Berufe in Neustift
 
 
Letzte Änderung: 23.1.2018
 
 
Inhaltsverzeichnis
Bauer - "rusticus"
Hauer - "vinarius"
Obstbau
Tabakbau
Safran
Hanfbau
Krappbau
Viehzucht
Viehhirt – Halter - "Bubulcus"
Milchmeier
Gasthäuser und deren Betreiber "Gastgeb", "Hospitum" oder "Cauponis"
Lebensmittelhandel "Greißler
Fleischhauer, Fleischhacker, "lanio"
Bäcker – "Pistor"
Müller "Molitor"
Schuhmachermeister, Schuster, "Sutor", Ledermeister
Schneider "Sarcinator", Kleidermacher "Vestitor"
Bader, Barbier,  Wundarzt oder "Chyrurgus"
Schmiedmeister - „Fabry“ oder „Faber Ferrary"
Landmaschinen-Mechaniker – Fa. Franz Pfaller
Wagner
Weber "textor"
Zimmerer  und Tischler "Fabri Lignarii bzw.  Archius"
Bindermeister Küfer "Vietor"
Spengler
Wegeinräumer – Straßenarbeiter
Ziegelschlager – Ziegelbrenner - Ziegelofen
 
 
 
1817   In den "Topographischen Tabellen" (NÖLA.) heißt es über Neustift:
"Der Feldbaugrund erzeugt Safran, von welchem dieser Ort sehr berühmt ist, und mit welchem er einen wichtigen Handel führet. Der Grappbau ist unbeträchtlich. Dann wächst viel Rocken und Hafer, wenig Weitzen, keine Gerste, wenig türkischer Weitzen, Heide, Klee, und Burgunderrüben, viele Erdäpfel, genug grüne Waare, doch ohne Handel. Obst gibt hier einen großen Handelszweig. Der Weinbau ist sehr mittelmäßig, und der Wein von gleicher Gattung. An der Donau sind Auen die 74 Joche betragen. Die Wiesengründe sowohl, als die Hutweiden sind sehr herrlich. Nur einzelne haben einige Bienenzucht.
Der Ort hält einen Schullehrer für seine Kinder, und die Gemeinde nährt ihre Armen. Sowohl die Luft als das Wasser ist gut und gesund.
Neustift zählet 62 Häuser, deren 16 der Herrschaft Grafeneck, 2 der passauischen Herrschaft Oberstockstall, 4 der Herrschaft Dürenthal, 1 der Herrschaft Gobelsburg, die übrigen 39 der Herrschaft Winkelberg unterhtänig sind: dann 85 Familien, 199 männliche, 218 weibliche Köpfe, unter welchen 1 geprüfter Wundarzt und zugleich Geburtshelfer, 1 Fleischer, 1 Bäcker, 1 Zimmermeister, 2 Hufschmiede, 2 Schneider, 2 Schuhmacher sind.
Am Viehstande 43 Pferde, 4 Zugochsen, 110 Rinder, 274 Schafe, 5 Ziegen, 4 Zuchtschweine."
 
 
Bauer - "rusticus"
 
Abb. 1: Der Mäher, Aquarell von Adalbert Hirsch d. J.; Schulchronik 2 Teil Geschichte
 
Die  häufigsten Berufe in Neustift waren Bauer und Hauer, fast alle waren beides. Manchmal kommt ein Hauer als Inwohner vor. Auch viele, die einen anderen Beruf hatten, betrieben nebenbei (oder umgekehrt) eine Landwirtschaft.
Um 1965 wurde der Nettoerlös in der Landwirtschaft immer weniger, sodaß viele Landwirte einen Nebenerwerb suchten. Etwa 1970 begann ein "Bauernsterben", welches sich bis jetzt fortsetzt. Viele Bauern gaben das Wirtschaften auf, besitzen zwar noch ihre Felder, haben diese jedoch verpachtet. Heute gibt es noch 12 Betriebe, die ihre Felder selbst bewirtschaften, 8 davon haben beträchtliche Flächen zugepachtet. Durch die modernen und großen Landmaschinen hat sich die Bearbeitungszeit auf einen Bruchteil reduziert. Während mit der Sense 2 bis 3 Leute für 1 Joch einen langen Tag für die Ernte und "aufmandeln" benötigte (ohne Drusch) benötigt ein Mähdrescher ½ Stunde (inklusive Drusch).
Der Anbau hat sich geändert. Während man um 1965 vorwiegend Weizen, Gerste, Roggen, Kartoffel und Zuckerrüben baute, werden heute vorwiegend Mais, Weizen, Gerste, Sonnenblumen, Raps und Zuckerrüben, in geringem Maß Kartoffel angebaut. Hafer und Roggen gibt es in Neustift  nicht mehr.
1894 schreibt Schulleiter Ludwig Marzani:"Sämmtliche Grundbesitzer betreiben Landwirtschaft, selbst die wenigen Grundbesitzer, deren Gewerbe sich auf den Wohnort beschränkt, das ihnen für das ganze Jahr nicht hinreichende Arbeit liefert; an Gewerbetreibenden sind hier:
1 Tischler, 3 Schuster, 1 Wagner, 2 Schmiede, 2 Landkrämereien, 3 Victualienhändler.
Von den 71 Häusern sind 2 einstöckig, 69 ebenerdig, aus Ziegeln gebaut, 68 mit Ziegeln und 3 mit Schindeln gedeckt. Im Ganzen sind 97 Parteien, und zwar 70 im eigenen Hause und 27 in gemieteten Wohnungen.Es sind nur Kleingrundbesitzer vorhanden, über 60 Joch besitzt keiner. Die Freiheit Neustift umfaßt 1340 Joch, das ist 771 ha. Der dritte Theil dieses Grundes gehört auswärthigen Besitzern; dagegen nennen die Mehrzahl der hiesigen Bewohner Weingärten samt Pressen und Keller, Äcker und Wiesen der Nachbargemeinden ihr Eigenthum....
... Die Hauer besitzen ihre Weingärten und Keller zerstreut in Entfernungen von ½ bis 2 Stunden – in Fels, Gösing, Ruppersthal, Riedenthal, Neudeck, Ottenthal, Ober-, Mitter-  und Unterstockstall und Kirchberg und müssen öfter im Jahr, wenn ihre Lieblinge, die Reben ihrer Pflege bedürfen, um 3 Uhr früh aufbrechen, kommen um 5 Uhr zur Stelle um nur von einer kurzen, kargen Mahlzeit /: meistens nur aus Brot und Wasser oder Wein bestehend:/ ununterbrochen bis 8 Uhr abends zu arbeiten und dann erschöpft den Heimweg anzutreten, wobei, wenn möglich – oft auf großen Umwegen- der Keller aufgesucht wird. Es gibt Zeiten, wo der Hauer sich kaum 4 Stunden Ruhe gönnt.
Da oft die Weingärten und Äcker zugleich der Pflegers bedürfen, müssen größere Besitzer, um sich für gnädige Zeiten die Arbeitskräfte zu sichern, ein oder zwei Häuser im Orte kaufen, Zinsparteien aufnehmen, gegen die Verpflichtung, gewisse landw. Arbeiten für den Hausherrn zu leisten.
Bei all seiner Mühe und Plage hört man den Landmann darüber nicht klagen, solange er noch auf eine gute Ernte hoffen kann. Wer in das Herz eines Landmanns blicken will, der muß erst sein Vertrauen gewinnen, was keine kleine Leistung ist; er mache einmal von einer der Genris oft erhaltenen Einladungen zu einer der hier besonders im Winter so beliebten Kellerpartie Gebrauch. Der Hauer ist in seinem Keller nie geizig. Beim matten Schein einer Unschlittkerze am Fasse gelehnt, oder auf einer Holzbank sitzend, vor ihm kleingeschnittenes geselchtes Fleisch und Hausbrot- ganz abgeschieden von der Ober- und Außenwelt, in dem sinnlichsten Raum des rechten Hauers, wo die Wände keine Ohren, und wo keine Schindeln auf dem Dache sind, fließt die Rede immer schneller, die Gedanken, die anfangs vorsichtig herausguckten, werden dreister und nach kurzer Zeit liegt das Herz auf der Zunge; du weißt alles, doch hüte dich, es zu mißbrauchen! Dies gilt als schändlich und mit Recht.
Wer mit dem hiesigen Landmann Jahre hindurch mit Wohlwollen Umgang pflegt, ihn in seinen vielen Leiden und wenigen Freuden beobachtet, der lernt bald den guten Kern schätzen, welcher in der manchmal gar rauh scheinenden Schale steckt.
 
Production: Die Viehzucht ist von geringer Bedeutung und mehr für den Hausbedarf, esrteckt sich auf Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner, Gänse und Enten. Im Durchschnitte werden hier zu gleicher Zeit ernährt:

Pferde

Rinder

Schafe

Ziegen

Schweine

Gänse

Enten

Hühner

Tauben

44

135

160

30

220

140

36

1700

200

Es ist durchwegs der Landschlag vertreten. Bei den Schweinen überwiegt die deutsche Race.
Von allen oben angeführten Thierarten, die Pferde ausgenommen, werden jährlich einzelne Stücke verkauft; die Kuhmilch wird nicht verfüttert, theils genossen und der Rest zu Butter verrührt, welche dann samt den Hühnereiern den wöchentlich 2 bis 3mal kommenden Händlern verkauft wird.
Bienenzucht wird nur von drei Parteien betrieben.
Anbau: Die hiesigen Landwirte bauen: Wein, Roggen, Gerste, Hafer, Mais, Erdäpfel, Futterrüben, Krautpflanzen, Bohnen, Linsen, Klee und Safran nach der Wechselmethode an und düngen mit Kunst- und Stalldünger.
Die durchschnittliche Jahresausbeute an Getreide per ha beträgt 23 hl, im ganzen 16.215 hl.
Durchschnitts- Ernte- Ausweis   [i]

 

Roggen

Gerste

Hafer

Mais

Futterrübe

Kartoffeln

Krautpflanzen

Anbaufläche in ha

345

58

288

14

18

58

6

Ertrag per ha in hl

21

26

27

21

 

 

 

Ertrag per ha in q

 

 

 

 

35

24

 

Gesamtertrag in hl

7245

1508

7776

294

 

 

 

Gesamtertrag in q

 

 

 

 

630

1392

 

1932 "Es sind nur Kleingrundbesitzer vorhanden. Über 45 Joch besitzt keiner. Dagegen nennt die Mehrzahl der Bevölkerung Weingärten, Presse und Keller ihr Eigen. Die Nahrung ist dem Ertrag des Bodens angemessen. Sie besteht im Sommer aus Mehl, Milch und Kartoffel. In den meisten Häusern wird auch schwacher Kaffe mit allerlei, oft verdächtigen, von befugten und unbefugten Hausierern gebrachten, Feigenkaffe, in einzelnen Häusern auch Kneippkaffe genossen. Da die männliche Bevölkerung den Wein liebt, so ist sie der Ansicht, daß der Wein stärke. Opfer des Alkoholismus sind selten, doch gibt es wie in jedem Orte der Weingegend, schwere Trinker. Nichtraucher sind selten und meist in der heranreifenden Jugend zu finden. Meist werden Zigaretten und ordinärer Tabak geraucht.
Leidenschaftliche Raucher legen außer beim Essen, die Pfeife den ganzen Tag nicht weg.
Da oft die Weingarten und Ackerwirtschaft zugleich der Pflege bedürfen, müssen die größeren Wirschaftsbesitzer Arbeitskräfte aufnehmen. Diese Taglöhner sind meist die Angehörigen der Zinsparteien im Dorfe. Bei all der Mühe und Plage hört man den Landmann nur dann klagen, wenn eine schlechte Ernte bevorsteht.
"Da Neustift im Felde von bäuerlicher Bevölkerung bewohnt ist, sind auch die Wohnsitze bäuerlicher Art. Der fränkische Hakenhof ist vorherrschend. Anbei beschreibe ich einen typischen Bauernhof des Dorfes.
 
Abb. 2:  Schema eines Hofes in Neustift Schulchronik 2 Teil Geschichte, Adalbert Hirsch d.J.
 
Durch ein hohes Bogentor gelangt man in den sogenannten “Otter”. In diesem selbst steht der am meisten benützte Wagen, hängt das Geschirr der Pferde. Links gelangt man in die Wohnräume, rechts in den “Ausnahm”. Was den Wohnraum anbelangt, so gelangt man durch eine niedere Tür in den Vorraum, der mit gebrannten Ziegeln ausgelegt ist. Von diesem Vorraum gelangt man  geradeaus in die Küche, links in die gute Stube. Anschließend an die gute Stube sind gewöhnlich eine oder zwei Kammern, an die Küche die Gras-oder Futterkammer. An diese schließen die Stallungen."[ii]
OSR Ludwig Piffl schreibt  1959: "Die Landwirtschaft hat sich seit 1945 grundlegend gewandelt. In der bäuerlichen Gemeinde gibt es keine Landarbeiter mehr. Mehrere Landarbeiterwohnungen stehen leer. 1948 gab es noch 66 Pferde im Orte, derzeit nur mehr 20. Dagegen laufen 31 Traktoren, 14 Bindemäher und 6 Mähdrescher, neben vielen anderen Maschinen. Viele Scheunen sind zu Maschinenhallen umgestaltet. Dagegen ist im Bahnhofviertel von Neustift ein Getreidesilo entstanden, Wahrzeichen einer neuen Zeit."
Zuckerrüben: Seit etwa 1844 werden in Niederösterreich Zuckerrüben, voerst nur von den Herrschaften, systematisch angebaut und verarbeitet. Die erste Zuckerfabrik Niederösterreichs nahm 1844 in Dürnkrut den Betrieb auf.
1905 bildete sich der genossenschaftliche  "Rübenbauernbund", um die Interessen der Rübenbauern gegenüber der Industrie besser vertreten zu können.
Im 1. Weltkrieg brach die Zuckerproduktion ein.
Die Zuckerrüben werden seit 26.Oktober 1938 in der damals neu errichteten Zuckerfabrik Tulln übernommen. Der 2. Weltkrieg brachte einen neuerlichen Einbruch der Zuckerproduktion und ab 1950 begann sich der Rübenbau gezielt zu entwickeln. Seither bildet er eine gute Verdienstmöglichkeit der Bauern unserer Gegend.[iii]
 
Abb. 3: Dreschflegel, Weinheber, Heugabel etc. im Hausmuseum der Frau Hedwig Gerner(† ); Foto A. Nowotny
 
OSR Ludwig Piffl schreibt  1959:"Auch der Zuckerrübenbau ist eingeführt worden. Neustift besitzt zwei Zuckerrübenübernahmsstellen, die über 1.000 Waggon Rüben aufnehmen. Leider ist für diesen Zweck 1957 eine Brückenwaage im Ortszentrum errichtet worden, obwohl die Schule und die Straßenbehörde dagegen Stellung genommen haben."
Die Brückenwaage wurde später zum Rübenplatz in der Gemeindeschottergrube verlegt. Geprüfter Waagmeister war Herr Ernst Walzer.
Getreidesilo im Lagerhaus: "Erntedankfest u. Siloweihe: Am 29. September1958 hielten wir unser Erntedankfest, mit Festgottesdienst in der Kirche.- Weihe der Erntedankkrone.- Festpredigt des Pfarrers.- (Nachmittags) Am Hauptplatz Kraftfahrzeugweihe "Der Charakter des Kraftfahrers entscheidet sich am Volant" Nachmittags Siloweihe am Bahnhof.
Kirchberg hat 2 Wahrzeichen: den Speicher der Gottesliebe – die Kirche und neu den Speicher fürs  irdische Brot,  den Silo." Leider wurde der Erntefestzug verregnet."[iv] 
 
 
Hauer - "vinarius"
 
Abb. 4: Im Weinkeller; Aquarell von  Adalbert Hirsch d.J., Schulchronik 2 Teil Geschichte
 
 "Die hierortige Bewohnerschaft befaßt sich aber viel mit dem Weinbau. Der Weinbau war um 1403 viel ausgebreiteter denn jetzt. Die von Neustift nach Kirchberg ziehende Straße, hätte ehedem Weingärten links und rechts benachbart gehabt. Irgend eine Ursache, vielleicht eine damals noch nicht bekannte Peronospora, vernichtete diese. Der Bauer machte aus diesen Gebieten Ackerland, wahrscheinlich erst nach einigen vergeblichen Versuchen, die Weingärten wieder aufzurichten. Der Neustifter hat aber ansehnlichen Besitz im “Wagramer” Weinbaugebiet. Diese Weine sind als Heurige und zum Verschnitt ausgezeichnet zu verwenden. Als alte Weine (Lagerweine) sind sie nicht zu empfehlen.
Im Frühjahr und im Sommer hat nun der Hauer schwere Arbeit zu leisten. Ackerbau, Viehzucht,
Weinbau liegen ja doch in einer Hand! Oft heißt es da von 4 Uhr früh bis 9 Uhr abends fleißig arbeiten. Liegen doch die nächsten Weingärten ¾, die weitesten 2 bis 2 ½ Stunden vom Ort entfernt. Die Arbeit für den Hauer beginnt im April. Sie beginnt mit dem  “Gruben”. Da werden die alten Stöcke ausgehöhlt, von je 2 Stöcken die Reben hineingelegt, das Ganze zugedeckt, 1 bis 2 Triebe läßt man herausschauen. Es ist dies eine Art Verjüngung. Die Stöcke, welche im Oktober angehäufelt wurden, werden nun von den (Erd)Häufchen befreit (“Ausräumen”). Dann wird der Stock auf 6 bis 7 Augen geschnitten. Das “Keilhauen”, welches die nächste Arbeit darstellt, besteht im einfachen Lockern des Bodens und im Entfernen der
höheren Wurzeln. In den Monaten Mai und Juni beginnt der Hauer mit dem “Jäten”. Es besteht im Entfernen gewisser Reben, daß der Stock mehr am Boden bleibt. Dann folgt das “Steckenschlagen”, das “Binden”, das “Spritzen”, das “Hauen”.
Der Juli beginnt mit dem Aufbinden der Reben, dann wird “gespritzt”, gehauen, wieder gespritzt, und im August wird das Abschneiden der Reben vorgenommen (Wipfelabschneiden). Im Oktober ist  gewöhnlich die Weinlese. Nach der Weinlese werden die Stecken ausgezogen und die Stöcke
 
Abb. 5: Hauerwagen mit "Load" und "Butte", rechts unten "Schab" (Stroh zum anbinden der Reben). Foto A. Nowotny - Dorfmuseum Mönchhof
 
angehäufelt (anziehen). Damit ist die Arbeit im  Weingarten beendet. Wie oft, kommt es vor, daß der Hauer für seine Arbeit nichts hat, als schwielige Hände! Ist aber Aussicht, eine schöne Weinernte zu bekommen, beginnen zu dieser voll Freude die vorbereitenden Arbeiten. Bottiche und Fässer werden mit Wasser gefüllt um “dicht” zu werden. Am Tag der Weinlese zieht jung und alt in den Weingarten. Die Trauben werden abgeschnitten. Die Kinder arbeiten geschäftig mehr für den Mund als für die Butte. Der Knecht führt die Trauben ins Preßhaus. Zu Maische zerstampft durch`s Schußkar” geworfen, gelangen Saft und Beeren in das Mostgitter. Das Pressen beginnt. Preßt der Hauer die schwarzen Trauben mit den Trebern, entsteht Rotwein.
Die bereits ausgepreßten Trauben übergießt der Hauer mit Wasser, preßt die Masse noch einmal durch und erhält so den Arbeitswein, den “Haustrunk” (Zuckerzusatz).
An Sonntagen geht der Hauer fast regelmäßig in den Keller. Nach der Weinlese beginnt die Kellerarbeit. Alle Monate muß der Hauer füllen, den durch Gärung verursachten Verlust nachfüllen. Leeren Fässern gibt er einen Schwefeleinschlag. Zirka 14 Tage darf er wegen der Gärung den Keller nicht betreten. Hauptgärung 2-3 Tage. Nach St, Martin spricht man vom “Heurigen”. ...[v]
 
 
Abb. 6: Presshauseinrichtung; Foto Franz Weiss      
 
 
Obstbau
 
Der Obstbau spielte in unserer Gegend eine untergeordnete Rolle. In größeren Mengen wurden an den Straßenrändern Mostbirnen und –äpfel gesetzt, deren Früchte von den Gemeinden bzw. der Straßenverwaltung jährlich versteigert wurden.
Die Bauern hatten meist „hintaus“ einen Obstgarten für die Eigenversorgung mit jeweils einigen Ribisel- und Stachelbeersträuchern sowie Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Marillen- und mehreren Zwetschkenbäumen. Letztere wurden auch zum Brennen von Silbovitz verwendet. Für die Schädlingsbekämpfung wurde meist nur die Winterspritzung gemacht und Leimringe gesetzt. Gegen den Frost wurden die Baumstämme weiß gekalkt.
 
Abb. 7: ca. 1970 Apfelkultur während Spätfrostberegnung; Foto: Andreas Nowotny  
 
Erst Mitte der 1950er Jahre etablierte sich in Neustift der Obstbaubetrieb Hoffmann, der vorerst Marillen, Johannisbeeren und Erdbeeren in größerem Ausmaß produzierte. Ab ca. 1963 wurde dann auf Äpfel (Heckenkultur, später Spindelbuschkultur) umgestellt.
 
 
Tabakbau
 
Ab zirka 1570 baute man in Österreich für Heilzwecke Tabak an. Verschiedene Adelige, darunter auch Balthasar Graf Starhemberg, einige Jahre lang Besitzer des Freihofes Kollersdorf, begannen um 1650 mit dem Anbau von Tabak, der ja aus Übersee zu uns gekommen ist. Um 1680 erließen die Landstände ein Tabakanbauverbot, der einen Aufschwung des Tabakanbaus verhinderte. Erst die Gründung der 1. Tabakfabrik Hainburg im Jahre 1722 brachte kurzfristig eine Verbesserung. Seit 1946 verbreitete sich der Tabakanbau auch im östlichen Niederösterreich. Aufgrund einer Aktion der Österreichischen Tabakregie waren in den 1960er Jahren 20 ar Anbau pro Person steuerfrei.
In den 1960er-Jahren wurde in Neustift von der Familie Hoffmann - Nowotny Tabak angebaut.
Die Tabakpflanzen wurden im Mai, sobald kein Spätfrost mehr zu erwarten war gesetzt, und mussten wegen des „Blauschimmels“ (einer Pilzerkrankung) bis zu 2 mal die Woche mit Fungizid gespritzt werden. Sobald die Blüten austrieben, wurden diese wegen der besseren Blattproduktion abgeschnitten. Im Spätsommer wurden die „reifen“ Blätter von unten nach oben gepflückt, auf Schnüre gefädelt und in der Scheune oder auf dem Dachboden getrocknet. Zum Teil wurden auch die ganzen Stämme mit den Blättern aufgespießt.
Ab November wurden die getrockneten Tabakblätter abgenommen, zu Büscheln gebunden und zu Ballen gepreßt. Die Ballen lieferte man  in die Tabakfabriken nach Krems bzw. Hainburg.
 
Abb. 8: 1969 - Arbeit an der Tabakfädelmaschine, von links: Agnes Wabro, Hermine Oswald, Helmut Hoffmann, Andreas Nowotny; Foto: Harald Ocetnik
 
 
Safran
    
Den Safran verwendete man als Gewürz- und Färbemittel.
Angeblich soll ein Ritter von Rauheneck (ein Verwandter der Herren von Winkl) den Safran im Jahr 1198 vom Kreuzzug als Geschenk für seine Frau mitgebracht haben. Jedenfalls ist der Safranbau in Niederösterreich schon im Jahre 1409 urkundlich genannt. Die beste Sorte soll der "Donausafran"-"crocus Austriacus" aus Neustift im Felde gewesen sein.[vi]
 
"Saffran gärten sindt bey der Undersuchung ao 1697 gefunden worden 6, welche ao 1702 schon auf 15 sich vermehret. Von solchen wirdt der Zehent, von denen so in Und. Stokhstaller Freyheiten stehen, verweigert."[vii]
"Vor wenigen Jahrhunderten standen bei uns Safrangärten in Pflege. Heute ist kein Garten mehr vorhanden. Die Ursache des Aufgebens dieses Erwerbszweiges dürfte in der Billigkeit des französischen Safrans gelegen sein, ferner in dem Auftreten chemischer Färbemittel. Man spricht aber auch davon, daß die Witterungsverhältnisse dem Safran seit vielen Jahren nicht mehr zuträglich gewesen sein sollen.   ... Die (Dorf-)Lacken haben zur Zeit des Safranbaues dazu gedient, die Zwiebeln des Safrans zu reinigen."[viii]
1817   In den "Topographischen Tabellen" (siehe S. 80) und von Schweickhardt wird der Neustifter Safran gerühmt.
1896   Die  Nr. 217  der Zeitung "Reichspost" vom 3. September bringt in einem  Artikel über den Safranbau: "Als Curiosum sei auch bemerkt, daß zu Neustift im Felde die Predigt am Sebastianstage in der dortigen Filialkirche die     Safranpredigt heißt, weil der Cooperator von Kirchberg am Wagram in früherer Zeit dafür mit 2 Loth Safran bedacht wurde."
Der Preis von 1 alten Loth (=17,5 g) betrug laut diesem Artikel 2 Gulden. Viele Bauern verkauften nicht an Zwischenhändler, sonder brachten den Safran zum Simonimarkt in Krems, wo "der Preis gemacht" wurde.[ix]
Im Franziszeischen Kataster von 1822 sind in der Neustifter Freiheit etwa 120 Safrangärten eingezeichnet.
 
Abb. 9: Safran; Illustration Franz Eugen Köhler, -Köhlers Medizinal-Pflanzen 1897 download Wikimedia
 
 
Hanfbau
 
Dass man früher in Neustift Hanf angebaut hat, beweisen die Flurnamen "Obere-" und "Untere" Haniflacke.[x]
 
Die Hanffaser benötigte man für die Seilerware, aber auch zur Papierherstellung. Erst die Sisalfaser löste den Hanf ab, der neuerlich wieder als Anbaufrucht für Dämmstoffe interessant wird.
Flachs/Lein: Die Faser des Stängels war zur Leinenherstellung nötig, der Leinsamen wertvolles Nahrungsmittel  (Leinöl enthält ungesättigte Fettsäuren,Eiweißstoffe. "Für die Faserröste" benötigte man die "Lacken".
 
Abb. 10: Brechel zur Flachsbearbeitung;
Dorfmuseum Mönchhof, Fotos A. Nowotny 
 
 
Krappbau
 
Der Krapp ist eine dauerhafte Pflanze (Staude) deren Wurzel zum Rotfärben verwendet wird. Man baute ihn im Weinviertel in mäßigen Umfang an, doch konnte die Qualität nicht mit dem Türkischen, Französischen und Ungarischen Krapp mithalten. Aufgrund der nun fabriksmäßigen Herstellung der Farbstoffe erlebte er ab 1875 einen rasanten Preisverfall, der den Anbau alsbald beendete. 
 
 
Viehzucht
 
1932: "Die Viehzucht hat erst in letzter Zeit einige Bedeutung erhalten. Früher mehr für den Hausbedarf eingerichtet, bildet sie jetzt ein bedeutendes Ausfuhrkontingent, was Milch und Fleisch anbelangt, nach Wien. Die Viehzucht erstreckt sich auf Aufzucht von: Rindern, Ziegen, Schweinen, Hühnern, Gänsen und Enten. In füheren Jahren wurden viel Schafe gehalten. Bei den Tieren ist durchwegs der “Landschlag” vorherrschend. Bei den Schweinen überwiegt die “deutsche” Rasse.
Von all den genannten Tieren werden jährlich viele nach Wien verkaufsweise abgegeben.
Die Kuhmilch wird ins landwirtschaftliche Kasino getragen oder zu Butter gerührt. Letzteres geschieht jedoch sehr selten. Das landwirtschaftliche Kasino erhielt im Jahre 1927 eine elektrische Kühlanlage und Wasserpumpen. Dadurch wurde dem Sauerwerden der Milch im Sommer beim Transport nach Wien gegengesteuert. Das Milchgeld, das alle 14 Tage ausbezahlt wird, und als solches eine halbwegs sichere Einnahmequelle des Bauernstandes bildet, ist ein wahrer
Segen derselben in Notzeiten des Standes.[xi]
Im übrigen gehört das Gemeindegebiet der pontischen Flora an. An Vegetationsformen ist die Wiese mit 2,07 % des Gesamtareals vertreten.
Einst wurde von drei Parteien Bienenzucht betrieben. Die Bienen haben hier zu wenig Nahrung. Neustift liegt zu weit von der Au und vom Walde entfernt."[xii]
 
Abb. 11: Frau Olga Weiss und Sohn Rudolf; Foto Franz Weiss 
 
 
Viehhirt – Halter - "Bubulcus"
 
1817 hat Neustift an Viehstand: 43 Pferde, 4 Zugochsen, 110 Rinder, 274 Schafe, 5 Ziegen, 4 Zuchtschweine. [xiii]
1949 An Großvieh werden 57 Pferde und 230 Rinder gehalten.[xiv]
Mit der Viehzucht eng verbunden ist der Viehhirt, der im 19. Jhdt. zum Halter wurde.  Die Viehweide für Neustift befand sich größtenteils in der Flur Altendorf "auf der Woad" und "Stierwiese", die Roßweide nordwestlich des Dorfes auf der "Roßwoad". Solange es die  Dreifelderwirtschaft gab, wurden vornehmlich die Schafe auch auf die jeweiligen Brachfelder zur Weide getrieben.
Der Viehirt holte täglich das Vieh bei den Bauernhäusern ab und trieb es über die "Viehtrifft" auf die Weide.  Während des Tages beaufsichtigte der Hirt das Vieh und abends lieferte er es wieder an den Höfen ab. Die Tiere verließen in der Regel die Herde beim Vorbeiziehen an "ihrem Hof"  selbstständig und gingen in ihren Stall.
Ohne Hausnummer zur Parzelle  lt. Franz.Kataster Nr. 94         Kapelle samt 1/2 Joch Acker in der Ried Altendorf:
"1678  Gmain zue Neustüfft, von einer Aw (Au) das Erlach genandt, ist 8 Joch groß und Weith.
Dient   .           .           .           .           .           .           .           .           13 d
Item Gmain zu Neustüfft empfangt den 24.April 1698 Nuz und Gwöhr umb ½ Joch Ackher in Neustüffter Freyheit neben Stephan Thaill undt der Viechtrifft ligent, welches ihr auf undthänig gehorsambes Anhalten, die Herrschafft Winkhlberg von besagter Vichtrifft umbzureissen verwilligt undt alß einen gmaingrundt noch Ao. 1696 gegeben hat, doch mit dieser Dienstbarkheit, daß sye hiervon Jährlich nebst künfftig gewöhnlich Zehenjähriger Gewöhrrenovirung einen gewissen Dienst raichen soll, nemblichen Georgy           .           12 d
renovata juerra 1673, 1683, 1693, 1703, anietzo im neuen Grundtbuch L f fol 163".
Zu Parzellen lt. Franz.Kataster Nr. 355 und 356:
"eine Au, der Erlach genannt, bei 8 Joch groß, in Neustifter Freyheit – soll ab nun als Viehwaide genossen werden,
altes Grundbuch lit. J. Fol 658,                                          dient 13 Pfenning.
Besitzer Gemeinde Neustift "per Renovationem", - renovirt ao.1823, 1823 -1833 incl, 1834 bis incl. 1844"[xv]
1841   6.Februar zu Winkelberg werden diese 8 Joch Weide und Acker im Erlach, 1/2 Tagwerk Wiese, die Stierwiese genannt, ½  Joch Acker im Haidspitz, ein weiteres ½  Joch Acker allda sowie ¼ Tagwerk Wiese, der Simaden genannt, von Karl Preisinger als Gewährträger der Gemeinde. Neustift neuerlich renoviert. Später hinzugefügt: "EZ 4"[xvi]
In Neustift lebte der Halter im gemeindeeigenen "Halterhaus" Nr. 60, wo auch die Stallungen für den "Gemeindestier" und "Gemeindeeber" waren. Westlich davon lag die "Halterwiese" und der "Halterstadel".
Im 19. Jh., besonders nach der Gründung der Milchgenossenschaft  stellten die Bauern auf Stall-Anbindehaltung um, die Weiden wurden aufgelassen.
Der Halter trat in den Vordergrund. Er schloß in der Regel zu Martini einen Dienstvertrag mit der Gemeinde ab und hatte einen "Saubären" (Eber) zur Bedeckung der Zuchtsauen sowie einen Stier für die  Kühe zu halten. Er war aber auch der "Tierarzt" des Dorfes bei kleineren Problemen mit den Tieren, Helfer bei der Geburt von Kälbern -"Kaiblziehen" und Kastration der Ferkel – Ferkelschneiden". Später, als es keinen Fleischhacker mehr im Dorf gab, besorgte er das Schweineschlachten unter Mithilfe der Bauernfamilie.
Jeder Bauer hatte pro Joch 3 Garben Getreide (nach Gemeinde verschieden) für den Halter ans Ackerende zu legen, die sich der Halter einsammeln durfte. Waren dem Halter die Garben zu klein, so hatte er das Recht, sich diese von den ersten drei "Mandeln" feldeinwärts gegen dort allenfalls vorhandene größere Garben austauschen.
Über die Entlohnung des Halters in Stratzdorf 1926: "Man hatte von der Genossenschaft ein kleines Haus, 2 Joch Grund und längs der Wege Grasstreifen für Futter, für den Stier welcher der Gemeinde
 
Abb. 12: Der letzte Halter von Neustift, Franz Leuthner mit "Kaiblstrick"; Foto: Herta Urban (Grabner)
 
gehörte 1 Joch Wiese. Als Gehalt bekam man für den  Belag  einer Kuh 1 Schilling, 1 Laib Brot und für den Stier ¼ Metzen (= ca. 15 l) Hafer. Für das "Kaibelziehen" (Geburtshilfe )1 Schilling bar. Zur Erntezeit legten die Bauern pro Joch 3 Garben an den Rand des Ackers, welche sich der "Halter" heimführen konnte, damit er für den Stier die nötige Einstreu hatte. Das Körndel gehörte zum Leben. Der Roggen für‘s Brot, Gerste für ein Schwein, der Hafer für den Stier."[xvii]
In Winkl:
 „Aufnahme des Viehhirten unter folgender Bedingung für das Jahr 1933 – 34 vom 11.11. an
  1. Dem Viehhirten wird aufgetragen, seine Arbeit im Viehstande pünktlich und gewissenhaft zu machen.
  2. Ein ruhiges Benehmen gegen jede Partei und weiters über keine Partei in anderen Häusern etwas auszusprechen.
    3. Die Feldwege sind zu entwässern und die größeren Löcher wenn möglich, mit Erde auszufüllen.
  3. Die Felder sind in Aufsicht zu halten und jeder Diebstahl ist beim Bürgermeister anzumelden.
  4. Einen Zuchteber muss sich der Viehhirt selbst beschaffen, wird aber von der Gemeinde bedungen, für schöne Rasse und in gutem Zustand zu halten.
  5. Der Gemeindestier muss, soweit das möglich ist, gut erhalten werden, damit er sprungfähig ist.
  6. Der Viehhirt muss jeden Fleischhauer und Nutzviehkäufer verständigen, wo was feilgeboten wird.
  7. Sollte eine Partei einen tierärztlichen Nachweis bringen, dass durch Verschulden des Viehhirten ein Schaden entsteht, hat er denselben zu leisten.
  8. Der Viehhirt ist verpflichtet, täglich früh zum Gebet, um 11 Uhr und 12 Uhr, das Abendgebet, außerdem an Feiertagen um 9 Uhr und auch bei Versehgängen und Leichen zu läuten.
  9. Der Viehhirt hat die Rinder, wenn es von den Parteien verlangt wird, zum Stier zu treiben.
Dienstbezüge des Viehhirten
  1. Der Viehhirt erhält von der Gemeinde eine Dienstwohnung mit Scheune und Gemüsegarten.
  2. Ferner pro Joch Körnerfrucht 2 entsprechende Garben.
  3. Für jedes Rind, das vom Stier belegt wird, ist ein Viertel Metzen Korn zu entrichten.
  4. Für jedes Schwein, welches vom Zuchteber belegt wird, sind 6 kg Frucht zu entrichten.
  5. Sämtliche Äcker, Wiesen und Grasteile, welche der Viehhirt bis jetzt benützte, werden dem Nachfolger auch so übergeben.
  6. Sollten aber zu schlechte Garben oder zu kleine ausgelegt werden, hat der Viehhirt das Recht, bis zum 3ten Mandl zu gehen, um selbe umzutauschen, womöglich unter Zeugen jeder Partei.
  7. Für Ferkelschneiden pro Stück sind 20 Groschen zu zahlen.“
Über die Bezahlung des Viehhirten wurde später folgendes in den Sitzungsprotokollen festgehalten:
7.1.1953: "Festsetzung der Dienst- und Sachbezüge des Viehhirten:
Der Viehhirt bezieht für seine Dienstleistungen folgende Bezüge:
  1. Aufzählung verschiedener kleinerer Ackerteile mit Bewertung in ÖS..; Weiters:
    m. Von ausgelegten Garben (4000 Stück), ca. 1000 kg Korn, ca. 2.000,-- S
  2. Pro Kuh 12 kg Korn (ca. 100 Stück), 1200 kg = ca. 2.400,-- So. Wohnung: 900,-- S
  3. Dazu kommt das Einkommen, das aus der Haltung des Ebers entsteht, ferner die Leistungen des Viehhalters für diverse Dienstleistungen wie Ferkelschneiden, Kälberziehen usw.“[xviii]
Fallweise stellte die Gemeinde zusätzlich einen Halterknecht ein.
Die Halter in Neustift:
1643   Margaretha, Witwe nach Sebastian MESSER  aus Neustift ∞ Leonhard ENGL, Witwer und Halter aus Königsbrunn.
1655   Christina T.d. Wolfgang und Regina LIECHTENBURGER ∞ Simon, ein Halterknecht, S.d. Thoma und Anna SCHWARTZGRUEBER aus Reichenau.
1685   Catharina, Tochter des Jacob PAUR, Halter zu Neustift stirbt im Alter von 6 Wochen.
 
Haus Nr. 60
1771   STÖKL Mathias, Servus Bulbuci (Halterknecht) in Neustift 60 stirbt 40jährig.
1773   Theresia, Witwe nach Joannes Georg ENGLMANN, "Bubulci" (Viehhirte, Halter) in Neustift ∞  KURZBAUER Adam, Ottenthal. [xix]
"Johann Georg Engelmann starb 1772 mit 62 Jahren, war also etwa 1710 geboren worden. Seine 2. Hochzeit 1755, bei der er als Witwer bezeichnet wird, fand hier statt. Er starb zwar im Halterhaus Nr. 60, aber er hatte das Haus Nr. 18 gekauft, in dem nach seinem Tod seine Witwe Theresia und deren zweiter Ehemann, Adam Kurzbauer, ein Hauer aus Ottenthal, wohnten. Von den 11 Kindern von Johann Georg wird nur Anton Halter. Sohn Florian kauft das Haus Nr. 45 (jetzt Blauensteiner), zwei Kinder heiraten auf Bauernhöfe in Winkl ein, mindestens vier sterben im Kleinkindalter.
Vor 1792 war Paul Pilka Viehhirt in Neustift.
Vor 1799  Lorenz Passecker ist Viehhirt in Neustift 60, Ehwirtin ist Rosalia geb. Gutmann. Er stirbt 1799 mit 31 Jahren.
1804:  Der Vierhirtjunge Andreas Hubner stirbt mit 50 Jahren in Neustift.
1806   In diesem Jahr starb der Viehhirt Anton Engelmann. Er ist 70 Jahre alt geworden.
1811   Joachim Kerstenberger"[xx]
1811   Ernst JOSEPH Viehirt zu Neustift 28 Mariana, T.d. EDER Georg, Viehirten zu Dörfl
1812   Johann Hackl ist Viehhirt in Neustift 34.[xxi]
"1822: Anna Maria, Ehweib des Viehhirten Michael Ernst, stirbt in Neustift mit 78 Jahren.
1826 wird Johann Ronalter als Vater des Lorenz, von Utzenlaa 3 anlässlich von dessen Hochzeit genannt. Er wird 1833 nochmals erwähnt.
1826: Michael Ernst wird als Trauzeuge genannt.
Um 1831/1839: Lorenz Ronalter, Viehhirt in Neustift 61, Gattin Agatha Eckl. Er stirbt 1839 in Neustift 1 mit 40 Jahren an Auszehrung.
Um 1844 Ferdinand Grestenberger, Viehhirt in Neustift 62
1847   der ledige Feldhirtenknecht Johann Hirschberger stirbt mit 32 Jahren in Neustift 3. Er war Landwehrmann beim 2. Bataillon.
Um 1849: Michael Seidl  und Johann Seidl ist Viehhirt in Neustift 61, Gattin Theresia geb. Lang.
Um 1862: Ferdinand Krestenberger ist Viehhirt in Neustift 61.
1877   Der Viehhirt Leopold Schiel stirbt mit 54 Jahren in Neustift 63 ."[xxii]
1880   Leopold, S.d. Joseph und Katharina GERNER Neustift 59 ∞ Katharina aus Kirchberg 41, T.d. Viehirten Leopold und Katharina SCHIEL aus Winkl.
1906   EDER Karl, Viehirt in Neustift 60, S.d. Franz EDER, Viehhirt in Mitterstockstall, und Josefa, geb. REISINGER ∞ Agnes, T.d. Anton und Josefa UHL, geb. LUTZMAYER aus Neustift 29.[xxiii]
1931  Das Grundstück hinter der Scheune des Viehirten Heinrich KIRSCHBAUM wurde auf Gemeinderatsbeschluß als Schulgarten eingerichtet. Im April 1932 wurde ein Schlagbrunnen gesetzt und das Grundstück eingezäunt. Der Viehhirte wurde durch ein anderes Grundstück entschädigt.[xxiv]
"In der 1. Hälfte des 20. Jh. Ist Franz Michtner aus Rupperstahl Viehhirt in Neustift 60. Er stirbt 1944." Danach Josef Hahn und 1946: Franz Leuthner." [xxv]
 
 
Milchmeier
 
In Wien gab es gegen Ende des 19. Jh. nach der Eingemeindung der Vororte mehr als 700 Milchmeier.  Dies waren Abmelkbetriebe, die Kühe bei Viehhändlern kauften, welche letztere aus den Alpenländern heranbrachten. Die Kühe fütterte man u.a. mit der "Schlempe" aus den Brauereien und Spiritusbrennereien. Wenn die Milchleistung der Kuh nicht mehr rentabel war, verkaufte der Milchmeier diese an einen Fleischhauer weiter. Manche Milchmeiereien schenkten die Milch auch in Gastgärten aus. Nach dem 2. Weltkrieg kam den Milchmeiern eine wichtige Aufgabe zu, nämlich die Versorgung der Wiener Kinder mit Milch.[xxvi] Die Wiener Michmeier bildeten 1885 eine Genossenschaft, die sich gegen die "privilegierten" Molkereien in Wien und bäuerliche Milcherzeugung auf dem "flachen Land" wandte, die Steuerfreiheit genossen und in Wien zur Konkurrenz wurden.[xxvii]
Haus Nr. 2
1875   † Karl, Sohn d. Ignaz RESCH, "Milchmeier" zu Wien
Haus Nr. 11
1895   Franz Tampermeier aus Wien 15. Reindorf, S.d. "Milchmeiers" Lorenz TAMPERMEIER und Gattin Katharina, geb. BRUNNER ∞ Anna, T.d. Johann und Anna WEISS aus Neustift 11[xxviii] 
 
 
Gasthäuser und deren Betreiber "Gastgeb", "Hospitum" oder "Cauponis"
 
Die Gasthäuser waren einerseits die Versammlungsstätten der männlichen Ortsbewohner, meist Sonntags, wo man Neuigkeiten erfahren konnte. Durch die Lage and der "Landstraß" kamen andererseits auch immer wieder Reisende durch, die einkehrten oder ein Nachtquartier suchten. Um 1900 gab es im Dorf Neustift mindestens drei  Gasthäuser. Bis zur Bauernbefreiung waren  zwei  davon  "Herrschaftsgasthäuser". Eines besaß die Herrschaft Winkelberg und eines die Herrschaft Oberstockstall. Durch den Bau der Eisenbahn versiegte dann der Strom der Reisenden auf der Straße.
1635   Die frühest genannten Gastgeb in Neustift, Elias REICHERSTORFFER (Haus Nr. 43?) und Philip PALL (PAILL), werden in den Kirchberger Pfarrmatriken genannt. Letzter sicher auf Haus Nr. 8, da Winkelbergischer Untertan.[xxix]
1653        Tom 3-02, S. 3 "den 24. October Caspar, S.d. Joachim RANTZINGERS, Fuhrmanns zu Wien gewester Fuhrknecht welcher sich bey Eliaßen RAICHERSTORFFER Gastgeb in der Neustifft zu Tod gefallen"
1653   Tom 2-02       Hannß WIßER, Grafenggerischer Untertan und Müller zu Winkl ∞  Judith, T.d. "Ehrsamen Elias und Eva REICHESTORFFER, Gastgeb in der Neustifft"           
1663   Tom 2-02       "Aprilis 3.: Copulavit Joannem PETRUM Equitem Nob: Couras: Reg: 3 fil. leg. Georgy PETRI, Gastgeb: zu Böhmischen Crumaw et ux: eij. Susanna fil.leg: Cum Sponsa Susanna Elia REICHERSTORFFERs gewesten Würth zu Neüstift Seel: et  ux: eij Eva fil: leg;" 
Übersetzung: Getraut werden Joannes PETRI Edler (Adeliger) Ritter des Kürassier Regimentes 3,  legitimer (ehelicher) Sohn des Georg PETRI, Gastgebers zu Böhmisch Krumau und  Susanna seiner Ehefrau. Braut: Susanna, Elias REICHERSTORFFERS, gewesten Wirts zu Neustift seelig und seiner Ehefrau Eva legitime (eheliche) Tochter
1666   Tom 2-02      Mathias, des Elias REICHENSTORFFER gewester Gastgeb von Neustift seelig und Ehefrau Rosina ehel. Sohn ∞  "Anna weilandt des Ehrnwerten Herrn Nicolai MONTAG, der Teiffenbacherischen Herrschaft zu Tierholz (Dürrnholz, Drnholec bei Nikolsburg) gewösten Rendtschreiber seel. Ehelich hinderlassene Wittib"
Trauzeugen: "Stephan Mört Bürgermaister zu Nicolspurg, Jacob Menig Ratsbürger zu Kirchberg, Thoma Muester zu Nicolspurg Johann Garmayr ibidem"
1677, 1680    Tom 2-03  "Moritz Strobel, Gastgeb an der Neustifft" als Trauzeuge genannt
1671   Tom 2-02       Geörg HALBMAYR Witwer und Gastgeb in Neustift ∞ Justina, "des Ehrnwerten undt fühnehmben Herrn Bartholomej MÜLLNER, Burger und Handlsmann in Kirchberg noch in Leben und Sabina seine Haußwürthin seelig eheleibliche Tochter"
1720 heiratet Franz Adam, Sohn des Gastgebers Johann Georg PRANDT und Gattin Maria die Maria Anna, Tochter des  Johann Adam SETH, Marktrichter von Spitz und Gattin Anna Maria[xxx]
Nicht bekannt ist, auf welchem Haus Johann Georg Prandt Gastgeb war. Wir finden Franz Adam PRANDT 1746 auf Haus Nr. 52.
 
Haus Nr. 8
war  ein  Gasthaus mit Fremdenzimmern (Gastgeb). Es war das Herrschaftsgasthaus  der Herrschaft Winkelberg.
"Neustift, der zweite Ort, der unmittelbar zur Herrschaft (Winkelberg, neben Mitterstockstall) gehörte, war ein Dorf, gelegen an der Straße nach Wien. Hier stand ein Wirtshaus, zu dem 23 Joch Acker und ein Tagwerk Wiesen gehörten. Im Gasthaus durfte nur Wein aus den jesuitischen Weingärten verkauft werden und dem jeweiligen Pächter war es bei 30 Dukaten Strafe verboten, Wein anderswoher zu beziehen."[xxxi]
Das Gasthaus dürfte zwischen 1644 1645 von Phlipp Päll und seiner Gattin Susanna, nachdem es öd gefallen war, wiedererrichtet worden sein:
"1604 / 1642 Niclas Rohrbach, Brigitta Uxor, sind an Nuz und Gwöhr khomen, umb ain Halbs Lehen, darein gehören 15 ½ Joch Ackher, dient .           .           .           .           .           4 ß        2 d
1654 17 Marty ipsomet  fatente habet
25 iugura agros et 1 dagwerkh Wisen und ein halbs joch Korn in Zentes?
xr debet iugeri servitium minines 1 f        15                   Dienst                                               1 f        15 xr
ca 1644         Philipp Päll, Susanna                   ödt
  1. 1651 Jacobus Gözinger, Anna"
Philipp Päll und Susanna ux  entrichten offenbar  von 1645 bis 1648, da das Haus öd gefallen war (Brand?, Einwirkungen des 30jährigen Krieges?) keinen Michaeli-Dienst.[xxxii]
"1604 / 1642 Phillip Päll, Susanna Uxor empfangen Nuz und Gwöhr umb ain Gasthauß, darein gehören 23 Joch Ackher, dient         .           .           .           .           .           .           .           4 ß      26 d
nos hbmy è taberna eminy 1645"
(= wir haben ein Gasthaus aufgebaut)
Dienst entrichtet bis 1644[xxxiii]
"1736: Mathias Schober, Clara uxor
Emfangen zugleich Nuz und Gwöhr, umb aine Behausung, oder Wührtshauß, zu Neustüfft, zwischen Leopold Staudinger Grafeneggerischer, und Mathias Kolmb Wünklbergerischer Unterthann, beiden Behausungen gelegen, darzue gehören 23¼ Joch Acker, und 1 Tagwerch Wüsen"[xxxiv]
Die "Gastgeb" (Wirte):
1736  SCHOBER Mathias und Clara, geb. Heyss aus Mallon Uxor
1740   HEISS Johann und Eva Maria uxor
1740   STÖGER Johann Michael und Barbara ux
1791   EXINGER Johann († 1801) und Josepha uxor
1801   FRANZ Ernst und Josepha uxor
1807   FRIEDL Joseph v Neustift
1807   FRIEDL Michael
1811   DUNKL Michel  und Anna Maria, geb. Kallhauser, uxor († 1841) beide aus Hohenwarth
1843   DUNKL Michael, Katharina ux
1851   GRILL Michael und Katharina, geb. Weigl († 1857)
1857   GRILL Michael und Gattin Klara, geb. Scharinger († 1858)
1872   PERTILLER Josef und dessen Braut Grill Josefa (ab 1873 Pertiller)
1874   SCHACHINGER Josef, Gastwirt zu Neustift, "Gasthaus zum weissen Lamm" und Pertiller Josefa
1906   BERTILLER Franz und Maria, geb. Wagner
1911   BERTILLER Maria zur Gänze
1913  BERTHILLER Josef und Maria 
In Diversen Urkunden werden genannt:
1751   Rusticalfassion d. Hft. Winkelberg             "HEISS Thomas 21 xr 2d 2 Hendl 15 xr Geld, 10 Ayr"
1851   kauften Michael GRILL Michael und seine  Braut Kathaina WEIGL das Gasthaus um 3990 Gulden.
 
Abb. 13: Um 1900- viertes Haus von links: Herrschaftlich Winkelbergisches Wirtshaus mit Fremdenzimmern im Oberstock.
 Links vorne: Lebensmittelhandlung Michael Walzer;
Ausschnitt aus Ansichtskarte Verlag Walzer, Sammlung Eder
 
Pfarrmatriken Kirchberg[xxxv]
1730   Mathias SCHOBER, Witwer aus Sachsendorf ∞  HEISS Clara aus Mallon
1776   WEISS Eva, Witwe Inwohnerin Neustift 8, † 66jährig
1788   † Theresia, des Philipp DANGL, Inwohners Ehewirtin, geb. RASCHBACHER
1790   als Trauzeuge STÖGER Michael, Wirth zu Neustift
1801   EXINGER Josepha, Witwe ∞  ERNST Franz aus Kleinwiesendorf
1835   16. März: "Ein ganz fremder Bettler, ca. 60 Jahre alt, der nur Nachtherberge nahm, wurde frühmorgens tot gefunden, Todesursache wahrscheinlich Lungensucht"
1851   Johann, Sohn d. Michael und Anna Maria DUNKL ∞  Anna Maria, geb. HACHTNER, Witwe nach dem Gastwirt Michael LANG, Kirchberg 6
1857   GRILL Michael, Witwer und Gastwirt ∞  SCHARINGER Clara aus Niederrußbach
1858   GRILL Michael, Witwer und Gastwirt ∞  SCHAUPP Anna aus Ottenthal 6
1873   Josepha, Witwe nach Joseph BERTHILLER, geb. GRILL ∞  1873 Joseph SCHACHINGER Gastwirt zu Neustift, S.d. Anton und Elisabeth SCHACHINGER, Dörfl 12
1908   SCHIEGL Franz, Tischlermeister, Neustift Nr. 8 ∞ GAFOZ Maria aus Winkl 53
1912   Josef, Sohn d. Franz und Maria BERTHILLER ∞  SCHUSTER Maria, Neustift 43
Pfarrmatriken Grafenwörth
1791   Josepha, Tochter d. Michael STÖGER u. Barbara, geb. WEISS  ∞  EXINGER Johann.
Gemäß mündlicher Überlieferung von Frau Hedwig Gerner wurde das Gasthaus vor dem 1. Weltkrieg aufgelassen.
 
Das Haus Nr. 43  war das Herrschaftswirtshaus  des Passauer Domkapitels Oberstockstall:
Das Grundbuch dieser Herrschaft beschreibt das Haus im Jahre 1726:
"Ein behaustes Guett unnd Würteshaus zu Neustifft neben nachfolgenden Anrhainern (Jacob Hoff und Johannes Khienpöckh) gibt jährlichen Grunddienst umb Michaeli .     .  " 5 ß: -
1768   Im Grundbuch der Herrschaft Grafenegg über Winkl, fol 427 (1768) ist zu lesen:
"Von einem orthwonhauß so ain Behausung in der Neustift, so das Würthshaus und unter die Passau Dom=Capitl. Herrschafft ober:Stockhstall gehörig ist, Ao. 1673 renovittieret worden."
1855   Grundbuch Neustift:
"Zu Folge Erlasses der hohen KK Statthalterei vom 27.Mai 1855 Zl. 18718 ist die radicierte Eigenschaft des auf diesem Hause ausgeübten Wirthsgewerbes anerkannt worden. Angemerkt unt. Bescheid vom 7. eingetragen 15.September 1855 Zl. 3610 jud..
Die Wirte:
1726   MAYR Johannes von der Neustüfft, Maria Regina uxor
1733   obg. MAYR Johannes Mayr und Anna Maria, verwitwete  SUMESBERGER, geb ERDL, ux
1739   GRAF Johann Paul und Maria Anna, geb. ROCH, ux *)
1759   PERWEIN Joseph und obg. Maria Anna ux
1764   PERWEIN Joseph, Wittiber zur Gänze
...         REICHL Franz , Barbara ux
...         KRACHER  Franz,Theresia ux
1771   KRACHER Franz, Maria Anna ux
1773   LECHNER Leopold*) und Maria Anna, geb KRACH
1778   HAINZL Carl und Catharina, geb. DANZER
1818   HAINZL Joseph und PASCHINGER Theresia, dessen Braut
1849   BLAUENSTEINER Michael (aus Mallon) [xxxvi]
1856   BLAUENSTEINER Michael u. Magdalena, geb. KLONER  
1874   BLAUENSTEINER Magdalena
1874   WAGENSONNER Anton und obg. Magdalena († 1888)
1888   obg. WAGENSONNER Anton und Maria, geb. ZAUNER († 1896)
1896   obg. WAGENSONNER Anton
1896   obg. WAGENSONNER Anton und Katharina, geb. ZAUNER
1920   WAGENSONNER Katharina
1923   WAGENSONNER Josef und Theresia
1923   WAGENSONNER Josef [xxxvii]
1969   WAGENSONNER Anton sen. und Josefa
Im Grund- und Hausdienstbuch zu Georgi D der Herrschaft Winkelberg scheint als Besitzer von "¾ Joch Weingarten im Badhaus in Kirchberg Leopold LEHNER, Dom Capitlischer Unterthann und Würth zu Neustift und Anna Maria uxor" auf.
 
Abb. 14: Haus Nr. 43, 44 und Kirche vor 1860; Ansichtskarte Verlag Walzer  - Sammlung Eder
 
Pfarrmatriken:[xxxviii]
1633   Catharina, T.d. Bartholomae und Susanna NÜRNBERGER ∞  Jonas, S.d. Thoma und Maria PÖTTINGER aus Kirchberg; Trauzeugen sind die Kirchberger Bürger Wolff SCHEER ein Lebzelter, Georgius SEIBOLD ein Färber, Leonhard FREY ein Pistor (später Markrichter) und Caspar BEER aus Mitterstockstall
1655   MAIR Anastasius, ein Badjunker aus Schwäbisch Hall ∞  Elisabeth, Witwe nach dem "Badnarius" (Bader) Matthias SEEHAUBER aus Kirchberg Trauzeugen sind Bürger aus Kirchberg: die Handelsmänner Joes de Luca und Ambrosius BEER, der Sattlermeister Caspar WERNER und der Hofwirt zu Oberstockstall Christoph SCHILLING.
1650   Andere MAYR aus Neustift als Trauzeuge genannt;
1652   Wolff MAYR aus Neustift als Trauzeuge genannt;
1657   Wolff  und Georg MAYR aus Neustift als Trauzeugen genannt;
1658   MAYR Georg, Witwer von Neustift ∞  NÜRNBERGER Maria aus Kirchberg
1666   MAYR Anastasius, "Viduum et Hospitum" Witwer und Gastgeber aus Neustift ∞  Susanna, Witwe nach Hannß HUNGER (UNGER?) aus Neustift
Magdalena, T.d. Andre und Magdalena MAYR aus Neustift ∞  Matthiaß LEUTGÖB, Witwer aus  Unterstockstall
 
Abb. 15: Historische Ausschank und Schild des Gasthauses Wagensonner im Oskar Mann - Heimatmuseum Absdorf; Foto: A. Nowotny
 
1671   MAYR Maria, geb. Nürnberger, Witwe nach Georg MAYR aus Neustift ∞  Simon, S.d. Georg und Elisabeth SELBENHERR aus Neustift
1697   Maria, Witwe nach Simon SELBENHERR aus Neustift ∞  Urban MAYRHOFFER aus Neustift, S.d. Pauli und Maria MAYRHOFFER aus Winkl
1675   SELBENHERR Simon, Witwer aus Neustift 43? ∞  FISCHER Maria aus Neustift abstämmig aus Pfaffendorf
1675   Susanna, T.d. Hannß und Maria MAYR aus Neustift ∞  Bartholomeus, S.d. Andreas und Helena MAYR aus Neustift 2 od. 3
1686   Margaretha, Witwe nach Georg MAYER aus Neustift ∞  Thomas NIERNBERGER, Witwer aus Dörfl
1766   KRACHER Johannis, ehelicher S. d. Anthoni KRACHER von Graiffenstain und dessen Gattin Anna Maria ∞ Maria Theresia, Tochter des Thoma ECKER aus Triebensee
1773  Leopold, S.d."senatoris zu Thürnstain" Josephi LECHNER und dessen Ehefrau Joanna ∞ Maria Anna, T.d. "Cauponis" (=Gastwirt) Joanis KRACH
1778   Carolus, S.d. Petri und Catharina HAINZL aus Mallon ∞ Catharina, T.d. Thoma und Catharina DANZER aus Engabrunn
1779   Clara, T.d. Textoris (ein Weber) in Neustift 57, Josephi  und Anna Maria SCHEIRINGER ∞ Mathias, S.d. Textoris Josephi und Theresia KAINZ aus Strass- ein Trauzeuge u.a.: Carolus HAINZL "Caupo" (Gastwirt, Krämer) in Neustift 43
1855   Michael BLAUENSTEINER, behauster Gastwirt in Neustift 43, S.d. Michael  BLAUENSTEINER und Gattin Magdalena, geb. ZIMMERMANN ∞ Magdalena, T.d. Karl und Magdalena KLONER aus Gösing 5
1874   Anton, S.d. Anton WAGENSONNER und Gattin Theresia, geb. THIERY aus Seebarn 25 ∞ Magdalena, geb. KLONER, Witwe nach Michael BLAUENSTEINER aus Neustift 43
1921   Anton, angehender Gastwirt, S.d. Gastwirtes Anton und Maria WAGENSONNER aus Jetsdorf 13 ∞ Franziska, T.d. Johann und Franziska WEISS aus Neustift 51
1923   Josef, S.d. Anton und Katharina WAGENSONNER aus Neustift 43 ∞ Theresia, T.d. Franz und Theresia Bierbaumer aus Neustift 36
1903   Schulfest: "Über Anregung des Schulleiters A. Hirsch beschloß der Ortsschulrat, in diesem Schuljahre ein jedermann gegen Entree zugängliches Schulfest im Gasthofe des Herrn Anton Wagensonner abzuhalten. Das Fest wurde auch am 28.6.1903 unter liebeswürdiger Mitwirkung des Kirchberger Musikvereines abgehalten und nahm einen glänzenden Verlauf.
1904 Kinderfest: Am 29. Juli d. J.  fand im Gasthofe des Herrn Franz Walzer in Neustift ein Kinderfest statt, welches über Anregung des Schulleiters Adalbert Hirsch vom hiesigen Ortsschulrate unter Mitwirkung der Herren Lehrer von Kirchberg, Altenwörth, Winkl, Bierbaum, Utzenlaa und Kollersdorf, der Herrn Beamten Pimmer u. Roskopf, sowie der Herren Zehetner (Winkl), Laiminger (Kirchberg) u. Fischer (Gigging) veranstaltet wurde.
Unter den Anwesenden (etwa 600 Personen) bemerkte man Herrn Sparkassendirektor Roskopf aus Kirchberg, die Herren Franz Frank aus Altenwörth und Anton van der Bom aus Kirchberg, H. Med. Dr. Jarosch, Förster Lang u.v.a..
Zum Vortrag kamen: als Ouvertüre “Eine Alpenblume”, darauf folgten mit Orchesterbegleitung “Blaue Luft”, der zweistimmige Rondochor mit Orchesterbegleitung “Morgendämmerung”, Deklamationen von dem 11jährigen Schüler Hirsch “Der Glockenguß von Breslau” und von der Schülerin Stubaum “Der Löwe von Florenz”, sodann das zweistimmige Lieder-spiel mit Orchesterbegleitung “Die Jahreszeiten”; den Frühling gab die Schülerin Herzog, den Sommer Rosa Walzer, den Herbst Anna Ritzinger und den Winter Franz Weiß. Daruf folgte der Schwank “Der Springerwirt” mit folgender Besetzung: Schüler Walzer (Wirt), Schüler Löschl (Handwerksbursch), die Schüler Bierbaumer, Walzer, Uhl, Baum, Schörgmeier, Wagensonner (Gäste); weiters wurde vorgetragen das “Lied von der Donau”. Das Streichorchester exekutierte “Über den Wellen”, woran sich “Gute Nacht” (Sopransolo der Schülerin Weiß) mit Orchesterbegleitung anreihte. Mit einer Schluß-Deklamation seitens des Schülers Walzer und einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, sowie mit dem Absingen der Volkshymne fand das Kinderfest seinen Abschluß.
Auch des um das Arrangement hochverdienten, bewährten Schulfreundes, Herrn Michael Walzer, Herrenkleidermacher von Neustift, sei an dieser Stelle in anerkenneswerter Weise gedankt.
1919 Schadenfeuer:         Am 1.9., 1 Uhr früh, brannte die Scheune der Frau Katharina Wagensonner, Neustift i. F.  No. 43, wieder. Am Brandplatze erschienen die Feuerwachen Neustift, Winkl, Altenwörth, Kollersdorf und Engelmannsbrunn.
1920 Jubiläumsfeier:        Am 30.9.1920 wurde in der Gemeinde Neustift i. Felde das 25jähr. Dienstjubiläum des Schulleiters A, Hirsch festlich begangen. ...
Ein flottes Tanzkränzchen im Saale der Frau Wagensonner schloß die schöne Feier.
1921 Glockenweihe: Es wurde im Saale der Frau Wagensonner flott getanzt.
1921 Kriegerdenkmal: ....Nach der Kranzniederlegung und Defilierung Einmarsch in den Gasthof der Frau Wagensonner. Dort nachmittags Konzert, abends Tanz."
1928   Weihnachtsaufführung:   "In Hr. Wagensonners Gasthaus im beschränkten Saale gaben die Schulkinder am 18. u. 26. Dezember eine Weihnachtsaufführung. Selbe wurde hauptsächlich vom Dorfe besucht u. zeitigte ein Reinerträgnis von 132 S.. 32 S. wurden zur Ergänzung der Kinderbücherei verwendet."[xxxix]
Die Ausschank des Gasthauses ist im Heimatmuseum Absdorf ausgestellt.
 
 
Haus Nr. 46:  Im Jahre 1880 kaufte Franz Walzer (zu dieser Zeit Knecht in Altenwörth, später Geschäftsführer der "Brandschaden- Vieh- und Pferdeversicherung" und ab 1891 bis 1900 Bürgrmeister von Neustift, das Haus Nr. 46 und begann dort einen Obst-und Erdäpfelhandel. Danach eröffnete er eine Gemischtwarenhandlung und ein Gasthaus. Das Gasthaus wurde hier bis zum Jahre 1921 betrieben danach bekam die Gasthauskonzession sein Sohn Leopold, führte es bis zum Jahre 1966 auf Haus Nr. 56 weiter.
 
Abb. 16: Gasthaus und Lebensmittelhandel Franz Walzer auf Haus Nr. 46 vor dem 1. Weltkrieg;  
Ansichtskarte Verlag Walzer- Sammlung Herbert Eder
 
Abb. 17: Im Hof des Gasthauses Franz Walzer Neustift 46; Foto Margarethe Walzer
von links: Schmit Michael, Schmiedmeister Neustift 41,  Riegler Franz, Bäckermeister Neustift 34, Walzer Leopold; Sohn des Gastwirtes und Lebensmittelhändlers Franz Walzer, Köpf Karl, Bäckermeister in Altenwörth, Walzer Alois, Bruder von Leopold, später Greißler und Landwirt in Neustift 46, Uhl Leopold, Wagnermeister in Neustift 29.
 
Haus Nr. 56:
Leopld Walzer hat dann das Gasthaus zwar  nicht seinem Sohn Franz und Schwiegertochter Margarethe übergeben, die beiden führten es aber de facto bis 1966 weiter.
"Am 2. November 1920 wurde im Gasthause des Hr. Franz Walzer der “Sängerbund Neustift im Felde” gegründet.Am 27.6., 30.6. und 4.7.1926 wurde ein Kinderfest bei Herrn Walzers Gasthaus aufgeführt."
Seit 1929 war hier die öffentliche Fernsprechstelle:
"Im Herbste 1929 wurden Verhandlungen mit der Postdirektion in Wien gepflogen zwecks Errichtung einer (öffentlichen) Fernsprechstelle. Das bereits gezahlte Geld wurde, um eine Umlage zu vermeiden so aufgebracht, daß ein jeder Nutznießer von Gemeindegründen pro Teil 5 Schilling zu bezahlen habe. Darüber gabs natürlich Sturm. Selbstredend hatte die Erbauung der Waschküche (in der Schule) daran Schuld, denn hätte man die nicht erbaut, hätte man das Geld für die Fernsprechstelle. Waschküche und Fernsprechstelle bildeten die Schlagworte bei dem darauffolgenden Gemeinderatswahlkampfe."[xl]
 
Abb. 18: Vor Leopold Walzers Gasthaus in Neustift Nr. 56 - Radfahrer "Altenwörther auf dem Weg zum Faschingsmarkt in Kirchberg" 1929; Foto: Walzer Margarethe
von links: .......unbek., Scharf Karl, Hametner Anton, Gartner Josef, Wasserburger Franz, Walzer Leopold,vor ihm Walzer Franz, Hahn Josef, Walzer Anna, Wagensonner Katharina, Trozka Hans, Mayer Emmerich, Hund Barry.
 
Franz und Margarethe Walzer betreuten auch den Kirtag, Frau Margarethe Walzer erzählt:
"Der Kirtag im Jahre 1953 wurde ein voller Erfolg, sodass sogar das Fleisch ausgegangen ist. Danach wurden für den Kirtag im Jahre 1954 2 Schweine geschlachtet. Leider gab es zu Pfingsten 1954 ein übles Gewitter mit extremen Niederschlag und die Tanzbühne schwamm im Hof davon. Die Gäste nahmen Reißaus und kamen nicht wieder. Wir blieben auf den vorbereiteten Speisen sitzen. Es war eine Pleite. Die Kirtage wurden später beim Hause Pfaller und auf dem Rübenplatz in der alten Schottergrube abgehalten".
Seit 1980 wird nun anstatt des Kirtags zu Pfingsten der Feuerwehrheurige Ende August veranstaltet. Dieser fand zuerst in der alten Schule und ab ...  beim Feuerwehrhaus in Festzelten statt. Er ist in der Umgegend sehr beliebt und die Besucherzahl nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Im Gasthaus Walzer gab es den ersten öffentlich zugänglichen Fernsehapparat in Neustift und Abends kamen oft viele Leute, dem Programm zu folgen, bis dann letztlich fast jeder Haushalt seinen eigenen Fernseher hatte. Auch die Kinder folgten dem Kinderprogramm.
 
Abb. 19: In Leopold Walzers Wirtsstube in Neustift Nr. 56 mit Stammgästen im Jahre 1935;
Foto: Margarethe Walzer
von links,vorne: Baum Johann, Landwirt Neustift Nr. 58; Walzer Leopod, Landwirt, Gastwirt u. "Hausherr", 1938 – 1945 Bürgermeister; Schmit Michael, Huf- u.Wagenschmied Neustift Nr. 41; Berthiller Josef, Landwirt in Neustift Nr. 8, v. 1922 – 1938 Bürgermeister; Weidinger Anton, Landwirt in Neustift Nr. 2, Obmann der Milchgenossenschaft; Hochreiter Johann, Landwirt in Neustift Nr. 18; Gartner Georg, Schmiedemeister in Altenwörth;
hinten: Zehetner Johann Landwirt Neustift Nr. 7, von 1912 – 1918 Bürgermeister; Wasserburger Franz, Fassbindermeister in Neustift Nr. 14; Ott Ignaz, Landwirt in Neustift Nr. 17; Schörgmeier Johann, Neustift Nr. 48, Straßenwärter; Eder Josef (verdeckt), Landwirt in Neustift Nr. 9; Schuster Josef, Landwirt in Neustift Nr. 62, 25 Jahre lang Feuerwehrhauptmann.
 
 
Haus Nr. 61 (davor 32 a):
1751   ist in der "Theresianischen Rusticalfassion der Herrschaft Winkelberg",  fol. 386 eingetragen::
"Johann WEISS Würth, Zinszimmer      .           1 f 12 30x Henne 20 Ayr Zins 1 f 7 d;
Äcker: ....Summa 24 ¼ Joch. -Zins Robath jährl. 35 Täg, zalt ein ganzes Haus"
1787 Grunderträgnis- oder Josephinische Fassion:
"Haus Nr. 32 a:         WEISS Johann, ein "Geywirth", das war ein Wein- und Biergroßhändler, der das Bier  mit dem Fuhrwerk in der Brauerei abholte zu den Gastwirten in einem bestimmten Gebiet ("Gey") auslieferte, nebenbei auch Feldbau betrieb.
1823 im Franz. Kat. Parz.Prot.: "Haus Nr. 61 WEISZ Michel"; von Gasthaus ist nichts mehr zu lesen.
Traditionell hielt ein Nachfahre, Franz Weiss sen. noch immer seine Rösser hoch und war stolz darauf, ein geziertes und gepflegtes Gespann zu haben. Er fuhr bei Hochzeiten und Leichenbegängnissen. Das Pferdegeschirr ist im Heimatmuseum Absdorf ausgestellt.
 
 
Abb. 20: Pferdegeschirr des Franz Weiss im Oskar Mann – Heimatmuseum Absdorf;
Foto A. Nowotny
 
 
Abb. 21:  Haus Nr. 61 im Jahre 1960.
Die Wirtsstube, die mit einer schönen Tramdecke ausgestattet war, befand sich hinter den 2 linken Fenstern. 
Foto Andreas Nowotny
 
Abb. 22: Frau Bernhard 1954 vor  dem Gasthaus Bernhard - Namensbeschreibung siehe Häuserchronik Haus Nr. 72;
Foto Maria Uhl
 
Haus Nr. 71 und 79 Bahnhofsgasthaus Bernhard:
1902   Bernhard Josef und Theresia
1919   Bernhard Josef und Anna
1931   Bernhard Josef I
1932   Bernhard Josef I und Maria
1958   Bernhard Josef II. und Mutter Maria
1960   Bernhard Josef II. und  Gattin Margaretha
            Bernhard Josef III. 
Er betrieb das Gasthaus  bis Ende 2015. Ein Jahr später demolierte man das Haus. 
 
 
Lebensmittelhandel "Greißler"
Haus Nr. 5  Walzer Michael, Haus Nr. 44  Walzer Ernst.
 
Abb. 23: Lebensmittelhandlung Walzer Michael auf Haus Nr. 5 um 1930; Ansichtskarte Verlag Walzer, Foto A. Nowotny
 
Die Familie Michael Walzer betrieb auf Haus Nr. 5 bis etwa 1960 ein Lebensmittelgeschäft.
Der Sohn, Hr Ernst Walzer übernahm das Gechäftt und eröffnete es ab ca. 1960 auf Haus Nr. 44 neu.
Hr. Ernst Walzer eröffnete bald darauf auch eine Dieseltankstelle und war geprüfter Waagmeister für die Brückenwaage. Gattin Friederike war bis zur Gemeindezusammenlegung 1968 Gemeindesekre-tärin der Gemeinde Neustift.
 
Vermutlich eröffneten im Jahre 1864        Ignatz STÖGER, ein Fleischergeselle aus Mühlbach  und dessen Gattin Maria, geb.  BROCK aus Gigging (Kauf )  das Geschäft. Deren Sohn Johann STÖGER, wurde 1933 zum Kommerzialrat ernannt (ÖstA/AdR HbbBuT MV f HuV Präs Auszeich. An Stöger Johann, Zl. 17772 1933).
1866  HUNDSKARRER Ferdinand u. Elisabeth, geb. ÜBERACKER
1876   Kauf    WALZER Josef und Amalia, geb HUNDSKARRER
1885   WALZER Josef zur Gänze
1885   WALZER Josef und Josefa, geb. GRAUSENBURGER,
1926   WALZER Michael zur Gänze
1927   WALZER Michael und Maria, geb. KEMETNER,  
  1. 1960 WALZER Ernst
 
 
Haus Nr. 46 – Walzer Franz; - Alois , - Leopold;
Auf diesem Haus gab es außer einem Gasthaus ab 1880 (Walzer Franz) auch eine  Lebensmittelhandlung.
1880   WALZER Franz und Anna, geb. BEKERTHY
1899   WALZER Franz
1921 übernahm Sohn Leopold die Gasthauskonzession und führte das Gasthaus auf Haus Nr. 56 weiter.
Sohn Alois, der auf Haus Nr. 46 verblieb, übernahm die Lebensmittelhandlung:
1924   WALZER Alois
1924   WALZER Alois und Anna, geb. SCHAUPP
1963   WALZER Leopold und Hedwig, geb. SCHABL.
Am 1. Jänner 2015 wurde die Lebensmittelhandlung geschlossen. Seither gibt es im  Ort kein Geschäft mehr. Die Fa. Blauensteiner aus Kirchberg kommt an bestimmten Tagen vormittags mit einen Kleinbus,  und bringt Lebensmittel in den Ort, die nächste Lebensmittelhandlung befindet sich zwar in der KG Neustift, jedoch im Ortsteil Kirchberg jenseits der Bahn (Penny-Markt).
 
 
Abb. 24: Lebensmittelhandlung Walzer; Foto: Hedwig Walzer 
 
 
Fleischhauer, Fleischhacker, "lanio"
 
Für die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch- bzw Fleisch-und Wurstwaren war der "Fleischhacker" zuständig. Oft war die Fleischhauerei mit einem Gasthaus verbunden. Da die Bauern aber meist eine Hausschlachtung machten, dürfte der Fleischhacker auch von Haus zu Haus gegangen sein um dort diese durchzuführen, wie das ja noch bis in die 80er Jahre des vorigen Jhdt. geschah. Da es in Neustift zu dieser Zeit keinen Fleischhauer mehr gab, machte dies der "Halter", Herr Franz Leuthner.
Fleischer in Neustift:
In früheren Zeiten gab es auf dem Haus Nr. 46, wie aus den Pfarrmatriken[xli] zu ersehen ist, auch  Fleischhacker und Schuhmacher:
1635   MALDNER Hannß aus Betzenstein (in Franken?) ∞ Kunigundt, Witwe nach dem "Fleischhacker" Matthias OBERNDORFER aus Neustift; ein Trauzeuge ist Martin OBRITZHAUSER, Fleischhacker in Kirchberg
1654   24.2.†  Maria, uxor Johannis MALTER, Fleischhackers in Neustift
1655   MALTER Joannes, "Viduus & Lanio" (Witwer und Fleischhauer) aus Neustift 46 ? ∞ Barbara, T.d. Christoph und Barbara Fellner aus Kollersdorf
1672   Malter Barbara, Witwe aus Neustift ∞   Michael, S.d. Daniel und Catharina Benedict
 
Abb. 25: Fleischhauerei (Foto Andreas Nowotny - Dorfmuseum Mönchhof)
 
Haus Nr. 2
1681   Maria, T.d. Veith und Elisabeth OBERMAYR ∞ Ferdinand KLUPP, ein Fleischhacker, S.d. Johann und Sophia KLUPP aus Engelmannsbrunn
Haus Nr. 5
1859   Ignaz Stöger, Fleischergeselle aus Mühlbach ∞  Brock Anna Maria, Gigging 9 
 
Haus Nr. 12:
Grundbuch der Herrschaft Grafenegg über Winkl aus 1762:
"No. 12 in Neustift nun ein Viertellehen
Ein Hauer; Häußl, so vor diesen nachstehent'n Besizern ein Fleischbankh
warr Lit: B. Fol. 715, dient                                                  7 xrweiteres unleserlich.[xlii]
 
Haus Nr. 52
1794   †  Johann Michael, Sohn d. Fleischermeisters Anton Buchberger u. Anna Maria
Pfarrmatriken Altenwörth
1796   Katharina, T.d. Joseph und Anna Maria GEYER aus Neustift 54 ∞  Hof Mathias aus Altenwörth 7; ein Trauzeuge ist Anton BUCHBERGER, Fleischhacker zu Neustift 52
 
Unbekanntes Haus:
1653   Catharina, T.d. Fleischhackers Michael FECHTER und Gattin Maria aus Neustift ∞  Michael, S.d. Thoma und Walburg MEYERER aus Bülich in Böhmen
1680   Georg, ein Fleischhackergeselle S.d. Achaty und Magdalena LEBERWURST aus Rötz in der Pfalz, jetzt zu Neustift ∞  Maria, Witwe nach Mathias WIDTMANN aus Neustift
1683 1684       Georg LEBERWURST als Trauzeuge 
 
 
Bäcker – "Pistor"
 
vor ca. 10.000 Jahren begann der Mensch, Wildgetreide zu kultivieren, dieses zu mahlen und mit Wasser und Salz zu vermischen und am Feuer zu backen. Erst die Entdeckung des Sauerteiges und Entwicklung des Backofens machten Brot in neuer Form möglich. In der Zeit Karl des Großen besorgten Leibeigene und Klosterknechte das Brotbacken. Etwa im 10. Jh. bildete sich der Bäcker als freier Berufsstand heraus und wurde nach und nach durch die "Zunftordnung" strengen Berufsregeln nach  Ausbildung, Qualität  und Preis unterworfen. Bäcker, die sich nicht daran hielten, erhielten empfindliche Strafen, allseits bekannt dürfte das "Bäckerschupfen" sein.[xliii]
 
Haus Nr. 28:
Der früheste nachweisbare Bäcker dürfte auf diesem Haus ansässig gewesen sein.
fol 36 hinten[xliv]: wahrscheinlich Bäckerhaus Nr. 28
"1604 / 1642 Leonhard FREYTAG, Martha Uxor, von ainer Behaußung, darein gehören
3 Joch Ackher und 2 Tagwerch Wisen, dient      .           .           .           .           2 ß      10 d
1654   17 marty
                        2 ½ Joch und 2 dagwerch Wisen                                                 17 k?    2 d
                        Martinus Zierk, Elisabetha"
1655               Georg Fischl, Elisabeth"
1658 kein Dienst entrichtet
Dazu Pfarrmatriken[xlv]
1632   †  Marta, Ehefrau des Leonhart FREYTAG, Böckh (Bäcker) in Neustift
1633   Leonhard FREYTAG Witwer aus Neustift ∞  Maria, T.d. Maximilian und Susanna HALBSEISEN aus Neustift
1652   Maria Magdalena, Witwe nach dem Bäckermeister Leonhardt FREYTAG ∞  den "Ehrsamen Maister" Salomon BAMMER, "Hueffschmidt" zu Oberseebarn.
1655   22.Juni           †  Martiny ZIRCKL, pistor in Neustift
1655   Georg, S.d. Adam und Barbara FISCHEL ex superiori Austria (OÖ.) ∞  Elisabeth, Witwe nach Martini ZIRCKL, pistorius (Bäcker) in Neustift
 
Haus Nr. 13:
1694   Catharina, T.d. Georgy und Apollonia PENNGL ∞ Thomas ein Pistor-Bäcker, S.d. Udalrici und Elisabeth SAUTER aus Faustkirchen in Schwaben
1702   * Josephus SAUTER, S.d. Texoris (Weber) Thomas  und Catharina SAUTER aus Neustift
 
Haus Nr. 17:
1786   Klara, des Franz PHILIPP, Bäckermeisters "Ehewürthin" † 48 jährig
1794   Franz PHILIPP Bäckermeister † 80 jährig,
1799   Anna Maria, T.d. Bäckermeisters Franz und der Clara LIPP ∞  EGGER Franz aus Königsbrunn 38
1830   Franz ECKER, Bäckermeister in Neustift Trauzeuge (für Wögrath Leopold)
 
 
Abb. 26: Bäckerstube mit Backofen
Foto: Andreas Nowotny  - Dorfmuseum Mönchhof
 
Haus Nr. 39
Pfarrmatriken Kirchberg:
1694   Thomas SAUTER, Pistor (Bäcker), S.d. Udalrici und Elisabeth Sauter aus Faustkirchen in Schwaben ∞ Catharina T.d. Georgy und Apollonia PENGL? aus Neustift
 
Haus Nr. 107 (früher Winkl 51):
1918   Rudolf RIEGER, Bäckermeister in Neustift im Felde Nr. 51 wird als Trauzeuge genannt, richtig ist aber Winkl Haus Nr. 51, heute Haus Nr. Neustift
1928 kauften das Haus der Bäckermeister Franz LEHNER und Gattin Maria welche die Bäckerei bis zur Pensionierung betrieben.
 
Unbekannte(s) Haus/Häuser:
1671   Rosina, Witwe nach Thoma FLODERER ∞ Leopold ein Bäckerjunge, S.d. Bernardi und Maria Schuez aus Reinprechtspölla
1655   Maria, T.d. Stephani und Barbara ZEHETGRUEBER aus Neustift ∞  Georgius, ein Tischler, S.d. Adami und Martha FÜEHSEL aus Oberstockstall; Trauzeugen: aus Kirchberg Maximilian PRENSWECKL, molitor (ein Müller), Matthias SCHIETLBERGER, ein Tischler und Pauly DÖLTZER, pistor (ein BÄCKER), aus Oberstockstall Sebastiany HÄNTLASPERGER
1655   Barbara, Witwe nach Stephani ZEHETGRUBER aus Neustift (Nr. 6?) ∞  Christophory ÖXEL, Witwer aus Winkl
1655   22.Juni           †  Martiny ZIRCKL, pistor in Neustift. 
 
 
Müller "Molitor"
 
In Neustift ist zwar keine Mühle, doch einige Müller genannt, die Bezug zu Neustift hatten:
Pfarrmatriken:[xlvi]
1648   Margaretha, T.d. Erhart und Anna SCHMIDTHOFER aus Neustift ∞ Andreas SEIDLBACHER, ehrbarer Witwer und Müller zu Winkl; Trauzeugen u.a. Andreas LICHTENBURGER, Richter in Neustift und Christoph LIDL aus Neustift,
1653   Geörg, ein Mühljuger, S.d. Hannß und Gerdrauth WISER aus Bozen im Etschland (Südtirol) ∞ Margareth T.d. Balthasar  BÄMB aus Neustift;
1653   Hannß WIßER, Grafenggerischer Untertan und Müllner zu Winkl ∞ Judith, T.d. "Ehrsamen Elias und Eva REICHERSTORFFER, Gastgeb in der Neustifft"
 
Haus Nr. 57?
1676   Judith, geb. Schwarz, Witwe nach Georg PREISINGER aus Neustift heiratet den Witwer Bernhardt SCHMIEDT aus Winkl;
1697 heiratet selbige, nun Witwe nach Bernardi Schmidt aus Neustift  den Georgi, ein "molitor" (Müller), Sohn des Mathia und der Maria PERGER  aus Thern.
 
 
Schuhmachermeister, Schuster, "Sutor", Ledermeister
 
Unbekanntes Haus[xlvii]
1635   Christoph OTT und Martin KÖBERL, ein Schuster aus Neustift als Trauzeugen genannt
1651   Leopold, S.d. Hanns und Elisabeth LAIMB aus Neustift ∞ Regina, T.d. Schuhmachers Mert und Magdalena KHNÖBEL aus Neustift
Haus Nr. 14
1788   Im Jahre 1788 stirbt das Söhnlein des Schustermeisters Franz Fridl und dessen Ehegattin Maria Anna, geb Leutnerin.
1809   Schuhmachermeister Franz FRIEDL ∞  die Mariana, T. d. Feldhirten von Theiß 21 Ferdinand WILLHELM und seiner Ehefrau Katharina, geb. STÖCKL
1896   Alois, S. d. Schuhmachermeisters Franz DORINGER und Barbara ∞  Theresia, T. d.  Anna REPKOFSKY aus Hadersdorf, bzw. Krämerin aus Znaim
 
Abb. 27: Schusterwerkzeug; Foto Andreas Nowotny - Museumsdorf Niedersulz
 
Haus Nr. 22
1744   N & G             MILLHAUBT Michael, Ledermaister, Elisabeth uxor kauflich[xlviii]
 
Haus Nr. 46
Matriken Kirchberg
1820   SCHLAGENHAUFEN Joseph, Sohn des Michael SCHLAGENHAUFEN, Schuhmachermeister in Neustift 46
 
Haus Nr. 52
1927   Herr HEISS Johann war der letzte Schustermeister in Neustift bis 1956?
 
Haus Nr. 59?
1694   Aegidiy JÄNN, ein "sutor" Schuster , S.d. Joannis und Eva JÄNN aus Raps (Raabs ?) ∞ Christina, Witwe nach Adam FRITZ aus Neustift; Trauzeugen aus Neustift sind Leopoldus SCHUEZ "Judex" (Richter),  Aegidi und Martiny JÄNN aus Neustift und Matthias Schober aus Engelmannsbrunn.
Siehe auch Beruf Schneider.
 
Haus Nr. 64
1820   Franz DORINGER Schuhmachermeister in Neustift 64, S.d. Clemens DORINGER, ein  Schneidermeister zu Mitterstockstall 35 und Gattin Franziska ∞ Theresia, T.d. Amtsgerichtsdieners zu Hof-Arnsdorf, Ignaz SPARER und Gattin Anna Maria.
1865 Den 21.Feber heiratete Josef  EDER, Bindermeister  und Inwohner in Neustift 64, ehel. Sohn des Josef EDER, Inwohner und  Hauer in Fels und der Julia, geb. WIMMER,  die Anna DORINGER, wohnhaft in Neustift 64, ehel. Tochter des Schuhmachermeisters Franz DORINGER und dessen  verstorbener Ehegattin Anna Maria, geb. KLEIN. 
 
 
 
Schneider "Sarcinator", Kleidermacher "Vestitor"[xlix]     
 
Haus Nr. 4
1776   Theresia, T. d. Jacob und Anna Maria HÖDL ∞  SEYDLMAYR Josephus, Schneidermeister aus Bierbaum, dann bis ca. 1798 in Neustift.
 
Haus Nr. 37
1875   Michael, S.d. Stefan und Anna Maria WALZER aus Neustift 5 ∞ Franziska, T.d. Ferdinand und Elisabetha HUNDSKARRER aus Neustift 5
1876 21.Dez             Kauf 1000fl WALZER Michl und Franziska, geb. HUNDSKARRER, je ½ [l]
"Auch des um das Arrangement hochverdienten, bewährten Schulfreundes, Herrn Michael Walzer, Herrenkleidermacher von Neustift, sei an dieser Stelle in anerkenneswerter Weise gedankt." (Kinderfest 1904)[li]
 
 
Abb. 28: 2016, beim Abriss eines Schuppens auf Haus Nr. 37 kam die alte Tafel mit der Aufschrift "Michael WALZER Kleidermacher" zum Vorschein. Hier war die Werkstatt. Foto : Andreas Nowotny
 
 
Haus Nr. 39
1817 Johann Nepomuk WOLF, Schneidermeister, Inwohner in Neustift 39, Sohn des Zacharias WOLF, Bäckermeister zu Dobritschan in Böhmen ∞ NIEDERHOLZER Katharina aus Dürnrohr
        
Haus Nr. 59 
1684   Martin, Sohn des Hanß JAHN (auch JÄNN) aus Raabs, jetzt ein Schneidergeslle zu Neustift ∞ Magdalena, Witwe nach Wolff HERZELEHNER aus der Leopoldstatt jetzt zu Mitterstockstall
 
Haus Nr. 45
1820   Baum Anton ein Schneidermeister zu Neustift, ehelicher S. d. Baum Leopold ebenfalls ein Schneidermeister zu Neustift und dessen Gattin Anna, geb Schörgmayer ∞ Theresia, des Johann Schabel, Schneidermeister zu Unterstockstall und seiner Gattin Theresia, geb. Ecker, eheliche Tochter.
Haus Nr. 50
1835   Hittinger Johann, Schneidermei-ster ∞ Reimann Rosalia, Schuhmacherstochter aus Kirchberg 41
 
Haus Nr.  65
1837 wohnt in diesen Haus der aus Tutny in Böhmen stammende Schneidermeister Johann Bederna und heiratet die aus dem Haus Nr. 35 stammende Kleinhäuslerin Elisabeth Pfeifer.
 
 
Abb. 29: Beim Kleidermacher; Foto: Andreas Nowotny - Dorfmuseum Mönchhof
 
 
 
Bader, Barbier,  Wundarzt oder "Chyrurgus"
 
Der Bader hatte für die Hygene einen wichtigen Status. Er war einerseits für die Reinigung, anderseits auch für die Gesundheit des Gastes zuständig.
Da er auch die Haare schnitt, rasierte, Zähne zog und Wunden versorgte, kam der Beruf manchmal in Konflikt mit jenen des Barbiers, Wundarztes oder "Chyrurgus".
Er führte auch den "Aderlass", das ist die Reinigung des Körpers von "schlechten Säften" durch. Weiters machte er  die "Schröpfung" mittels Ansetzen sog. "Schröpfköpfe." Bei Auftreten von Seuchen wurde die Badestube geschlossen und er arbeitete als "Pestarzt".
Die Badstube war ein Ort des Austauschs von Neuigkeiten und der Geselligkeit.
Der Wundarzt oder Chyrurgus war für Verletzungen, Verrenkungen, Knochenbrüche Zahn- und Wundheilung zuständig, für  Inneren Krankheiten die gelehrten Ärzte. Unter Kaiserin Maria Theresia wurden oder wo keine Universitäten bestanden, auch Chirurgenschulen mit 2- bzw.  3jähriger Ausbildungszeit für die Wundärzte geschaffen. Ab etwa 1777 fiel die Trennung Chirurgie - Innere Medizin weg.
 
Abb. 30: Badstube, Stich von Jost Amann, Ständebuch 1568; Wikimedia gemeinfrei
 
Unbekanntes Haus in Neustift (evtl. 57):
"1604 / 1641 Marx PRAUN, Anna Uxor, haben umb ain Padtstuben Nuz und Gwöhr empfangen,
so sie Ao. 1622 mit Kauff an sich gebracht, dient         .           .           .           .           .           - -        4 d
1642 ödt
1654 17. Marty 1½ drey Joch Ackher welche er 1643 von der Herrschafft erkhaufft .        3 ß     - -
1646? Albertus SCHMID, Sara
1654   Leobolt BAUMBGARTTNER, Sara Uxor haben Nuz und Gwöhr empfangen, umb ain Behaußung und Padstube, welche Anno 1643 von der Sara khaufft, damals im Grundtbuch nichts darein gehörig gewest, aiirzo aber befinden sich 3 Joch ackher, dient .                      .           .           .           .           .           .            .           .           .           .           .           3 ß
den 30. Septembris 1654"
 
Dazu Pfarrmatriken[lii]
1653   Leopoldt, Bader und Wundarzt, S.d. Wolff und Maria BAUMBGARTTNER aus  "Pederstorff" (Perchtoldsdorf) ∞ Sara, Witwe nach dem gewesten Bader und Wundarzt Albrecht SCHMIDT zu Neustift; ein Trauzeuge ist Herr Georg HÜRNER, Marktrichter zu Kirchberg
1669   Sara, Witwe nach Leopoldi PAUMBGARTNER ∞ Georg Gebhard BERGER Witwer und Wundarzt der Kaiserlichen Stadt Tulln
1672   Cordula, T.d. Albrecht u. Sara SCHMID ∞ SPATZ Andreas aus Tragwein in OÖ.
1673   Sara, T.d. Albrecht u. Sara SCHMID ∞ LISSLEHNER Jacob aus Aspacher Pfarr
 
Unbekanntes Haus in Neustift:
Matriken Kirchberg
1678   "Johannes Paulus PFLAMB, ein Bader Gesell, des Geörg Pflamb Maria seiner verstorbenen Haußwürthin beider eheleiblicher Sohn von Rosehaimb, anjetzo in der Neustifft ∞ Maria deß Haannß Bernhardten seelig gwester Bader, hinterlassenen Wittib von Neustifft.
Testes:           Spi: Leopoldt Schuetz, Veith Obermayr ambo ex Neustifft.    Spa:    Martin Holtzer ex Neustifft, Jacob Boyger von Weickerstorff."
1686   Maria, Witwe nach dem Bader Johann PFLÄMB aus Neustift ∞ Hanß Georg, Bader und Wundarzt, S.d. Sebastian und Maria KÖGL aus Beyharting in Bayern
 
Haus Nr. 19
1751 Rusticalfassion der Herrschaft Winkelberg fol 334: Besitzer "Andreas ERNTRAUTH - Hausgewerb Baader"
Vermerk von 1875 Lit. 1654 "dem auf diesem Hause Nr. 19 ausgeübten Cyrurgi Gewerbe wurde von der Regg. Die Radicierte  Eigenschaft nicht zugesprochen."
1736                          EHRNTRAUT Andreas, Catharina Uxor
1765                          SCHÖNBAUR Anton, Anna Barbara ux
- -                                WALLNÖFER Ferdinand
1770                          PFUNDHELLER Hildemus (Wilhelm)
1773                          PFUNDHELLER Hildemus, Justina ux
1776                          PFUNDHELLER Hildemus, Clara ux, geb. MAHHARDT
- -                                PERLIN Joseph*), Anna Maria, geb. PFUNDHELLER, ux
1800                          BERLINin Maria Anna
1802                          WÖGRATH Leopold Maria Anna , verwitwete BERLINin,ux
1830                          WÖGRATH Leopold
1830                          WÖGRATH Leopold, Theresia, geb. GRABMEIER, ux
Pfarrmatriken Kirchberg:[liii]
1771   Wilhelmus, S.d. Anna Maria und Georgy PFUNDHELLER, Chirurgy aus Wien ∞  PEYRL Justina aus Feuersbrunn
1775   PFUNDHELLER Wilhelm, Witwer ∞  Maria Anna MÄRINGER aus Engelmannsbrunn
1785   Chyrurgus Joseh Anton BERLIN, S.d. Ziergärtners in Augsburg, Franz Xaver und Barbara BERLIN,  ∞   Anna Maria, Witwe nach dem Chyrurgus und Barbier  Wilhelm PFUNDHELLER
1801   Der in diesem Hause wohnende Chirurgus PFUNDHELLER Joseph ∞  die Schusterstochter HAMBERGER Magdalena aus Kirchberg am Wagram Nr. 2
1802   Maria Anna, Witwe nach Joseph BERLIN ∞  WÖGRATH Leopold, Fels 48
1830   WÖGRATH Leopold, Witwer ∞  GRABMAYER Theresia Ottenthal 44 - als Trauzeugen fungieren: Franz ECKER, Bäcker zu Neustift und Michael WUNDERER, Schmiedmeister zu Neustift
 
Haus Nr. 38?
1685   "16. Jan. Der Ehrngeachtete Raffel FUNKH, Weyl. deß Ehrnvessten Herrn Leonhardt FUNKH, gewester Bader Und Wundarzt in Pistumb Aichstätt Änckhering genant und Anna sein Ehewürthin beider seel. hinderlassener Sohn ∞ mit der Ehrntugentreichen Jungfrau Catherina, Weyl deß Edl und gestrengen Herrn Christian HEYM, gewesten Pflegers in Meyssau seel. undt Appolonia seiner Hausfrau beider Eheliche Tochter"
Trauzeugen: Johann Cramer und Urban Mayr aus Kirchberg, Martin HOLZER und Leopoldt SCHUEZ aus Neustift.
 
Haus Nr. 66
1809   Chyrurgus" Franz WAGNER, ehelicher S. d. Chyrurgus in Fels, Ignaz WAGNER und Magdalena, geb. LANDGRÄFin ∞ Barbara, Witwe nach Andre MÜLLER, Chyrurgus in Neustift 57,
1828 erhalten WAGNER Franz und Gattin Johanna Nutz und Gewähr um das neuerbaute, vom  Hausgrund des Hauses 58 abgetrennte Kleinhaus Nr. 66.[liv]
 
 
Schmiedmeister - „Fabry“ oder „Faber Ferrary"
 
Schmied ist einer der ältesten Berufe. Der Schmiedemeister war eine angesehene Person im Dorf, ohne ihn wäre vieles nicht möglich. Er stellte die Waffen für die herrschaftlichen Krieger her, beschlug die Pferde mit Hufeisen und Ochsen mit Hufplatten, stellte Messer, Werkzeuge sowie Pflugscharen her und fertigte auch sonst viele Gegenstände aus Eisen, die für den Bauernhof nötig waren, z.B. Riegel, Nägel, Beschläge, Klampfen, Ketten und vieles mehr. Er arbeitete auch mit dem Wagner  zusammen, dem er für die Räder die Eisenbereifung, Achsen, und alles, was an einem Pferdewagen aus Eisen sein musste, fertigte. Die Berufsbezeichnung war daher "Huf- und Wagenschmied", wobei aber für jede Sparte eine eigene Meisterprüfung abzulegen war. Auch die Fleischbeschau oblag dem Schmied. Während des 2. Weltkrieges wurden die Schmiede als Unteroffizier eingestuft.
Infolge seines  Ansehens in der Gesellschaft wurde der Schmied auch oftmals als Trauzeuge bei Hochzeiten eingeladen.
In Neustift war je ein Schmied den Herrschaften Winkelberg und Grafenegg untertänig.
Haus Nr. 36 und 40 (Herrschft Grafenegg):
1635   Tom 2-01       Wolff BISCHOFF, ein Schmied aus Neustift als Trauzeuge genannt
1653   Tom 2-02       Wolff BISCHOFF, "Grafeneggerischer Richter zu Neustift, seines Handwerks ein Schmied" ∞ Magdalena, Witwe nach Lorentz BAUMBGARTTNER aus Gigging
Nach 1653 scheint Michael Prunner mit Gattin Sophia als Besitzer auf. In den Pfarrmatriken Kirchberg Tom 2-02 ist im Jahr 1671  Michael Brunner, Schmied zu Neustift als Trauzeuge eingetragen. [lv]
Etwa 1682 erscheint er mit Gattin Elisabetha als Besitzer des
Hauses Nr. 40 (später Schaller) wo dann durchgehend bis 1956 Schmiedemeister tätig sind:
Im Grundbuch der Herrschaft Grafenegg über Winkl, fol 348 (1768 bis 1841) ist das Haus folgendermaßen beschrieben:
"Ein Behaußung in der Neustift eine Schmiede Werk Stadt,
lit: B. Fol 707, dienet                                                                      44 kr   5 d
Holz: Robathgeld                                                                           2 kr    12 d
                                                                                                          49 kr     1 d
Dieses Schmiedegewerbe wurde zufolge hoher Regierungsbewilligung dto. 11.März 1846 Z 13.936, intimiert mit K.K. denkwürth Dekret v. 20.April 1846 Z. 6073/10 auf das Kleinhaus No. 68 zu Neustift  gemäß fol. 500.
ab 1682         ca                               PRUNNER Michel
1691   ca                                           FIGKL Paul
                                                           WEGENBAUER Geörg
                                                           REISSER Hannß Geörg
                                                           REISSER Hans Georg
1747                                                  REISER Georg
1779                                                  REISER Jacob
1808                                                  BIEBEL Anton
1839                                                  OTT Leopold
1850                                                  OTT Anton
1856                                                  HERZOG Georg
1888                                                  HERZOG Barbara
1895                                                  SCHALLER Theodor
1931 bis 1956                                  SCHALLER Josef                                      
Pfarrmatriken
1680   Andreas, S.d. Wolff und Roßina FÜEGL (FIEGL) aus Engelmannsbrunn ∞ Eva, T.d. Sebastian und Margaretha SCHWÖLLINGER aus Neustift
ab 1666  Michael PRUNER aus Neustift scheint des öfteren als Trauzeuge auf; fol159
1671,1686  Michael PRUNER, Schmied zu Neustift, Trauzeuge; fol. 225, 151 
1687   Paul FIEGL aus Engelmannsbrunn scheint neben 3 Neustiftern als Trauzeuge auf; fol. 167
1706   Johannes, S.d. Ratsbürgers und Hufschmiedes in Kirchberg Andreas und Anna Catharina REISER ∞ Catharina, T.d. Hufschmiedes in Feuersbrunn, Leopold u. Margaretha WÜRTH
1747   Joannes Georgius, S.d. "Fabri ferrary" Joannis REISER aus Neustift ∞ Benigna, T.d. "Fabri" in Fels, Jacobi und Mechtildis RAUCHBAUR
[lvi]1783            Jacobus, S.d. "Fabri ferrary" Johannes Georgy und Benigna REISER aus Neustift 40 ∞ Catharina, T.d. Andrea und Theresia SCHIEGL aus Engelmannsbrunn
1779   Theresia, T. d. Inwohners in Neustift 40, Andreas  RANOLTER
1808   Anton BIEBL, Schmidtmeister zu Neustift 40, S.d. Schmidtmeisters zu Engelmannsbrunn, Anton Biebl und Katharina geb. HEISS ∞  Mariana, T.d. Karl HAINZL, Gastgeber in Neustift 43 und Katharina, geb. DANZER
1848   †  stirbt das Kind Elisabeth, T. d. Schmiedmeisters zu Neustift 40, Johann und Theresia DALLINGER, wohnhaft in Neustift Nr. 40
1856   Georg,Pächter eines Schmiedgewerbes in Sittendorf, S.d Schmiedemeisters Leonhard und Anna HERZOG aus Theiss ∞  Barbara, T.d. Johann und Anna ESEL aus Schlickendorf 20
1860   * Theresia, T.d. Josef RINGELHAN und  Ehefrau Anna, geb. Weiß, Neustift 23, Taufpatin ist Barbara, Gattin des Schmiedemeisters in Neustift 40, Georg HERZOG
1856   Georg,Pächter eines Schmiedgewerbes in Sittendorf, S.d Schmiedemeisters Leonhard und Anna HERZOG aus Theiss ∞  Barbara, T.d. Johann und Anna ESEL aus Schlickendorf 20
1860   * Theresia, T.d. Josef RINGELHAN und  Ehefrau Anna, geb. Weiß, Neustift 23, Taufpatin ist Barbara, Gattin des Schmiedemeisters in Neustift 40, Georg HERZOG
1895   Theodor SCHALLER, Schmiedmeister aus Pfaffstetten 8 Pf. Ravelsbach, S.d. Josef und Maria SCHALLER ∞ Franciska, T.d. Schmiedmeisters Georg und Barbara HERZOG aus Neustift 40
1931   Josef, Schmiedmeister S.d. Schmiedmeisters Theodor u. Franziska SCHALLER aus Neustift 40 ∞ Leopoldine, T.d. Leopold u. Anna Maria SCHNELLER aus Ottenthal 34
1848 †  Elisabeth, Tochter d. DALLINGER Johann Schmiedemeister zu Neustift 40 und  Gattin Theresia 
1856   Herzog Georg, Sohn des Schmiedemeisters Leonhard Herzog aus Theiss ∞  Barbara ESEL aus Schlickendorf
1860   * Theresia, T.d. Josef RINGELHAN und  Ehefrau Anna, geb. Weiß, Neustift 23, Taufpatin ist Barbara, Gattin des Schmiedemeisters in Neustift 40, Georg HERZOG
 

Abb. 31:
Theodor und Josef Schaller mit Wagenrad vor der "Schlagbrücke" – um 1930;
Foto: Ansichtskarte Verlag Walzer, Margarethe Walzer
 
Haus Nr. 23
1847   Johann, S.d. Theresia SCHÖRGMAYER Neustift 38 ∞ Barbara, T.d. Hufschmiedes Michael und Anna Maria RINGELHAHN aus Kollersdorf
1854   Joseph RINGELHAHN aus Neustift 23, S.d. Schmiedemeisters aus Kollersdorf, Michael und Anna Maria RINGELHAHN ∞ Anna, T.d. Michael und Anna Maria WEISS aus Neustift 61
1860   * Theresia, T.d. Josef RINGELHAN und  Ehefrau Anna, geb. WEISS, Neustift 23, Taufpatin ist Barbara, Gattin des Schmiedemeisters in Neustift 40 Georg HERZOG
 
Haus Nr. 24
Im Jahre 1839 heiratet Michael BIEBL, wohnhaft in Neustift 24, S.d. Schmiedemeisters Anton BIEBL (Neustift 40), die Hauerswitwe Magdalena SCHWANZER (geb. Steininger) aus Gigging 16.[lvii]
 
Haus Nr. 41
"1736: Carolus STIGLMAYR, Clara Uxor Empfangen zugleich Nuz und Gwöhr umb aine Behausung, und Schmidtwerkstatt, zu Neustüfft, zwischen Leopold Hoff, Passauerischer und Georg Reiser, Graveneggerischer Unterthann, beider Behausungen gelegen...
St. Michaeli dienet . .           .           .           .           .           .           17 xr   2 den"
In Folge Statthalterlichem Dekret vom 18.Sept. 1857 Z. 40583 ist das auf diesem Hause betriebene Schmiedegewerbe se titolo catastri als redigiert anerkannt worden." (Radiziert = das "Realgewerbe konnte zusammen mit dem Haus verkauft, verschenkt etc. werden).[lviii]
Die bekannten Schmiedemeister, die mit diesem Haus in Zusammenhang stehen:
1728                                      SCHMIDT Lorenz
1736                                      STIGLMAYER Carolus
1740 ca.                                HENGAUER (HENKHAUER) Stefan
1750                                      KOLB Ignatius  Schmiedmeister
1772                                      WÄNCKERL Jacob fabri ferrary
1775                                      WÄNCKERL Jacob
1788                                      SCHUBERT Ignaz
1813                                      SCHMID Joseph Schmiedemeister
1821                                      SCHMID Joseph
1827                                      SCHMIDT Franziska  allein
1828                                      WUNDERER  Michael und Franziska, Witwe nach Josef SCHMIDT, ux
1848                                      SCHMIT Michael I   
1906                                      SCHMIT Michael II
1937 bis                                SCHMIT Eduard      
 
 
Abb. 32: Michael Schmit II. mit Sohn Eduard und Tochter Anna; Foto: Annemaria Schwarz
 
Diverse Nennungen:
1787 Grunderträgnis Fassion: WANCKERL Jacob, 1823 Franz. Kat. Parz. Prot.: SCHMID Josef
Pfarrmatriken:[lix]
1776   Tom 2-07       * Anna Maria, T.d. Fabri Ferrary (Schmiedemeisters) Jacobi WÄNKERL und Gattin Clara, nata (geb.) ÖLSENSOHN; Taufpatin Anna Maria ÖLSENSOHN aus Engelmannsbrunn.
1764   Tom     2-06    Johannes, S.d. Bindermeisters aus Asten (St. Florian) OÖ Simon Mathias PÖPERL und Gattin Maria, geb. JÄGERHUEBER ∞ Christina, Witwe n. Philipp SCHMID aus Neustift 41.
1771   Tom 2-09         Nun auf Haus Nr 45, wird Johannes Pöperl als vietor = Küfer oder Fassbinder bezeichnet.
1786   Tom 3-08       † Magdalena, Tochter d. Schmiedemeisters Jacob Wanckerl und Clara.
1828        Tom 2-09 Michael WUNDERER Schmiedmeister aus Königsbrunn, S. d. Fleischhauermeisters Michael Wunderer aus Ravelsbach und Gattin Anna, geb. STAFLER ∞  Franziska, Witwe nach dem Schmiedmeister Josef SCHMIDT in Neustift 41.
1859   †  Wunderer Michael, Ausnehmer u. Schmiedmeister Neustift 10
1861  Schmit Michael, Schmiedmeister in Neustift 41 ∞  Resch Johanna Großwetzdorf
1810  Elisabeth T. d. Schmiedmeisters Ignaz Schubert und der Theresia geb. Schmidt Neustift 41 ∞  Ignaz Krach, Bauer in Neustift 30
1906  Michael, ein Schmied, S.d. Schmiedmeisters Michael und Johanna SCHMIT Neustift 41 ∞  Anna DEIMEL aus Winkl 15
 
Abb. 33: Eduard SCHMIT an der Esse; Foto: Annemaria Schwarz
 
Haus Nr. 51:
1656  Simon, S.d. Colmanni und Catharina PIHLER (PICHLER) aus Unterseebarn ∞ Magdalena, T.d. Matthias und Maria ZILHAMER aus Neustift; etwa 1690 bekommen die beiden in Königsbrunn ein behaustes Gut mit Schmiede zu Nutz und Gewähr (HA Grafenegg 248)
1663   * Andreas, S.d. Schmiedmeisters Philipp und Martha DIEBOLTKIRCHER aus Neustift
 
Unbekanntes Haus:        
1653   Balthasar UNGER, Schmied in Neustift, ∞ Rosina, T.d. Hannß und Catharina GÄRMEIER aus Schleinitz
 
 
Landmaschinen-Mechaniker – Fa. Franz Pfaller
 
Die zunehmende Technisierung in der Landwirtschaft führte zu vermehrtem Bedarf an Traktoren und Landmaschinen sowie deren Reparatur. Oftmals sattelten Huf- und Wagenschmiede auf diesen Beruf um.
Im Jahre 1961 kaufte Franz Pfaller I., Sohn des Huf- und Wagenschmiedes Anton Pfaller aus Großriedenthal, mit Gattin Hedwig in Neustift das Haus Nr. 57 an und errichtete dort eine Landmaschinen-Reparaturwerkstätte mit Landmaschinenhandel und einer Tankstelle. In diesem Betrieb fanden zahlreiche Personen aus der Umgebung einen Arbeitsplatz, darunter aus Neustift: Kohoutek Hermann, Korn Franz, Schiel Anton, Leuthner Franz, Maringer Franz und Doppler Anna.
Im Jahr 1973 übernahm der älteste Sohn, Franz Pfaller II., mit Gattin Maria, einen Teil des Betriebsgeländes für den Autohandel und eine Autoreparaturwerkstätte. Zu den dort gehandelten Marken zählten Toyota, Volvo, BMW, Mitsubishi und Mazda.
 
 
Abb. 34: Franz Pfaller I. (links) vor der Werkstätte in Großriedenthal ca. 1960, Foto Franz Pfaller II.
 
Ab 1987 eröffnete die Firma Pfaller eine Zweigstelle in Tulln. Die KFZ Mechaniker Werkstätte mit Autospenglerei wurde bis 1992 weiterhin zusätzlich in Neustift betrieben. In 1992 erfolgte die Übersiedelung nach Tulln. Seither wird die Betriebstätte zu Lagertätigkeiten und geringfügig für KFZ Tätigkeiten genutzt.
Zwischenzeitlich wurden Teile des Geländes von anderen Unternehmen wie Rauchfangkehrer Holicky, Farben Kopp und die Baufirma Romberger genutzt.
In Tulln findet derzeit die laufende Übergabe der KFZ Werkstätte und des Handelsbetriebes mit den Marken Mazda, Volvo und Kia an die Tochter, Victoria Pfaller, statt.
 
Abb. 35: Fa. Pfaller Neustift 57 im Jahre 1980; Foto Fa. Pfaller 
 
 
 
Wagner
 
Schon aus der Hallstattzeit stammende Grabfunde mit Wagen als Grabbeigabe belegen, wie alt der Beruf des Wagners ist. So ist der Nachbau eines keltischen Streitwagens im Urgeschichtsmuseum Nußdorf ob der Traisen ausgestellt. Der Aufbau der Räder hat sich seither nicht geändert.
Für die Landwirtschaft wurden verschiedene Wagen benötigt: Truhenwagen, Heu- oder Leiterwagen, Hauerwagen, Langholzwagen und für den Personentransport "Zeisserlwagen" "Landauer", "Steirerwagen" und nicht zuletzt der Leichenwagen, aber auch verschiedene Schlitten für die Winterzeit. Mit dem Aufkommen der Traktoren und Anhänger mit Luftreifen wurden diese Wagen manchmal mit Luftgummireifen ausgestattet und am Traktor angehängt, meist aber ausgeschieden und demoliert.
Für die Räder verwendete der Wagner Ulmen- oder Buchenholz für die Radnabe, Esche, Akazie oder Eiche für die Speichen und Buchenholz für die Felgen. Das Rad wurde dann vom Schmied mit einem Eisenreifen umfaßt, den er in möglichst heißem, fast glühendem Zustand "aufzog" und gleich mit kaltem Wasser "abschreckte", sodaß sich dieser wieder zusammenzog und die Felge fest zusammenhielt. Der Zeitaufwand für die Herstellung eines Wagenrades betrug etwa 12 Stunden. Das Fahrgestell und der Aufbau waren in meistens aus Esche.
 
 
Abb. 36: Nachbau eines keltischen Streitwagens im Museum für  Urgeschichte Asparn/Zaya; Foto A. Nowotny  
 
Abb. 37: Wagenrad in Produktion; Dorfmuseum Mönchhof; Foto Andreas Nowotny
 
Der Wagner fertigte auch andere Gegenstände aus Holz: Dreschflegel, Heugabel, Hauenstiel, Axtstiele u.a.m. .
 
Haus Nr. 56:
1844   Genannt werden Wagnermeister Anton UHL, Neustift 56 (S.d. Anton UHL Wagnermeister zu Dobrizan in Böhmen und Katharina geb. GRAUSS) sowie dessen Gattin Rosalia UHL, T.d. Johann KILLICH, Wagnermeister zu Grafendorf und Maria, geb. FREUDENSPRUNG.[lx]
Haus Nr. 29
1899  UHL Anton, Sohn des obgen.
1923   UHL Leopold, des letzteren Sohn
 
Abb. 38: Familie UHL; Foto Fam. Uhl
 
Haus Nr. 40
1872   Wagnermeister Dominik REITER, S.d. Wagnermeister Anton REITER aus Oberrohrendorf[lxi]                            
 
 
 
Weber "textor"
 
Der Weber stellt aus Garnen verschiedene Gewebe her. Bei uns verarbeitete man in der Regel Wolle und Hanf , auch Flachs oder "Haar " genannt.  Das Weben gehört ebenfalls zu den ältesten Handwerken der Menscheit. Seit etwa 10.000 Jahren gibt es einfache Webstühle.
 
Pfarrmatriken:[lxii]
Haus Nr. 23:
1786   Anna Maria des Lorenz OELZAND Webermeisters in Neustift Ehewirtin † 50jähr.
1786   OELZAND Lorenz, Webermeister und Witwer, Neustift 23 ∞ BERNDL Anna Maria aus  Trübensee 7
1795   BURGER Johann aus Engelmannsbrunn, S.d. Webermeisters Lorenz und Maria Anna BURGER  aus Winkl ∞ Katharina, T.d. Georg und Anna Maria BÖSEL aus Engelmannsbrunn
1825   Joseph, ein Leinweber, S.d. Leinwebers Johann und Katharina BURGER (geb. BÖSEL) aus Neustift ∞ Theresia, T.d. Michael und Theresia DANZINGER aus Winkl 23
1843   BURGER Joseph, Witwer und Weber aus Neustift 23 ∞ Rosalia, T.d. Schlossermeisters Franz und Magdalena WÜRZ aus Ottenthal 40
Haus Nr. 37
1789   N&G   GERINGER Franz und Catharina, geb. Oelzand, uxor
1798   N&G   LIPP Mathias und Catharina, geb. ELTSANDT uxor
1789   GERNER Franz, Witwer ∞  KATHARINA, Tochter d. Lorenz Oelzand "Webermeister zu Trübensee" und Gattin Anna Maria, geb. LUTTNER
 
Haus Nr. 57
1776   †  FÜHRER Laurentius "Textor pauper ex Flachau pone Friderspach" ein Weber aus Flachau
1787   †  Katharina, des Mathias KAINZ, Webers und Bauers Ehewirtin, geb. SOLTERIN
1779   Clara, T.d. Textoris (ein Weber) in Neustift 57, Josephi  und Anna Maria SCHEIRINGER ∞ Mathias, S.d. Textoris Josephi und Theresia KAINZ aus Strass- ein Trauzeuge u.a.: Carolus HAINZL "Caupo" (Gastwirt, Krämer) in Neustift 43
Unbekanntes Haus in Neustift
1691   FRÖLICH Georg, ein Textor (Weber) aus Gästen (Garsten?) ∞ Maria, T.d. Jacobi und Maria SCHADENPÖKH aus Neustift
 
Haus Nr. 51
1693   Anna Maria, T.d. Paul und Catharina Kienpökh ∞ Hon. Juv. Cyprianus, Textor (ein Weber), S.d. Christophory WEINWURM aus der Fürstlichen Stadt Rosenberg in Böhmen 
 
 
 
Zimmerer  und Tischler "Fabri Lignarii bzw.  Archius"
 
Unbekanntes Haus in Neustift:
Pfarrmatriken[lxiii]
1635   Tom 2-01       Hannß KWÄRER, ein Witwer und "Zimmergsöll" aus Wall im Bistum Dillingen ∞ Elisabett, Witwe nach Hanns MACKH aus Neuburg aus der Pfalz,  Trauzeugen sind Michael MÄSERSCHMIDT, Zimmermann aus Oberstockstall und Leonhartt PRINDL aus Neustift
1652   Geörg OBERLEHNER, "Dischler zur Neustifft" als Trauzeuge genannt
1655   Maria, T.d. Stephani und Barbara ZEHETGRUEBER aus Neustift ∞ Georgius, ein Tischler, S.d. Adami und Martha FÜEHSEL aus Oberstockstall; Trauzeugen: aus Kirchberg Maximilian PRENSWECKL, molitor (ein Müller), Matthias SCHIETLBERGER, Tischler und Pauly DÖLTZER, "pistor" (ein BÄCKER), aus Oberstockstall Sebastiany HÄNTLASPERGER
1670   Der "Zimmergsöll" Joannes PRAMBREITTER aus Waidhofen/Ybbs ∞ Elisabeth, T.d. Joannis und Margaretha SONNHUEBER aus Neustift.
1672   Jacob WAGNER, ein  Zimmergesell aus Weitra, jetzt in Kirchberg ∞ Ursula T.d. Andre und Maria PRACHMAYR aus Neustift, jetzt Mitterstockstall
1691   Michael, ein Zimermeister zu Neustift, S.d. Leonardi und Anna CÖLLNER zu Fels ∞  Justina, T.d. Sebastian und Rosina SCHACHINGER aus Dörfl
Haus Nr. 8
1908   SCHIEGL Franz, Tischlermeister, Inwohner Neustift Nr. 8 ∞ GAFOZ Maria, Winkl 53
 
Haus Nr. 25      
1771   PFEIFER Thomas "Fabri lignarii" = ein Zimmermann in Neustift 25
1804   PFEIFER Michael ein Zimmermeister in Neustift 25
1792   PFEIFFER Michael Witwer 48 Jahre alt, ein Zimmermeister ∞ Magdalena, des Hausbesitzers Jakob ZEHETNER und seiner Ehegattin Rosalia ehelich geborene Tochter.
1802   Magdalena, Witwe nach dem Zimmermeister Michael PFEIFER, Neustift 25  ∞ Georg, S.d. Leopold und Theresia DETTER aus Kollersorf 20
Haus Nr. 30
1672   Jacob Wagner, ein  Zimmergesell aus Weitra, jetzt in Kirchberg ∞ Ursula T.d. Andre und Maria Prachmayr aus Neustift, jetzt Mitterstockstall
 
unb. Haus, evtl. Nr. 34
1691   Michael CÖLLNER, "ein Zimermeister zu Neustift", S.d. Leonardi und Anna CÖLLNER zu Fels ∞  Justina, T.d. Sebastian und Rosina SCHACHINGER aus Dörfl           
 
Haus Nr. 33
Pfarrmatriken Kirchberg
1776   Michael, S.d. Michael und Anna Maria RITZINGER aus Gösing  ∞ Anna Maria, Witwe nach dem "Fabri Lignary" Franciscy SCHWARZ aus Neustift 33
1786   DORNER Mathias, Inmann in Neustift 6 ∞ Anna Maria, Tochter des "Fabry Lignari" SCHWARZ Franz aus Neustift 33 und ziehen dann als Inleute nach Unterseebarn Nr. 17
 Tischlerei Aschauer, Haus Nr. 39, 40
1911   SCHIEGL Franz und Maria, geb GAFOZ
1929   ASCHAUER Ignaz kam von Eisenberg nach Neustift.
1940   ASCHAUER Leopoldine
1942   ASCHAUER Karl I..
Er erweiterte die bestehende Werkstätte in den Jahren 1956 und 1960.
1968   ASCHAUER Karl II erweiterte die Werkstätte neuerlich und baute ein Wohnhaus darauf.
1984 erweiterte er die Tischlerei um das Haus Nr. 40, wo er eine moderne Wekstätte und Ausstellungsräume errichtete.
Da auch Lehrlinge ausgebildet wurden, fanden in der Tischlerei mehrere Neustifter einen Arbeitsplatz.
Die Tischlerei wurde im Jahre 2002 aufgelöst.
Pfarrmatriken St. Leonhard am Hornerwald:
1903 Tom 2-06                     Ignaz ASCHAUER, Tischlermeister in Eisenberg 17
 
Haus Nr. 53
1856   HELMER Leopold jun., Tischler in Neustift 53 ∞ CHRIST Theresia Altenwörth 22
 
Die von Zimmerleuten hergestellte Stadelreihen in Neustift werden im "Dehio" (Handbuch der Kulturdenkmäler) Band Niederösterreich nördlich der Donau 1990 als Kulturdenkmal dargestellt, die Scheunen werden immer weniger und müssen nach und nach großen Maschinenhallen weichen.
 
 
Abb. 39: Schnitzerei aus dem Jahre 1724 auf einer Säule der Scheune auf Haus Nr. 54 (Schabl) mit Initiale "M" für Mitterlehner;  dient nunmehr als Dekoration des Kellerstüberls; Foto A. Nowotny
 
 
 
Sägewerk Kettinger, Lagerhausstraße 4
 
Die Eisenbahn brachte es mit sich, daß auch in Kirchberg ein Sägewerk entstand. Dieses betrieb Georg Kettinger sen., ein Zimmermeistersohn aus Kirchberg 47 mit seiner Gattin Maria, geb. Schmölz. Das Sägewerk  befand sich vorerst hinter der "Schanz" in der Nähe des Roßplatzes.
1928 kauften Georg, Sohn des Zimmermeisters Georg und Bertha Kettinger und  seine Gattin Maria  das Betriebsgrundstück bei der Bahn an und errichteten hier ein neues Sägewerk mit elektrisch angetriebener Gattersäge, welches 1932 in Betrieb ging.
Neben den "Chefleuten" Georg und Maria Kettinger arbeiteten hier u.a. noch Herr Fritz Semper sen. und Fritz Semper jun., die Herren Steinbatz, Aigner Karl, Aigner Franz, Gerstl Rudolf, Heß Rudolf, Frauneder und Gartner. Herr Kettinger führte auch das Brunnenmachergewerbe aus.
Nach dem Tod von Hr. Kettinger Georg sen. 1944 führte seine Frau Maria den Betrieb weiter, bis ihn 1961 ihn Sohn Georg Kettinger jun. übernehmen konnte, der ihn bis zu seiner Pensionierung 1998 weiterführte.
1959 erfolgte eine Erweiterung des Betriebsgeländes nördlich der Straße zur Bahn mit Errichtung einer Halle.
 
Abb. 40:  Mannschaft im Sägewerk Kettinger, 5.v.l. Georg Kettinger sen.; Foto Hermine Hubalik
 
Besitzer:
2015                                                              KETTINGER Walter
Grundbuch Neustift (bis1967) ab:
1924 29.Dez             Kauf                                       MAYERHOFER Franziska
1928 2.Nov    Kauf                                       KETTINGER Georg und Maria
1943 6.Dez   Erbverzichtsvertrag              KETTINGER Georg und Hermine
1944 17.Mai  Einantwortung                      KETTINGER Hermine
1961 14.Dez Übergabevertrag                  KETTINGER Walter
 
Abb. 41: "Abbindeplatz" im neuen Sägewerk an der Bahn; 5. v.l. Georg Kettinger; Foto H. Hubalik
 
 
Abb. 42, 43: Lagerplatz des Sägewerkes; Foto H. Hubalik 
 
 
 
Bindermeister Küfer "Vietor"
 
Haus Nr. 14:
1926? bis 1955? In diesem Hause wohnte der mit Maria DORINGER verehelichte Fassbindermeister Franz WASSERBURGER.
 
  
Abb. 44, 45:  Daubenstapel" und  Binderwerkstatt im Dorfmuseum Mönchhof;
Foto A. Nowotny
 
Haus Nr. 41
1764   Tom     2-06    Pöperl Johannes aus "Aytn" (Hausleiten)  ∞ Christina, die Witwe nach Philipp Schmid aus Neustift 41
Haus Nr. 45
Pfarrmatriken Kirchberg:
1771   Tom 2-09       Nun auf Haus Nr 45, wird Johannes Pöperl als "Vietor" = Küfer oder Fassbinder bezeichnet
1794   Tom 3-08       Johann EBERL ein Bindermeister stirbt 76jährig
1771   Tom 2-07       Joanes PEYRL, Vietor  Witwer ∞ ZWETTLER Eva aus Reichenau
1794   Tom 3-08       Eva, Gattin des Bindermeisters Johann PEYERL †  70jährig
Haus Nr. 64
Matriken Kirchberg Tom 2-011       Den 21.Feber 1865 heiratete Josef  EDER, Bindermeister  und Inwohner in Neustift 64, ehel. Sohn des Josef EDER, Inwohner und  Hauer in Fels und der Julia, geb. WIMMER,  die Anna DORINGER, wohnhaft in Neustift 64, ehel. Tochter des Schuhmachermeisters Franz DORINGER und dessen  verstorbener Ehegattin Anna Maria, geb. KLEIN.
Püttenmeister = Brunnenmeister
Sein Hauptwerkzeug war der "Näber", ein mehrere Meter langer Bohrer an dem ein ca, 50 - 80 mm  großer "Löffel" saß, mit dem er in den Kern eines  Baumstammes längs durch ein Loch bohrte, sodaß eine Röhre entstand. War der Brunnen so tief, daß mehrere Röhren aufeinander gesetzt werden mussten, benötigte er sog. "Röhrenbuchsen" aus Metall und "Pichwerg" zum Abdichten. Das "Ventil" und der "Zylinder" waren aus Leder, die Zugstange meist aus Eisen. Außerdem benötigte er "Stoßeisen", Grabwerkzeug und Seile zum Brunnengraben und Zimmerer- und Maurerwerkzeug zum Ausschachten des Brunnen. Später waren die Brunnenrohre und Pumpe aus Eisen.
Haus Nr. 17 (heute Würz)
Hausdienstbuch, zugleich auch Gewährbuch D der Herrschaft Winkelberg:
1751 N & G               Peckhacker Johann, Püttenmeister*)[lxiv], Josepha uxor
 
 
 
Spengler
 
Haus Nr. 84
Seit 1930 war Knapp Rudolf  d. Ä.  Spengler Neustift.
Ab 1965? Knapp Rudolf d. J.. deckte aufgrund seiner Geschicklichkeit viele Kirchturmdächer und -Zwiebel in der Umgegend mit Blech ein.
1950 "Die Fa. Knapp von Neustift machte in diesem Jahre die Spenglerarbeiten auf dem Kirchendache: Das Vordach beim Kircheneingang, der Turmhelm bei der Sakristei und die Dachrinnen wurden mit Kupfer gedeckt. Material und Arbeit waren sehr kostspielig. 39.807 Schilling wurden allein für diese Zwecke (Spenglerarbeit) ausgegeben. Dazu kommen  noch die Zimmermannsarbeiten auf dem Kirchendache, die mindestens die Hälfte des vorgenannten Betrages ausmachten."[lxv] 
 
 
 
Wegeinräumer – Straßenarbeiter
 
Wahrscheinlich hatten ursprünglich die robotpflichtigen Untertanen der lokalen Herrschaften den Wegedienst im Herrschaftsbereich durch Hand- und Spanndienste im Rahmen des Frondienstes zu besorgen. Später wurden dann Straßenmeister (Aufsicht) und Straßen- bzw. Wegeinräumer im Gemeindedienst angestellt, die von den Herrschaften nicht mehr zum Frondienst herangezogen werden durften.
1925 wurde der Bezirks-Straßenausschuss Straßenmeisterei Kirchberg am Wagram eingerichtet.
1941 19.März  durch Verordnung des Reichskommissars für die Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reiche wurde die Straßenverwaltung dem REICHSGAU NIEDERDONAU GAUSELBSTVERWALTUNG unterstellt.
1948 08.Jänner auf Grund der mit Verfassungsgesetz vom 1.Mai 1945 , St.G.Bl. Nr 4 (VÜG), erfolgten Aufhebung des Ostmarkgesetzes vom 14.April 1931, G.Bl.f.L.Ö. Nr. 500/39, der Bestimmungen des § 2 des Verfassungsgesetzes vom 1.Mai 1945, ST.G.Bl. Nr. 5, des Art. 1 im Zusammenhalte mit Art. 4 des Verfassungsgesetzes vom 1.Mai 1945, St.G.Bl. Nr. 4 (VÜG) und des § 7 des Behördenüberleitungsgesetzes vom 20.Juli 1945, St.G.Bl.  Nr. 94 wurde das Eigentum und die Obsorge für die Straßen  dem     BUNDESLAND NIEDERÖSTERREICH - Landesstraßenverwaltung übertragen.
Die "Wegeinräumer" hatten in der Regel im Gemeindebereich die Straßen in gutem Zustand zu halten, was infolge des rasant ansteigenden Autoverkehrs der 50er und 60er Jahre immer schwieriger wurde. An den Straßenrändern wurden in  regelmäßigen Abständen Schotterhaufen angelegt, von welchen der Straßeneinräumer das Material zum Verfüllen der Schlaglöcher mit der Schiebetruhe abholte. Weiters war dr Straßenrand zu mähen und die Zahlreichen Mostbirnbäume zu schneiden. Im Winter war bei Glatteis die Straße mit Rieselsand zu streuen. Sein Werkzeug waren Schiebetruhe, Schaufel, Krampen, Schlägel, Haue, Sense, Rechen und Straßenbesen.
Erst mit  der nach und nach erfolgenden Asphaltierung der Straßen änderte sich der Aufgabenbereich der Straßenarbeiter. Sie arbeiten jetzt in Gruppen und haben meist größere Projekte zu bearbeiten.
In Neustift sind folgende Wegeinräumer bekannt:
1888   Tom 3-11        † 40jähr. Johann SCHÖRGMAYER Wegeinräumer
1888   Tom 2-12       der Wegeinräumer Alois, s.d. Johann und Barbara SCHÖRGMAYER  ∞ Eleonora, Witwe nach dem Straßeneinräumer in Neustift, Johann SCHÖRGMAYER
1882   Tom 2-12       Leopold, S.d. Leopold und Anna FRAUENHOFER Neustift 26  ∞ Maria, T.d. Josef und Anna EICHBERGER aus Winkl 31. Er war 1855  geboren, wurde 1896 Straßeneinräumer in Neustift i.F. genannt, zog um 1900 nach Winkl und besorgte dort den Straßendienst.
1974   Partezettel     Johann SCHÖRGMAYER († 1974, 80jähr.), Sohn des WEGEINRÄUMERS Alois  SCHÖRGMAYER und Eleonora, geb. EDER.
 
Abb. 46: "Wegeinräumer" frühe 1950er Jahre in der Bahnstraße 40 Neustift i.F. / Kirchberg a. W.; Foto: Rudolf Schöfer sen..
 Von links: Straßenmeister Müller, Schörgmayer Johann (†1974 81jähr.), Hofmann Josef, Schneider Rudolf, Zillner Johann,  Frauenhofer Franz
Siehe auch Band 2 -Häuserchronik Haus Nr. 83 alt, neu Bahnstraße  40 
 
 
 
Ziegelschlager - Ziegelbrenner - Ziegelofen
 
Die Ziegelerzeugung war kein eingetragenes Gewerbe, dem  eine Handwerksordnung zugrunde lag. Bis zur Bauernbefreiung war die  Ziegelschlägerei den Herrschaften, Städten und Märkten vorbehalten, die diese an bestimmte Untertanen oder eine Gemeinde abgaben. „Die Ziegelbrennereien sind nur auf öden Gründen oder Viehweiden und nur dann auf Kulturgründen zu errichten wenn in der Gegend kein anderer Platz gefunden werden kann. 1780 verbietet man das Strohbrennen und das Ziegelbrennen ohne Bewilligung. Bezugnehmend auf das Dekret von 1751 wird auf das Einhalten der Maße und die Qualität der Ziegel und bei Nichteinhaltung auf strenge Strafen verwiesen. Um die Erzeuger feststellen zu können, wird die Kennzeichnung und bei gleicher Kennzeichnung ein Unterscheidungsmerkmal verlangt[lxvi]  Manchmal weist ein Flurname auf einen Ziegelofen hin.
In der Josephinischen Karte aus ca. 1780 sind Ziegelöfen zwar als“ ZO“ oder „ZH“ eingetragen, jedoch scheint im Aufnahmeblatt 49 kein Ziegelofen auf. Der Gemeindeziegelofen ist in der NÖ. Donaustromkarte  (Christophorus de Lorenzo 1816-1819);[lxvii] eingezeichnet. Im  Franziszeischen Kataster von ca. 1823 scheint der Ziegelofen ebenfalls auf.
 
Abb. 47: Lage der Neustifter Ziegelöfen  NÖ Atlas © Land Niederösterreich NÖ Atlas, download 27.1.2018
 
Die Häuser in Neustift wiesen aus Sparsamkeitsgründen meist folgende Mauerkonstruktion auf: Etwa ½ m unter der Erde lagerte man Naturbruchsteine, auf denen ein Mauerwerk aus gebrannten (= teureren) Ziegeln mit Kalkmörtel etwa 70-80 cm hoch aufgemauert war. Darüber folgte ein Mauerwerk aus luftgetrockneten, ungebrannten (=billigeren) Lehmziegeln mit Lehmmörtel. Das obere Drittel bestand aus der sogenannten  „Kotmauer“ (=am billigsten), einem Lehm-Spreu- (=ugs. „Aum“) Gemisch, welches noch formbar,  aber doch fest genug war, um diese als Mauer aufzuführen. Durch die Austrocknung wurde dieser „Gatsch“ ziemlich hart. Solange die Mauer trocken blieb, verputzt und regelmäßig mit gelöschtem Kalk geweißt war, hatte sie einen langen Bestand.
Für diese Mauern waren also gebrannte und ungebrannte Ziegel erforderlich, welche in diesen Ziegelöfen produziert wurden.
Die Ziegelherstellung erfolgte in mit der Kennzeichnung versehenen „Modeln“, in welche der mit Wasser vermischte, in die richtige Konsistenz gebrachte, geknetete Lehm eingepresst wurde. Die noch feuchten Ziegel wurden dann aus der Model herausgeschlagen und in den „Ziegelschuppen“ auf Lattenrosten zum Trocknen  eingebracht.
Die zu brennenden Ziegel schichtete man dann in einer speziellen Schlichtweise in den Brennofen der ähnlich einem Kohlenmeiler angelegt wurde, wo dann die Ziegel mit in mühevoller Arbeit ausgegrabenem Wurzelholz von unten her  gebrannt wurden. So ging teilweise Ziegelproduktion und Rodung Hand in Hand. Pro Jahr waren in einem „Feldofen“, der in die Lehmwand eingebaut war, 5-6 Brände möglich. Für den Brand sind Temperaturen von etwa 1000 °C erforderlich.
In der Neustifter Freiheit bestanden nach und nach insgesamt 4 Ziegelöfen:
 
1. "Alter" Ziegelofen:
Etwa 200 m nördlich des Hauses Nr. 13 (Grabner – Urban) in der Flur "Hinter den Häusern" auf dem Grundstück Nr. 733 steht ein Betonmast der Stromleitung in einer Senke, die vom "Alten" Ziegelofen herrührt. Die Senke greift auch auf das Grundstück Nr. 718 n.K. über. Die beiden Grundstücke bildeten im Franziszeischen Kataster die Parzelle Nr. 1009, als deren Besitzer Michael Blauensteiner auf Haus Nr. 21 ausgewiesen ist. Beim Pflügen auf dem Feld in der näheren Umgebung kommen auch noch immer alte gebrannte Ziegelbrocken zum Vorschein. Zu welcher Zeit der Ziegelofen betrieben wurde ist unklar, da auch die ältesten Leute in Neustift nichts davon berichten können, außer "daß dort einmal ein Ziegelofen war".
Ing. Mann Flurnamen Kirchberg:    56.      Ziegelofen, bey dem öden- MF
                                                           Ziegelofen, bey dem alten- MF
Der alte Ziegelofen wird bei der Beschreibung folgender Häuser erwähnt:
Haus Nr. 36
HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 257- Winkelberg Inventuren und Abhandlungen:
"Die Herrschaftlich Grafnökkerischen  Underdanen, Heisser und Grund Buchh. Beschriben, den 30. Octobris 1748" "Mer 1 ¼ in Ziel Offen (Ziegelofen), mitl Grund neben Baul GRAFF und Adam RATH."
Haus Nr. 47 und 68
Im "Grund- und Hausdienstbuch Sancty Michaely des Collegy Soctis Jesu in Crembs über dero Herrschaft Wünkhelberg... anno 1736  über das Ambt Neustüfft. Darein gehörth Wünckl Kollerstorff und Saxendorff", de fol.254, Haus Nr. 47" steht:
1736: "Mathias KOTTPAUR Barbara Uxor ...
"1 ¾ Joch auf den alten Ziegeloffen stossent, neben Thoma HEUSS und Justina THAILLIN von Neustüfft."
Haus Nr. 51
HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 257- Winkelberg Inventuren und Abhandlungen:
"Die Herrschaft Grafnökkerischen  Underdanen, Heisser und Grund Buchh. beschriben"
"1748: Joseph SCHEIRINGER und Richter zu Neysyfft ...
Mer ain Joch in Ziecheloffen (Ziegelofen), neben Mathias Kolmb und Thamas Heiß in einem mittleren Grund"
Haus Nr. 57: w.o.: "Mer 2 Joch in Zickerl Offen (Ziegelofen) neben Baul Graf und Bäbystel Vischer in schlechten Grund;"
 
Abb. 48: Ehemaliger Gemeinde-Ziegelbrennofen mit „Uhuhütte“ 2009; Foto Andreas Nowotny
 
 
Haus Nr. 58:
Herrschaft Thürnthal, Grundbuch B 1697 bis 1847, de fol 119, Neustift EZ 9:
1693: Hannß WINCKHLER, Maria seine Ehewierthin 2 Joch Acker beim Ziegelofen obige (Neustifter) Freiheit neben .. (fehlt).
 
2. Gemeindeziegelofen:
In der Flur "Altendorf" bzw. "Felberlassl" befand sich in einer hügelförmigen Erhebung die sogenannte "Uhuhütte", die in den Überrest des dort befindlichen Ziegelbrennofens gebaut war. Sie fiel in jüngerer Zeit einer Brandstiftung zum Opfer. Die älteren Leute erinner sich noch, daß dort der Gemeindediener Bederna einen Uhu für die Jagd hielt.
Der Lehm für die Ziegel wurde aus der daneben befindlichen "Lahn" entnommen. Dieser Ziegelofen war der Jüngere, auf den sich die meisten Matrikeneintragungen beziehen.
Pfarrmatriken Kirchberg:
1830   Ignaz Scheidel Ziegelschlager wohnhaft Neustift 27
1832   Michael Helmreich, Ziegelschlager stirbt 37jährig an Fieber in Neustift 58[lxviii]
 
Abb. 49: Ziegel aus dem Gemeindeziegelofen mit Zeichen "G N" Gemeinde Neustift;
Foto A. Nowotny; Ziegel zur Verfügung gestellt von Josef Schabl
 
1844   Tom 3-10       In Neustift im Ziegelofen stirbt "Georg, das Kind der Philippina MOCHRI, Ziegelschlägerin im Ziegelofen nächst Neustift, verwitwete Taglöhnerin aus Butsch No. 8 in Oberamte Saaz, Iglauer Kreis in Mähren, laut Paß No. 50..,vom 29.10.1843,.. T.d. Gotthard ZOBUZLY, Taglöhner in Butsch und der Johanna uxor".
1898   Tom 2-12       Der im Neustifter Ziegelofen wohnende Ziegelschläger, aus Altschallersdorf im Bezirk Znaim in Mähren stammende Anton KELLNER, S.d. Tischlermeisters Anton und Maria KELLNER aus Zuckerkandl, gleicher Bezirk, heiratet die ebenfalls im Neustifter Ziegelofen wohnende Franziska, Witwe nach dem Ziegelschläger Wenzel TABORSKY aus Frauendorf, Bezirk Budwitz in Mähren; Trauzeugen sind Michel ANTON, Ziegelbauer in "Neustift / Ziegelofen" und  Leopold MATHIAS, Ziegelschläger in Unterstockstall 48.
1847   Tom 3-10       Stirbt in der "Ziegelbrenner-Hütte in Neustift Johanna HAUPT, Ziegelschlagerin, gebürtig von Waltendorf, laut Paß von der Herrschaft Wirmla ddto. 23. Dezember 1841 No 46, Eheweib des Joseph HAUPT, Ziegelschlager von Henzing, Herrschaft Neulengbach, geborene RÄSSLER".
1852   Tom 1-12       Geboren wird im Neustifter Gemeindeziegelofen: Johann, Sohn der Anna KAPPENBERGER, Inwohnerstochter aus Lamgerstorf im Königgrätzer Kreis in Böhmen. Bei der Geburt ist beigestanden Marianna MICHL, Taglöhnerin aus Gurstorf in Schlesien.
"Um 1863      Josef HAMMERL
Um 1865        Andreas SCHIMON
Um 1873        Anton BÖHM
Um 1918       Aloisia TRIPOLA, wohnhaft Neustift 42"[lxix]
 
3. Ziegelofen bei der Hafnerstrass
Bestand Haus-Hof- und Staatsarchiv – Sonderbestände - Herrschaftsarchiv Grafenegg – Handschriften Signatur 250- Winkelberg  Grundbuch 1638-1768 wird auf fol. 71 h ein Ziegelofen genannt:
"1676 Hannß RESCH, ledig Stands -Von einem halben Jochagger bey Ziegeloffen neben des Jacoby Roch Andreas Matthies.
Achtsnichtagger von Leonhardt Brein uberkhomen   .           .           .           .           4 d"
1676   Hanns RESCH, Cunigunde
            Mathias LUTHER, Eva uxor
            Geörg PINTER Maria uxor von Pirbaumb
            Anna Maria PINDERIN ledig Standt
            Mathias KHERNER
1743   Mathias KHERNER, Catharina uxor
1757   Joseph LIDL, Anna Maria Uxor;
Dazu Pfarrmatriken:[lxx]
1672   RESCH Hannß Witwer aus Neustift ∞  Lucia, T.d. Hannß und Regina SEEFISCHER aus Kollersdorf
1684   Hannß, S.d. Jacob und Veronica Resch aus Frauendorf ∞ Eva, T.d. Philipp und Anna Wüser (Wieser) aus Engelmannsbrunn.
Weiters Ing. Mann, Flurnamen Bez. Kirchberg:
Hafnerstraß, Haffner- M a, n, P a, G 1666, 1709, 1760, G a, MF, JF, A, St. KAB 1708 Haffner-
385 Hafnerstraß       . . Hafner = Töpfer. Im Grdb.v. J. 1728, Gem. 40, heißt es:
Haffner- oder Landstrass. Dort waren also wegen des vorhandenen Hafnermaterials (Ton, Lehm) Hafner angesiedelt. Tatsächlich bestanden auch vor nicht langer Zeit dort noch Ziegelöfen... „[lxxi]
 
4. Haus Nr. 72 (Hametners Ziegelofen)
 Das Haus mit einem Ziegelofen wurde in den Jahren 1904/1905 erbaut:
Die EZ. 649  Grundbuch Neustift wurde am 12.Dezember 1905 eröffnet und folgende Parzellen von EZ 17 GB Neustift (Haus Nr. 49) hier zugeschrieben:
Parz. Nr 421/2, 421/3          Acker
Parz. Nr. 128, 129, 130       Bauparzellen Haus Nr. 72 mit Ziegelofen
Besitzer:
GB Neustift ab:
1905               HAMETNER Josefine aus Altenwörth
1908               HAMETNER Anton
1912               HAMETNER Anton und Maria
1932               HAMETNER Anton zur Gänze
Pfarrmatriken Kirchberg:
1911   Tom 1-15       * Anton, Sohn des  Martin RAMETSTEINER, Ziegelschläger in Neustift und dessen Ehegattin Juliana, geb. FORCHE.
Martin war der Sohn des Martin RAMETSTEINER aus Königsbrunn, ein Ziegelbrenner und dessen Gattin Maria, geb. Böhm.
Juliana war die Tochter des  Franz FORCHE, ein Ziegelbrenner und Gattin Franziska, geb. Czech, Taufpatin war Katharina Berger, Ziegelschlägersgattin in Neustift 72.
 
Abb. 50: Ziegel mit Zeichen "A H" – Anton Hametner.
 
Abb. 51: Ein weiterer Ziegelofen, welchen Johann Baum, Neustift 49 und 58, betrieb, hat sich in der Flur Altendorf beim sogenannten "Baum - Auerl" befunden. Initialen "J B" - Johann Baum; Fotos A. Nowotny; alle Ziegel zur Verfügung gestellt von Josef Schabl
 
Andreas Nowotny Februar 2018
 
[i]    Ludwig Marzani Schulchronik 1 Teil Heimatskunde
[ii]    Adalbert Hirsch d.J., Schulchronik 2 Teil Geschichte
[iv]    Rudolf Koriska Pfarrgedenkbuch Kirchberg
[v]    Adalbert Hirsch d.J. Schulchronik 2 Teil Geschichte
[vi]   Dr. Phil. M.Kronfeld - Blätter für Landeskunde von NÖ 26. Jg. 1892, S.69 bis 75
[vii]   Beschreibung aller Stückh-Zehent und Gülden des Hochfürstlichen Passauischen Casten- Ambts Stain, Bay. HstA.  München, Sign. HL-528 Hochstift Passau- Buch – Auszug, recherchiert von Hr. Ludwig Leuthner, Transkription A. Nowotny
[viii]  Adalbert Hirsch d. J. Schulchronik 2 Teil Geschichte
[ix]   http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=18960903&seite=1&zoom=33&query=%22Safranpredigt%22&ref=anno-search
[x]    wie VII
[xi]   Das Landwirtschaftliche Casino ist im Kapitel Öffentliche Gebäude näher beschrieben.
[xii]   Adalbert Hirsch d.J. Schulchronik 2 Teil Geschichte
[xiii]  NÖLA "Topographische Tabellen 1817"
[xiv]  Heimatkalender des Tullner Bezirkes 1949, NÖ Landesbibiliothek
[xv]   AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 253 – Winkelberg, GB., 1688 -1712, fol 277
[xvi]  Überländ-Grundbuch zu Georgi II der Herrschaft Winkelberg fol  672
[xvii]  Amelie Hoffmann, geb. Nowotny, Neustift
[xix]  Pfarrmatriken Kirchberg, Tomus 2-01, 2-02, 3-03, 3-07, 2-07
[xxi]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-09
[xxiii] Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-12, 2-13
[xxiv]       Adalbert Hirsch d.J. Schulchronik 2
[xxvi] http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtleben/226664_Wiener-Milchmeier-als-Lebensretter.html
[xxviii]       Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 3-11 und 2-12
[xxix]       1635 Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01: Brigitha, Witwe nach Veit LANZENDORFFER aus Neustift ∞  Nicolaus RORBACH aus Lauttenbach in Mähren gebürtig; Trauzeugen Elias REICHERSTORFFER und Philiph PALL, beide "Gastgeber in der Neustift", Hannß FECHTER und Christoph AICHINGER aus Neustift
[xxx]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-04a
[xxxi]       "Die Geschichte des Kremser Jesuitenkollegs (1616 -1773)", Diss. von Gottlinde Stanke, Wien 1964 : Seite 283, HHStA, Klosterakten, Krems; Jesuiten, Fasz. 1, fol. 508
[xxxii]         Ebenda, fol 25 hinten
[xxxiii]      HA Grafenegg HS 247 D – Dienstbuch Winkelberg 1642 -1664: "Ambt Neustifft- darein gehört Kollerstorff, Sächsendorff umd Winckhl", fol 29 vorne
[xxxiv]         Grund- und Hausdienstbuch Sancty Michaely des Collegy Soctis Jesu in Crembs über dero Herrschaft Wünkhelberg... anno 1736  über das Ambt Neustüfft. Darein gehörth Wünckl Kollerstorff und Saxendorff, de fol.236, Haus Nr. 8
[xxxv] Pfarrmatriken Kirchberg, Tomus 2-05, 3-07, 3-08, 2-08, 2-09, 3-10, 2-10; nächste Seite 2-11, 2-13; -Grafenwörth: Tomus 2-06
[xxxvi]          Grundbuch der Herrschaft Oberstockstall fol 118
[xxxvii]       Grundbuch Neustift EZ 1, bis zum Jahre 1967
[xxxviii]      Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 2-02, 2-01f138, 2-01 f 192,  2-02 f 37, 2-02, 2-02, 2-02, 2-03, 2-02, 2-02, 2-02, 2-05, 2-07, 2-07, 2-07, 2-11, 2-11, 2-13, 2-13
[xxxix]       Adalbert Hirsch d.Ä. Schulchronik 1
[xl]            W.o.
[xli]   Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 3-02 S. 9, 2-02, 2-02, 2-03, 2-11, 3-08, 2-08, 2-02, 2-03
[xlii]  Grundbuch der Herrschaft Grafenegg über Winkl aus 1762 fol 352
[xliii]           http://www.baeckerhandwerk.de/baeckerhandwerk/geschichte/
[xliv]        AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg HS, Dienstbuch Winkelberg 1642 -1664 fol 36 hinten
[xlv]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 3-01, 2-01, 2-10, 3-02 S 10, 2-02, 2-03, 1-04, 3-08, 3-08, 2-09, 2-03, 2-13, 2-02, 2-02, 2-02, 3-02
[xlvi]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 2-02, 2-02, 2-03
[xlvii] Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 2-01, 3-08, 2-09, 2-12, 2-03, 2-09, 2-11
[xlviii]          Grund- und Hausdienstbuch, zugleich auch Gewährbuch D der Hft. Winkelberg fol. 243
[xlix]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-06, 2-11, 2-09, 2-03, 2-09, 2-09, 2-11
[l]    Grundbuch Neustift
[li]    Adalbert Hirsch d.Ä. Schulchronik 1
[lii]   Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-02, 2-02, 2-02, 2-02, 2-03, 2-03
[liii]   Pfarrmatriken Kirchberg Tom 2-07, 2-07, 2-08, 2-09, 2-09, 2-09, 2-03, 2-
[liv]   Herrschaft Thürnthal, Grundbuch B 1697 bis 1847, de fol 119r
[lv]   Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 2-02, 2-03, 2-02, 2-02, 2-03, 2-03, 2-04.,
[lvi]   Pfarrmatriken Kirchberg 2-05, 2-07, 2-07, 2-07, 3-10; Pfarrmatriken Theiss Tomus 2-02; Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 1-12, 2-12, 2-13, 3-10, 2-02, 1-12, 2-10, 2-11,
[lvii]  Pfarrmatriken Kirchberg Tom 2-10
[lviii]          "Grund- und Hausdienstbuch Sancty Michaely des Collegy Soctis Jesu in Crembs über dero Herrschaft Wünkhelberg... anno 1736  über das Ambt Neustüfft. Darein gehörth Wünckl Kollerstorff und Saxendorff", de fol.247, EZ 499, Haus Nr. 41
[lix]   Pfarrmatriken Kirchberg, Tomus 2-07, 2-06, 2-09, 3-08, 2-09, 3-10, 2-11, 2-09, 2-13, 2-02, 1-02, 2-02
[lx]   Pfarrmatriken Kirchberg, 1844, Tom 1-11
[lxi]   Pfarrmatriken Kirchberg, 1872, Tom 1-13
[lxii]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 3-08, 2-08, 2-08, 2-09, 2-10, 2-08, 3-07, 3-08, 2-07, 2-03, 2-03, 2-03
[lxiii]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-01, 2-02, 2-02, 2-02, 2-02, 2-03, 2-13, 2-07, 2-09, 2-08, 2-09, 2-02, 2-03, 2-07, 2-08, 2-11
[lxiv]  ein Püttenmeister ist ein Brunnenmacher, Pütten = Ziehbrunnen, Pütt = Schacht, auch Bergwerk
[lxv]  Pfarrer Rudolf Koriska, Pfarrgedenkbuch Kirchberg am Wagram
[lxvi]  Helga Papp †, Reinhard Roetzel  Ingeborg Wimmer-Frey "Die Ziegelöfen des Bezirkes Hollabrunn, Geschichte und Geologie 2003
     download unter www.zobodat.at/pdf/ArchivLagerst-GBA_24_0117-0191.pdf , abgerufen 19.03.1017
[lxvii]       NÖ. Donaustromkarte  (Christophorus de Lorenzo 1816-1819); NöLB, BII_82_B_5_1
[lxx]  Pfarrmatriken Kirchberg Tomus 2-02, 2-03
[lxxi]  Ing. Franz Mann: Was sagen uns die Flurnamen im Bezirk Kirchberg am Wagram? 1959