Feldpostbriefe Josef Sieberer

 

Letzte Änderung: 4.11.2014

 

Josef Sieberer (1894 – 1968) war ein Bauernsohn aus Absdorf. Mit 21 Jahren, Mitte des Jahres 1915,  musste er in den Krieg ziehen. Wie aus seinen Briefen an die Eltern hervorgeht, hätte er  viel lieber zu Hause in der Landwirtschaft gearbeitet. Er diente bei der  K.u.K 5/2 Pionier Kompanie als Sappeur (Truppenhandwerker). Er war in Linz und im ehemaligen Jugoslawien mit Holzarbeiten, Brückenbauen, Gewehrschaftherstellen etc. beschäftigt.

Oft schrieb er mit der Bitte um Brot nach Hause. Die Versorgung der Truppen war von Anfang an so schlecht, dass er schon bei seinem ersten Aufenthalt in Linz zu wenig zu essen hatte.

Trotz einiger Krankheiten und Spitalsaufenthalten (Lungenkatarrh, Malaria) kam er gut vom Krieg nach Hause. Er heiratete im Jahr 1922, hatte aber noch etliche Jahre mit wiederkehrenden Malaria-Anfällen zu kämpfen.  Sein ganzes Leben lang hatte er Schmerzen in den Knien  – eine Folge des Liegens auf kalten, harten Böden während des Krieges. 

Foto: Josef Sieberer bei der Musterung

Die etwa 70 Feldpostbriefe, Fotos und weitere Informationen hat freundlicherweise seine Tochter, Frau Anna Sieberer aus Absdorf, zur Verfügung gestellt.
Rechtschreibung und Zeichensetzung sind an die heute gültigen Regeln angepasst. Die Anschrift wurde – außer beim ersten Brief – weggelassen. Die Zeitangabe ist meist dem Poststempel entnommen. 
 

 

Die Briefe 

An Wohlgebornen
Herrn Bartholomäus Sieberer
in
Unter-Absdorf 16, a.d. F.J.B
Nieder-Österreich 

2.7.1915, Linz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, hoffe dass Ihr alle hübsch gesund seid, was auch bei mir der Fall ist.

Liebe Eltern, wie geht es immer zuhause, ich denke nicht zum Besten, weil uns schon aufgetragen worden ist, von zuhause nichts schicken zu lassen, denn die im Hinterland haben ohnedies genug zum mitzumachen.

Sonst geht es nicht so schlecht, wir arbeiten halt immer fort und so vergeht ein Monat ums andere und der Krieg nimmt halt kein Ende. Braucht auch nicht besorgt sein um mich, liebe Eltern, wenn ich auch manchmal Hunger habe, denke mir, einmal muß (es) doch anders werden. Zu kaufen bekommt man jetzt gar nichts mehr, nur Zucker das kg zu 8 Kronen, denn die Einheimischen führen selbst ein erbärmliches Dasein. Jetzt zieht der Frühling wieder ins Land, müsste um so vieles schöner sein, wenn man zuhause das hehre Osterfest feiern könnte. Im Winter hat es hier auch ein paarmal geschneit, was nicht alle Jahr vorkommt. Wie die Urlauber erzählen, war zuhause heuer strenger Winter, jetzt kommt schön langsam die Hitze, gehen schon wieder sehr viele ins Spital. Liebe Eltern, danke für alles, was ich bisher erhalten habe, war alles sehr gut und man freut sich halt, wenn man von zuhause etwas bekommt. Hätte jetzt wieder Gelegenheit, von einem Urlauber etwas mitnehmen zu lassen wenn es möglich ist, wenn nicht, so macht es auch nichts, ich komme schon so auch durch. Liebe Eltern, bitte Euch daher wenn Ihr wollt, mir ein bissl Brot, ein paar Pakel Kaffee, aber nicht den Konserven, sondern den anderen. Hat der Klein Pepi noch keine bestimmte Adresse? Auch habe dem Strell Johann seine Adresse verloren, bitte sie mir zu schreiben. Gruß an die Familie Schachenhuber, ist der Onkel eingerückt oder nicht?

Dürft mir nichts mehr schicken, ohne dass ich es verlange, denn jetzt wird die Sache kaputt, weil manchmal geht es sechs bis acht Wochen.

Liebe Eltern, bitte es mir nicht übel zu nehmen, das Paket soll längstens zehnten weggeschickt werden, außer Ihr erkundigt euch, wie lange es braucht. Der Urlauber fährt am 20ten weg, dann könnt Ihr es auch später wegschicken. Die Adresse ist Josef Stastnj  p. Turocz s z t marton Turocz mego Ober Ungarn. In der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen grüßt Euch alle herzlich Euer

dankbarer Sohn Josef 

 

21.8.1915, Zagreb

Am Kuvert:
Bin seit 3ten Juli von der Kompanie weg, war in den Spitälern Rijeka, Cetinge? Catanov, Sarajewo, Slavonisch-Brod, Bsvedin? und jetzt Agram: Kann möglich sein, dass ich zur Supervisierung geschickt werde und leichten Dienst bekomme. Zuerst stellte man mir Lungenspitzenkatarrh aus und jetzt Herzfehler. Nun schließe ich mein Schreiben mir vielen Grüßen und bitte um baldige Antwort.  Josef

Liebe (Eltern) teile mit, dass heute zwei Karten erhalten habend, die traurige Nachricht von dem Heldentot meines vielgeliebten Freundes mit Tränen in den Augen gelesen habe. Der Herr gib ihm die ewige Ruhe. Ehre seinem Andenken. 

Briefinhalt:

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich  Euch alle aufs herzlichste, hoffe dass Euch mein Brief in bester Gesundheit antreffen werde. Liebe Eltern, bekommt Ihr von mir kein Schreiben nicht, habe Euch schon 6 Karten geschrieben und um Geld gebeten und weder Antwort noch Geld bekommen. Mir geht es jetzt miserabel, kann nicht einmal was zu rauchen kaufen und weiß nicht, wie lange ich noch hierbleiben muss, bis ich endlich einmal zu einer Konsultierung komme wegen meinem Herzfehler, wahrscheinlich bleibe ich noch eine Zeit hier. Liebe Eltern, schreibt mir, ob Ihr nach Gebadin? Geld geschickt habt oder nicht, bekommen hab ich keines. Bin ja seit dem 4ten in Agram, die Zeit ist mir so lange, man bekommt hier alles zu kaufen, weißes Brot, und das ist das Bittere, dass ich kein Geld habe. 

 

4.9.1915, Linz

Liebe Eltern!
Ich ergreife die Feder um Euch, liebe Eltern, einige Zeilen zu schreiben und bin in der Hoffnung, dass Euch meine Karte in bester Gesundheit antreffen werde. Teile Euch mit, dass ich das Geld erhalten habe, 10 Kronen. Samstag um 2 Uhr nachm. Herzlichen Dank dafür. Schreibt mir, ob Ihr das Heu bei schönem Wetter eingebracht habt oder nicht. Da ihr schreibet, wie weit ich von Linz entfernt bin, so kann ich Euch mitteilen, dass ich in Urfahr im Barackenlager bin. Linz und Urfahr scheidet nur die Donau. Braucht Euch nicht sorgen, komme bestimmt einmal auf ein paar Tage auf Urlaub, bevor ich ins Feld gehe. Einstweilen ist noch keine Rede davon. Welcher Schwaiger Johann ist gestorben? Mit geht es nicht so schlecht, nur zubessern muss immer, denn ich bin immer bei gutem Appetit. Freitag waren wir in Marschadjustierung in Altharting scharfschießen. Das Getreide haben immer auf 3 ¼, 3 ½ und 3 ¾ gesät aber 3 ¾ ist zu dicht, am besten ist es auf 3 1/2. Herzlichen Gruß an Euch, liebe Eltern und Schwester, hinmittin Schachenhuber, Kirchhofer, Lohner, Muhr, Bekannte, Euer Sohn Josef.

 

(undatiert, in diese Zeit passend)

Liebe Eltern!
Ich ergreife die Feder, um euch einige Zeilen zu schreiben und hoffe, dass euch mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen werde. Da Ihr mir geschrieben habt wegen der Freikarte des Herrn Georg Stark, ich habe ohnedies schon öfters daran gedacht, er hat sie mir einmal gegeben im Prater und sagte, ich solle sie benützen, bevor ich nach Linz kam. Liebe Eltern, da ihr mir geschrieben habt, ob ich Geld brauche, es wäre aber unnötig, etwas zu schicken, weil ohnedies noch eines habe.

So ginge es ganz gut, aber nur so vielerlei Arbeit solle es nicht geben und soviel zu lernen. Jetzt müssen wir auf der Donau fest Brücken schlagen und Pontons fahren, auch auf dem Lande Brücken bauen und Laufgräben und Schützengräben anlegen mitunter fest Kompanie exerzieren, Gewehrgriffe machen usw.

Seid so freundlich und schickt dem Georg Stark seine Freikarte. Da ihr mir geschrieben habt, liebe Eltern, wegen Marillen schicken. Das macht aber viel Ungelegenheit. Habe das Brot erhalten, vielen Dank dafür. Geschrieben in Eile nächtlicher Weile bei schimmerndem Licht, vergiss meine lieben Angehörigen nicht.

Herzliche (Grüße) an euch liebe Eltern, Schwester und Resi gute Nacht.

 

(undatiert, in diese Zeit passend)
Liebe Eltern!
Ich ergreif die Feder, um Euch einige Zeilen zu schreiben und auch sogleich zu bitten, wenn Ihr mir einen Laib Brot schicken möget. Denn wir fassen sehr wenig Brot, bin schon zwei Tage ohne Brot und morgen bekommen wir erst eines. Freilich wird es Euch ungelegentlich sein, denn Arbeit gibt es mehr als genug. Werde auch keinen Urlaub bekommen vor der Bauzeit. Denn ohne Marken bekommt man keins und wenn hie und da eines bekommt, so ist es überhaupt nicht zu zahlen. Schreibet mir, wo der Schachenhuber Johann ist und andere Kollegen. Nun schließe ich mein Schreiben und grüße Euch alle herzlich Vater, Mutter und Schwester.

Meine Adresse ist Kuk Pionier Bataillon N 2, 2. Zug Ersatz Komp. Lagerturm 25, Linz, Ober-Österreich 

 

13.9.1915, Linz

Liebe Eltern!
Ergreife den Stift, um Euch, liebe Eltern, einige Zeilen zu schreiben, seid nicht beleidigt, dass ich nicht gleich geschrieben habe. Das Paket habe ich Dienstag bekommen, herzlichen Dank dafür. Ist einem halt geholfen, denn Hunger gibt’s immer. Am 20ten gehen 240 von uns ins Feld, bin nicht dabei. Wenn ich im Fall nicht zuhause kommen kann, so schreib ich schon, wenn mich der Vater besuchen will. Jetzt ist leider die Bauzeit und kann nicht zuhause sein, und Ihr habt so viel Arbeit, da kann ich leider nichts machen. Bitte schreibt mir die Adresse vom Schachenhuber Johann.

Herzlichen Gruß an Euch, liebe Eltern, Schwester, Freunde und Bekannte, an Familie Nuhr,  gute Nacht 

 

17.9.1915, Linz

Liebe Eltern!'
Ergreife die Feder, um Euch einige Zeilen zu schreiben und hoffe, dass Euch mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen werde. Habe das Geld erhalten, wofür ich herzlich danke, dürft mir keines mehr schicken, wenn ich nicht bitte darum. Da Ihr schreibt, ich muss einen Urlaub bekommen, war ja ohnedies beim Rapport, wie das Gesuch gekommen ist und wurde abgewiesen. Habe vom Bauernbund ein Gesuch bekommen. Das ist aber nicht ausgefertigt. Habt Ihr denn Tabak erhalten oder nicht. Jetzt ist halt die Bauzeit und kann nicht zuhause sein, wird ein Jammer sein auf dem Lande. Habt Ihr das Heu schön zuhause gebracht oder nicht? Dürft Euch aber nichts daraus machen, dass ich nicht zuhause sein kann, denn der Vater ist halt doch zuhause, was bei anderen nicht immer der Fall ist, denn bei uns sind hübsch alte Familienväter. Noch einmal herzlichen Dank. Herzlichen Gruß an Euch, liebe Eltern und Schwester, verzeiht die schlechte Schrift, denn es ist schon Nacht.  Gute Nacht. 

 

19.9.1915, Linz

Liebe Eltern!
Im Anhange meines Schreibens teil ich Euch mit, dass heute mein Unglückstag war. Vormittag hatten wir Kirchgang und nach dem Mittagessen wurde ich zur Marschkompanie ausgezogen. In der Hoffnung, dass Euch mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen werde, bitte ich euch beantworten zu wollen, ob Ihr von mir kein Schreiben bekommt, weil ich Euch, liebe Eltern, um ein Paket gebeten habe, die Kiste mit dem Gewande schon lange abgeschickt habe und leider noch kein Paket gekommen ist. Wann ich ins Feld gehen werde, weiß ich nicht, es kann acht Tage dauern, vielleicht auch nur etliche Tage. Die letzte Zeit ging es mir schlecht, nicht einmal um vier Heller Brot bekommt man mehr und sonst ist auch alles sehr teuer. Nun, so geh ich halt auch in Gottesnamen, sind denn schon alle Kollegen ins Feld gezogen. Montag werden wir ausgerüstet, in ein paar Tagen wir feierliche Beeidigung sein, dann werden wir zur heiligen Beichte gehen und dann ins Feld gehen. Was ist‘s denn (mit) Schachenhuber Onkel und Johann, ist er noch in Vöcklabruck? Nun beendige ich (mein) Schreiben und hoffe auf ein gesundes --- Wiedersehen?

Herzlichen Gruß an Euch, liebe Eltern und Schwester, an Familie Schachenhuber, Lohner, Kirchhofer     Euer Sohn. 

 

Heimaturlaub

 

11.10.1915, Linz

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste und hoffe, dass Euch mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen werde. Bin glücklich in Linz angekommen. Wenn ich nicht im Urlaub gewesen wäre, so wär ich schon 8 Tage im Feld, denn ich bin donnerstagmittags in Urlaub gefahren und abends wurde ich zur Marschkompanie verlesen und weil ich nicht hier war, musste ein anderer für mich gehen. Lange wird es aber nicht dauern, wenn wieder eine  zusammengestellt wird, bin ich dabei. Bin vormittags in die Baracke gekommen und musste gleich mittags auf Wachdienst bis Sonntag mitgehen.

Herzlichen Gruß an Euch alle. 

 

18.10.1915, Linz

Liebe Eltern!
Ergreife die Feder, um Euch, liebe Eltern, einige Zeilen zu schreiben und hoffe, dass Euch mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen werde. Habe das Geld dankend erhalten. Seid so gut, richtet meinen Dank beim Onkel Lohner nochmals aus. Wenn ich bitten darf, so könnt Ihr mir ein Paket schicken, einen Strudel und einen Laib Brot, einige Äpfel. Seid so gut und wartet auf das Kistl mit dem Gewand und öffnet es gleich. Seid so gut und schickt nochmals ein Packl, denn wird überhaupt nicht mehr lange Gelegenheit sein.

Herzliche Grüße an Familie Schachenhuber, an Nachbar Klein, Familie Kirchhofer, an Euch liebe Eltern und Schwester. Gut Nacht.

Adresse: Kuk Pionier Bataillon N 2, I. Komp. III. Zug, Baracke 14, Urfahr, Linz. 

 

25.10.1915, Linz

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens teile ich euch mit, dass heute, Sonntag mein Unglückstag war. Vormittags hatten wir Kirchgang und nach dem Mittagessen wurden wir zum Marschtransport ausgezogen.

Liebe Eltern, habt Ihr meine Karte nicht erhalten, wo ich um Brot gebeten habe, denn seit neuerer Zeit bekommt man nicht einmal um 4 h Brot ohne Marken. Habe Euch das Kistl geschickt mit dem Gewand und Wäsche. So gehen wir halt in Gottesnamen. Herzlichen Gruß an Euch liebe Eltern und Schwester, Freunde und Bekannte.

Euer Sohn. 

 

31.10.1915, Ansichtskarte aus Budapest

Liebe Eltern und Schwester!
Die herzlichsten Grüße nach 2 ½ tägiger Fahrt sendet aus Budapest euer Sohn.

 

28.11.1915

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste und hoffe, dass Euch meine Karte in bester Gesundheit antreffen werde. Ich bin noch immer gesund und weil ich heute gerade Zeit und Gelegenheit habe, so will Euch einiges mittheilen, wie es mir im Felde geht. Ich bin jetzt von der Kompanie weg, es sind unser 20 Mann einer Brückenequipage zugeteilt, wir sind in einer Stadt einquartiert und tun von Bahn ins Schiff Holz verladen. Habe auch öfters einen halben oder ganzen Tag Rast, wenn mehr Holz nicht hier ist. Bin des Schreibens schon überdrüssig, weil ich schon unzählige Male geschrieben habe und keine Antwort bekam. In der Hoffnung, dass ich diesmal Antwort bekomme, bitte ich Euch, wenn es möglich ist und die Feldpost geht, mir zu den Weihnachtsfeiertagen etwas zu schicken, was zum besten taugt, wisst ihr ohnehin, braucht aber kein unnötiges Geld auslegen für Schokolade, sondern schickt mir Schnaps.

Auf baldiges Wiedersehen hoffend grüßt Euch alle herzlich und verbleibe Euer dankbarer Sohn Josef 

 

9.12.1915, Unterretzbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr alle gesund seid, was auch bei mir der Fall ist. Habe Eure Briefkarte erhalten, war früher bei der Kompanie als ich. Vor allem wünsche ich gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neujahr. Das liebe Christkind möchte uns bescheren, dass dieses Jahr ein Jahr des Friedens werde. Liebe Eltern, bin am Lepolditag von Linz weggefahren und am 27.ten bei der Kompanie eingetroffen. Sonst ginge es nicht schlecht, aber die Menage wird von Tag zu Tag weniger, Brot ist sehr wenig, bekomme aber Fleisch zu kaufen. Rindfleisch das kg zu 4 Kr, Schöpsernes zu 3 Kr, aber da fehlt natürlich die Zuspeise. Werdet wohl meine Karte erhalten haben, wo ich Euch, liebe Eltern, gebeten habe, mit ein Paket zu schicken mit Erbsen, bissl Mehl und Schmalz, sonst nichts hineingeben. Ich und ein guter Kollege kochen miteinander, haben die längste Zeit nichts zu speisen, denn bei uns ist‘s nämlich jetzt so, dass sich jeder selbst ein wenig helfen muss. Hätte jetzt wieder Gelegenheit, von einem Urlauber ein Paket mitnehmen zu lassen, hat sich nämlich gern bereitgefunden und bin verlassen, wenn Ihr, liebe Eltern so gut sein möchtet und mit ein Stück Brot, ein Stück Strudel, kein Fleisch aber nicht, ein Paket Kriegskaffee, den bekommt man ohne Karte, ein Pfeifenröhrl und ein paar Spitzl. Liebe Eltern, seid nicht beleidigt, dass ich Euch schon wieder belästige, nur keine Geschichten machen, denn ich weiß es ohnehin, wie es zuhause ist.

Geschrieben heute Dienstag während der Arbeitszeit. Die Hitze ist jetzt vorbei, dafür regnet es jetzt die ganze Zeit. Die Urlaub Gebühr habe ich erhalten. 50 Kronen. Ist der Klein  Pepi noch in Wien, schreibt mir seine Adresse. Der Strell Johann wird wahrscheinlich auch schon wieder im Feld sein. Habt Ihr, liebe Eltern, das Geld erhalten vom Hersika? Der Urlauber ist Mährer in der Nähe von Ludwitz. Liebe Eltern, wenn Ihr was tut, so seid so gut und schickt es am Christtag längstens weg, weil der Urlauber zum Neujahr wegfährt. Das Kisterl kann 5 Kilo schwer sein, könnt auch ein paar Sechserl Gewürznelken beigeben. Wie ich schon erwähnt habe, wenn Ihr vielleicht meine Karte nicht erhalten habt, wo ich Euch gebeten, mir ein Pakel mit Erbsen zu schicken per Eilpost. Liebe Eltern, verzeiht die schlechte Schrift, denn es ist nicht auf einmal geschrieben, auch dass ich Euch so unverschämt belästige.

Haben jetzt im Dezember beinah alle Tage Donnerwetter und Regen, die ganze Zeit. Freu mich schon, wenn der zu Heil. drei König zurückkommt und ich wieder von zu Haus a bissl was hab.  Bitte schicket es auf diese Adresse: Dworak Ignaz in Donamil N. 7 bei Mährisch-Ludwitz, Mähren. Nochmals glückliche Feiertage wünschend grüßt Euch alle vielmals Josef. Fertig geschrieben am 9. Dezember. Es ist schon spät, jetzt geh ich schlafen. Gute Nacht 

 

19.12.1915, Semlin bei Belgrad

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich alle aufs Herzlichste und bin der Hoffnung, dass Euch meine Karte in bester Gesundheit antreffen werde. Teile auch mit, dass ich diesem Brief einem Klosterneuburger Pionier mitgegeben habe, der von Siebenbürgen Holztransporte zu uns nach Semlin gebracht hat. Da dieser vor seinem Weihnachtsurlaub hier war, so dachte ich mir, er solle meinen Brief mitnehmen und in Niederösterreich aufgeben, damit Ihr Näheres von mir erfährt.  Ich kann Gott danken, dass ich nicht ein Monat früher ins Feld gegangen bin, denn sonst wär ich gerade zu Beginn der Offensive zurecht gekommen. Unsere Kompanie überschiffte direkt auf die Belgrader Festung zu. Das könnt Ihr euch vorstellen, dass es keine Kleinigkeit nicht war, denn Belgrad liegt direkt an der Sava und Donau. So mussten sie 4 Nächte überschiffen im größten Feuer. Die hinüber gebrachten Truppen mussten sich gleich neben der Donau eingraben und erst am 4. Tage konnte man Belgrad den Serben entreißen, dann ging es richtig vorwärts, man trieb die Serben nur so vor sich her. Dann kam für die Pioniere wieder bessere Zeit. Sie bauten eine 4 Kilometer lange Brücke vom Semliner Bahnhofe bis nach Belgrad, da war ich auch schon dabei, jetzt bauen wir eine zweite Brücke, bei der ich nicht mitgearbeitet, da ich (in) Semlin war, Holz von der Bahn in Schlepps verladen. Was weiter mit uns geschieht, weiß ich nicht, wir haben bald keine Arbeit mehr, vielleicht bekommen wir Brückenwache oder wir gehen auf einen anderen Kriegsschauplatz, denn bei uns heißt es oft wandern. Wie ich zur Kompanie kam, war sie noch nicht lange von Rußland hier.

Was ich weiters noch anführen will, dass unsere Kompanie trotz des heftigsten Feuers der 4 Tage Überschiffens nur 4 Mann Verluste hatte, bei der ersten Kompanie wurde ein ganzes Pontons in Grund geschossen, es ertranken sämtliche Pioniere und Infanteristen.

Mir geht es ganz gut, wir haben gutes Quartier, aber mit den Weinfässern und der guten Menage ist auch schon aus, man bracht gerade nicht Hunger leiden. Herzlichen Dank für die 20 Kronen, wünsche fröhliche Weihnachten und ein glückliches Neujahr, auf einstiges Wiedersehen hoffend, grüßt Euch liebe Eltern und Schwester, Josef. 

 

28.12.1915

Liebe Eltern
Im anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle herzlich und teile Euch mit, dass ich die Karte erhalten habe. Da Ihr mir geschrieben habt, dass Ihr meinen Brief erhalten habt. Da Ihr bedauert, dass Ihr mir nichts schicken könnt, das kann nicht genieren, denn man gewöhnt sich schon mit der Zeit daran, nicht nichts zu haben, als man eben fasst. Wir haben morgen große Parade, es kommt seine Hoheit der Herr Erzherzog Thronfolger. In der Hoffnung, dass Euch meine Karte in bester Gesundheit antreffen werde, beende ich mein Schreiben mit vielen Grüßen   Josef 

 

? 1916, Linz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Liebe Eltern, habt Ihr von mir kein Schreiben erhalten. Bin Freitag in das Rekonvaleszenzheim gekommen, war Montag bei der Musterung und wurde zum Kader geschickt und beim Kader bin ich knapper Not für Marschtransport davonkommen. Gehe Donnerstag zum Rapport wegen Urlaub. Wenn ich bis dorthin nicht bei der Marschgruppe bin, kann ich in Urlaub, wenn nicht, dann muss ich schweren Herzens wieder ins Feld abgehen, ohne Euch nochmals zu sehen.

In der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen grüße Euch alle herzlich Josef.

Meine Adresse: Josef Sieberer
Kuk Pionier Baon N. 2, 1 Ersatzkompanie
Baracke 15, Urfahr Linz Ober-Österreich

Sieberer Josef (rechts) mit Kameraden

 

Linz

Liebe Eltern und Schwester!

Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste. Liebe Eltern seid nicht böse, dass ich nicht in Urlaub komme, dürft mir sicher glauben, dass es nicht so leicht ist, Urlaub zu bekommen. Bin Sonntag nach Linz gekommen um 9 Uhr abends. War Dienstag beim Rapport um Urlaub, hab aber keinen bekommen, weil jetzt alle eingestellt sind. Liebe Eltern, dürft nicht glauben, dass ich  vielleicht mir nichts gelegen sein lasse, denn ich finde kein Vergnügen daran, hier zu bleiben. Liebe Eltern, seid so gut und schickt mir einen Laib Brot, aber sonst nichts, denn mit was anderem ist mir nicht viel geholfen. Müsst aber gut verpacken, vielleicht einnähen. Bin jetzt schon ganz unglücklich, der Grötzl? ist Donnerstag nach Pettau abgegangen. Kann mir auch passieren. Liebe Eltern, bitte Euch nochmals herzlich, schickt es vielleicht express.

Euch alle herzlich grüßend, Josef
Kuk Ersatzsappeur Baon N 2
Komp. B Zimmer 19 Pionierkaserne Linz 

 

26.1.1916

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle herzlich und hoffe, dass Ihr noch alle gesund seid, was auch bei mir der Fall ist. Teile mit, dass ich das Paket noch nicht erhalten habe, hoffe auch nicht mehr darauf, denn wir sind 4 Tage mit der Bahn und Schiff gefahren und 1 Tag marschiert.

Liebe Eltern, habt Ihr die Karte erhalten, wo ich Euch geschrieben, dass 1 Mann von meinem Zug in Urlaub fährt, der Euch besuchen wird, daher bitte ich Euch, ihm ein bisschen Speck und Krammeln mitzugeben, werde ihm einen Brief mitgeben. Was spricht man zuhause, will der Friede noch nicht bald einkehren?

Herzlichen Grüße Euch liebe Eltern, Schwester, Freunde und Bekannte.

 

27.2.1916

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens seid Ihr, liebe Eltern und Schwester von mir aufs herzlichste gegrüßt, hoffe, dass Ihr Euch noch bester Gesundheit erfreut, was auch bei mir der Fall ist. Teile mit, dass der Urlaub einstweilen eingestellt ist, weil wir der lieben Heimat allzu ferne sind, wird aber nicht lange dauern, so wird er wieder herausgegeben, dann wird er kommen. Geschrieben bei Sternenlicht, weil ich nicht vergiss, herzlichen Gruß 

 

Juni 1916, Militärzensur Osijek 6

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, hoffe dass Ihr noch gesund seid, was wohl das Beste. Hätte eine Bitte an Euch, liebe Eltern, wenn Ihr Euch Zeit nehmen möchtet und im Tullner Spitale ersuchtet, ob ich dorthin kommen könnte, wenn Platz vorhanden ist, dann bekommt Ihr vom Spitale ein Gesuch, das Ihr, liebe Eltern, auf mich express schickt, dann werde ich dorthin geschickt. Wenn das nicht der Fall ist, so komme ich sofort nach Linz. Liebe Eltern, erkundigt Euch beim Fügl, die haben diesen Fall schon einmal gehabt. Wie wir so im Spital liegen, macht es jeder, so bin ich auch auf die Idee gekommen. Es muss gerade nicht sein, wenn Ihr, liebe Eltern, keine Zeit habt, macht es auch nichts, wenn ihr aber was tun wollt, so muss es gleich sein. Was meine Krankheit anbelangt, so bin ich bereits wieder gesund, aber kein Zurück gibt es nicht mehr von Slavonisch-Brod zur Kompanie. Wenn man einmal hier ist, so geht man unbedingt ins Hinterland. In der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen grüßt Euch alle herzlich Josef. Meine Adresse

Kuk Festungs Reserve Spital II
Abteilung Zimmer  N. 90
Slavonisch-Brod

 

14.11.1916, Virpazar (Montenegro)

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich alle aufs Herzlichste und meines Herzens erster, bester Wusch ist, dass Euch, liebe Eltern, mein Brief in vollster Gesundheit antreffen werde. Heute, Vorabend des Festes des Heiligen Leopold, des Markgrafen von Österreich, finde ich mir keine schönere Beschäftigung, als Euch einiges mitzuteilen, wie es mir im Felde geht. Das könnt Ihr Euch vorstellen, dass es im Felde keinen Sonn- und Feiertag gibt, das sind bei uns auch Arbeitstage. Mir geht es nicht so schlecht, wir haben gutes Essen, fassen öfters Wein, Zigaretten und abends mitunter ein Stück Speck, zur Jause einen Tee. Mir war es beschieden, gegen das gottverlassene Volk der Serben zu Felde zu ziehen, aber es rächt sich bitter, da König Peter selbst mit im Lande stand, als sie ihren braven früheren König ermordeten.

Schöne Weihnachtszeit wäre es halt, wenn uns das liebe Christkind heißersehnten Frieden bringen würde. In der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen, grüßt Euch alle herzlich    Josef 

Absender: Sieberer Josef, Kuk Pionier Bataillon Nr. 2, 5. Kompanie, 3. Zug, Feldpost 131 

 

Frühjahr 1917

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich alle aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr alle hübsch (gesund) seid, bin auch immer gesund, was das beste ist in dieser traurigen Zeit. Habe Eure Karte vom 24ten dankend erhalten, auch erkenne ich aus Eurem Schreiben, dass es zuhause sehr schlecht geht, denn es erzählen ja auch die Urlauber. Liebe Eltern, beim Rapport wegen Ernteurlaub, hab aber keinen bekommen, weil immer noch welche hier sind, die schon länger keinen Urlaub gehabt haben. Auch muss ich Euch mitteilen, dass ich jetzt an die Front abgehen kann, am Ochrider-See, gelegen an der Griechisch-Mazedonischen Grenze. Wir sind jetzt marschbereit und werden in ein paar Tagen abgehen. Der Marsch gegen Albanien durch Montenegro, Dalmatien, Serbien, Slavonien, Ungarn und von Ungarn durch das Serbenland. Es wär natürlich näher durch Albanien, aber der Marsch zu anstrengend durch das Gebirge für die Mannschaft, aber noch mehr für die Pferde. Wir haben wieder die große Hitze wie voriges Jahr, geregnet hat es schon 5 Monate nicht mehr, abgesehen von ein paar Spritzer. Wachsen tut auch so viel nichts hier, der Kukuruz verdorrt bei der großen Hitze, nur ein bissl Wein ist zu hoffen und ein paar Feigen.

Liebe Eltern, braucht nicht besorgt sein um mich, ich hau mich schon durch. Schicken dürft Ihr mir nichts mehr, die Hauptsache ist, dass ich gesund bin. Freut mich auch immer sehr, wenn Ihr mir schreibt, dass Ihr gesund seid. Wir sind 17 Monate auf demselben Platz gewesen, abgesehen wenn wir kommandiert waren.
Was Arbeit anbelangt, habe ich jetzt 4 Monate einen Schwindel? gehabt, war nämlich  Gärtnergehilfe. Nun schließe ich mein  Schreiben, weil ich nämlich nichts mehr weiß. Geh jetzt aus dem Dienst zum guten Nachtmahle.

Euch alle herzlich grüßend und auf ein Wiedersehen sich freuend grüßt Euch alle herzlich Josef. 

 

April 1917?, Skutari, Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens seid Ihr von mir aufs herzlichste gegrüßt. Liebe Eltern, teile mit, dass ich irrtümlicherweise Feldpost 131 geschrieben habe, auch dass ich alle zwei Briefe erhalten. Habt Ihr von mir denn keine Karten erhalten, wo ich mich wiederholtemale bedankt habe für das Kistel. Habe alles erhalten, meinen innigsten Dank dafür, hat mir sehr gut geschmeckt. Bin auf weiteres in Montenegro. Gehen täte es nicht so schlecht, bin jetzt bei einer Überschiffungspartie, fahren auf dem Skutarisee  von Montenegro nach Skutari – Albanien hin und zurück. Haben wenig Arbeit aber noch weniger zum Essen.

Was Urlaub anbelangt, kann ich euch, liebe Eltern, nur trauriger Weise mitteilen, dass es bei uns Pionieren nicht so leicht geht, wie bei der Infanterie. Erstens braucht man uns sehr notwendig, zweitens waren wir schon lange nicht an der Front, daher sind wir auch nicht so urlaubsberechtigt Bei uns fährt jetzt der erste Nachschub, die sind jetzt über 17 Monate im Feld, dann kommen noch 3 Nachschübe, dann komm erst ich.

Diesen Brief, liebe Eltern, habe ich einem Urlauber mitgegeben, der über Wien nach Znaim fährt und da möchte ich euch, liebe Eltern bitten, wann Ihr ein Kistl nach Znaim schicken möchtet, es ist ein tadelloser Deutscher Bursche und da dieser momentan in den Urlaub fährt und ich in Skutari weile, so wird Euch er, liebe Eltern, selbst die seine Adresse schreiben, würde mich sehr freuen, liebe Eltern, wenn Ihr mir was schicken würdet, aber nur Brot, beileibe kein Fleisch, denn ich bin mit Brot zufrieden. Das Kistl kann vier Kilo schwer sein.  Wenn Ihr die Adresse bekommt von ihm so seid so gut, wenn ich bitten dürfte, eine Waschbürste brauche ich auch sehr notwendig. Die Geschichte mit dem ersten Urlaub ist Euch wohl hübsch teuer gekommen. Der Bursche ist ein Hund. Dürft beileibe nicht glauben, dass es so ist, wie er zu Euch gesprochen, es mir wohl alles in Ordnung übergeben hat, mir auch gesagt, dass Ihr ihm für sich ein Kisterl mitgegeben habt und dass Virginier für uns beide drinnen gewesen sind, aber es wurde ihm leider auf der Fahrt gestohlen.

Die Osterfeiertage habe ich auf der See erlebt, bin auch seit Weihnachten in keiner Kirche gewesen, habe auch keine Gelegenheit dazu gehabt, nun schließe ich.

Geschrieben in Skutari, wohnen auf Gliedern? überhaupt die ganze Zeit auf dem See, haben uns wohnlich eingerichtet, braucht keine Sorge haben, wird auch ein Ende nehmen, aber nur die Verpflegung muß im Ausgehen begriffen sein, denn sie wissen nicht mehr, wie sie treiben sollen um möglichst sparen. Jetzt haben uns wieder ein Portion Brot eingezogen, fassen dafür alle Tage ein bisschen Käs oder Marmelade.

In der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen grüßt Euch herzlich Euer Sohn, Grüße an Freund und Bekannte. 

 

4.5.1917, Virpazar; Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, auch werdet Ihr, liebe Eltern, meinen Brief erhalten haben. Habe mir‘s aber anders überlegt und wäre mir lieber, wenn Ihr dem Urlauber nichts schenken würdet, denn wie die Urlauber erzählen, so geht ohnedies sehr gut im Hinterland. Auf ein Wiedersehen sich freuend grüßt Euch alle herzlich Josef. 

 

10.5.1917, Virpazar (Montenegro)

Liebe Eltern und Schwester!
Die Karte von 5ten dankend erhalten, schreibe jede Woche, habe auch einem Urlauber einen Brief mitgegeben, auch hab ich das Pakel erhalten, wofür ich herzlich danke. Dürft nicht glauben liebe Eltern, dass ich mich nicht kümmer.

Was Urlaub anbelangt, kann leider jetzt noch keinen bekommen. Sende eine Kopie.  So ist es nämlich bei uns, der See, die Brücke, im Hintergrund die schwarzen Berge.

Euch alle herzlich grüßend Josef. 

 

22.5.1917, Etappenpostamt Virpazar, Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, hoffe dass Ihr alle hübsch gesund seid, was auch bei mir dasselbe ist. Liebe Eltern, schreibe jede Woche 2-mal und kann mir nicht erklären, dass Ihr so wenig Post bekommt.

Mit meinem Urlaub ist‘s vorläufig nichts, wenn es gut geht, so komme ich August, September dran. Wünsche recht angenehme Feiertage.

Auf ein Wiedersehen sich freuend grüßt Euch alle herzlich Josef.

 

17.6.1917, Virpazar, Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr Euch alle bester Gesundheit erfreut, selbes ist auch bei mir der Fall. Liebe Eltern, bedanke mich herzlich für das Paket, war alles gut bis auf die Eier. Habt jetzt sehr viel Arbeit und ich werde wahrscheinlich noch nicht sehr bald Urlaub bekommen. In der Hoffnung auf ein Wiedersehen grüßt Euch alle herzlich Josef. 

 

24.6. 1917, Virpazar, Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch alle aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, selbes kann ich auch von mir mitteilen. Liebe Eltern, kann mit nicht erklären, dass ich jetzt gar kein Schreiben von Euch bekomme. Schreibe gegenwärtig 3 mal in Woche. Wie geht es  zuhause? Wie steht‘s mit der Ernte, jetzt ist halt wieder die Erntearbeit und ich bekomm halt vorläufig noch keinen Urlaub.

Auf ein Wiedersehen sich freuend grüßt Euch alle herzlich   Josef. 

 

11.7.1917, Etappenpostamt Virpazar, Montenegro

Liebe Eltern und Schwester!
Habe den Brief dankend erhalten auch die 20 Kronen. Bekommen sehr wenig Post, kann mir nicht erklären, ---Rest unleserlich…. 

 

13.8. Spital Virpazar? danach Fahrt nach Pardubitz

 

23.8.1917,Pardubitz  Böhmen

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aller herzlich und teile mit, dass ich am 13ten ins Spital gegangen bin und jetzt den 23ten in Böhmen bin, das war ohnedies eine Fahrt, hab beinah immer Fieber gehabt und so in den Viehwägen umeinandkugelt. Liebe Eltern, tut mir sehr leid, dass ich zur Bauzeit wieder nicht zuhause sein kann. Bei der Kompanie hätt ich auch noch nicht Urlaub bekommen. Liebe Eltern, dürft nicht glauben, dass ich nicht gern zuhause wär, mit geht es nicht so gut, dass ich nicht zuhause wollte. Die Kompanie ist 2 Tage nach mir weggegangen. Auch hab ich mich erkundigt wegen Transferierung und das ist nicht erlaubt für Malaria, liebe Eltern. Geld brauche ich keines. Nun schließe ich mein Schreiben, hoffe, dass Ihr gesund seid. Ich grüße Euch alle herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen. 

 

1.9.1917, Militärpflege, Reservespital Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid. Ich bin auch so ziemlich wieder beinander, nur muss ich noch Beobachtung hierbleiben. Liebe Eltern, habt Ihr meinen Brief und die zwei Karten erhalten. Habe schon vor einer Woche geschrieben und noch keine Antwort erhalten. Meine Kollegen haben schon vor 2 Tagen von Wien Post erhalten, ich denke mir halt, Ihr habt keine Zeit. Jetzt kommt wieder die Bauzeit und ich muss im Spital liegen Trübsal blasen, wäre mir viel lieber, ich könnte Euch helfen. Liebe Eltern, wenn Ihr vielleicht meine Karte nicht erhalten, ich hab nämlich gebeten, wenn Ihr die Frau …. und den Herrn .. ersuchen möchtet, sie sollen mir ein Paket Zigaretten Tabak zukommen lassen. Denn das Essen ist nicht viel, und wenn man dann auch nichts zu rauchen hat, dann verlässt einen überhaupt alles. Was ist‘s zuhause? Habt Ihr doch Samen zum Anbauen?

Nun schließe ich mein Schreiben mit vielen Grüßen und freue mich auf ein Wiedersehen. Josef, Samstag den 1. September

Liebe Eltern, wenn Ihr Tabak bekommt, so schickt ihn in einem 35 dkg Paket. 

 

Militärpflege, k.u.k. Reservespital in Pardubitz, Ostböhmen, jetzt Tschechien

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch alle aufs herzlichste, hoffe dass Euch mein Brief in bester Gesundheit antrifft. Hätte Euch, liebe Eltern, heute schreiben wollen wegen einem Gesuch, hätte nämlich Anbauurlaub von Spital aus fahren wollen und hätte vielleicht auch bekommen und da sagt mir heute der Doktor, ich muss ein Monat hindurch Arsenikkur machen und da kann ich jetzt nicht weg. Meine Karte werdet Ihr wohl erhalten haben, wo ich geschrieben habe, kein Kistl zu schicken und da ich noch bestimmt ein Monat hier bleiben, so müsste ich Euch, liebe Eltern bitten, wenn vielleicht Zwetschken sind und ein paar Äpfel und mir ein Kistl zu schicken, aber kein Brot hineingeben. Ist wohl teuer hier, aber ein paar Gulden könnt ihr vielleicht früher entbehren. Die Zwetschken kosten hier das Kilo 60 kr, Birnen und Äpfel 80. Liebe Eltern, auch hab ich Euch gebeten um Geld, hab nämlich bis jetzt immer eines gehabt. Wenn Ihr vielleicht ohnehin schon ein Paket aufgegeben habt, dann dürft Ihr keines mehr schicken.

Tut mir leid, liebe Eltern, dass ich Euch bei der vielen Arbeit immer belästigen muss. Nun schließe ich mein Schreiben mit vielen Grüßen    Josef. 

 

Nov. 1917,  Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Habe das Geld und den Brief erhalten, wofür ich herzlich danke. Ich kann nicht begreifen, dass Ihr, liebe Eltern, von mir kein Schreiben erhalten haben sollt, da ich doch frankiert geschrieben habe. Geld hätt gerade noch keines gebraucht, denn hier ist besser, wenn man keines hat. Zu kaufen ist hier nicht viel, das Kilo Äpfel kostet einen Gulden und einen Gulden 20 kr. Wie lange ich noch hier bleibe, weiß ich nicht, bestimmt aber ein paar Wochen sicher noch. Wie ich aus Eurem Schreiben ersehen habe, so ist der Klein Josef in St. Pölten. Ich hoffe, heuer doch einmal Weihnachten zu Hause feiern zu können, wenn nicht, dann müsste ich schon gar ein Unglücksrabe sein. Nun schicke ich mein Schreiben und freue mich auf ein Wiedersehen. Es grüßt Euch alle recht herzlich Josef.

Adresse:
Josef Sieberer Kuk Reserverspital N 2
Kavalleriekaserne I. Abteilung Zimmer 90
Padubitz, Böhmen 

 

1917, Militärspital Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, bin ziemlich gesund, habe schon längere Zeit keinen Fieberanfall gehabt. Wie ich aus Eurem Schreiben erkenne, so seid Ihr, liebe Eltern, auch gesund, was wohl das Beste ist in dieser schweren Zeit. Teile mit, dass im Kisterl alles drinnen war, 3 Schachtel Zigaretten, 1 Packl Zigaretten Tabak, 1 Stückl Geselchtes, 2 Scherzl Brot und die Äpfel. Liebe Eltern, auch muss ich Euch traurige Mitteilung machen, dass ich keinen längeren Urlaub bekomme, ist nämlich einer ein meiner S.., der hat von der Bezirkshauptmannschaft ein Gesuch bestätigt gehabt und hat auch keinen Urlaub bekommen. Der Stabsarzt gibt nur 4 Tage her und da will ich Euch, liebe Eltern sagen, denn wegen 4 Tagen zahlt‘s sich nicht aus, dass ich 16 Kronen verfahre. Ich habe mich schon zum Kader gemeldet, weil ich dann bald in Urlaub zuhause wäre, aber die Doktorin lässt mich nicht hinaus. So ist mir schon alles zuwider, wenn man aus einem so verdammten Loch nicht hinaus kann und noch dazu alles böhmisch hier. Liebe Eltern, macht Euch keinen Schenier mit dem Schicken, denn ich müsst so auch drauskommen und schließlich und endlich, ein bissl Hunger leiden schadet nicht.

Nun schließe ich mein Schreiben und danke Euch nochmals für alles. Alle herzlich grüßend Josef. 

 

10.12.1917, Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs Herzlichste. Hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, was auch bei mir der Fall ist. Liebe Eltern, vor allem bedanke ich mich nochmals für das Kistl, der Strudel hat mir sehr geschmeckt, natürlich bin ich jetzt wieder immer bei gutem Appetit, mit fehlt jetzt beinah gar nichts mehr und sie wollen mich aber doch unbedingt nicht hinauslassen. Es ist zwar alles  eines, besser ist es doch, als wenn ich im Feld wäre, nur zuhause kommen möchte ich jetzt einmal. War vor den Feiertagen beim Rapport wegen Urlaub und es wurde nur denen bewilligt in der Umgebung ohne Bahnbenützung. Heute hat mich der Oberarzt zum Weihnachtsurlaub aufgeschrieben und da müsst ich doch schon gar ein Unglückskind sein, wenn das wieder zu Wasser würde. Freu mich schon sehr, nach zwei Jahren wieder einmal das Christfest zuhause feiern zu können.

So geht es mir nicht schlecht. Hab mich schon daran gewöhnt, denn besser ist es noch immer, hier in Böhmerland wie zuhaus. Hab mir jetzt 10 kg Erdäpfel gekauft zu 3 Kronen und langt mir schon wieder eine Weile. Nun schließe ich mein Schreiben, denn heute ist Sonntag und werde zur Zerstreuung ein bissl ins Kino gehen. Liebe Eltern, Geld dürft Ihr mir keines mehr schicken, ohne dass ich Euch bitte darum, denn hat einer viel, so braucht man viel. Es grüßt Euch alle herzlich und freut sich auf ein Wiedersehen. Josef. 

 

25.12.1917, Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!

Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs Herzlichste. Teile mit, dass ich glücklich angekommen bin. War um halb sieben am Franz Josefs-Bahnhof, bin gleich mit der Elektrischen hinausgefahren, aber am Ostbahnhof ein Gedränge, da habt Ihr keine Ahnung. Ich hab noch Glück gehabt und eine Karte bekommen, denn so manchem passiert es, dass er 1 oder 2 Tage warten muss, ehe er wegfahren kann.

Die Züge sind jetzt alle überfüllt, aber man muß froh sein, wenn man mitkommen kann. Bin um ½ 8 Uhr in Spital angekommen. Wenn man aber ein paar Tage zuhause ist, dann kann man sich wieder gar nicht eingewöhnen.

Wie heute sitze ich zuhause und weiß mir keinen besseren Zeitvertreib, als Euch, liebe Eltern, zu schreiben. Ich danke nochmals für alles, jetzt schmeckt es ganz gut. Nun schließe ich mein Schreiben und wünsche Euch zugleich ein glückliches Neujahr.

Es grüßt Euch alle herzlich Josef.

 

6. Jänner 1918, Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch alle aufs herzlichste, hoffe, dass die Mutter schon wieder gesund ist. Euren Brief dankend erhalten, werde auch trachten, so bald als möglich nach Hause zu kommen, melde mich jetzt freiwillig zum Kader.

Wie ich aus Eurem Schreiben erkenne, so gibt es zuhause sehr viel Schnee, bei uns hat es die Weihnachtsfeiertage zu schneien angefangen und jetzt gibt es beinah alle Tage Schnee. Und ich muß immer im Spital umwälzen, mich freut es jetzt gar nicht mehr und wenn ich gleich wieder hinaus komme. Wie heute ist Feiertag und man weiß sich nichts rechts anzufangen. Wie gerne möchte ich zuhause sein bei der Arbeit. Liebe Eltern, schicken dürft Ihr mir nichts, denn es wäre unnötig. Nun schließe ich mein Schreiben und hoffe auf ein Wiedersehen.

Es grüßt Euch alle aufs herzlichste   Josef
Pardubitz am 6. Jänner. 

 

Am 20.I.1918, Militärpflege, Ersatzspital Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch alle aufs Herzlichste, Euren Brief dankend erhalten. Auch muß ich euch, liebe Eltern, mitteilen, dass ich mich vorige Woche zum Kader gemeldet habe. Kann aber noch 14 Tage dauern, bis weggeschickt werde. Auch sind verschiedene Gerüchte im Umlaufe, denn hier im Spitale wird ein Zeugnis ausgestellt auf ein paar Monate für Malariakranke, aber man hört wieder sagen, es sei nur ein Trick, um uns früher hinauszubringen. Nun ich werde sehen. Auch möchte ich Euch, liebe Eltern bitten, mir jetzt nichts zu schicken, denn es wird wahrscheinlich eine Zeit kommen, wo ich‘s nötiger brauche.

Es grüßt Euch herzlich Josef.   

 

5.2.1918, Militärpflege, Reservespital Pardubitz

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch alle aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr hübsch gesund seid, was bei mir auch der Fall ist. Euren lieben Brief erhalten. Freut mich, dass Ihr immer an mich denkt, denn hier ist es ohnedies nicht zum Aushalten. Zum Nachtmahl bekommen wir jetzt Fische so klein wie die Russl mitsamt den Ingeweide.  Daher ist auch mein Geld schon beinah zum Teipl gegangen. Könnt Euch, liebe Eltern denken, in welcher Stimmung ich bin und dass ich schon mit Sehnsucht aufs Abgehen warte. Werde doch nicht wieder das Unglück haben und keinen anständigen Urlaub bekommen. Auch muss ich Euch, liebe Eltern, mitteilen, dass ich ein Kistl aufgegeben, ist aber nicht angenommen worden. Jetzt hab ich‘s  wieder verkaufen müssen. Nun schließe ich mein Schreiben und hoffe, dass mir bald eine Zeitlang besser gehen wird zuhause.

Es freut sich auf ein Wiedersehen und grüßt Euch herzlich Josef. 

 

25.2.1918, Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle recht herzlich. Dass Ihr alle gesund seid, selbes ist auch bei mir der Fall. Liebe Eltern, werdet wohl meinen Brief von Linz erhalten (haben). Bin heute Samstag in Pettau angekommen, aber Ihr habt keine Ahnung, wie es hier zugeht. Da ist es mir im Feld bei weiten besser gegangen. Eine Baracke, dass sich einer fürchten muss auf niederlegen, alles voll Läusen. Denn hier ist eine Gesellschaft beisammen, Bosniaken und alles Mögliche. Könnt Euch vorstellen, wie es mir geht. Kein Geld, und wenn man eines hat, ist einem auch nicht zuviel geholfen, weil alles zu teuer ist. Auch möchte ich Euch, liebe Eltern, mitteilen, dass ich das Paket nicht erhalten habe. Wenn Ihr es vielleicht mit dem Brief aufgegeben hättet, würde ich es vielleicht erhalten haben. Daher möchte ich Euch, liebe Eltern bitten, wenn Ihr mir telegrafisch Geld schicken möchtet, denn ein Kistl ist nicht ratsam, ist genug, wenn das eine kaputt ist. Also bitte ich Euch nochmals, schickt mir sofort. Ich habe vom Spital 2 Monate Urlaubsantrag und viele andere auch, aber trotzdem bekomme ich jetzt keinen. Am 15ten März wurde uns versprochen, sollen wir Urlaub bekommen 1 Monat. Habe den Brief erhalten, wo Ihr vom Sellner geschrieben habt. Wir werden mitsammen in den Urlaub fahren und was möchten wir alle beide machen. Nun schließe ich mein Schreiben mit vielen Grüßen und bitte Euch nochmals    Josef

Liebe Eltern, entschuldigt die schlechte Schrift, denn es weder bei Tisch noch beim Licht geschrieben.

Kuk Sapeur Ersatz Baon II Mataria
Unterabteilung Baracke 11, Pettau, Steiermark 

 

6.3.1918, Feldbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid. Teile mit, dass ich jetzt fünf Tage im Fieber gelegen bin und ist wieder überstanden. Könnt Euch, liebe Eltern, denken, wie es mir gegangen, bis ich von Pettau nach Feldbach gekommen bin und wenn man ausrücken muss und man ist ohnedies zum Umfallen. Die Enthebung war noch nicht eingelangt in Pettau. Ich hab unbedingt nicht warten können, weil mir so schlecht war und so wär ich ohnedies bald ins Feld abgegangen. Liebe Eltern, schicken dürft Ihr mir einstweilen nichts, denn ich brauche nichts. In Pettau hätt ich jetzt ein schönes Geschäft gehabt, bin nämlich mit einem Obertierarzt zu den Bauern Schweine impfen gefahren, haben allerhand bekommen, hab aber alles verschenken müssen, weil ich in der Fieberzeit nichts hab essen können. Jetzt muss ich sechs Wochen hier bleiben, dann, wenn es noch so ist wie jetzt, bekomm ich vier Wochen Urlaub und dann heißt es wieder zum Kader einrücken.

Adresse kann ich noch immer keine schreiben, weil ich noch immer in der Aufnahmbaracke bin, trotzdem ich schon 6 Tage hier bin, ist nämlich alles überfüllt. Erst wenn etwas frei ist, kann man baden und Montur desinfizieren, dann kommt man erst in eine anständige Baracke und Pflege.

Nun schließe mein Schreiben mit vielen Grüßen Josef.
Feldbach am 6. März 18 

 

Mai 1918, Feldbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Hoffe, dass ihr alle hübsch gesund seid. Bei mir ist es jetzt auch wieder vorüber, soll halt jetzt zuhause sein. Kann aber leider nichts machen, 6 Wochen muss ich hier bleiben. Dann müsst Ihr mir, liebe Eltern, ein Gesuch schicken, nur von der Gemeinde oder Gendarmerie bestätigt, ohne Stempel, damit ich vom Spital weg einen landwirtschaftlichen Urlaub bekomme. Ist von der Enthebung noch nichts zurückgekommen, damit ich einmal weiß, wie ich dran bin. Wie es hier im Spital geht, könnt Ihr Euch vorstellen. Hab 6 Tage nacheinander über 40 Fieber, da bin ich aber in der Aufnahmebaracke gelegen, da war keine Visite und bin jetzt fieberfrei, drum schaut mich auch kein Teufel an, brauch auch niemand. Sind uns sehr viele Kollegen beisammen, nicht gerade in einer Baracke, ich und der Hofbauer sind beisammen, der Söllner ist nicht hier.

Liebe Eltern, wenn es Euch möglich ist, so seid so gut und schickt mir ein Brot, wenn nicht, so macht es auch nichts. Wenn Ihr eines schickt, so müsst Ihr aber einnähmen, wenn‘s auch nur in Sackfetzen ist.

Wünsche Euch zugleich glückliche Pfingstfeiertage. Es grüßt Euch alle herzlich Josef.
Kuk Rs. Spit. Donawitz … Feldbach Steiermark 

 

Reservespital Donawitz in Feldbach

Erlaubnisschein

Mittelst dess dem Sappeur Sieberer Josef
des obigen Spitals und Standes zu seiner Legitimation bestätigt wird, dass derselbe die Bewilligung erhalten habe, wegen Besuch bis 6 Uhr Nachts ausbleiben zu dürfen.

Feldbach am 20 Mai 1918
2 Unterschriften 

 

22.5.1918, Feldbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr liebe Eltern und Schwester gesund seid. Bin jetzt schon wieder 14 Tage fieberfrei. Fällt mit auch daher nichts, denn wenn das Fieber ausfällt, erholt man sich bald wieder. Zugleich bedanke ich mich für das Brot, hätt es aber bald nicht bekommen, weil Johann drauf gestanden ist. Könnte jetzt 8 Tage Urlaub bekommen, wenn Ihr, liebe Eltern, einverstanden seid, aber da müsstet Ihr mir einen Brief schreiben, dass jemand krank ist. Auch könnt Ihr jetzt vielleicht in 10 – 12 Tagen das Gesuch schicken, braucht nur von der Gemeinde oder Gendarmerie bestätigt sein, denn es ist besser, ich hab das Gesuch 14 Tage oder 3 Wochen bei mir. Mitunter kann man sich auf die Post nicht verlassen und dann wird man rekonvalesziert und kann zum Kader einrücken. Gesuch wegen Ernteurlaub ohne Datum. Mit Gruß Josef. 

 

31.5.1918, Feldbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste. Hoffe, dass ihr gesund seid, selbes auch von mir. Den Brief dankend erhalten. Geld brauch ich keins, weil man ohnehin nichts zu kaufen bekommt. Wär halt alles recht, wenn ich kein Fieber mehr bekommen möchte, denn wenn ich jetzt eines bekomme, ist‘s für 2 Monate wieder vorbei mit dem Urlaub. Weiß nicht, sollt Ihr mir doch einen Brief schicken oder ein Telegramm, damit ich 8 oder 10 Tage Urlaub bekomme. Schließlich eine kleine Notlüge schadet nicht, macht‘s jeder so.

Grüße Euch alle herzlich und hoffe auf ein Wiedersehen. 

 

Feldbach am 23.6.1918

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste, bin gesund. Freut mich, dass Ihr mir, liebe Eltern, einmal schreiben könnt, dass es geregnet zuhause. Bei uns regnet es auch die ganze Zeit. Aber dass die Wetzdorfer sich auf mich ausreden, das ist mir zu ärgerlich, das ist wohl, wahr, dass die Frau G… gesagt, ich soll es mit nach Hause nehmen, aber da war wieder der Tonl der sagte, ich soll‘s nur da lassen. Nach und nach wird’s schon gemahlen und da lass ich auch zu, dass ich gesagt habe, wenn‘s auch kurz vor der Ernte ist, aber dass sie es verkaufen sollen, da war keine Red‘ davon. Das Gesuch hab ich schon selbst unterschrieben. Gestern wurde ich vom Kader in Linz verständigt, dass es mit der Enthebung nichts ist. Nun schließe ich mein Schreiben und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

Es grüßt Euch alle herzlich Josef. 

 

Sommer 1918, Heimaturlaub 

 

6.7.1918, Ansichtskarte aus Feldbach

Liebe Eltern und Schwester! Teile Euch mit das unbedingt nach Feldbach ins Spital musste denn in Pettau halt es keine acht Tage aus. Liebe Eltern näheres nächstes mal. Adresse kann noch nicht schreiben.
Alle herzlich grüßend Josef
 

 

7.7.1918, Feldbach

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich alle aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr, liebe Eltern, hübsch gesund seid. Habe erst einmal einen Brief erhalten, zugleich teile ich Euch mit, dass Ihr mir nichts mehr schicken sollt, wenn es nichts besonders ist, denn ich werde es nicht mehr erhalten. Kann sein, dass ich noch einige Tage hier bin und auch nicht.

Liebe Eltern, wie ist die Witterung? Bei uns regnet es schon die ganze Zeit seit ich vom Urlaub zurück bin. Nun hoffe ich auf ein baldiges Wiedersehen und grüße Euch alle aufs herzlichste. Hoffentlich ist nichts im Weg, damit ich nicht warten brauche. Josef. 

 

(undatiert, in diese Zeit passend)

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste. Hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, was auch bei mir der Fall ist. Den Brief vom 17ten dankend erhalten, wie ich aus dem Schreiben erkenne, so habt Ihr, liebe Eltern, das Kistl nicht mit dem Brief weggeschickt, kann es auch daher nicht erhalten, denn heute ist er 20te und ich war gestern schon im Befehl zum Abgang nach Pettau, kann daher jeden Tag weggehen. Ich glaube Euch geschrieben zu haben, Ihr sollt mir express schicken. War so dumm und hab mich freiwillig zum Kader gemeldet und was hab ich jetzt davon, dass ich keinen Urlaub bekomme und beinah jeden Tag Dienst habe bei der Kälte. Hab vom Spital 2 Monate Urlaubsanspruch erhalten und bei dem s.. Kader bekommt man trotzdem keinen.

Da Ihr schreibt, ob sich nichts machen lässt, das ist geradezu ausgeschlossen. Nun schließe ich mein Schreiben und grüße Euch alle herzlich.
Herauf fahren ist unnötig, denn wenn Ihr diesen Brief erhaltet, bin ich bereits in Pettau.

 

27.7.1918? Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, teile mit, dass ich um halb 10 Uhr von Wien weggefahren bin und um ½ 11 Uhr in Pettau angekommen bin. Habt keine Ahnung, wie es hier zugeht. Hab bis heute den 27ten noch kein Brot gefasst, denn es ist nirgends keines in den Verpflegungsmagazinen: Könnt Euch vorstellen, wie es so manchem geht, der nichts von zuhause mitbringt. Keinen Strohsack gibt’s auch wieder nicht, heißt‘s mit einer Decke auf den Brettern liegen. Mit der Urlaubsaussicht steht‘s auch schlecht, im Ackerbauministerium hab ich weiter nichts erfahren, als dass das Gesuch schon abgegangen ist und morgen wird ein Transport zusammengestellt und da kann es möglich sein, dass ich auch eingeteilt werde. Da könnt Ihr Euch, liebe Eltern, vorstellen, in welcher Stimmung ich bin. Um 4 Uhr ist Tagwache, dann Kaffeeholen und dann heißt‘s geschwind waschen und ausrücken bis um ½ 11 Uhr. Von 1 Uhr geht’s dann wieder bis 5 Uhr, nachher ist einrücken. Bis man zuhause kommt ist‘s 6 Uhr, dann 2 Stunden Befehl, dann kann man fortgehen bis 9 Uhr, bekommt aber nichts mehr. Nun schicke ich mein Schreiben mit vielen Grüßen. Josef. 

 

8.9.1918, Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch aufs herzlichste, bin gesund, selbes hoffe ich auch von Euch. Teile mit, dass leider bald ins Feld abgehen werde. War jetzt kommandiert bei einem Bauern und gestern, Samstag wurden wir zum Kader einberufen, weil nämlich 320 Mann von unserem Baon ins Feld abgehen. Kann leider nichts machen, marod kann ich jetzt auch nicht werden. Sollten halt doch gleich im Anfange meines letzten Urlaubes etwas gemacht haben, jetzt ist es halt wieder einmal umsonst. Schicken könnt Ihr mir, liebe Eltern, auch nichts mehr, weil ich es vielleicht nicht mehr bekommen kann.

Könnt Euch denken, wie ich aufgelegt bin. Nun schließe ich mein Schreiben schweren Herzens und grüße Euch alle herzlich Josef.

Adresse schreibe ich Euch so bald als möglich. Schreiben könnt Ihr mir vielleicht noch.
Pettau 8. September. 

 

12.9.1918, Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle herzlich. Hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, selbes auch von mir. Liebe Eltern, werdet wohl meinen Brief erhalten (haben) welchen ich Sonntag geschrieben habe. Also heute wurde mein Schicksal besiegelt, wurde nämlich heute zum Marschtransport verlesen und gibt es kein Auskommen mehr. War oft genug bei der Marodenvisite, aber immer ohne Erfolgt. Nun geht’s halt wieder in Gottes Namen ins Ungewisse. Wird es wieder eine geraume Zeit dauern, bis wir uns wiedersehen. Am 17ten gehen wir ins Feld ab.

Dürft nicht glauben, dass ich nicht mein Möglichstes getan habe oder dass es mir so leicht ankommt. Nun schließe ich mein Schreiben mit vielen Grüßen, Josef.

Liebe Eltern, schreiben dürft Ihr mir natürlich nicht, bis ich die Adresse schreibe.
Pettau am 12. September. 

 

15.9.1918, Pettau

Liebe Eltern!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs Herzlichste, hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund seid, selbes kann ich auch von mir schreiben.

Liebe Eltern, bin noch immer in Pettau, weiß nicht, wann wir weggehen, kann sein, dass es noch 14 Tage dauert und da möchte ich Euch liebe Eltern bitten, wenn Ihr mir von der Bezirkshauptmannschaft eine Bestätigung schicken möchtet, dass ein Enthebungsgesuch befürwortet ist. Vielleicht kann ich den beim Kader abwarten, wenn ich damit zum Rapport gehe. Also wenn Ihr nicht wollt, dann ich kann Euch nicht verdenken, soviel Arbeit und noch immer bei der Bezirkshauptmannschaft umlaufen. Aber wenn ihr den Germ ersuchet, der wird es schon machen.

Die Bezirkshauptmannschaft bestätigt hiermit, dass für den Sappeur Sieberer Josef ein Enthebungsgesuch befürwortet ist und derjenige soll einstweilen beim Ersatzkader belassen werden. Wie Ihr mir eine Bestätigung schickt, so muss es aber so bald als möglich sein, wird doch nicht so sein wie bei dem Gesuch, dass ich es wieder nicht erhalte.

Geld oder sonst etwas dürft Ihr mir unbedingt nicht schicken. Nun schließe ich mein Schreiben und hoffe, dass ich noch in Pettau bin, wenn die Bestätigung kommt. Gruß an Euch, liebe Eltern und Hanni. Dass Ihr aber nicht mit diesem Brief zum Herrn Pfarrer geht. 

 

17.9. 1918, Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich Euch alle aufs herzlichste, hoffe, dass Ihr alle hübsch gesund, was auch bei mir der Fall ist. Heute Euern Brief erhalten, bedaure Euch liebe Eltern, dass mich das jetzt getroffen und ich Euch nicht helfen kann. Hab alles Mögliche getan, alles umsonst, hab marodiert so viel als möglich, hab den dienstführenden Feldwebel angegangen mit 100 Kronen in die Hand, er soll mich vorläufig einteilen, aber ohne Erfolg, so muss ich halt in Gottesnamen wieder hinaus. Liebe Eltern, so schreibet mir, ob ich das Gesuch erhalte, bisher noch nicht. Jetzt die Bauzeit zuhause und muss anstatt in Urlaub gehen ins Feld, dürft nicht glauben, dass es mich so leicht ankommt. Jetzt kann es möglich sein, dass die Enthebung durch und es ist wieder alles umsonst, wenn ich wieder im Feld bin.

Nun geh ich schlafen. Flöhe haben wir so viel, dass man die ganze Nacht keine Ruh hat. Morgen werden wir wahrscheinlich abziehen. Nun wird es eine geraume Zeit dauern, bis ich wieder einmal zuhause komme. Nun schließe ich mein Schreiben und grüße Euch alle herzlich Josef. 

 

10.10.1918, Pettau

Liebe Eltern und Schwester!
Im Anfange meines Schreibens grüße ich euch herzlich, den Brief dankend erhalten, das Paket aber noch nicht. Der Brief ist ziemlich schnell gegangen, habe ihn Mittwoch in der Früh erhalten. Das Paket wird doch nicht wieder Pfutsch gehen, denn das wär doch nicht ohne und ich brauch‘s so notwendig. Wenn nur die Enthebung bald zurück wäre, denn es scheint mir, ich werde mich nicht lange halten. Liebe Eltern, müsst sie mir aber rekommandiert schicken, dass sie nicht verloren geht. Falls ich nicht mehr hier wäre, dann geht’s wenigstens zurück. Wie es mir geht, könnt Ihr Euch vorstellen. Die Menage ist halt wenig und ein bissl arbeiten müssen wir auch.

Nun schließe ich mein Schreiben und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen. Meine Adresse jetzt:
Reserve Spital … in
Sternthal, Baracke 5 bei  Pettau
Steiermark
Geschrieben Donnerstag den 10. Oktober. 

 

10 weitere undatierte Briefe

 

Aufenthalte während des Krieges anhand der Feldpostbriefe 

2.7.1915, Linz

Ab 3.7.1915 von der Kompanie weg, iIn versch. Spitälern in Slowenien

21.8.1915, Zagreb Spital - Lungenspitzenkatarrh oder Herzfehler.

4.9.1915, Linz

13.9.1915, Linz

17.9.1915, Linz

19.9.1915, Linz

Heimaturlaub

11.10.1915, Linz

18.10.1915, Linz

25.10.1915, Linz

31.10.1915, Ansichtskarte aus Budapest

28.11.1915, im Feld ohne Ortsangabe

9.12.1915, Unterretzbach

19.12.1915, Semlin bei Belgrad

 

Anfang 1916, Linz

26.1.1916, im Feldeinsatz

27.2.1916, im Feldeinsatz

Juni 1916, Militärzensur Osijek 6, Krankenhaus Slavonisch-Brod

14.11.1916, Virpazar (Montenegro)

 

4.5.1917, Virpazar; Montenegro

10.5.1917, Virpazar (Montenegro)

22.5.1917, Etappenpostamt Virpazar, Montenegro

17.6.1917, Virpazar, Montenegro

24.6. 1917, Virpazar, Montenegro

11.7.1917, Etappenpostamt Virpazar, Montenegro

28.7.1917, Virpazar, Montenegro

13.8. 1917, Spital Virpazar? danach Fahrt nach Pardubitz

23.8.1917, Spital Pardubitz

1.9.1917, Militärpflege, Reservespital Pardubitz

Nov. 1917,  Pardubitz

10.12.1917, Pardubitz

25.12.1917, Pardubitz, Böhmen

 

6. Jänner 1918, Pardubitz

20.I.1918, Militärpflege, Ersatzspital Pardubitz, Böhmen

5.2.1918, Militärpflege, Reservespital Pardubitz

25.2.1918, Pettau

6.3.1918, Feldbach, Fieber

Mai 1918, Feldbach

22.5.1918, Feldbach

31.5.1918, Feldbach

Feldbach am 23.6.1918

Sommer 1918 Heimaturlaub

6.7.1918, Ansichtskarte aus Feldbach, Spital

7.7.1918, Feldbach

8.9.1918, Pettau

12.9.1918, Pettau

15.9.1918, Pettau

17.9. 1918, Pettau

10.10.1918, Pettau

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Die erwähnten Orte:

Pettau: heute Ptuj, ist die älteste Stadtgemeinde in Slowenien und die älteste Stadt des ehemaligen Herzogtums Steiermark, mit etwa 23.000 Einwohnern.

Pardubitz: Pardubice ist eine ostböhmische Stadt in der Tschechischen Republik mit etwa 90.000 Einwohnern.

Virpazar: Ein Ortsteil der Gemeinde Bar in Montenegor mit über 300 Einwohnern.

Slavonisch-Brod: Slavonski Brod  ist eine Stadt im Nordosten von Kroatien. Sie liegt am Nordufer der Save.

Skutari-See: Der See liegt an der Grenze zwischen Montenegro und Albanien und ist der größte See am Balkan.

Ochrid-See: Der See liegt an der Grenze zwischen Mazedonien und Albanien, er ist einer der ältesten Seen der Erde.

Quelle: Wikipedia

 

Jänner 2014
Maria Knapp