Armenversorgung

 

Letzte Änderung:  3.1.2017

 

Die Grundherrschaft

Die Grundherrschaft hatte sich um Untertanen zu kümmern, die infolge von Alter, Krankheit oder Invalidität arbeitsunfähig waren; sie sollte ihnen eine Unterstützung verschaffen, die meist von der Untertanengemeinde geleistet werden musste. Die Regierung wollte auf diese Weise die Zahl der vagabundierenden Bettler vermindern. Die Zahl der landesfürstlichen Patente, die sich mit Bettlern und Vagabunden beschäftigten, ist außerordentlich groß. 

 

Pfarrarmenistitute

Im Zuge seiner Reformen ordnete Kaiser Joseph II. die Schaffung von „Vereinigungen aus Liebe des Nächsten“ bzw. von „Gesellschaften zur Tätigen Liebe des Nächsten“ durch die Pfarren an. Für diese Einrichtungen bürgerte sich der Name „Pfarrarmeninstitut“ ein. Das Vermögen das durch die Auflösung verschiedener Klöster und Bruderschaften gebildet worden war, kam unter anderem diesen Institutionen zu Gute.

Daneben gab es die Bürger- oder Armenspitäler, die von den Gemeinden, Kuratoren oder den Pfarren verwaltet wurden. In den kleineren Dörfern gab es Armenhäuser.

Die Armenpflege war laut Gemeindeordnung von 1862 und Heimatgesetz von 1863 Aufgabe der Gemeinden, wobei die Heimatgemeinde für ihre Armen zuständig war. Im Jahr 1870 wurden in Niederösterreich die Pfarrarmeninstitute aufgehoben und die Verwaltung den Gemeinde übertragen, 1885 wurden ein Landesarmenverband und Bezirks-Armenräte geschaffen.

Ab 1893 bestanden Bezirksarmenfonds, die sich aus Gemeindevorstehern, Mitgliedern der Stadträte und Gemeindeausschüsse und Mitgliedern des Landesausschusses zusammensetzten.  In den Ortschaften gab es bis zu drei Armenpfleger, die ehrenamtlich arbeiteten.

Die Gemeinden mussten das für die Armenfürsorge gewidmete Vermögen diesem Fonds übergeben. Zu dieser Summe kamen noch folgende Beträge:

  1. Die Bezirksarmenumlage (Steuerzuschlag)
  2. Geldstrafen, die von Gerichten und Behörden verhängt wurden
  3. Abgaben der Verlassenschaften von Geistlichen
  4. 1 Prozent Abgabe von Versteigerungen
  5. Gebühren für die Aufnahme in den Heimatverband
  6. Lustbarkeitsabgaben
  7. Hundeabgabe
  8. Jagdabgabe
  9. Grundbesitzer wurden mit einem Satz für die Armenfürsorge belastet.
     

Handbuch für Orts-Richter, 1840

Im „ Handbuch für Orts-Richter“ von Thomas Hofer wird eingehend auf das Thema der Armenfürsorge eingegangen:
„Den bestehenden Verordnungen gemäß kommt jede erarmte und erwerbsunfähige Person von der Gemeinde des Ortes, in der dieselbe geboren ist, zu verpflegen, wenn nicht der Umstand eintritt, daß eine solche Person in einer anderen Gemeinde das Decennium, das heißt, den ununterbrochenen 10jährigen Aufenthalt vollstreckt hat; denn diejenigen Armen, welche sich in einem Orte 10 Jahre aufhalten, sind, wenn sie auch Inländer eines andern Ortes sind, in das dortige Armen-Institut aufzunehmen, oder in die Gemeinde-Versorgung zu übernehmen.

Diejenigen Personen, welche sich in einer andern Provinz, als wo sie geboren sind, ansässig gemacht, das Bürgerrecht ordentlich erworben, oder als unbehauste Inwohner ihr Gewerbe oder Profession getrieben, und so bis zur erfolgten Mühseligkeit, die gemeine Last mitzutragen geholfen haben, es mögen nun solche zehn oder weniger Jahre in einem Orte haussässig gewesen, oder mit Einwilligung der vorgesetzten Obrigkeit zum Behufe des gemeinen Wesens, als Bürger ihre Handthierung getrieben haben, sollen in ihrem Aufenthaltsorte, wo sie vollends unkräftig geworden sind, von der Stadt- oder Ortsgemeinde, oder wo Spitäler sind, in solchen verpflegt werden.

Bey denjenigen Personen, welche in einer andern Provinz, als wo sie geboren sind, zwar das Bürgerrecht nicht wirklich erlangt, jedoch mittelst Bewilligung der Obrigkeit, des Magistrats oder der Gemeinde, sich irgendwo durch 10 Jahre inwohnungweise aufgehalten, und der Gemeinde durch ihre Handthierung oder in andern Wegen, nützlich gewesen ist, ist vorgeschrieben, daß ein solcher Inmann, wenn er sich wirklich 10 oder mehrer Jahre in einem Orte ohne Unterbrechung aufgehalten hat, und nach der Hand in eine gänzliche Mühseligkeit gerathen ist, daselbst in die Verpflegung genommen werden.

Jene Personen, welche in einer andern Provinz, als wo sie geboren sind, bey einer Gemeinde oder bey Privaten durch 10 oder mehrer Jahre an einem Orte in Dienst gestanden sind, sind bey etwa vollends verlornen Kräften in die Verpflegung desselben Ortes, wo selbe so lange hindurch gedient, folglich entweder der Gemeinde, oder auch den übrigen Inwohnern und Unterthanen, durch Leistung ihrer Dienste und Daranstreckung ihrer Kräfte, so lange sie im Stande waren, einigen Beystand und Nutzen verschafft haben, unweigerlich anzunehmen.

Arme, die das Decennium nirgends erreicht haben, sind sammt ihren Kindern bis in das 14te Jahr, von ihrem Geburtsorte zu ernähren.

Solche aufgegriffene Personen endlich, deren Geburtsort oder 10jährige Aufenthalt durchaus nicht erhoben werden kann, werden jenen Dominien und Gemeinden zugeschoben, wo sie sich am längsten ununterbrochen aufgehalten haben. Diese Dominien und Gemeinden haben jedoch nur so lange gesetzmäßig für deren Beschäftigung oder Versorgung Sorge zu tragen, bis erhoben werden könne, wo selbe geboren wurden, oder wo sie durch 10 Jahre Unterstand gefunden haben.

Rücksichtlich den Gemeinden obliegender Verbindlichkeit zur patentmässigen Versorgung erarmter, erwerbsunfähiger Personen, darf die Dorfobrigkeit und Gemeinde jenen Personen, gegen welche kein Verdacht obwaltet, die Niederlassung an einem Orte nicht verhindern oder erschweren.“ 

Wie hier beschrieben, war genau geregelt, wer in das Armenhaus eines Dorfes aufgenommen wurde.  Oft waren es Inwohner, die nicht mehr arbeiten konnten und die aus den Häusern der Bauern ausziehen mussten. Aber auch als Hausbesitzer konnte man im Armenhaus landen, wie man weiter unten sieht.

 

Das Armeninstitut Altenwörth, 1872

Pfarrer Karl Grössinger beschreibt  in der Pfarrchronik die oben erwähnte Übergabe der Verwaltung des Armeninstitutes an die Gemeindevertretung:

„Das weiland diespfarrliche Armeninstitut betreffend
Unter dem gleißnerischen Traktate, daß nachdem die Gemeinde autonom, auch die Verwaltung des Armeninstituts-Vermögens in die Hände der Gemeinde überzugehen habe, eigentlich aber auch um auch in diesem Stücke dem Pfarrer seinen rechtlichen Einfluß  und  Autorität zu entziehen, wurde auf Grund des sanctionirten Beschlußes des aus Juden und  Neuheiden  zusammengewählten Synedriumo in Wien d.i. des n.ö. Landtages die Übergabe besagter Institute in N.Österreich an die Gemeinden verfügt und durchgeführt. Letzteres hierorts am 3. März 1871 durch den Bezirkshauptmannschaftl. Commissär Knolz von Krems in Anwesenheit des Pfarrers, des Armenvaters Anton Laininger, Kauf­manns zu Altenwörth, des Rechnungsführers Josef Türk, Schullehrers, dann des Bürgermeisters Franz Gerner, Hauers zu Kollersdorf und des Gemeinderathes Leopold Fraunhofer, Hauers zu Kollersdorf.

Zu der Meinung, es werde ihnen das Vermögen zur Vertheilung unter die 4 Bethschaften ausgefolgt, zeigten sich die Beammten 2 Gemeinde- Repräsentanten, wie in ihren Gesichtern zu lesen war, über diese Neuerung sehr erfreut, daher zur Übernahme ganz und gar bereit. Nicht wenig verdutzt äu­ßerte sich  dafür der Bürgermeister: ‚Es wäre doch besser, wenn es beim Alten bliebe‘ – erst dann, als er das übergebene Geld ohne Weiteres in seine Tasche steckend, auf die Bemerkung des Com­misairs: ‚Daß diese Barschaft nicht in die Tasche, sondern in die Lade gehöre‘, dasselbe wieder her­vorziehen und in die Casse deponieren mußte.

Gegenstand der erfolgten Übergabe waren:

  1. Eine Casse aus Eichenholz mit 3facher Sperre.
  2. Öffentliche Obligationen 2 Stücke u. z. N° 6670 vom 1. Oktober 1869 zu 250 f in Silber, u. N° 18166 vom 1. August 1869 zu 500 f in Noten, sammt dazu gehörigen 2 St. Zahlungsbögen.
  3. Barschaft 114 fl 92 x Ö.W.
  4. Privatschuldverschreibung zu 6 Stücke über  368 f 37 kr conv. Münze und 220 f 10 3/4 x Wäh­rung.
  5. Die vorhandenen Rechnungen ab 1785 – 1792 inclusive die ab Anno 1799 – 1826, und ab Ao 1828 – 1870, sammt Journal über die Empfänge und Ausgaben und die Instruction   über die Verwal­tung der Armeninstitute auf dem Lande.
  6. II Stücke einschlägige Acte und Erlässe.
  7. I St. Stiftbrief des Rudolf Anton Gärtler vom 1. Juli 1844.

In Betreff dieser Stiftung bemerkte ich zur Wahrung des Rechtes, wie die Pflicht des jeweiligen hiesi­gen Pfarrers, daß im Sinne des Stifters laut Stiftbrief die jährlichen Interessen Sa:10 fn 50 x Ö.W. am Allerseelentage von dem Pfarrer und einem Gemeinderatvertreter an beiderseits beliebige Pfarrarme gemeinschaftlich zu vertheilen seien, und daß dieser Vollzug des letzten Willens des Stifters aufrecht zu verbleiben habe ungeachtet der eingetretenen, eben bemerkten Neuerung.

Gemeinschaftlich mit dem Armenvater wurde bisher durch mich diese Vertheilung am Allerseelen­tage nach dem hl. Gottesdienste in der Sakristei, wohin sich die Pedenten begeben haben und gleich nach Empfang der Gabe in der Kirche für den seligen Stifter, wie er dies verfügte ihr Gebeth verrich­teten, vorgenommen.

Den drängenden Bitten, die Verwaltung des Instituts ungeachtet der verfügten Änderung wie bisher fortführen zu wollen, welche von Seite der Gemeindevorstehung an mich ergingen im Interesse der Armen endlich nachkommend unter der ausdrücklichen Bedingung, daß mir wie früher vollkommen freie Hand bezüglich der Aufnahme der Pfründler wie der Betheilung derselben belassen bleiben und nicht als Schreiber oder Ehren-Manifolant der Gemeinde zu figuriren, behielt ich die Armenlade im Pfarrhofe und nachdem auch Hr. Laininger erklärte, das Armenvater-Amt unter diesen Umständen weiter bekleiden zu wollen, blieb bis zum 1. Juli 1872 Alles beim Alten. An diesem Tage aber schloß ich ab und übergab nach vorheriger 4wöchentlicher  Aufforderung des Gemeindevorstandes zur Übername, am 7ten darauf den beiden Gemeindevertretern Michael Waltner und Josef Polzer von Gigging alles zum Institute gehörige wie jenseits spezifizirt angegeben ist, sammt dem Barbetrage von 11 f 50 x in Silber und 139 f 59 x in Noten, zusammen also 151 f 9 xr. Abends legte Hr. Laininger sein Amt mit mir gleichzeitig nieder. Was mich zu dem ausgeführten Beschlusse bestimmte, soll nachfolgend nur berührt werden. Von diesem Tage an stellte ich auch die Abhaltung der Opfergänge ein, um auch nicht einmal dem Scheine Raum zu geben, als habe man die Verpflichtung oder es sei dem Pfarrer darum zu thun, zu Gunsten des Gemeindesäckels einen Einsammler zu machen.“
 

Die Armeninstitute in Kirchberg

Pfarrer Vincenz Willim listet 1876 wunschgemäß die Vermögenswerte der Kirchberger Armenstiftungen auf, die noch der Pfarre gehören: 

„Hoher Niederösterreichischer Landesausschuß!

Infolge des hohen  f.e. Ordinariats sind die Pfarrämter angewiesen über das Vermögen der Armeninstitute und sonstiger wohltähtigen Anstalten Bericht abzustatten.

Von Seite der Pfarre Kirchberg am Wagram wird gehorsamst berichtet:

  1. Armeninstitut. – Das gesammte Vermögen des Armeninstitutes zu Kirchberg am Wagram sammt dem baren Gelde ist den 30. März 1871 an die k.k. Bezirkshauptmannschaft abgegeben worden, von wo aus dasselbe nach gegebener Vorschrift den einzelnen eingepfarrten Gemeinden zur Verwaltung übergeben worden ist.
  2. Die Cernitzische Stiftung ist gegründet worden von dem Paßauer Dommherrn Paul Cernitz, welcher zugleich dahier Pfarrer gewesen ist, und zwar zur Erhaltung 12 arbeitsunfähiger Pfründler, welcher die Verwaltung dieser Stiftung dem jeweiligen Pfarrer zu Kirchberg am Wagram auferlegt hat. Das Vermögen dieser Stiftung  besteht aus der
    Staatsschuldverschreibung No. 7408 in Noten                 37860 fn -
    Silbernote No. 1489 pr.                                                      1000 fn -
    Silberrente No. 1413 pr.                                                       500 fn -
    1 ½ Tagwerk Wiese im Werthe                                            105 fn - 
    1/4tl Weingarten im Werthe                                                 262 fn 50 kr.
  3. Spitalgebäude sammt Kirche  4200 fn                         4567 fn 50 kr
  4. Zusammen                                                                43927 fn 50 kr 

Von diesem Betrag ist zu verausgaben laut Rechnung
vom Jahre 1875 an Verpflegungskosten der Pfründner,
an Medikamenten und ärztlicher Behandlung, für Holz
und Fuhrlohn, für Erhaltung der Gebäulichkeiten und auf
gestiftete Ämter, Messen und sonstigen Auslagen             17571 fn 77 ½ kr.
Wenn nun von der Einnahme des Vorjahres pr:
1673 fn 12 kr die Auslagen vom Jahre 1875
1757 fn 77 ½ kr abgezogen werden, so zeigt
sich eine Überzahlung pr:                                                         48 fn 65 ½ kr.
Welcher Betrag bei der Rechnung pro 1876 zu
berichten kommt.

Doctor Heißische Stiftung, welche ebenfalls zur Verwaltung dem jeweiligen Pfarrer zu Kirchberg am Wagram durch den Stifter übergeben wurde, besitzt an Stiftungskapitalien in Nennwerthe von 3640 fn. Von diesen entfällt an Interessen in Noten 152 fn 88 kr, welchen Betrag an 4 Pfründler jährlich  147 fn 38 kr und an verschiedenen Auslagen 5 fn 50 kr zur Verausgabung kommt.
Pfarramt Kirchberg am Wagram den 9. November 1876.“
 

 

Verschiedene Aktivitäten zugunsten der Ortsarmen

Schulchronik Kirchberg

„Am 10. Mai 1881 wurde die Vermählung seiner k.k. Hoheit des durchlauchtigsten Kronprinzen Rudolf mit Ihrer königlichen Hoheit der Prinzessin Stefanie von Belgien gefeiert. Aus diesem Anlass erhielten über Veranlassung der hiesigen schulfreundlichen Gemeinde mehrere arme Kinder mit Gold-Guldenstücke geschenkt.

Im Dezember 1890 wurden 138 arme Schulkinder von Seite der hiesigen Sparcasse mit Winterkleidern betheilt.

Am 23. Dezember 1893 wurden 56 Kinder von dem Reinerträgnisse der Theater-Vorstellungen mit Kleidungsstücken betheilt.

1894: In diesem Jahre wurde für die hiesigen Schulkinder unbemittelter Eltern eine Suppenanstalt während der Wintermonate ins Leben gerufen und von der hiesigen Sparkasse die erforderlichen Auslagen für dieses Unternehmen bewilligt. Am 3. Dezember fand die Eröffnung dieser Anstalt im Gasthaussaale des Neugebauer statt, wobei über 100 Schulkinder mit einer kräftigen Fleischsuppe in genügender Menge betheilt wurden. Von Seite des Ortsschulrathes waren der Obmann Dr. Rudolf Roth und das Mitglied Anton Wichtl, ferner Oberlehrer Anton Berger mit dem ganzen Lehrkörper erschienen. Auch der Bürgermeister und Sparkassa-Director Franz Roskopf war anwesend.

Am 23. Juni 1929 wurden die Schülerarbeiten der Haupt- und Bürgerschule ausgestellt. Die Ausstellung war sehr gut besucht und lieferte einen Reinertrag von 38 S 14 g, der für arme Schüler verwendet wird.

Am 19. XII 1930 wurde durch Hrn. Dr. Kittl, Advokat hier, ein Sühnebetrag von S 110 mit der Widmung der Direktion übergeben, daß davon armen Schülern mit Weihnachtsgeschenken beteilt werden. Aus diesem Anlasse wurde am 23. Dezember eine Christbaumfeier veranstaltet, wobei 14 arme Schüler der Volks- und Hauptschule mit warmen Kleidungsstücken beteilt wurden.

Am 23. Dez. 1932 wurde in der Volksschule und in der Hauptschule eine Weihnachtsfeier abgehalten. Die Schüler sangen neben den brennenden Kerzen des Christbaumes ein Weihnachtslied. Dann fand die Bescherung für arme Schulkinder statt. Zu diesem Zwecke veranlasste die Direktion eine Woche vorher unter den Kindern eine Sammlung zur Winterhilfe für arme Schulkinder. Von den gesammelten Lebensmitteln wurden 31 Schüler beschenkt. Die Mädchen der 4. Hauptschulklasse erzeugten in der Kochschule Weihnachtsbäckerei, die an 51 Schüler verteilt wurde. Der Rest der gesammelten Lebensmittel (1 kg Fett, 1 kg Bohnen, 12 kg Kraut, 14 kg Mehl und 60 kg Erdäpfel) wurde der Gemeinde Kirchberg zur Winterhilfe für die Ortsarmen zur Verfügung gestellt.

1950: Der Vorstand des Elternvereines hielt am 22. Oktober eine Sitzung ab, in der das Programm für die weitere Arbeit des Vereines festgelegt wurde. Die Schaffung einer „Armenbücherei“ wurde beschlossen.“ 

 

Schulchronik Neustift

„Der erste ordentliche Lehrer war Herr Lambert Gröber, welcher im Jahre 1790 als Filiallehrer hier eingestellt wurde und die Kinder bis 1796 im Armenhaus und dann bis zu seinem Ableben am 5. Mai 1832 im neuerbauten Schulhause unterrichtete.

1880: Unterstützung armer Kinder. Es muß noch hervorgehoben werden, daß der schulfreundliche Schulobmann, Herr Anton Grabmeier, in sehr humaner Weise, unterstützt von den übrigen ebenfalls schulfreundlichen Mitgliedern des Ortsschulrathes, alle armen Kinder mit den nöthigen Lernmitteln, auch in der Industrialschule, zu versehen bemüht ist. 

1884: Bei der Einführung der neuen Lesebücher hat der löbl. Ortsschulrath zur Erleichterung derselben 18 fl. für Armenbücher bewilligt.

Wie alljährlich bewilligte der löbl. Ortsschulrath auch heuer bei Beginn des Schuljahres am 1. Mai 1886 den Ankauf der nöthigen Armen-Bücher und -Hefte.

Stiftung für die armen Schulkinder der Ortsgemeinden Neustift und Winkl. Die hiesige Volksschule besaß bis zum 1. Mai 1889 eine Grundentlastungsobligation (von Grafen August Breuner) von 1200 fl zu 5 %, deren Interessen vor dem neuen Schulgesetz vom Lehrer für sich und nachher vom Ortsschulrathe für die armen Schulkinder behoben wurden. Im Jahre 1889 wurde die Obligation gezogen, daher das Capital flüssig, am 1. Mai 1889 beim k.k. Obereinnahmeamte über Ermächtigung von Seiten des löbl. Bezirksschulrathes Krems behoben, in die Sparcassa in Kirchberg a. Wagr. angelegt und zwar /: im Sinne des h. Auftrages vom 1889, Z. 577:/ unter dem Titel: ‚Stiftungscapital für die armen Schulkinder der Orte Neustift u. Winkl‘.

Die Gemeindearmen wurden bisher so ernährt, daß sie täglich in einem anderen Hause ihre Kost erhielten.

Am 5.11.1933 beschloß der Gemeinderat von Neustift im Felde, seiner Exzellenz, Herr Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß das Ehrenbürgerrecht der Gemeinde zu verleihen. Dieser spendete anläßlich der Ernennung den armen Kindern des Ortes 100 Schilling.“

 

Schulchronik Winkl

„1895: Außerdem erhielt die Schule von dem verstorbenen Herrn Michael Weidinger 10 Gulden Ö.W. für arme Schulkinder gespendet.“

 

Schulchronik Engelmannsbrunn

„1935: Der B.S.R. Tulln überwies der Schule je 2 Rechenbücher 2. und 3. Teil von Buxbaum-Zimmel als Armenbücher. 

Am 5. Feber 1936 wandte sich der Oberlehrer auf schriftlichem Wege an die beiden Kirchberger Sparkassen um eine geldliche Zuwendung zur Unterstützung armer Schulkinder.“

 

Schulchronik Altenwörth

„Den 24. Dezember 1884 wurde für die hiesige Schuljugend ein Christbaum in der Schule aufgestellt, und wurden die ärmeren Kinder mit Kleidungsstücken und die anderen Schulkinder mit Schreib- und Zeichenrequisiten betheilt.

Den 15. Dezember 1885 spendete Herr Franz Hametner, Holzhändler und Schiffmeister in Altenwörth, der hiesigen Schule zur Anschaffung von Büchern und Heften für arme Kinder den Betrag von 4 fl.

Am 8. Jänner 1892 spendete Herr Josef Mayer Hausbesitzer hier 4 fl 12 kr zur Anschaffung von Büchern und Heften für die armen Schulkinder.

Am 1. Februar 1918 erhielt die Schule für arme Kinder von der nied.österr. Landes-Berufsvormundschaft 6 Paar Schuhe. 

Eine ehemalige Schülerin Auguste Grätzl, welche derzeit in Amerika sich aufhält und dort beschäftigt ist, spendete den armen Schulkindern zu Weihnachten 1922 5 Dollar für Anschaffung von Schulrequisiten, Wolle, Garn, etc. damit konnte nach unserem Gelde um 369.000 K eingekauft werden.

Herr Bäckermeister Matthias Köpf spendete in den Monaten Jänner und Februar 1936 15 Laib Brot zur Frühstücksjause für notleidende Schulkinder.

Am 19. Dezember 1937 um 2 Uhr nachmittags fand im Schulhause eine Weihnachtsbescherung der Schulkinder statt. Aus dem Verkauf von Schaustücken der Schülerarbeitenausstellung sowie durch Spenden wurde ein Betrag von S 167,10 zur Verfügung gestellt. Außerdem ergab eine Haussammlung: 7,5 kg Mehl, 95 Eier, zirka 600 Stück Äpfel, 2,63 kg Fett, 1 kg Nüsse. Zur Bescherung waren auch Eltern der Kinder eingeladen. 36 Kinder erhielten Gaben an Wäsche und anderen Kleidungsstücken und sämtliche Kinder bekamen einen Teller voll Bäckerei und Obst. Eltern und Kinder waren von der schönen Feier vollauf befriedigt.“

 

Testament der Franziska Pable
aus dem Jahr 1821: ...
"Vermache ich dem Armeninstitute Altenwörth 5 f W.W. und für die Normal-Schulfonde 3 f."

 

 

Armenfürsorge

Die Gemeinden waren verpflichtet für ihre Armen, mittellosen Rentner, geistig und körperlich Behinderte einen bestimmten Beitrag an die Bezirkshauptmannschaft zu leisten. Einige dieser Aufstellungen sind in den Gemeinderechnungen von Winkl erhalten (die Namen sind aus Datenschutzgründen gelöscht):

 

  

Schicksale

Trethahn Theresia und Josef Cerny

Frau Trethahn und ihre Lebensgefährte, Herr Josef Cerny waren die letzten Bewohner des Armenhauses in Winkl. Als Tochter eines Inwohners aus Gigging heiratete sie den Heinrich Trethahn aus Fels, mit dem sie zwei Töchter hatte. Für die Zeit ungewöhnlich, ließen sie sich scheiden. Frau Trethahn hatte danach keine Wohngelegenheit. Da ihr Bruder in Winkl wohnte, wurde sie im hiesigen Armenhaus aufgenommen. 

Die Gemeinderäte von Winkl mussten sich in ihren Sitzungen oft mit dem Haus, das schon ziemlich baufällig war, und seinen Bewohnern, beschäftigen, wie die Texte aus den erhaltenen Protokollen aus den Jahren 1926 bis 1967 belegen:

10.1.1926: Als Nachfolger des ehemaligen Obmanns und Schriftführers des Armenrates für Winkl, Jakob Jungbauer, wurde der hiesige  Schulleiter Ernst Pircher vorgeschlagen.

26.8.1928: Das Armenhaus wird neu gedeckt und renoviert.

14.8.1932: Herr Ernst Pircher, Oberlehrer, wurde einstimmig zum Ortsfürsorgerat gewählt,  und zwar von 1932 – 1937.

11.1.1948: Frau Trethahn hat ab 1. Jänner 15 S Zins zu bezahlen.

25.6.1950: Der Bürgermeister zieht Erkundigungen ein, unter welchen Umständen eine Delogierung der im Gemeindehaus wohnenden Frau Trethahn möglich ist, da die Gemeinde das Haus verkaufen will und sämtliche Gemeinderäte den Verkauf wünschen.

19.10.1952: Der Gemeinderat beschließt, die im Gemeindehaus Nr. 1 wohnhafte Theresia Trethahn nachweislich zu verständigen, dass das Haus infolge von Bauschäden als Wohnung nicht mehr verwendbar ist und sie aufzufordern ist, sich um eine Wohnung innerhalb der nächsten 3 Monate umzusehen. Sollte sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, lehnt es die Gemeinde ab, für eventuelle Schäden an Leib, Leben und Gesundheit der derzeitigen Bewohnerin sowie Ihres Inventars oder von Personen und ihrem Eigentum, die obengenannte Person besuchen, aufzukommen.

10.5.1956: Gemeinderat Bachmayer beantragt, sich in Grafenegg zu erkundigen, ob die sogenannten Armenprozente wieder wirksam werden könnten.

9.12.1956: Der GR beschließt einstimmig, die Bewohner des Hauses Nr. 1 zu kündigen, da das Haus so baufällig ist, dass die Sicherheit der Bewohner nicht mehr gegeben ist.

Ungeachtet der Bedenken des Gemeinderates die Sicherheit des Hauses betreffend, blieb Theresia Trethahn bis zu ihrem Tod am 24. Dezember 1970 im Haus. Da die Gemeinde für die Armen die Verantwortung trug und in Ermangelung anderer Personen wurde die Verstorbene von Ortsvortsteher Johann Engelmann und Viehhirten Johann Hartl  für die Sarglegung angezogen. Herr Cerny musste nun das Haus verlassen. Nachdem dieses einige Zeit leer gestanden war, beschloss die Feuerwehr, die Bruchbude bei einer Übung niederzureißen. Mit Wasser sollte vorher ein vermeintlicher Brand gelöscht werden. Zuvor schaute man vorsichtshalber nach, ob wirklich niemand im Haus sei – und tatsächlich lag Herr Cerny drinnen und schlief!
 

Matthias Deimel, Winkl
(1802 – 1877)

Er war ein Sohn von Matthias Deimel (Viertellehner) und Rosalia Engelmann und wohnte mit fünf Geschwistern im Haus Winkl Nr. 15. Mit seiner ersten Gattin Franziska kaufte er 1830 das Haus Winkl 30, verwitwet, heiratete er Theresia Kellner aus Frauendorf und hatte mit ihr neben seiner Tochter aus erste Ehe noch acht Kinder. 1863 starb seine Frau. Etwa zeitgleich dürfte er auch finanzielle Probleme bekommen haben. In der Wiener Zeitung wird das Haus im Jahr 1863 und 1867 zur Versteigerung angeboten. 1868 wird es schließlich vom Ehepaar Hartl ersteigert. Die Tochter Katharina heiratet den Josef Belky (oder Pölky, aus Böhmen stammend), Besitzer des Hauses Nr. 37, wo auch ihr Bruder Matthias und Schwester Johanna zeitweise unterkommen und arbeiten. Matthias selbst dürfte ins Armenhaus gezogen sein, wo er 1877 starb. 

Familie Fuchs, Winkl
1777 heiratet Johannes Fuchs aus Gigging Theresia Glanz, die Witwe des Inwohners Joseph Kellner von Winkl 14. 1778 wurde Sohn Joannes hier geboren. Die Tochter Anna Maria, die im Jahr 1782 zur Welt kam, wurde bereits im Armenhaus geboren, der Vater wird als Mendici (Bettler) beschrieben. Beim Tod der Tochter im Jahr 1785 wird er als armer Schubmann bezeichnet, der bereits verstorben ist. 1877 stirbt Anna Fuchs hier, die als verwitwete Pfründlerin bezeichnet wird. Ob sie die Gattin des Joannes (geb. 1778) war, konnte nicht herausgefunden werden. Jedenfalls haben im Armenhaus auch Ehepaare gewohnt und dort Kinder bekommen. Wenn man die Größe des Hauses gekannt hat und weiß, dass dort mehrere Parteien gewohnt haben, kann man sich das heute nur schwer vorstellen.
 

Johann und Amalia Knapp, Kollersdorf
Johann Knapp stammte als Inwohner vom Haus Nr. 53 ab, Amalia war am Freihof Nr. 40 als Tochter von Inwohnern geboren. Nach ihrer Heirat haben sie in verschiedenen Häusern als Inwohner gelebt, denn Tochter Amalia wurde im Haus Nr. 10 geboren, Franziska und Johann im Haus Nr. 40 und Leopold im Haus Nr. 13. Sie wohnten dann jahrelang im Armenhaus Nr. 50. Sie starben innerhalb von 3 Wochen, im Jahr 1956, wobei bei Johann Knapp als Sterbeort Sachsendorf 38,  wahrscheinlich das Haus der Tochter, angegeben ist. Sie hatten sich versprochen, dass sie im Falle des Todes „den anderen holen würden“. 
Die Mutter von Amalia starb 1913 ebenfalls im Armenhaus. 

 

Die Armenhäuser

 

Engelmannsbrunn

1845 kaufte die Gemeinde Engelmannsbrunn von Franz und Theresia Kreisel das Haus Nr. 66, in dem in Folge die Armen der Gemeinde wohnen konnten.  


Kirchberg

Das Armenspital an der Kremser Straße
Bild: Hermann Pistracher, Kirchberg

 

 

 

 


 


Das Damian’sche Stiftungshaus, heute Hauptplatz 23
 

 

 

 

 

 

 

Siehe auch unter:
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kirchberg-am-wagram/stiftungen-kirchberg/dr-paul-zscherniz
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kirchberg-am-wagram/stiftungen-kirchberg/die-jakob-damian-sche-stiftung
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kirchberg-am-wagram/stiftungen-kirchberg/dr-heiss-sche-stiftung-1829 

 

Kollersdorf

Das Gemeindehaus (Nr. 50) befand sich am Beginn des Ortes aus Richtung Altenwörth kommend, dort, wo heute der Waschplatz ist.

In früherer Zeit waren wohl mehrere Parteien dort untergebracht. Später wurde ein Teil von der Druschgenossenschaft zum Unterbringen der Dreschmaschine,  Schrotmühle, elektrischer Getreideputzerei und anderer Geräte verwendet. In einem Zimmer daneben war noch Platz für eine Familie bzw. ein Ehepaar. Da im Armenhaus wenig Platz war, dürften arme Leute auch anderweitig untergebracht gewesen sein.

Das Ehepaar Fürst ging mit einem Leiterwagen betteln, unter anderem um Brennholz.

 

Neustift

Das Armenhaus in Neustift war das Haus Nr. 1. 
Bild: Schulchronik Neustift

 

 

 

 

 

 

Sachsendorf
Das Armenhaus war ein Stöckl neben dem Haus Nr. 1 (Markl). 

 

Winkl

Im Hintergrund das Haus Nr. 1, neben der Kirche 
Bild: Monika Jöchl, Winkl  

 

 

 

 

 

 

 

Aus den Pfarrmatriken

Altenwörth

1921: Amalia Herbst in Altenwörth 16 mit 85 Jahren.

1921: Danzer Karoline auf 41 mit 91 Jahren.

1922: Theresia Danzer starb im Haus Nr. 23 als Armenpfründlerin im Alter von 70 Jahren.

1926 starb Anna Auer als Armenpfründlerin mit 89 Jahren in Altenwörth Nr. 5.

 

Gigging

1919: In Gigging 25 Katharina Haider im Alter von 70 Jahren, zuständig in Wien.

1919: Piringer Franz in Gigging 1 als Armenpflegling im Alter von 78 Jahren.

1920: Seine Gattin Josefa starb als Armenpflegling im Haus Nr. 18.

1927 starb der Armenpfründner Johann Heiss im alter von 77 Jahren im Haus Nr. 29.

Patzal Josef ist 1933 im Haus Nr. 1 als Pfründner im Alter von 79 Jahren an Lungenentzündung verstorben.

 

Kirchberg

1771: Josef Rauscher, ex Hospitali stirbt in Kirchberg mit 69 Jahren

 

Kollersdorf

1920 Theresia Hellmer, Nr. 50 mit 82 Jahren als Armenpfründlerin.

1923 starb Ludwig Hainzl im Alter von 62 Jahren in Kollersdorf 50 als Armenpfründler.

Rosalia Dorn, ist 1929 als Pfründnerin in Kollersdorf 4 im Alter von 91 Jahren verstorben.

 

Neustift

Der letzte Bewohner des Armenhauses war der ehemalige Viehhirt Josef Hahn.

 

Sachsendorf 

1791: Magdalena Supper, die Witwe nach Leopold, geb. Ardendorfer von Oberseebarn  

1829: Georg Leitner und seine Gattin Anna Maria wohnen im Armenhaus.  

1919: Kalchhauser Katharina starb in Sachsendorf 1 als Armenpflegling mit 77 Jahren. 

In den 40er Jahren wohnte dort ein Mann, der sich einige Male durch Erhängen das Leben nehmen wollte, er wurde aber immer rechtzeitig gefunden. Den Kindern der Nachbarn wurde verboten, zum Haus zu gehen oder hinüberzuschauen. Doch sie hielten sich nicht daran, und so erblickte das Nachbarskind den Erhängten, dessen Anblick sie heute noch vor sich sieht

 

Winkl

1772: Die Witwe und Bettlerin Anna Maria Zillhammer stirbt hier mit 46 Jahren.

1775: Die ledige Bettlerin Barbara Dirneder stirbt mit 66 Jahren.
Die  verwitwete Bettlerin Eva Rosina Sedlmayer stirbt mit 56 Jahren.

1778: stirbt die ledige Bettlerin Theresia Hausecker mit 73 Jahren.

1779 : stirbt der Inwohner Andreas Geyer mit 70 und die Bettlerin Judith Geyer mit 62 Jahren.

1782: Der Bettler (Mendici) Johann Fuchs und seine Frau Theresia geb. Glanz, lassen die Tochter Anna Maria taufen.

1783: stirbt Anna Maria die Frau des Bettlers Leopold Madler

1788: stirbt Anna Maria Wallner, Tochter des Inwohners Mathias mit 2 1/2 Jahren.

1789: Rosalia Oelsensohn, 22 J. heiratet den gleichaltrigen Witwer und Fischer Georg Staudinger von Winkl 3.

1790: stirbt Eva Maria Wittman, ein armes Weib vom Grantzhause hier mit 60 Jahren am Brand. 

1791: Theresia Treyhofer, 25 J., Tochter des Johann und der Barbara, geb. Koppauer, Hauer, heiratet  Josef Geyer, 32 Jahre, Sohn von Andre und Elisabeth, geb. Sumannsberger, Inwohner, von Winkl 16

1792: Leopold Klautz, ein armer Mann, stirbt mit 86 Jahres des Alters wegen.

1794: stirbt Anna Maria Bidlin, eine arme Magd aus dem Granitzhaus mit 60 Jahren im hitzigen Fieber.

1797: Die 25-jährige Anna Maria Madler heiratet den 42-jährigen Inwohner Jakob Winkler von Winkl 11.

1813: Der Viehhirt Michael Frittum  wohnt hier mit seiner Gattin Magdalena geb. Schwarzinger und Sohn Michael.

1874: In einem Versteigerungsedikt wird Anton Schabmayer als  verwitweter Ortsarmer auf Winkl 1 genannt. 

1877: stirbt Mathias Deimel, Inwohner.

1877: stirbt Anna Fuchs, verwitwete Pfründnerin

1897: Theresia Schwanzer stirbt im Alter von 77 Jahren als Pfründlerin im Haus Nr. 63,
ihr Gatte L
eopold Schwanzer stirbt im selben Jahr als Witwer und Armenpflegling im Halterhaus Nr. 34 im Alter von 84 Jahren.

Nach 1900: wohnten hier unter anderem die Familie Schlagenhaufer und Mayer (ehemaliger Schuster), Johann Biebl und Theresia Trethahn.

Der behinderte Johann Biebl stirbt hier. 

Weitere Informationen zum Winkler Armenhaus siehe hier:
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-haeuser-von-winkl/gemeindehaus-winkl-1 

 

Quellen

NÖ Landesarchiv St. Pölten
Handbuch für Orts-Richter, Thomas Hofer, 1840

Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
Schulchroniken 

 

Dezember 2014
Maria Knapp