Die Kunstdenkmäler von Königsbrunn am Wagram

 

Letze Änderung: 23.11.2014

 

Entnommen aus:

DEHIO-HANDBUCH
Die Kunstdenkmäler Österreichs; Niederösterreich nördlich der Donau, 1990

 

KÖNIGSBRUNN am Wagram. Gemeinde Königsbrunn am Wagram. Polit. Bez. Tulln

MARKT, am Südhhang des Wagram. – Im Ortsbereich mittelalterliche Hausberganlage, durch den Einbau von Häusern fast völlig zerstört. – Urk. 1177. – Ursprünglich Dreieckanger, zu Straßendorf erweitert. An der Hauptstraße überwiegend geschlossene, traufständige Verbauung durch 2geschossige Ackerbürgerhäuser, wenige 18. Jh. (Nr. 17, 47, 65), der Großteil 19. Jh. mit späthistoristischen Fassaden (Nr. 16, 28, 50; Rathaus, Nr. 71).Vereinzelt eingeschossige Zwerchhöfe und Gassenfrontenhäuser. – Im S, parallel zur Hauptstraße Hinausgasse mit Stadelreihe.

Im N am Abhang des Wagram Kellergasse mit gut erhaltenen Kellern und Preßhäusern, 2. Hälfte 19. Jh. / um 1900, einige mit Sichtziegeldekor.

PFARRKIRCHE hl. Johannes der Täufer, in erhöhter Lage am Berghang. Ursprünglich barocker Saalbau 1756/57 von Joseph Koch, 1898 verlängert, 1936 zu kreuzförmiger Anlage mit Rundapsis und Turm erweitert. – Filiale von Kirchberg am Wagram, 1783 Pfarrerhebung . Restauriert 1983.

Außenbau. Langhaus, S-Fassade späthistoristisch mit gestaffelten Pilastern, Rundbogenfenstern und Rechteckportal. An der N-Wand Strebebögen mit rundbogigen Durchbrüchen. Querhaus mit Rundapsis und Rundbogenfenstern. NO-Turm, halb eingezogen, mit schmalen Rundbogenfenstern und Pyramidenhelm. – SO-Sakristei. – N-Zubau mit Pultdach.

Inneres. Langhaus, 4jochig, platzlgewölbt, Gliederung durch Doppelpilaster, welche sich über dem Kämpfergesims zu Gurten fortsetzen. Orgelempore mit gerader Brüstung. Querhaus, flach gedeckt mit leicht erhöhter halbkreisförmiger Apsis; flachbogiger Scheidbogen.

Wand- und Deckengemälde, bezeichnet E. Peter 1947; Mariae Verkündigung, hl. Josef in seiner Werkstatt, Flucht aus Ägypten, hl. Mönch (?), Letztes Abendmahl, Fischfang Petri, Heilung des Blinden. – Glasfenster, hl. Franz, bezeichnet 1898, hl. Elisabeth, bezeichnet 1848, Hll. Johannes Nepomuk, Leopold und Antonius, 1983 ergänzt; in der Apsis Hll. Judas Thaddäus und Theresia, um 1936.

Hochaltar mit Altarblatt Taufe Christi sowie 2 einander entsprechende Seitenaltäre, Altarblätter Herz Jesu und Maria Immaculata, um 1936. Kanzel romanisierend, um 1936.

Pfarrhof, unterhalb der Kirche, 2geschossiger Bau mit Walmdach, urk. 1762; spätbarocke Obergeschoßfassade mit Putzgliederung, Zubau von 1876.

MARIA LOURDES KAPELLE, im N an der Kellergasse. Neugotischer Rohziegelbau mit eingezogener polygonaler Apsis; spitzbogiges Portal und Fenster. Inneres kreuzrippgenewölbt, Statue Maria Lourdes.

HÄUSER. Nr. 17: Breit gelagerter spätbarocker Bau mit genutetem Erdgeschoß, im Obergeschoß Stuckpilastergliederung sowie stuckierte Fensterrahmungen mit geschweifter Verdachung; Rundbogennische mit Figur Maria Immaculata, 2. Hälfte 18.Jh., Portal 2. Hälfte 20. Jh. – Nr. 29: 2geschossiges Ackerbürgerhaus, 1. Hälfte 19. Jh., mit breitem Flachbogentor und Sonnenmotiv, seitliches Späherfenster. – Nr. 47: Spätbarockes Ackerbürgerhaus, 3 Viertel 18. Jh., genutetes Erdgeschoß, Obergeschoßfassade mit Stuckpilastern und spätbarocken Fensterrahmungen; Freskomedaillon Trinität aus der Bauzeit. – Nr. 65: Ackerbürgerhaus, Ende 18. Jh., Hoftor und Flachgiebel mit Pinienzapfenbekrönung, um 1700(?).

FRIEDHOF, 1797 angelegt. Friedhofskreuz, kunstvolle Rokoko-Schmiedeeisenarbeit von Adam Michael Kuhn, um 1760. – 2 spätbarocke Grabsteine an der Friedhofsmauer, bezeichnet 1767 und 1793. – Grabkapelle Familie Mantler, neugotischer Backsteinbau, Ende 19./Anfang  20. Jh.

KLEINDENKMÄLER. Dreifaltigkeitssäule mit Gnadenstuhl, bezeichnet 1873 sowie Figur hl. Bischof, 1. Hälfte 18. Jh., vor der Kirche. – Sandsteinfigur hl. Johannes Nepomuk auf Volutensockel, mit Chronogramm bezeichnet 1765, vor der Schule. – 3 Kapellenbildstöcke, am westl. Ortsausgang, bezeichnet 1835, am nördl. Ortsausgang bezeichnet 1832; beide mit Spitzgiebel und Biedermeier-Steckgitter; am südöstl. Ortsausgang um 1830/40. – Kapellenbildstock, an der Hintausgasse, um 1900.

 

18. April 2012
Maria Knapp