Flurnamen Winkl

 

Letzte Änderung: 5.6.2015 

 

Riede

Abbrennter Moas

Lage: Einige Meter nach dem Granitzhaus westlich durch den Graben des ehemaligen Granitzwassers in Richtung Süden – es führen eine Treppe und ein Weg durch die Lahn. Am Platz befindet sich ein Hochstand.


Hier dürfte dem Namen nach einmal ein Stück Au abgebrannt sein.

 

Auffahrthaufen

Lage: Südwestlich vom Granitzhaus an der Donau
Karten: 1, 2

„Wurde im Tullner-Gau 4/1936 erklärt: Auf = Boden, -Schwelle, Fahrt. Ich halte es für eine Verstümmelung von ‚Naufahrt‘: mhd.: nawe ,,, kl. Schiff, Fährschiff; Naufahrt … Schifffahrt, auch Bergfahrt, Naufahrthaufen .. schiffbarer Donauarm für die Bergfahrt, an einer Anlandung (Haufen):“ (1)

Nach Aussage von älteren Bewohnern gab es dort eine sehr tiefe Lahn mit klarem Wasser, in dem sich der Himmel blau spiegelte.

 

Bergau; obere, mittlere, untere

Lage: Diese Au befindet sich etwa 1 km südwestlich des Granitzhauses, direkt am Donauufer.
Karten: 1, 2, 3

Es handelt sich dabei um einen Au-Abschnitt, der höher liegt und bei Hochwasser selten unter Wasser ist. (1)

 

Böden

Ing. Franz Mann, 1959:
"Die Topographie von NÖ 1878 sagt darüber: Boden als Flurname bezeichnet einen durch gewisse Merkmale zusammenhängenden Grund ohne Rücksicht auf Bodenerhebung. Dies zeigt sich in verschiedenen Variationen z.B. im Vorkommen bestimmter Hölzer, nach der Form etc." (1)

Breiter Boden
Lage: Direkt südlich des Granitzhauses
Karten: 1, 2

Mitterboden
Lage: Südlich des Granitzhauses
Karten: 1

Oberer Boden
Lage: Östlich vom Jägerhaus
Karten: 2

Spitzboden
Lage: Südöstlich vom Granitzhaus
Karten: 1, 2

Unterer Boden
Lage: Südwestlich der Kirche
Karten: 1, 2, 3

Wasserboden
Lage: Südlich des Granitzhauses
Karten: 1

 

Boh-Gartln

Lage: Diese verlaufen vom Ortsanfang aus Richtung Gigging (anschließend an die Nachtweide) vor den Häusern bis hinunter zum Gemeindegraben beim Feuerwehrhaus.

Früher hatten die meisten Familien hier kleine Flächen, die als Wiesen genutzt wurden. Der Name kommt entweder daher, weil daneben ein Bach vom Niederwagram her durchs Dorf floss, andererseits waren sie von der Gemeinde um einen geringen Betrag gepachtet.

Karte des Franziszeischen Katasters der Katastralmappensammlung des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen, Wien
http://www.bev.gv.at/portal/page?_pageid=713,1604790&_dad=portal&_schema=PORTAL

Zu beachten: Obwohl diese Karten sehr genau waren, findet man keinen befestigten Weg, der von den Häusern links zur Ortsstraße führt.  

 

Blick auf die Boh-Gartln von Norden nach Süden:

Im Oberort 

In der Mitte des Dorfes


Beim Spielplatz


Unter dem Spielplatz

 

Brückl-Äcker

Lage: Südlich der Kirche, rechts von den Kirchenäckern

 

Diebshäufel

Ing. Franz Mann, 1959:
"Häufel sind kleine Inseln und Halbinseln im Donaubereich. Diese befindet sich östlich der Bergau und war ein Schlupfwinkel für Diebe." (1)

 

Donaufeld

Lage: Das Donaufeld befindet sich östlich des Dorfes Richtung Frauendorf, unter dem ersten Querweg.
Karten: 1, 2, 3

Josephinische Fassion, 1787:
„Fanget an bei der Schölmgrube und endet sich an der Ried Holzgasen, ist ein feucht Ried“ (2)

Ing. Franz Mann, 1959:
"Das Feld, die große Niederung zwischen Donauauen und dem Nieder-Wagram. In der Maria-Theresianischen Fassion hießen manche dieser Felder Freyfeldt. Offenbar waren sie wegen der häufigen Überschwemmungen von Abgaben befreit.“ (1)

Nach dem „Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl“ von 1830 handelt es sich bei den Äckern dieser Flur um solche der vierten Klasse:
„Vierte Classe.
Dieselbe begreift einen Flächenraum von 13 Joch 541 Klafter und 19 Parzellen, für welche der Acker sub Parzellen No 575 dem Reisinger Anton von Winkel in der Ried Donaufeld gehörig als Mustergrund dienet.
Der Boden äußert sich, bei einer ebenen, sehr tiefen Lage, durch einen lockeren mit fein körnigem Sande gemengten ziemlich tiefgründigen und humosen Lehm, welcher größtentheils in einen mägereren Lehm, oder theils in einem feinkörnigen Sand übergehet. Litten diese Grundstücke hier nicht am meisten durch Überschwemmungen, welche zu oft die Fechsung ganz aussäuern, so würden sie bei dieser Gemeinde beinahe zu den besten gehören; gegenwärtig aber behaupten sie den geringsten Werth
.“(3)

Die Wiesen in der Ried Donaufeld zählten allerdings zur ersten Klasse:
„Erste Classe
Dieselbe begreift im Flächenmaße von 36 Joch 1226,7 Klafter und 38. Parzellen, für welche die Wiese sub Parzellen No. 536, dem Schober Johann von Kirchberg am Wagram in der Ried Donaufeld gehörig zum Mustergrunde dient.“ (3)

Hubert Schützner, 1959:
„Das Donaufeld oder Aufeld breitet sich vor dem Niederwagram aus. Es ist jenes Gebiet, das bei allen großen Überschwemmungen, zuletzt 1897, 1899, 1924, 1938 und 1954 beinahe restlos überflutet worden ist. Halbrund, verlandete Altarme der Donau geben diesem Donaufeld ein charakteristisches Aussehen. Manche dieser Altarme sind noch im frühem Mittelalter (6. bis 9. Jhdt.) mit dem Strome in Verbindung gestanden…. Heute sind all diese Altarme schon längst verlandet und zu Sümpfen, Wiesen oder Auen geworden. Ihre Tümpel haben sich noch lange erhalten. Die alte Bezeichnung – „See“ – für solche Lacken ist in den Flurnamen des Aufeldes häufig zu finden.“ (4)

Eine Ried „Donaufeld“ gibt es auch in Dörfl, Engelmannsbrunn, Gigging und Neustift.


Rechts von der Schellergasse 


Links von der Schellergasse

 

„entan Boch“

(jenseits des Baches) Die Häuser, die an der Seitenstraße jenseits der tiefer liegenden Boh-Gartln in der Mitte des Dorfes liegen. Diese Bezeichnung deutet darauf hin, dass hier einst ein Bach durchfloss, was auch die Karte der Josephinischen Landesaufnahme (1773 – 1781) bestätigt: Vom Niederwagram her floss ein Bach durch den Oberort bis zum jetzigen Feuerwehrhaus, bog dann nach links ab und floss nach Frauendorf.

  


Im Ellbogen

Lage: Westlich der Fuchsbergerau.
Karte: 1 


Enggasse

Lage: Am Ende der Freiheit von Gigging.
Karten: 1, 2, 3

Hier befand sich der Winkler Ziegelofen.

Ing. Franz Mann, 1959:
"Ein enger Graben mit einem Weg. 13. Jhdt.: enggazze. Auf dieser Enggasse wurde das Vieh auf die Weide getrieben." (1)

Grundbuch Grafenegg über Winkl, 1603:
Die Flur wird hier als Endtgasse bezeichnet.

Josephinische Fassion, 1787:
„XXIIte Ried, Ennggase
Diese ein mitlmäßige Ried so mehrnteils aus Wiesen bestehet fangt an bey des Dangl Haus, und endet sich an der Ried Fux Bergerin, diese Ried wird eben nach algemeiner bauart wie die Vorige benuzt.“
(2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl, 1830:
„Erste Classe.
Dieselbe begreift einen Flächenraum von 56 Joch 24,5 Klafter und 29 Parzellen; für welche die Gemeindehuthweide sub. Parzellen No. 257 a in der Ried Enggaße zum Mustergrunde dienet.“
(3)

Richtung Winkl


Richtung Neustift

 

Fünfhaus

Die Häuser „entan Boch“, da dort viele Jahre lang fünf Häuser standen.

 

Fuchsbergerau

Lage: westlich von Winkl. Hier treffen sich die Grenzen von Winkl, Altenwörth und Gigging.
Karten: 1, 2, 3, 5

Alte Gült-Einlage des V.U.M.B. – 122 aus dem Jahr 1628:
„Ein Au die Fuxbergerin genandt, helt in sich bey sechzig Joch, hat felbers und asches Holz, jedes Joch per fünff guldten thuet dreyhundertt guldten. Item wirdt der wiltpann und Reißgraidt auf dieser Au angeschlagen, per hundtert und fünffzig guldten.
Vischwasser befindt sich ains bey obbemelter Au…“

Laut Ing. Mann der Name des Besitzers.

 

Gegen die Fuchsbergerau, Fuchsbergerin

Lage: Die Äcker zwischen den Häusern und der Fuchsbergerau
Karten: 1, 3 

Grundbuch der Herrschaft Grafenegg, 1605:
Andre Peuteler wird als Besitzer von zwei Tagwerk Wiesen bei der Fuchsbergerin ausgewiesen. 

Josephinischen Fassion, 1787:
„XXIIIte Ried, Fux bergerin
Fanget an bey des Tangl Hauß und endet sich an dem Gemein Holz Wegegemard, diese Ried ist schlecht und wird nach algemeiner Bauart 1 Jahr mit Winter und 1 Jahr mit Sommerfrucht gebaut, idem das 3te Jahr gebracht. Angesart wird auf 1 Joch 3 ½ Mezen Korn und 3 Mez Gerste.“
(2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl, 1830:
„Zweyte Classe.
Dieselbe begreift im Flächenmaße von 132 Joch 940,3 Klafter und 157 Parzellen, für welche die Wiese sub. Parzelle No 181. dem Mahringer Franz von Mallon in der Ried gegen die Fuchsbergerau gehörig zum Mustergrunde dient. Bei einer ebenfalls ebenen, gegen die vorgenannten Wiesen tieferen … mehr den Überschwemmungen beim Austritte der Donau ausgesetzten Lage, besteht der Boden aus einem tiefgründigen und ziemlich humosen mit feinkörnigen Sande gemengten Lehm, welcher größtenteils auf reinen Sand, oder auch theils an Schotter stößt
.“ (3)


Die Äcker „gegen die Fuchsbergerin“, von den Häusern im Unterort aus gesehen

 

Gmoa (Gemeindeau)

Lage: Unter dem jetzigen Spielplatz, angrenzend an die Boh-Gartln.


 

Gmoa-Teile (Gemeindeteile)

Lage: Diese befanden sich am unteren Ende des Dorfes westlich zwischen den Häusern und den Krautäckern. Sie sind bei der Kommassierung aufgelöst worden.

 

Granitzbreiten, -boden

Lage: Sie befindet sich um das Granitzhaus. Grenze ist ein Lehnwort aus dem slowenischen granica. In der Donaustromkarte von 1817 ist „Grenzhaus“ eingetragen.

Ing. Franz Mann, 1959:
„Breiten: So hießen immer die großen Ackerflächen der Herrschaftsbesitzer, hier Grafenegg.“ (1)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl, 1830:
"Erste Classe.
Die besseren Wiesen liegen in der Hadau und beim Granitzhaus, alle übrigen sind zur 2. Klasse zu zählen.“ (3)


Die Granitzbreiten


Das Granitzhaus

 

Gries, Griesfeld

Lage: Linkerhand der Straße, gleich außerhalb des Dorfesin Richtung Neustift.
Karte: 1, 2, 3 

Ing. Franz Mann, 1959.
"Gries, Grieß ist der . . . Sand, das sandige, schottrige Ufergelände, eine Schotterinsel, eine Sandbank."
(1)

Das Wort Grieß bedeutete früher auch Salz, der Griessler war der Salzhändler, aus dem später der Greißler wurde. 

Josephinische Fassion, 1787:
„XXIte Ried, Gruesl Feldt
Diese Ried welche wegen Näse und Säuere mitlmäßig ist, fangt an beym Ortsblaz und endet sich an Giging und Neustifter Freiheit, diese Ried wird wegen eben nach algemeiner Bauart wie vorige Ried Landstraß benuzet. Angesart wird auf 1 Joch 3 ½ Mezen Korn und 3 Mez Habern
." (2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl“,1830:
„Zweite Classe.
Dieselbe begreift einen Flurenraum von 205 Joch 1491,5 Klafter und 217 Parzellen, für welche der Acker sub Parzelle No 884 dem Maringer Karl in der Ried Griesfeld gehörig, als Mustergrund dient.
Die Bodenbeschaffenheit vereiniget sich bei einer ebenen, teilweise den Überschwemmungen beim Austritte der Donau ausgesetzten Lage in einem 1 ½ Schuh tiefgründigen lockeren ziemlich humosen Lehm welcher größtentheils auf feinkörnigen Sande, auch theils auf Schotter ruhet. Daher gegen die obige Klaße eine mindere Ertragsfähigkeit verräht, und mehr von Mehlthau leidet
.“ (3)
 


Griesäcker und Niederwagram


Griesäcker in  Richtung Dorf

 

An der Hafnerstraße

Lage: Außerhalb des Ortes, rechterhand der Straße, südlich der Autobahn.
Karten: 1, 2, 3

Ing. Franz Mann, 1959:
„Hafner = Töpfer. Im Grundbuch von  1728, Gem. Winkl heisst es: Haffner – oder Landstrass. Dort waren also wegen des vorhandenen Hafnermaterials (Ton, Lehm) Hafner angesiedelt. Tatsächlich bestanden auch vor nicht langer Zeit dort noch Ziegelöfen.“ (1)

Josephinische Fassion, 1787:
XVIIIte Ried, Hafner Strase
Fangt an bey den andern Kreuz und endet sich an dem Neustifter Freiheits Stein. Diese Ried welche mitlmäsig ist wird nach algemeiner Art gleich der vorigen Rieden bebauet.“ (2)


Vom See in Richtung Neustift

 

Haleberg

Lage: An der nördlichen Grenze zwischen Neustift und Winkl gelegen.
Karte: 4

Näheres zu diesem uralten Grabhügel finden Sie unter: http://www.haleberg.at/

 
Fotos: Andreas Nowotny

 

Haide, auf der Hoad

Lage: Unter den Kirchenäckern, der erste Abschnitt der Au.
Karten: 1, 2, 3

Mhd.: heide.. Heide, ein ebenes, mit Strauchwerk, Dornen und Heidekraut bewachsenes Gelände.

 

Hasenhäufel

Lage: Südlich des Granitzhauses
Karten: 1, 2, 3

"Höher gelegen, zwischen Donau und trockenem Donauarm, daher Zufluchtstätte für Au- und Feldhasen und beliebter Aufenthaltsort für Hasen überhaupt." (1)

Hinter den Häusern

Lage: Die Grundstücke hinter den Häusern Richtung Osten (Frauendorf) von Dorfanfang bis zum Feuerwehrhaus.
Karten: 1, 3

 

Vor den Häusern

Lage: Die Grundstücke vom Feuerwehrhaus bis zur Kirche. Da der Unterort großteils einseitig bebaut ist, liegen diese Grundstücke „vor den Häusern“.
Karten: 1, 3

Josephinischen Fassion, 1787:
„XIVte Ried, Vor den Häusern
Fanget bei dem Totengasl an und endet sich an Donaufeld.
Ein mitlmäßige Ried, die Felder werden 1 Jahr mit Winter und das 2te Jahr mit Sommerfrucht gebaut und das 3te Jahr gebracht.“
(2)


Die Äcker „vor den Häusern“ mit Blick auf Frauendorf, rechts ein Stück des Dammes und die „Tullnerin“

 

Holzgasse

Lage: Außerhalb des Dorfes, nordöstlich gelegen, südlich vom „See“.
Karte: 1

In der Karte der Josephinischen Landesaufnahme von 1787 ist dort eine lockere Baumbepflanzung eingezeichnet.

Josephinischen Fassion, 1787:
XVIte Ried, Holz Gaasen
Fanget an bei der Schölmgrube und endiget sich bey dem ersten Kreuz, diese Ried so mitlmäsig ist wird eben nach algemeiner bauarth das 1 Jahr Winter und 1 Jahr Sommerfrucht gebauet und das 3te Jahr gebracht.
 (2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl,1830:
„Dritte Classe.
Dieselbe begreift einen Fluhrenraum von 62 Joch 246,2 Klafter und 63 Parzellen, für welche der Acker sub Parzellen No 618. dem Hampel Joseph von Winkel in der Ried der Holzgasse gehörig zum Mustergrunde dienet.
Die Grundstücke dieser Klasse charkaterisiert, bei einer ebenen jedoch etwas tieferen, den Überschwemmungen bei Donau Austritten mehr exponierten Lage, ein magerer, ziemlich tiefgründiger Lehm, welcher theilweise schotterig wird, und auf einem Sand oder Schotterlager ruhet. Das Wasser bleibt hier überdies länger stehen, und tränkt da oft die Pflanzen aus; so wie der Mehltau, sich hier auch häufiger äußert.“ (3)

Protokolle des Winkler Gemeinderates:
„10.1.1926
Beschlussfassung über die Abgabe des Holzes im See: Es wurde beschlossen, das Holz in der Holzgasse und auf dem Kirchenberge sowie die alten Birnbäume im Dorfe im Frühjahr 1926 zu verlizitieren.“
(5)


Holzgasse Richtung Schottergrube

 

Kirchenäcker

Lage: Unter der Kirche, links von der Brückl-Äckern.

 

Kirchengraben

Lage: Rund um die Kirche

Es handelt sich dabei um den ehemaligen Burggraben. In früherer Zeit lag der Ausgang der Kirche nach Richtung Westen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde unter Bürgermeister Schocher dieser Eingang augelassen und nach Richtung Norden – direkt von der Dorfstraße aus zugänglich – verlegt.
Da im Winter 2011/12 das Holz vergeben wurde, konnte man den Burggrabens gut sehen.


Die Außenbegrenzung des Burggrabens –
wahrscheinlich Palisaden aus Holz und Steinen gebaut und mit Erde bedeckt.


Der Graben von Westen


Die Nordseite des Grabens mit dem Eingang 

Der alten Kirchenausgang: Vor Ort sieht man noch links und rechts des ehemaligen Weges Erhebungen,
die wahrscheinlich von verfallenen Mauern herrühren.
Näheres siehe unter: http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl1/die-kirche-von-winkl


Am krumpen Weg (am krummen Weg)

Lage: Dieser Weg liegt oberhalb des Niederwagram.

Er ist, da wenig benutzt, stark mit Gras bewachsen und schlecht zu befahren. 

 

Auf der Landstraße

Lage: Nördlich der Autobahn und der Landstraße Frauendorf – Neustift. Es ist die einzige Winkler Flur, die jenseits der Bundesstraße liegt.
Karten: 1, 2, 3

Ing. Franz Mann, 1959:
„Gemeint ist fast durchwegs die im Abstand von 3 – 4 km vom Wagram und parallel zu diesem verlaufende Straße in der Ebene von Bierbaum nach Grafenwörth. Diese Straße wird bereits 1627 genannt.“ (1)

Josephinische Fassion, 1787:
„XXte Ried Landstrase
Fangt an bey dem Kirchberger Weeg, und endet sich an der Ried Partz, die Felder werden nach allgemeiner Bauart 1 Jahr mit Winter und 1 Jahr mit Sommerfrucht bebaut und das 3te Jahr gebracht, angesart werden auf 1600 Kl 3 ½ Mzn Korn und 3 Mez Habern."
(2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl,1830:
„Die Äcker der ersten Klasse liegen in der Steingrub und Landstraß.“ (3)

1960 wurde bei Abbau in der Schottergrube Markl in der Ried „Auf der Landstraße“ auf Parz. 734 ein Grab zerstört: Herr Markl hatte keinen tiefgehenden Pflug und bat Herrn Berthiller, ihm doch einmal zu ackern, da dieser einen besseren Pflug hatte. Danach kamen hinter dem Pflug eine große Menge Tonscherben zum Vorschein.

Lazerin

Lage: Südöstlich der Kirche, zuerst kommt die Tullnerin (ehemals Wiesenland), dann die Lazerin, ebenfalls ein  Wiesengebiet.
Karten: 1, 2, 3

Ing. Franz Mann, 1959
„Beide enden mit „in“, sind also Wiesen. In der Josephinischen Fassion heißt es bei Winkl: ‚nur aus Wiesen und Auen bestehend‘. Dass beide Fluren nicht weit auseinander liegen, lässt darauf schließen, dass es sich um den gleichen Besitz handelt. Mhd. Lazer … Aderlassen. Tatsächlich hatte ein Nonnenstift bzw. ein Spital aus Tulln einst in den Gemeinde Altenwörth und Winkl einen Besitz. Damit ist die Deutung mit einstigem Tullner Spitalsbesitz wohl begründet.“ (1)

 

Lessern, Lössern, Lößerin

Lage: Sie liegen westlich vom Granitzhaus. Die Lössern von Winkl, Gigging und Altenwörth grenzen aneinander.
Karten: 1, 2, 3,

Josephinische Fassion: "bloße Wiesen, nur einmal gefechsent."
M
hd: Los. Es handelt sich um Wiesen, die bis 1848 jährlich verlost wurden.

1961 wurde der Lösserweg, der sanierungsbedürftig war, nach vorangehenden Verhandlungen an die Herrschaft Grafenegg verkauft:
„Vorsprache des Herrn Landesrates Waltner wegen des Weges durch die Au nach Altenwörth: Der Herr Landesrat erklärt, dass die Gutsverwaltung Grafenegg bereit ist, schriftlich zu erklären, dass sie bereit ist, den Weg für Fußgänger jederzeit offen zu halten, für Fuhrwerke jederzeit den Verkehr freizugeben, wenn die Witterungsverhältnisse eine Befahrung erlauben, ohne dass die Straßendecke durch die Befahrung zerstört wird.“ (5)

 
Lesserwiesen mit Blick auf die Kläranlage
 


Allee Richtung Altenwörth

Der Weg von den Lesserwiesen zum Tummelplatz

 

Mühlhaufen, Mühlhäufl

Lage: Westlich des Granitzhauses, an der Donau
Karten: 1, 2, 5

Ing. Franz Mann, 1959:
„Die Anlandung an der Donau, stromabwärts von Altenwörth, wo einst 3 Schiffmühlen verankert waren…“ (1)

 

Der obere Mühlhaufen

Lage: westlich vom Granitzhaus
Karten: 1, 2

 

Müllersaum, Mühlsaum

Lage: Südwestlich des Granitzhauses, an der Donau
Karten: 1, 2, 3

Ing. Franz Mann, 1959:
„Hier also der Saum, der Rand der Au, wo die 3 Schiffmühlen verankert waren.“ (1)

 

Nachtweide

Lage: Ein Streifen, außerhalb des Dorfes, Richtung Gigging, rechts der Straße.
Karte: 1, 3

Diese Senke ist die Fortführung des Dorfgrabens nach Nordwesten. Auf alten Karten (z.B. Karte der Josephinischen Landesaufnahme von 1787) ist an dieser Stelle ein Bachlauf eingezeichnet, der den Niederwagram entlang, durch Winkl und beim jetzigen Feuerwehrhaus Richtung Frauendorf geflossen ist. Da sich die Natur von menschlichen Eingriffen wenig beeindrucken lässt, kommen viele Hochwässer über diesen Weg ins Dorf - wie etwa die beiden noch erinnerlichen von 1954 und 2002.

Ing. Franz Mann, 1959:
„Eine Weide, auf der des Nachts geweidet wurde, im Gegensatz zur Tagweide. Die Nachtweide, meist minderwertig im Ertrag, wurde hauptsächlich für Pferde benützt und weist daher auf Pferdezucht hin. Dass gerade Winkl eine Nachtweide, also Pferdezucht aufweist, ist naheliegend; die Herren von Winkl waren als unternehmende Besitzer von Winkl und Winkelberg, ca. 8 km voneinander entfernt - verständlicherweise auf Pferdezucht für Reitpferde eingestellt.“ (1)


Karte des Franziszeischen Katasters der Katastralmappensammlung des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen, Wien

http://www.bev.gv.at/portal/page?_pageid=713,1604790&_dad=portal&_schema=PORTAL


Die Nachtweide vom Dorf aus gesehen. Man erkennt gut die Senke.


Die Nachtweide von der Enggasse aus gesehen.

 

Neue Anschütt

Lage: Südwestlich vom Granitzhaus, direkt an der Donau
Karte: 1

Der Name bezieht sich auf angeschwemmtes Erdreich. (1)

 

Naufahrthaufen

Lage: Unter der Bergau, direkt an der Donau
Karten: 5

Dabei handelt es sich um dieselbe Flur wie: Auffahrthaufen – siehe dort!

 

Niederwagram

Lage: Dabei handelt es sich um eine Geländestufe nördlich des Ortes nach der Flur Grieß, die in den vergangenen Jahrhunderten oftmals die Grenze eines Hochwassers gewesen ist.
Karten: Der Niederwagram ist den diversen Karten als Grünstreifen eingezeichnet, aber nicht namentlich benannt.

In der Bevölkerung wird die Gegend  „Seegstett’n genannt.


Richtung Dorfstraße 


Richtung Westen


Die Strauch- und Baumbewuchs hinter der Hubertuskapelle


Ochsenstraße

Lage: Der nördliche Rand der Winkler Freiheit.

Ing. Franz Mann, 1959:
„Es war der bis 10 m breite Weg auf dem bis zum Bau der Bahn (1871) die Schlachtochsen nach Wien und die Zugochsen von Ungarn herauf getrieben wurden…. Die Ochenstraße im Bezirk Kirchberg verlief u.a. am Nordrand (hintaus) von Neustift von Absdorf in nordwestliche Richtung und mündete in Fels am östl. Ortsende in die Bundesstraße Stockerau-Krems.“ (1)

 

Parz, Partz

Lage: Die Parz liegt in der Freiheit Neustift, wird aber in der Josephinischen Fassion von 1787 auch als Teil der Winkler Freiheit behandelt.
Karten: 3

Josephinische Fassion, 1787:
„XVIIte Ried, Die Partz
Diese aus bloßen Wiesen bestehende Ried nimbt ihren Anfang an der Schölmgrube, und das Ende an der Neustifter Dorfweide ist ein gute Riedt.“ (2)

 

Pfaffenhölzl

Lage: Östlich des Unterortes am frisch gebaggerten Graben, der Richtung Donau führt.
Karten: 5

Ing. Franz Mann, 1959:
„Gehörte wohl der Herrschaft Grafenegg, aber die Pfarre erhielt davon Holz.“ (1)

 

Russensportplatz

Auf diesem baumlosen Stück Land in der Au südlich des Tummelplatzes haben nach dem 2. Weltkrieg die Russen gelagert. 

 

Sandl, Sandgruben

Eine öde Wiese in der Au (beim Tummelplatz) wo sich die Leute früher Sand geholt haben. Bereits einige Spatenstiche tief stieß man auf Wasser.

 

Schellergasse

Lage: Der asphaltierte Weg führt von der Kapelle bei der Kreuzung am Ortsanfang in Richtung Frauendorf.

Wird bei Herrn Ing. Franz Mann diese Gasse mit dem dort befindlichen Glockenturm in Verbindung gebracht („Scheller ist einer, der mit der Schelle läutet. Glöckchen mhd. Schelle … Gasse, die zum Glockenturm führt.“), dürfte der Name aber eher auf einen ehemaligen Besitzer des Grundstückes links daneben, heute Haus Nr. 42, zurückgehen, nämlich auf Joseph Heinrich Scheller von Ungershausen, der von 1686 bis wahrscheinlich 1696 Besitzer dieses damaligen kleinen Schlosses war. 


Die Schellergasse in Richtung Osten, nach Frauendorf

Die Schellergasse nach Westen in Richtung Dorf 

 

Schinderalerl

Lage: Westlich des Jägerhauses, des ehemaligen Schinderhauses
Karten: 1, 2

Mhd: Schinder … Abdecker, Wasenmeister, ma.: Schinter, Alerl eher ein Schreibfehler durch ortsfremde Personen, richtig: Auerl, also eine kleine Au, wo der Schinder das verendete Vieh verscharren musste.Dasselbe gilt für Schinderhäufl und Schindermais.

 

Schinderhäufl

Lage: unter dem Schindermais
Karten: 1, 2


Schindermais

Lage: Südlich des Schinderhauses
Karten: 1, 2

 

Schinderwiese

Lage:
1. Richtung Fuchsbergerau, wo der letzte Schinder seine Arbeitsstätte hatte.
2. In der Au an dem Weg der vom Försterhaus zum Granitzhaus führt.

 

Schottergrube

Lage: In der Flur See

Sie wurde bis vor etwa 30 Jahren als dorfeigene Schottergrube von den Bewohnern genutzt.

Sitzungsprotokolle des Winkler Gemeinderates, 1956:
„Für die Instandsetzung der Feldwege und die Instandsetzung der Schottergrube werden, wenn es die Zeit noch erlaubt, die notwendigen Arbeiten gemacht. Die Schottergrube muss lt. Mitteilung der Landesregierung in einen vorschriftsmäßigen Zustand gebracht werden. GR Steinbatz beantragt, dass im nächsten Jahr das Schotterfahren bezahlt wird. Der Antrag Steinbatz wird mit 8 Stimmen angenommen (Die Schottergrube wird mit einem Balken verschlossen.) Es hat jeder vor der Schottenentnahme der Bürgermeister zu fragen und die Schottergrube in einem Winkel von 60 % abzubauen. Die Erdentnahme ist ebenfalls genehmigungspflichtig.
Für den m3 Erde bzw. Schotter sollen 1,-- S eingehoben werden. Eine Warntafel und Verbotstafel sind aufzustellen.“

Durch den Schotterabbau entstand eine offene Wasserfläche, die die Jugend in früheren Jahren zum Baden nützte.

 
Heute ist die Schottergrube ein Biotop (Jänner 2012):

Im See

Lage: Etwa 100 m östlich vom 1. Seekreuz

Vor Jahren befand sich“ im See“ die Müllablagerungsstätte des Ortes. Diese wurde bei Einführung der Müllabfuhr zugeschüttet und aufgeforstet. Daneben wurde ein Biotop ausgehoben.

Da das Wasser im Biotop aus verschiedenen Gründen "umgefallen" war und alle darin befindlichen Karpfen umkamen, wurde im Jahr 2012 das Holz vergeben, um den Laubeinfall ins Wasser zu vermindern.


Im See, aus Richtung Neustift gesehen

 
Im See: Biotop

 

Seegstett’n 

Siehe unter Niederwagram!

 

Beim ersten Seekreuz

Lage: Das erste Martel nördlich von Winkl Richtung Neustift.
Karten: 2,4,5,6

Das Kreuz, das sogenannte 1. Seekreuz ist schon in der Josephinischen Landesaufnahme  eingezeichnet.  

 

 

 

 

Beim zweiten Seekreuz 

Lage: Das zweite Martel nördlich von Winkl Richtung Neustift.
Karten: 2,4,5,6

Dieses ist ebenfalls in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet.

Näheres über beide Kreuze siehe hier: 
http://www.hf-kirchberg.at/index.php/winkl/kleindenkmaeler-winkl

 

 

  

Seidlgries, Seitlgrieß

Lage: Am östlichen Ende der Winkler Freiheit, wo der Gemeindegraben das Ortsgebiet verlässt.

 

Steinhügl, obere, untere

Lage: südlich des Granitzhauses
Karten: 3

Diese Flur heißt in anderen Karten Spitzboden, der mittlere Boden, Wasserboden

 

In Steingruben

Lage: Zwischen der Ried Gries und der Autobahn.
Karte: 1, 2

Josephinische Fassion, 1787:
XIXte Ried, Stain Grueb
Nimmt ihren Anfang bey des Pochbauer Acker und das Ende an der Neustifter Freiheit. Die Ried ist gurt, und werden die Felder eben nach algemeiner bauart wie in voriger Ried gebauet und benützet.“
(2)

Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl, 1830:
„Erste Classe
Dieselbe begreift einen Flurenraum von 176 Joch 162,9 Klafter und 239 Parzellen; für welche der Acker sub Parzellen Nr. 793 in der Ried Steingrube dem Hartl Johann gehörig als Mustergrund dient.
Bei einer ebenen, theils den Überschwemmungen beim Austritt der Donau und dem Mehlthau ausgesetzten Lage, äußert sich der hiesige Boden durch einen ziemlich tiefgründigen und humosen Lehm, welcher an magereren Lehm, theils auch an einem feinkörnigen Sand, stößt.“

Die Weiden in dieser Flur zählten zur zweiten Klasse:
„Zweyte Classe:
Dieselbe begreift einen Flächenraum von 14 Joch 1292,9 Klafter und 6 Parzellen; für welche die Gemeindehuthweide sub. Parzellen No. 826 in der Ried Steingrube zum Mustergrunde dienet.“
(3)


Richtung Neustift

 

Tullnerin, Auf der Tullnerin

Lage:Süd-westlich der Kirche
Karten: 1, 2, 3,

Siehe auch unter Lazerin.

Josephinische Fassion, 1787:
„XXVte Ried, Thullnerin
Ist eine aus Wiesen und Auen bestehende Ried, welche sich an Donaufluß anfanget und an der Ried Donau endiget.“
(2)

Es gab die kleinen und großen Tullner Teile, das waren sehr schmale Äcker, die den einzelnen Häusern zugeteilt waren.

 

Tummelplatz

Lage: Zu diesem kommt man, wenn man von der Lösser Wiese den Weg nach Süden geht. Es handelt sich dabei um eine baumfreie, landwirtschaftlich genutzte Fläche.


Schottergrube beim Tummelplatz

 

Auf der Waid, Waidäcker, Weidäcker

Lage: Südlich der Fuchsbergerau
Karten: 1, 2

Auf diesen Äckern war nach der Ernte im Herbst das Weiden erlaubt. 

Im Grundbuch von 1880 bis 1886 sind hier Parzellen unter dem Namen "Sumpf in Waidäckern" angeführt.

Waidäcker mit Blick auf die Kläranlage.

 

Wiesenboden

Lage: Nördlich ans Granitzhaus anschließend, heute eine Ackerfläche
Karten: 3

 

Lahnen und Gewässer

Anschlag-Lahn, in der Anschlacht

Lage: Vom südlichen Ende der Fuchsberger Au bis hinunter zum Schinderlahn in der Au.
Karten: 1, 5

Am südöstlichen Ende der Fuchsbergerau kommen die Felberlahn von Gigging und eine zweite Lahn von der Ostseite der Fuchsbergerau zusammen. Ab da heißt die Lahn „Anschlaglahn. Es hieß, wenn sie bis zum Anschlag voll war, kam auch ein Hochwasser. Am unteren Ende dieser Lahn quert der Hochwasserschutzdamm, durchbrochen von zwei Sieltoren zur Regulierung von Hochwässern.

In den 60er- und 70-er Jahren stand hier noch Wasser, die Jugendlichen fuhren im Winter mit "Schraubendampfern", d.s. Schlittschuhkufen, die direkt auf die Schuhe geschnallt wurden, auf dem Eis. Der umgangssprachliche Name des Gewässers war "Schinderlacke" da gleich daneben die Arbeitsstätte des Schinder war.


Die Lahn von Westen aus Richtung Fuchsbergerau gesehen.


Die Lahn im unteren Teil. Wenn man in der Lahn steht, kann man sich gut vorstellen,
dass hier einmal Zillen und Kähne gefahren sind, zumal auch der alte Ausgang der Kirche in diese Richtung führte.

  
Die Sieltore zur Wassertstandregulierung bei Hochwässern.

   
 Blick vom Damm nach Norden Richtung Fuchsbergerau - Felber (Weiden) auf der Gstett’n der Lahn

   
Der Blick vom Sieltor nach Süden Richtung Au

 

Felberlahn

Lage: Von Gigging hintaus kommend, fließt sie an der West- und Südseite der Fuchsbergerin entlang, um sich dort mit der von der Ostseite kommenden, namenlosen Lahn zu vereinigen. Der Name ab dieser Stelle ist Anschlaglahn.


Die Felberlahn in Richtung Nordwesten mit der Kläranlage im Hintergrund.

 

Gmoa-Grobn (Gemeindegraben)

Lage: Das ist die Lahn, die vom Feuerwehrhaus Richtung Frauendorf fließt. Nach einigen 100 Metern teilt sie sich: Ein Teil führt Richtung Osten nach Frauendorf, der zweite Richtung Südosten, die Grenze zu Frauendorf entlang.

Dieses Rinnsal wurde im Jahr 2010, als das Grundwasser sehr hoch war, ausgebaggert und das Wasser mit Pumpen vom Dorf durch diesen Graben abgeleitet.

 
Der Gemeindegraben, rechts das Feuerwehrhaus

 

Gießgang oder Rondellenwasser

Lage: An der Donau beginnend verläuft dieser Graben in einem großen Bogen zuerst südlich und dann nach Osten. Er wurde in den 80er Jahren, als das Kraftwerk Greifenstein gebaut wurde, künstlich angelegt, indem diverse alte Lahnen verbunden wurden, damit der Grundwasserspiegel in den Auen durch den Kraftwerksbau nicht zu sehr absinkt. In der Winkler Freiheit heißt der Wasserlauf Rondellenwasser, danach Rabischwasser und Plackenwasser. Er verläuft bis Korneuburg und mündet dort in die Donau.

Durch Schlamm, der von der Donau eingetragen wird, wird seine Funktion als Grundwasserregulator stark eingeschränkt, daher laufen derzeit Bemühungen (initiiert vom Hochwasserschutzprojekt unter Herrn Berthiller), durch stellenweise Ausbaggerungen und Messungen diese Funktion wieder herzustellen.

  
Zwei Abschnitte des Gießganges
Die Übergänge sind fortlaufend numeriert.

 

 Granitzwasser 

Das war ein Seitenarm der Donau, von dem ein schmälerer Wasserweg am Granitzhaus vorbeiführte und der befahrbar war. Diese Wasserläufe sind heute meist trocken. 

  
Graben vor dem Granitzhaus


Grenzgraben

Lage: Dieser teilt sich nach einigen 100 Metern vom Gemeindegraben ab und fließt an der Grenze zu Frauendorf entlang Richtung Südosten.

 

Heuwiesengraben

Lage: Eine Lahn zwischen Haide und Tullnerin
Karte: 5

 

Hochholz

Diese Bezeichnung wird im Grundbuch Grafenegg über Winkl verwendet.

 

Mühlwasser

Dieses führt unter Altenwörth in die Au. Nach Abzweigung der Schinderlahn (Schindergraben) hieß diese Lahn früher „Alte Naufahrt“.

 

Rondellenwasser – siehe unter Gießgang

 

Schinderlahn

Lage: Der Zusammenfluss von Granitzwasser und Anschlaglahn wird als Schinderlahn bezeichnet. Diese Lahn ist wie alle anderen bei normalem Wasserstand trocken.
Karte: 5

Die Lahn liegt südlich der Riede Schinderalerl, Schindermais und Schinderhäufl.

 

Südlich der Donau

Im großen Boden
Karte: 1

 

Im Kleinen Boden
Karte: 1

 

Asperboden
Karte: 3

Eigentlich Aspach, zu ahd. aspa, mhd. Aspe = Espe, Zitterpappel. Der Flurname kommt nur in Augemeinden vor; d.h., der Baum bevorzugt Auen. (1)

 

Dornboden, Dornstrauchen
Karte: 3

Dieser Boden liegt südlich der Donau, südwestlich der Bergau.

 

Granzboden
Karte: 3

 

Hirschboden
Karte: 3

 

Mitterhaufen
Karten: 1, 2

 

Die Rothsaum
Karten: 1, 2, 3, 5

 

Rothsaum Anschitt
Karte: 1

Dieser kleine Au-Abschnitt lag etwa 1 km südwestlich des Granitzhauses und war früher eine Insel in der Donau.

Mhd. Schütte, nhd. Schütt, Anschwemmung, angeschwemmtes Erdreich , Anlandung aus der späteren Zeit gegenüber der alten, mit Werd bezeichneten, daher zu beachten: Neuanschitt. (1)

 

Rothsaum-Häufel
Karte: 1

 

Thierboden
Lage: Er befindet sich neben dem Hirschboden
Karte: 3

 

Nicht mehr gebräuchliche Namen

Alte Naufahrt

Diese ist der Anschluss des Mühlwassers, das unterhalb von Altenwörth in die Au führt, siehe unter Mühlwasser.

 

An der Donau
Josephinische Fassion, 1787:
„XXVIte Ried, An der Donau
Diese ein sehr nache an der Donau liegende und der Überschwemmung ausgesetze Ried bestehet mehrentheils aus Wiesen und Auen, die Felder nach algemeiner Bauart wie die der vorigen Rieden benützet. Angesart werden auf 1 Joch 3 ½ Mezen Korn und 3 Mez Habern.“
(2)

 

Bergau Bienel
Lage: Südwestlich vom Granitzhaus
Karten: 1, 2, 3, 5

Mhd.: Bien .. nahe sein, sich nähern; also neben der Bergau. Tatsächlich ein schmaler Donauarm zwischen Bergau und hoher Saum. (1) 

 

Faulbach
Lage: Er führte von Gigging in die Winkler Freiheit, erreichte hier seine größte Breite, wurde als Bach betrachtet und nie schädlich. (Quelle: Topographische Tabellen von 1817, NÖ Landesarchiv)

 

Himmelreich

 

Hottenlahn
Lage: Am westlichen Ende der Fuchsbergerau.
Karten: 5

Hotter bedeutet Erdhügel – Grenzzeichen (1)

 

Krautgärten
Lage: Dabei handelte es sich um die schmalen Äcker westlich der Häuser im Unterort.

Hier wurden die Samen für Kraut und Rüben angesät, im Unterschied zu Krautäckern, wo die Pflanzen ausgesetzt wurden. Früher war der Krautverbrauch wesentlich höher als heute. Für den Winter wurde in den Häusern Sauerkraut erzeugt. (1)

 

Krimmbach

Ein anderer Name für den Faulbach.

 

Niederpoint
Lage: Außerhalb des Dorfes, in der Enggasse.

Ing. Franz Mann, 1959:
„Die Pointen waren einfriedete Grundstücke für den Aufenthalt jener Haustiere, die nicht auf die Hutweide getrieben werden durften. Es waren kleinere, in der Nähe der Dörfer gelegene Privatgrundstücke. Nach dem oberdeutschen Flurnamenbuch von Dr. Buck soll in den Pointen Kraut, Hanf, Flachs etc. gebaut worden sein, so dass die Poenten in manchen Gegenden vielleicht die Rolle unserer Pflanzsteige hatten.“ (1)

 

Prunner Fleck
Diese Ried wird im Grundbuch der Herrschaft Grafenegg, 1605, genannt.

 

Schelmgruben, Schölmgruben
Lage: Diese Ried wird in der Josephinischen Landesaufnahme dreimal erwähnt und dürfte in der Nähe der Ried „im See“ gelegen haben.

Ing. Franz Mann, 1959:
„Mhd.: Schelme .. Seuche, Pest, Aas, Kadaver; später auch Abdecker, Schinder, Wasenmeister,: vgl. ma. Schinter; also Graben, wo Tierkadaver verscharrt und Pesttote begraben wurden.“ (1)

In folgenden Beschreibungen der Josephinischen Fassion dient die Schölmgrube als Eckpunkt:
„Donaufeldt: Fanget an bei der Schölmgrube und endet sich an der Ried Holzgasen, ist ein feucht. Ried und wird wie die vorige bebauet. 
Holz Gaasen. Fanget an bei der Schölmgrube und endiget sich bey d. ersten Kreuz. 
Die Partz: Diese aus bloßen Wiesen bestehende Ried nimbt ihren Anfang an der Schölmgrube, und das Ende an der Neustifter Dorfweide.“ (2)

Wenn man diese Punkte vergleicht, könnte es sich um die aufgelassene Mülldeponie "im See" gehandelt haben.

 

Schneidergrube, Schneidergarten
Lage: Diese befindet sich unter der Kirche Richtung Waide und war bei drohendem Hochwasser schnell überschwemmt, da sie ziemlich tief lag.

Ing. Franz Mann, 1959:
"Da es sich um eine Augemeinde handelt, kann eher ein Deputatgarten für den der Schneisen, gerade Durchhaue in der Au anzulegen und zu erhalten hat, als ein Garten für einen Herrenschneider gemeint sein.. Nach ahd.: snidan, mhd: sniden - Schneisen machen". (2)

 

Seeäcker, Sauäcker
Lage: Außerhalb des Ortes Richtung Neustift, rechterhand zwischen 1. Seekreuz und See.

Obwohl ahd. swin und dann im mhf. für Schwein gebraucht wird, kommt Schwein in keinem Grundbuch vor, dafür nur das Dialektwort Sau. Ein Beispiel, wie oft die Volkssprache die Fluren bezeichnet hat. Hier sind sehr nasse Felder gemeint, wo die Schweine sich gerne wälzten. (1)

In den Karten 1, 2, 5 ist in dieser Ried jeweils ein Grünstreifen eingezeichnet. 


Lage: Außerhalb des Ortes Richtung Neustift, rechterhand zwischen 1. Seekreuz und See.

 

Totengassl

Dieses „Gassl“ wird in der Josephinischen Fassion von 1787 erwähnt und dürfte in der Nähe von Kirche und Friedhof gelegen sein.

 

Ziegelofen

Lage: In der Flur Enggasse befand sich der Winkler Ziegelofen.
Karten: 2, 5, 6

 

Quellen:

  1. Ing. Franz Mann: Was sagen uns die Flurnamen im Bezirk Kirchberg am Wagram?
  2. Josephinische Fassion, 1787, NÖ Landesarchiv
  3. „Catastral Schätzungs Elaborat der Enclave Winkl H.548“ von 1830
  4. Hubert Schützner, Geschichte von Absdorf, 1959
  5. Sitzungsprotokolle der Gemeinde Winkl

Karten, in denen die jeweilige Flur eingetragen ist:

  1. Übersichtsplan des Kampflusses und seines Inundations Terrains von Hadersdorf bis zur Ausmündung in die Donau, Carl Adler Edler von Lilienbrunn
  2. Mappenblätter zum Franziszeischen Kataster, 1830, BEV
  3. Administrativkarte von Niederösterreich, 1871
  4. Karte zur Josephinischen Landesaufnahme, 1773- 1781
  5. Donaustromkarte, 1817
  6. Franzisco-Josephinische Landesaufnahme, um 1880

 

Maria Knapp
Mai 2012