Die Lehrer der Schule  Winkl

 

Letzte Änderung: 5.6.2015

 

1664

Im Jahr 1664 wird Jeremias Eiböck als Schwager der unmündigen Geschwister seiner Frau im Zuge der Verlassenschaftsverhandlung aufgefordert, sie wie seine Kinder zu behandeln und den Buben zur Schule zu schicken: "Zum Dritten, Sol er Eÿbeck die Khindter nit alß ein Schwager, sondern alß ein rechter Vatter in aller Gotsforcht auferziehen, den burben in die Schuell gehen lassen, und mit aller Leibsnottrufft versehen."
(Quelle: NÖLA Archiv Vizdeom Nr. 30)


Johann Newtögger (= Neudecker oder Neudegger)

Vor 1670
Er stirbt am 10. Dezember 1670 als „ain armer Schulmeister ebenda“ im Alter von 82 Jahren. Das heißt, schon zu dieser Zeit wurde in Winkl  unterrichtet.



Michael Ringler 

1771
Er wird anlässlich der Hochzeit seines Sohnes im Haus Nr. 6 als Lehrer (ludimagistri ) erwähnt.



Jakob Lehner

1783
Jacobus Lehner, viduus, Ludmagistri und Sator (Witwer, Lehrer und Schneider), heiratet die Catharina Reynagl aus Winkl, wobei u.a. der Dorfrichter Johann Exinger Trauzeuge ist. Er wohnte im Haus Nr. 2, einem Gemeindehaus.


Er stirbt 1785 im Alter von 46 im Haus Nr. 2


Johann Holzmann

1787
Johann Holzmann war im Hauptberuf Bindermeister, seine Familie stammte aus Oberösterreich. Er wohnte ebenfalls im Haus Nr. 2 und war "angestellter Schullehrer".


 

1796 - 1892
1796 wurde das Schulhaus in Neustift erbaut. Diese Schule besuchten die Winkler Kinder wahrscheinlich von Anfang an bis 1892. 


Jakob Jungbauer  

August 1892 – 26.6.1923 

 

Er wurde 1868 als Sohn eines Bauern in Spitzenberg im Bezirk Krumau in Böhmen geboren. Er muss vor der Schule in Winkl schon an einer anderen Schule im Bezirk unterrichtet haben, da ihn der Bezirksschulinspektor bei seiner Ernennung 1892 für seine bisherige Tätigkeit lobt. Kurz nach Antritt seines Dienstes in Winkl – im August 1892 – heiratet er Rosa Haunold, die Tochter des Försters des Grafen Breuner (Grafenegg) aus Altenwörth. Sie ist während der Dienstzeit ihres Mannes als Industrielehrerin (Handarbeitslehrerin) an der Schule tätig. Die gemeinsame Tochter Hilda wird 1899 geboren. 

1923, im Alter von 55 Jahren geht er in Pension. Wo er dann hingezogen ist, ist nicht bekannt. Laut Feuerwehrchronik starb er 1944.

Lehrer Jungbauer mit Gattin und Tochter
Foto: Manfred Schneider, Königsbrunn 

 

 

 


Lehrer Jungbauer während seiner Tätigkeit in Winkl - Ausschnitte aus Schulfotos
 


Paul Zundel

1923
Er war einige Monate Aushilfslehrer.



Ernst Pircher 
 

1.11.1923 – 1938 
Mit 1. November 1923 trat Ernst Pircher sein Amt als Schulleiter in Winkl an. Er stammte wie seine Brüder Alfred (Schule Kollersdorf) und Peter (nach ihm in Winkl) aus Gösing. 1937 legte er in Krems die Hauptschullehrerprüfung ab. 

  
 

Peter Pircher

1.9.1938 – Ende Juni 1939
Am 1.9.1938 tritt Peter Pircher, ein Bruder von Ernst, den Dienst an der Schule Winkl an. Er wird bereits ein Jahr später wieder abberufen, um die der Heimat (Gösing) zu unterrichten.
Über den tragischen Tod von Peter Pircher und seiner Frau Maria berichtet in späteren Jahren der Lehrer Franz Meister folgendes: „In den Kämpfen um die Ortschaften Asparn und Langenrohr im April 1945 wurde Oberlehrer Pircher von einem russischen Spähtrupp auf der Straße gehend gestellt und wegen seines Jägeranzuges für einen Soldaten gehalten. Überdies soll er eine Pistole bei sich getragen haben. Er wurde erschossen und von den Asparner Bauern auf einer Wiese neben dem Tullnflusse begraben. Fast zur gleichen Zeit riß eine Granate seiner Frau Marie Pircher, die hier Handarbeitslehrerin war, den Unterkörper weg, sodaß sie nach dreistündigem Leiden starb. Sie wurde an der Seite ihres Mannes begraben. Das Wohnungsinventar der Familie Pircher wurde fast vollständig zerstört, da die Schule Langenrohr im Feuer beider Artillerien lag.“

 

Ludwig Riediger  

18.9.1939 – 21.5.1940
Ludwig Riediger war vorher Lehrer in Altenwörth. Am 21.5.1940 musste er nach Hollabrunn zum Kriegsdienst einrücken und war später, bis fast zum Ende der selbständigen Schule Altenwörth dort Lehrer. 

 

Berta Wetscherek  

22.5.1940 -  Ende Juni 1940
Berta Wetscherek, geb. 7. März 1900 in Kamp, vorher Lehrerin in Jettsdorf, Weidling und Engelmannsbrunn übernahm den Unterricht in Winkl.  Mit Beginn des neuen Schuljahres kehrte sie wieder an die Schule Engelmannsbrunn zurück.  

 

Robert Löffler  

9.9.1940 – 26.1.1942
An Stelle der an die Schule Engelmannsbrunn zurückgekehrten Lehrerin Berta Wetscherek übernahm an obigem Tag der „auf Kriegsdauer“ in Verwendung genommene Oberlehrer i.R. Robert Löffler die Leitung der Schule, nachdem er seit 3.9.1940 in Engelmannsbrunn in Verwendung stand.
„Genannter ist am 7. März 1886 in Pernegg, Kreis Horn geboren, besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Krems (Reife 1906) und diente zuletzt von 1920 – 1938 als Oberlehrer in Gösing. Obwohl langjähriges Mitglied der unpolitischen Lehrervereinigung (Bezirksausschußmitglied) wurde so im Zuge der Ereignisse im März 1938 mit 1. Juni desselben Jahres pensioniert und wohnt derzeit in Kirchberg a Wagr.“  

Nach der Schließung der Schule in Winkl war er bis 15. 9. 1945  in Neustift tätig, von wo er an die Volks- und Hauptschule Kirchberg am Wagram kam. 


26.1.1942 – 21.5.1944: Schulbesuch in Neustift 



Paula Misof 

22.5.1944 – ? 1945  
Am 22.5.1944 wird die Schule in Winkl wieder eröffnet. Als Lehrerin fungiert Paula Misof aus Wien. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde versucht, so viele Frauen und Kinder als möglich von Wien wegzubringen. Lehrerinnen mit kleinen Kindern wurde freigestellt, sich an eine Landschule versetzen zu lassen.  
Paula Misof, geb. am 13. Sept. 1907 in Wien, absolvierte die L.B.A. in Wien. 1937 legte sie die Lehramtsprüfung, 1939 die Sonderprüfung für den Unterricht schwachsinniger Kinder ab. Bis 18. Mai 1944 machte sie Dienst an der Hilfsschule Wien X., Uhlandg.1a. Nach dem Krieg kam sie an die Allgemeine Sonderschule nach Horn. 

 

? - 14.2.1946: Schulbesuch in Neustift

 


Stephan Rudorfer 
 

15.2.1946 – 24.4.1946 
Am 15.2. 1946 wurde die Schule wieder eröffnet, es unterrichtete der Flüchtlingslehrer Stefan Rudorfer bis zum 24.4.1946. Er war später Volksschuldirektor in Ladendorf bei Mistelbach und gründete ein Melodica-Orchester.  

 

Othmar Repa

6.5.1946 -  12.11.1946
Er war später Oberlehrer in Seebarn.
 

 

Walter Klement 

13.11.1946 – 24.2.1947 
Er stammte aus Grafenwörth (geb. 1920) und war danach Lehrer an der Volks- und Hauptschule in Kirchberg am Wagram. Später wurde er nach Grafenwörth versetzt.

 

Leopold Engelberger  

1947 – 1966 

Er wurde am 23. Juni 1911 in Engelmannsbrunn geboren. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalt in Krems. Als junger Lehrer wurde er bereits zeitig ins „Altreich“ nach Deutschland in die Nähe von Bayreuth versetzt, wo  seine Frau Anna herkommt. Nach Krieg und Gefangenschaft kam er im Jahr 1947 an die  Schule Winkl, die er bis zu ihrer Auflassung im Juni 1966 leitete. Danach unterrichtete er bis zu seiner Pension noch einige Jahre an der Sonderschule in Krems.  

Neben seiner Arbeit an der Schule war er  Schriftführer im Gemeinderat und zeitweise bei der Milchgenossenschaft. Seine Leidenschaft gehörte dem Theaterspiel – er war  Mitglied des Theatervereines Kirchberg. Legendär war seine Darstellung des "Jedermann" im Jahr 1958.  Berühmt war er auch für seine Zeichnungen und Karikaturen.  

 

Handarbeitslehrerinnen 

Industrielehrerin Rosa Jungbauer
Sept 1892 – Jänner 1924
die Gattin des Oberlehrers Jakob Jungbauer 


Frau Maria Pircher
Ab 1. Februar 1924 
die Gattin von Ernst Pircher 


Maria Pircher
Schuljahr 1838/39
die Ehefrau von Peter Pircher 


Handarbeitslehrerin Christine Strangfeld
Sept.1939 – Juni 1953
mit kriegsbedingten Unterbrechungen 


Handarbeitslehrerin Steinbatz Gertraude aus Grafenwörth,
später verheiratete Scheifinger 
Sept. 1953 – Juni 1962


Arbeitslehrerin: Löschl Maria 
Sept  1962 – Juni 1965

   
Arbeitslehrerin Scheifinger Gertraude, Grafenwörth
Schuljahr 1965/66 

 

Quelle:
Schulchronik Winkl 
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram

 

Oktober 2012
Maria Knapp