Topographien von Königsbrunn am Wagram

 

Letzte Änderung:  10.12.2014

 

Bereitungsbuch
NÖ Landesarchiv 

"Beschreibung aller Stött, Marckht, dörfer, auch ainschichtigen Höf unnd Müllen In österreich und der der Ennß, des Viertls unnder Manhartsberg durchHannsßen Zolcher, wonhaft zue Dierncrut beschriben Anno 1590isten.

(507) Königsbrunn, fo.144v

Jonas von Heysberg, Obrigkeit                                          26
Herr Bernhard Turzo auf Grafenegg                                  10
Herr von Auersberg zu Niedergrünbach                              5
Hans Moser zu Winkelberg                                                11
                                                                             Sua:       52 hauß" 

 

Josephinische Landesaufnahme
um 1780, Kriegsarchiv Wien

"Königsbrunn: Hat einige von Stein erbaute Häuser, liegt am Fuß der Leithen von welcher es dominieret wird, unter einen tiefen Thall, in welchen sich Quellen finden."

 

Topographische Tabellen von 1817
Diese Tabellen wurden von den Kreisämtern den diversen  Grundherrschaften zugesandt und von diesen ausgefüllt retourniert. NÖ Landesarchiv

"Königsbrunn
Dorf.

Königsbrunn ein am Wagram zwischen Hippersdorf und Unterstockstall gelegenes Pfarrdorf, der Herrschaft Neueigen und mit derselben der Herrschaft Grafeneck unterthänig, und dem dasigen Landgericht zugeordnet.

Durch diesen Ort gehet monathlich zweymahl, wann das Wetter günstig ist, die Zwetler Diligenie nach Wien und zurück, die aus Böhmen kommenden Glaswägen, und das übrige Fuhrwerk von Zwetl nach Wien, und die Körnerfuhren aus der stetteldorfer und göllersdorfer Gegend auf den Wochenmarkt nach Langenlois. Die Strasse ist sehr schlecht erhalten. Bey dem Dorfe läuft der gefährliche Schmiedabach, welcher hier durch öftere Überschwemmungen grossen Schaden zufüget. An diesem ist hier eine unterthänige Mühle, mit einem oberschlächtigen Weißgange.

Der Feldbaugrund erzeuget Rocken, Hafer, Gerste, türkischen Weitzen, Kraut, Erdäpfel und Obst beträchtlich zum Verkaufe. Heide, Klee, Burgunderrüben, Linsen, Erbsen, wie auch Grapp unbedeutend: ziemlich viel Flachs, und einen grösseren Betrag Safrans von gemeiner Gattung. Der hiesige Weinbau ist sehr stark: der Wein von mittlerer Gattung: er wird größtentheils an wienerische Händler verkauft. Die Gegend hat keine Waldungen, doch wird aus den unweit entfernten Donau-Auen hinlängliches Holz erhalten. Die Wiesengründe sind sehr beträchtlich: die Bienenzucht ist in gutem Zustande.

Die Schule wird fleißig besucht, und die Erziehung besorget. Arme erlangen aus dem eingefürthen Institute die nötige Unterstützung. Luft und Wasser sind gut und gesund.

Königsbrunn bestehet aus 63 Häusern, denen 3 der Herrschaft Winkelberg, 1 der Herrschaft Stetteldorf, 15 der Herrschaft Grafeneck dienstbar sind, 89 Familien, 215 männliche, 218 weibliche Köpfe: im Dorfe sind 1 geprüfter Wundarzt, 1 Müller, 1 Fleischer, 1 Bäcker, 1 Kramer, 1 Schmied, 1 Binder, 2 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Weber.
Der Viehstand zählet 58 Pferde, keinen Ochsen, 150 Kühe, 200 Schafe, .. Ziegen, 25 Schweine. –

Der Landesfürst hat das Patronatsrecht zu dieser im Jahre 1874 neuerrichteten Pfarre, welche vormahls nur ein Beneficium war. Der Markt Hippersdorf, und das Dorf Zausenberg sind der selben einverleibet. Sie stehet unter dem Decanate Wagram. Der Pfarrer hat keinen Capellan, und beziehet seine Einkünfte im baaren Gulden. Seine Pfarrgemeinde beläuft sich auf 800 Seelen, unter welchen jährlich im Durchschnitte 26 Getaufte, 24 Gestobene, Getrauter 7 Paare anzunehmen sind." 

 

Maria Knapp
Oktober 2012