Adolf Hitler in Kirchberg

  

Letzte Änderung: 16.9.2018

 

 
Als historisches Erlebnis bezeichnete der Sonderberichterstatter der Tageszeitung „Wiener Neueste Nachrichten“ vom 17. April 1939 den überraschenden Besuch des Führers in der Ostmark. Er war unterwegs, um Besichtigungen von Truppenstand- und übungsplätzen vorzunehmen. Mit einem Sonderzug aus München kommend, traf Adolf Hitler am frühen Vormittag in St. Pölten ein. Von hier aus trat er seine Rundfahrt an, die ihn über Krems nach Stockerau und als letzte Station seiner Reise nach Strebersdorf führte.
 
Die Wochenzeitung „Kreis Tulln“ berichtete darüber folgendermaßen: 
21. April 1939: Der Führer in Kirchberg am Wagram
Am 17. April hatte Kirchberg einen unvergesslichen Freudentag. Gegen 13:15 Uhr konnte die Bevölkerung den Führer auf der Durchfahrt durch unseren Ort begrüßen. Als sich die Nachricht verbreitete, der Führer käme, eilte alles herbei, um den Schöpfer Großdeutschlands zu sehen und zu begrüßen. Auch viele Menschen aus der näheren Umgebung waren herbeigeströmt. Die Schuljugend unter Führung der Lehrpersonen war gekommen, um den geliebten Führer zu sehen und zuzujubeln. Als der Wagen des Führers in langsamer Fahrt durch das Menschenspalier fuhr, grüßte Adolf Hitler, im Wagen stehend, freundlich lachend die Volksgenossen. Der Jubel und die Begeisterung der Bevölkerung war grenzenlos, nur langsam konnte der Wagen des Führers vorwärts kommen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Führer in Kirchberg
Herbert Eder, Kollersdorf
 
 
Frau Elisabeth Kainz aus Wien, eine gebürtige Kirchbergerin, war bei diesem denkwürdigen Ereignis als siebenjähriges Mädchen mit ihrer Mutter anwesend. Hier ihr Bericht, wie sie die Durchfahrt Hitlers erlebt hat:
Das Bild dürfte wohl vom ersten Auto der Kolonne aus aufgenommen worden sein. Auf der linken, nicht einsehbaren Straßenseite befand sich ein Brunnen auf dem sie saß, um besser sehen zu können. Umringt war sie von etwa 35 aufgeregten Frauen. Außer ihr waren nur zwei oder drei Kinder anwesend, von ganzen Schulklassen konnte keine Rede sein. Sie habe den Führer so unsympathisch gefunden, dass sie ihm nicht einmal die Blumen überreichen wollte, die ihr die Mutter in die Hand gedrückt hatte. Viele der Frauen kannte sie gar nicht, sie dürften aus den umliegenden Orten gewesen sein. Sie haben versucht, das Hitlerauto zu bedrängen, wurden aber abgedrängt. Das Auto ist auch kaum stehengeblieben, eigentlich nur sehr langsam gefahren. Hitler hat auch die meiste Zeit ganz ernst dreingeschaut und hat den "Hitlergruß" gezeigt. Im Gegensatz dazu waren nur wenige Männer anwesend. Wie man auf dem Bild sieht, zeigten nicht einmal alle den Hitlergruß.
Also: Ich war dort! Meine Mutter hatte mir sogar Blumen mitgegeben. Weiß nicht, was aus denen wurde. ICH bin auf jeden Fall sitzen geblieben. Fand die Aufregung schrecklich.
 
 
Quellen:
Tageszeitung „Wiener Neueste Nachrichten“
Wochenzeitung „Kreis Tulln“
Elisabeth Kainz, geb. Rittler, Wien
 
 
September 2018
Maria Knapp