Lucas von Stockstall

Abt des Stiftes Göttweig vom 1431 – 22.9.1439
 
 
 
Lucas Lauchlaibl stammte aus Mitterstockstall, wo seine Familie beheimatet und den Herren von Winkel untertan war.
 
Als Abt von Göttweig vollendete den von seinem Vorgänger begonnenen Umbau der Stiftskirche, war ein unermüdlicher Verteidiger der Rechte und Privilegien des Klosters, wobei er die Unterstützung des Herzogs Albrecht V. (verst. 27.10.1439) genoss, erließ nicht wenigen der Klosteruntertanen die schuldig gebliebenen Dienste, setzte bei vielen die jährlichen Leistungen herab, was ihm den Beinmanen „bonus pater pauperum“ eintrug: Er ist am 22.9.1439 verstorben. Das Geburtsdatum ist nicht bekannt. Er wurde im linken Nebenraum der Krypta des Stiftes beerdigt. Dort befindet sich eine rote Marmorplatte mit eingravierter Gestalt eines Prälaten mit Buch, Krummstab und Inschrift: „Anno dni MCCCCXXXII obiit vernerabilis in XVO pater et dns ans Lucas de Stockstall abbas hui monasterii in die sci Maurilii hie sepultus.“

Lucas dürfte auch Verwandte mit Posten im Stift versorgt haben: 1438 wird ein Erhart Lauchlaibl als Pfistermeister (Bäckermeister in Verbindung mit einer Mühle) genannt. 
 
Laut Pfarrchronik Altenwörth hat er 1433 den neuen Pfarrer von Altenwörth, Erhard Pruness präsentiert. Siehe hier
 
1439 hat er, wie schon oben erwähnt, den Engelmannsbrunner ihre Zinsschulden erlassen:
1439 29.06. Ulreich Lerrenfrid, beurkundet, dass er von 9 Joch Äcker gelegen in dem Feld zu Engellmarsprunn, das das Klainerveld haisst, der siben jeuchart gelegen sind an ainem rain und dy andern zwo auch an ainem rain, welche er von dem Stifte zu Goettweig gegen einen Jahreszins von 35 Pfd. Wiener Pf. an sant Michelstag an das Stiftsamt zu Doerfflein zu Burgrecht innehat, dem Abte Lucas zu Goettweig als Burgherrn wegen lange vergessener Zinse zu Wandel verfallen war, welchen ihm derselbe sammt dem Zinse mit der Bedingung, die Zinspflicht in Zukunft genau einzuhalten, erlassen hat.“
(Stiftsarchiv Göttweig 1439 VI 29) 
 
 
Auf Monasterium finden sich Urkunden, den Abt und seine Familie betreffend:
 
 
Quellen:
Österr. Kunsttopographie, Bd. 1, bearb. von Hans Tietze, 1907, S. 473
Topographie v. NÖ III. Band/1893, S. 545
Dr. Rudolf  Delapina, Wien/Kirchberg am Wagram
 
 
Oktober 2020
Maria Knapp