Direktor Friedrich Süß 

Lehrer von 1.11.1910 – 16.2.1921
Schulleiter von 17.2.1921 – 1945
(geb. am 16.11.1889 in Reidling – 17.1.1967 in Altenwörth)

1914 musste er bereits als einer der ersten Altenwörther einrücken. Im Februar 1915 erkrankte er in Russland an Lungenkatarrh, er war danach im Rekonvaleszentenheim in Wien Kagran untergebracht. Er diente nochmals in Russland, war beim Landsturm in Znaim, Italien, Galizien und Albanien, wo er an Malaria erkrankte. Am 8. November 1918 kehrte er in die Heimat zurück und trat am 1. Dezember bereits wieder seinen Dienst in der Schule an. 

Während des Krieges, im Juni 1915, heiratete er Hedwig Josefa Gisela Hametner. 1919 kam Tochter Hertha Hedwig Juliana Josephine zur Welt, die später den Kirchberger Kaufmann Rudolf  Kainz heiratete. Sohn Friedrich, geb. 1922, ist am 4.12.1942 in Russland gefallen. 

 

Foto: Edith Kainberger, Altenwörth

 
Direktor Süß mit seiner Klasse im Schuljahr 1935/36
Foto: Erich Trezmüller, Gigging

 

1937 wurde ihm der Titel „Direktor“ verliehen.

Bei der Gemeinderatswahl 1939 wurde er zum Bürgermeisterstellvertreter ernannt.

Mit 1. Juli 1939 legte er seine Stellung als Regenschori nieder.

1944 erhielt er in Würdigung seiner ersprießlichen Arbeit als Lehrer und Erzieher, insbesonders aber als Leiter der Pflichtfortbildung die Anerkennung des Reichsstatthalters in Niederdonau.  Mit Dekret vom 20.1. 1944 wurde ihm als Anerkennung  für  25 Jahre treue Dienste das silberne  Treuedienst-Ehrenzeichen verliehen.

Auf Grund einer Mitteilung des Bezirksschulrates Tulln wurde  er  mit 9.9.1945 von der Leitung der Schule Altenwörth enthoben und ab 10.9. mit der Leitung der  Schule in Seebarn betraut.

Anfang Juli 1948 verließ der nun bereits pensionierte Schuldirektor Herr Friedrich Süß die Oberlehrerwohnung und übersiedelte in sein Haus gegenüber der Schule. 

1960 wurde er zum Ehrenbürger von Altenwörth ernannt.

Lange Jahre war er Leiter des Kirchenchores und Organist.

In den letzten Lebensjahren war er auch Obmann des Pfarrkirchenrates. Er beaufsichtigte den Neubau des Pfarrhofes im Jahr 1957. Bei der bischöfliche Visitation durch Erzbischof  Dr. Franz Jachym wurde ihm dafür das Ritterkreuz des  Silversterordens für seine  Verdienste vom Hl. Vater verliehen.

1967 verstarb Direktor i.R. Friedrich Süß nach schwerem Leiden im 78. Lebensjahr.

Der Nachruf in der Schulchronik: Mit ihm schied ein Mann von dieser Welt, der in weitesten Kreisen der Bevölkerung durch seine Leistungen bekannt war. Direktor Süß wird von der Familie seiner Tochter Herta Kainz betrauert. Auf Grund seiner großen Verdienste wurde der Verstorbene schon vor Jahren zum Ehrenbürger ernannt. Eine große Trauergemeinde gab Dir. Friedrich Süß das letzte Geleit. Am offenen Grabe wurden noch einmal die großen Verdienste des Verstorbenen erwähnt, der der Bevölkerung von Altenwörth unvergessen bleiben wird.

 

Quellen:
Pfarrchronik Altenwörth
Schulchronik Altenwörth
Pfarrmatriken Altenwörth  

 

April 2020
Maria Knapp