Unteroffizier Eduard Schmit

 

Letzte Änderung: 16.6.2015

 

Eduard Schmit (3. März 1907 -31. März 1967) erlernte in der Schmiedewerkstätte seines Vaters  Michael Schmit in Neustift im Felde Nr. 41 das Handwerk des Huf- und Wagenschmiedes. Die Meisterprüfung legte er am 12. März 1937 ab.  

    

Eduard Schmit, 1940                                                            Auszeichnungen 

Wann genau Eduard Schmit zur Wehrmacht einberufen wurde, ist nicht bekannt, doch gehörte er bereits am 1. September 1939 der Fahr-Kolonne 1/InfR 522 an, ab dem 24. April 1941 der Nachschub-Kolonne 6/ InfR 522.

Offenbar machte er den Polenfeldzug als "Beschlagmeister" im Range eines Unteroffiziers mit. In diesen Rang "Beschlagsschmiedeunteroffizier" wurden die Schmiedemeister eingestuft.

Nach Beendigung des Polenfeldzuges erhielt er mit 24. April 1941 aus der Nachschub-Kolonne 6/InfReg522 "UK-Stellung", das heißt, er wurde wegen "Unabkömmlichkeit" in der Landwirtschaft vom Wehrdienst freigestellt.

Diese UK-Stellung dauerte jedoch nur den Sommer über, wahrscheinlich solange in der Landwirtschaft ein Schmiedemeister benötigt wurde, denn am 24. November 1941 war er der 5. Kompanie / Landesschützenbataillon 892, lt. Meldung vom 20. März 1942 der Veterinärkompanie 297 und vom 26. April 1943 der 3. Kompanie Veterinär Ersatz- und Ausbildungsabteilung 17 zugewiesen. Die letzte Meldung datiert vom 23. Juli 1944 aus der 8. (schwere) Kompanie/ II. Bataillon/InfR135.

Die landwirtschaftliche Arbeit (ackern etc.) besorgte für die Familie Schmit in dieser Zeit zum Teil Herr Franz Weiss sen., dessen drei Söhne ebenfalls im Feld lagen.

Am 14. April 1941 schrieb Uffz. Eduard Schmit (Feldpostnummer 10069) an Herrn Franz Weiss sen., dass er sich für die Hilfe bedanke, er auf die UK-Stellung warte und weiter: " ...Noch dazu kommen wir diese Woche weg von hier. Wir werden eingeladen, per Bahn geht es wieder zurück nach Sann ....; Kolonne 2, 3 und 5 sind einstweils in Krakau, sollen aber auch dieser Tage verladen werden. 
Wir haben jetzt 11 Belgier Pferde bekommen, sind sehr schön. Unser jetziges Quartier ist eine Sanitätskolonne. Es kommen Verwundete her, wir haben einen Waggon Eisenbetten ausgeladen, sind auch die Ärzte schon hier ....." 


Eduard Schmit 1940 im Polenfeldzug am Amboss

   
Auf dem Pferd                                                In Feldsberg, Mähren (rechts) 

Am 17. Mai 1942 (FP Nr. 36293) schreibt er aus den Donezgebiet:   "....Ich hab´s ja nicht so schlecht getroffen, denn meine Kameraden, die mit mir von Feldsberg weggingen, kamen beinahe alle zur Infanterie, die gingen gleich am nächsten Tag in Stellung und hatten schon die erste Woche Tote und Verwundete, auch 2 Offiziere sind schon tot. Wir liegen hier im Donezgebiet, im Radio werden sie ja hören, was sich da tut. Hier haben die Russen schon öfter versucht, durchzubrechen, was ihnen auch schon einige Male gelungen ist. Sie müssen das mit schweren Opfern büsssen, aber es kostet halt bei uns auch immer Leute. Diese Woche haben uns die russischen Flieger Tag und Nacht heimgesucht, haben unser Verpflegungslager bombardiert, und so verschiedene Gebäude, auch unsere Stallungen hatten sie als Ziel genommen, gingen aber alle Bomben daneben. Wir haben heute Nacht einen Transport Pferde bekommen, haben jetzt mehr Pferde als wir in Polen bei allen 6 Kolonnen hatten. Ab morgen geben wir Pferde ab an die einzelnen Truppen. ....."


Eduard Schmit in Uniform 

Am 24. September 1944 (FP Nr. 23229) schrieb er: "... Wir sind im Weichselbogen gelandet, hatten die ersten 14 Tage sehr schwere Verluste bei unserer Division, mehr als die Hälfte Ausfälle. Wir bekamen dann Ersatz und es ist seit 3 Wochen ruhiger in unserem Abschnitt. Ich hab auch schon einigemale großes Glück gehabt, daß ich soweit durchgekommen bin. Ich bin jetzt bei der Infanterie als Schmied, aber da ist man alles andere mehr als Schmied, gleich Melder, dann das Essen in die Stellung vorbringen, dann haben wir mehr als die Hälfte der Pferde vorne, sodaß man da mehr auf dem Weg ist, als in seinem Beruf. Hier ist hauptsächlich Waldgegend und sehr gefährlich von Partisanen. Es darf einen aber nicht wundern, denn die Leute werden ja alle vertrieben von ihren Häusern, noch dazu wird ihnen alles weggenommen, wie Pferd, Wagen, Kühe, Schweine, Hühner, alles was halt zu brauchen ist. Die Leute hier haben sich schon wieder erholt gehabt, von 1939 her, ist alles da, aber jetzt natürlich nichts mehr, oft nicht einmal die Häuser. Ja wie soll der Krieg ein Ende nehmen? Wenn uns auch noch dasselbe Los beschieden ist, wie den Leuten hier, dann werden wir ja noch so manches erleben müssen. Nachgegeben wird ja auf keiner Seite, und wir armen müssen es büssen. Hoffen wir halt, daß bald ein Ende ist, und daß wir alle gesund wieder heimkehren zu Euch, was doch unser inniger Wunsch ist. Zum Schluß hätte ich noch eine Bitte, Herr Weiss, wegen dem Korn und Weizen säen, wenn es Ihnen möglich ist. Aber Sie müssen sich etwas dahintersetzen, denn Pepi schreibt, dass Vater nicht  halmackern will, das geht ja auf keinen Fall,. Vielleicht kommen Sie einmal hinunter.
In der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Heimat grüßt Sie, sowie Franzi und Rudi
Eduard Schmit."
 

Eduard Schmit erhielt folgende Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz 2. Klasse und
Medaille Winterschlacht im Osten 1941/4

 

Quellen:
Bescheinigung der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der Deutschen Wehrmacht in Berlin vom 18. Mai 1987 mit Angaben von Prof. Walter A. Schwarz
Feldpostbriefe von Eduard Schmit an Franz Weiss sen., zur Verfügung gestellt von Franz Weiss dem "Jüngeren".
Bilder zur Verfügung gestellt von Fam. Annemaria und Walter Schwarz.
 
Juni 2015
Andreas Nowotny