Schulfeiern während der NS-Zeit

Letzte Änderung: 10.11.2014

 

Mit der NS-Zeit kam viele neue Feiertage auf, die den Schulen und Gemeinden vorgeschrieben waren.

 

Feiern 

Feier des 30. Jänner: Tag der Machtergreifung Hitlers in Deutschland 1933

13. März: Feier zur Wiedervereinigung

20. April: Geburtstag des Führers

1. Mai

Sonnwendfeier

Feier zu Schulanfang und Schulschluss

Morgenfeier: In der Schule wurde der Gottesdienst durch eine Morgenfeier ersetzt.

9. November: Gedenken an den Hitler-Ludendorff-Putsch im Jahr 1923

Julfeier statt Weihnachten

 

Diese Feiern, die den Patriotismus der Kinder und der Bevölkerung erhalten und steigern sollten, wurden sorgfältig vorbereitet und in den Schulchroniken genau aufgezeichnet.

 

Schulchronik Neustift
1939: Am 18. September versammelte sich um 8 Uhr die Schuljugend auf dem Platze vor der Schule. Die Feier wurde genau nach dem im Verordnungsblatte vom 1. September  1939 angegebenen Plan durchgeführt.

28.10.1942: Das neue Schuljahr begann mit einer Flaggenhissung und offiziellen Feier. 

 

Schulchronik Engelmannsbrunn
Am 19. September 1938 fand um 9 Uhr vormittags vor dem Schulhause die erste gemeinsame Morgenfeier statt.

Am 30. Jänner 1939 hatten wir die Schulfeier mit nachstehendem Programm abgewickelt: 
1. Flaggenhissung.
2. Flaggenspruch.
3. Ein junges Volk steht auf.
4. Deutschland wache! (Sprechchor).
5. Ansprache des Oberlehrers.
6. Sprechchor der 1. Klasse.
7. Nur der Freiheit gehört unser Leben.
8. Kamerad der Zeit.
9. Die deutschen Mädchen dem Führer.
10. Die beiden Hymnen der Nation

März   1939: Anläßlich des Jahrestages unserer Eingliederung ins Großdeutsche Reich hielten wir eine würdige Schulfeier ab. In diesem Monate wurden Böhmen und Mähren dem Reich rückgegliedert (Protektorat). Der 20. März war aus diesem Grunde unterrichtsfrei! 

5.7.1941: Am 5. Juli fand im festlich geschmückten Turnzimmer eine Entlassungsfeier für die austretenden Schüler und Schülerinnen statt. Anwesend waren die Entlaßschüler, deren Eltern, die Vertreter der Schulgemeinden Engelmannsbrunn und Mallon, die Vertreter der Partei, die Führer der Jugendgliederungen und sämtliche Schüler.
Die Feier nahm einen würdevollen Verlauf und zwar:
1. Feierlied: "Auf hebt unsere Fahnen."
2. Führerwort.
3. Jugendfeier.
4. Reifsprechung.
5. Aufnahme in die Gemeinschaft der Schaffenden.
6. Ansprache des Schulleiters.
7. Gelöbnis.
8. Nationallieder.
9. Aufmarsch.
10. Flaggenhissung.
11. Zeugnisverteilung.
Als Entlassungsgabe wurde den scheidenden Schülern ein prächtiges Büchlein "Du und dein Volk", (herausgegeben von der Reichsleitung der NSDAP, Hauptamt für Erzieher) überreicht.“

Am 22. März fand zum 1. Male die Verpflichtungsfeier der deutschen Jugend statt. An Stelle der bisherigen Schulentlaßfeier trat nun eine gemeinsame Feier des gesamten deutschen Volkes. Träger dieser Feier war die NSDAP. Die Jugend wurde in sinnfälligster Form in den großen Kreis des deutschen Volkes aufgenommen. Ein Vertreter der H.J. wies sie in die Hitler–Jugend ein. Der Herr Direktor der Hauptschule Kirchberg, Wilhelm Zichovsky, verabschiedete als Beauftragter der Partei und des NS Lehrerbundes die Jugend aus dem Verband der Schule. Die Feier, die in Kirchberg für die ganze Ortsgruppe gemeinsam stattfand, hinterließ bei der Jugend und ihren zahlreich erschienenen Eltern und Angehörigen tiefen und nachhaltigen Eindruck.

30.1. 1943: Im Angesicht des heldenhaften Kampfes ihrer Kameraden an der Front und der totalen Kraftanstrengung der ganzen Nation beging auch die deutsche Jugend  in Schule und Betrieb den 10. Jahrestag der Machtübernahme. Ein Appell des Reichsjugendführers Axmann unterstrich den Dank und das Gelöbnis, die an diesem Tag Millionen Herzen der deutschen Jugend erfüllten. 

 

Schulchronik Altenwörth
Am 19. September fand die Schulfeier zu Beginn des Schuljahres 1938/39 statt. Um ¾ 9 versammelte sich die Schuljugend und der Lehrkörper vollzählig in den Lehrzimmern. Vor 9 Uhr wurde im Schulhof beim Fahnenmast Aufstellung genommen. Schlag 9 Uhr begann die Morgenfeier mit dem Chor „Vorwärts, vorwärts, schmettern die hellen Fanfaren.“ Hierauf folgte die Ansprache des Schulleiters. Während der Flaggenhissung sprach ein Schulkind folgenden Spruch:

     Fahne, weh im Morgen!
     Unser Land lag tief in Sorgen.
     Treue zu Dir hat es frei gemacht,
     Treue durchbrach die dunkle Nacht, 
     Treue macht unsere Zunkuft hell,
     Wenn Du, Fahne rufst, sind wir alle zur Stell!
Es folgten die Lieder der Nation und der Schulleiter erklärte das Schuljahr 1938/39 für eröffnet. Mit einem „Sieg Heil“ auf den Führer schloß die Feier. 

Foto: Schulchronik  Altenwörth

Am 30. Jänner mußte Stalingrad dem Feind überlassen werden nachdem bereits seit November 1942 der Kampf um diese Stadt im großen Maße tobte. Viele Soldaten unserer Donaugaue waren bei der 6. Armee, welche im Kampf bis zum Äußersten ausharrte. Der Sohn des Schreibers war am 4.12.1942 an der Nordkette von Stalingrad in russische Gefangenschaft gekommen.
Und trotzdem wurde am selben Tag gefeiert:
Der 30. Jänner stand im Zeichen der Feier der Machtübernahme durch den Führer Adolf Hitler. Große Feierlichkeiten wurden abgehalten. Auch wir hielten im Lehrzimmer eine Festfeier ab, bei der  Lieder und Gedichte zum Vortrag kamen.

1943: Ab Oktober findet zu Wochenanfang eine Gemeinschaftsstunde der gesamten Schuljugend statt. Flaggenhissung, Lieder, Sprüche sowie ein Thema aus dem Kriegsgeschehen bilden den Stoff der Stunde. 

 

Schulchronik Kirchberg am Wagram

Das Schuljahr 1938/39 wurde mit einer feierlichen Flaggenhißung vor dem Hauptschulgebäude begonnen. Einige Tage vorher wurde ein Fahnenmast aufgestellt und von den Schülern mit Tannenreisig geschmückt.

Foto: Maiaufmarsch in Kirchberg
Sammlung Dr. Rudolf Delapina

In jeder Klasse wurde das Führerbild mit frischem Grün umrahmt. Auf dem Tisch jedes Klassenlehrers standen Blumen. Um 9 Uhr fand die feierliche Flaggenhissung statt. Die Schüler mit ihren Klassenlehrern standen in U-Form um den Fahnenmast. Zum Beginn der Feier wurde das Lied „Vorwärts, vorwärts, schmettern die hellen Fanfaren“ gesungen. Dann folgte die Festrede des Direktors Ziskovsky. Auf das Kommando des Direktors wurde die Fahne gehißt und ein Schüler sprach laut einen Fahnenspruch. Dann folgte ein 1 Minute langes Schweigen. Hierauf folgte die Absingung der beiden Lieder der Nation. Hernach erklärte der Direktor das neue Schuljahr für eröffnet. Zuletzt erfolgte ein Gedenken an unseren Führer.

Ab 17. Okt. 1938 erhält jede Schule von der Gaupropagandaleitung einen Wochenspruch = sinnreicher Spruch des Führers oder eines anderen hervorragenden Mannes, der an jedem Montag anläßlich der Fahnenhißung von einer Lehrkraft den Kindern erklärt wird.

Am 9. Nov fand an der hiesigen Schule eine Gedenkfeier für die am 9.1.1923 gefallenen Helden unserer Bewegung mit folgendem Programm statt:
1. Spruch: das große Schweigen,
2. Ansprache des Direktors,
3. Rufen der Helden (16 Fackelträger),
4. Aufruf zum 9. Nov. von Herbert Böhm,
5. Gedenken unseres Führers.
6. Lieder der Nation.
An dieser Feier nahmen nebst den Ortsbewohnern auch der Ortsgruppenleiter der NSDAP H. Am. Pöltl und der Gemeindeverwalter Josef Heinrich teil. Abends um 8 Uhr hielt die Ortsgruppe Kirchberg der NSDAP im Verein mit der SA, SS und NSKK im Parteiheim die Totenehrung ab. Am 12. Nov. wurde die Feier von der HJ und BDM vor dem hiesigen Kriegerdenkmal gehalten. 

Am 24. Dezember 1938 fand in Kirchberg die Julfeier nach altem deutschen Brauche statt. An dieser nahmen teil: Ortsgruppe der NSDAP, SA, SS, NSKOV, NSKK, HJ, BDM und NSF. Um 17:30 begaben sich alle vom Parteiheim  aus im Schweigemarsch durch den Ort auf den Sportplatz. Dort hielt Pg. Schwegel die Julrede und das Feuer wurde entzündet. Hiebei wurden zwei Lieder gesungen. Die Führer der einzelnen Gliederungen übergaben mit einem sinnreichen Spruch einzeln einen Kranz dem Feuer. Mit dem Liede „Wenn alle untreu werden“  wurde die Feier beendet. Die SA-Männer entfachten an dem Julfeuer ihre Fackeln und dann marschierten alle ins Dorf. Im Dorfe erhielten die an den Haustoren wartenden Leute mit den Adventkerzen von den Fackelträgern das Licht für den Weihnachtsbaum. 

 

Schulchronik Bierbaum
Am 9. Nov. 1938  ½ 9h vormittags fand eine feierliche Gedenkstunde vor dem Fahnenmaste statt. In aller Stille wurde angetreten.  Die Flagge war bereits gehißt, ein Schüler sprach den Gedenkspruch. Daran schloß sich die Ansprache des Oberlehrers, die Verlesung der 16 Toten von der Feldherrenhalle und „das Gedenken zum 9. November“. Mit einem 3fachen Sieg Heil und den Liedern der Nation wurde die Feierstunde geschlossen.   

Am 13. März 1939 fand in hiesiger Schule eine würdige Feier zum Gedenken an die Wiedervereinigung der Ostmark mit dem großen deutschen Mutterlande statt. Eingeleitet wurde die Feier durch die Flaggenhissung. In der 2. Klasse fand dann die eigentliche Feier, die unter folgendem Programm verlief ,statt:
                        1. Lied. Nun laßt die Fahnen fliegen.
                        2. Gedicht: Junges Deutschland.
                        3. Lied: Sahst du im Osten das Morgenrot.
                        4. Ansprache des Oberlehrers.
                        5. Die Lieder der Nation. 

Anläßlich des 7. Jahrestages der Machtergreifung fand am 30. Jänner 1940 eine schlichte Feier statt. Der Oberlehrer schilderte in einer Ansprache das Geschehen um den 30. Jänner 1933 und den Machtaufstieg unseres Führers bis heute. Anschließend wurden die Lieder der Nation gesungen. 

Am 15.6.1940 fand anläßlich des Inkrafttretens des Waffenstillstandes mit Frankreich eine Schulfeier statt. Ein Vergleich mit dem Jahre 1918 und 1940 wurde gemacht. Die Lieder der Nation beendeten die schlichte Feier.  

Das Schuljahr 1939/40 endete am 6. Juli 1940. Aus diesem Anlasse fand eine würdige Schulschlußfeier statt.
     Um 8h versammelten sich die Schüler im Klassenzimmer, das mit den Farben des Reiches geschmückt war.
     Als Einleitung wurde das Lied: „Vorwärts, Vorwärts“ gesungen.
     Ein Schüler trug das Gedicht: „Das deutsche Bauernkind“ vor.
     Hierauf hielt der Schulleiter eine Ansprache.
     Mit dem Treuebekenntnis für den Führer und den Liedern der Nation wurde die Schulschlußfeier geschlossen. 

 

Lieder, die in den verschiedenen Chroniken genannt werden

Lieder der Nation: Horst Wessel-Lied

Deutschlandlied

Nun laßt die Fahnen fliegen

Ein Volk, ein Reich, ein Führer

Wenn alle untreu werden

Nur der Freiheit gehört unser Leben

Heut‘ noch sind wir hier zuhaus

Brüder in Zechen und Gruben

Heilig Vaterland

Vorwärts, Vorwärts

Mit der Freiheit

Sahst du im Osten das Morgenrot

Es zittern die morschen Knochen

Auf hebt unsere Fahnen

In den Ostwind hebt die Fahnen

Großdeutsches Danklied

 

Gedichte

Großdeutschland ist erständen

Ein Volk, ein Reich, ein Vaterland

Deutschland erwache

Ins neue Licht

Junges Deutschland

Der Führer und das Kind  

 

November 2014
Maria Knapp