Druschgenossenschaft Winkl

 

Letzte Änderung: 1.5.2015

 

1939
Die Druschgenossenschaft wurde am 30.7.1939 gegründet. Die Vorstandsmitglieder waren: Anton Kreutner, Leopold Grill, Franz Reiser, Johann Engelmann, Georg Zimmermann und Josef Weninger. 
 

 

Am 25. August 1939 stand dazu in der Wochenzeitung "Kreis Tulln" zu lesen:

"Gründung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft.
Unser Ort besteht mit wenigen Ausnahmen aus kleinen Bauern, die nicht imstande sind, aus eigenen Mitteln größere Summen für landwirtschaftliche Maschinen abzugeben. Maschinen aber ersetzen fehlende Arbeitskräfte, Maschinen erleichtern die Arbeit und Maschinen sind jetzt billiger als je zuvor. Und der Vierjahresplan verlangt vom deutschen Bauern Einsatz aller Kräfte und Möglichkeiten. Da taten sich ein paar richtige deutsche Bauern, die das Herz auf dem rechten Fleck haben, zusammen und gründeten eine landwirtschaftliche Genossenschaft, um sowohl im eigenen wie auch im Interesse der Volksgemeinschaft eine gewisse Rückständigkeit zu überwinden und vor allem den fühlbarsten Mängeln abzuhelfen. Es wurden also unter Zuhilfenahme der Genossenschaftszentralkasse in Wien vor allem ein Rohölmotor mit 10 PS und eine moderne Dreschmaschine angekauft, zu der demnächst auch eine Strohpresse geliefert werden wird, so dass für die Genossenschaftsmitglieder die lästige und drückende Sorge um den Ausdrusch nunmehr ein Ende gefunden hat. Denn die neue Dreschgarnitur surrt und summt nun jeden Tag ihr Lied, einmal in einer Scheune, einmal an einem Stock im Felde, und sorgt dafür, dass das liebe tägliche Brot in die Säcke gelange. Die Genossenschaftsmitglieder empfinden den Besitz ihrer Maschinen als eine große Wohltat. Bald soll nun die Anschaffung einer Kreissägeanlage und einer Schrotmühle folgen. Um das Gelingen der Sache haben sich besonders verdient gemacht die Männer, die heute dem ersten Vorstand der Genossenschaft bilden: Obmann Anton Kreutner, Obmannstellv.  Leopold Grill und Vorstandsmitglied Franz Reiser und nicht zuletzt freilich auch unser Ortsbauernführer Leopold Zehetner. Möge diese Gründung recht vielen wirtschaftlich schwachen Kleingemeinden als nachahmenswertes Beispiel dienen."
Quelle: Stadtamt Tulln
 

Bei Hermann Pirker wurden die Dreschmaschine (Modell Hofherr Schrantz) und die Strohpresse ( Modell Raussendorf) gekauft. 

 

1940
Im Jänner 1940 unterschrieben der Obmann Anton Kreutner sowie Franz Reiser, Josef Weninger und Nikolaus Riedl das Protokoll. Geschäftsführer war Josef Rauscher.

Am 22.8. werden neue Mitglieder aufgenommen: Josef Schneider, Josef Schuster, Josef Schweiger, Engelbrecht Urban, Anton Kreuzinger und Leopold Riedl. Unterschrieben von Anton Kreutner, Leopold Grill und Johann Engelmann.

1941
Es gab keine besonderen Vorkommnisse.

1942
Eine Kreissäge wurde angeschafft.

1943 und 1944
Es gab keine besonderen Vorkommnisse.

1945 – 1947

Es gab keine Eintragungen – oder sie wurden entfernt.

1948  

 

Drei Mitglieder der Druschgenossenschaft sind im Krieg gefallen: Engelbert Urban, Leopold Riedl und Josef Weninger.

Der Obmannstellvertreter Leopold Grill übergibt an den neuen Obmann, Josef Bierochs. Als weiteres Vorstandsmitglied unterzeichnet Josef Biebl. Es gibt schon einen Aufsichtsrat der unter anderem aus Engelmann Johann und Riedl Johann besteht. Schneider Josef ist Vorstandsmitglied.

Am 6. April wurde ein Protokoll anlässlich der Revision der Landwirtschaftkammer erstellt:

„Protokoll aufgenommen in der gemeinsamen Vorstands- und Aufsichtsratssitzung am 6. April 1948 um 20 Uhr abends im Hause des Obmannes Bierochs in Winkl anlässlich der Beendigung der Revision.

Anwesend die Gefertigten.

Der Obmann begrüßt alle erschienenen Herren und erteilt dem Revisionsbeamten der Landwirtschaftskammer das Wort. Dieser bespricht die im Laufe der Revision aufgeschienenen Mängel, deren Auswirkung und Abstellung. Insbesondere betont er die zukünftige Kassaführung der Genossenschaft und die Verpflichtungen des Vorstandes und Aufsichtsrates. Die Rechnungsabschlüsse der Jahre 1945 – 47 wurden verlesen und erklärt und von der Sitzung genehmigt. Der Revisionsbericht und die angeschlossenen Weisungen werden vollinhaltlich verlesen, Punkt für Punkt erklärt und von der Sitzung zur Kenntnis genommen.

Die Sitzung beschließt noch die kommenden Druschgebühren und Sämaschienenleihgebühren für 1948. Die Druschgebühren werden pro Stunde auf S 15,--festgesetzt. Als Umstellkosten wird pro Partei S 5,-- gerechnet – für die Sämaschiene wird eine Leihgebühr von S 3,-- pro Joch und für die Wiesenegge eine Leihgebühr von S 2,-- pro Joch eingehoben.

Für Nichtmitglieder wird ein Aufschlag von 50 % gerechnet.

A Weichselbaum Insp.
Schneider Josef
Leopold Grill
Johann Riedl
Josef Biebl
Johann Engelmann"
 

1949
Geidel Franz ist neues Mitglied und Schriftführer.

1950
Es wurde ein Elektromotor, Kabel und Zubehör angeschafft, zum Preis von 5476,22 ÖS:  

 

 

1951
Franz Walzer ist neu im Aufsichtsrat.

Am 28.1. 51 wird Josef Schneider als neues Mitglied aufgenommen und die Betrittsgebühren festgelegt. 

In der Sitzung vom 4.8. wurde ein besonderer Vorfall festgehalten: 

 

1952
Die Sitzungen wurden ins Gasthaus Zehetner verlegt. Als neues Mitglied scheint Beer Anton auf. 

1953
Es wird der Ankauf eines „Gepläses“ beschlossen. 

Im Protokoll vom 18.8. wird Werner Schlawak als neuer Maschinist genannt.

1954
6.3.: Der Kauf eines neuen Tisches für die Dreschmaschine wird beschlossen, ebenso, den Wiesenhobel richten zu lassen.

2.8.: Als Maschinist wird Josef Zehetner bestimmt, er erhält einen Taglohn von S 40,--. Ein neuer Motor für die Dreschmaschine wir bei Kolar in Kirchberg angekauft. Das Dreschen ist der Reihe nach wie im Vorjahr durchzuführen.

1955 

 

Es traten etliche Mitglieder aus der Genossenschaft aus: Wegscheider Josef, Engelmann Johann, Hartl Franziska, Weninger Josef, Seidl Franz, Wiesmüller Katharina, Spannagl Alois, Kreutzinger Anton, Gutsverwaltung. Die Mitgliedsanteile, die sie ausbezahlt bekamen, beließen sie in der Genossenschaft.

Neue Mitglieder sind Aigner Karl und Hartl Karl

Im Mai gab es einen Vorfall, der hart geahndet wurde: 

 

1956
Aus diesem Jahr stammen die letzten Aufzeichnungen im Protollbuch, das Kassabuch wurde weiter geführt. Die Dreschmaschine wird zu Herrn Holzschuh Kirchberg zur Reparatur gebracht, Herr Hartl übernimmt das Fuhrwerk. Josef Birochs jun. und Riedl Johann jun. übernehmen das Maschinisten-Geschäft und werden in die Krankenkasse gemeldet.

1964
Die Genossenschaft wird aufgelöst und die Anteile an die Mitglieder ausbezahlt. Der noch verbleibende Rest wurde wie folgt aufgeteilt:

 

 

 

 
Antriebsmotor einer Dreschmaschine, aufgenommen anlässlich des Dampffester in Windpassign bei Hollabrunn.

Dreschmaschine 

 

Die Unterlagen wurden dankenswerter Weise von der Familie Riedl zur Verfügung gestellt..

 

Maria Knapp
April 2012