Kleindenkmäler Winkl

 

Letzte Änderung:  28.12.2014  

 


Erstes Seekreuz 

Dieses Kreuz befindet sich in der Flur „im See“ rechts an der Straße in Richtung Neustift direkt am Niederwagram. Es handelt sich um einen Tabernakelpfeiler, auf dem Pyramidendach, befindet sich ein Doppelkreuz. In der Nischen stehen ein  Marienbild und ein Kunstblumenstrauß.

Bis an diese Stelle bzw. noch ein wenig weiter hinaus reichten viele Donauhochwässer und es wurden am Kreuz die jeweils letzten Hochwassermarken  dokumentiert. 

Das Kreuz ist schon in der Karte zur Josephinischen Landesaufnahme (1773 - 1781) eingezeichnet.

 

 

 

  

 

 

 

 Hochwasser 1954 und 2002

 

Zweites Seekreuz 

Dieser Tabernakelpfeiler mit einer geöffneten Nische befindet sich an der Straße nach Neustift zwischen den Rieden "im Steinfeld" und "Hafnerstraße". Es ist ebenfalls schon in der Josephinischen Landesaufnahme eingezeichnet. Das schon desolate Marterl wurde von Josef Schörgmayer, auf dessen Acker es sich befindet, vor einigen Jahren von Grund auf saniert. 

Laut dem Neustifter Schulleiter Adalbert Hirsch d. J. soll das Marterl auf eine Überschwemmungskatastrophe im Jahr 1337 zurückgehen, anlässlich derer  Winkl viele Häuser verloren haben soll. " Es ist nun wahrscheinlich, daß die Bewohner der damaligen Ortschaften wie Hannodorf, Kirchheim ebenfalls auf dem von den Altendorfern und Parzern gewählten Platze ansiedelten. Um nun bei der Namensgebung einen Streit zu vermeiden, nannte man diesen neuen Ort neu-gestiftet ergo Neug`stift, aus dem Neustift wurde. Auf dem Wege nach Winkl befindet sich ein im Stile des 18.
Jahrhunderts errichtetes Kreuz. Es ist das erste von Neustift gesehen. Als im Jahre 1923 von diesem der Mörtel abfiel, erschien nebst einer längeren lat. Inschrift die Jahreszahl 1337. Die Gemeinde Winkl ließ jedoch das Marterl renovieren und damit die Jahreszahl und Inschrift verdecken.“ 
Mittlerweile ist aber nachgewiesen worden, dass Neustift bereits im Jahr 1317 bestanden hat.

Foto: Schulchronik Neustift um 1932   

 

Hubertuskapelle

Gegenüber dem Ersten Seekreuz steht die Hubertuskapelle, die von der Winkler Jägerschaft  im Jahr 1994 errichtet wurde. 

Auf dem Dach der Laubenkapelle befindet sich ein Holzkreuz. Der Kapellenraum ist durch ein schmiedeeisernes Gitter verschlossen. Auf einem Holzaltar befindet sich ein offenes Buch, darüber eine Statue des Hl. Hubertus. An der linken Wand hängt eine Gedenktafel für den verstorbenen Jagdkameraden Otto Grünwald. Neben der Kapelle, noch unter dem Walmdach lädt eine klobige Sitzgruppe zum Rasten ein. Gleich daneben kann man seinen Durst an einem Brunnen stillen.  

Die Jägerschaft hält Kapelle und Umgebung in Ordnung. 

 

 

 

 

 

 

 

  


Bei der Errichtung 1992

Einweihung 1994 

 

Kapelle

Die Kapelle steht an der Kreuzung der Ortsstraße mit der Straße von Gigging nach Frauendorf und ist mit einem eisernen Glockenturm versehen. In der rundbogigen Nische des Breitpfeilers stehen zwei Marien- und eine Josephsstatue. Die Vorderseite, die nach Süden weist, zieren zwei in die Mauer eingearbeitete Pfeiler. Auf dem abgesetzten Spitzgiebel befindet sich unter einem Kreuz die Inschrift "IHS". Hinter dem Marterl steht ein eiserner Glockenturm, der vom ehemaligen Winkler Bürgermeister Ignaz Bösel gespendet worden ist. 

Die Glocke  wurde1886 geweiht. Da die Kapelle 1830 im Franziszeischen Kataster noch nicht eingezeichnet ist, wurde sie also zwischen 1830 und 1886 erbaut. Als Widmungsgrund gibt es folgende Überlieferung: Ein Fuhrwerk der Familie Bösl-Lastinger verunglückte, es gab aber keine Verletzten. Aus Dankbarkeit errichtete die Familie die Kapelle. 

An der linken Seite neben der Nische sieht man die Hochwassermarke des Jahres 2002.

Fotos: Kapelle um 1998 und 2010 

Der damalige Schulleiter von Neustift, Ludwig Marzani, schreibt im Jahr 1886:
„Glockenweihe.
Herr Franz Bösl von Kirchberg hat der Gemeinde Winkl, seinem früheren Gemeindeorte, eine Glocke für die kleine Kapelle geschenkt, welche am 13. April 1886 feierlich eingeweiht wurde.
Über Ansuchen der dortigen Gemeindevorstehung betheiligte sich hiebei die ganze Schuljugend unter Leitung des Schulleiters L.Marzani. 8 weißbekleidete Mädchen umgaben die geschmückte Glocke beim feierlichen Transporte derselben; voraus gingen sämmtliche Schulkinder, dann der hochwürdige Pfarrer Ignaz Hohmann u. der Herr Cooperator W. Sponer von Kirchberg u. endlich die Bürger von Winkl und viele Menschen aus der Nachbarschaft. Die Schulkinder eröffneten die Feier durch Absingung des Liedes 'Die Kapelle', dann nahm die Geistlichkeit die Weihe vor, hierauf wurde die Glocke auf das durch Herrn Bösl erbaute Eisen-Gerüst gezogen. Nach den ersten Glockentönen sangen die Schulkinder das zweite Lied 'O Glockenklang', worauf der Herr Pfarrer eine lange, herzliche Ansprache über die Bedeutung der Glocke hielt. Zum Schlusse sangen die Kinder noch das Lied 'Seht wie die Sonne dort sinket' (Abendglöcklein) und dann mit allen Anwesenden 'Großer Gott wir loben Dich'.
Nun zog die Schuljugend mit der Gemeindevertretung in das Gasthaus des Herrn Schocher /: Obmannstellvertreter :/, wo sie von demselben und Herrn Bösl freigebig bewirtet wurden. Zum Dank dafür sangen die Kinder noch einige muntere Lieder, die mit freudiger Rührung von den anwesenden Eltern angehört wurden. Die bezaubernde Macht des echt kindlichen Gesanges hat manches Kind dieses Schulgegenstandes beschämt u. auf immer bekehrt. Es war rührend, die staunenden Gesichter die Kinderschar umkreisen zu sehen u. die Kinder merkten ihre Wirkung und sangen mit wahrer Begeisterung. Es fanden sich bald neue Spender; die heißen Würste, das frische Gebäck und der stärkende Wein wollten kein Ende nehmen, bis der Lehrer das “Abschiedslied” anstimmte, die begeisterte Jugend nach Hause führte u. so aus der drohenden Gefahr – errettete.“ 

Maria Knapp sorgt dafür, dass die Kapelle gepflegt aussieht.

 

 

Schwemm mit Kapelle um 1930
Fotograf unbekannt

 

 
Die Kapelle um 1960, Foto Herbert Grill   -   Die Nische mit den Statuen und Blumenschmuck

 

Kriegerdenkmal

1967 wurde die Errichtung des Kriegerdenkmals vom Gemeinderat Winkl beschlossen und ausgeführt: „Die Errichtung des Kriegerdenkmals wird der Fa. Damböck übertragen. Als Ausführung ist an ein aus Natursteinen errichtetes Denkmal mit einer Tafel gedacht, die die Namen der Gefallenen und die Inschrift : 'Den toten Helden der beiden Weltkriege“ trägt'.“

Frau Monika Jöchl hält das Kriegerdenkmal in Ordnung und sorgt für den Blumenschmuck.  

 

Friedhofskreuz


Dieses Kreuz steht im Friedhof südlich der Kirche und wird zu Allerheiligen als Betstelle verwendet. Auf dem Sockel befindet sich die schlecht eingeritzte Inschrift "LEOPOLD S... 1840". 

 


Um 1990 wurde das Kreuz heruntergenommen und renoviert.
Foto: Herbert Grill, Winkl

 

Grenzsteine

Wenn man den Weg links der Kirche Richtung Au geht, den Hochwasserschutzdamm überquert und gleich links weitergeht, stößt man auf einige alte Grenzsteine, die die Grenze zwischen den Herrschaften Grafenegg und Winkelberg darstellten.

 
Dieser Stein trägt auf der Südseite 
 unter einem Kreuz die Buchstaben H.W. (Herrschaft Winkelberg). Auf der Nordseite befinden sich die Buchstaben H.G. (Herrschaft Grafenegg) und die Jahreszahl 1697. 

Nicht weit davon entfernt befindet sich dieser Stein, der das Zeichen G (Grafenegg) mit Krone eingeritzt hat.
Fotos: Andreas Nowotny
 

 

 

Hochwasserdenkmal

Am 14. August 2013 stellte Herr Ortsvorsteher Berthiller ein von ihm entworfenes und gestiftetes Hochwasserdenkmal in der Nähe der Kapelle im Oberort auf. Als Ausgangspunkt für die Hochwassermarken nahm er die Markierung vom Hochwasser 2002 an der Kapelle bzw. die Daten des Hochwassersteines in Maria Ponsee. An der Tafel kann man fast auf den Zentimeter genau die jeweiligen Hochwasserstände der letzten drei Jahrhunderte ablesen.

 

 

 

 

Einen Lageplan finden Sie unter "Kleindenkmäler von Neustift".

 

Maria Knapp 
November 2014