Testament der Franziska Pable

 

Franziska Pable (1769 – 1821), eine ledige Tochter des Freihofbesitzers Johann Georg Pable verfasste, schon von Krankheit gezeichnet, ihr Testament:
 
 
Im Nahmen Gottes des Vaters, des Sohnes, und des heiligen Geistes Amen.
 
Uiberzeugt, daß der Tod einem jeden Menschen gewiß, die Stunde desselben aber ungewiß ist, habe ich mich bey gesunder Vernunft entschlossen, um nach meinem Tode allen Streitigkeiten vorzubeugen, folgendes in Betreff meines Vermögens anzuordnen.
  1. Mein Leichenbegrabniß soll mit halben Konduckt gehalten werden.
  2. Sollen nach meinem Tode in meiner Pfarrkirche Altenwörth 50 fl W.W. auf heilige Messen angezahlt werden.
  3. Vermache ich dem Armeninstitute Altenwörth 5 fl W.W. und für die Normal-Schulfonde 3 fl.
  4. Vermache ich mein sämtliches Vermögen (welches besteht in Einem Kasten, Tischzeug, Zinngeschirr, 1 Kuh, Leibeskleidung, im Gelde was noch auf dem Hofe ligt, das väterliche und mütterliche Erbtheil) meinen zwey Schwestern Anna Pable, und Theresia, jetzt verehelichte Fekerl als Universal-Erben, weil sie mir durch mehrere Jahre in meinen kränklichen Zuständen beygestanden sind.
  5. Endlich schließe ich diese meine letzte Willensmeinung mit meiner eigenen und der hierzu erbethenen Herrn Zeugen ihre Nahmensfertigungen.
 
So geschehen zu Kollersdorf den 23. April 1821
Franziska Pable
Johann Michael Grameder, Zeig
Franz Wagner als erbeter Zeig
Lorentz Gfaller als Zeig
 

Sie starb am 26. April 1821 an Leberentzündung. Der Wert ihres Vermögens wurde in den Verlassenschaftslisten der Herrschaft Grafenegg mit 99 fl 44 xr 2 d angegeben.

 

Quellen:
Pfarrmatriken Altenwörth
NÖ Landesarchiv

 

Juli 2015
Maria Knapp