Das Granitzhaus

früher Nr. 43, heute Nr. 52

 

Letzte Änderung:  2.12.2017

 

Das Haus befindet sich etwa 500 m südwestlich der Kirche in der Au. Es gehörte zur Herrschaft Grafenegg und war lange Zeit ein Gasthaus. Am Haus führt das Granitzwasser vorbei, das früher ein schiffbarer Donauarm war.  Das Wort leitet sich vom slowenischen „grancia“ ab, das „Grenze“ bedeutet.  In der Donaustromkarte von 1817 ist „Grenzhaus“ eingetragen.  

(Die Besitzer und Lehner laut Grundbuch sind fett geschrieben. Daten ohne Quellenangabe sind den Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram entnommen.)

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Die heute  ausgetrocknete Lahn, die nur bei hohem Grundwasserstand Wasser führt.
 

 
 
 
1607
Paul Leüthner wird als Bewohner genannt.
 
1622
Veitt Hayder, Wirt am Granitzhaus
Quelle: AT-OeStA/FHKA AHK NÖHA W 86
 
Die Pachtverträge von 1644 bis 1663 sind einem Bestandbuch der Herrschaft Grafenegg entnommen. Da dazwischen keine weiteren vorkommen ist anzunehmen, dass die jährlichen Bestandverträge bei einzelnen Pächtern auf mehrere Jahre ausgedehnt wurden. (Bestand = Pacht)
Die Gerechtigkeit des  Flezwerchs, das mit vergeben wurde,  war das Recht der Flösserei.
Quelle: AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Handschriften 422, S. 54 ff
 
1644
Die Herrschaft Grafenegg schließt mit Joseph Rohrer einen Pachtvertrag für ein Jahr von Ostern bis Ostern ab:
Erstlichen Verlaßt die Herrschafft Gravenegg ihr Graniz hauß bei Winkhl, für ein Gast und leit geb hauß, der gestalt, daß Er solches mit leÿtgeben, auch mit Haltung seines Viehes darzue Er den gorten oder wißen, drinnen das hauß ligt, gebrauchen mag geniessen und nuzen, nach seinen gefallen, doch das Er für das erste das hauß sauber halte, auch nichts in abpau komben lasse: Und sonderlich nit Verdächtige und böse leuth darinen aufhalten oder beherbergen, sich auch sambt seinen leutten eines erbaren und fromben wandl sich beflisse wie nit weniger auch, da er oder seine leuth in auen oder sonst waß, so der Herrschafft zu schaden geraichen kann, sehen würden dasselbe bei den Leuthen alles Verwähre und abstölle.
Nit weniger weill das graniz hauß die gerechtigkeit des flez werch hat, so wirrt ihme auch zu gleich die gerechtigkheit des flez werches darmit verlassen, desselben darff Er sich mit Vill und wenig, wie Er kann und mag oder ihme gefallen wirdt, gebrauchen, mit kauff und  wider verkhauffen, ohne Menigkeit Einrede oder hinterung, wobeiihn die Herrschaft ieder Zeit schüzen wirdt.
Ein solchen Völligen bstandt raicht Er daß Jahr der Herrschafft ins Rentambt quartal weiß Sechzig fl und 2 ducaten beÿkauff so Er in an.. das Hauß richtig bezallen solle.
Act: den 23. 9bris. noch 1644
 
1649
Wolf Puck aus Bierbaum ist Bestandwirt auf ein Jahr. Er hat pro Quartal 30 Pfund und einen Dukaten Pacht zu zahlen.
1651
wird ein Vertrag auf ein Jahr mit Jakob Marrath abgeschlossen. Er muss bereits 50 Gulden und 2 Dukaten pro Quartal zahlen.
 
1652
wird das Haus an Andree Graf um 50 Gulden und einen Dukaten pro Quartal gegeben. Die Bestandverträge sind jeweils ähnlich lautend.
 
1660
Johannes Aichendorffer zahlt für ein Jahr dasselbe wie sein Vorgänger.
 
1661
Thobias Hurtter wird in den Pfarrmatriken Kirchberg als Wirth am Gränizhaus bezeichnet.
Vom Ersten Februar 1661 biß widerumb dortin Anno 1662 Ist der bestandt des granitz hauß  Tobia Hutter P: 75 f und 4 ducaten beÿ khauff verlassen worden das er quartalsweiß das Jahr bezahlen soll
 
1663
Übernimmt wieder Andree Graf aus Kollersdorf als Wirt das Granitzhaus.
Auch Casparus und Sophia Grasser werden anlässlich der Geburt von Tochter Maria Catharina in den Pfarrmatriken genannt. Taufpatin war Magdalena Semblerin. Ein Friderich Sembler wird um diese Zeit als Schiffmühler in Winkl genannt. 
 
1668
Der Wirt Joannis Strämötz und seine Gattin Regina lassen die Tochter Maria Christina taufen. Als Taufpate fungiert niemand geringerer als die Gattin des Kirchberger Händlers Joannis Platzer, woran man die Bedeutung des Granitzhauses sehen kann.
 
1678
Thoma Freydeckher ist mindestens bis 1687 hier Wirt (hospitis). Maria Freideggerin stirbt 1684 mit 40 Jahren
 
19.2.1684 
Josef, der Sohn des Paul Perger, Abdöckhers im Gräntizhaus und seiner Gattin Regina, wird getauft. 
 
5.3.1688
Maria Elisabetha, die Tochter des Georgij Blank, Abdeckers im Granitzhaus stirbt. 
 
14.9.1692
Joannes, Sohn des Florian Heyzensamer, stirbt mit 3 Wochen. 
 
11.6.1693
Dem Lorenz Schindhofer und seiner Frau Maria wird die Tochter Justina geboren. Er dürfte der Wirt gewesen sein.  
    
1695
Andreas Freÿ Abdäckher am Gränizhauß zu Winckhl bekhent auf aingezogenen Bericht von indicien himit untigem dato in der Guette wie das er und seinem Dienstmenschen  Rosina die verwichene Pfingstfeÿertag Nachmittag in der vollen … in der negstbeÿ seinem Hauß ligenten Hauß an zwaÿ mahl einen Ehebruch begangen hat, destwegen Ihme für ihm und das Mensch /: so Er nach dem Er gewußt, daß Sÿe Verrathen somit  hinweckh geschickt :/  Straff dictirt worden vier und sechzig Gulden.
Actum den 27. Aug. 1695.
Quelle: AT-OeStA/FHKA AHK NÖHA W 86 
  
1707
ist eine Strafe für den Wirt aktenkundig, der Name des Wirtes ist leider nicht erwähnt.
Am 5. Martÿ ist der Würth am Gränizhaus zu Winkhl wegen mit dem Hainl und Schäfflmüller aldort gehabten Rauffhandl gestrafft worden pr. 3 f.
Quelle: AT-OeStA/FHKA AHK NÖHA W 86
 
1724
Karl Moser und Maria Magdalena wird Tochter Maria Clara geboren.
 
1751
In einem Grundbuch der Herrschaft Grafenegg wird das Gräniz Haus mit einem Zehntel von 200 fl, also 20 fl Steuer genannt.
Quelle: Dominical-Fassion über Cleine Fidei Comiss Herrschafft Gravenegg und hierzue Incorporirte Gütter com appertinentijs des V:U. und O:M:Berg.
Eingefordert den 28. Juny 1751
Archiv Vizedom 1138, Nö Landesarchiv St. Pölten
 
1770
Die Bezeichnung im Grundbuch:
Ein behaustes Guth nächst Winkl wo vorlen einz herrschaftl. Tafehrne und sogenannte graniz Würths Haus gewesen und von der Herrschaft Gravenegg ao 1775 verkaufft worden.
 
1771
Johannes Wöber und seine Gattin Eva Maria geb. Schaupp. Er wird als Wirt – cauponis – bezeichnet. Er stirbt 1779.
 
1773
wohnt hier der Wirt Joseph Einzinger mit seiner Frau Anna Maria. 
 
1775
Das Wirtshaus wird von der Herrschaft an Johann Weber vergeben.
 
1780
Sebastian Pernstorfer, Sohn des Fischers Leopold und der Anna Maria, heiratet Eva Maria, die Tochter des Wirts und Witwers  Johannes Wöber und seiner Frau Eva Maria. Ab 1780 ist er Eigentümer. 1782 stirbt Eva Maria mit 35 Jahren, 3 Monate nach der Geburt des Sohnes Joseph. 
 
1784
Laut Grundbucheintrag müssen die 25 Joch Acker von der Wayd so zu ewigen Zeithen bey den Haus alß Haußgründe verleiben und niemals davon verkauft werden können nach Bescheid von 1. Febr. 1784.
 
1787
Jakob Solterer wird Eigentümer. Er wird als Grundbesitzer in der Ried „an der Donau“ ausgewiesen, wobei er gleich 50 Joch an Auen und Wiesen besaß.
 
Um 1793
Josef Leuthner und Magdalena, geb. Dirin, sind als Gastwirthe ausgewiesen.
Josef Leitner aus Kollersdorf und seine Ehefrau Maria Theresia, geb. Thyri aus Thürnthal waren Bestandswirte (Pachtwirte). 1789 hatten sie geheiratet. Die Kinder Michael, Mathias und Leopold waren 1790, 1792 (+) und 1793 geboren. Bereits 1793  starb das Ehepaar innerhalb von nur drei Tagen am Faulungsfieber (Typhus), beide 34 Jahre alt. Die beiden Kleinkinder kamen zu den Großeltern nach Thürnthal und Kollersdorf.
Von der Herrschaft wurde, wie üblich, ein Inventar angefertigt. Alle Gegenstände wurden versteigert. (Siehe hier.) Weiters wurde über den Verbleib der beiden Kinder bestimmt. Da das Ehepaar das Wirtshaus von Jakob Solterer gepachtet hatte, war das Wirtshausinventar nicht betroffen.
 
1797 
heiratet der Gastwirt Michael Eberl hier mit 46 Jahren.
 
1798
Johann Roskopf wird als Gastgeber bezeichnet. Er stammte aus Großsiegharts. 1783 hat er in Maissau Katharina Steynerin geheiratet, er wird als dortiger Inwohner und Schafhirt bezeichnet, bevor er Bestandwirt am Granitz-Wirtshaus war.
Einige seiner Kinder sind noch in Maissau geboren, zwei schon in Winkl. 1806 stirbt Gattin Katharina im Granitzhaus mit 40 Jahren an der Ruhr. Im selben Jahr heiratete er in Fels Theresia Ringlhahn, Tochter des Schmiedes Christoph Ringelhahn. Er wird zu diesem Zeitpunkt  als Hauer und Witwer in Altenwörth 15 bezeichnet. Später kaufte der die Knödelhütte bei Seebarn.
 
1802
Das Granitzhaus wurde vom Besitzer Jakob Solterer mit Erlaubnis der Herrschaft öffentlich versteigert:
Am 20. April d. J. früh um 9 Uhr wird das unweit des Dorfes Winkel und der Donau unter der Herrschaft Grafenegg im V.U.M.B. liegende sogenannte Granitzhaus, worauf die Weinschanksgerechtigkeit haftet, und 25 Joch Acker, die um diese Behausung liegen, und wovon bey 3 Joch mit Obstbäumen guter Gattungen bepflanzet, und bey 10 Jahre lang stehen, gehören, dann mehrere Ueberländ-Acker, welche eben um besagte Behausung liegen, mit der Wohlthat, daß ein Theil des Kaufschillling in Terminen gezahlet werden darf, auf freyer Hand licitando mit herrschaftlichen Vorwissen verkauft. Kauflustige werden demnach an obbestimmten Tag und Stund in das besagte Gränitzhaus zur  Licitation vorgeladen.
Quelle: ANNO, Wiener Zeitung vom 7.4.1802, S.1233
 
Der Wiener Lorenz Schamötzer ersteigerte das Anwesen, wie sich später herausstellte, als Strohmann für den Lilienfelder Hofrichter Franz de Paula Pfeiffer.
 
1807
Joseph Bauer, Bürger aus Stein und seine Gattin Katharina (geb. Hammerschmied, ihr Vater war Fischermeister in Winkl 16) kauften Haus und 25 Joch Ackerland um 13.100 Gulden von Lorenz Schamötzer sowie 17 ½ Joch Überländgründe von Joseph Margarether. 3 Joch davon hatten aber bei der Knödelhütte zu verbleiben. Der vereinbarte Pacht für den Bestandwirt sollte wie bisher bei 90 Gulden im Jahr bleiben.
Erst im Jahr 1812, beim Tod von Pfeiffer stellte sich die wirkliche Sachlage heraus. Da aber aus dessen Unterlagen kein Anspruch abgeleitet werden konnte, wurde das Eigentumsrecht endgültig auf Joseph und Katharina Bauer übertragen.
Quelle: NÖ Landesarchiv, Kreisgericht Krems, Herrschaft Grafenegg
82/919 Grundbuchakten FII    1812-1813
 
1819
Der Wirt Joseph Bauer verstirbt, seine Witwe  heiratet Josef Exinger. 
Im Amtsblatt zur Wiener Zeitung wurde dazu am 19. April 1819 folgender Aufruf veröffentlicht: Convoc. Bauer's Erben und Gläubiger.
Vor der Herrschaft Grafenegg haben alle jene, welche an die Verlassenschaft des am 15. Januar d. J. verstorbenen Joseph Bauer, Besitzer des sogenannten Gränzwirthshauses nächst Winkl, als Erben, Gläubiger, oder aus was immer für einem Rechtsgrunde Ansprüche zu machen gedenken, am 4. May d. J. früh um 9 Uhr entweder persönlich, oder durch einen hinlänglich Bevollmächtigten zu erscheinen, und ihr vermeintliches Recht darzuthun; widrigens die Verlassenschaft jenen, die sich rechtlich werden ausgewiesen haben, ohne weiters eingeantwortet werden wird. Grafenegg den 9. März 1819." 
In diesem Jahr sind sechs Parzellen mit insgesamt neun Joch Acker verkauft worden.
 
1821
Sohn Leopold und Katharina Exinger, geb. Weber aus Pischelsdorf kaufen das Haus.
 
1827
Da das Granitzhaus noch näher an der Donau und ihren Nebenarmen lag als der Ort Winkl selbst, war es noch stärker von Hochwässern bedroht als dieser, was auch in einem Abschnitt über einen Dammbau zwischen Altenwörth und Utzenlaa zum Ausdruck kommt:
Kommissionsprotokoll über die dem Dorfe Winkel an der Donau drohende Wassergefahr.
Hiernach steht dem Dorfe Winkl selbst zwar keine unmittelbare oder nahe Gefahr bevor, allein eine Strecke beurbarten Landes ist schon von Wasser abgebrochen worden, und der Bruch hat allen Anscheine nach seine Grenze noch nicht erreicht, welches um so bedenklicher ist, da das dermalhlige Ufer höher liegt, als das einwärts gelegene Land, das noch überdieß von mehreren Gräben und Niederungen durchschnitten ist; wird daher das gegenwärtige höhere Ufer gänzlich von den Gewässern hinweggetragen, so gewinnen diese letztern eine um desto größere Gewalt über das zurückbleibende sichere Terrain, und das sogenannte Granitzwasser könnte sich durch jene Gräben wohl dem Dorfe selbst nähern, und demselben Gefahr bringen. Uiberdieß ist schon itz das sogenannte nicht unbedeutende Granitzwirthshaus dem wahrscheinlich nicht mehr entfernten Untergange Preis gegeben.
Quelle: KrA VUMB, Weg-, Straßen-, Wasser- u. Schulakten, Fasz. XI, 1824 + 1827, Karton 213a, NÖ Landesarchiv St. Pölten
 
1831
Im Franziszeischen Kataster ist Leopold Exinger, Kleinhäusler, als Eigentümer angeführt. Das Haus wird im Text als Wirtshaus ausgewiesen, ist auf der Karte aber nicht als solches gekennzeichnet. Das Haus lag um 1830, bei der Erstellung des franziszeischen  Katasters, noch an einem Donauarm. Siehe hier.
 
1835
stirbt Leopold Exinger mit 47 Jahren. Das Haus geht auf seine Frau Katharina Exinger über.
 
1836
Sie verkauft das Haus an  Joseph Weber, ihren Sohn aus einer Vorehe und seine Frau Theresia
 
1836
Nahe dem Granitzhaus kam es bei einem Hochwasser im Dezember zu einem Durchbruch:
Die Veranlassung wurde dadurch gegeben, daß durch das letzte Hochwasser am 8t d. M. bey dem nächst dem Granitzhause hergestellten Schutzbau, da wo der Faschinendamm mit dem Augrund Steinhagl verbunden war, ein Durchbruch veranlaßt, und das dortige Therain dergestalt weggerissen wurde, daß nun zwischen dem Ende des Faschinendammes und dem gegenüber befindlichen Augrund ein bey 15 Klafter breiter Wasserlauf gebildet ist, durch welchen das Wasser der Donau gegen das linke Ufer sich geworfen, und dort gleichfalls einen bedeutenden Bruch verursacht hat, welcher nun so drohend geworden ist, weil bey einem neuerlichen Hochwasser es um so leichter geschehen könnte, daß die Uiberschwemmung mittelst den dortigen Vertiefungen über die benachbarten Ortschaften verbreitet, und dadurch unbeschreibbares Unglück in weiter Umgegend verursacht werden dürfte.
Es kam zu Besichtigungen und Verhandlungen mit den involvierten Herrschaften und Gemeinden über die Herstellung eines verbesserten Dammes, wobei vor allem die Kostenfrage erörtert wurde, da sich die vier betroffenen Gemeinde außerstande sahen, die von ihnen jeweils geforderten ca. 100 Gulden zu bezahlen. Ob der Damm tatsächlich erneuert wurde, ist nicht überliefert.
(Denn vollständigen Artikel siehe hier.)
Quellen: KrA VUMB 223/XIV, Wasserbau, 1836,  22876/14 ex 1836 und
KrA VUMB Karton 224/XIV, Wasserbau, 1837,  4812/14 ex 1837, NÖ Landesarchiv, St. Pölten
 
1848
Es wird wieder über einem Damm beraten, der u.a. das Granitzhaus schützen soll.
Nach dem Kommissionsbeschluße hat dieser Uberschwemmungsdamm an der Hohen Lande ober dem Granitzhause zu beginnen, und ist nächst dem Granitzhause und dem Wasenmeister im möglichst gerader Richtung fortzuführen und an den nächst Utzenlaa bereits bestehenden Uiberschwemmungsdamm anzuschlißen.
Quelle: KrA VUMB, Weg-, Straßen-, Wasser- u. Schulakten, Fasz. XIV, 1848, Karton 237
NÖ Landesarchiv, St. Pölten
 
Um 1850
Joseph Hundskarrer und Theresia geb. Nesinger sind Bestandwirte.
 
1853
Nach dem Tod seiner Frau gehört das Haus Josef Weber alleine. Er verkauft es aber und erwirbt anstatt dessen mit seiner zweiten Frau Teresia geb. Zillner aus Grafenwörth das Haus Nr. 42 im Oberort. 

1853
August Graf von Breuner, Besitzer des Gutes Grafenegg kauft das Haus mit nunmehr 16 Joch Ackerfläche, das bereits früher zur Herrschaft gehört hatte, um 5500 fl CM zurück. 

1862
Michael Mitterbauer, verehelichter pensionierter herrschaftlicher Gärtner, stirbt hier mit 61 Jahren an einer Lungenlähmung. 

Um 1863
Laut Eintrag in der Pfarrchronik von Kirchberg spendete die Herrschaft Grafenegg das Material des „alten Granitz Hauses“  zum Kirchenumbau. Das Haus wurde also um diese Zeit neu aufgebaut. 
Katharina Exinger stirbt in diesem Jahr hier.  

1888
Am 14. März 1888 sollte das Haus im Zuge einer öffentlichen Feilbietung verkauft werden, der Schätzpreis betrug 330 Gulden. Das Haus dürfte aber nicht verkauft worden sein, da es sich nach wie vor im Besitz der Forstverwaltung Grafenegg befindet. 

Nach 1913
Johann Passecker und seine Gattin Maria wohnten eine Zeit lang hier als Inwohner.  

1919
Schuster Josef (geb.1892) heiratet  Walpurga Passecker, (geb. 1895) aus  Kollersdorf
Kinder: Maria (1936), Josef (1920) 

1944/45
Kristiment Franz, Landwirt, 2 Kinder
Auch Nikolaus Riedl wohnte hier mit seiner Familie.


Das Granitzhaus Mitte des 20. Jahrhunderts, aus der Broschüre "Geschichten aus Winkl"  

Um 2000
Otto  und Brigitte Kress wohnten hier und betrieben einen Holzrückungsbetrieb. Mittlerweile sind sie in ein neu erbautes Haus im Ort gezogen, das Haus beherbergt jetzt nur mehr den Betrieb.  

  
Das Haus heute

 
Die Granitzbreiten nördlich des Hauses 

 

November 2017
Maria Knapp