Fanz Wabro 

 

"Tief drin im Böhmerwald da liegt mein Heimatort.   
Es ist so lang schon her, dass ich von dort bin fort,
doch die Erinnerung die bleibt mir stets gewiss,
dass ich den Böhmerwald nie mehr vergiss. 

Es war im Böhmerwald, wo meine Wiege stand,
im schönen, grünen Böhmerwald....." 

Dieses Lied ist mir stets im Ohr, wenn ich an einen Menschen denke, der es so gerne sang, und alle Neustifter, die anwesend waren, ob jung oder alt, sangen begeistert mit. ....   Aber er konnte nicht nur gut singen, auch sein Ruf "Meuter", "Meuter" (=mundartlich – Mörtel, Mörtel) vom Baugerüst herunter brachte so manchen "Zureicher" zum Schwitzen. Denn Franz Wabro war ein flotter Maurer und Fassader, der an einem Tag scheinbar mühelos ein Zimmer rundherum und auch die Decke dazu anwerfen konnte.  So manche schöne Fassade mit Fenstersimsen in der Umgebung wurde von Wabro gefertigt. Er war ein geselliger Mensch, und brachte mir und auch Anderen binnen kurzer Zeit das Mauern und Anwerfen samt "Deckenputzen" bei. Er war immer bemüht jungen Leuten etwas beizubringen und sie zu motivieren.

Dass Franz Wabro 1948 mit seiner Familie nach Neustift im Felde kam, daran war wohl der zweite Weltkrieg und dessen Folgen (Vertreibung der Deutschen Bevölkerung aus der CSR)  "schuld". Als die Familie nach der Vertreibung in Wien wohnte und Franz Wabro aus der Kriegsgefangenschaft in Russland heimkam, begab er sich mehrmals Nächtens in sein Heimathaus, um die nötigsten Sachen, wie Bettdecken und Gewand für seine Familie zu retten.

 
Bild I:
Franz Wabro (links) im Kreise seiner Kollegen auf einer Baustelle in Wien 19.
 

 
Bild II:
Die Familie Wabro wohnte vorerst in Neustift Nr. 2 a, Weidinger/Korn, Tochter Hilda, zweite Ehegattin Agnes, Franz Wabro sen. und Franz Wabro jun. etwa 1949 

  
Bilder III  und IV:
Vaterhaus der Familie Wabro in Deutsch Beneschau – Vierteln; links Franz Wabro mit Großmutter   

 
Bild V: '
Begräbnis 

 

Herr Professor Walter A. Schwarz übergab mir einen Artikel über Franz Wabro sen. für unsere Website, wofür ich mich herzlich bei ihm bedanke. 

 
Vizeleutnant i.R. Professor Walter A. Schwarz

Bild VI: 

In der Zeitschrift für Militärgeschichte "Pallasch" (siehe Siehe http://www.miliz.at/pallasch/uebersicht.htm#) Heft Nr. 16, Herbst 2003, herausgegeben vom Österreichischen Milizverlag, erschien ein  ausgezeichneter und informativer Atrikel verfasst von Vizeleutnant i. R. Professor Walter A. Schwarz über den mit seiner Familie nach Neustift im Felde zugewanderten ehemaligen Feldwebel Franz Wabro (*1911,  † 1986).

Walter A. Schwarz hat seinen Hauptwohnsitz in Wien und seinen Zweitwohnsitz am Vaterhause seiner Gattin Annemaria Schwarz, geb Schmit in Neustift im Felde  41.

Vizeleutnant i. R. Prof. Walter A. Schwarz wurde am 16. Juli 1944 in Wien als Sohn eines schwerverwundeten Berufssoldaten geboren. Nach der Pflichtschule erlernte er das Schlosserhandwerk und rückte 1964 zur Panzertruppe des ÖBH ein.

Ab 1970 absolvierte er im Rahmen freiwilliger Waffenübungen die Ausbildung zum Reserveunteroffizier und trat im Juli 1975 als Oberwachtmeister ins ÖBH ein. Von 1991 bis zur Ende November 2007 erfolgten Ruhestandsversetzung diente er im Heeresgeschichtlichen Museum und war als Kustos der dortigen Orden- und Auszeichnungssammlung sowie der Reliquien und persönlichen Erinnerungsobjekte zuletzt mit der zeichnungsberechtigten Führung seines Referates betraut. Er absolvierte u. a. die Ausbildung zum Heereskraftfahrer, Militärfallschirmspringer, Militärpolizisten, Informationsoffizier und Scharfschützenausbilder.

Schwarz ist Autor dreier Bücher, Verfasser und/oder (Mit-)Autor mehrerer Ausstellungskataloge, veröffentlichte über 300 militärhistorische und ordenskundliche Artikel, war Mitarbeiter und/oder Organisator zahlreicher militärhistorischer und ordenskundlicher Ausstellungen, Organisator mehrerer internationaler Tagungen sowie Gastlehrer an der Heeresunteroffiziersakademie und hielt im In- und Ausland Vorträge.

Er war Vizepräsident und ist Ehrenmitglied der Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram, war Präsident der Unteroffiziersgesellschaft Wien, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Heereskunde, der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde sowie Bundesfachwart-Stellvertreter für Sportschießen im Österreichischen Heeressportverband (ÖHSV).

Als langjähriges Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft und des Bundesheer-Leistungskaders im Sportpistolenschießen ist er oftmaliger österreichischer Staats-, Landes-, Bezirks- und Meister des ÖHSV und war Teilnehmer an einer Europa- und 4 CISM-Militärweltmeisterschaften (NL sowie 2xUSA, ÄGYPTEN, CHINA) sowie Gewinner mehrerer internationaler Wettkämpfe und mehrfacher Rekordhalter.

Er wurde mit dem Goldenen und Silbernen Verdienstzeichen der Republik Österreich, der Goldenen Medaille für Verdienste um die Republik Österreich, dem Goldenen und silbernen Ehrenzeichen sowie dem Sportehrenzeichen in Silber des Bundeslandes Niederösterreich, dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien, der Ehrennadel der Stadtgemeinde Deutsch Wagram, dem Verdienstkreuz und der Goldenen Verdienstmedaille mit silbernem Lorbeerkranz des Österreichischen Roten Kreuzes sowie der  Goldenen Medaille des ungarischen Staatspräsidenten dekoriert.

2006 wurde ihm als zweitem aktiven Unteroffizier in der Geschichte des Bundesheeres für seine Arbeiten als Militärhistoriker vom Bundespräsidenten der Berufstitel Professor verliehen. 

Ein Portrait über Vizeleutnant Professor Schwarz finden sie auf den Webseiten:

http://www.bmlv.gv.at/wissen-forschung/publikationen/person.php?id=679 
und http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_A._Schwarz 

  
Bilder VII und VIII   

Mehrere Bilder wurden im Folgenden Artikel wegen der besseren Auflösung von Walter Wabro bzw. Hilda Treiber gefällig  zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanke. Der Text, soweit er direkt Feldwebel a. D.  Franz Wabro betrifft, wurde von mir in grüner Farbe gestaltet.

 

September 2014
Andreas Nowotny
 
 

 

Abschrift des oben beschriebenen, äußerst genau recherchierten Artikels:

Seite 93 bis 106 

 

Feldwebel Franz Wabro (1911 – 1986)

Inhaber des Ritterkreuzes des Eisenen Kreuzes 

Portrait von Walter A. Schwarz 

 
Bild 1:
Uffz Franz Wabro. Auf dem Bild sind folgende Auszeichnungen zu erkennen: RK, EK 1. Klasse, Band des EK. 2.Klasse, Verwundetenabzeichen in Silber, Infanteriesturmabzeichen in Silber, Spange der Madaille zur Erinnerung an den 1.Oktober 1938. 

Im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges haben ca. 18 Millionen Menschen in der Deutschen Wehrmacht gedient. Von diesen[i] und den Angehörigen der Streitkräfte der mit Deutschland verbündeten Nationen haben 7.361[ii] Soldaten das Ritterkreuz bzw. eine seiner höheren Stufen erhalten. Schon daraus ist ersichtlich, welch hohen ideellen Wert dieser Kriegsorden trotz aller mit Dekorationen verbundenen menschlichen und politischen Unzulänglichkeiten gehabt hat.[iii] Als militärhistorisch interessiertem Berufssoldaten war mir bekannt, dass es im niederösterreichischen Kirchberg am Wagram, einer

zwischen Tulln und Krems gelegenen Marktgemeinde, einen ehemaligen Feldwebel und Ritterkreuzinhaber namens Franz Wabro gab und dieser ein "Aushängeschild" der Veteranenvereinigungen des  Österreichischen Kameradschaftsbundes nahezu des gesamten Tullnerfeldes war.

Persönlich habe ich ihn nie kennengelernt und erst durch die 1986 erfolgte Todesanzeige von seinem Ableben erfahren. Die Absicht, über ihn zu schreiben, hatte ich jahrelang gehegt, doch erst im Sommer 2002 war es so weit. Wabros ältester Sohn Franz, ein inzwischen im Ruhestand befindlicher Vizeleutnant[iv] des Österreichischen Bundesheeres, seine Tochter Hilda und sein jüngster Sohn Walter haben mich durch Einsichtsgewährung in wichtige Familienunterlagen bereitwillig unterstützt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Über die Geschichte des Ritterkreuzes und seine Inhaber [v] wurde genügend geforscht und zahllose Publikationen verfasst.

Einige wesentliche Tatsachen sollen jedoch auch hier in Erinnerung gerufen werden, denn eine mir vor Jahren widerfahrene Begebenheit zeigt, wie schnell selbst techno- und militärhistorisch bedeutsame Personen im Dunkel der Geschichte verschwinden können.

Mitte 1996 war ich in Düsseldorf Gast einer Geburtstagsfeier. Ein Kamerad und Hauptfeldwebel der Reserve der Deutschen Bundeswehr feierte seinen 50er. Einer der Anwesenden, ein etwa ebenso alter Lehrer, Sportflieger und Fluglehrer, sprach mich auf meine im Knopfloch getragene Miniatur des Bundesheer-Fallschirmspringerabzeichens an und so kamen wir ins Gespräch.

Nun war im Februar dieses Jahres Generalleutnant a.d. Adolf Galland (1912-1996) verstorben und so fragte ich meinen Gesprächspartner beiläufig ob er wisse, welcher berühmte Flugzeugführer der ehemaligen Deutschen Luftwaffe kürzlich verstorben wäre. Ich erwartete nun einen längeren Vortrag über Galland, doch zu meinem Erstaunen wusste mein Gegenüber nicht, wen ich meinte. Als ich ihm – immerhin einen deutschen Pädagogen, Piloten und Fluglehrer – den Namen Galland nannte und anmerkte, dass es sich bei diesem um den letzten der 27 Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten und Piloten der berühmten Me-262, des ersten im Kriegseinsatz erprobten Düsenflugzeuges der Welt, gehandelt hatte, konnte er mit dieser Person nichts anfangen. Er hatte von Galland noch nie gehört ...

Doch wenn Männer wie Galland dem Vergessen anheim gefallen sind, was konnte dann Franz Wabro von der (Militär-)Geschichte erwarten? Nichts, denn er war einer jener tatsächlich "namenlosen" Ritterkreuzträger.[vi] Er war kein draufgängerischer Jagdflieger, kein verwegener U-Bootkommandant und auch kein erfolgreicher Truppenführer. Er wurde nicht publikumswirksam herumgereicht und war auch kein Objekt der politischen oder Wehrmachtspropaganda.[vii] Sein unscheinbares Äußeres schien dafür ebenso ungeeignet, wie er auch seiner persönlichen Einstellung nach mit glanzvollen Empfängen nichts anzufangen wusste. Er war ein Handwerker, ein tatsächlich "einfacher Mann aus dem Volke", einer von Millionen Soldaten, die in der Infanterie zu dienen hatten – und er war auch kein Held! Wahrscheinlich wollte er auch nie ein solcher werden, sondern, wie hunderttausende andere auch, den Krieg möglichst unversehrt überleben. Doch zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort und unter besonders lebensbedrohenden Umsänden zeigte er außergewöhnlichen Mut und mitreißendes Führertum. Dieser Bericht soll Franz Wabro für einen kurzen Augenblick ins Bewusstsein des Lesers rücken und daran erinnern, wie vergänglich doch alles ist....

Vor und während des Ersten Weltkrieges hatten Orden und Ehrenzeichen in Europa ihren besonderen sozialen Stellenwert. Das sollte sich in Deutschland nach dem verlorenen Krieg und dem damit verbundenen Ende des deutschen Kaiserreiches abrupt ändern. Mit der Abdankung des deutschen Kaisers und Königs von Preußen am 9. November 1918 waren auch die Verleihungen der beiden höchsten militärischen deutschen Tapferkeitsauszeichnungen des Ersten Weltkrieges, des Offizieren vorbehaltenen Ordens "Pour le merité"[viii] und des für Unteroffiziere und die Mannschaft bestimmten Goldenen Militärverdienstkreuzes,[ix] beendet. Im Artikel 109 der Weimarer Verfassung wurde die Verleihung von Orden und Ehrenzeichen und die Annahme von Orden und Titeln einer ausländischen Regierung durch deutsche Staatsbürger untersagt. Man berief sich dabei auf die Französische Revolution und übersah dabei, dass gerade im Frankreich der Konsulatszeit, am 15.Mai 1802, der von jedem Franzosen bis heute erstrebte Orden der "Ehrenlegion" geschaffen wurde. Erst nach der "Machtübernahme" durch die Nationalsozialisten kam es mit dem Gesetz vom 7. April 1933 in Deutschland zur Aufhebung der "ordenslosen Zeit". 

 


Bild 2:
Franz Wabro als Kleinkind mit seiner Mutter 

 
Bild 3:
Franz Wabro (2. Reihe von unten, rechts neben dem Soldaten mit der Tellermütze) als tschechoslowakischer Soldat.

  
Bild 4:
Gfr. Fran
z Wabro am Tag der Verleihung des EK 2. Klasse. Auf der linken Brustasche ist das SA-Sport(wehr)abzeichen zu erkennen.     

   
Bild 5:  
Uffz. Franz Wabro am Tag der Verleihung des Ritterkreuzes.

  
Bild 6 u 7:
Uffz. Franz Wabro und der Kdr/384. ID, GenLt. Hans de Salengre-Drabbe, anlässlich der Verleihung des RK.

 

Das am 10. März 1813 von König Friedrich Wilhelm III von Preußen (regiert 1770-1840) für die Dauer des Krieges gestiftete und für alle Soldaten gleich welchen Dienstgrades, Ranges oder Standes erreichbare Eiserne Kreuz, wurde 1870 und 1914 auf Kriegsdauer erneuert. Am 1.September 1939 erfolgte dies auch durch Adolf Hitler (1889-1945) in seiner Eigenschaft als Führer und Reichskanzler des Deutschen Reiches.[x]

Der Orden des Eisernen Kreuzes wurde anfangs als 2. und 1. Klasse, Ritter- sowie als Großkreuz verliehen. Infolge der durch den Krieg vermehrt auftretenden Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, wurde am 3. Juni 1940 das Eichenlaub, am 21. Juni 1941 die Schwerter und am 15. Juli 1941 die Brillanten zum Ritterkreuz gestiftet. Als höchste und letzte Stufe des Ritterkreuzes wurde am 29.nDezember 1944 das Goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten geschaffen. Dieses sollte nur zwölfmal verliehen werden, "um höchstbewährte Einzelkämpfer, die mit allen Stufen des Ritterkreuzes ausgezeichnet sind, vor dem deutschen Volke besonders zu ehren." Einziger Inhaber dieser Auszeichnung war der gleichzeitig mit der Verleihung zum Oberst beförderte Stuka[xi] -Pilot Hans- Ulrich Rudel (1916-1982).[xii]

Zu den bekanntesten Besitzern des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes und seiner höheren Stufen zählten Oberst Werner Mölders (1913-1941), der "Stern von Afrika" Hauptmann Hans-Joachim Marseille (1919-1942), Kapitän zur See Wolfgng Lüth (1913-1945), Major Walter Nowotny (1920-1944),[xiii] Fregattenkapitän Albrecht Brandi (1914-1966), Flottilenadmiral (Bundesmarine) Otto Kretschmer (1912-1988) und der "Held von Scapa Flow" Korvettenkapitän Heinrich Günther Prien (1908-1941)..  All diesen Männern war gemeinsam, ihre Taten allein bzw. als Kommandanten von U-Booten mit ihren Besatzungen aus eigenem Entschluss begangen zu haben. Dies entsprach den Richtlinien des Oberkommandos des Heeres, die festlegten, dass das Ritterkreuz nur für "besonders kampfentscheidende Tapferkeitstaten"  zuerkannt werden sollte. Als Voraussetzungen wurden "eigener, selbstständiger Entschluß, hervorragende Tapferkeit und ausschlaggebende Erfolge für die Kampfführung im Großen gesehen"  verlangt.[xiv] 

Der erste Frontsoldat der Deutschen Wehrmacht, dem das Ritterkreuz verliehen wurde, war der aus Wiener Neustadt stammende und noch zum Tiroler Jägerregiment des österreichischen Bundesheeres ausgemusterte Leutnant Josef Stolz (1915-1941).[xv] Insgesamt haben ca. 320 im Jahre 1938 die österreichische Staatsbürgerschaft besitzende Soldaten der Deutschen Wehrmacht das Ritterkreuz oder dessen höhere Stufen erhalten. 42 davon haben von 1952 bis 1955 in der B-Gendarmerie bzw. ab 1955 im Österreichischen Bundesheer der zweiten Republik als aktive Soldaten, Reservisten oder Beamte der Heeresverwaltung mit Reservedienstgrad gedient.[xvi]

Franz Wabro wurde am 1. November 1911 als Sohn des Jakob Wabro in Deutsch Beneschau, (seit 1946 Benesov nad Cernou) geboren. Der Ort lag im Gerichtsbezirk Gratzen (heute Nové Hrady) der damaligen Bezirkshauptmannschaft Kaplitz (heute Kaplice) in Böhmen und hatte 1881 das Stadtrecht erhalten. Militärisch gehörte Deutsch Beneschau zum Militärterritorialkommando (k.u.k.Korps) in Prag. Als Gemeinde wies Deutsch Beneschau im Jahre 1900 2.264 deutsche Einwohner auf, heute leben hier noch ca. 1000 Menschen. Die Bevölkerung der Stadt und der umliegenden Dörfer fand, so sie nicht Landwirte waren, Arbeit in der Holzwollefabrik, den drei amerikanischen Kunstmühlen, dem Sägewerk und den nahegelegenen Hammerwerken und Eisenhütten.[xvii] 

 
Bild 8: 
Uffz. Franz Wabro am Tag der Verleihung des RK     

Aus einer Arbeiterfamilie stammend besuchte Wabro die sechsklassige Volksschule, erlernte anschließend bei seinem Lehrherrn Franz Körner den Beruf des Maurers und Fassaders und wurde am 20. März 1926 als Gehilfe freigesprochen.[xviii] Am 23. Juli 1935 heiratete Wabro seine 1913 geborene Frau Aloisa,1937 und 1938 kamen Sohn Franz und die Tochter Hilda zur Welt. 

Vor 1914 wohnten in den Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie, Böhmen, Mähren und Schlesien – nach dem sie durchziehenden Gebirgszug der Sudeten die Sudetenländer genannt – 3,512.682 Deutsche. Diese wurden ab 1902 als Sudetendeutsche bezeichnet.[xix] Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde dieser Begriff immer häufiger verwendet und bürgerte sich so im allgemeinen Sprachgebrauch ein. 

 
Bild 9:
Uffz. Franz Wabro mit seiner ersten Frau Aloisia 

 

Bild 10, 11, 12:
Uffz. Franz Wabro wird in Deutsch Beneschau empfangen. 

 
Bild 13:
1970, Feldwebel a.D. Franz Wabro bei einer Veranstaltung des Österreichischen Kameradschaftsbundes, Ortsgruppe Kirchberg am Wagram.
Reihe hinten von links: Ing. Johann Markl, Bgm. Johann Damböck, Franz Wabro, Johann Pfeifer, Josef Riedrich, Franz Ulrich, Eduard Fitzka,
Reihe vorne von links: Gastwirt Franz Heiss, Leopold Reinwein, .. Bekerthy, Josef Mörtl, Johann Maringer.


Von den 3,5 Millionen Sudetendeutschen entfielen 2,467.724 auf das Königreich Böhmen, wo sie 36,76 % der Bevölkerung ausmachten. Weitere 719 435 Köpfe oder 27,62 % der Einwohnerschaft des Landes lebten in der Markgrafschaft Mähren. 325.523 Deutsche jedoch waren im Herzogtum Schlesien beheimatet und stellten hier 43,90 % der Einwohnerzahl.[xx] 1921 setzte sich die Bevölkerung der Tschechoslowakei aus 6,6 Millionen Tschechen, 3,2 Millionen Deutschen, 2,0 Millionen Slowaken, 700.000 Ungarn, 500.000 Ruthenen (Ukrainern), 300.000 Juden (davon 180.000 sogenannte Nationaljuden – die CSR hatte als erstes Land der Welt das Judentum nicht nur als Konfession sondern auch als Nationalität anerkannt), 100.000 Polen, die damals Zigeuner genannten Sinti und  Roma, Kroaten sowie weiteren Gruppen zusammen.

Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie kam es am 28. Oktober 1918 auf dem Prager Wenzels-Platz zur Ausrufung eines künstlichen Staatengebildes, der Tschechoslowakischen Republik. Deren erster Präsident wurde Thomas Garrigue Masaryk (1850-1937), dem 1935 Eduard Benesch (1884-1948) nachfolgte.

Der Deutschnationale Dr. Konrad Henlein (1898-1945), [xxi] selbst begeisterter Sportler und ab 1926 Gauturnwart im Egerland bzw. ab 1931 Verbandsturnwart des Sudetendeutschen Turnverbandes in der CSR, gründete 1933 an Stelle der in der CSR verbotenen NSDAP die Sudetendeutsche Heimatfront, welche, 1935 in Sudetendeutsche Partei (SDP) umbenannt wurde. Diese forderte die kulturelle Autonomie für die immerhin 30 % ausmachende sudetendeutsche Minderheit im Rahmen des tschechoslowakischen Staates. 1935 gewann die SDP 44 Sitze im tschechoslowakischen Parlament und wurde damit zur stärksten Partei im Staat. Auf tschechische Weisung hin blieb sie jedoch von einer Regierungsbeteiligung ausgeschlossen. Kommunisten und Sozialdemokraten stimmten gegen ihre Forderung nach kultureller Autonomie und Umwandlung der  CSR in einen Bundesstaat nach Schweizer Vorbild. 

Wabro, seit 1918 Staatsbürger der CSR, wurde aufgrund der Allgemeinen Wehrpflicht 1934/35 für kurze Zeit nach Pisek eingezogen. Eine Vorliebe für die bewaffnete Macht der CSR ist seinem erhalten gebliebenen Stammbuch nicht zu entnehmen, das Gegenteil war für ihn, als Sudetendeutschem, der Fall.

Konrad Henlein, seit 1933 Mitglied der NSDAP, gelang es, vorerst noch insgeheim, die Unterstützung des Deutschen Reiches zu gewinnen. Nach und nach wurden jedoch nahezu alle regionalen und örtlichen sudetendeutschen Organisationen, wie Sportverbände, Kulturvereinigungen, Chöre, Musikvereinigungen etc. Durch die Politik des Deutschen Reiches beeinflusst.[xxii] Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich wurde Henlein zum Gauleiter der NSDAP und Reichskommissar für das sudetendeutsche Gebiet ernannt. Von 1939 bis Kriegsende war er Reichsstatthalter und Gauleiter des Sudetenlandes. Ende 1942 erfolgte seine Ernennung zum Reichsverteidigungskommissar des Sudetengaues. Im Mai 1945 wurde er von US-Truppen verhaftet und sollte an die Tschechen ausgeliefert werden.

Den sicheren Tod vor Augen wählte er am 10. Mai 1945 im US-Gefangenenlager in der ehemaligen Fliegerabwehrkasene in Pilsen den Freitod. 

Bild 14:
aus PALLASCH 16, S. 98 

 

Die Geschichte der Sudetendeutschen sowie die Lebensrechte der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, die von den nationalistisch eingestellten Tschechen bereits in der Monarchie eingeengt wurden[xxiii] sowie deren Schicksal nach dem Zweiten Weltkrieg ("Benesch-Dekrete), ist bis heute aktuell geblieben, kann jedoch schon allein aus Platzgründen hier nicht behandelt werden.

Durch die am 1. Oktober 1938 erfolgte Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland, die am 14. März 1939 erfolgte Unabhängigkeitserklärung der Slowakei und der am 15. März 1939 durchgeführten Besetzung der Resttschechei durch Deutschland sowie dem Anschluss des Gebietes Protektorat Böhmen und Mähren an das Deutsche Reich, war Franz Wabro jedenfalls deutscher Staatsbürger geworden.Bezeichnend ist, dass dem Konstrukt Tschechoslowakei historisch gesehen kein allzu langes Leben beschieden war, denn am 1. Jänner 1993 erfolgte deren Teilung in die Republiken Tschechien und Slowakei...

Am 1. September 1939 begann mit dem Angriff Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Franz Wabro wurde am 3. Dezember 1939 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und erhielt bei der 4. Kompanie/Infanterie-Ersatz-Battaillon 130 in Budweis und Krumau a. d. Moldau seine Grundausbildung.[xxiv] Auf Grund der Unterlagen der Deutschen Dienststelle (Wehrmachts-Auskunftsstelle-WASt.) in Berlin diente Wabro laut Meldung vom 20 01 40 und 28 03 42 bei der 11. Kompanie/ Infanterieregiment 313/246. Infanteriedivision. Dies geht auch aus der Verleihungsurkunde für das Eiserne Kreuz 2. Klasse vom 15. September 1940 hervor.

Die 246. ID wurde am 26. August 1939 als Division 3. Welle[xxv] durch den Landwehrkommandeur Darmstadt im Wehrkreis XII aufgestellt. Anschließend verlegte der Großverband über Landau/Pfalz zum Westwall und wurde in der Weißenburger Senke im Raum Lauterburg-Scheibenhard-Oberotterbach zur Sicherung der Westgrenze und zum Ausbau der Vorfeldstellungen eingesetzt. Während des Westfeldzuges hatte die Division Angriffskämpfe im Vorfeld der Maginot-Linie bei Lembach, Mattstall und Nehweiler zu bestehen. Sie war am Durchbruch durch die Maginot-Linie beteiligt und kämpfte bei Reichshoffen, Langensultzbach und Froeschweiler.

 
Bild 15:
aus Pallasch 16, S. 99  

Anschließend ging sie zur Sicherung beiderseits Hagenau über. Im Juli 1940 verlegte man die Division in das Heimatkriegsgebiet und wurde bis Februar 1941 beurlaubt.[xxvi] Der Erzählung seines ältesten Sohnes nach soll der damalige Gefreite Wabro das EK 2. Klasse während des Frankreich-Feldzuges für die Rettung eines verwundeten Hauptmannes erhalten haben. Die Verleihungsurkunde wurde vom Divisionskommandeur, GenLt Erich Denecke (geb. 18. Oktober 1885 Dresden),[xxvii] unterzeichnet. Im Dezember 1941 verlegte die inzwischen mehrfach umgegliederte 246. ID aus Frankreich an die Ostfront und wurde bei der Heeresgruppe Mitte eingesetzt. Laut WASt wurde Wabros Einheit von Februar bis April 1942 im Raum Ostsen Rshew/Bjeloje verwendet.

Gemäß den Aufzeichnungen der WASt befand sich Wabro ab 28 03 42 bei der 11. Kompanie/Infanterieregiment 672 der am 06 03 42 aufgestellten 376. ID. Diese Division wurde aus Abgaben der 327., 335. und 337. ID im Raum Angouleme gebildet, Ende Mai 1942 in Richtung Osten abtransportiert und im Befehlsbereich der 6. Armee eingesetzt.[xxviii] Ihr erster Kommandeur war GenLt Alexander Edler von Daniels (geb. 17. März 1891 in Trier).[xxix] Die Division geriet in den Kessel von Stalingrad, wo ihre Reste kapitulierten. Ihr Kommandeur ging in Kriegsgefangenschaft. Da sich das Schicksal der 376. ID im Verlauf der Kämpfe um und in Stalingrad weitgehend mit jenen ihrer Schwesterdivisionen, insbesondere der 384., 76. und 44. ID, deckt, kann auf eine eingehende Schilderung des Endes ihrer Reste in den Ruinen von Stalingrad verzichtet werden.

 
Bild 16:
PALLASCH 16, S. 100

Wabro gelang es offensichtlich aus dem Kessel herauszukommen, denn die nächsten Meldungen der WASt vom 12 03 43, 10 07 43 und 02 08 44 weisen Wabro als Angehörigen der Stabskompanie/Grenadier-Regiment[xxx] 534/384. ID aus. Da er als Angehöriger dieser ID alle weiteren Auszeichnungen inklusive des Ritterkreuzes erhielt, soll hier auf die Geschichte dieses Großverbandes näher eingegangen werden.

Die 384. ID wurde im Jänner 1942 auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück im Wehrbereich IV (Dresden) aufgestellt. Sie gehörte zu jenen Neuformationen der Welle Rheingold, die nach den schweren und verlustreichen Kämpfen im Verlaufe der Winterschlacht im Osten 1941/1942 die Ostfront stärken sollten. Personell bestand die Division zum großen Teil aus Reservisten, die bei Kriegsbeginn oder seit Beendigung des Frankreich-Feldzuges im Interesse der Wirtschaft unabkömmlich gestellt worden waren sowie jungem Ersatz. Landmannschaftlich setzte sie sich zu je einem Drittel aus Sachsen, Schlesiern und aus der ehemals k.u.k. Monarchie stammenden Sudetendeutschen zusammen. Erster Divisionskommandeur war GenLt. Eccard Freiherr von Gablenz[xxxi] (geb. 26. Jänner 1891 Königsberg), der sich bereits zu Beginn des Frankreich-Feldzuges, am 15.  August 1940, als Kommandeur der 7. (bayerischen) ID das Ritterkreuz erworben hatte. [xxxii]

Die 384. ID umfasste zu Beginn das Grenadier-Regiment 534 (Sachsen, Kdr Obstlt Richard von Werder,[xxxiii] ab Juli 1942 Obstlt Erich Woelfl;[xxxiv] Grenadier-Regiment 535 (Schlesier), Kdr. Obstlt ErichMüller-Melahn;[xxxv] Grenadier-Regiment 536 (Österreicher), Kdr Obst Hermann Schleusinger,[xxxvi] Artillerieregiment 384, Kdr Obst Berr; die Panzerjägerabteilung 384; das Pionierbatallion 384 und die Nachrichtenabteilung 384. Mitte Jänner 1943 wurde GenLt Frh. Von Gablenz als Kommandeur abgelöst und Obst i. G. Hans Doerr[xxxvii] mit der Führung der Division betraut. Am 24. März 1943 übernahm GenLt Hans Salengre-Drabbe[xxxviii] die Division.

Nach ihrer Aufstellung wurde die 384. ID per Eisenbahntransport in den Südabschnitt der Ostfront verlegt. Nach anfänglichem Einsatz im Donez-Gebiet hatte die Division im Verband der 17. Armee, dem III. Panzer-Korps unterstehend, im Mai 1942 in der Kesselschlacht bei Charkow ihre Bewährungsprobe zu bestehen. In der Folge kämpfte die Division in wechselnden Unterstellungsverhältnissen zwischen Donez und Oskol sowie mit Teilen in der Kesselschlacht westlich Kalatsch. Im August trat der Großverband nördlich Kalatsch zum Angriff in Richtung auf den Don und Stalingrad an. Den Gegner vor sich hertreibend wurde durch schnelles Zupacken des Infanterieregiments 534 ein erster Brückenkopf am jenseitigen Ufer des Dons gebildet. Kurz darauf gelang es dem Infanterieregiment 535 einen zweiten Übergang zu schaffen. Unter schweren eigenen Verlusten wurde der Versuch des Gegeners den Brückenkopf einzudrücken abgewehrt. Erst der Hauptvorstoß der 6. Armee brachte infolge Schwerpunktverlagerung eine Entlastung. Anfang September 1942 bezog die 384. ID gemeinsam mit der 376., der 44. Infanterie-Division Hoch und Deutschmeister und der 1. Rumänischen Kavallerie-Division auf dem westichen Donufer Winterstellung. Im November 1942 erfolgte der Großangriff der Russen zur Einschließung Stalingrads und damit zur Einkesselung der 6. Armee. Gemeinsam mit der 44. ID musste die 384. ID hinhaltend kämpfend in Richtung auf den Brückenkopf Perepolny zurückgehen und darüber hinaus über den Don auf die Landenge zwischen Don und Wolga ausweichen. Dort hatte sich die 6. Armee eingeigelt. Anfang Dezember war die nahezu vollständig dezimierte Division noch für einige Tage Armeereserve. Während dieser Zeit wurden die noch kampffähigen Teile auf andere im Kessel ebenfalls auf verlorenem Posten stehende Divisionen aufgeteilt. Das Grenadierregiment 534 wurde anfangs der 44. ID, dann der 76. ID unterstellt und ging bis zur letzten Patrone kämpfend im Kessel von Stalingrad unter.[xxxix]  Damit hatte die 384. ID aufgehört zu existieren.

 
Bild 17:
PALLASCH 16, S. 101

 
Bild 18:
Begräbnis: V.r., soweit erkennbar: Friedrich Kohoutek, Karl Zimmermann jun., Norbert Markl, Franz Leuthner, Hilda Treiber, geb. Wabro.

  
Bild 19:
Pfarrer Morgenbesser - Parte

 

Am 24. Jänner setzte die 6. Armee einen verzweifelten Funkspruch an die Funkleitstelle des OKH ab:

"Die Armee meldet auf Grund der Korpsberichte und persönlicher Meldung der Kommandierenden Generale, soweit noch erfaßbar, folgende  Lagebeurteilung: Truppe ohne Munition und Verpflegung, erreichbar noch Teile von sechs Divisionen. Auflösungserscheinungen an der Süd-, Nord- und Westfront. Keine einheitliche Befehlsführung mehr möglich. Ostfront geringfügig verändert. 18 000 Verwundete ohne Mindesthilfe an Verbandszeug und Medikamenten. 44., 76., 100. 305., 384. Infanterie-Divisionen vernichtet. Front infolge starker Einbrüche vielseitig aufgerissen. Stützpunkte und Deckungsmöglichkeiten nur noch im Stadtgebiet, weitere Verteidigung sinnlos. Zusammenbruch unvermeidbar. Armee erbittet, um noch vorhandene Menschenleben zu retten, sofortige Kapitulationsgenehmigung.
                                                           Gez. Paulus"[xl] 

Der Antrag wurde nicht genehmigt.

In den ersten Dezembertagen war der Divisionsstab und Teile der Nachrichtenabteilung in Stärke von ca. 90 Mann vom Flugplatz Pitomnik aus dem Kessel ausgeflogen worden.[xli] Um das Vordringen der Russen aufzuhalten bildeten sich binnen kurzer Zeit unter dem Kommando tatkräftiger Offiziere Kampfgruppen.[xlii] Anfang Dezember 1942 erhielt GenLt Frh. v. Gablenz den Auftrag diese Kampfgruppen unter dem Namen Divisionskampfgruppe 384 zusammenzufassen. Bis Mitte Jänner 1943 hatte sich dieser Verband vom Tschir bis zum Donez zurückgekämpft. Weitere Rückzugskämpfe bis zum Mius folgten. GenLt Frh. v. Gablenz wurde abgelöst und am 24. März 1943 übernahm GenLt Hans de Salengre-Drabbe das Kommando über diese Divisionskampfgruppe. Am 6. April 1943 wurde auch dieser Verband aus der Front heraus- und aufgelöst.

Während sich die Kampfgruppe de Salengre-Drabbe am Mius noch am Feind befand, wurde in Frankreich mit der Neuaufstellung der 384. ID begonnen und die ersten Einheiten im Raum St. Omer zusammengefasst. Als Kommandeure der Grenadierregimenter 534, 535 und 536 wurden Obstlt Esch, Obst Philippi und Obstlt Willi Graf[xliii] Obst d. Res. Dr. Martin Bayrich[xliv] übernahm das Artillerieregiment 384. Ende Oktober 1943 war die Division einsatzbereit, wurde in Richtung Osten abtransportiert und kam Anfang November im großen Dnjepr-Bogen südoswärts Kirowograd und dem LII. Armeekorps am rechten Flügel der 8. Armee unterstellt zum Einsatz. Trotz schwerer Abwehrkämpfe und erheblicher Verluste konnte die Division ihre Stellungen bis zum Frühjahr halten. Erst als im März 1944 der Gegner an den Flanken große Durchbrüche erzielte, musste der große Dnjepr-Bogen geräumt werden. Die Division wich in wechselnden Unterstellungsverhältnissen in Richtung Bug bei Wosnesensk aus und ging dann in hinhaltendem Kampf auf den Dnjestr Richtung Tiraspol zurück.

_____________________________________________

Die Auszeichnungen Franz Wabros

SA-Sport(Wehr)abzeichen 70 in Bronze (keine Verleihungsunterlagen, jedoch auf einem zeitgenössischen Foto ersichtlich).

Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 19381 (keine Verleihungsunterlagen, jedoch auf einem zeitgenössischen Foto ersichtlich).

Eisernes Kreuz 2. Klasse lt. Besitzzeugnis vom 15 09 40 als Gfr/11.IR 313/246. ID.

Medaille Winterschlacht im Osten 1941/4272 (keine Verleihungsurkunde, jedoch das Band auf einer nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigten Ordensspange angebracht).

Rumänische Medaille Kreuzzug gegen Kommunismus73 (keine Verleihungsurkunde, jedoch das Band auf einer nach dem Zweiten Weltkrieg angefertigten Ordensspange angebracht).

Nahkampfspange 2. Stufe in Silber74 (keine Verleihungsurkunde, jedoch auf Gedenkblatt verzeichnet und nach dem Krieg auf Fotos Wabros ersichtlich). Die Spange ist im Original erhalten geblieben.

Verwundetenabzeichen75 in Schwarz  lt Besitzzeugnis vom 01 01 44 als Uffz/StbKp/GrenRgt 534 für seine am 07 10 43 erlittene Verwundung.

Verwundetenabzeichen in Silber lt. Besitzzeugnis vom 12 03 44 als  Uffz/StbKp/GrenRgt 534 für seine am 03 03 44 erlittene dreimalige Verwundung. Das Abzeichen ist im Original erhalten geblieben.

Infanterie-Sturmabzeichen76 in Silber lt. Besitzzeugnis vom 17 04 44 als Uffz/StbKp/GrenRgt 534. Das Abzeichen ist im Original erhalten geblieben.

Eisernes Kreuz 1. Klasse lt. Verleihungsurkunde vom 23 04 44 als Uffz/StbKp/GrenRgt 534. Das Kreuz ist im Original erhalten geblieben.

Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 04 07 44 lt. vorläufigem Besitzzeugnis vom 06 07 44 als Uffz/StbKp/GrenRgt 534. Das vorliegende Kreuz ist eine Nachkriegsfertigung.

____________________________________________

 

Im Frühjahr 1944 war es der deutschen Heeresgruppe Südukraine nach verlustreichen Rückzugskämpfen vom unteren Dnjepr her gelungen, eine neue Verteidigungsfront aufzubauen. Obwohl die Rote Armee zunächst wochenlang versuchte, diese neue Front einzudrücken, konnte sie gehalten und im Laufe des Sommers gut ausgebaut werden. Die Heeresgruppe Südukraine hatte den Auftrag Rumänien und hier besonders die Zugänge zum Donautal und das Ölgebiet um Ploesti zu decken.                                   

     
Bild 21: 
aus PALLASCH 16, S. 103                                                          

Bild 20: 
Josef Eller trägt die Auszeichnungen Wabro´s 

Die 384. ID wurde am 1. April 1944 auch im Wehrmachtsbericht genannt:
"Bei den Rückzugskämpfen auf dem Südflügel der Ostfront hat sich die sächsisch-schlesisch-sudetendeutsche 384. Infanterie-Division erneut hervorragend bewährt. In schweren Abwehrkämpfen wurden Angriffe überlegener russischer Panzerkräfte abgeschlagen. 35 Panzer wurden vernichtet, weitere beschädigt. An diesem Erfolg hat das Grenadierregiment 535 unter Führung des Oberst Philippi[xlv] besonderen Anteil."[xlvi]

Die nächsten urkundlich nachweisbaren Auszeichnungen Wabros in der Reihenfolge ihrer Verleihung, das Verwundetenabzeichen in schwarz und in Silber, das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber, das Eiserne Kreuz 1. Klasse und das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, erhielt Wabro im Verlaufe des Jahres 1944 als Unteroffizier[xlvii] und Gruppenführer in der Stabskompanie/Grenadierregiment[xlviii] 534/384. ID. Alle diesbezüglichen Urkunden sind, wenn auch stark in Mitleidenschaft gezogen, im Original erhalten geblieben.

Am 10. April 1944 überschritt die 384. I[xlix] bei Tighina den Dnjestr und wurde auf dem jenseitigen Ufer zur Verteidigung eingesetzt. Dort musste der ständig nachdrückende Gegner vorerst zum Halten gebracht werden. Im Verlauf dieser schweren blutigen Abwehrkämpfe sollte sich Uffz. Franz Wabro das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verdienen.

Tighina (türkisch Bender, Bendéry, moldauisch Teckine), ist heute eine im Südosten der Republik Moldawien am Westufer des Dnjestr liegende Hafenstadt mit (1997) ca. 138.000 (2010: 93.751) Einwohnern. Als damals wie heute wichtiger Verkehrsknotenpunkt beherbergt die Stadt eine bedeutende Holzindustrie. Weitere wichtige Industrie- und Handelszweige sind Obst, Tabak, Lebensmittelzutaten, elektrische Apparaturen, Schuhe und Textilien. Tighina war früher eine Rumänische Kreisstadt und bedeutende Festung im russischen Bessarabien.[l] Der Knotenpunkt der Eisenbahnlinien Odessa-Jassy und Bender-Galatz lag halbmondförmig am Ufer des Stromes und hatte gewaltige Gräben und Wälle, einen Brückenkopf, welcher die Überfahrt deckte, und auf einer Anhöhe liegende aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammende ehemals türkische Zitadelle mit Pulverturm, Arsenal und zahlreichen Magazinen. Tighina besaß um 1890 zwei Vorstädte, vier griechisch-katholische und eine römisch-katholische Kirche, acht jüdische Bethäuser, eine Moschee und 1889 31.005 bzw. 1930 31.698 Einwohner. Diese setzten sich aus Moldauern, Russen, Armeniern, Juden und Tataren zusammen. Der bedeutende Handel umfasste hauptsächlich Bauholz, Getreide, Wein, Wolle und Vieh. Tighinas Entstehung reicht nicht über das Mittelalter hinauf. Es bestand hier im 12. Jahrhundert eine Genuesische Kolonie. Die Türken besetzten diese und die Moldau und befestigten sie nach der Abtretung von Kamenez an Polen. Von 1709-1711 hielt sich Karl XII. Von Schweden nach der verlorenen Schlacht von Poltawa meist in dem nahegelegenen Flecken Warnitza auf, wo auch die Stürmung seines Hauses durch die Türken erfolgte. Tighina wurde viermal (25. September 1770, 15.November 1789, 1806 und 1811) von den Russen erobert, stets aber wieder den Türken zurückgegeben, bis es im Frieden von Bukarest 1812 nebst ganz Bessarabien endgültig von Russland annektiert wurde.[li]

Den Erzählungen nach hatte Uffz. Wabro mit seiner Schützengruppe am 13. April 1944 den ihm zur Verteidigung zugewiesenen Bereich der Zitadelle gegen die mit weit überlegenen feindlichen Kräften immer wieder vorgetragenen Angriffe verbissen verteidigt, örtliche Einbrüche durch Gegenstöße bereinigt und so die Stellung gehalten. Dies war von der eigenen Führung für gänzlich unmöglich gehalten worden. Als man zum Gegenangriff ansetzen wollte, gelang es Wabro in letzter Minute die Eigenen davon zu überzeugen, mit seinen Männern überlebt und den ihnen zugewiesenen Auftrag erfüllt zu haben. Im Wiener Kriegsarchiv gibt es mit Ausnahme der in Fußnote 9 angeführten Bescheinigung keine Unterlagen über Feldwebel Wabro. Im Bundesarchiv-Zentralnachweisstelle in Aachen sind lediglich die beiden Karteikarten über die Verleihung des Ritterkreuzes an Wabro erhalten geblieben. Abgesehen davon, dass in diesen der Geburtsort Wabros ständig falsch geschrieben wurde (Deutsch Belleschau statt Deutsch Beneschau), ist auch hier über den Grund der Verleihung des Ritterkreuzes nichts verzeichnet.[lii] Auch die WASt-Berlin besitzt keine diesbezüglichen Aufzeichnungen.[liii]

 

Am 11. Juli 1944 erging seitens des Kommandos der 384. ID der nebenstehende Tagesbefehl:[liv]

384. Inf. Div.
Abt. IIa
Div.Gef.Std., den 11.7.1944

Div. Tagesbefehl.

Gem. Verfügung OKH/P 5 1. Staffel Nr. 3267/44 hat der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an

Uffz. Wabro
Gruppenführer Radfahrzug G. R. 534.

Die Verleihung dieser hohen Auszeichnung erfolgte für den erfolgreichen Gegenstoss bei Tighina, am 13.4.44, wo es Uffz. Wabro und seinen Männern durch beispielhaftes, entschlossenens und energisches Handeln gelang, den weit überlegenen Feind der Zitadelle Tighina abzudrängen und zum Dnjestr zurückzuschlagen. Somit blieb der für die weitere Kampfführung entscheidende Eckpfeiler der Verteidigung im Abschnitt Tighina in deutscher Hand.

Diese hohe Auszeichnung eines Uffz. der Division ist nicht nur eine Anerkennung und Auszeichnung für die an dem Kampf beteiligten Soldaten, sondern für die gesamte Division.

Die Division ist stolz darauf einen Soldaten mit einer so hohen Auszeichnung in ihren Reihen zu haben. Die damit der Division durch den Führer zuteil gewordene Anerkennung verpflichtet uns alle, weiterhin bis zum errungenen Endsieg unser Bestes zu herzugeben.

                                                                                                          De Salenge-Drabbe

 

Das vorläufige Besitzzeugnis zum Ritterkreuz wurde im Hauptquartier des OKH am 6 .Juli 1944 ausgestellt und ist im Auftrag vom damaligen Stellvertretenden Chef des Heeres-Personalamtes im OKW, GenLt Wilhelm Burgdorf (1895-1945),[lv] jenem General, der gemeinsam mit GenLt Ernst Maisel (1896-?)[lvi] Generalfeldmarschall Erwin Rommel (1891-1944) am 14. Oktober 1944 die Giftkapsel überbrachte,[lvii] unterzeichnet.

Uffz. Wabro erhielt, wie zu diesem Anlass üblich, zahlreiche Glückwünsche, darunter vom damaligen Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Südukraine, Generaloberst Ferdinand Schörner (1892- 1973)[lviii] sowie vom Oberbefehlshaber der 6. Armee, dem aus der k.u,k, Armee stammenden General der Artillerie Maximilian de Angelis (1889-1974).[lix] Im August 1944 bekam Wabro Sonderurlaub und wurde in seiner Geburtsstadt Deutsch Beneschau festlich empfangen. Anschließend rückte er wieder zu seiner Einheit ein.

Am 20. August 1944 brachen die 2. und 3. Ukrainische Front mit 90 Divisionen und 40 Panzerbrigaden beiderseits des Pruth in die Tiefe Rumäniens vor. Im ungeheuren Trommelfeuer der Russen zerbrach die zur Hälfte mit rumänischen Einheiten besetzte Front der deutschen Heeresgruppe Südukraine.[lx] Die 384. ID sollte noch aus der Front herausgezogen und der Armeegruppe Wöhler unterstellt werden,[lxi] wurde jedoch in ihrer Absetzbewegung gestört.

 

 
Bild 22:
aus Pallasch 16 S.105 

 

Der Gegner hatte sich ganz bewusst die durch rumänische Truppen gehaltenen Abschnitte ausgesucht und dort seine Angriffskeile angesetzt. Seit Monaten hatten zwischen der Sowjetunion und Rumänien geheime Kapitulationsverhandlungen stattgefunden, um Rumänien aus dem Bündnis mit Deutschland herauszulösen. Schon am ersten Angriffstag fielen alle rumänischen Verbände aus, die als Korsettstangen eingefügten deutschen Verbände konnten dem Ansturm der Russen allein nicht mehr standhalten.[lxii] Am 24. August brach Rumänien die Beziehungen zu Deutschland ab und erklärte am 25. August seinem bisherigen Bundesgenossen den Krieg.

Die 384. ID. wurde im Raume Guragalbina zum zweiten Mal in ihrer Geschichte vollständig aufgerieben.[lxiii] Der Divisionskommandeur, GenLt Hans de Salengre-Drabbe, fiel beim Ausbruchsversuch.[lxiv] Der inzwischen zum Feldwebel[lxv] beförderte Wabro geriet am 24.  August 1944 in russische Kriegsgefangenschaft.[lxvi] Bereits ein Jahr später, im August 1945, wurde Wabro in die Heimat entlassen,[lxvii] konnte jedoch nicht mehr in seine Heimatstadt Deutsch Beneschau zurückkehren. Die ehemals sudetendeutschen Gebiete waren an die CSR zurückgefallen. Nahezu allen deutschsprachigen Bewohnern wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt. Unter pogromartigen Umständen wurden diese Menschen unter Wegnahme nahezu ihrer gesamten Habseligkeiten aus der CSR vertrieben oder vielfach bestialisch umgebracht. Ein Augenzeuge berichtete:

"Deutsche werden grausam erschlagen, mit Benzin übergossen brennen sie gleich lebenden Fackeln auf dem Wenzelsplatz, und dies scheint das wichtigste – ihre Wohnungen werden geplündert."[lxviii]

"Tatsächlich wurden während des Prager Aufstandes ab dem 5. Mai 1945 etwa 15.000 Deutsche Opfer solcher Ausschreitungen, jeweils Tausende Deutsche starben während des "Todesmarsches" von etwa 25.000 Brünner Deutschen Ende Mai 1945 und während des "Aussiger Massakers" am 31.Juli 1945 [...] Von den rund 350.000 in Lagern und Gefängnissen festgehaltenen Deutschen dürften mindestens 40.000 ums Leben gekommen sein."[lxix]  Auch Wabros Frau Aloisia und die beiden Kinder waren unter den zur Aussiedlung vorgesehenen und um ihr Hab und Gut gebrachten Menschen. Sie hatten es in Deutsch Beneschau zu einem kleinen Haus gebracht, doch nun war alles verloren. Wabro kam vorerst bei seinem Bruder Karl, einem Wiener Sicherheitswachebeamten, unter und nahm bei einem großen Wiener Bauunternehmen eine Stelle als Maurer an. Mit eigener Kraft machte er eine kleine kriegsbeschädigte Hausbesorgerwohnung bewohnbar. Da diese jedoch extrem feucht und gesundheitsschädlich war, zog die Familie Wabro 1948 über Vermittlung eines Freundes nach Neustift im Felde bei Kirchberg am Wagram.

Im August 1949 starb Wabros Frau Aloisia. Nicht zuletzt um die Kinder versorgt zu wissen, heiratete er bereits im Dezember 1949 seine 1914 geborene zweite Frau Agnes geb. Binder. Dieser Ehe entsprangen vier Kinder, ein bereits als Kind verstorbenes Mädchen, zwei weitere Mädchen und ein Bub.

Abschließend noch einige Bemerkungen über den Menschen Franz Wabro. Viele Zeitzeugen, die Wabro näher gekannt hatten, sind mittlerweile verstorben. Laut Aussagen seiner Kinder und auch einiger Dorfbewohner war Franz Wabro ein hilfsbereiter, arbeitsamer und fürsorglicher Mann, der auch an den Abenden und Wochenenden versuchte, seine Familie durch Annahme jeglicher Arbeit über Wasser zu halten. Natürlich war Wabro durch den Krieg geprägt, was sich manchmal durch seine Erzählungen über diese Zeit dokumentierte. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei verständlicherweise die Vertreibung aus der sudetendeutschen Heimat ein. Politisch hat sich Wabro nicht betätigt.

Feldwebel a.D. Franz Wabro, Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, starb nach langem, schwerem Leiden am 30. November 1986 in Neustift im Felde. Am 3. Dezember 1986 wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und vieler Kameradschaftsverbände auf dem Friedhof in Kirchberg am Wagram zur letzten Ruhe gebettet.

Wie auf der Parte ist auch auf dem schlichten Grabstein lediglich sein Name sowie Geburts- und Sterbejahr vermerkt. Ein Hinweis auf seine hohe Kriegsauszeichnung fehlt.

Seine Frau Agnes folgte ihm 1991 nach.

 

Abkürzungen

a.D.

AK

Anm. d. Verf

AR

ca.

CSR

d.Res.

Div.

Div.Gef.Std.

DivKdr

Dr.

EK

f.

Frh.

GdI

GdK

Geb.

Gef.

Gem.

Gest.

GFM

Gfr

GenLt.

GenMjr

GO

GrAdm

GrenRgt (G.R.)

GstbCh

Hg.

HPA

Hptm

HUAk

i. folg. Zit.

I.G.

Inf.

 

Außer Dienst

Armeekorps

Anmerkung des Verfassers

Artillerie-Regiment

cirka

Tschechoslowakische Republik

der Reserve

Division

Divisionsgefechtsstand

Divisionskommandeur

Doktor

Eisernes Kreuz

folgenden

Freiherr

General der Infanterie

General der Kavallerie

geboren

gefallen

gemäß

gestorben

Generalfeldmarschall

Gefreiter

Generalleutnant

Generalmajor

Generaloberst

Großadmiral

Grenadier-Regiment

Generalstabschef

Herausgeber

Heeres-Personalamt

Hauptmann

Heeresunteroffiziersakademie

im folgenden zitiert

im Generalstab

Infanterie

 

Inf.Div. (ID)

InfRgt (IR)

k.k.

K u. k.

Kdr

KptLt

lt

Lt

Me-

Mio

NSDAP

 

o.J.

OB

Obst

Obstlt

Offz

ÖGO

OKH

OKW

ÖHSV

ÖstA/Abt. KA


RGBl.

RK

SA

SS

StbKp

Stuka

u.a. (ua.)

U-

Uffz.

v.

v.H.

Vgl.

Vzlt

WASt

Infanterie-Division

Infanterie-Regiment

kaiserlich-königlich

kaiserlich und königlich

Kommandeur

Kapitänleitnant

laut

Leutnant

Messerschmitt

Million(en)

Nationalsozialistische Deutsche

Arbeiterpartei

ohne Jahr

Oberbefehlshaber

Oberst

Oberstleutnant

Offizier

Österreichische Gesellschaft für Ordenskunde

Oberkommando des Heeres

Oberkommando der Wehrmacht

Österreichischer Heeressportverband

Österreichisches Staatsarchiv/
Abteilung Kriegsarchiv

Reichsgesetzblatt

Ritterkreuz

Sturmabteilung

Schutzstaffel

Stabskompanie

Sturzkampf

unter anderem

Untersee

Unteroffizier

von

von Hundert

vergleiche

Vizeleutnant

Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht

  

Endnoten:

[i]    Insgesamt erhielten 7313 Angehörige der Deutschen Wehrmacht einschließlich der Waffen-SS das Ritterkreuz. 882 erhielten das Eichenlaub, 159 das Eichenlaub mit Schwertern, 27 das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten, 1 das goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten sowie 1 das Großkreuz. Vgl. Die sehr informative homepage www.das-ritterkreuz.de

[ii]   Vgl. Jörg Nimmergut. Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band IV Württemberg II – Deutsches Reich (München 2001), 2118f.

[iii]   Zu diesem Thema vgl. Walter A. Schwarz. Der Dank des Vaterlandes. In: Zeitschrift der ÖGO 16 (1994), 18-31.

[iv]   Im Österreichischen Bundesheer der höchste Unteroffiziersdienstgrad , vergleichbar etwa dem Oberstabsfeldwebel der Deutschen Bundeswehr, dem Sergeant Major der US-Army oder dem Warrant Officer I in den königlich-britischen Streitkräften. Er bestand im Bundesheer der Ersten Republik von 1924 bis 1938 und wurde 1965 im Bundesheer der Zweiten Republik wieder eingeführt. Vgl. Heeresgeschichtliches Museum (Militärwissenschaftliches Institut) (Hg.) 1918/1968-Die Streitkräfte der Republik Österrreich. Katalog zur Sonderausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum Wien 1968, 204 und 341.

[v]    Gem. Den Richtlinien des Oberkommandos des Heeres für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes waren dessen Träger nicht als "Ritter", sondern als "Inhaber" zu bezeichnen.

[vi]   Im November 2002 führte ich ein fmdl. Gespräch mit dem Geschäftsführer der Kameradschaft und Suchdienst der 384. ID, Herrn Uwe Deutschmann, whft. In der Wisslerstraße 3 in D 63762 Großostheim. Der Name des Ritterkreuzinhabers Franz Wabro war ihm unbekannt. 

[vii]  In der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters vom Freitag, dem 28.Juli 1944, Seite 2, findet sich unter der Rubrik "Neue Ritterkreuzträger" folgender Eintrag: "Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Kurt Brill, Stellvertretender Führer eines Grenadierregiments; Leutnant d. R. Werner Klaucke, Zugführer einer brandenburgischen Panzerjägerabteilung; Unteroffizier Franz Wabro, Gruppenführer in einem sächsischen Grenadierregiment."

[viii] Vgl. Walter A. Schwarz, der "Pour le merité". Ein barocker Ritterorden – Zur Entstehung seines Mythos im 20. Jahrhundert. In: Barock. Blütezeit der europäischen Ritterorden. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung auf der Schallaburg vom 29. Oktober 2000 (St. Pölten 2000), 81-92.

[ix]  Vgl. u.a. Franz Josef Ophaus (Hg.) Ehrenbuch des Militär Verdienstkreuzes (Berlin Charlotteburg 1960).

[x]   Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes vom 1. September 1939, RGBl. I S. 1573:

[xi]  Abkürzung für den von Junkers erzeugten Sturzkampfbombers Ju-87. Anm. d. Verf.

[xii]  Zur Geschichte des Eisernen Kreuzes und aller seiner höheren Stufen vgl. u.a. Walter A. Schwarz, Das Eiserne Kreuz von 1813 bis heute. Katalog zur Sonderausstellung der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram und der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde vom 14.Mai bis 28.November 1999 im Heimatmuseum Deutsch-Wagram  (Deutsch-Wagram1998). Zu Rudel vgl. Hans-Ulrich Rudel, Trotzdem (Gmunden-Bad Ischl 1951).

[xiii] Ein besonders beschämendes Beispiel von "Vergangenheitsbewältigung" stellt der vom Gemeinderat der Wiener Grünen, David Ellensohn, initiierte Beschluss des Wiener Gemeinderates vom 28 05 03 dar, "NS Major" Walter Nowotnys Grab am Wiener Zentralfriedhof den Status des "Ehrengrabes" abzuerkennen. Der Antrag der Grünen wurde von den Wiener Sozialdemokraten unterstützt, von ÖVP und FPÖ abgelehnt. Vgl. Die Homepage Die Grünen Wien vom 19.06.03; weiters u.a. Die Berichte im Kurier, 24 05 02 und der Kronen Zeitung, 26 06 03, 20 und 27 06 03, 25.

[xiv] Vgl. Richtlinien für die Verleihung des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes (OKH/PA) vom 3. Juni 1941. Zit. In: Walter Peer Fellgiebel. Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939-1945 (Friedberg 1986), 8, i. Folg. Zit. Als Fellgiebel, Ritterkreuz.

[xv]  In zahlreichen Publikationen, so z. B. Johann Christoph Allmayer-Beck, Die Österreicher im Zweiten Weltkrieg,. In: Herbert St. Fürlinger (Hg.), Unser Heer, 300 Jahre österreichisches Soldatentum (Wien-Münschen-Zürich 1963), 358, i. folg. zit. als Fürlinger, Heer, wird Lt. Stolz als der "erste Ritterkreuzträger überhaupt" bezeichnet. Das ist falsch. Die ersten Verleihungen des RK fanden am 30 09 39 an 12 Offz (1 GFM, 1 GrAdm, 4 GO, 6 Gen der verschiedenen Waffengattungen), am 18 10 39 an KptLt Prien und am 27 10 39 an weitere 12 Offz, darunter 10 im Generalsrang, einen Obst und eben Lt Stolz statt. Stolz war damit der erste Subalternoffizier und Frontsoldat der das RK erhielt.

[xvi] Vgl. Florian Berger, Ritterkreuzträger im österreichischen Bundesheer 1955-1985 (Wien 2003. Die in der Militärgeschichtlichen Forschungsabteilung des Heeresgeschichtlichen Museums aufliegende Zusammenstellung von aus Österreich stammenden Ritterkreuzinhabern, die im Anhang zum Buch von Clemens Range/Andreas Düfel, Die Ritterkreuzträger in der Bundeswehr (2002 o.J.), 387aufscheinende Liste von Ritterkreuzinhabern im Bundesheer, die bei Johann Christoph Allmayer-Beck, Die Österreicher im Zweiten Weltkrieg. In: Fürlinger, Heer, auf Seite 358f angeführten Personen sowie auch die bei Johannes Rüling. Stellenbesetzung des Österreichischen Bundesheeres. In: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums (Militärwissenschaftliches Institut) in Wien, Band 4: Aus drei Jahrhunderten. Beiträge zur österreichischen Heeres- und Kriegsgeschichte (Wien/München), Seite 128, angeführten Personen entsprechen dem damaligen Wissensstand.

[xvii]       Vgl. Brockhaus´ Konversationslexikon, 2. Band (Berlin und Wien 14 1901), 699.

[xviii]       Vgl. Das im Familienbesitz befindliche Lehr-Zeugnis, ausgestellt am 30.März6 1929 von der Genossenschaft des konzessionierten Baugewerbes in Tetschen.

[xix] Zum ersten Male gebrauchte der aus Zwittau im Schönhengstgau stammende Schriftsteller und Politiker Franz Jesser 1902 die Bezeichnungen "Sudetendeutsche" und "Sudetenland" im "Deutschen Volksboten". Vgl. Horst Löffler, Am Scheideweg 1918-1938-1988. Die Sudetendeutschen gestern, heute – und morgen? In: Eckartschriften Heft 105 (Wien 1988), 7.

[xx] Vgl. Konrad Leppa, Die Sudetendeutschen im Weltkriege 1914-18 (Wien o.J. 1939?), 1.

[xxi] Vgl. Ludwig Peters, Volkslexikon Drittes Reich (Tübingen 3 1998), 336f und Robert Wistrich, Wer war wer im Dritten Reich (München 1983), 118f.

[xxii]       Auch Franz Wabro vermochte sich als Sudetendeutscher dieser Entwicklung – wie Abbildung 3, welche ihn als Wehrmachtssoldaten mit dem SA-Sport(Wehr-)abzeichen zeigt – nicht zu entziehen. Ein Hinweis auf eine NSDAP-Mitgliedschaft Wabros konnte vom Verf. Nicht gefunden werden.

[xxiii]      Vgl. Viktor Aschenbrenner, Rudolf Lodgman von Auen (1877-1962), In: Neue Österreichische Biographie ab 1815. Große Österreicher. Bd. XVII (Wien 1968), 93.

[xxiv]      Vgl. ÖStA/Abt. KA Zl. 22701/72 v. 06 01 72. Vgl. Auch Zuschrift der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht Berlin (WASt) an den Verfaser vom 21 11 02. Zl. V/28-677/139, künftig zit. Als WASt.

[xxv]       Vgl, Burkhart-Mueller-Hillebrand, Das Heer 1933-1945. Das Heer bis zu Kriegsbeginn (Darmstadt 1954), 68f. Die Benennung nach Wellen diente lediglich der Vereinfachung in der Bezeichnung für die Mobilmachungsvorbereitungen und kennzeichnete verschiedenartige Divisionstypen. Die Infanterie-Divisionen der 3. Welle waren die bisherigen Landwehrdivisionen, hatten aber eine verbesserte Gliederung und Bewaffnung erhalten.

[xxvi]      Vgl. Peter Schmitz/Klaus-Jürgen Thies, Die Truppenkennzeichen der Verbände und Einheiten der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS und ihre Einsätze im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. Band I Das Heer (Osnabrück 1987), 299ff, i. folg. zit. Als Schmitz, Truppenkennzeichen.

[xxvii]      Vgl. Wolf Keilig, Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang (Friedberg 1983), 67, im folg. Zit. Als Keilig, Generale

[xxviii]     Zur Geschichte der 376. ID vgl. Walter Rehm, Jassy. Schicksal einer Division oder einer Armee? (Neckarmünd 1959).

[xxix]      Alexander Edler von Daniels, Kdr/376, ID v. 01 04 42-31 01 43; bei Stalingrad bis 12 10 55 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Deutsches Kreuz in Gold als Obst u. Kdr/IR 239 am 15 12 41, Ritterkreuz als GenMjr und Kdr/376.Id am 1812 42. Vgl. Keilig, Generale, 64; Horst Scheibert, Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold. Das Heer (Friedberg 1992), 71, im folg zit. Als Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold, und Fellgiebel, Ritterkreuz, 157.

[xxx]       Mit Verfügung des OKH vom 15 10 42, Allgemeine Heeresmitteilung (AHM 935/42), erhielten alle Infanterieregimenter (mit Ausnahme der Jäger- und Gebirgsjägerregimenter) mit sofortiger Wirkung die Bezeichnung "Grenadier-Regimenter". Vgl. Schmitz, Truppenkennzeichen, 927.

[xxxi]      Die Gablenz entstammen einer 1556 geadelten und 1837 in den sächsisch-coburg-gotha´schen Freiherrnstand erhobenen Familie aus der Landgrafschaft Ober-Lausitz. Am 1.Juni 1857 bewilligte Kaiser Franz Joseph I. dem k.k. GenMjr, späteren k.k. GdK und Kdr des Militär-Maria Theresien-Ordens (für Oeversee 6. Februar 1864) Ludwig Freiherr von Gablenz die Gleichsetzung seines Adelsstandes mit dem österreichischen Freiherrnstand. Vgl. Genealogisches Handbuch des Adels. Feiherrliche Häuser A Bd. XI (Limburg a. d. Lahn 1979), 101-107 und Walter A. Schwarz, General der Kavallerie Karl Wilhelm Ludwig Freiherr von Gablenz (1818-1874) in: Pallasch Nr. 14/2002, 59-64.

[xxxii]     Vgl. Fellgiebel, Ritterkreuz. 190.

[xxxiii]    Ritterkreuz am 04 09 40 als Obstlt und Kdr/II./IR 102. Vgl. Fellgiebel, Ritterkreuz, 443

[xxxiv]     Kavallerie-Offizier des I. Weltkrieges; Ritterkreuz als Kdr/I.R. 534 am 28 02 43, gefallen 1943 in Stalingrad als Oberst, Vgl. Fellgiebel, Ritterkreuz, 451.

[xxxv]     Ritterkreuz am 05 04 44 als Obst und Kdr/GrenRgt 151. Vgl. Fellgiebl, Ritterkreuz, 319.

[xxxvi]     Deutsches Kreuzin Gold am 25 0143 als Obst und Kdr/grenRgt 536. Vgl. Horst Scheibert, Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold. Das Heer (Friedberg 1992), 324, i. Folg. Zit. Als Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold.

[xxxvii]    Ab 01 01 44 Generalmajor. Deutsches Kreuz in Gold als Obst i. G. Und GstbCh/LII.AK. Vgl. Keilig, Generale, 72 und Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold, 79.

[xxxviii]   Geb. 21. Oktober 1894 Sigmaringen, gef. 25 08 44 bei Tiraspol. Deutsches Kreuz in Gold am 27 01 44, Ritterkreuz als Obst und Kdr/GrenRgt 457 am 22 02 42. Vgl. Keilig, Generale, 290, Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold, 312 und Fellgiebel, Ritterkreuz, 270.

[xxxix]    Vgl. Heinz Schröter, Stalingrad "bis zur letzten Patrone" (Wien/Darmstadt/Berlin o.J. 1953), 61. i. Folg. Zit. Als Schröter, Stalingrad.

[xl]  Vgl. Schröter, Stalingrad, 201. Friedrich Paulus, geb. 32. September 1890 Breitenau, gest. 1. Februar 1957 Dresden. GFM (seit 31 01 43). Ritterkreuz am 26 08 42, 178. Eichenlaub am 15 01 43. Vgl. Fellgiebel, Ritterkreuz, 65 u. 334.

[xli]  Vgl. Schröter, Stalingrad, 61.

[xlii] Vgl. Schröter, Stalingrad, 66.

[xliii]       Deutsches Kreuz in Gold als Obstlt und Kdr/GrenRgt 536 am 20 05 44. Vgl. Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold, 123.

[xliv]       Deutsches Kreuz in Gold als Hptm II/AR (mot) 14 am 25 05 42. Vgl. Scheibert, Deutsches Kreuz in Gold, 42

7          0          Das SA-Sportabzeichen, ab 1939 SA-Wehrabzeichen genannt, ein Leistungsabzeichen, wurde am 28 11 33 vom Stabschef der SA. Ernst Röhm (1887-1934), gestiftet und konnte auch an nichtreichsangehörige verliehen werden.

7          2          Die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 wurde durch Verordnung Adolf Hitlers am 26 05 42 gestiftet.

7          3          Die Rumänische Medaille Kreuzzug gegen den Kommunismus wurde mit königlichem Dekret Nr. 1014 vom 01 04 42 gestiftet. Vgl. Ion Safta/Rotaru Jipa/Tiberiu Velter/Floricel Marinescu, Decoratii Romanesti de Razboi 1860-1947 (Bukarest 1993), 126f.

7          4          Die Nahkampfspange wurde am 25 11 42 durch Verfügung Adolf Hitlers gestiftet.

7          5          Das Verwundetenabzeichen wurde am 01 09 39 durch Verordnung Adolf Hitlers gestiftet.

7          6          Das Infanterie-Sturmabzeichen wurde am 01 09 39 durch den Oberbefehlshaber des Heere, GO (GFM) Walter von Brauchitsch (1881-1948) gestiftet.

[xlv] Alfred Philippi, geb. 03 08 1903 Bübingen, Ritterkreuz als Obst und Kdr/GenRgt 535 am 14 05 44. GenMjr ab 01 01 45. Vgl. Fellgiebel, Ritterkreuz, 338 und Keilig, Generale, 257.

[xlvi]       Vgl. Karl Lang, Die Geschichte der 384. Infanterie-Division (Selbstverlag 1965), 24, i. Folg. Zit. Als Lang, 384.

[xlvii]       Der Dienstgrad Unteroffizier (Uffz.) gehörte zur Rangklasse der Unteroffiziere ohne Portpee. Vgl. Reibert, Dienstunterricht, 101.

[xlviii]      Vgl. Schmitz, Truppenkennzeichen, 927. Mit Verfügung des OKH vom 15. Oktober 1942 erhielten alle Infanterie-Regimenter, mit Ausnahme der Jäger- und Gebirgsjäger-Regimenter, die Bezeichnung "Grenadier-Regimenter".

[xlix]       Die 384. ID war dem Generalkommando XXX. AK, dieses der 6. Armee und diese wieder der Heeresgruppe Südukraine unterstellt.

[l]    Als "Bessarabien" bezeichnete man den Ostteil der Moldau zwischen den Flüssen Prut und Dnjestr, mit einer Fläche von 45.630 Km² und einer Bevölkerung von 482.630 Bewohnern. Ursprünglich bezog sich der Name "Bessarabien" auf ein begrenztes Gebiet nördlich des Donaudeltas, das bis 1418 zur Walachei gehört hatte. Die Herrscherfamilie hieß Basarabi (in diesem Namen ist der Stamm der Bessen erhalten, die nach der Völkerwanderung hier vorherrschten), daher "Basarabia". Vgl. Ion Bulei, Kurze Geschichte Rumäniens (Bukarest 1998), 61 f.

[li]   Vgl. Meyers Konversations-Lexikon, 2.Band (Lepzig und Wien  51894), 753f und Meyers Kleines Lexikon, 1. Band (Leipzig 91933), 212

[lii]   Zuschrift an den Verfasser vom 15 08 02, Zl. Z-I 40-281/02, Karteikarten archiviert unter I 42 Kart. 50. 70.

[liii]  Vgl. Die Zuschrift der WASt-Berlin an den Verf. Vom 21 11 02, Zl. V/28-677/139.

[liv]  Die Abschrift dieses Tagesbefehls befindet sich in Familienbesitz. Anm. d. Verf.

[lv]   Geb. 15. Februar 1895 Fürstenwald/Spree, Selbstmord am 02 05 45 im Bunker der Reichskanzlei in Berlin. 01 10 544 Chef/Heeres-Personalamt im OKH und Chefadjudant der Wehrmacht beim Führer, o1 11 44 Gdl. Ritterkreuz am 29 09 41 als Obst und Kdr/InfRgr 529. Vgl. Keilig, Generale, 57 u. Fellgiebel, Ritterkreuz, 150

[lvi]  Geb. 16. September 1896 Landau; Stellvertretender Chef des HPA/okh, Ritterkreuz am 06 04 42 als Kdr/InfRgt 42. Vgl. Keilig, Generale, 215 u. Fellgiebel, Ritterkreuz, 301.

[lvii] Vgl. u.a. David Irving, Rommel (Hamburg 1978), 589f.

[lviii] Geb. 12. Juni 1892 München, gest. 2. Juli 1973 München. 05 04 45 GFM. Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten am 01 01 45 als GO und OB Heeresgruppe Nord.

[lix]  Geb. 2. Oktober 1889 Budapest, gest. 06 12 74 Graz. Ritterkreuz mit Eichenlaub 323.) am 12 11 43 als Kommandierender General XXXXIV.AK. Vgl. Fellgieberl, Ritterkreuz, 74.

[lx]  Vgl. Karl Wagener, Heeresgruppe Süd. Der Kampf im Südabschnitt der Ostfront 1941-1945 (Bad Nauheim o.J.), 318ff.

[lxi]  Vgl. Hans Kissel. Die Katastrophe in Rumänien 1944 (Darmstadt 1964), 81. im folg. Zit. Als Kissel Katastrophe Rumänien.

[lxii] Vgl. Kissel Katastrophe Rumänien, 151ff.

[lxiii]       Vgl. Lang, 384, 29f.

[lxiv] Vgl. Kissel Katastrophe Rumänien, 126.

[lxv] Die Beförderung Wabros zum Feldwebel ist dokumentarisch nicht belegt, findet sich jedoch auf dem schon erwähnten und oben abgebildeten Gedenkblatt. Die WASt-Berlin besitzt keine Beförderungsunterlagen.

[lxvi]       In der WASt-Berlin gibt es dazu keine Unterlagen.

[lxvii]       Ein Grund für diese frühzeitige Entlassung konnte nicht eruiert werden. Anm. d. Verf.

[lxviii]      Vojtech Jirásek, Die Prager Mairevolution. Ein Augenzeuge berichtet. In: Die Zukunft, Sozialistische Monatszeitschrift für Politik, Wirtschaft, Kultur Nr. 5, Mai 1951, 123.

[lxix]       Vgl. Arnold Suppan, "Ergebnis des Verrates". In:Die Presse-Spectrum vom 16 02 02, III.