Das Haus Winkl 32

 

Letzte Änderung: 12.11.2015

 

Die Bewohner 

Um 1757
Das Haus gehört laut Grundbuch  dem Andreas Schuster und seiner Frau Eva Rosina. 

1773  
stirbt der Hauer Andreas Schuster mit 47 Jahren. 

1773  
Jakob, der Sohn des Martin und der Barbara Kalchhauser aus Kollersdorf, heiratet Theresia Doblinger, Tochter von Johannes und Eva Rosina aus Mallon. Sie kommen in den Besitz des Hauses. 

1779
stir
bt die Witwe Rosina Schursterin (Witwe des Andreas Schuster) mit 65 Jahren. 

1787  
L
aut Josephinischer Fassion von 1787 gehört des Haus dem Jacob Kalchhauser.           

1788
J
akob Kalchhauser stirbt, die Witwe Theresia, 33 J., heiratet den Joseph Aichberger, Hauer, 29 J., Sohn des Georg und der Anna Maria Aichberger aus Fels. 

Um 1790
G
eorg Staudinger, Fischer und seine Gattin  Rosalia leben hier als Inwohner. Bei der Taufe eines Kindes war Theresia Aichberger, in deren Haus die Familie als Inwohnerpartei wohnte, als Patin angeführt. 

1803
Theresia, Tochter des Jakob Kalchhauser, 27 J., heiratet den Georg Exinger von Winkl 13 und zieht dort hin.

1813
Joseph Aichberger (II.)  heiratet Anna Maria Rehberger aus Winkl 3.  Sie erwerben laut Grundbuch das Haus käuflich von den Eltern.   Sie haben 5 Kinder, darunter die Söhne Joseph und Johann.

1816
Sohn Joseph Eichberger (III.) wird geboren. 

1808? - 1820
Karl Maringer aus Mallon und Theresia, geb. Mantler von Winkl 17 haben hier einige Zeit gewohnt, bis sie das Haus Winkl 17 erworben haben.

1830 
Fr
anziszeischer Kataster: Aichberger Josef, Viertellehner
Das Haus gehörte bis 1848  zur Herrschaft Grafenegg.

1851
Joseph Eichberger (III.) heiratet Anna Schmidt, ledige Tochter der Katharina Schmidt von Winkl 35. Das Ehepaar übernimmt in diesem Jahr auch das Haus. Sie haben 7 Kinder. Bei der Geburt des letzten, 1961, stirbt die Mutter an den Folgen der schweren Geburt. Beide Söhne mit Namen Joseph sterben bei der Geburt, von den Töchtern erreichen drei das Erwachsenenalter.  

1861
Anna Eichberger stirbt an den Folgen einer schweren Geburt.

1863
Josef Eichberger (II.)  stirbt im Alter von 70. 

1873
Anton Schabmayer, 42 Jahre, Sohn von Anton und Katharina, geb. Schmid, heiratet die gleichaltrige Theresia Kronawetter aus Engelmannsbrunn.

Nachdem das Haus bereits 1871 in der Wiener Zeitung zur Versteigerung angeboten worden war, war dies 1873 neuerlich der Fall:
"Behausung in Winkl.
Von dem k.k. Bezirksgerichte Kirchberg am Wagram wird hiemit bekannt gemacht:
Es sei in der Rechtssache des Ignaz Bösl Hausbesitzers in Winkl, um eignen Namen und als Nachlaßübernhemer seiner Gattin Anna Bößl durch Dr. Roth wider Joseph Eichberg, Hausbesitzer in Winkl Nr. 32 pto 200 fl neuerlich in die gerichtliche Feilbietung der dem Letzteren angehörigen Behausung Nr. 32 in Winkl sammt Haus- und Hausüberländgründen, Grundbuch Grafenegg über Winkl, Fol. 563, 756, 911 und 470, geschätzt auf 2500 fl. gewilliget, und hiezu der 6. Juni als erster, der 5. Juli als zweiter und der 6. August 1873 als dritter Termin mit dem Beisatze bestimmt worden, daß wenn obige Behausung bei der ersten Feilbietung nicht um den Schützungswerth oder darüber an Mann gebracht werden sollte, diese bei der dritten Tagfahrt auch unter demselben veräußert werden würde.
Kauflustige haben demnach an dem obigen Tage Nachmittags 2 Uhr im Bürgermeisteramte zu Winkl zu erscheinen, allwo nach vorläufiger Bekanntgebung der Bedingnisse die Licitation abgehalten werden wird.
Kirchberg am Wagram, am 5. Mai 1873" 

Das Haus dürfte nicht verkauft worden sein, denn 1874 wurde es wieder versteigert.   

1874
Engelmann Johannes (1815 – 1888 aus Neustift) und Josefa (1816 – 1888, geb. Hillebrand aus Königsbrunn) kaufen das Haus. Sie besitzen bereits seit 1857 das Nebenhaus Nr. 33 und verwenden dieses Haus als Inleuthaus. 

Um 1875
Familie Johann Riedl. Seine Gattin Anna ist die Tochter des Wasenmeisters Karl Wimmer.
1888 wohnten sie schon in Winkl 28.

1881                
Die Hauersgattin Antonia Schneider stirbt mit 27 Jahren an der Lungensucht. Ihre Tochter Maria stirbt mit 12 Tagen an Schwäche.

Ab 1888
E
ngelmann Florian (1855 – 1920) und Juliana (1857 – 1939, geb. Maier aus Absdorf) übernehmen die Wirtschaft und damit auch das Inleuthaus.

Foto: Florian Engelmann

1891 – 1893
wohnen hier die Inwohner Franz und Anna Weinwanschitzky mit ihren Kindern. Sie ziehen dann nach Korneuburg. 

1894 Maria, die uneheliche Tochter der Josefa Riedl, Tochter von Johann Riedl und Theresia Mitterbauer

Um 1896
wohnen hier Alois und Maria Leuthner, beide aus Neustift kommend. Ihre Tochter Josepha wird hier geboren.

Ab 1925 
Engelmann Johann (1896 – 1967) und Juliana (1896 – 1980, geb. Grill aus Frauendorf) sind die Besitzer und verwenden das Haus weiter als Inleut-Haus. 

Um 1928/29
Die Familie von Karl Magerl mit den Söhnen Karl und Franz.

1932
Johann Paßecker, Hegersssohn, geb. 1920, wird erstmals als Mitglied der FF Winkl genannt. 1939 wohnen sie schon im Haus Nr. 15. Johann ist Heger, später übernimmt er die Wasenmeisterei von seinem Schwiegervater.

 Familie Paßecker
Foto: Monika Jöchl, Winkl

1939/40
Theresia Trethahn, die später im Armenhaus wohnt, wohnt mit ihren Kindern eine Zeitlang hier.
 

Kriegszeit
Während des 2. Weltkrieges  wurden hier Zwangsarbeiter, wahrscheinlich  Polen,  untergebracht. In diesem „Stöckl“ gab es einen Vorraum, eine Küche und eine große Stube, in der Stockbetten für die Arbeiter aufgestellt worden waren. Die Bauersfamilien, die Arbeitskräfte benötigten – viele Männer waren ja im Krieg - holten sich von da Leute. Die Dorfburschen kam jeden Abend zum Vorplatz des Hauses und unterhielt sich, so weit es ging – mit Händen und Füßen – mit den (ebenfalls) Jugendlichen.

Ab 1941 bis ca. 1944
Anton Bockberger  mit seiner Familie 

Ca. 1943
Hartl Franziska mit ihren Kindern Johann und Maria, nachdem sie aus dem Halterhaus ausziehen mussten, da ihr Gatte Johann im Krieg gefallen war. 1950 ziehen sie wieder nach Niederrußbach, von wo sie früher hergekommen waren. 

Nach dem Krieg
Das Haus blieb längere Jahre unbewohnt, im großen Schlafzimmer traf sich die Jugend zum Tanzen.  

Früher ging nach dem Wohntrakt die Tür einer Kammer zum Bauernhaus Nr. 33  hin auf. In dem Raum wurde Schnaps gebrannt. Später wurde daraus die Futterkammer für den dahinter angebauten Schweinestall. 

1958
Johann Engelmann jun. (1927 – 2000) und Marie (1924 - 2014, geb. Leuthner aus Kollersdorf) übernehmen nach der Heirat neben dem Wohnhaus Nr. 33 auch das Inleuthaus Nr. 32. 

Die Eltern Johann und Juliana beziehen das Haus Nr. 32 nun als „Ausnahm“. 

    

 
Das Haus vor dem Abriss um 1980
 

1983
Günter Knapp  aus St. Johann und Maria Engelmann heiraten und erhalten das Grundstück überschrieben. Sie reißen das alte Haus ab und bauen neu.
Kinder: Erika  und Richard

 

  
Nach dem Hochwasser im Jahr 2002, bei dem Öl in den Putz eindrang, musste das Haus neu verputzt werden.

 

 

 

 

 

 

 

Stammbaum der Familie Eichberger

  

 

Der Stammbaum der Familie Engelmann befindet sich hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/personen-und-familien/familie-engelmann

Der Stammbaum der Familie Weinwanschitzky befindet sie hier: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/personen-und-familien/familie-weinwanschitzky

 

Quellen:
Grundbuch Bad Pirawarth
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
Schulmatriken Winkl 

 

Oktober  2013
Maria Knapp