übernachtet hat.
Näheres siehe hier unter „Beethovenstiege“.
 
 
 
 
Kirchberg 46
 
(alte Nummer)
 
1864: Der verehelichte Gastwirth Leopold Rader stirbt mit 73 Jahren in Kirchberg 46.
 
Um 1871: Josef Kainz ist Gastwirt in Kirchberg 46.
 
1873: Der Gastwirt Josef Wodizka jun. in Kirchberg 46, heiratet Anna Maria Zeitelberger aus Ottenthal.
 
 
 
Kirchberg 47
 
(Alte Nummer)
 
Ab ca.1787: Der Gastgeber Joseph Mayr und Gattin Clara geb. Gruß. Er war gleichzeitig Bader am Badhaus, das sich hier befunden haben dürfteEr stirbt 1809 mit 58 Jahren.
 
1822/38: Leopold Huber ist Gastwirt in Kirchberg 47, Gattin Rosalia Pacher
 
Um 1850: Albert Schlerith ist Gastwirt in Kirchberg 47, Gattin Franziska geb. Hörmann.
 
 
 
Kirchberg 50
 
(alte Nummer)
 
1875: Anton Kainz stirbt als Gastwirth in Kirchberg 50 mit 74 Jahren. Es kann sein, dass dies nur sein Wohnsitz in der Pension war, da er um 1965 Wirt im Damianhaus war.
 
 
 
Kremser Straße 5
 
Gasthaus Heiß
 
Bis 1977:  Kirchberg 51
 
Georg Klimmer (geb. 1837 in Ottenthal) war Gastwirt in Kirchberg 51, verheiratet mit Anna.
 
Georg Klimmer ist um 1889 Gastwirt und Hausbesitzer in Kirchberg. Er wird als Kurator bei einem Verfahren zur Todeserklärung genannt.
(Wiener Zeitung vom 5.5.1889)
 
Das Gashaust ist 1891 in der Kremser Zeitung im Zusammenhang mit dem Unfall eines Pferdefuhrwerkes bei der dortigen Kreuzung genannt.
 
Der Wirt ist 1894 mit 56 Jahren verstorben.
 
 
Gasthaus Heiß: Ignaz Heiss und Antonia geb. Sykora, waren um 1900 die Wirtsleute.
 
1903 sollte das Gasthaus verkauft werden:
Gasthaus in Kirchberg a. Wagr. Nr. 51, Eckhaus zweier Bezirksstraßen, nahe an der Bahnstation, wird aus freier Hand verkauft. Nähere Auskünfte erteilt Ignaz Heiß in Kirchberg 51.
(Kremser Zeitung vom 25.12.1903)
Warum das Haus zum Verkauf stand, ist nicht bekannt, jedenfalls wurde es von der Familie weitergeführt.
 
Kinderkonzert.
Begünstigt vom herrlichen Frühlingswetter fand am Donnerstag, den 21.d. im Gasthausgarten des Herrn Ignaz Heiß ein Konzert der Kirchberger Knabenkapelle unter Leitung ihres Musiklehrers Herrn Adam Prohaska statt. Dasselbe wies einen großen Besuch auf und jedermann konnte mit großer Befriedigung die Leistungen der jungen Musiker akklamieren. Alle Ehre dem Herrn Dirigenten, der in kurzer Zeit Erstaunliches an Arbeitskraft und Arbeitsfleiß aufweisen konnte. Küche und Keller des Gastwirtes Herrn Heiß boten das Beste. Möge uns bald wieder ein so genußreicher Nachmittag durch die Knabenkapelle Kirchberg beschieden sein.
(Österreichische Land-Zeitung vom 30.5.1914)
 
Sohn Franz Heiß, geb. 1903, übernahm mit Gattin Maria geb. Löschel aus Mallon 1934 das Gasthaus, daneben hatte das Ehepaar noch eine Landwirtschaft.
 
Josef Heiß war von 1946 bis 1956 Bürgermeister der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram.
 
1951 spendete Theodor Kardinal Innitzer in Kirchberg das Sakrament der hl. Firmung. Zu seinem Empfang hatte sich eine Menschenmenge von ca. 4000 Personen eingefunden. Das Mittagessen mit den Honoratioren fand im Gasthaus Heiß statt.
(Pfarrchronik)
 
 
Festmal mit Kardinal Innitzer, 1951
Bild: Anton Halmer, Mitterstockstall
 
 
1953: Am. 16. März feierte Hochw. H. Pfarrer geistl. Rat Josef Pelzmann seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß veranstaltete die Pfarre ihrem Seelsorger eine schöne Feier…..Anschließend waren die Ehrengäste zu einem Imbiß im Gasthause Heiß versammelt. Die Kosten trugen alle Gemeinden gemeinsam.
(Pfarrchronik)
 
Hochwasser 1954 in den Donauorten:
In Kirchberg wurde vom Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes ein Auffanglager im Gasthaus Heiß und Privatquartiere bereitgestellt.
(Schulchronik Kirchberg)
 
1968 folgte Sohn Josef Heiß mit Gattin Hermine. Das Ehepaar baute Fremdenzimmer und den Speisesaal, 1975 wurde der Grillhendlheurige eröffnet. Im selben Jahr verunglückte Josef Heiß bei Arbeiten in seinem Stadel tödlich. Die Witwe Hermine Heiß führte den Betrieb weiter.
 
1979: Primiz von Josef Markl aus Neustift - das Festmahl war im Gasthof Heiß.
 
1985 übernahm Sohn Josef Heiß mit Gattin Andrea den Gasthof.

Hier finden viele Veranstaltungen von öffentlichen Stellen statt: Der Plan des Kreisverkehrs beim Gasthaus wird hier 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Vor dem Bau der Wagramhalle fanden hier so gut wie alle Kirchberger Bälle statt.

Ab Sommer 1998
Jeden Samstag ein anderes Schmankerl:  Am ersten Samstag im Monat Backhendl, am zweiten Surbraten, am dritten knusprige Ripperl, am vierten Surschnitzel, sollte es einen fünften Samstag geben, wartet das Gasthaus mit einer Überraschung auf. Neu im Programm sind auch Pizzas in allen möglichen Variationen.
(Kirchberg am Wagram, Lebensqualität am Land, Sommer 2000)

Vor dem Gasthaus Heiss wurde im Zuge der Fertigstellung des Kreisverkehrs ein Schanigarten eröffnet.
(Kirchberg a Wagram – Lebensqualität am Land, Sommer 1999)

Mit Ende 2020 sperrte das Gasthaus seine Pforten für immer. Die Liegenschaft wurde von einem privaten Investor gekauft, es soll eine Tiefgarage, Wohnungen und ein Geschäftslokal entstehen.

(NÖN, Woche 06/2021)
 
 
 
Das ehemalige Gasthaus, Februar 2021
 
 
 
Kirchberg 60
 
"Zur neuen Welt"
 
Müllergraben, in der Kurve rechts von unten kommend. Dieses Haus wurde abgerissen, es lag auf dem Areal des jetzigen Wohnbaues.
 
Karte: Hermann Pistracher, Kirchberg
Alois Schiel, geb. 1859 in Braunsdorf, heiratet 1893 die Bindermeisterstochter Franziska Kellner. Er wird dort als Wirt, wohnhaft in Kirchberg 36 genannt. (Nr. 36 ist das heutige Haus der Familie Zwickl.)
Bei der Taufe des Sohnes Alois Karl im Jahr 1894 ist die Adresse Kirchberg 26. (ehemals Faber Druck, jetzt Fandl).
Im Jahr 1896 bei der Geburt von Sohn Karl Franz steht Nr. 35.
 
Bild von einer Theatervorstellung. Hermann Pistracher, Kirchberg
 
 
Im Verzeichnis für Handel und Gewerbe von Kirchberg im Jahr 1903 ist Alois Schiel als Wirt angeführt, aber nicht auf welchem Haus.
 
Das Gasthaus in Kirchberg 60 wurde erst 1908 eröffnet, wie eine Zeitungsanzeige bestätigt:
Herr Alois Schiel eröffnet das im Haus Nr. 60 neu errichtete Gasthaus Sonntag den 14. Mai, aus welchem Anlasse ein Konzert und Tanzkränzchen stattfindet.
(Österreichische Land-Zeitung vom 23.5.1908)
 
Der erste Familienabend der Südmarkortsgruppe Kirchberg am Wagram fand im Gasthaus Alois Schiel statt.
(Österreichische Land-Zeitung vom 9.7.1910)
 
1920: Bezirkskatholikentag: Hr. Engelhart, Kurpriester von Stefan in Wien war Vortragender bei Gastwirt Schiel für die zahlreichen Jungfrauen.
(Pfarrchronik)
 
Bei der Heirat der beiden Söhne im Jahr 1922 steht als Adresse Kirchberg 60. Alois sen. ist zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben.
 
Um 1920/1929: Gastwirt Alois Schiel, Müllergraben – Sohn Alois Schiel hat also das Gasthaus weitergeführt.
 
1929: Wie in den anderen Gasthäusern, traf sich anlässlich des Katholikentages auch hier eine Gruppe, um Vorträge zu hören, nämlich die weibliche Jugend.
(Pfarrchronik)
 
1939 musste Alois Schiel einrücken.
 
1942: Zugunsten des Winterhilfswerkes (gaueigene Sammlung) veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP Kirchberg bei Alois Schiel eine Weinkost. Im Ganzen wurden 260 l gespendet.
(Schulchronik Engelmannsbrunn) 
 
1945: Da beide Schulgebäude von den Russen besetzt waren, räumte ich am 7.6.45 mit Hilfe des Hptsch.Dir. Ziskovsky, den ich zu diesem Zweck von der Arbeit für die Besatzung freibat, und die Herren Bantschnig und Kainz sen. das Gasthaus Schiel. Am 8.6.45 wurde alles von freiwillig helfenden Frauen gereinigt und am 11. u. 12.6.45. von uns eingerichtet.
(Schulchronik)
 
1952: In diesem Schuljahr leidet die Schule Kirchberg schon empfindlich unter dem Raummangel. Eine Klasse wurde, wie bereits im Schuljahr 1951/52, im Pfarrheim untergebracht (3.Kl.V.) und eine Klasse (2.Kl.V.) bezog einstweilen ein Zimmer bei Herrn Alois Schiel.
(Schulchronik)
 
1951: In der Gemeinde Oberstockstall hatten Russen der Barbarastatue auf dem Feldwege nach Ruppersthal den Kopf abgeschossen. Dieser Gottesraub hatte unter der Bevölkerung damals – die Freveltat geschah 1945 – heftigste Empörung hervorgerufen. Herr Alois Schiel hatte nun mit kunstfertiger Hand einen neuen Kopf geschnitzt und das uralte Bild wiederhergestellt.
(Schulchronik)
 
1952: Ein Rauchfaß, das Herr Alois Schiel in Besitz hatte, schenkte dieser der Kirche
(Schulchronik)
 
Zuletzt wurde das Gasthaus von Trude Schiel geführt.
 
 
 
Bahnstraße 42
 
„Zum Bahnhof“
 
Das Gasthaus liegt in Gemeindegebiet von Neustift und trug bis 1894 die Nummer 71.
 
Bild: Anton Schwanzer, Utzenlaa
 
 
Ignaz Schwanzer wurde 1834 in Dörfl als Bauernsohn geboren. 1867 heiratete er Barbara Gross, deren Schwester Maria mit dem Gastwirt Georg Passecker verheiratet war (Marktplatz 10, dem goldenen Löwen). 1891 erwarb er ein Grundstück gegenüber des Bahnhofes, um dort ein Gasthaus zu errichten:
Hausbau. Ignaz Schwanzer, ehemaliger Hausbesitzer in Kirchberg wird heuer noch ganz in der Nähe des Bahnhofes eine Haus bauen und auf demselben das Schankgewerbe, sowie Holz und Kohlenhandel betreiben. Es ist also damit einem dringenden Bedürfnisse all derjenigen abgeholfen, die zum Zuge zu früh oder zu spät kommen und nicht trocken sitzen wollen.
(Kremser Zeitung vom 7.6.1890)
 
Das Gasthaus wurde 1901 an Anton Maringer verkauft. Ignaz Schwanzer ist 1911 mit 77 Jahren in Kirchberg 54 verstorben.
 
Josef Bernhard (geb. 1853) ist vorerst Wirtschaftsbesitzer in Mallon 3. Zwei Gattinnen sterben bereits einige Jahre nach der Hochzeit. Mit seiner dritten Gattin Theresia geb. Grill, der Schwester seiner zweiten Gattin, kauft er 1902 das Gasthaus an der Bahn.
 
1919 übergibt er an seinen Sohn Josef Bernhard (geb. 1885) und dessen Gattin Anna geb. Brandl.
 

Karte: Herbert Eder, Kollersdorf
 
 
1925: Glockenweihe
Am Donnerstag den 13. August kamen von der Glockengießerei Karl Kutter in Wien XII. per Bahn für die Pfarrkirche Kirchberg 2 Glocken und für das Spital 1 Glocke an. Die Freude der Bevölkerung war groß. Im Hause des Gastwirtes Bernhard wurden die Wägen und die Glocken geschmückt. Am Vorabende des Maria Himmelfahrtsfestes kam der hochwürdigste Herr Prälat und Generalabt von Klosterneuburg Dr Josef Kluger in Begleitung des hochw. Herrn Ceremoniers Dr Leo Schober. Am 15. August in den Morgenstunden versammelten sich die Gemeindevertretungen der Pfarre mit den Feuerwehren, Kriegerverein und Burschenvereinen am Marktplatze und in schöner Ordnung mit den Musikkapellen begleitet, ging der Zug zur Restauration Bernhard beim Bahnhofe wo die Glocken abgeholt wurden und die beiden Glockenpatinnen Frau Maria Zwickl und Frau Anna Bernhard….
(Pfarrchronik)
 
1932: Wieder hatte die Pfarrgemeinde die Freude, ein Pfarrkind Hochw. Karl Lill von Dörfl, zum Altare zu begleiten…. Das Mittagmahl war bei Gastwirt Josef Bernhard.
(Pfarrchronik)
 
1958 übernimmt Sohn Josef Otto Bernhard (geb. 1922) zuerst mit seiner Mutter, dann mit seiner Gattin Margarethe das Gasthaus. Er ist 1996 verstorben.
 
Nach dem Tod seines Vaters übernahm Sohn Rainer Bernhard und führte das Gasthaus bis Ende 2014 weiter. Mittlerweile ist es abgerissen und durch einen modernen Wohnbau ersetzt worden.

1998
Der Jungwirt aus Kirchberg, ist nicht nur im Gasthaus schnell. Sein großes Hobby ist das Motorradfahren, was dazu geführt hat, daß sein Gasthaus zu einem beliebten Bikertreffen geworden ist…
(Kirchberg am Wagram, Lebensqualität am Land, Sommer 2000)

 
 
Der neue Wohnbau, 2021 
 
Gasthaus am Bahnhof
 
Westlich neben dem Bahnhofsgebäude
 
Sepp Rittler, auch als Heimatdichter und Journalist bekannt, betrieb in den 1920er-Jahren beim Bahnhof einen Imbissstand. Da er diesen nur rund um die Zugfahrzeiten öffnen hätte dürfen, suchte er kurzerhand um eine Gasthausbewilligung an, die er auch erhielt.
 
 
 
Bilder und Texte: Hermann Pistracher, Kirchberg
 
 
 
Marktplatz 33
 
Kaffeehaus Schwillinsky
 
Bis 1894: Nr. 27
Nach 1894: Nr. 34
 
1880 kaufen Johann Müllner und Theresia, geb. Pöltner, das Anwesen. Johann ist Bäckermeister, gebürtig aus Groß Siegharts. 
 
Ansichtskarte
 
Ob hier eine Bäckerei betrieben wurde und schon das Kaffeehaus, kann nicht gesagt werden.
Bild: Hermann Pistracher, Kirchberg   
 
 
Der in Spitz geborene Karl Schwillinsky heiratete 1912 in Gobelsburg Angela Weber. 1913, bei der Geburt des Sohnes Karl Josef wohnte die Familie bereits in Kirchberg 34 und hatte eine Bäckerei eröffnet. 
 
 
  
links: Das ehemalige Kaffeehaus links im Bild
rechts: Das ehemalige Kaffeehaus rechts im Bild, oberhalb das Kaufhaus Delapina.
Bilder: Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien
 
 
Sohn Karl Josef Schwillinsky führte den Betrieb weiter, ebenso dessen Sohn Karl Schwillinsky (geb. um 1930). Mittlerweile war eine Konditorei daraus geworden.
 
 
LInks im Bild: Die Lehrer der Fahrschule Zimmerer verbrachten ihre Wartezeit gerne im Kaffeehaus.
Bild: Hermann Pistracher, Kirchberg
 

Das Kaffeehaus um 1980
Bild: Christine Dreschkai, Kirchberg
 
Tochter Christina heiratete Johann Markl aus Fels, mit dem sie die Konditorei weiterführte.
 
2000 - Inhalber sind Martin und Irmgard Karl
10 Jahre Café – Konditorei Karl
Am Anfang stand ein schwerer Entschluß: sollen wir oder sollen wir nicht? Zum Glück entschieden sie sich für das Erstere. Martin „Max“ Karl – Bäcker und Konditormeister – und seine Gattin Irmgard „Gabi“, eine gelernte Kellnerin, wagten den Schritt in die Selbständigkeit und übernahmen das „Café Schwillinsky“ in Kirchberg. In kurzer Zeit gelang es ihnen, durch eine gemütlich Atmosphäre und eine freundliche und flotte Bedienung, zusammen mit den köstlichen Produkten aus Martin Karls Backofen, zu einem beliebten Treffpunt für jung und alt zu werden. Auch wer eine originelle Torte brauchte, war in der Café-Konditorei Karl an der richtigen Adresse. Heute ist das Café weit über Kirchberg hinaus zu einem Begriff für eine gemütliche Kaffeehaus-Atmosphäre geworden, wofür vor allem „Gabi“, Martin und ihre Personal sorgen, die jedem das Gefühl geben, nicht nur Gast, sondern ein Familienmitglied zu sein.
(Kirchberg am Wagram, Lebensqualität am Land, Sommer 2000)
  
Kaffeehaus Karl
Bild: Hermann Pistracher, Kirchberg
 
Später führten einige Pächter die Konditorei weiter, u.a. Erich Streuhofer und Gattin Elisabeth, dann stand der Betrieb einige Jahre leer.  
 
Herr Vogel kaufte das Haus, renovierte es gründlich. Unter dem Namen Markthaus wurde vom Pächter Georg Liepold 1918 ein Restaurant eröffnet. Ende 2020 schloss er den Betrieb wieder und übersiedelte nach Grafenwörth.

2021 eröffnete hier das Weinhaus mit einem speziellen „Bistronomie-Konzept“ unter den Betreibern Lukas Humer, Rafael Reisser und Eric Broz.

 
 
Ohne Adresse
 
Folgenden Gastbetrieben konnte keine Adresse zugeordnet werden:
 
1748: Joseph Anmann, Würth und Gastgeb Alda
(Mirakelbuch, Seite 20, Num. 5)
 
1749: Johann Georg Höbröner Würth und Gastgeb allda
(Mirakelbuch, Seite 51, Num. 27)
Das Mirakelbuch siehe hier.
 
 
Um 1828: Josef Marchardt ist Gastwirt.
1861 verkauft der Wirt Franz Bayer wegen Lokal-Veränderung 1 Billardtisch samt Bällen und sämtlichen Queues um 48 Gulden sowie ein Klavier, beinahe neu, um 35 Gulden.
(Kremser Wochenblatt vom 8.6.1861)
 
1865: Ignaz Neufeld betreibt eine Branntweinschenke in Kirchberg.
(Morgen-Post vom 3.10.1865, veröffentlicht in ANNO)
Ignaz Neufeld war in Kirchberg auch Krämer, Knochen- und Hadernsammler. 1885 wurde der Konkurs über sein Vermögen eröffnet. (Wiener Zeitung vom 8.2.1885)
 
 
 
 
Allgemein
 
Um 1775
In der Zeit der zahlreichen Wallfahrten zur Kapelle Maria Trost auf dem Weg nach Mitterstockstall und später zur Pfarrkirche St. Stephan/Maria Trost gab es in Kirchberg 7 Wirte.
 
 
Gastwirte im Jahr 1903
Emerich Baumann
Joachim Baumann
Johann Ehrentraut
Josef Fidelsberger
Ignaz Heiß
Johann Rittler
Alois Schiel   
 
Als Kaffeesieder sind genannt:
Ignaz Heiss
Josef Prosl
Johann Rittler
(Österreichischer Zentralkataster sämtlicher Handels-, Industrie- und Gewerbebetriebe, 1903, NÖ Landesarchiv)
 
1949
Laut Heimatkalender des Bezirkes Tulln gab es 1949 5 Gasthäuser
 
 
 
 
 
Gasthäuser heute
 
Gebietsvinothek Weritas
Betreiber Gerhard Hintermayer
Marktplatz 44
 
Pizza Friska
Marktplatz 24
 
Shakespear Pub
Betreiberin Brigitte Tillich
Marktplatz 10
Das einzige Lokal, das auf einem alten Gasthausstandort betrieben wird.
 
 
Weitere Quelle: 
Grundbuch Kirchberg am Wagram
 
 
 
Bilder und Ansichtskarten:
Herbert Eder, Kollersdorf; Anton Halmer, Mitterstockstall; Anton Schwanzer, Utzenlaa; Otto Moosbauer, Kirchberg, Maria Schachamayr, Tulln; Dr. Rudolf Delapina, Kirchberg/Wien; Dr. Franz Delapina, Kirchberg; Christine Dreschkai , Kirchberg; Marianne Eckart , Engelmannsbrunn; Hermann Pistracher , Kirchberg; Karl Gangl, Mallon; Pfarrchronik Kirchberg am Wagram, Maria Knapp, Winkl.
 
 
Februar 2021
Maria Knapp