Die Familie Weinwanschitzky

 

Letzte Änderung: 4.11.2014

 

Da bei den größeren Bauern saisonbedingt oft viel Arbeit auf einmal anfiel, boten diese ärmeren Leuten Wohngelegenheiten an – entweder gleich bei oder neben ihrem Haus, bzw. sie kauften ein Haus im Ort, um dort ihre sogenannten „Inleute“ einzuquartieren. 

Diese mussten dem Bauern als Gegenleistung für die Wohnung eine bestimmte Anzahl von Tagen im Jahr bei seinen Arbeiten helfen. Daneben hatten sie oft die Möglichkeit, sich eigenes Vieh zu halten und einen Garten zu betreuen, manchmal hatten sie auch kleine Äcker. Handwerker waren oft Inwohner, die ihr Gewerbe neben der Arbeit für den Bauern ausübten. 

Inwohner wechselten oft ihren Wohnsitz. Das kann man leicht in den Schulchroniken verfolgen, wo oft der Ein- und Austritt von Schülern während des Schuljahres angegeben wurde. So wohnten in den Dörfern Leute, deren Namen heute hier nicht mehr bekannt sind.

 

Eine dieser Familien, die kurze Zeit in Winkl lebten, war die Familie Weinwanschitzky. 

Josef Weinwanschitzky stammte aus Putzlitz in Böhmen. Er heiratete 1880 die Anna, Tochter des Halblehners Leopold Blauensteiner aus dem Haus Winkl Nr. 18 (heute Magerl Maria). Hier kamen auch zwischen 1882 und 1890 sechs ihrer sieben Kinder zur Welt. Laut Grundbuch wurde das Haus schon im Jahr 1883 an Johann und Josepha Löschel verkauft, die Weinwanschitzkys müssen hier also weiter als Inleute gewohnt haben. Als Tochter Anna im Jahr 1891 verstarb, wohnte die Familie schon im Haus Nr. 32 (heute Knapp), hier kam im Juni 1893 noch die letzte Tochter, Marie, zur Welt. Wie den Schulmatriken von Winkl zu entnehmen ist, zog die Familie im Oktober 1893 nach Korneuburg. 

Von dort  gibt es noch eine Nachricht der Familie. Sie schrieben an Frau Juliane Danzer von Winkl Nr. 17 eine Fotokarte – sie war früher ihre Nachbarin gewesen. Leider ist auf der Karte kein Datum ersichtlich. 

 

Foto: Aus dem Nachlass der Familie Schneider, Winkl, zur Verfügung gestellt von Manfred Schneider, Königsbrunn  

 

 

 

 

 

 

 

Stammbaum der Familie:

 

 

Quellen:
Pfarrmatriken Kirchberg am Wagram
Schulmatriken Winkl
Grundbuch, Bad Pirawarth 

 

August 2013
Maria Knapp