Chronik von Winkl

 

  

1130/1140
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes:
"Die ersten gemeinsam nach Winkl genannten Ministerialen heißen Tiemo, Rahawin und Adalbrecht (um 1130/40) Dazu kommen noch ein Dietmar von Winkl (1130/1141) sowie der als Spitzenahn der Geschlechts ausgewiesene Poppo. Bemerkenswert ist, dass sich genau diese charakteristischen Namen bei den um die markgräfliche Residenz Klosterneuburg sitzenden babenbergischen Ministerialen gehäuft nachweisen lassen. Was Poppo von Winkl betrifft, so ist er höchstwahrscheinlich mit einem 1114 singulär genannten Poppo identisch, der das Amt eines markgräflichen Burggrafen zu Krems (1131) ausübte und diese Position zur Errichtung der Herrschaft Winkl in den nahegelegenen Donauauen genutzt haben dürfte." (26)

Um 1135
Popo von Winkl wird in einer Urkunde als Zeuge bei einer Grundstückstransaktion genannt. (2) Siehe unter: http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1527

Erste Hälfte des 12. Jahrhunderts
"Seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts lassen sich babenbergische Ministerialen an einem Donauarm in Winkl nachweisen. In der zweiter Jahrhunderthälfte verfügten deren Nachkommen bereits über genügend Ressourcen, um mit einer eigenen Mannschaft auch im Hinterland von Winkl herrschaftsbildend auftreten zu können". (26):

  • Poppo, ein Sohn Poppos wird um 1177 in Gnagge, einem abgekommenen Ort zwischen Großweikersdorf und Großwetzdorf genannt.
  • Ortlieb, ein anderer Sohn Popps wir 1177 erstmals in Königsbrunn genannt.
  • Ortlieb III. errichtete um 1250 Schloss Winkelberg.
  • Um 1250 ist der nur wenig nördlich von Winkl gelegene und abgekommene Ort Porz im Besitz von Winkler Gefolgsleuten. (26)

Mit diesen Stützpunkten beherrschten die Herren von Winkl als Vögte wesentliche Teile des Wagramgebietes. (26)

Um 1150
Rahawinus von Winkl wird in einer Urkunde als Zeuge angeführt. (23)

1156
Poppo von Winkl tritt im Gefolge von Markgraf-Herzog Heinrich II. bei der Unterzeichnung des Privilegium minus in Regensburg unter den ministerialis ducis auf. (26)
In den Zwettler Annalen tritt Popo von Winkl auf. (23)

1160
In der Ortsgeschichte von Theras (bei Sigmundsherberg) werden Popo und Kunigunde von Winkl genannt, die den Brüdern zu Göttweig zwei Weingärten zu Traiskirchen zum Nutzgenuss geben. (1)

31.5.1188
Ortolf von Winkl ist als Zeuge bei einer Schenkung Herzog Leopolds V. an das Kloster Heiligenkreuz angeführt. (21)

1190/91
Ortolf-Ortlieb I., der Sohn Poppos, der in Winkl bleibt, führt das Aufgebot der herzoglichen Ministerialen an, das den Babenberger Leopold V. auf den Kreuzzug ins Heilige Land begleitet. (26)

26.8.1191
Wie viele andere dürfte Ortolf-Ortlieb I. bei der Rückfahrt erkrankt und vermutlich an diesem Tag verstorben sein. (26)

1222
Ortlieb von Winkl liegt mit dem Domkapital in Passau in Fehde. (1)

23.2.1225
Die Vogtei-Rechte Ortliebs von Winkl über Absdorf werden vom Babenbergerherzog Leopold VI. in geordnete Bahnen gelenkt, da sich Ortlieb durch hohe Abgabenforderungen unbeliebt gemacht hatte.(6) Seine Vogtei reicht von Winkl über Absdorf, Absberg, Kirchheim (mittlerweile verschwunden) und Kirchberg am Wagram. (1)

Um 1270
Ortlieb von Winkl, der mit Elisabeth von Falkenberg-Mistelbach verheiratet war, stirbt. (2)

1283
Weickhard von Winkl übernimmt die Vogtei von seinem Vater, regiert aber nicht viel besser als dieser. (1)

1288
Hadmar und Ortlieb von Winkl treten als Zeugen beim Verkauf einer Liegenschaft zu Mühlfeld auf, ebenso Hadmar mit seinem Siegel beim Besitzverkauf Friedrichs von Eckerstein an die Kirche zu Strögen. Ihr oftmaliges Auftreten in Urkunden bei Besitzverkäufen zeugt von ihrem großen Ansehen unter den Adeligen jener Zeit. (1)

1292
In einer Urkunde treten die Söhne Ortliebs als Zeugen auf, und zwar als Ortlieb von Winkelberg und als Hadmar von Winkl. (2)

17.3.1303
Wernher der Payr von Winkl und Chunigunt kaufen von Abt Heinrich IV. von Göttweig die so genannte Münichwiese bei Altenwörth. (23)

In diesem Jahr wird erstmals ein Pfarrer namens Gerung erwähnt, der einer niederadeligen Familie aus Trübensee angehörte. 1319 wird er letztmalig erwähnt. (26)

1318
Urkunde im Stift Schlägl (OÖ): Hadmar von Winkl gestattet dem Kloster Schlägl, in des Klosters Höfen zu Winkl oder zu Neustift das Halten von 16 Rindern und deren freie Weide auf seinen, Hadmars, Werden (Inseln) und Auen als Seelgerät für die verstorbenen Söhne und Vorfahren. In diesem Dokument wird auch der Pfarrer Gerunch von Winkl genannt. (8)

Sitft Schlägl, Lade D. S83 aus dem Jahre 1318 (8)

 

1320
In einer Abgabenaufstellung des Stiftes Göttweig kommen unterem anderem folgende Winkler vor, die Abgaben zu leisten haben, d.h. ihre Höfe gehören dem Stift Göttweig: Erbet Froschnerinn von Winkl, Nikel Pair und Wolf von Winkchel. (Nikel war damals ein gebräuchlicher Name – von Nikolaus, dem Patron der Schifffahrer). (23) Pfarrer Dedelbacher

1325
Sieghard ist als Pfarrer von Winkl belegt. (26)

1330
Herzog Albrecht warnt Weikhart von Winkl vor Bedrückung der Klosteruntertanen. (8)

1340
In der Kirche von Winkl lässt sich ein St.Johann Altar mit einem eigenen Kaplan nachweisen. (26)

1348
Weikhart wird die Vogtei entzogen. (8)

1351
Hadmars Sohn Ortlieb bezeichnet sich erstmals als Ortlieb von „Winchel von der Tunawe“. (2)

1357
Ortolf von Winkl ist Zeuge bei einer Transaktion zwischen Reinprecht von Schonnperch und dem Nonnenkloster zu Tulln. (17)

1360
Ortlieb wird als Zeuge bei einem Grundverkauf des Weichart von Hippleinstorff als „Ortlieb von Winchel auf den Tunaw“ bezeichnet.(17)

Die Wappen der Herren von Winkl:

 
Siegel 1362: ein aufsteigendes Einhorn - Siegel 1372: ein aufsteigendes Einhorn; auf dem Helm ein Flügel mit einem Balken belegt. 

Näheres zu den Wappen siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-herren-von-winkl/wappen-der-herren-von-winkl

 

1384
Ein Hans ist als Pfarrer von Winkl nachgewiesen. (26)

1423
Pfarrer Jakob siegelt das Vermächtnis Siegmunds, des letzten Herren von Winkls. (26)

1424
Sigmund von Winkl ist der letzte des Geschlechts, der erwähnt wird. Winkl fällt durch die Heirat Emburks, einer Tochter Sigmunds, mit dem Ritter Koloman Scheck von Wald an dessen Familie. (2)

Nach 1450
Winkl geht als landesfürstliches Lehen mit allen Gütern an Aggstein, das im Besitz von Georg Scheck von Wald ist. (1) Zu Scheck von Wald siehe: http://geschichte.landesmuseum.net/index.asp?contenturl=http://geschichte.landesmuseum.net/personen/personendetail.asp___id=-1879198921

1456
Winkl wird noch ausdrücklich „Festung“ genannt. (1)

1463
Winkl fällt an Georg von Stein, die Burg wird wahrscheinlich in diesem Jahr abgebrochen. (20)

1467
Winkl fällt an Ulrich Freiherrn von Grafenegg. (1)

1477
Ullrich tritt gegen eine Entschädigung von 50.000 Dukaten alle seine Schlösser und Herrschaften, darunter Neu-Wolfenreut (Grafeneck) samt allem, „so etwan zum Schloss W., das Jörgen Scheck gewesen ist, gehört hat“, an Kaiser Friedrich II. ab. (2)

26.3.1495
Grafenegg „mitsambt der abbrochen vestenn Wünckl“ wird an Heinrich Prüschenk Freiherrn von Stettenberg (Hardegg) verkauft. (1) (2)

Dies war nur eine kurze Zusammenfassung über die „Herren von Winkl“. Ausführlich behandelt ist das Thema im Buch "Studien zum mittelalterlichen Adel im Tullnerfeld" von Dr. Günter Marian, Verein für Landeskunde von Niederösterreich - St. Pölten 2017

Ca. 1530
Das Weistum „Fischerrechte zu Winkl“ entsteht. (20)
Siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/fischerrechte-zu-winkl

1561
Winkl ist noch so bedeutend, dass es – im Gegensatz zu anderen Orten der Umgebung – in einem Kupferstich unten stehender Niederösterreichkarte dargestellt ist – wenn auch nicht ganz am richtigen Ort:


Ausschnitt: Wolfgang Lazius: Niederösterreich, Wien um 1560,
Kupferstich, Karte in der NÖ Landesbibliothek, Kartensammlung, St. Pölten

 

1613
Nachdem Grafenegg seit 1467 oftmals den Besitzer gewechselt hat, wird Winkl in diesem Jahr wieder an Grafenegg verkauft. (1)

1634
In einem kolorierten Kupferstich ist Winkl, Wynkhl geschrieben, dargestellt.


Ausschnitt: Willem und Joann Blaeu, Atlas novus, Kupferstich, Amsterdam 1634,
Karte in der NÖ Landesbibliothek, Kartensammlung St. Pölten

1645
Die Schweden sollen laut Pfarrchronik Altenwörth in der Gegend furchtbar gehaust haben. (23)
"Der gefürchtete Schwedenführer Torstenson verlegte sein Quartier anfangs April 1645 von Krems nach Grafenwörth und seine Truppen rückten bis gegen Wien vor. Dabei soll Kollersdorf und Winkl von den Schweden zerstört worden sein." (27)

Ab 1760
Josephinische Landesaufnahme: In der Monarchie entsteht die erste genaue Landkarte, initiiert vom Hofkriegsrat mit Genehmigung der Kaiserin Maria Theresia. Unter Kaiser Joseph II wurde sie vollendet. Österreich unter der Enns (Niederösterreich) wurde von 1771- 1783 vollendet. Auf dieser Karte sieht man in Winkl zwei kleinere Flüsse: Einer, der wahrscheinlich Wagram-Kamp hieß, floss vom Niederwagram durch das Dorf bis zum jetzigen Feuerwehrhaus und dann gegen Osten weiter. Der zweite floss in zwei Armen um die Fuchsberger-Au. In der Au gab es zwischen dem Granitz- und dem Schinderhaus noch ein drittes, das an einem Seitenarm der Donau lag. (Karte der Josephinischen Landesaufnahme, Kriegsarchiv. Aus urheberrechtlichen- und Kostengründen ist eine Veröffentlichung der Karte leider nicht möglich.).
Karte siehe hier: 

20.7.1783
In einem Dekret wird bestimmt, dass Winkl mit Altenwörth und Gigging eine Pfarre bilden solle. Dieser Beschluss wurde noch im selben Jahr rückgängig gemacht und Winkl kam zur Pfarre Kirchberg. (23)

1787
Grafenegg nimmt eine Grundteilung vor: "....Nämlich die Herrschaft Grafenegg hat im Jahre 1787, als Johann Exinger Bürgermeister von Winkl war, mit der Gemeinde eine Theilung der Donauauen vorgenommen, die der Kirche gehörten, Grafenegg bekam 80 Joch, die Winkler 78 Joch." (29) 

1807 - 1809
Die Franzosenkriege toben auch in unserer Gegend. Alle jungen Männer werden einzogen, Winkl gehört zum dritten Korps. Die Ortschaften wurden zu Zwangslieferungen verpflichtet, die Franzosen, die in Grafenegg ihr Quartier aufgeschlagen haben, plündern rücksichtslos. (8)

Um 1817
In dieser Zeit wird eine Topographie Österreichs erstellt, in der die Einwohner und der Ort Winkl nicht sehr gut wegkommen. Hier einige Ausschnitte daraus:
„Die hiesigen Einwohner sind mit einer ebenso betrübten Leibbeschaffenheit behaftet, und gleichen Überschwemmungsgefahren ausgesetzt, wie die Einwohner von Altenwörth, ….
Es hat 44 Häuser, unter welchen 7 der Herrschaft Winkelberg, 1 der Herrschaft Oberstockstall und 1 dem oberennsischen Kloster Schlägl unterthan ist,(
der Rest gehörte zu Grafeneck, Anm.d. Verf.) dann 54 Familien, 126 männliche, 129 weibliche Köpfe. An Handwerkern 2 Schneider, 4 Fischer. Am Viehstande 40 Pferde, 90 Stück Rinder, 80 Schafe, 12 Zuchtschweine.“(17)

Um 1830
1817 wird mit der franziszeischen Katastralvermessung begonnen, die in der gesamten Monarchie mit Ausnahme Ungarns durchgeführt wird, um ein einheitliches Steuersystem nach den Bodenerträgen zu erhalten. Der Ort Winkl wird um 1830 behandelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Karte: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Katastralmappenarchiv, Wien
http://www.bev.gv.at/portal/page?_pageid=713,1604790&_dad=portal&_schema=PORTAL

Beim „Protocoll der Catastralvermessung sämmtlicher Grund und Bau-Parzellen der Steuer Gemeinde Winkl“ handelt es sich um die Beantwortung vorgegebener Fragen über Lage des Ortes, Art der Bewirtschaftung der Äcker, Ertrag u.v.m. Einige Ausschnitte:
Die Grundstücke des Ortsbezirks liegen in der Ebene. Es gibt jedoch Niederungen, die den Donauüberschwemmungen mehr unterliegen und deren Lage noch ungünstiger als der übrigen ist. Das Korn ist schlechter Beschaffenheit. Es steht daher dem auf Anhöhe erzeugten Korn um 1/5tel im Preise nach.“

Im dazugehörigen „Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl H.548“ findet man u.a. folgende Informationen:
„Die Grundoberfläche ist ganz eben: im Genusse eines ziemlich milden Klimas und umfasst einen Flächenraum von 1576 Joch.
Bei der ganzen Gemeinde befindet sich ein Viehstand von 42 Pferden, 1 Stier, 122 Kühen, 31 St. Jungvieh, 100 Schafen und 33 St. Borstenvieh.
Die Kommunikationswege befinden sich hier in ziemlich schlechtem Zustande und scheinen äußerst selten einige Reparatur zu genießen.
Beim Ackerlande erscheinen Korn, Hafer, Erdäpfel als Haupterzeugnisse, Safran, Weizen, Gerste, Kukuruz, Kraut, gelbe Burgunder und Stoppelrüben, dann Steirerklee als Nebenfrucht, welche ausnahmsweise von einzelnen Grundbesitzern für den Hausbedarf erzeugt werden
. (12).

Die Aufstellung der Bauparzellen von Winkl ist von Corporal Friedrich Hohmann verfasst und mit 28.3.1831 datiert. Der Plan ist sehr detailgetreu, sogar der Brunnen bei der Kirche ist eingezeichnet – siehe Chronik Kirche.

 

Um 1835
Franz Xaver Schweickhart, der ebenfalls eine Topographie von Niederösterreich erstellte, kommt zu folgendem Ergebnis: Es gibt zu dieser Zeit 44 Häuser mit 69 Familien, davon 160 männliche, 153 weibliche Personen und 41 schulfähige Kinder. (3)
Die Grundstücke gehören zu dieser Zeit den Herrschaften Grafenegg, Winkelberg, Gut Oberstockstall und Königstetten. (12)
Zu Franz Xaver Schweickhart siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Xaver_Schweickhardt

1866
Die Gemeinde Winkl übernimmt während des Deutschen Krieges 2 Verwundete zur Privatpflege. (Wiener Zeitung vom 20. 7. 1866)

13.4.1886
Weihe der Glocke der kleinen Kapelle am Ortsbeginn. Die Glocke wurde vom ehemaligen Bürgermeister Franz Bösl-Lastinger gespendet, es ist anzunehmen, dass er auch den Bau der Kapelle initiiert hat.

  
Die Kapelle vor 1935 und 2011

 

1892
Die Winkler Kinder besuchen das letzte Mal die Schule in Neustift, und zwar sind es 18 Knaben und 24 Mädchen. (8)

31.7.1892
Einweihung der Schule, welche vom Herrn Dechant Hohmann aus Kirchberg am Wagram vorgenommen wurde. (1) Der Bau kostete 5300 Gulden. (11) Der erste Lehrer ist Jakob Jungbauer, der dieses Amt bis 1923 ausübte. (4)

4.6. 1898
Die Freiwillige Feuerwehr Winkl wird gegründet. 
Schulleiter Jakob Jungbauer wird erster Hauptmann, Anton Wimmer sein Stellvertreter. (9)


Aus dem Buch „100 Jahre FF Winkl“, 1998

 

Nach 1900
Ansichtskarten von Winkl:


Oben: Kirche, altes Jägerhaus
Unten: Milchkasino, Greisslerei und Gasthaus, Schule


Etwa 1900
Oben: Greißlerei und Wirtshaus, Kirche
Unten: Ortseinfahrt aus Richtung Neustift


Etwa 1925:
Oben: Kirche, Schule
Unten: Milchkasino, Greißlerei, Gasthaus
Alle: Herbert Eder, Kollersdorf


Winkl nach 1900
Oben sieht man den alten Eingang zur Kirche, der in Richtung Fuchsbergerau führte.
Karte: Erich Trezmüller, Gigging
 


Gefallene des Ersten Weltkrieges 

 

Das Milchkasino wird gegründet. (4) 
Durch die Eröffnung der Bürgerschule in Kirchberg am Wagram vermindert sich die Schülerzahl in Winkl drastisch. (13)

1927
Die Gemeinde Winkl beteiligt sich an der Anschaffung eines Versehwagens:
"Die Gemeinden Mallon, Engelmannsbrunn, Neustift, Winkl u. Unterstockstall haben beigetragen zu einem neuen Versehwagen, da der alte nicht mehr zu gebrauchen war; dieser alte Wagen wurde, weil noch einen alten Wagen, der in der Wagenschupfe stand, abgegeben. Der neue Wagen ist schön und leicht." (29)

Aus diesem Jahr gibt es noch eine Einladung zum Feuerwehrball (Herbert Eder):


 

1929 Das Telefon kommt nach Winkl. (18)


Sitzungsprotokoll der Gemeinderatssitzung vom 3.2.1929, Gemeindeamt Kirchberg am Wagram


Lehrer Ludwig Hirsch schreibt in der Neustifter Schulchronik über den ehemaligen Burggraben: ... In diesem Schloßgraben fand man nach Grabungen wertvolle Schwerter, Pfeilspitzen und anderes Waffengerät der damaligen Zeit. Einiges ist davon im Besitze der Schule Winkl. Bei sorgfältigen Grabungen würde gewiß noch mancherlei zu Tage treten, denn der Ursprüngliche Burggraben ist mehr als doppelt so tief zu denken. (28)

 

30.9.1934
Der Kaiserplatz wurde auf den Namen Dollfußplatz umbenannt. Und ist eine Tafel anzubringen. (18)
Es handelte sie hiebei um den Platz für dem Haus Herbert Grill - jetzt Verkehrsinsel.

5.6.1935
5 Mitglieder des Gemeinderates verlassen diesen und treten der Vaterländischen Front bei. (18)

1937
Ein Kriminalfall: Der Knecht Anton B. wird aus Winkl ausgewiesen, da er 1934 das Bild von Bundeskanzler Dollfuß aus dem Milchkasinos gestohlen und verbrannt hat. Weiters hat er 1934 illegale Flugzettel gestreut und Hakenkreuzfahnen gehisst. 1936 ist er in der Greißlerei von Antonia Zimmermann eingebrochen und verschiedene Gegenstände entwendet. Für beide Taten ist er vom Kreisgericht Krems mit Kerker bestraft worden. (18)

25.1.1938
Über Europa sieht man ein Nordlicht: „Dienstag d. 25.I. gegen 20 Uhr war in den meisten Ländern Europas Nordlicht zu sehen; selbstverständlich auch hier. Da diese wunderschöne Himmelserscheinung ganz plötzlich aufgetreten ist und niemand davon eine Ahnung hatte, so wurde es anfangs von vielen Leuten für ein Großfeuer gehalten. Laut Zeitungsberichten ist in Baden bei Wien sogar die Feuerwehr ausgerückt, weil man glaubte in Heiligenkreuz sei ein Großfeuer ausgebrochen. Dieses Nordlicht wurde ungefähr eine Stunde lang gesehen, dann war es auf einmal wieder verschwunden.“ (23) Pfarrer Berthold

11.-13.3.38
Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich: „Die Märztage 11. – 13. werden für unser Vaterland ein Markstein in der Geschichte bleiben. Die Regierung Schuschnigg mußte zurücktreten und Österreich wurde an das Deutsche Reich angeschlossen. So ist natürlich auch Österreich nationalsozialistisch geworden. Daher wurden in allen Gemeinden natürlich auch die Bürgermeister abgesetzt und neue eingesetzt, die schon früher bei der nationalsozialistischen Partei waren.“ (23) Pfarrer Berthold
Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich am 12. März müssen alle Personen um einen Ariernachweis ansuchen. Allein im Pfarrhof Altenwörth werden 1.000 Urkunden ausgestellt. (23)
Anfang Mai wird die Deutsche Währung bei uns eingeführt. 1 Reichs Mark = 1,50 Schillinge.(23)

25.4.1938
Erstmals wird ein Protokoll des Winkler Gemeinderates mit „Heil Hitler!“ tituliert, allerdings geschah das nur insgesamt 2 Mal. (18)


Pfarrer Berthold schrieb diese Worte zum Abschluss des Jahres 1938 in die Pfarrchronik.

 

30.4.1939
Am 30. April nachmittags wurde auf dem Platz der Adolf-Hitler-Eiche in feierlicher Weise ein herrlicher Maibaum aufgestellt. Der Chronist hielt hiebei die Festrede. (30) Lehrer Peter Pircher
Es handelte sich dabei um den Platz vor dem Haus Herbert Grill - heute Verkehrsinsel. Dieser Platz hieß vorher schon Kaiser- und Dollfußplatz. Die erwähnte Eiche ist eingegangen....

30.7.1939
Die Druschgenossenschaft wird gegründet. (10)

1939 – 1945
Die Freiwillige Feuerwehr ist per Gesetz aufgelöst. (9)

1943
Das Hamsterunwesen greift immer mehr ums sich. Bericht des Landrates des Kreises Tulln an den Reichsstatthalter in Niederdonau, Herrn Regierungspräsidenten Dr. Gruber: „Das Hamsterunwesen hat nicht nachgelassen. Die Schleichhandelspreise sind vielmehr im steten Wachsen begriffen. Mangelware ist überhaupt nur mehr im Tauschwege erhältlich. Dabei sind die Gehalts- und Lohnempfänger erheblich benachteiligt, da sie über keine Tauschobjekte verfügen. Leider konnte kein einziger Fall aufgegriffen werden. Seitens der Bevölkerung fehlt hiezu auch jede Unterstützung. Der Angelegenheit wird nach wie vor größtes Augenmerk zugewendet.“ (Sicherheitsberichte 1941- 45, NÖ. Landesarchiv, St. Pölten)

9.2.1945
Winkl wird an diesem Tag bombardiert. Es werden ca. 100 Bomben abgeworfen. Da der Angriff von Westen her erfolgt, das Dorf aber in Nord-Süd-Richtung gebaut ist, entsteht ein verhältnismäßig geringer Schaden. Außer 2 schwer beschädigten Gebäuden und 2 total zerstörten Scheunen entstehen nur geringfügige Sachschäden. (5)
Zum Dank dafür, dass es zu keinen Personenschäden kam, wird noch heute um diesen Zeitpunkt herum eine Dankmesse, die so genannte „Bombenmesse“ gelesen.

Mai 1945
Am 7. Mai nachmittags sind deutsche Truppen (SS) noch im Ort anwesend. An diesem Tag wird der Ort vom südlichen Donauufer aus mit Streufeuer belegt. An einem Haus entsteht leichter Sachschaden. 8 Tage vorher zog die Flak ab. Die Russen kommen aus dem östlich gelegenen Frauendorf und waren vorher in der Höhe des Forsthauses Eleonorenhain von Zwentendorf über die Donau gegangen. Die deutschen Truppen ziehen in westliche Richtung ab. Im Ortsbereich finden keine Kampfhandlungen statt.“Lehrer Engelberger (5)
Weitere Berichte darüber finden Sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/kriege-und-revolutionen/der-2-weltkrieg-titel/luftangriffe-auf-winkl

1945
Im zweiten Weltkrieg waren 43 Mann eingerückt, (11) 14 davon sind gefallen oder vermisst.

 

Besatzungstruppen warenin Winkl nicht stationiert. Es warennur 2 Feldgendarmen anwesend, von denen einer deutsch sprach. Durch das Wirken der beiden konnten Plünderungen und sonstige Übergriffe anderer Russen weitgehend verhindert werden. (5)

8.11.1945
Die erste Sitzung des Winkler Gemeinderates nach dem Krieg findet statt. Vorsitzender ist der provisorische Bürgermeister Leopold Grill, der in der konstituierenden Sitzung vom 29.12.1946 wieder gewählt wird. (18) 

27.6.1948
Es erfolgt die erste Beratung über die Elektrifizierung des Ortes. Der Gemeinderat überträgt dem Bürgermeister die Aufgabe, mit einer Firma über die Zuleitung des elektrischen Stromes nach Winkl zu verhandeln. (18)


Text: "Nach reichlicher Überlegung hat die Gemeindevertretung den Beschluss gefasst, ein komplettes Projekt für die Elektrifizierung der Gemeinde Winkl (Zuleitung) anfertigen zu lassen.
Der Bürgermeister wird ersucht und beauftragt, mit einer ... Firma zu verhandeln und den Auftrag zur Projektauffassung zu erteilen.“
(18)

 

1948
Winkl zählt 50 Häuser und 187 Einwohner. (11)
Die Berufe teilen sich auf, wie folgt: 1 Tischler, 1 Lehrer, 1e Postangestellte, 1 Forstarbeiter. Alle übrigen erwachsenen Personen und Jugendlichen sind in der Landwirtschaft tätig. (11)

31.7.1949
Da es in Winkl nun eine Ortsbeleuchtung gibt, wird der Viehhirt Karl Hartl vom Gemeinderat beauftragt, diese täglich ein- und auszuschalten. (18)

1950
Der erste Winkler Feuerwehrball nach dem Krieg wird abgehalten. (9)

Bei der Gemeinderatswahl erhält die ÖVP 76 Stimmen, die SPÖ 38, die Volksopposition 1 Stimme.

1951
Winkl gehört nun zur Pfarre Altenwörth: „Laut Zuschrift des Erzbisch. Ordinariates vom 6. Juli 1951 Zahl 4319/51 gehört Winkl vom 1. August 1951 zur Pfarre Altenwörth. Damit ist ein langgehegter Wunsch vieler Winkler in Erfüllung gegangen. Der Gefertigte hat schon 1946/47 in Winkl den Religions-Unterricht erteilt und 1950/51 wieder und auch Gottesdienst in der Winkler Kirche immer gehalten, natürlich mit Erlaubnis d. H. Pfarrer von Kirchberg.“ (23)

1952
Vom Gemeinderat wird der Antrag gestellt, an der Kreuzung nach Neustift eine Autobushaltestelle einzurichten, um die Winkler in den Genuss des Autobusverkehrs nach Tulln zu bringen. (18)

1953
Es wird ein Stierhalterverein gegründet. Dieser übernimmt von der Gemeinde den Halter und den Gemeindestier. 1961 wird dieser Verein allerdings wieder aufgelöst und die Gemeinde übernimmt den Halter wieder. (18)

Im August werden neue Ortstafeln aus Aluminumblech angeschafft. Sie sind "hochgeprägt, oval, blau-gelb laut Vorschrift". Der Preis einer Tafel: 256,- S.

1954
Die Winkler Jagd wird an die Herren Franz Lehner, Bäckermeister in Winkl 51 und Franz Walla, Gendarmerie- Bezirksinspektor i.R., Winkl Nr. 6 um 1.500,-- S vergeben und zwar für die Periode vom 1.1.1954 - 31.12.1959 (Amtsblatt des Tullner Bezirkes)

1954/55
Die Schule wird renoviert. Es sind dafür 150.000,-- S notwendig. (18)

1955
Bei der Gemeinderatswahl geben von 126 Wahlberechtigten 118 ihre Stimme ab, alle gültig! 80 Stimmen erhält die ÖVP, 25 die SPÖ und 13 Stimmen die Volksopposition.

Vor 1957
Errichtung einer Gemeinschafts-Kühlanlage. (18)

1957
Der Gemeinderat beschließt den Bau der Ortsstraße. Voraussichtliche Kosten: S 100.000,-- (18)

Der Neubau des Pfarrhofes Altenwörth wird beschlossen. Die Bewohner der Ortschaften der Pfarre - so auch die Winkler - werden verpflichtet, beim Neubau tatkräftig mitzuhelfen.

1959
Winkl tritt der Verwaltungsgemeinschaft Gruppenwasserversorgungsanlage Wagram (nördliches Tullnerfeld) bei. Das heißt, Winkl bekommt eine Wasserleitung Der Brunnen wird nördlich von Neustift errichtet. Der Wasserpreis wird mit 3,20 S festgesetzt (18).


Foto: Schulchronik Neustift  

 

Bau der ersten befestigten Straße: Auf den gebrochenen groben Splitt wurde einfach Asphalt gegossen. (22)
Siehe auch Fotos hier:
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/winkl-einst-und-heutehttp://www.winkl.org/einstundheute
 

"Die Ortsstraße wurde gebaut. Die Arbeit dauerte 3 Wochen. Sie wurde von der  Bezirksstraßenverwaltung ausgeführt. Der Beitrag der Gemeinde:
104.000,- S."
(30)


Foto: Herta Spiegl  

 

10.60 –12.61
In Winkl werden die Äcker kommassiert, d.h. zu größeren Flächen zusammengelegt, um dem Einsatz der nun größeren Ackergeräte und Traktoren Rechnung zu tragen. Unter anderem wurde der Weg nach Frauendorf, die so genannte „Schellergasse“ verlegt. (18)

1950 – 1960
In diesem Jahrzehnt kommen auf das Dorf große (positive) Veränderungen zu: Neben der Renovierung der Schule und Kirche nimmt man die erstmalige Asphaltierung der Ortsstraße in Angriff (siehe oben), die Ortsbeleuchtung wird installiert, eine Gemeinschaftskühlanlage wird errichtet, es erfolgt der Anschluss an die Gruppenwasserversorgung Wagram und die Kommassierung der Grundstücke findet statt. Dies alles waren große Aufgaben für eine kleine Gemeinde von nicht einmal 200 Einwohnern, es musste daher von Fall zu Fall um so genannte Bedarfszuwendungen bei der Landesregierung angesucht werden. Die Ortsbevölkerung half bei den anfallenden Arbeiten mit, um die Kosten geringer ausfallen zu lassen.

21.3.1961
In Österreich findet eine Volkszählung statt. Winkl hat 55 bewohnte Häuser und 189 Einwohner. (23) 

Die Zufahrt nach Winkl von der Straße Neustift – Bierbaum aus wurde mit einer festen Decke versehen.  30) 

12.9.1961
"Die nö. Landesregierung hat am 12. September 1961 dem Bürgermeister von Winkl Karl Schmidt das silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich verliehen.

Die Ueberreichung der Dekoration und des Dekretes erfolgte im Rahmen einer kleinen Feier durch Herrn Landesrat Oekonomierat Johann Waltner." Veröffentlichung im Amtsblatt der Bezirkes Tulln vom 10.10.1961

14.9.61           
"Unter Anwesenheit des Herrn Landesrates Ökonomierat Johann Waltner aus Altenwörth, wurde am 13.9.1961 (Mittwoch) dem Bürgermeister Karl Schmidt anläßlich seines 50. Geburtstages von der Gemeinde, Feuerwehr und Schule eine Feier bereitet. Nachdem 2 Kinder (Steinbatz Maria und Aigner Annemarie) ein Sprücherl aufgesagt hatten, hielt VS Dir. L. Engelberger eine Ansprache, in der er Wesen und Verdienste des Gefeierten würdigte. Herr Landesrat Waltner betonte in seiner Ansprache, daß es Bürgermeister Schmidt zu verdanken sei, daß die Gemeinde in den letzten 10 Jahren so viel schaffen konnte und dabei der innere Friede erhalten blieb...." (30), Lehrer Leopold Engelberger
 

21.10.61         
"Heute war eine Kommission der n.ö. Landesregierung in Winkl, die die Wege besichtigte, die auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses vom       und des Protokolls vom     für den Preis von 12.000,- S an die Gutsherrschaft Grafenegg abgetreten und entwidmet werden sollen. Es handelt  sich um den Weg, der an der Kirche vorbei in südlicher Richtung zum Hegerhaus führt und um Feldwege in der Ried „Weidäcker“, die zum Teil schon abgekommen sind. Das Ausmaß der Abtretung beträgt 0,75 ha." (30) 

1962
Renovierung des Spritzenhauses. (9)

Laut Bezirksschulrat soll die Schule in Winkl gesperrt werden, der Gemeinderat und die Bewohner wehren sich heftig dagegen und können die Schließung vorläufig abwehren. (18)

1963
Letzter Feuerwehrball im Gasthaus Zehetner. (9)

1966
Da Frau Zehetner das Gasthaus die letzten Jahre als Witwenbetrieb geführt hatte und es niemand weiterführte, musste sie es in diesem Jahr schließen.


Frau Zehetner hinter der Schank
Foto: Monika Riedl 

 

Juli 1966
Die Schule wird geschlossen, die Schüler besuchen ab September die Schule in Kirchberg am Wagram. (18)

1967
An der Nordseite der Kirche wird ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen beider Weltkriege angebracht.(18) 



Nach längeren Verhandlungen über die Zusammenlegung der kleineren Gemeinde zu Großgemeinden wird Winkl Teil der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  



 

Letzter Eintrag in den Winkler Gemeinderatsprotokollen,Gemeindeamt Kirchberg am Wagram:
„Der Bürgermeister schließt die Sitzung und dankt allen für die 18 Jahre guter Zusammenarbeit und bittet den Vertreter der Gemeinde der Kirchberg und den Bürgermeister der Großgemeinde in Hinkunft alte Einrichtungen und Traditionen aufrecht zu erhalten und zu pflegen.
Nach einer Ansprache und Laudatio des VSDir. Engelberger überreichte Bürgermeister Joh. Damböck an Bürgermeister Karl Schmidt die Ehrenbürgerurkunde.
Unterfertigt: Schmidt, Rauscher, Aigner, Riedl, Engelmann, Heisler, Zimmermann, Wölfl“

Laut den Sitzungsprotokollen von 1925 bis 1967 (42 Jahre) fielen fast alle Abstimmungen einstimmig aus!

 

1.1.1968
Winkl ist ab nun eine Katastralgemeinde der Großgemeinde Kirchberg am Wagram.
Die Gemeindehäuser werden verkauft. (24)

1970
Die Bundesstraße 3, die Stockerauer Schnellstraße wird eröffnet, die Winkl näher an Krems und Tulln anbindet. Dem Bau der Straße, die durch die erst kürzlich neu kommassierten Äcker von Winkl führen sollte, gingen harte Verhandlungen (noch im Winkler Gemeinderat) voraus. (18)

Um 1972
Die Greißlerei wird geschlossen.(22)

1977
Der Heurige von Anni und Herbert Grill öffnet seine Pforten.


Foto: Herbert Grill

1978
Das Milchkasino wird geschlossen. (4)
Der Spielplatz wird angelegt. (24)
Die Kegelbahn wird eröffnet. (4)
Verkauf des Gemeindehauses (Viehhirthaus) (24)


Foto: Marktgemeinde Kirchberg am Wagram

1979
Eine Volkszählung bringt folgendes Ergebnis für Winkl: 56 Gebäude, 62 Wohnungen, 55 Haushalte, 180 Personen.

1.7.1979
Gründung des Verschönerungsvereins. Erster Obmann ist Karl Birochs . (15)

1981
In diesem Jahr wird die Dorfstraße gründlich saniert, es werden Gehsteige und Blumeninseln angelegt. (22)

4.6.1982
Das erste Winkler Feuerwehrfest findet im Garten der ehemaligen Schule statt. (9)

1984
An der Einfahrtsstraße von Neustift wird der Ortsgraben zugeschüttet und ein Gehsteig errichtet. (15)

Das Feuerwehrhaus wird neu gestrichen, ein Zubau für die Zillen bei der alten Schule hergestellt und ein Kleinlöschfahrzeug angeschafft. (9)

Große Gemeindegrundstücke werden aufgeforstet. (Alte Mülldeponie im „See“) (24) 

1989
Am 3. Juni findet in der Gemeindekanzlei eine Bürgerbefragung über die Umwidmung von Grundstücken zur Schottergewinnung an der damaligen Schnellstraße statt. Die Wahl endete mit einer Ablehnung dieses Ansinnens.

1992
Bau der Hubertuskapelle


Karl Birochs, Roland Zoubek, Franz Grausenburger, Herbert Grill, Franz Berthiller, Otto Grünwald, Rudolf Hackl, Hermann Kohoutek
Foto: Herbert Grill

17.2.1994
Die Winkler gehen demonstrieren: Im Nordosten des Dorfes soll eine offene Güllegrube errichtet werden. Viele Winkler gehen mit Plakaten dagegen vor - die Grube wird nicht errichtet. Einige Jahre später wird sie, ohne dass die Bevölkerung viel davon erfährt, an der Straße Richtung Frauendorf errichtet.

11.9.1994
Einweihung der Hubertuskapelle außerhalb des Ortes mit anschließendem Fest, welches auf dem Festplatz hinter der alten Schule stattfindet. Der Andrang ist groß - gibt es doch unter anderem Wildgerichte zu speisen.

 

März 1997
Da die Vergabe von sieben neuen Hausnummer ansteht, wird vom Herrn Ortsvorsteher Berthiller die Frage aufgeworfen, ob man die Nummern nicht der Reihe nach vergeben solle, da im Laufe der Jahre ein ziemliches Chaos entstanden ist. Es wird auch über die Vergabe von Straßennamen diskutiert. Am 30. März ist die Abgabe der Stimmzettel - es bleibt alles wie gehabt, vor allem die Kosten und die Mühen der Adressänderungen schrecken die Winkler ab.

18.7.1998
Einweihung der Schule nach ausgiebiger Renovierung anlässlich des 100-jährigen Bestehens der FF Winkl. (9)


Foto: Franz Berthiller 

 

2000
Spatenstich für den Teilabschnitt des Hochwasserschutzdammes südlich von Winkl.

12.11.2000
Eröffnung der Kläranlage zwischen Winkl und Altenwörth.

2002
Hochwasser, siehe hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/katastrophen/hochwasser-2002

1.10.2002
Die Winkler fahren mit einem Autobus in die Bucklige Welt. Der davor verstorbene Dr. Horst Friedrich Mayer (Mai 2003), der ein guter Freund der Winkler Jäger war, wollte anstatt von Kranzspenden das Geld den Winkler Hochwasseropfern zugute kommen lassen. Mit diesem Geld wurde nun dieser Ausflug finanziert, damit sich die Winkler während der Renovierungsarbeiten, die zu diesem Zeitpunkt schon im Endstadium waren, einmal einen schönen Tag machen konnten. Der Ausflug ging unter anderem nach Hollenton, da diese Gemeinde den größten Einzelposten auf das Hochwasserkonto eingezahlt hatte. 

2008
Die Kastanienbäume bei der Kapelle werden gefällt.


1997, Johann Engelmann

 

2011

Das Wasser im Biotop ist stark verschmutzt und muss ausgetauscht werden. 

Juni 2012
Franz Berthiller, seit 1990 Ortsvorsteher von Winkl, wurde von Herrn Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll das Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland NÖ verliehen - und zwar für seine Arbeit als Obmann des Donauhochwasserschutz Wasserverbandes Tullnerfeld-Nord. 

Die Friedhofsverwaltung des Winkler Friedhofes ging in die Verwaltung der Großgemeinde über.

Im Zuge des Hochwasserschutzes wurden die Gräben im Dorf vermessen und geräumt, auf dem Sportplatz wurde ein Rohr eingelegt.


 

 

2013
Die Straße im Unterort erhielt eine Verschleißschicht, gleichzeitig wurde der Gehsteig im Bereich des Feuerwehrhauses erweitert.

Am 14.8. stellte Herr Ortsvorsteher Franz Berthiller ein von ihm entworfenes und gestiftetes Hochwasserdenkmal in der Nähe der Kapelle im Oberort auf. Als Ausgangspunkt für die Hochwassermarken nahm er die Markierung vom Hochwasser 2002 an der Kapelle und die Daten am Hochwasserstein in Maria Ponsee.

  

 

Die Einwohner von Winkl 

Datum

Häuser

Einwohner

Männl./weibl

Familien

Haupt/Neben-wohnsitz

Quelle

 1590

 32

 

 

 

 

 Bereitungsbuch

 1682

 34

 

 

 

 

 Stift Schlägl

Um 1817

44

255

126/129

54

 

Topographie Österreichs 1817

 1827

44

 286

 153/133

 66

 

 Franziszeische Operate

Um 1835

44

354

160/153/41 K.

69

 

F.X.Schweickhardt

 
1888
 

310

     

Aus einem Subventionsansuchen f.d. Kirchberger Gemeindearzt Dr. Arthur Pechlaner

1900

53

280

     

Heimatkundl. Stoffsammlung

1910

54

280

       Pfarrchronik Altenwörth

1923

57

257

       Pfarrchronik Altenwörth

1932

56

225

     

Volkszählung/Pfarrchronik Altenw.

1948

50

187

       Heimatkundliche Stoffsammlung Winkl

1961

55

189

     

Volkszählung/Pfarrchronik Altenw.

1979

56

180

 

55

 

Volkszählung

2011

66

193

90/103

 

179/14

Gem. Kirchberg/Wagram

 

Der Übersichtlichkeit halber finden Sie folgende Chroniken und Aufstellungen auf separaten Seiten:

Chronik der Kirche: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-kirche-von-winkl/chronik-der-kirche-von-winkl

Chronik des Verschönerungsvereines: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/verschoenerungsverein-winkl

Chronik der Schule: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-schule-von-winkl/die-schulchronik-von-winkl

Dorfrichter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/dorfrichter-in-winkl

Bürgermeister und Ortsvorsteher: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-buergermeister-von-winkl

Lehrer/Schulleiter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/die-schule-von-winkl/die-lehrer-von-winkl

 

Quellen:

1. Wilhelm Simlinger: Aus der Vergangenheit von Kirchberg, Altenwörth, Bierbaum a. K., Königsbrunn und alle dazugehörigen Gemeinden, Kirchberg 1958
2. Burgendatenbank des Europäischen Burgenistituts: http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1527
3. Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, Wien 1835
4. Geschichten aus Winkl, 1992

5. Fragenbögen der Gemeinden, 1945; NÖ Landesarchiv; Verfasst von Schulleiter Engelberger Leopold, unterfertigt von  Bürgermeister Karl Schmidt, 1961
6. 1000 Jahre Absdorf, 2011
7. Handbuch für Heimat- und Familienforschung, Hrg.: NÖ Landesarchiv
8. Andreas Nowotny, Chronik Neustift im Felde Teil 1
9. 100 Jahre FF Winkl, 1998
10. Protokolle Druschgenossenschaft Winkl, Familie Riedl
11. Heimatliche Stoffsammlung Winkl, Verfasser unbekannt, 1948
12. Franziszeische Operate, NÖ Landesarchiv
13. Klassenbücher und Kataloge der Schule Winkl
14. Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
15. Sitzungsprotokolle Verschönerungsverein Winkl
16. 975 Jahre Altenwörth 1014 - 1989
17. Topographische Tabelle 1817, NÖ Landesarchiv
18. Sitzungsprotokolle der Gemeinde Winkl, 1925 – 1968, Gemeindeamt Kirchberg am Wagram
19. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Zentralmappenarchiv, Wien
20. G. Winter: Nö Weistümer, 1884 – 1913, Wien
21. Heide Dienst: Regionalgeschichte und Gesellschaft im Hochmittelalter am Beispiel Österreichs
22. Erzählungen von Winkler Einwohnern
23. Pfarrchronik Altenwörth
24. 20 Jahre Gemeinde Kirchberg am Wagram
25. Die Wappen des Adels in NÖ, Teil 2 S – Z, J. Siebmachers großes Wappenbuch, Band 26, 1983;
NÖ Landesarchiv
26. Verein für Landeskunde von Niederösterreich "Land zwischen Donau und Wagram (WagramII"), Exkursion am 29.Oktober 2011, (Peter Aichinger-Rosenberger, Günter Marian, Alexandra und Roman Zehetmayer)
27. Hubert Schützner, Geschichte von Absdorf und Absberg, 1959
28. Schulchronik II, Neustift im Felde
29. Pfarrchronik Kirchberg am Wagram
30. Schulchronik Winkl

Texte in Kursivschrift sind Originalzitate
Nicht bezeichnete Fotos stammen von der Autorin.

 

Maria Knapp
Oktober 2011