Familie Fierlinger

 

Über 100 Jahre lang lebten Vertreter der Familie Fierlinger in Altenwörth. Sie brachten es zu Wohlstand und Ansehen, sie besaßen eine Holzhandlung, ein Gasthaus und einige Wohnhäuser. Ihr Leben war aber auch von Unglücksfällen überschattet. Heute kennen nur mehr ältere Leute den Namen.
 
1845: Josef, Sohn des Johann Fierlinger, Häusler in Hafelsreith bei Persenbeug, heiratet Barbara Hof, Bauerntochter von Altenwörth 3. Er kauft in diesem Jahr das Haus Nr. 38.
Sie haben die gemeinsamen Kinder Anna, Michael, Joseph und Johann – Michael ertrinkt mit 17 Jahren.
 
1862 wird im Zuge des Hochwassers in den Pfarrmatriken das Fierlingersche Wirtshaus erstmals erwähnt.
 
1875: Ehegattin Barbara stirbt.
 
1876 wird Anna, Holzhändlerstochter aus Altenwörth Nr. 38, wegen gerichtlich erhobenen Blödsinnes vom k. k. Kreiserichte mit Erlaß vom 27. April 1876, Z. 2161, unter Curatel gesetzt, und der Hausbesitzer und Holzhändler Joseph Fürlinger von Altenwörth Nr. 38 hiergerichts als Curator bestellt.
(Amtsblatt zur Wiener Zeitung vom 19.5.1876, S. 1)
 
1877 Joseph, bereits 52 Jahre alt, heiratet Katharina Hiendler aus Rossatz, mit der er weitere sieben Kinder hat: Norbert, Maria, Johanna, Johanna, Leopold, Leopold, Heinrich – 4 davon sterben jung.
 
1893: Bei dem k. k. Kreis- als Handelsgerichte in Korneuburg wurde im Register für Einzelfirmen eingetragen die Firma: Josef Fürlinger mit der Handelsniederlassung in Altenwörth zum Betriebe des Holzhandels. Firma-Inhaber. Josef Fürlinger, Holzhändler in Altenwörth.
(Die Presse vom 14.9.1893, S. 7)
 
1898: Firma-Protokollierungen.
Kundmachung des k. k. Kreis- als Handelsgerichtes Korneuburg, Abth. III, vom 23. November 1898.
Im Register für Einzelfirmen wurde die Firma: „Josef Fürlinger“ mit der Handelsniederlassung in Altenwörth, welche von Josef Fürlinger zum Betriebe des Holzhandels geführt wurde, infolge Steuerabschreibung und Zurücklegung des Geschäftes gelöscht.
Korneuburg, am 23. November 1898.
(Amtsblatt zur Wiener Zeitung vom 27.11.1898, S. 704)
 
1901: Josef Fierlinger stirbt im Alter von 76 Jahren.
 
1902: Bei einem Brand in Altenwörth wird das Haus Nr. 9 als der Frau Käthi Fierlinger gehörig bezeichnet, also der Witwe nach Josef Fierlinger.
(Schulchronik Altenwörth, 2. Teil 1900 - 1948)
 
Um 1902 werden alle Besitztümer Fierlingers verkauft, der aus Kalkgrub in der Pfarre Kottes stammende Alois Einwögerer kauft das Gasthaus.
 
1908 wird die Holzhandlung anlässlich des 60. Regierungsjubiläums des Kaisers nochmals erwähnt. Der Zug bewegte sich von Nowotnys Gasthaus bis zu Fierlingers Holzhandlung von dort hinunter durch den ganzen Ort bis zu Wastls Holzhandlung, dann zurück nach Gigging und durch ganz Gigging durch und in Blauensteiners Gasthaus in Gigging löste sich der Zug auf.
(Schulchronik Altenwörth, 2. Teil 1900 – 1948)
 
1913: Leopold Fierlinger, Sohn aus 2. Ehe, heiratet Maria Türk, die Tochter des Altenwörther Lehrers. Ein Jahr später kommt Sohn Friedrich zur Welt, der nur 1 Monat alt wird.
 
1914: Während seine Frau wieder schwanger ist, stürzt Leopold am 29.7.1914 so unglücklich vom Wagen, dass er an den Verletzungen stirbt.
 
1915: Die Tochter Maria Leopoldine Rosa, wird am 11.1.1915 in Altenwörth 38 geboren. Sie besuchte die Handelsschule in Tulln arbeitete am Wehrmeldeamt in Tulln später blieb sie bei der Mutter zu Hause.
 
1955: Maria Fierlinger geb. Türk stirbt.
2011: Tochter Maria stirbt mit 96 Jahren in Tulln. 
     
  
Bilder: Ausschnitte aus diversen Ansichtskarten, Herbert Eder, Kollersdorf und Erich Trezmüller, Gigging.
 
 
 
Quellen:
Unterlagen der Gemeinde Altenwörth
Pfarrmatriken und Pfarrchronik Altenwörth.
 
 
 
Dezember 2021, letzte Änderung Dezember 2023
Maria Knapp