Gasthaus Hainzl

 

Das Haus Nr. 23 war seit 1822 in Besitz der Familie Hainzl.
 
Anton Hainzl (1831-1907) ist der Sohn des Halblehners Anton Hainzl. Er eröffnet am Elternhaus zusammen mit seiner Gattin Anna geb. Gerhold, ein Gasthaus.  
 
1896 wird das Gasthaus anlässlich einer Versteigerung in der Wiener Zeitung genannt.
 
Sohn Franz Hainzl (1867-1915) führt mit seiner Gattin Amalia geb. Ritzinger das Gasthaus weiter. Er wird bei seiner Heirat im Jahr 1897 bereits als Gastwirt in Mallon 23 bezeichnet. Er stirbt 1915: Im 47. Lebensjahr verschied am 3. ds. Herr Gastwirt Franz Hainzl, tiefbetrauert von seiner Gattin, seinen drei Kindern, wie von der ganzen Gemeinde. Herr Hainzl, der seit längerem leberleidend war, war auch durch eine Reihe von Jahren eifriges Mitglied der Gemeindevertretung, weshalb auch die Gemeinde einen Kranz auf dem Grabe niederlegte und sich am Leichenbegängnisse beteiligte. Leidtragende aus Nah und Fern gaben dem weit und breit bekannten und allseits beliebten Mann das letzte Geleite. Er ruhe sanft!
(Österreichische Land-Zeitung vom 13.3.1915)
 
 
 
 
 
Sohn Franz Hainzl (1903-1984) wird bei seiner Hochzeit im Jahr 1934 in Wien noch als Gastwirt bezeichnet. Laut Otto Fandl wurde das Gasthaus 1934 aufgelassen. 
 
 
Zum Bild von Otto Fandl: Dieses Bild wirkt so ursprünglich, daß man es für ein Gemälde des Realisten Wilhelm Leibl halten könnte. Es ist bestimmt nicht gestellt und vermittelt die allsonntägliche Begegnung „der“ Männer. Was immer auch die Gründe sind für die Schließung eines Dorfgasthauses: mangelnde Einsicht eines Finanzers, zu wenig Ertrag, Parteiung oder Entzweiung der Bewohner, Wettbewerb mit Kinos, Tanzlokalen und Feinschmeckereien der Umgebung, Auto oder Fernsehen – die Schließung des Gasthauses, der Greislerei, des Milchkasinos, Schule, Schneider, Schuster, Schmied … ist ein Trauertag des Dorfes.
 
Bilder: Broschüre "Das Blumendorf Mallon" von Otto Fandl, Familie Löschl
 
 
Quellen:
Das Blumendorf Mallon
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
 
 
März 2021
Maria Knapp